- vor 3 Monaten
Helmuts Freunde und Familie helfen ihm beim Umzug nach dem Tod seiner Frau Josefine.
Plötzlich düst Helmut wortlos mit dem Auto los. Seine alten Schulfreunde Peter und Edgar können ihn nicht aufhalten, also fahren sie mit. Erst unterwegs erfahren sie, wo es hingehen soll: nach Rimini, wo die drei im Jahr 1971 Urlaub gemacht hatten. Auch Josefine war damals dabei…
Plötzlich düst Helmut wortlos mit dem Auto los. Seine alten Schulfreunde Peter und Edgar können ihn nicht aufhalten, also fahren sie mit. Erst unterwegs erfahren sie, wo es hingehen soll: nach Rimini, wo die drei im Jahr 1971 Urlaub gemacht hatten. Auch Josefine war damals dabei…
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KurzfilmeTranskript
00:00:00Ein Blick von oben auf den breiten Sandstrand von Rimini. Ein Ende 60-Jähriger mit Brille rennt zum Wasser.
00:00:07Peter?
00:00:09Eine Gruppe junger Frauen weicht zur Seite.
00:00:14In einem Boot warten zwei Ältere.
00:00:16Mein Leben lang war ich Polizist. Dass ich jetzt ein Boot klaue mit meinen alten Freunden, hat mit meiner Schwester
00:00:22Josi zu tun.
00:00:23Sie schieben das Boot an.
00:00:24Die brachte mit ihrem Tod aus dem Jenseits gewissermaßen nochmal einen Stein ins Rollen, den ich schon vor 50 Jahren
00:00:32hätte aufhalten sollen.
00:00:34Vom Ufer aus sieht ein Muskulöse ihnen wütend nach.
00:00:37Und so mussten wir nochmal zurück an den Ort, an dem das Geheimnis seinen Ursprung hatte.
00:00:42In weißer Schrift, Rückkehr nach Rimini. Regie Sarah Winkenstätte.
00:00:48Mit Karl Fischer als Helmut, Rainer Bock als Peter, Bernhard Schütz als Edgar, Lena Stolze als Maria und Miriam Mertens
00:00:57als Fritzi.
00:00:58In einem Haus.
00:01:00Gleich.
00:01:01Achtung.
00:01:03Alles fing gestern Abend in München an. Eigentlich wollten wir nur meinem Schwager Helmut bei seinem Umzug helfen.
00:01:08Eine Brünette bringt einen Karton. Darauf steht Rimini 71.
00:01:12Wo hast denn die her?
00:01:14Die habe ich im Keller bei Mamas Sachen gefunden.
00:01:16Ich dachte nur, weil doch gestern deine Haushälterin gesagt hat, da hat schon zum zweiten Mal so ein Italiener angerufen.
00:01:24Signore Rossi.
00:01:25Vielleicht ist das ja wer von damals.
00:01:28Sag doch, ich kenne da keinen.
00:01:30Sie probiert eine Sonnenbrille. Helmut starrt seine Tochter an. Er ist Ende 60 und ersetzt hat eine Halbglatze und einen
00:01:37grauen Vollbart.
00:01:41Ich verstehe noch immer nicht, warum du das Haus nicht übernehmen willst.
00:01:45Aber Papa, das Thema haben wir doch durch.
00:01:47Das letzte Wort ist da noch nicht gesprochen.
00:01:49Peter kommt mit einer Zierlichen.
00:01:51Ich verstehe ja auch nicht, warum du hier überhaupt ausziehst.
00:01:54Das ist eine typische Übersprungshandlung, deinen Umzug nach so kurzer Zeit, statt innezuhalten.
00:02:01Helmut hebt einen Karton.
00:02:04Er wischt sich übers Gesicht, kniet sich hin und nimmt ein geranntes Foto hoch.
00:02:10Darauf eine junge Frau mit Baby im Arm. Zärtlich streicht er darüber.
00:02:14Er trägt eine braune Strickjacke über kariertem Hemd und schwarze Hose.
00:02:18Besorgt kommt seine Tochter zu ihm und legt ihm die Hand auf die Schulter.
00:02:22Papa.
00:02:22Ja, die Bilder sind mir runtergefallen.
00:02:25Die Zierliche.
00:02:26Schaut mal, wer da ist.
00:02:28Der Dritte der Männerfreunde kommt ins Wohnzimmer.
00:02:31Er ist schlank, mit Bauchansatz, hat nach hinten gekämmtes weißes Haar, einen gepflegten Bart und leuchtend blaue Augen.
00:02:39Ich hab gehört, hier wird noch eine helfende Hand gebraucht.
00:02:42Ja, da bist du da, klar.
00:02:44Wo es was zu helfen gibt.
00:02:46Klar.
00:02:48Na, das ist ja eine Überraschung.
00:02:51Sie umarmt ihn.
00:02:52Mein Maus.
00:02:53Peter hängt sich eine blaue Scherpe um, darauf in gelben Lettern Mr. Remini.
00:02:57Sag mal, das ist meine.
00:03:01Edgar.
00:03:01Du warst nur Zweiter.
00:03:03Nimmt sie ihm ab.
00:03:04Und Helmut Dritter.
00:03:05Das ist überhaupt nicht wahr, ich hab gewonnen.
00:03:07Und zwar mit der Gesangsnummer All My Loving.
00:03:09Ich war nie dabei.
00:03:11Helmut, den wollte ich dir eigentlich schon zur Trauer vorhergeben.
00:03:13Ein Brief.
00:03:14Ich hab doch noch für Josi Briefe zur Post gebracht, die sie geschrieben hat.
00:03:18Mühsam erhebt sich Helmut.
00:03:20Sie konnte so tolle Briefe schreiben.
00:03:24Aber der hier, da steht keine Adresse drauf.
00:03:28Vielleicht hat sie das vergessen am Ende.
00:03:30Betroffen senken beide den Blick.
00:03:33Ich hab ihn nicht aufgemacht, aber vielleicht kannst du da mal den Blick reinwerfen.
00:03:38Und ausgerechnet meine Frau Maria übergibt Helmut den Brief, der unser aller Leben auf den Kopf stellen sollte.
00:03:44Meine Ehe übrigens auch.
00:03:47Die Tochter und Edgar sichten Fotos.
00:03:49Schau dir mal die zwei hier an.
00:03:51Die ganze Schulzeit ist ja hinter ihr her, aber sie schaut durch und durch.
00:03:55Ich hab Helmut was dazu zwingen müssen, dass wir hier hinterher trampen.
00:03:58Und siehe da, kaum hat er so schneidige Badebuchsen an.
00:04:01Josi und ich sind ja zusammen runter mit der Scharno-Pauschale.
00:04:05Unser Vater wollte ja erst gar nicht, dass sie mitfährt.
00:04:08Ja, und dann kommt sie ja genauso zurück, nicht?
00:04:10Schwanger und verlobt.
00:04:11Das war sicher eine besondere Zeit.
00:04:1370er.
00:04:14Jo, sie sieht super aus.
00:04:17Aber wer war denn die eigentlich?
00:04:21Peter schiebt eine Lesebrille über seine Brille und beäugt das Gruppenfoto.
00:04:25Das Hängeschränkchen im Bad, soll das auch mit?
00:04:27Er blickt zu Helmut im Sessel, der starrt vor sich hin.
00:04:30Ja.
00:04:31Peter steckt das Foto ein.
00:04:33Hilfst du mir?
00:04:35Edgar folgt ihm.
00:04:36Helmuts Tochter kramt im Rimini-Karton.
00:04:39Ach, Italien.
00:04:41Irgendwann wandere ich da hinaus.
00:04:42Maria packt Geschirr ein.
00:04:44Allein die Sprache, das macht mich immer schon so glücklich.
00:04:48Deine Mutter wollte auch immer nochmal nach Italien.
00:04:51Einer ihrer Briefe ging sogar nach Rimini.
00:04:54Helmut erhebt sich und geht abwesend an ihnen vorbei.
00:04:57Papa?
00:05:00Alles in Ordnung.
00:05:01Knapp nickt er und verschwindet.
00:05:06Wie geht's ihm?
00:05:07Sag doch mir nicht.
00:05:09Da würde mir eher sein Lichtensteiner-Nummern-Konto offenlegen, als mir zu sagen, was in ihm vorgeht.
00:05:14Es ist dunkel.
00:05:16Aus dem Haus dringt warmes, gelbes Licht.
00:05:19Drinnen sieht Maria überrascht auf.
00:05:22Sie ist Mitte 60, zierlich und hat braune Augen.
00:05:25Das braune Haar trägt sie zum Dutt gebunden.
00:05:28Ihr Mann Peter hält eine Plattenhülle mit der Aufschrift Best of Woodstock.
00:05:32Hinter ihm schleicht Helmut mit einem Koffer zur Tür.
00:05:35Sind wir noch ein Tutsch.
00:05:36Edgar?
00:05:37Hey, das sind meine alten Gitarren.
00:05:40Die standen am Schuttcontainer.
00:05:42Er hätt sie vielleicht längst mal abholen können.
00:05:44Peter dreht sich wieder zu Helmuts Tochter.
00:05:47Sag mal, wo ist Helmut überhaupt?
00:05:48Wahrscheinlich hat er sich in seinen Wagen gesetzt.
00:05:51Hat er nicht eigentlich schon wieder Fahrverbot?
00:05:53Er setzt sich ja nur rein.
00:05:55Das beruhigt ihn.
00:05:57Entsetzt reißen sie die Augen auf.
00:06:00Peter wirft die Hülle fort, hastet auf den großen Balkon und beugt sich hinunter.
00:06:05Helmut?
00:06:05Im Wagen tippt der ein Adressbuch in der Hand auf das Navi.
00:06:09Edgar?
00:06:10Lass ihn doch.
00:06:11Er hat doch gerade seine Frau verloren.
00:06:13Ja, vor einem halben Jahr schon den Hund.
00:06:15Ich finde, er darf jetzt alles machen, was ihm gut tut.
00:06:17Helmut fährt eine spiralförmige Zufahrt hoch.
00:06:20Aber wenn wir den jetzt erwischen und den Wagen wegnehmen.
00:06:24Peter springt vor's Auto und stützt sich auf die Kühlerhaube.
00:06:29Sag mal, geht's noch?
00:06:31Mit strenger Miene öffnet Peter die Beifahrertür.
00:06:34Führerschein, Fahrzeugpapiere.
00:06:36Edgar kommt.
00:06:37Dein Dienstausweis gilt doch schon seit Jahren nicht mehr.
00:06:40Du kannst nicht mehr fahren, das weißt du.
00:06:42Wenn einer fahren kann, dann ich.
00:06:46Aber weißt du was, keiner kann mir was verbieten.
00:06:48Oh Mann, du bist halt doch noch ein richtiger Rock'n'Roller.
00:06:52Fahren ohne Führerschein ist eine Straftat nach §21 STVG.
00:06:56Die Kollegen können dir sogar den Pkw einziehen.
00:06:59Edgar steigt hinten ein.
00:07:00Du steigst sofort aus.
00:07:02Steig ein.
00:07:03Wenn, dann bringen wir ihn nur zu zweit zur Vernunft.
00:07:05Peter nimmt auf dem Beifahrersitz Platz.
00:07:07Jetzt stell erst mal den Motor aus.
00:07:11Papa?
00:07:12Hektisch steuert Helmut den Wagen die Einfahrt hoch.
00:07:15Papa!
00:07:16Von der Hausecke sieht Helmuts Tochter ihnen nach.
00:07:19Sie ist schlank, hat kinnlanges braunes Haar, braune Augen und Sommersprossen.
00:07:23Die Limousine erreicht eine zweispurige Straße.
00:07:26Peter blickt beunruhigt.
00:07:28Er ist schlank, hat einen länglichen Kopf, blaue Augen, eine große Nase und schmale Lippen.
00:07:33Zu Jeans trägt er Karohemd und schwarze Steppweste.
00:07:36Jetzt lass mich schon fahren.
00:07:38Du musst mir nur sagen, wohin.
00:07:40Du fährst wie einer, der den eigenen Schwager mit der Kelle rauswinkt.
00:07:43Das war einmal und du bist durch die Fußgängerzone gefahren.
00:07:46Geh rollt.
00:07:48Im 900 Metern links abbiegen auf die A8 Richtung Salzburg.
00:07:52Alarmiert sieht Peter Helmut an.
00:07:55Jetzt sag mir schon, wo du hin willst.
00:07:57Stoisch sieht der auf die Straße.
00:07:58Oh Gott.
00:08:00Peter mit Lesebrille über der Brille schaut aufs Navi.
00:08:03Auch Edgar beugt sich vor.
00:08:06Stopp.
00:08:06Stopp, sag mal, spinnst du.
00:08:08Lass mich sofort aussteigen.
00:08:09Edgar setzt Peters Lesebrille auf.
00:08:12Rimini.
00:08:12Sie halten.
00:08:13Was soll denn das?
00:08:14Wow.
00:08:16Ich finde das eine richtig gute Idee.
00:08:17Wenn du das jetzt brauchst, zurück zu den Wurzeln.
00:08:20Okay, steigt's aus, alle zwei.
00:08:22Wisst ihr doch, wie wir damals in der Trattoria am Tisch standen
00:08:24und die Mädels haben den Sambuca angezündet und meine Scherpe ist komplett...
00:08:29Das war Absinth und meine Scherpe.
00:08:32Was? Du regnest dich da noch ganz genau?
00:08:34Du weißt das noch alles.
00:08:37Verlegen zuckt Peter die Achseln.
00:08:39Mach doch einfach mal ne Kur oder sowas.
00:08:43Wellness.
00:08:44Edgar zu Peter.
00:08:46Ich wünsch dir hier da auch ne Lady in Rimini, die mich nie vergessen hat.
00:08:50Du hattest eine. Mindestens.
00:08:52Mit süffisantem Lächeln lehnt sich Edgar zurück.
00:08:55Ich hab auch alles vergessen.
00:08:56Wirklich.
00:08:56Vergessen und verdrängen sind zwei Paar Stiefel, Bio Karo.
00:09:01Das sagt der Richtige.
00:09:02Helmut fährt los.
00:09:04Stopp.
00:09:05Stopp.
00:09:07Du erinnerst dich an alles und du übersetzt.
00:09:11Du hast doch nicht ernsthaft geglaubt, ich bleib hier, wenn du jetzt nach Rimini fährst.
00:09:15Wir spinnen doch beide.
00:09:16Edgar schnappt Peters Handy.
00:09:17Machst du einmal in 40 Jahren was ohne deine Maria?
00:09:2239 Jahre und 362 Tage.
00:09:25Im Haus.
00:09:26Du isst wirklich seit zwei Wochen gar nichts.
00:09:29Da hast du ja jegliches Hungergefühl sublimiert.
00:09:32Sie steigen eine Wendeltreppe herab.
00:09:34Peter geht nie weg ohne sich zu verabschieden.
00:09:36Nie.
00:09:36Und auch noch ohne Schuhe.
00:09:37Und in drei Tagen haben wir Rubin-Hochzeit.
00:09:40Die spielen bestimmt Skat und schweigen in ihr Bier.
00:09:42Ich habe den Wohnwagen hergerichtet, eine Köchin bestellt.
00:09:46Das ist eine Überraschung.
00:09:47Die Tochter blickt geschockt auf einen Waffenschrank hinter Maria.
00:09:51Auf grünem Samtbesatz, der Abdruck einer fehlenden Pistole.
00:09:57Im Wagen.
00:09:59Genervt blickt Edgar nach vorn und reckt sich zum Radio.
00:10:05Zufrieden wippt er auf der Rückbank im Takt.
00:10:11Peter streckt die Hand nach dem Handy aus.
00:10:15Edgar klappt es zu.
00:10:17Helmut wechselt den Sender.
00:10:20Mit geschlossenen Augen legt Peter die Füße im weißen Socken aufs Armaturenbrett.
00:10:27Helmut singt mit.
00:10:30Ein Blick von oben auf eine volle Autobahn.
00:10:35Im Keller.
00:10:36Die Kinder wissen auch nichts.
00:10:38Meine oder deine?
00:10:39Alle.
00:10:40Keine.
00:10:41Papa ist so ein Kontrolletti vor dem Herrn.
00:10:43Verlust, Veränderung, da sieht der rot.
00:10:45Ich habe ihm gesagt, der Umzug ist ein Fehler, aber da wollte ich ja nicht alleine sein.
00:10:50Du bist eine gute Psychologin.
00:10:52Eigentlich nur Coach, wie Papa immer sagt.
00:10:56Auf einem Parkplatz.
00:10:58Helmut nimmt Geld aus seinem Automaten.
00:11:01Peter und Edgar pinkeln an einen Busch.
00:11:02Und du merkst es schon auch, oder?
00:11:05Da verschweigt uns noch was.
00:11:07Du bist auch auf irgendeiner Kamikaze-Mission unterwegs.
00:11:10Wenn die Maria plötzlich sterben würde, müsstest du da nicht auch einfach mal abhauen und es krachen lassen.
00:11:20Peter schließt den Reißverschluss und dreht sich in Helmuts Richtung.
00:11:23Der hebt noch mehr Geld ab.
00:11:25Sag mal, willst du da unten irgendjemanden schmieren?
00:11:29Ah, gib her.
00:11:30Das Handy.
00:11:31Ich würde ja wahnsinnig werden, wenn ich dauernd irgendwem sagen müsste, wo ich bin.
00:11:36Was ist eigentlich mit Marlene?
00:11:37Hatte andere Pläne.
00:11:39Die will zu viel.
00:11:41Hör mal.
00:11:44Lass uns umkehren.
00:11:45Bitte.
00:11:46Das ist doch nur eine totale Schnapsidee.
00:11:50Wie hieß die noch?
00:11:52Fulvia?
00:11:53Flavia?
00:11:54Ich dachte damals wirklich, du bist drauf und dran und bleibst in Remini.
00:11:57Er geht zum Wagen.
00:11:58Verdammt noch mal, reicht uns nicht der Gardasee.
00:12:01Ich muss nach Remini, das hat schon einen Sinn.
00:12:04Steig ein.
00:12:04Auf Socken macht Peter einen Schritt, reibt sich kurz den Fuß und eilt zum Auto.
00:12:11Wieso sitzt du eigentlich vorne?
00:12:12Steig ein.
00:12:14Sie verlassen den Parkplatz.
00:12:16Eine nächtliche Autobahn von oben, auf einer Landstraße.
00:12:20Der Wagen fährt mit gelbem Scheinwerferlicht durch die Dunkelheit.
00:12:24Hatte ich schon gesagt, dass mir hinten immer schlecht wird?
00:12:27Ich halte nicht noch mehr an.
00:12:29Schau aus dem Fenster, das hilft.
00:12:31Warum ist das eigentlich so heilig?
00:12:33Wir sind doch nicht auf der Flucht.
00:12:35An einer Tankstelle parkt der Wagen abseits der Zapfsäulen.
00:12:39Helmut sitzt am Steuer.
00:12:40Neben ihm schläft Edgar auf dem nach hinten gekippten Sitz.
00:12:44Über seine Augen hat er einen Schal gelegt.
00:12:46Hinter Helmut lehnt Peter schlafend mit dem Kopf an der Scheibe.
00:12:49Helmut zückt ein blaues Handy und tippt aufs Display.
00:12:55Massimo Rossi, den Antikopfluss, FC Rimini.
00:13:07Er ist geboren 1999.
00:13:12Er lässt das Handy sinken und schließt die Augen.
00:13:16Im Haus tigert die Tochter in eine Wolldecke gehüllt im halbdunklen Wohnzimmer auf und ab.
00:13:21So ein Idiot, Mann.
00:13:23Auf dem Sofa starrt Maria aufs Handy.
00:13:25Das Display zeigt ein Selfie von Edgar im Auto, darunter eine Standortmarkierung.
00:13:30Die sind in Italien.
00:13:32Was?
00:13:32In Italien, schau mal.
00:13:34Auf weiteren Fotos Helmut schlafend, Peter mit geschlossenen Augen und verrutschter Brille.
00:13:40Höhe Bologna, A14.
00:13:42Und die haben sie dir geschickt?
00:13:44Nein, unsere Handys sind synchronisiert.
00:13:47Im Ernst?
00:13:49Was wollen die in Italien?
00:13:50Ihre Blicke wandern zum Rimini-Karton.
00:13:53Über den Rand hängen die Scherpe und eine gelbe Federbohr.
00:13:59Die Tankstelle im Morgengrauen.
00:14:01Ein grüner Reisebus steuert eine Zapfsäule an.
00:14:07Im Wagen schlafen die drei Freunde.
00:14:14Helmut erwacht.
00:14:16Schläfrig reibt er sich über Augen und Gesicht und zieht zu dem Reisebus.
00:14:20Mittig steigen zwei junge Frauen mit Kauberhüten aus.
00:14:23Einer hat langes, dunkelblondes Haar und einen Bauchladenumhäng mit der Aufschrift, Nelly liebt Louis.
00:14:31An ihrem Hut hängt ein weißer Schleier, die Braut eines Junggesellinnenabschieds.
00:14:36Ihre Freundin schwankt und übergibt sich in einen roten Eimer an der Säule.
00:14:40Zwei weitere Frauen mit Hüten steigen aus.
00:14:43Helmut im Wagenblick belustigt.
00:14:45Im Haus.
00:14:47Maria sitzt auf dem Sofa und putzt ihre Brille.
00:14:50Vielleicht will er ja an den Anfang zurück, um Mama nahe zu sein.
00:14:55Die Tochter hat den Karton auf dem Schoß.
00:14:57Was, wenn er die Waffe, wenn er ihr folgen will, wenn er sich...
00:15:01Quatsch.
00:15:02Maria setzt die Brille auf.
00:15:04Ich weiß es ja auch nicht.
00:15:05Ratlos hieft sie den Karton auf Maria Schoß.
00:15:08Mama konnte ihn lesen wie ein offenes Buch.
00:15:11Ja, doch uns.
00:15:13Und die zwei sind bei ihm.
00:15:15Edgar hat er ja schon ewig abgeschrieben.
00:15:17War ja ein Wunder, dass er ihn überhaupt zur Trauerfeier eingeladen hat.
00:15:20Ja, aber mit Peter geht er immer noch gerne Skat spielen.
00:15:23Maria zieht...
00:15:24Samstags.
00:15:25...ein blaues Zuckertütchen aus dem Karton.
00:15:27Und mit dir?
00:15:27Mit mir kämpft er.
00:15:28Ich mache immer genau das Gegenteil von dem, was er richtig findet.
00:15:33Sag mal, hast du da Zucker?
00:15:35Rimini.
00:15:37Am Ende hat das was mit den Briefen zu tun.
00:15:40Was denn für Briefe?
00:15:42Deine Mutter hat doch für ihren Tod noch Briefe geschrieben an Menschen, die ihr wichtig sind.
00:15:46Und einer ging nach Rimini.
00:15:49Weißt du noch an wen?
00:15:50An einen Massimo Rossi.
00:15:53Massimo Rossi?
00:15:55An der Tankstelle.
00:15:57Die Junggesellinnen gehen auf die Snackbar zu.
00:16:00Drinnen.
00:16:00Edgar lehnt mit Sonnenbrille am Tresen neben ihm Helmut.
00:16:03Ach, endlich mal ein richtiger Espresso.
00:16:06Habe ich schon die ganze Nacht drauf gewartet.
00:16:08In schwarzen Gummisandalen schlufft Peter in die Bar.
00:16:12Vielleicht solltest du wenigstens das Preisschild abmachen.
00:16:16Peter geht zum Tresen.
00:16:18Ach, habe ich schon ewig keinen Kaffee mehr getrunken.
00:16:22Den trage ich gar nicht.
00:16:23Oh, jetzt schlägt er aber richtig über die Strenge.
00:16:25Die Junggesellinnen kommen.
00:16:27Nelly, die Braut.
00:16:28Je mehr ich mir abkaufe, desto mehr können wir es heute Abend laufen lassen.
00:16:31Ja, du vielleicht.
00:16:34Stell mir noch ein bisschen was zusammen.
00:16:36Wo hast du die denn her?
00:16:38Die Sonnenbrille.
00:16:38Das ist ja mega.
00:16:40Wir nehmen alles.
00:16:41Helmut gibt ihr.
00:16:42Ich kaufe dir den Laden ab.
00:16:43Wow, guck.
00:16:44100 Euro.
00:16:45Na ja, los jetzt.
00:16:46Edgar mit Blumenkette.
00:16:47Was habt ihr denn da?
00:16:48Was schön ist das?
00:16:49Handschellen mit Plüsch.
00:16:51Peter bekommt Bunny Ohren auf.
00:16:53Toll.
00:16:54Cool.
00:16:55Ja, oh nein.
00:16:56Nelly liest.
00:16:57Verrate mir deine drei Tipps für eine gute Ehe.
00:17:00Wenn du einen Tipp willst, lass es.
00:17:03Ist doch noch viel zu jung.
00:17:05Du weißt doch gar nicht, wovon du redest.
00:17:06Ich bin übermorgen 40 Jahre sehr glücklich verheiratet.
00:17:10Lass die Finger von der Ehe oder du wirst es bereuen.
00:17:13Selbst nach dem Tod kann dir der, ja wie heißt der?
00:17:15Luis?
00:17:16Ja, selbst aus dem Jenseits kann dir der Luis noch dein ganzes Leben romieren.
00:17:20Irgendwann.
00:17:21Mach mal dein Däschchen auf.
00:17:22Oh nein.
00:17:23Was ist los mit dir?
00:17:25Helmut umklammert einen Jutebeutel.
00:17:28Ungehalten reißt Edgar ihm den Beutel aus der Hand.
00:17:30Gips.
00:17:31Jetzt.
00:17:32Au.
00:17:33Was ist denn da drin?
00:17:34Sie sehen hinein und entgeistert zu Helmut.
00:17:37Draußen.
00:17:38Die drei sitzen auf einem Rinnstein.
00:17:40Peter mit Pistole.
00:17:41Pfarrer Brückner?
00:17:43Was der noch lebt?
00:17:44Der nie ist vor.
00:17:45Helmut hält den Brief.
00:17:47Edgar schnappt ihn sich.
00:17:48Lieber Pfarrer Brückner, noch einmal vielen Dank, dass Sie neulich auf der Station waren.
00:17:53Ich brauche Ihre Hilfe.
00:17:54Ich will mein Geheimnis nicht ins Grab nehmen.
00:17:57Für mich ist Helmut Fritzes Vater und kein anderer.
00:18:03Mit leerem Blick nimmt Helmut den Brief zurück.
00:18:07Weiter.
00:18:08Peter schnappt sich den Brief, zieht seine Brille ein Stück herunter.
00:18:11Nix.
00:18:12Das war's.
00:18:14Und setzt sie wieder auf.
00:18:16Wahrscheinlich wollte sie den Brief gar nicht abschicken.
00:18:18Sie hat ihn ja nicht mal fertig geschrieben.
00:18:21Ja, vielleicht war das im Wahn, im Delirium.
00:18:23Helmut kippt nach hinten.
00:18:26Seine Freunde blicken erschrocken zu ihm.
00:18:28In einem Schlafzimmer packt die Tochter hektisch einen Koffer.
00:18:32Der Koffer liegt aufgeklappt auf dem Bett.
00:18:35Sie stopft Kleidung hinein, schließt den Deckel und stellt den Koffer neben das Bett.
00:18:41Mit Handtasche, Tuch und Trolley eilt sie hinaus, kehrt um, tritt auf den Schalter der Stehlampe und stürmt los.
00:18:50An der Tankstelle.
00:18:51Helmut hat einen nassen Lappen auf der Stirn.
00:18:53Ich find den Kerl, diesen Rossi.
00:18:57Ich sorg dafür, dass der nicht in unsere Familie reingrätscht.
00:19:02Was soll denn der da reingrätschen?
00:19:04Die Fritzi will doch eh nach Italien.
00:19:07Er nimmt den Lappen von der Stirn.
00:19:08Und wer, wie, mit wem, warum.
00:19:13Das ist doch all das, womit sie sich als Familientherapeutin den ganzen Tag beschäftigt.
00:19:19Wenn der alles richtig macht.
00:19:22Ich sag immer das Falsche zu Fritzi.
00:19:25Wenn der hier nicht reinredet, wenn sie missbaut.
00:19:28Ach, der hat den Brief doch längst vernichtet.
00:19:31Der will schon ein unmehrliches Kind.
00:19:33In unserem Alter.
00:19:34Der hat angerufen bei uns.
00:19:37Zweimal.
00:19:38Er will aufstehen.
00:19:39Unsere Hauselterin hat abgenommen.
00:19:42Die Freunde helfen dem Schwankenden hoch.
00:19:44Edgar trägt ein grün gemustertes Hemd und schwarze Hose.
00:19:48Ich hab mir gedacht, ich kenn dir ja keinen in Italien.
00:19:52Helmut wringt den Lappen aus.
00:19:54Ich fände jetzt raus, was dem seine Summe ist.
00:19:58Und die gebe ich ihm.
00:20:01Ich hab 43 Jahre lang einen Baustoffhandel geleitet.
00:20:04Eines weiß ich.
00:20:06Denn jeder hat eine Summe X, bei der er nicht mehr Nein sagen kann.
00:20:10Edgar schmunzelt.
00:20:11Verschwörerisch legt Helmut erst Edgar, denn Peter die Hand auf die Schulter.
00:20:16Wenn ich tot bin, könntest du es der Fritzi sagen.
00:20:20Ich hab sicher nicht mehr lang.
00:20:23Edgar reicht ihm eine Mini-Schnapsflasche.
00:20:26Schnell schüttelt Peter sie aus.
00:20:27Was?
00:20:28Doch.
00:20:29Gekeldert hat der irgendwo, glaube ich.
00:20:30Ja, in dem Laden mit dem Kickertisch.
00:20:32Der wollte unbedingt von dir Deutsch lernen.
00:20:34Der hat ja doch andauernd einen ausgegeben.
00:20:36Aus dieser riesigen Korbflasche.
00:20:38Sie gehen zum Auto.
00:20:40Aber glaubst du nicht, du musst es der Fritzi sagen?
00:20:42Ein junger Bärtiger betrachtet die Kühlerhaube.
00:20:45Du hast da eine Delle.
00:20:47Ohne Momento.
00:20:48Die drei besehen die Stelle.
00:20:51Ein Schwarzhaariger?
00:20:52Ich sehe nichts.
00:20:53Kommt dazu.
00:20:54Peter, seine Kindi, schon gibt mir jetzt die Waffe.
00:20:56Ach, Helmut.
00:20:58Wenn du diesem Massimo Geld gibst, da brauchst du die doch gar nicht.
00:21:02Verhandlungen laufen immer besser, wenn man ein gutes Argument in der Hand hat.
00:21:05Peter zieht die Pistole aus dem Beutel.
00:21:07Panisch rennen die Fremden weg.
00:21:09Ach, der Sohn.
00:21:10Helmut greift nach der Waffe.
00:21:12Peter zieht sie zurück.
00:21:13Du läufst doch im Leben nicht mit einer 357er rum, die nicht auf dich zugelassen ist.
00:21:19Feixend steckt Peter sie hinten in den Hosenbund und stutzt.
00:21:22Ahnungsvoll tastet er seine Taschen ab.
00:21:25So auch Helmut.
00:21:25Ja, verdammt.
00:21:27Das ganze Geld ist weg.
00:21:29Immer am Bauch tragen.
00:21:30Ich war zwei Jahre in Marseille.
00:21:32Da weiß das jeder.
00:21:33Die Diebe sind weg.
00:21:35Und du als Ex-Bulle, wie lange bist du nicht mehr im Dienst?
00:21:39Peter drückt ihm den Beutel vor die Brust.
00:21:41Aus dem Kofferraum holt Helmut Wasser.
00:21:44Du musst nicht mit, Peter.
00:21:46Du nimmst doch nicht rum.
00:21:47Du musst doch aufpassen, dass du kein Mist baust.
00:21:50Ohne mich kannst du eh nicht fahren.
00:21:51Ich hab als einziger Geld.
00:21:53Edgar öffnet deine Flasche.
00:21:56Aber keine Sorge, ich pumpt dir was.
00:21:59Schweigegeld und so weiter.
00:22:00Kein Ding.
00:22:01Was hast du jetzt eigentlich der Fritzi gesagt?
00:22:04Ich habe eine SMS geschrieben, dass ich zwei Tage weg bin.
00:22:08Wenn ich Zeit für mich brauche, so was redet sie mir ja immer.
00:22:11Helmut steckt ein und wieder aus.
00:22:13Wenn du die Fangschusspistole hier irgendwo entsorgt hast,
00:22:17das ist feier auch strafbar.
00:22:18Der Reisebus fährt dicht vorüber.
00:22:23Ein Flug über die östliche Pier des Kanalhafens von Remini.
00:22:27Kleine Segeljachten und Motorboote reihen sich an den Anlegern
00:22:30hinter der Landzunge mit goldgelbem Sandstrand.
00:22:36Der Wagen erreicht die Strandpromenade.
00:22:39Links die parallel zum Strand verlaufende Straße mit enger Hotelbebauung.
00:22:43Schaut mal, das Meer.
00:22:45Rechts der in Parzellen eingeteilte Strand mit Bars und Boots verleihen.
00:22:50Ich krieg das schon noch raus, wo du die Waffe hin hast.
00:22:53Wenn ich eins kann, dann ist es schweigen.
00:22:55Staunend blickt Peter aus dem hinteren Seitenfenster.
00:23:03Sein Blick fällt auf ein alleinstehendes, sechsstöckiges gelbes Hotel.
00:23:07Halt an!
00:23:08Er klopft auf das Leder des Fahrersitzes.
00:23:11Vor dem Hotel hält Helmut auf einem der Parkplätze.
00:23:16Edgar streckt steif seinen Kopf aus der geöffneten Tür.
00:23:19Er und Peter steigen aus.
00:23:22Das Cosmo, Mensch. Dass es das noch gibt.
00:23:25Helmut quält sich aus dem Wagen.
00:23:28Ist der Wahnsinn.
00:23:30Da hast du doch damals mit Jussi gewohnt.
00:23:33Ja, ja, da oben im dritten Stock.
00:23:35Das weiß ich noch ganz genau.
00:23:36Das war Barschano Kategorie C.
00:23:39Das ist spießiger geworden alles.
00:23:41Jussi hat immer gesagt, Rimini war der Anfang von allem.
00:23:46Stimmt doch gar nicht.
00:23:47Dann hast du alles auseinandergebrochen.
00:23:49Zu Edgar.
00:23:50Und du hast dich kurz ans Ausland abgesetzt.
00:23:53Der schürzt die Lippen.
00:23:55Er trägt seine Sonnenbrille.
00:23:56Die Hände in den Hosentaschen
00:23:58schlendert Peter ein Stück auf das Hotel Cosmo zu.
00:24:00Helmut taxiert Edgar missmutig und wirft seine Jacke ins Auto.
00:24:06Ich möchte sofort hin zu dem Kerl.
00:24:08Edgar joggt Richtung Strand.
00:24:11Was hat er denn jetzt vor?
00:24:12Gut gelaunt dreht sich Edgar kurz zu seinen Freunden um
00:24:15und beschleunigt die Schritte.
00:24:17Im Laufen knöpft er sein Hemd auf und schlüpft aus den Schuhen.
00:24:20Helmut mit Adressbuch in der Hand.
00:24:22Da hat sich nichts verändert.
00:24:24In 50 Jahren nicht.
00:24:26Edgar rennt weiter, wirft sein Hemd achtlos zur Seite
00:24:29und streift sein graues T-Shirt ab.
00:24:31Wie alle, die Materie, 24, Appartement 3.
00:24:36Zu Fuß gelangen Peter und Helmut
00:24:38zu einem dreistöckigen, freistehenden Haus
00:24:40in hell orange mit Garten.
00:24:43Schwarzbauch, ganz sicher.
00:24:45Meinen Sie nicht, dass es reicht,
00:24:46wenn du einfach einen Brief unter der Tür durchschiebst?
00:24:48Unbeirrt geht Helmut auf das Klingelschild am Gartentor zu.
00:24:53Helmut hält inne.
00:24:56Wenn der wüsste.
00:24:58Ich habe ja auch keine Ahnung, was das heißt, wenn man Vater wird.
00:25:02Wieder dreht er sich zur Klingel.
00:25:04Ich erinnere mich noch ganz genau,
00:25:07wie ich ins Krankenhaus gekommen bin.
00:25:10Dieses kleine Bündel, ein Fritz hätte es werden sollen.
00:25:17Er wendet sich zur Klingel und drückt.
00:25:23Auf der Außentreppe kommt ein sportlicher Weißhaariger herunter.
00:25:27Kann ich helfen?
00:25:28Er stützt sich auf das Geländer.
00:25:30Du hast die verdammte Pistole weg.
00:25:34Helmut zückt einen Zettel und faltet ihn auf.
00:25:44Lächelnd setzt Peter die Lesebrille auf.
00:25:49Sie nicht, dir hat geschrieben.
00:25:52Du nie hast anrufen mein Haus.
00:25:54Hör zu.
00:25:55Ich bin bereit, das alles zu vergessen.
00:25:58Ich sag nix, du zahlst nix.
00:26:01Keine Alimente.
00:26:03Der Mann kommt zum Tor.
00:26:04Aber sagen musst du es mir, was dir die Jose da geschrieben hat.
00:26:09Was zum Geier willst du?
00:26:12Roberto, was ist los?
00:26:14Eine Frau blickt herab.
00:26:15Was denn für ein Roberto? Ich denke Massimo.
00:26:18Ja, freilich.
00:26:19Du, Massimo Rossi.
00:26:22Der Fußballer aus der Nationalmannschaft?
00:26:25Ja, verdammt.
00:26:26Weil du immer mit dem Kopf durch die Wand losst.
00:26:28Du hast überhaupt keinen Plan.
00:26:29Peter zieht das Gruppenfoto aus der Innentasche seiner Steppweste.
00:26:34Kennen Sie diesen Mann?
00:26:36Eingehend betrachtet Roberto das Foto.
00:26:40Nein, den habe ich noch nie gesehen.
00:26:48Strandbad 76.
00:26:50Ah, ich weiß nicht.
00:26:52Banjo 76.
00:26:54Ah ja, grazie.
00:26:57Derci.
00:26:59Nicht so gut.
00:27:00Kopfschüttelnd sieht Roberto ihnen nach.
00:27:03Ein Blick auf bunte Fassaden in der Altstadt.
00:27:06In einem Café sitzen Helmut und Edgar an einem runden Zweiertisch.
00:27:10Peter telefoniert am Tresen.
00:27:11Un po d'acquas, Signore.
00:27:14Grazie.
00:27:15Verzogen.
00:27:17Was auch immer das bedeuten mag.
00:27:19Peter setzt sich.
00:27:20Vielleicht haben sie ihn schon in die Grube verschoben.
00:27:22Also die Post gibt keine Auskunft über Nachsenderauftrag.
00:27:26Das Telefonbuch hat gar nichts und das Internet nur diesen Kopfnussfunksballer.
00:27:30Auf dem Tisch stehen zwei Tassen und ein Glas mit blauem Zuckertütchen.
00:27:33Vielleicht gehen wir wirklich mal zu diesem Banjo-Set des...
00:27:3776.
00:27:38Sag ich doch.
00:27:40Wir versuchen es da.
00:27:41Edgar nimmt sich Zucker.
00:27:43Wir sollten erst mal Letini mieten und nachdenken.
00:27:46Er grinst.
00:27:47Na, wir waren hier schon mal.
00:27:49Peter sieht sich um.
00:27:51Nebenan war doch diese Bar.
00:27:53Ach Gott, stimmt.
00:27:54Ja, ich erinnere mich an die Spiegel.
00:27:57Da haben wir doch mit dem Lippenstift von den Mädchen.
00:28:01Legendär war die.
00:28:02Na, wie hieß die denn?
00:28:03Ginger Bar.
00:28:04Na, ich hab nicht den ganzen Tag.
00:28:07Er hat gar kein Geld.
00:28:09Betrübt trinkt Helmut seinen Cappuccino.
00:28:11Am blauen Himmel setzt ein Passagierflugzeug zur Landung an.
00:28:15Ein Taxi erreicht die Strandpromenade.
00:28:22Im Taxi.
00:28:23Auf dem Beifahrersitz sitzt Helmuts Tochter Fritzi,
00:28:26dem plappernden Fahrer zugewandt und lächelt interessiert.
00:28:29Hinter ihm ist Maria und öffnet das blaue Zuckertütchen aus dem Rimini-Karton.
00:28:34Sie kippt sich den Inhalt in den Mund.
00:28:37Fritzi blickt belustigt.
00:28:38Unbekümmert fährt Maria ihr Fenster herunter,
00:28:41streckt einen Arm nach draußen und regt den Kopf ins Sonnenlicht.
00:28:45Sie trägt eine große, schwarz umrandete Brille.
00:28:48Die Männer verlassen das Café.
00:28:50An der Glasfront in blau die Aufschrift Deutsche Vita.
00:28:54Helmut geht voran, dann Edgar.
00:28:57Irritiert sieht Peter dem Taxi mit Fritzi und Maria nach.
00:29:01Der Reisebus versperrt die Sicht.
00:29:03Kopfschüttelnd folgt Peter den anderen.
00:29:05Sie erreichen die geschlossene Ginger Bar.
00:29:08Erinnert ihr euch noch an den Abend mit dem Negroni?
00:29:11Einer von euch hat den Boden da drin so voll gesaut.
00:29:14Ja, ich.
00:29:15Edgar zeigt auf Peter.
00:29:17Du warst ein Player.
00:29:19Du hattest so ein Potenzial.
00:29:19Anerkennend streckt er Peter die Faust hin.
00:29:22Der umfasst sie.
00:29:25Edgar wendet sich augenrollend ab.
00:29:27Das Taxi auf der Straße am Strand.
00:29:36Der Fahrer hält etwa 5 m neben Helmuts Limousine.
00:29:40Die Frauen steigen aus.
00:29:45Fritzi sieht sich um.
00:29:47Durch die Scheibe der Fahrertür entdeckt Maria
00:29:49in der Ablage zwischen den Vordersitzen
00:29:51Kondome und Partyartikel.
00:29:53Da geht ein Handschellen.
00:29:54Was?
00:29:54Handschellen.
00:29:55Fritzi kommt zu ihr.
00:29:57Aus Tigerblüsch.
00:30:00Was ist das?
00:30:01Ein pinker Vibrator und ein lilafarbener Penisring.
00:30:05Maria hebt einen Stein auf und holt aus.
00:30:07Stopp!
00:30:08Sag mal, bist du irre?
00:30:10Fritzi öffnet die hintere Tür auf der Beifahrerseite.
00:30:13Das Schloss funktioniert schon seit Jahren nicht mehr.
00:30:15Sie beugt sich von hinten über den Sitz.
00:30:18Entriegelt die Beifahrertür und klettert mühsam zurück.
00:30:25Vom Beifahrersitz aus öffnet sie die Fahrertür.
00:30:29Maria setzt sich auf die Fahrerseite.
00:30:32Stirnrunzelnd blickt sie auf das Arsenal in der Ablage.
00:30:35Fritzi dreht den Penisring zwischen den Fingern.
00:30:38Also um Helmut musst du dir keine Sorgen mehr machen.
00:30:40Nach Selbstmordkommando sieht das hier nicht aus.
00:30:43Nee.
00:30:44Eher wie eine geriatrische Lustreise.
00:30:51Ich verstehe das nicht.
00:30:53Mama wollte schon seit Jahren mal nach Rimini zurück.
00:30:56Und jetzt ist sie tot.
00:30:57Und auf einmal fährt Papa hierher.
00:30:59Hals über Kopf.
00:31:00Ungläubig sieht sie Maria an.
00:31:02Die leert ein Schnapsfläschchen in einem Zug.
00:31:05Trinken geht bei deiner Fastenkur.
00:31:09Trinken geht immer.
00:31:11Vielleicht ist das alles Edgars Idee für Peter.
00:31:16Junggesellenabschied zum Hochzeitstag.
00:31:19So was habe ich irgendwo schon mal gelesen.
00:31:21Nee.
00:31:22Du hast doch heute früh von diesem Brief gesprochen.
00:31:26Ja, das waren, das waren zehn oder zwölf.
00:31:30Alle an ganz alte Freundinnen.
00:31:32Und an ein paar Leute, die ihrem Leben eine wichtige Wendung gegeben haben.
00:31:36Der ein Massimo Rossi ist mir aufgefallen,
00:31:38weil er teurer war als die anderen.
00:31:42Ich dachte immer, zwischen Mama und mich passt kein Blatt.
00:31:45Sie nimmt den Dildo.
00:31:46Vielleicht hatte sie die ganze Zeit über Geheimnisse.
00:31:49Er glitzert.
00:31:50Diebhaber.
00:31:52Doppel-Leben.
00:31:55Ich bin seit viereinhalb Jahren Single.
00:31:58Na ja, weil der immer so schnell langweilig wird.
00:32:00Fritzi dreht einen roten Lippenstift auf.
00:32:03Dann blickt sie ahnungsvoll zu Maria.
00:32:05Die Waffe.
00:32:07Meinst du, Papa will den?
00:32:09Nein.
00:32:11Helmut ist ein harter Hund.
00:32:13Der bellt.
00:32:14Der Fahrer.
00:32:14Aber der beißt nicht.
00:32:16Bringt das Gepäck.
00:32:17Habt ihr die Farbe und die Barsche lasst?
00:32:21Was hältst du?
00:32:25Am Strandbad 76, ein Weißhaariger gestikuliert hinter einem Klapptisch.
00:32:30Die drei Freunde nähern sich.
00:32:33Von denen geht die Fritzi nicht von der Fahne.
00:32:35Der ist ja noch grießgrämiger als du.
00:32:37Helmut drängt sich zwischen einem jungen Pärchen hindurch.
00:32:41Edgar.
00:32:45Der Weißhaarige trägt eine Sonnenbrille.
00:32:53Edgar gibt ihm zwei Zehner.
00:32:58Ein junger Lockiger.
00:33:03Helmut folgt Luca zum Wasser.
00:33:05Hinter dem Weißhaarigen macht er eine Würgegeste.
00:33:07Schon lange in der Familie die Konzessione per il bagno.
00:33:13Edgar.
00:33:14Ja.
00:33:14Peter zeigt auf ein Schild am Strandbungalow.
00:33:18Motoscafi, Giorgio Moliere.
00:33:21Sehen Sie das?
00:33:22Giorgio Moliere?
00:33:23Ja, ja.
00:33:25Hier, frage mal.
00:33:26Peter gibt Edgar das Foto.
00:33:28Vielleicht kennt er den ja.
00:33:29Der legt 20 Euro dazu.
00:33:31Und hält Giorgio das Gruppenfoto hin.
00:33:35Schon mal gesehen?
00:33:40Giorgio nimmt das Foto und Geld.
00:33:42Hat gearbeitet in einer Trattoria.
00:33:45Die Freunde wechseln einen Blick.
00:33:47Wissen Sie in welcher Trattoria?
00:33:49Nein, leider.
00:33:51Sagt, er hatte von ganz Italien beste Blumen gebraten.
00:33:57Dabei war er bloß Kellner.
00:34:03Ich hole Helmut.
00:34:04Der Typ ist unser Ticket.
00:34:06Verblüfft sieht Peter ihm nach.
00:34:08Ja.
00:34:10Giorgio fixiert Peter.
00:34:13Dich kenne ich.
00:34:14Wie?
00:34:15Nein.
00:34:16Ja, nein, nein.
00:34:17Dich.
00:34:18Giorgio nimmt die Brille ab.
00:34:19Du, Peter.
00:34:22Peter der Deutsche.
00:34:25Francesco!
00:34:26Ein muskulöser Kurzhaariger kommt.
00:34:28Guten Tag.
00:34:28Peter flüchtet.
00:34:29Halt!
00:34:30Fähr mal!
00:34:31Edgar läuft zu Helmut in einem Boot.
00:34:34Der Typ kennt Massimo.
00:34:35Er wird singen.
00:34:36Ich sag's dir.
00:34:37Entschuldigung, ich gucke.
00:34:38Hey!
00:34:40Panisch hastet Peter heran.
00:34:42Weg!
00:34:43Was?
00:34:44Weg!
00:34:45Peter und Edgar schieben das Boot vom Ufer.
00:34:47Weg!
00:34:48Komm!
00:34:49Ja!
00:34:50Helmut hält sich am Steuer fest und startet den Motor.
00:34:57In hohem Tempo entfernen sie sich vom Strand.
00:35:01Francesco und Luca sehen ihn nach.
00:35:03Francesco grimmig, Luca amüsiert.
00:35:05Auf dem Boot.
00:35:06Peter trägt eine Schwimmweste und hält sich am Bootsrand fest.
00:35:10Edgar sitzt vor ihm.
00:35:12Helmut steuert souverän Richtung Küste am Horizont.
00:35:16Was war das denn?
00:35:17Der spinnt doch!
00:35:18Was?
00:35:19Ich verstehe nichts!
00:35:21Ich mach gleich mal den Motor.
00:35:22Mach doch mal den Motor aus!
00:35:27Sie treiben.
00:35:28Der Typ ist doch völlig irre.
00:35:30Hättest du diesen Herkules auf mich los?
00:35:32Der kannte Massimo.
00:35:35Und er kannte dich.
00:35:36Edgar setzt sich.
00:35:37Was hast du hier bloß damals abgefackelt?
00:35:39Zwischen sie.
00:35:41Ich hab keine Ahnung.
00:35:42Ja, ich hab dich mitgenommen, weil ich dachte, du erinnerst dich an alles.
00:35:47Der Alte wusste irgendwas.
00:35:49Na, dann pältsch mal ihn aus, bis er redet.
00:35:51Ach, der kannte Massimo überhaupt nicht.
00:35:54Edgar hat ihn doch geschmiert.
00:35:56Dabei lernen wir schon auf der Polizeischule.
00:35:58Gib einem Zeugen Geld, dann führte dich am Nasenring durch die Manege.
00:36:01Wütend greift Edgar den Gashebel.
00:36:04Kamer!
00:36:04Er bricht ab.
00:36:05Na, großartig!
00:36:06Doch, verdammt!
00:36:08Weißt du, was das bedeutet?
00:36:10Wo dann?
00:36:11Wenn wir das Boot jetzt zurückbringen und der merkt das,
00:36:15dann machen wir vier Stunden den Schadensersatz rum
00:36:17und mir läuft die Zeit weg.
00:36:19Schadensersatz ist sowas Deutsches.
00:36:22Dann bringen wir es eben später zurück.
00:36:24Irgendwann.
00:36:25Aber wie lange haben wir denn das Ding?
00:36:28Oder gar nicht.
00:36:31Der Typ hat ja nicht mal unsere Ausweiser gesehen.
00:36:33Edgar grinst.
00:36:34Kaum bist du wieder hier, hast du solche Coglioni.
00:36:41Entschlossen zieht Peter sich hoch,
00:36:43stellt sich mit einem Paddel an den Bug und rudert.
00:36:50Edgar lehnt sich über den Bootsrand
00:36:52und schaufelt Wasser mit der Hand nach hinten.
00:36:56Andere Seite.
00:36:57Ich denke, mit dem Ruder.
00:37:00Der Blick entfernt sich.
00:37:04Im Hotel Cosmo.
00:37:06Maria blickt aus seinem Zimmerfenster aufs Meer.
00:37:09Fritzi kommt mit dem Koffer herein.
00:37:11Zimmer 313.
00:37:13Und legt den Schlüssel ab.
00:37:15Hier hat Mama damals mit Onkel Peter gewohnt.
00:37:18In dem Buch ist noch die Quittung.
00:37:20Ein Notizbuch.
00:37:21Fritzi geht ins Bad.
00:37:22Jetzt habe ich es endlich mal hierher geschafft.
00:37:25Wo Mama mal gesagt hat,
00:37:26mich gäbe es gar nicht ohne Rimini.
00:37:29Sie lugt um die Ecke zu Maria.
00:37:32Du machst dir wirklich Sorgen.
00:37:3440 Jahre.
00:37:35Mit manchen Männern macht das was.
00:37:37Du weißt doch, wie Peter ist.
00:37:38Der wird doch nie...
00:37:39Ja, das haben wir von Josi auch gedacht.
00:37:43Weißt du, was mein Hausarzt sagt?
00:37:45Nein.
00:37:45Ich habe die Fitnesswerte von einer 35-Jährigen.
00:37:48Gott sei Dank.
00:37:49Der gute Fasten sagt...
00:37:50Ja, wenn ich so weitermache, werde ich 100.
00:37:51Und Peter auch.
00:37:52Fritzi schraubt eine Wasserflasche auf.
00:37:54Wir sind jetzt 40 Jahre verheiratet.
00:37:57Und dann kommen noch einmal 30 Jahre dazu.
00:38:02Also...
00:38:02Kann man schon Schiss kriegen.
00:38:04Mit ernster Miene setzt sie sich vor dem Spiegel die Bunny-Ohren auf.
00:38:10Josi hat von dieser Rimini-Reise geschwärmt.
00:38:13Sogar mir hat sie immer mal davon erzählt.
00:38:16Nur Peter hat nie was gesagt.
00:38:18Fritzi legt sich aufs Bett.
00:38:19Weißt du, es ist noch dasselbe Bett?
00:38:22In dem ich gezeugt wurde?
00:38:25Wo war Peter, wenn Josi hierher einen Besuch hatte?
00:38:28Von Helmut?
00:38:29Oder von diesem Massimo Rossi?
00:38:32Abrupt setzt sie sich auf.
00:38:34Oh Gott, oh Gott.
00:38:36Deine Mutter hat in ihrem Leben mit mehr als einem Mann geschlafen.
00:38:40Hier.
00:38:41In diesem Bett, in dem ich gezeugt wurde?
00:38:45Sie sieht zu Maria auf.
00:38:47Vielleicht von denen?
00:38:49Ihre Augen weiten sich.
00:38:52Das stand in dem Brief.
00:38:54Deswegen ist Papa losgefahren.
00:38:56Sie steht auf, hängt sich ihre große Handtasche um und stürmt hinaus.
00:39:03Fritzi!
00:39:04Am Meer.
00:39:05Die drei Freunde warten durchs knietiefe Wasser zum Ufer.
00:39:08Wir gehen jetzt in jeder einzelnen Trattoria in ganz Rimini und fragen nach diesem Massimo, Maximo.
00:39:16Das Boot schaukelt etwas entfernt auf den sanften Wellen.
00:39:19Peters Jeans ist bis zum Oberschenkel durchnässt und klebt an den Unterschenkeln.
00:39:23Rechts zeichnet sich ein etwa 20 Zentimeter großer länglicher Gegenstand ab.
00:39:28Peter bemerkt es und drückt ihn zurecht.
00:39:31Er trabt hinterher.
00:39:34Eindrücke von Rimini unter blauem Himmel, der Hafenkanal und das vorchristliche Stattdor Porta Montanara.
00:39:41Die drei Freunde kommen eine autofreie Gasse mit Cafés und Geschäften entlang.
00:39:46Edgar blickt sich um.
00:39:48Ich kenne hier nichts.
00:39:50Hier.
00:39:52Das ist der Laden, wo dann die ganzen Mädels vom Campingplatz reinkamen, oder?
00:39:57Weiß nicht.
00:39:58Ciao.
00:39:59Sehen doch alle gleich aus.
00:40:01Peter und Helmut trotten hinter Edgar her.
00:40:03Aber den Laden, den kenne ich nicht.
00:40:05Eine Boutique mit Glasfronten.
00:40:07Ja.
00:40:08Helmut stürmt hinein.
00:40:10An einem blauen Sweatshirt ein Preisschild.
00:40:12Peter?
00:40:13120 Euro.
00:40:14Also wo geht's noch?
00:40:15Ja, hier hab ich Josef Sonnenbrille gekauft.
00:40:18Im Klamottenladen?
00:40:20Ja, da.
00:40:21Hier war da so ein Ständer, glaub ich.
00:40:24Edgar präsentiert sich in einer hellblauen Hose der Verkäuferin.
00:40:28Vielleicht war sie da schon mit diesem Massimo Rossi.
00:40:31Massimo Rossi?
00:40:33Einen Moment.
00:40:34Unter einem Tisch holt sie ein blaues Trikot hervor.
00:40:36Heute Abend macht Autogramme beim Minigolfplatz.
00:40:40Der macht mich doch rasend, der depperte Fußballer.
00:40:43Darf ich?
00:40:44Ja, bitte.
00:40:44Peter nimmt es.
00:40:45Gönnt dir mal was.
00:40:47Edgar gibt Helmut einen Anzug.
00:40:49Ich zahl.
00:40:50Die Verkäuferin zeigt ihm ein buntes Hemd.
00:40:52Er kratzt eine gerötete Stelle am Nacken.
00:40:55Ja, ich schläge das.
00:40:56Oh, tut weh.
00:40:58Ach, das ist nicht schlimm.
00:40:59Das ist nur eine kleine Sonnenallergie mit der richtigen Creme.
00:41:01Ist ganz schnell wieder weg.
00:41:03Beim Rondell an der Promenade ist eine Apotheke.
00:41:06War das nicht die, wo wir uns diese Bräulungscreme gekauft haben?
00:41:09Danach sahen wir aus wie Zebras.
00:41:11Ich weiß nichts mehr.
00:41:13Ich weiß nicht mehr, wo wir damals überall waren.
00:41:16Helmut, weißt du, was dein Problem ist?
00:41:18Du kreist immer nur um dich.
00:41:20Wo war ich?
00:41:21Was hab ich gesehen?
00:41:22Wenn du diesen Massimo Rossi finden willst,
00:41:24dann musst du mal deine Perspektive wechseln.
00:41:26Achtung, Weisheiten von der Kripo.
00:41:28Was Kripo?
00:41:29Schuppoware.
00:41:30Peter lächelt milde.
00:41:32Wo war Josi?
00:41:34Wo wäre sie hingegangen?
00:41:37Edgar probiert einen Strohhut.
00:41:39Helmut zuckt die Schultern.
00:41:40Ja, gebratene Zucchini-Blüten.
00:41:42Dafür hätt's hier einen rechten Abend gegeben.
00:41:44Das hat doch auch der Typ am Strand gesagt.
00:41:47Gebratene Blumen.
00:41:49Müssen Sie in die Trattoria Il Porto Otto.
00:41:52Haben die Fiore di Zucca erfunden, sagt man.
00:41:54Ja, dann gehen wir zu dem Otto.
00:41:57Am Hafenkanal sitzt Fritzi auf einer Bank an einer Laterne
00:42:01und sieht so ein Mädchen auf Inlineskates.
00:42:04Wind zerzaust das hochgesteckte Haar.
00:42:06Ihr hellblaues Shirt steckt in einer dunkelblauen Hose.
00:42:13Sie lässt den Blick zu einem älteren, flanierenden Paar schweifen.
00:42:21Das Mädchen fährt auf die ausgebreiteten Arme seines Vaters zu.
00:42:25Der umarmt sie freudestrahlend.
00:42:31Maria in einem grauen Kleid und schwarzer Filzjacke
00:42:34setzt sich neben Fritzi, blickt sie aufmunternd an
00:42:37und legt ihre Hand auf ihre.
00:42:41Gemeinsam blicken sie in die Ferne.
00:42:43Maria kaut.
00:42:46Am Horizont geht die Sonne unter.
00:42:48Peter, Edgar und Helmut nähern sich einem Restaurant mit Terrasse.
00:42:51Peter trägt das Trikot von Rossi.
00:42:54Edgar hat das bunte Hemd zu blauem Sakko und Hose und den Strohhut an.
00:42:58Helmut den sandfarbenen Anzug.
00:43:00Vor einer Tafel bleiben sie stehen.
00:43:02War das damals auch schon so teuer?
00:43:04Eine Regel heute Abend, keiner heult wegen Geld rum.
00:43:07Ihr seid eingeladen.
00:43:08So hat man Freunde.
00:43:10Edgar geht voran ins Lokal.
00:43:15Die drei an einem Tisch im Gastraum.
00:43:17Edgar tut sich Spaghetti auf.
00:43:20Sag mal, das war doch schon der Laden hier, oder?
00:43:23Ja.
00:43:24Wo die Mister-Wahl stattfand.
00:43:26Auf uns, die drei heißen Tedeschi-Teutonen,
00:43:30die damals das Treppchen erobert haben.
00:43:32Und schlüssig blickt Peter auf sein Weinglas.
00:43:34Ich wollte doch lieber Tafelwasser.
00:43:37Lebt doch mal ein bisschen, bevor es zu spät ist.
00:43:39Edgar leert die Flasche.
00:43:41Kameliere ohne Irr.
00:43:42Der Kellner bemerkt ihn nicht.
00:43:45Peter zerteilt seine Spaghetti mit Messer und Gabel.
00:43:49Amüsiert sieht Helmut ihn zu.
00:43:51Edgar schiebt sich eine Gabel mit Spaghetti in den Mund
00:43:53und saugt die herabbaumelnden Nudeln ein.
00:43:5771 hast du die hier so gegessen.
00:44:00Tja, bestimmt.
00:44:02Vielleicht wirst du dement und bringst echt alles durcheinander.
00:44:06Der Kellner bringt einen Teller.
00:44:10Er bemerkt die leere Flasche.
00:44:17Peter zieht das Foto hervor.
00:44:20Erkennen Sie den Mann in der Mitte?
00:44:24Konzentriert beäugt der Kellner das Foto.
00:44:27Peter steckt das Foto weg.
00:44:29Das sind die Zucchini-Blüten, ja?
00:44:33Mh, sehr lecker.
00:44:36Besorgt sehen Edgar und Peter zu Helmut.
00:44:38Der startt auf seinen leeren Teller.
00:44:40Was ist denn los?
00:44:44Ach, wenn die Josi noch da wäre, würde sie gern was fragen.
00:44:50Peter lächelt verständnisvoll.
00:44:53Die Josi, die hätte uns längst in den Nebenraum gezahlt.
00:44:57Zum Kickertisch.
00:44:59Helmut nickt.
00:45:01Der Kellner bringt eine neue Flasche.
00:45:04Ich verstehe das alles nicht.
00:45:06Mir sagt sie nichts und dem schreibt sie.
00:45:09Betreten schauen die anderen auf den Tisch.
00:45:11Edgar greift zu seinem Weinglas.
00:45:14Wir trinken jetzt, bis uns alles klar ist.
00:45:18Schmunzelnd stoßen sie an.
00:45:21Auf euch.
00:45:23Am Kickertisch.
00:45:24Peter und Edgar spielen gegen zwei Italiener.
00:45:28Helmut schaut zu, das Weinglas in der Hand.
00:45:31Die Freunde reißen die Arme hoch.
00:45:34Edgar stockt den Kellner.
00:45:42Helmut bückt sich nach dem Ball.
00:45:44Hinter ihm kommen Maria und Fritzi ins Lokal
00:45:46und nähern sich dem Tisch der Männer.
00:46:13Mit einem Tablett eilt der Kellner in den Nebenraum.
00:46:16Fritzi geht Richtung Theke.
00:46:18Maria steckt sich etwas in den Mund und folgt ihr.
00:46:21Die Männer kickern mit voller Konzentration.
00:46:24An der Bar schauen die beiden Frauen in die Menükarten.
00:46:28Schau mal, das sieht gut aus.
00:46:30Schade, dass ich keinen Hunger habe.
00:46:32Zum Barkeeper.
00:46:34Excuse me.
00:46:35Due Bellini.
00:46:37Per favore.
00:46:38So bitte.
00:46:39Kopfschüttelnd sieht Fritzi Maria an.
00:46:42Irgendwas stimmt nicht.
00:46:43Das Gefühl hatte ich schon immer.
00:46:46Und Papa bestimmt auch.
00:46:48Wahrscheinlich knallen wir deswegen so aneinander,
00:46:50weil wir gar nicht verwandt sind.
00:46:53Vielleicht habe ich ja von dem Italiener meinen Dickstück.
00:46:55Den hast du von Helmut, definitiv.
00:46:58Hätte ich doch bloß diese verdammte Büchse der Pandora nie aufgemacht.
00:47:03Prego.
00:47:03Oh, grazie.
00:47:04Und jetzt?
00:47:05Was meinst du?
00:47:07Na jetzt, willst du ihn kennenlernen und rausfinden, wie er ist, Massimo?
00:47:11Sie nippt an ihrem roten Cocktail.
00:47:15Sie entdecken die Männer.
00:47:17Na, das sind sie ja.
00:47:18Die trinken Schnaps.
00:47:19Das gibt's noch nicht.
00:47:20Die zwei ducken sich hinter die Karten.
00:47:23Nebenan geht Helmut hinaus.
00:47:26Peter stellt sich ernst vor Edgar.
00:47:29Es war nicht Massimo Rassi.
00:47:31Es war nicht genauso gut wie ich.
00:47:33Eine Rothaarige?
00:47:34Gott, Emil.
00:47:36Stößt mit Edgar an.
00:47:38Er ist auf dem Holzhof.
00:47:40Da ist er ja wieder, unser Freund von der Kripo.
00:47:43Achtung, Achtung, Watson, wir haben den falschen Mann.
00:47:47Ich bin mir todsicher.
00:47:49Helmut kommt wieder.
00:47:50Wenn ihr zwei weiter so auftritt,
00:47:52dann kann's von mir aus noch ein paar Tage dauern,
00:47:54bis wir Massimo oder wen auch immer finden.
00:47:57Wir können doch immer rausfahren mit unserem geilen Boot
00:48:00und dann nach Venedig
00:48:02und dann trinken wir, bis wir alles verstehen.
00:48:04Die ganze Zeit zerbrech ich mir den Kopf darüber,
00:48:07was ich Papa sagen will.
00:48:08Und jetzt?
00:48:09Jetzt ist er wirklich der letzte Mensch,
00:48:10mit dem ich reden will.
00:48:12Peter ist ja total betrunken.
00:48:15Abstinenzler am Arsch.
00:48:16Der Kellner mit deiner Bankkarte.
00:48:19Nun, Nummer, es funktioniert nicht.
00:48:22Es kann manchmal ganz nützlich sein,
00:48:24zu wissen, was man auf dem Konto hat.
00:48:27Gehört nicht zu den Leuten,
00:48:29die sich ihren Lebensstil von ihrem Kontostand diktieren lassen.
00:48:33Naja, dein Kontostand diktiert uns,
00:48:35dass wir jetzt im Auto übernachten müssen.
00:48:38Zu dritt.
00:48:38Kann ja auch nicht so viel schlimmer sein,
00:48:39als in deinem Wohnwagen.
00:48:41Dass Papa hierher fährt und Massimo sucht,
00:48:44anstatt mir was zu sagen.
00:48:46Komm, wir gehen.
00:48:48Fritzi tastet ihre Jackentaschen ab.
00:48:51Ach, nix, komm.
00:48:52Maria öffnet die Tasche.
00:48:53Wer kein Spießer ist, findet immer ein Bett.
00:48:57Auch ohne Kälte.
00:48:59Zu einer Älteren.
00:49:00Ciao, ciao.
00:49:02Rückwärts schwankt er gegen den Durchgang.
00:49:04Grazie.
00:49:06Der Kellner führt die drei zu schlanken Wirtin
00:49:08in engem Oberteil mit Leopardenmuster.
00:49:11Helmut dreht sich entnervt zu Edgar.
00:49:12Für dich ist das alles immer nur eine Gaudi.
00:49:16Ich bin mitgekommen, weil ich dachte,
00:49:18wir machen uns eine gute Zeit zusammen, endlich mal.
00:49:20Ich mach das hier nicht zum Spaß.
00:49:22Ich mach das, weil du immer Fakten schaffen musst,
00:49:26bevor sich unangenehme Fragen einstellen.
00:49:28Nein, weil ich nicht so enden mag wie du.
00:49:31Ganz allein.
00:49:32Ich kann die Fritzi schon verstehen,
00:49:34dass sie dich nicht mehr lustig findet.
00:49:35Mit Strohut geht ihr.
00:49:37Ah ja, jetzt verziehst du dich wieder.
00:49:39Ja, wie damals mit der Band.
00:49:41Und ich bin auf den Schulden hocken geblieben.
00:49:44Wie, jetzt lasst du mich hier allein?
00:49:45Das hab ich noch ganz lange abbezahlt.
00:49:47Und ich hatte Familie.
00:49:48Die Wirtin hält Peter mit hochgezogenen Brauen die Rechnung hin.
00:49:52Der nickt und sieht an sich herab.
00:49:54Ich könnte Ihnen einen Pfand anbieten.
00:49:57Verstehen Sie? Pfand?
00:49:59Also Gegenwert?
00:50:01Augenrollend legt sie den Baum weg.
00:50:03Ich, äh...
00:50:04Er holt die Pistole aus seinem Strumpf.
00:50:07Sie müssen mir nur versprechen, dass Sie sich nicht erschrecken, ja?
00:50:09Das ist für Sie.
00:50:11Nicht gegen Sie.
00:50:12Nein.
00:50:12Ah!
00:50:14Von einem Regal nimmt er ein altes Foto eines Pärchens.
00:50:17Ja, nur weil der Edgar sagt, du bist ein Spießer,
00:50:21machst du gleich einen Auftritt mit dem Ding?
00:50:23Peter legt die Waffe weg.
00:50:24Kennen Sie den?
00:50:25Äh, nee.
00:50:27Als der hier gearbeitet hat, ging ich ihm höchstens bis zum Knie.
00:50:32Ähm, ich glaub, das war der, der immer Ärger hatte mit der Polizei.
00:50:37Mit großen Augen schaut Helmut auf das Bild.
00:50:40Peter tritt auf ihn zu.
00:50:43Lass es sein.
00:50:45Vielleicht ist er noch kriminell.
00:50:47Die Wirtin zeigt auf die Pistole.
00:50:49Das Ding will ich hier nicht haben.
00:50:51Beide greifen danach, Helmut ist schneller.
00:50:54Senora.
00:50:54Er steckt sie vorn in die Hose.
00:50:56Wir bringen Ihnen einen.
00:50:58Löst seine Armbandohr.
00:50:59Der spült.
00:51:00Und legt sie auf die Theke.
00:51:02Bis ihm die Hände abfallen.
00:51:03Komm.
00:51:03Die Wirtin entreißt Peter das Foto.
00:51:08Wiedersehen.
00:51:09Ja, komm.
00:51:11Helmut und Peter laufen durch die Nacht.
00:51:13Lass es doch auf Sicht beruhen, diese ganze Suche.
00:51:17Vielleicht hat er eine Akte.
00:51:19Oder wir finden ihn im Gefängnis.
00:51:21Der wird Geld wollen von der Fritzi.
00:51:24Willst du wirklich noch mal so ein Fass aufmachen, nach all den Jahren?
00:51:27Aus seinem Vorgarten?
00:51:28Komm.
00:51:29Komm.
00:51:30Huschen Maria und Fritzi auf die Straße und verfolgen die beiden neugierig mit großem Abstand.
00:51:37An einer breiten Promenade wechseln die Männer einen Blick.
00:51:41Sag nicht.
00:51:42Doch.
00:51:43Sie nähern sich einer Menschentraube mit Trommeln und Gitarre.
00:51:47Edgar ohne Hut lehnt an einem Straßenpoller und spielt inbrünstig Gitarre.
00:51:58Er trägt seine Sonnenbrille.
00:52:00Im Gitarrenkopf klemmt ein Joint.
00:52:02Genussvoll nimmt er einen tiefen Zug.
00:52:04Peter schmunzelt.
00:52:05Jetzt kifft er immer noch.
00:52:07Edgar steht auf und gibt Helmut die Gitarre.
00:52:10Ihr seid doch die, die immer für Geld arbeiten wollen.
00:52:13Mein Geld arbeitet für mich.
00:52:15Der reicht sie an Peter weiter und sieht Edgar verächtlich an.
00:52:20Peter stellt einen Fuß auf den Poller und spielt.
00:52:28Edgar singt mit.
00:52:36Anerkennend grinst er.
00:52:39Passanten versammeln sich.
00:52:49Fritzi und Maria beobachten sie.
00:52:58Helmut steigt mit ein.
00:53:07Ich frage mich langsam, was man eigentlich weiß über die Menschen, von denen man glaubt,
00:53:10man würde sie in- und auswendig kennen.
00:53:13Genau wie bei der Altersweitsichtigkeit.
00:53:15Was?
00:53:16Na, je näher man dran ist, umso weniger sieht man.
00:53:20Helmut tritt vor Edgar.
00:53:23Hör sofort auf.
00:53:24Aus.
00:53:25Jetzt ist es aber umgekehrt.
00:53:27Jetzt lässt du mich hängen.
00:53:29Unentschlossen dreht Helmut sich weg.
00:53:32Edgar bietet ihm den Joint an.
00:53:37Komm, wir gehen.
00:53:39Heimlich stehen sich Fritzi und Maria davon.
00:53:46Ausgelassen tanzen einige junge Leute ebenso Helmut.
00:53:50Edgar steht mit verschränkten Armen vor Peter.
00:54:05Am Rad der Menge entdeckt Edgar Nelly.
00:54:12Peter sammelt Geld in Edgars Hut.
00:54:14Das darf nicht sein, das kann ich nicht sehen.
00:54:16Edgar gibt Nelly die Sonnenbrille.
00:54:21Dankbar umarmt sie ihn.
00:54:22Giorgio marschiert auf Peter zu.
00:54:25Rasch drückte er ihn.
00:54:27Ich geb dir dein Schiff wieder, ja, mit einem neuen Hebel.
00:54:29Den Hut in die Hand.
00:54:30Das habe ich längst wieder.
00:54:35Ohne dich hätte ich Frau.
00:54:37Hätte ich Familie.
00:54:39Hätte ich Bar.
00:54:41Peter wirft einen verstohlenen Blick zu Helmut neben ihm.
00:54:45Sie hat die Verlobung gelöst.
00:54:48Und jetzt?
00:54:49Suchst du Massimo Rossi?
00:54:51So viele Jahre.
00:54:53Willst du sein Leben auch noch?
00:54:55Verzeih mir, ja.
00:54:56Ich muss dringend weg.
00:54:57Er fasst Helmut am Arm und eilt fort.
00:55:00Grimmig packt dieser den Hut und gibt ihn Edgar.
00:55:03Edgar.
00:55:04Bring mir sofort in die Trattoria, dieser Signora.
00:55:08Und bring meine Uhr.
00:55:09Zu Giorgio.
00:55:09Und sie sagen mir jetzt sofort, wo ich diesen Massimo Rossi finde.
00:55:14Die beiden liefern sich ein Blickduell.
00:55:16Giorgio ist etwas kleiner.
00:55:18Dezent zeigt Helmut ihm die Pistole.
00:55:20Ihr Deutschen.
00:55:22Zu viele dumme Mafia-Filme.
00:55:25In einer Spielhalle.
00:55:27Fritzi an einem Automat mit Glaskuppel.
00:55:29Ja, neugierig wäre ich schon auf den.
00:55:32Ich komme ja nie wieder hierher.
00:55:34Dass mein Vater mir die Wahrheit sagen würde, also die Hoffnung habe ich längst aufgegeben.
00:55:39Maria schaut zu.
00:55:41Ach, Mann.
00:55:43Frustriert schlägt Fritzi auf die Kuppel.
00:55:45Ich weiß wirklich nicht, was ich will.
00:55:47Was ich machen soll.
00:55:49Sie zuckt mit den Schultern.
00:55:50Ich glaube, ich brauche ein Zeichen vom Universum.
00:55:53Das Universum kommuniziert leider schlecht.
00:55:57Fritzis Augen weiten sich.
00:55:59An einem Flipper-Automaten spielt ein Dunkelblonder in einem Rossi-Trikot.
00:56:03Beide Frauen starren ihn fasziniert an.
00:56:06Auf der Promenade.
00:56:07Giorgio am Handy.
00:56:13Stirnrunzelnd schaut er zu Helmut auf.
00:56:16Er hat eine Halbglatze und einen Vollbart.
00:56:18Helmut?
00:56:19Ja.
00:56:20Zögernd nimmt er Giorgios Handy ans Ohr und zuckt sein Jackett zurecht.
00:56:24Eine Hand steckt er in die Hosentasche.
00:56:26Sie sprechen mit Helmutatel.
00:56:28In der Spielhalle.
00:56:30Fragen dreht der Dunkelblonde sich zu den Frauen und deutet auf den Flipper-Automaten mit der Aufschrift Space Station.
00:56:37Wollet ihr checken?
00:56:37Fritzi nickt.
00:56:39Si.
00:56:40Prego, prego.
00:56:40Freundlich lächelnd macht er Fritzi Platz und geht an Maria vorbei davon.
00:56:46Die grinst ihn verklärt an und blickt ihm nach.
00:56:48Fritzi in einem bunt gemusterten Kleid und braunen Stiefeln spielt.
00:56:52Am Ende stimmt es doch.
00:56:54Was?
00:56:55Mit dem Universum.
00:56:56Aber was soll ich dem denn dann sagen?
00:56:59Guten Tag, ich bin die Frucht ihrer Leidenschaft mit einer heißen Deutschen nach einem halben Jahrhundert.
00:57:07Lass es einfach auf dich zukommen.
00:57:09Vielleicht will ich ja gar nicht, dass er weiß, wer ich bin.
00:57:12Du machst das schon.
00:57:14Ich glaube, ich gehe noch kurz an den Strand Sterne anschauen.
00:57:19Braucht vielleicht auch ein Zeichen von oben.
00:57:21Sie lächelt.
00:57:22Ja.
00:57:23Was?
00:57:24Wenn du meinst.
00:57:25Mit enttäuschter Miene holt Fritzi ihre Tasche.
00:57:28Also wenn es dir nichts ausmacht, dann gehe ich lieber allein.
00:57:31Ich bin ja nie allein.
00:57:34Ich erinnere mich schon gar nicht mehr, wie sich das anfühlt.
00:57:36Maria legt Fritzi etwas Kleingeld in die Hand, macht das Peace-Zeichen und verschwindet.
00:57:43Seufzend setzt Fritzi sich auf einen hohen Stuhl und zerrt ihre blaue Jacke aus der Handtasche.
00:57:48Wild wühlt sie darin und zieht das Notizbuch hervor.
00:57:55Das ist ja dieses blöde Handy.
00:57:58Ein Zettel fällt heraus.
00:58:00Da ist es ja.
00:58:01Der Dunkelblonde hebt ihn auf.
00:58:05Verwundert nimmt Fritzi den Zettel entgegen und liest.
00:58:09Irgendwann führen alle Wege hierher zurück.
00:58:12Amore Massimo.
00:58:13Darunter ist ein Herz mit Pfeil gemalt.
00:58:16Fritzi beäugt die Rückseite.
00:58:18Dort steht Bar Gelateria Dolce Vita.
00:58:21Danke.
00:58:22Vor dem Lokal Edgar mit Nelly.
00:58:24Ich habe die verloren.
00:58:25Ich habe keine Ahnung über die Sonne.
00:58:27Edgar.
00:58:28Helmut.
00:58:29Edgar.
00:58:29Ich habe ihn.
00:58:31Ich habe ihn.
00:58:32Der Bademeister hat.
00:58:33Edgar gibt die Münzen.
00:58:34Hat Massimo.
00:58:36Ja.
00:58:36Hier, Rückgeld.
00:58:38Ich habe ihn gefunden.
00:58:39Und Uhr.
00:58:39Massimo Rossi.
00:58:41Der will mich treffen.
00:58:42Nelly zückt eine Autogrammkarte.
00:58:44Super aus.
00:58:46Massimo.
00:58:46Ja, nicht der.
00:58:48Der will mich treffen.
00:58:50In 20 Minuten.
00:58:51Im Café Dolce Vita.
00:58:52Ja, aber da war er doch heute früh.
00:58:54Ja, das ist alles absurd.
00:58:56Komm bitte.
00:58:56Edgar dreht sich zu Nelly.
00:58:58Ja.
00:58:59Helmut wartet.
00:59:00Du wirst schon wissen, was richtig ist, glaub mir.
00:59:03Seitdem du dich eingemischt hast, erzählen ihr die Mädels, dass sie nicht mehr heiraten soll.
00:59:07Ich habe keine Ahnung, was richtig ist.
00:59:08Sonst hätte ich dich ja nicht gefragt.
00:59:11Stell dir vor, du wärst so alt wie er.
00:59:17Was würdest du mehr bereuen?
00:59:19Den richtigen nicht genommen?
00:59:21Oder den falschen zu früh geeiratet zu haben?
00:59:25Jetzt musst du es auch sagen.
00:59:27Was?
00:59:27Was von beiden ist dir passiert?
00:59:30Mit wehmütiger Miene öffnet Edgar Kurz den Mund und schluckt.
00:59:34Ich war auch mal richtig verliebt.
00:59:36Vor dem halben Jahrhundert.
00:59:38Erstaunt horcht Helmut auf.
00:59:40Ja, das hast du mir aber nie gesagt.
00:59:43Hat nicht sein sollen bei mir damals.
00:59:46Es tut mir leid.
00:59:47Er hat einen anderen geheiratet.
00:59:50Du warst da nicht besser aus.
00:59:52Wesentlich besser sogar.
00:59:54Ja, warum sagst du mir denn das nicht?
00:59:58Wärst am Ende auch noch ein Spießer geworden?
01:00:01Vielleicht.
01:00:02Vielleicht.
01:00:03Ja, komm jetzt.
01:00:04Komm, komm.
01:00:05Wo ist eigentlich Peter?
01:00:06Ich weiß es nicht.
01:00:07Der ist verschwunden.
01:00:09Komm.
01:00:10Nelly mit Edgars Strohhut folgt den beiden.
01:00:16Peter läuft am Café Deutsche Vita vorbei.
01:00:19Ein grauhaariger mit vollem Tablett kreuzt seinen Weg.
01:00:22Vor einer offenen Tür mit der Aufschrift Ginger Bar bleibt Peter stehen.
01:00:26Prüfend schaut er an sich hinab und schließt seine schwarze Jacke.
01:00:29Nervös streicht er sein dunkles Haar glatt und tritt ein.
01:00:35In der schummrigen Bar.
01:00:37Hinter dem Tresen poliert ein Stämmiger, Mitte 60, dunkles Haarbrille, ein Glas.
01:00:42Peter schaut sich um und begibt sich nach kurzem Zögern an die Theke.
01:00:45Der Barmann stellt das Glas ab.
01:00:47Was kann ich dir bringen?
01:00:51Einen Ciao Bella, bitte.
01:00:54Das war der Signature Drink meiner Großtante.
01:00:57Den hat schon ewig niemand mehr bestellt.
01:01:05Peter weicht dem forschenden Blick des Barmanns aus.
01:01:19Freudig verschwindet er.
01:01:31Der Barmann schiebt eine ältere Brünette mit Blümchenkleid und Schürze aus der Küche vor den Tresen.
01:01:37Sie erblickt Peter am anderen Ende und erstarrt.
01:01:40Peter.
01:01:42Flavio.
01:01:45Nachts am Strand.
01:01:46Entfernt rauscht das Meer.
01:01:49Maria sitzt mit angezogenen Knien im Sand und spielt nachdenklich mit ihren Händen.
01:01:53Sie trägt das graue Kleid.
01:01:56Ihre schwarze Jacke darüber ist zugeknöpft.
01:01:59Ihr dunkles Haar hat sie im Nacken zu einem Dutt gebunden.
01:02:02Sie richtet die Augen in den nächtlichen Himmel.
01:02:05Durch ihre schwarz umrandete Brille glänzen ihre Augen im schwachen Abendlicht.
01:02:14Maria fährt herum und steht auf.
01:02:22Aus seinem Strandbungalow kommt Giorgio auf sie zu.
01:02:25Ich wollte nur ins Universum schauen.
01:02:28Er zeigt zum Halbmond.
01:02:29Siehst du den Mond?
01:02:33Dort stehen.
01:02:34Maria folgt seinem Blick.
01:02:37Der ist nur halb zu sehen.
01:02:39Giorgio lächelt.
01:02:41Und ist doch rund.
01:02:45Und schön.
01:02:46Mit feuchten Augen sieht Maria ihn an.
01:02:50Sie nickt bekräftigend zu sich selbst.
01:02:54Grazie, Signor.
01:02:56Giorgio.
01:02:57Giorgio.
01:02:59Ein Blick auf den zunehmenden weißen Mond am schwarzen Himmel.
01:03:03Die autoleere Hauptstraße in Strandnähe von oben.
01:03:06Edgar, Nelly und Helmut laufen auf einem Fußweg.
01:03:10Ja, aber nicht so süß wie Luis.
01:03:12Aber der war auch süß.
01:03:13Der war süß?
01:03:14Ich meine, der war extrem.
01:03:15Wir müssen, wir müssen.
01:03:17Auf einem E-Scooter düst Fritzi vorbei.
01:03:19Ja, what happens in Rimini stays in Rimini.
01:03:22Nelly.
01:03:23Ja.
01:03:24Ich wünsche dir alles ein Ding Gute.
01:03:26Und vergiss den ganzen Blödsinn, den wir alten Männern, die erzählen.
01:03:29Ciao, Belle.
01:03:30Fritzi, komm.
01:03:31Buon viaggio.
01:03:33Fritzi.
01:03:33Macht's gut.
01:03:34Einer wartet immer.
01:03:35Ciao.
01:03:36Sie gehen auseinander.
01:03:38Jemand wringt einen Lappen aus und wischt über einen Kaffeetisch.
01:03:42Fritzi nähert sich auf dem E-Scooter und steigt ab.
01:03:47Der grauhaarige Wirt stellt vor dem Café Dolce Vita Stühle ineinander.
01:03:53Was sag ich denn jetzt?
01:03:57Unsicher packt Fritzi von ihm abgewandt den Roller.
01:04:00Mein Name ist Fritzi.
01:04:02Ich bin, also, Sie sind, ich.
01:04:07Wollen Sie in die Bar?
01:04:08Sie dreht sich zum Wirt um.
01:04:11Wollen Sie in die Bar?
01:04:12Er deutet zur Ginger Bar.
01:04:14Nein.
01:04:16Lächelnd arbeitet er weiter.
01:04:18Er ist um die 70 und trägt eine Brille.
01:04:20Schüchtern kommt Fritzi auf ihn zu.
01:04:23Das Café.
01:04:25Gibt es das schon lange?
01:04:27Ja.
01:04:27Fritzi beobachtet ihn interessiert.
01:04:30Er stellt die letzten Stühle zusammen und grinst.
01:04:34Einen kriegen Sie noch.
01:04:37Wirklich?
01:04:37Ja.
01:04:38Ich warte sowieso noch auf jemanden.
01:04:41Ja, danke.
01:04:42Erleichtert geht Fritzi ins Café, gefolgt vom Wirt.
01:04:45Edgar und Helmut biegen ums Eck.
01:04:48Bist du bereit?
01:04:50Entschieden nickt Helmut.
01:04:53Die Freunde schlagen ein und umarmen sich.
01:04:56Schwungvoll betritt Helmut das Café und stutzt.
01:04:59Gehört das Café Ihnen?
01:05:00Ja, endlich.
01:05:02Die Fritzi ist hier.
01:05:03Bestürzt macht er Kehrt.
01:05:06Bellini?
01:05:07Ich liebe Bellini.
01:05:09Draußen.
01:05:10Die Fritzi ist da.
01:05:12Bei dem.
01:05:13Sie stehen versteckt.
01:05:15Ich mag den besten.
01:05:18Außerhalb von Venedig.
01:05:22Helmut will hineinstürmen.
01:05:24Edgar hält ihn zurück.
01:05:25Gemeinsam linsen sie durchs Fenster.
01:05:27Es ist wunderschön hier.
01:05:29Ich liebe Blumen.
01:05:30Ich auch.
01:05:32Besonders Lilien.
01:05:34Entspannt servierte Fritzi und sich einen Cocktail.
01:05:38Prosit.
01:05:39Tschin, tschin.
01:05:39Er stemmt die Hand in die Hüfte und mustert Fritzi.
01:05:43Sie erinnern mich an jemanden.
01:05:47Wirklich?
01:05:48Draußen.
01:05:48Warte, warte mal.
01:05:50Ich schau mir das nicht mehr länger an.
01:05:53Ich bitte dich.
01:05:54Wenn du jetzt nicht kapitulierst, dann verlierst du wirklich Haus hoch.
01:05:59Die Fritzi ist da, um den zu treffen.
01:06:03Ratlos ruckt Edgar mit im Kopf.
01:06:05Dann hat sie halt zwei Väter.
01:06:07Niemand hat zwei Väter.
01:06:08Im Café trinken die beiden genüsslich.
01:06:11Sind Sie zum ersten Mal in Rimini?
01:06:13Äh, ja.
01:06:14Also nein.
01:06:16Angeblich wurde ich hier gezeugt.
01:06:19Eine italienische Seele.
01:06:21Und Sie?
01:06:22Sie kommen von hier?
01:06:23Ich lebe hier schon seit der Antike.
01:06:26Fröhlich zieht Fritzi die Nase kraus.
01:06:29Was haben Sie vor in Rimini?
01:06:32Eigentlich bin ich hierher gefahren, um meinen Vater zu suchen.
01:06:36Massimo nickt ernst.
01:06:38Wenn Sie nur einen Tag hier in Rimini wären.
01:06:41Was würden Sie denn da machen?
01:06:43An den Strand natürlich.
01:06:45Und essen?
01:06:46Haben Sie einen Tipp?
01:06:47Ja.
01:06:48Moment.
01:06:49Draußen.
01:06:50Du würdest so viel besser klarkommen,
01:06:52wenn du nicht immer der Chef sein müsstest.
01:06:55Warum kann es keine anderen Götter neben dir geben?
01:06:58Weil es nur einen Gott gibt.
01:06:59Heilernsack.
01:07:00Was ist so eine monotheistische Scheiße?
01:07:03Aufgebracht dreht Edgar sich im Kreis.
01:07:05Du bist immer noch der gleiche Stuchbock wie damals.
01:07:08Komm du mir nicht mit damals.
01:07:10Du hast mich sitzen lassen mit einem Traum.
01:07:13Mit Schulden.
01:07:14Betreten senkt Edgar den Blick.
01:07:16Helmut will an ihm vorbei.
01:07:18Edgar schubst ihn zurück.
01:07:20Mit großen Augen starrt Helmut ihn an.
01:07:23Und jetzt schlägst du dich auf die Seite von dem.
01:07:26Helmut hebt die Hände und wendet sich ab.
01:07:29Mit hängenden Schultern entfernt er sich.
01:07:34Edgar schaut wieder durchs Fenster zu Fritzi.
01:07:37Die kratzt sich rechts im Nacken.
01:07:39Ihre Haut dort ist gerötet.
01:07:41Schockiert sieht Edgar zu.
01:07:43Massimo breitet einen Stadtplan vor Fritzi aus
01:07:45und zückt einen schwarzen Stift.
01:07:47So.
01:07:48Wir sind hier ungefähr.
01:07:51Sind ein paar hundert Meter ungefähr.
01:07:54Dann rechts.
01:07:55Und kurz links.
01:07:57Ja, immer gerader.
01:07:58Trattoria.
01:07:59Il Porto Otto.
01:08:04Lächelnd betrachtet Fritzi den von Massimo eingezeichneten Weg.
01:08:09Grazie.
01:08:10Mit breitem Grinsen öffnet Massimo Fritzi die Tür.
01:08:14An wen erinnern Sie mich.
01:08:16Sie kommen bestimmt noch drauf.
01:08:17Vielen Dank für den Bellini.
01:08:19Kommen Sie mal wieder vorbei.
01:08:21Wenn Sie nur einen Tag haben, am besten gleich morgen.
01:08:25Irgendwann führen alle Wege hierher zurück.
01:08:27Er hebt, überrascht die Augenbrauen und nickt.
01:08:31Sein Gesicht ziert ein Dreitagebart.
01:08:33Sich im Nacken kratzend geht Fritzi zum E-Scooter und fährt davon.
01:08:37Hinter der Hausecke verborgen schaut Edgar ihr nach,
01:08:40kratzt sich geistesabwesend ebenfalls im Nacken und hält inne.
01:08:48In der halbdunklen Ginger Bar.
01:08:50Die Stühle sind hochgestellt, alle Gäste sind weg.
01:08:54Vor dem Tresen wiegen sich Peter und Flavia eng umschlungen im Kreis.
01:08:58Er ist einen halben Kopf größer als sie.
01:09:01Sie spielt mit seinem Haar.
01:09:03Verzaubert schauen sie sich in die Augen und lächeln.
01:09:05Ist es eigentlich ein Zufall oder ein Wunder, dass du ausgerechnet jetzt kommst?
01:09:16Ich bin wegen meiner Schwester hier.
01:09:19Die schöne Josefin.
01:09:22Ja.
01:09:22Peter schließt kurz die Augen.
01:09:25Ich bin der Einzige, der weiß, dass...
01:09:29Ja.
01:09:30Er schüttelt den Kopf.
01:09:32Ach.
01:09:33Schmiegt seine Wange an Flavias und umarmt sie fest.
01:09:37Langsam drehen sie sich weiter.
01:09:44Im Zeitraffer der Sonnenaufgang über dem Meer bei Strandbad 51.
01:09:49Edgar wirft seine Kleidung neben sich in den Sand, den Blick zum Horizont.
01:09:53Im dunklen Boxershorts rennt er ins Wasser.
01:09:57Bei Strandbad 76 sitzt Maria barfuß und mit offenem Haar unter einem riesigen Strohsonnenschirm.
01:10:03Ihre schwarze Handtasche steht hinter ihrem Rücken.
01:10:06Aus dem Bungalow kommt Giorgio mit zwei Espressotassen.
01:10:10Er gibt ihr eine und nimmt neben ihr Platz.
01:10:14In friedlicher Eintracht trinken sie.
01:10:20Neben einem Pier planscht Edgar im Meer.
01:10:27Im Hotelbett blättert Fritzi im Buch ihrer Mutter.
01:10:30Auf einer Seite sind getrocknete Blumen eingeklebt.
01:10:35Helmut wandert mit gesenktem Kopf eine Straße entlang.
01:10:39Sein graues Haar ist zerzaust.
01:10:41Er stoppt vor seinem Auto und hebt erstaunt den Blick.
01:10:43Auf dem Beifahrer-Fenster steht von innen mit Lippenstift Idiot.
01:10:53Räumütig streicht er mit den Fingerspitzen von außen über die Scheibe.
01:10:57Im Hotelzimmer.
01:10:59Fritzi schlägt eine weitere Seite um.
01:11:01Darauf ist eine Postkarte von Remini.
01:11:04Gedankenvoll lässt sie das Buch sinken und blickt auf die leere Betthälfte neben sich.
01:11:08Am Auto.
01:11:10Helmut sitzt im Schneidersitz auf dem Bordstein und weint bitterlich.
01:11:14Den Brief von Josi in der Hand.
01:11:16Sein Gesicht ist rot und verkniffen.
01:11:21Im Zeitraffer.
01:11:23Ein Blick auf das Meer bei Strandbad 51.
01:11:25Es wird Tag.
01:11:29Im leeren Café Dolce Vita.
01:11:31Draußen nähert sich Helmut im zerknitterten Anzug.
01:11:35Er rüttelt an der verschlossenen Tür und klopft gegen den Rahmen.
01:11:40Er legt die Hände um die Augen und linst herein.
01:11:45Mit beiden Händen schlägt er energisch gegen einen Fensterrahmen.
01:11:52Massimo!
01:11:54Mach auf!
01:11:55Außer sich greift er zur Pistole und zielt auf das Türschloss.
01:12:00Ein paar Hände drückt seine Arme herunter.
01:12:03Helmut schaut auf.
01:12:04Peter steht vor ihm.
01:12:06Mit ernster Miene blickt dieser auf die Pistole in Helmuts Händen.
01:12:09Betroffen steckt er die Pistole wieder vorn in seinen Hosenbund und sieht hilfesuchend seinen Freund an.
01:12:16Der schließt ihn in die Arme.
01:12:18Flavia schaut aus der Tür der Ginger Bar und verschwindet wieder.
01:12:25Peter legt eine Hand auf Helmuts Schulter und nimmt ihn mit.
01:12:28In der leeren Bar.
01:12:30Flavia in ihrem Blümchenkleid spricht ins Handy.
01:12:33Helmut, es ist gekommen.
01:12:35Die Männer kommen herein.
01:12:37Schnell legt sie das Handy weg.
01:12:39Sie stützt sich auf den Tresen und lächelt Peter an.
01:12:42Verwirrt dreht Helmut sich zu ihm.
01:12:44Das ist Flavia.
01:12:45Helmut zieht die Stirn kraus.
01:12:48Das ist eine lange Geschichte.
01:12:52Ich wäre ja damals fast hier geblieben wegen ihr, in Rimini.
01:12:56Aber sie war ja verlobt.
01:12:58Die Fritzi hat ihn gefunden.
01:13:00Aber am Abend von meiner Abreise, der hatte mit Pauken und Trompeten die ganze Hochzeit abgeblasen.
01:13:08Aber ich war ja schon weg.
01:13:09Ich Idiot, hat noch nicht mal angerufen.
01:13:13Ich...
01:13:14Was?
01:13:14Die Fritzi ist hier.
01:13:18Wo?
01:13:19Ein Rimini.
01:13:20Sie hat ihn gesucht und gefunden.
01:13:22Wen?
01:13:23Den Massimo.
01:13:25Das wollte ich dich gestern fragen.
01:13:29Ob es ein Wunder ist oder ein Zufall, dass du ausgerechnet jetzt kommst.
01:13:34So kurz nach dem Brief von Josi.
01:13:36Du weißt von dem Brief?
01:13:38Was?
01:13:39Massimo betritt die Bar.
01:13:40Er trägt ein hellblaues Hemd und eine beigefarbene Strickjacke.
01:13:43Helmut.
01:13:45Bedrohlich schreitet dieser auf den kleineren Massimo zu und baut sich vor ihm auf.
01:13:50Nervös wirft Peter Flavia einen Blick zu.
01:13:54So mein Freund.
01:13:57Eins sage ich dir.
01:13:59Du hältst dich aus meinem Leben raus.
01:14:03Er packt ihn am Kragen.
01:14:04Die Fritzi ist meine Tochter.
01:14:07Und lässt wieder los.
01:14:09Unbeeindruckt sieht Massimo ihn an.
01:14:11Du musst wissen.
01:14:13Ich war damals unsterblich verliebt.
01:14:18Was gibt's denn da zum Lachen?
01:14:20Nicht in Josefine.
01:14:22In dich.
01:14:24Schockiert schaut Helmut zu Peter.
01:14:26Der dreht sich zu Flavia.
01:14:28Sie zieht mit wissendem Lächeln die Schultern hoch.
01:14:31Warte.
01:14:32Ich will dir zeigen.
01:14:34Eifrig eilt Massimo hinaus.
01:14:37Auf dem Tresen vor Helmut liegt ein Haufen romantisch inszenierter Fotos von einem jungen Pärchen.
01:14:43Die haben wir für meine Verwandten gemacht.
01:14:46Italien war damals nicht einfach für Männer wie uns.
01:14:51Falksen bringt der Barmann Kaffee.
01:14:53Grazie a Gianluca Bussone.
01:14:56Gianluca, wie er?
01:14:57Ein Polizist.
01:14:58Er hat Schwule gehasst.
01:14:59Er geht wieder.
01:15:00Er hat ernst gemacht.
01:15:03Ich war ganz allein da draussen.
01:15:05Sie haben mich eingekreist.
01:15:08Und dann kam sie.
01:15:10Josefine.
01:15:11Ja.
01:15:12Sie hat einfach mitgespielt.
01:15:15So getan, als wäre sie mein Mädchen.
01:15:18So wurden wir Freunde.
01:15:21Wir haben allen, für die es wichtig war, was vorgespielt, ein paar Tage lang.
01:15:27Hat sie die Nähe davon erzählt?
01:15:30Ja.
01:15:32Schon möglich.
01:15:33Ich habe es vielleicht nicht so ernst genommen.
01:15:37Ihr habt es also nicht.
01:15:39Nein.
01:15:41Wir haben uns nie wieder gesehen.
01:15:44Aber geschrieben.
01:15:45Am Anfang.
01:15:47Irgendwann nicht mehr.
01:15:49Aber vor ein paar Wochen kam dieser Brief.
01:15:54Bitte.
01:15:55Gespannt rupft Helmut den Brief aus dem Umschlag.
01:15:59Peter sitzt mit Flavia an einem Tisch und reicht ihm.
01:16:02Lies vor.
01:16:03Seine Brille.
01:16:04Ich brauche das nicht.
01:16:05Mit gerunzelter Stirn hält Helmut den Brief am langen Arm und kneift die Augen zusammen.
01:16:11Meine Schwäger Maria sagt, es ist wichtig, sich zu verabschieden von allen, die einem was bedeuten.
01:16:20Erinnerst du dich, du hast einmal behauptet, ich hätte dich gerettet.
01:16:26In Wahrheit war es umgekehrt.
01:16:28Du warst so verliebt in Helmut, dass du es nicht verbergen konntest.
01:16:35Wer weiß, ohne deine Schwärmerei hätte ich ihn vielleicht übersehen.
01:16:40Seine Schönheit, seine Energie, sein Format.
01:16:46Ich war 50 Jahre lang glücklich mit ihm.
01:16:50Dafür danke ich auch dir herzlich, Josi.
01:16:56Gerührt faltet er den Brief.
01:16:58Ja, aber ich verstehe das alles nicht.
01:17:01Sie hat dich geliebt.
01:17:03Ja, aber wenn ihr nicht, warum schreibt sie dann diesen Pfarrer Brückner,
01:17:09für mich ist Helmut Fritzis Vater und keiner sonst.
01:17:13Warum hat sie Zweifel?
01:17:14Vielleicht findest du es erst raus, wenn du sie wieder siehst.
01:17:19Helmut will den Brief zurückgeben.
01:17:21Danke.
01:17:22Ja, es behält ihn.
01:17:25Es ist für dich.
01:17:27Ja, alles Gute, danke.
01:17:30Grazie.
01:17:32Die beiden umarmen sich.
01:17:34Grazie.
01:17:36Die erste Liebe.
01:17:37Vergisst man nie.
01:17:40Massimo presst sich an Helmut.
01:17:42Jetzt lassen wir es gut sein.
01:17:43Das war so schön, aber...
01:17:45Peter steht auf.
01:17:46Ich weiß.
01:17:47Mit trauriger Miene erhebt sich Flavia.
01:17:51Dein Herz gehörte einer anderen.
01:17:55Ja.
01:17:56Sie umarmen sich.
01:17:57Unwillig lässt Massimo Helmut gehen.
01:17:59Amore.
01:18:00Der Barmannblick...
01:18:01Oh, scusa tesoro.
01:18:03...belustigt.
01:18:04Er war Mr. Rimini 71.
01:18:07Hm.
01:18:08Nee, nee, nie im Leben.
01:18:09Mit Bestimmtheit tippt Peter sich auf die Brust.
01:18:12An der Marina von Rimini.
01:18:14Ein Blick von hinten auf Helmut.
01:18:16Er läuft leicht humpelnd an den verteuten Yachten entlang über den Kai.
01:18:20Der Himmel ist bewölkt.
01:18:30Am kaum besuchten Strand.
01:18:32Die Wellen schwappen sanft ans Ufer.
01:18:34Helmut schlendert durch den Sand.
01:18:36Rettungsschwimmer Luca schiebt eine Schubkarre mit Rettungsringen an ihm vorbei.
01:18:40Helmut erblickt seine Tochter weit draußen im Meer.
01:18:44Fritzi!
01:18:45Fritzi!
01:18:46Hektisch eilte Luca hinterher.
01:18:49Hey, hey, hey, hey!
01:18:50Stopp!
01:18:51Der stellt die Schubkarre ab.
01:18:54Helmut wirft die Rettungsringe heraus.
01:18:59Schnappt ein Megafon und rennt zurück.
01:19:02Fritzi!
01:19:03Am Gräff hantieren versucht er es erneut.
01:19:06Fritzi!
01:19:08Er stoppt.
01:19:10Fritzi!
01:19:12Es tut mir...
01:19:14Sie schwimmt auf ihn zu.
01:19:15Es tut mir so leid.
01:19:19Ich hätte es dir sagen müssen.
01:19:22Stattdessen habe ich eine Riesenwelle losgetreten.
01:19:26in deinem Leben, in meinem und auch in Peters.
01:19:32Du würdest sagen, das war eine typische Übersprungshandlung von mir.
01:19:38Edgar taucht neben ihm auf.
01:19:40Herrschaftszeiten!
01:19:41Wenn man dich braucht, bist du nicht da.
01:19:43Aber wenn nicht, dann...
01:19:45Er trägt Hemd und Hose.
01:19:46Hast du schön gesagt, gerade.
01:19:48Hey!
01:19:49Luca?
01:19:50Wieder mit dem Megafon.
01:19:51Ah, da!
01:19:52Fordert das Megafon ein und zieht damit ab.
01:19:55Da wir gerade bei Geständnissen sind, ich glaube, ich muss dir auch eins machen.
01:19:59Helmut, ich...
01:20:00Weißt du, als wir gestern Abend Fritzi gesehen haben...
01:20:03Ja, schon gut.
01:20:05Was ich dir jetzt sage, das hörst du genau einmal von mir.
01:20:11Fest schaut er Edgar an.
01:20:12Du hattest recht.
01:20:14Ich bin ein sturer Bock.
01:20:16Ja, aber erinnest du dich noch, dass ich dich damals gezwungen habe, Josi hinterher zu trampen?
01:20:24Ja.
01:20:24Helmut legt ihm...
01:20:25Du warst wirklich ein guter Freund.
01:20:28...eine Hand auf die Schulter.
01:20:30Die war der Schlechteste.
01:20:32Der Schlechteste von allen.
01:20:34Was?
01:20:36Das war die Josi, in die du damals verknallt warst.
01:20:40Edgar nickt.
01:20:42Ja, von wegen.
01:20:44Du sahst wesentlich besser aus.
01:20:46Weißt du, am ersten Abend...
01:20:49Du warst müde, weil du den Käfer fahren musstest von einem Münchner Studenten, der damals zu viel geraucht hat.
01:20:54Ja.
01:20:54Und bis auf dein Zimmer...
01:20:56Ich war am Strand.
01:20:57Gequält zieht Edgar aufs Meer und zuckt entschuldigend die Schultern.
01:21:02Ich war auch verliebt.
01:21:03Helmut senkt nachdenklich den Blick.
01:21:07Das war nur einmal.
01:21:09Entsetzt stört er Edgar an.
01:21:11Sag mal, Papa, was soll das?
01:21:13Die beiden drehen sich zu Fritzi um.
01:21:15Papa?
01:21:16Edgar?
01:21:17Was ist mit euch los?
01:21:19Sie holen tief Luft.
01:21:21Ich, ich bin dein Vater.
01:21:23Fritzi fällt in Ohnmacht.
01:21:25Besorgt knien die Männer neben ihr.
01:21:27Peter kommt.
01:21:28Ich schwörde, ich hab von nichts was gewusst.
01:21:30Ich hab's gestern Abend selber erst kapiert, als wir vor dem Café standen und Fritz...
01:21:34Da.
01:21:35Die Sonnenallergie.
01:21:36Die hat sie von mir.
01:21:37Mindestens.
01:21:38Also ich hab's gewusst.
01:21:39Helmut?
01:21:40Was?
01:21:41Boxt beide...
01:21:42...ins Gesicht.
01:21:43Edgar rappelt sich auf und stürzt sich auf Helmut.
01:21:48Jetzt hört doch mal auf!
01:21:50Sie wälzen sich im Sand...
01:21:52Das ist doch Kindergarten!
01:21:55...und reißen Peter um.
01:21:57Schluss jetzt!
01:21:58Schluss!
01:21:59Die Männer sehen herüber.
01:22:01Alle vier stehen im Kreis.
01:22:03Fritzi steckt die Pistole in den Gürtel ihres gelben Strandkleids.
01:22:06So, wir machen das jetzt wie in einer Gruppentherapie.
01:22:09Einer redet, der Rest schweigt.
01:22:12Nur ich Botschaften.
01:22:14Du, ich frau dir die Gürtel.
01:22:15So, sag her zurück!
01:22:16Wütend geht Fritzi auf Peter zu.
01:22:19Der hat sie's gesagt und du sagst nichts?
01:22:22Seine Augen huschen umher.
01:22:24Ich muss das Josi schwören.
01:22:26Er senkt den Blick.
01:22:28Beim Leben meiner Schwester sozusagen.
01:22:30Alle drei schauen ihn abwartend an.
01:22:33Sie hatte Angst, dass du sie verlässt, wenn du's erfährst.
01:22:36Ihr wart doch so eine glückliche Familie.
01:22:41Das hätt ich nie.
01:22:43Und du?
01:22:44Du warst doch weit weg.
01:22:46Ich hatte keine Ahnung, dass sie schwanger war.
01:22:49Sie hat damals gesagt, das ist ausgeschlossen.
01:22:51Zu Fritzi?
01:22:53Kalendermethode nach Knaus Ogino.
01:22:56Ja, waren die 70er.
01:22:57Deswegen bist du weg damals.
01:23:00Sie wollte nicht mit mir zusammen sein.
01:23:04Am Anfang hab ich mir noch Chancen ausgerechnet nach unserer Nacht.
01:23:07Aber dann ...
01:23:09Ja, dann kam Maximo.
01:23:11Dann kamst du!
01:23:12Helmut sieht zu Boden.
01:23:14Du hast gesehen, wie glücklich ihr war.
01:23:16Du hast ja richtig geschwebt.
01:23:18Für mich gab's nur noch den Platz, den ich niemals haben wollte.
01:23:23Dazwischen.
01:23:24Mitfühlend greift Fritzi Edgars Hand.
01:23:26Er lächelt.
01:23:27Helmut geht auf seine Tochter zu.
01:23:30Ja, du hattest recht.
01:23:32Ich bin ein Idiot.
01:23:34Resigniert entfernt er sich von der Gruppe.
01:23:36Fritzi stapft ihm hinterher.
01:23:39Weißt du, was ich nicht verstehe?
01:23:41Warum du mir nicht einfach ein Wort gesagt hast?
01:23:44Warum du einfach losgefahren bist, ohne mit mir zu reden?
01:23:47Zögernd bleibt er stehen.
01:23:49Ich hatte Angst, dass ich dich auch noch verliere.
01:23:53Sag mal, was glaubst du denn?
01:23:55Dass ich einfach so mir nichts, dir nichts, unser Familienverhältnis kündige?
01:24:02Nach 50 Jahren?
01:24:04Mann, Papa!
01:24:06Ich bin doch auch traurig.
01:24:09Sie war doch meine Mutter.
01:24:11Und da kann ein Vater verdammt noch mal auch ein wenig trösten.
01:24:15Oder zumindest nicht völlig absurd bis nach Rimini gucken.
01:24:20Ja, ich war nicht der beste Vater.
01:24:23Und jetzt bin ich nicht einmal der Richtige.
01:24:27Du musst nicht der Beste sein, um der Richtige zu sein.
01:24:30Entschieden fasst sie seine Schultern.
01:24:32Die beiden sehen sich in die Augen und umarmen sich innig.
01:24:36Lächelnd schaut Edgar zu.
01:24:37Peter läuft mit dem Handy am Ohr einen Steg über den Sand entlang.
01:24:45Hinter einem Bungalow entdeckt er Maria mit Luca am Tisch.
01:24:50Sie teilen eine Pizza.
01:24:52Was?
01:24:53Maria, was machst du denn hier?
01:24:55Oh, gracias.
01:24:56Giorgio.
01:24:57Salute.
01:24:58Prost.
01:24:59Peter verschränkt die Arme.
01:25:01Zu Giorgio.
01:25:03Wie können wir uns?
01:25:04Das ist meine Frau.
01:25:06Ma ancora questo Stronzo.
01:25:09Stronzo?
01:25:10Aschloch.
01:25:11Luca grinst.
01:25:12Lächelnd erhebt sich Maria.
01:25:14Ciao, ciao, ciao.
01:25:15Ciao.
01:25:16Ciao, Luca.
01:25:17Ciao.
01:25:18Zu Peter.
01:25:19Ciao.
01:25:19Sie stolziert davon.
01:25:21Ciao.
01:25:21Irritiert steckt er das Handy in die Gesäßtasche und läuft ihr nach.
01:25:28Ein Blick über den Strand.
01:25:30Peter und Maria.
01:25:31Alles Gute zum Hochzeitstag.
01:25:33Laufen nebeneinander.
01:25:35Der ist doch jetzt morgen.
01:25:37Hast du kalte Füße bekommen?
01:25:39Er hadert kurz.
01:25:40Nein.
01:25:42Ich war verwirrt.
01:25:46Ich hab jetzt drei Tage an Helmuths Seite verbracht und da hab ich was gelernt.
01:25:49Von Helmut?
01:25:50Ja.
01:25:50Ich hab gesehen, dass man auch bei seiner eigenen Frau, selbst nach über 40 Jahren, immer noch vollkommen neue Seiten
01:25:55entdecken kann.
01:25:56Lächelnd schaut Maria ihn von der Seite an und stoppt.
01:25:59Peter dreht sich zu ihr.
01:26:01Ich wollte gerne mal mit dir über eine ganz spezielle Ehe reden.
01:26:05Edgar und Helmut sitzen quer auf einer Strandmatte, Fritzi in der Mitte.
01:26:09Denk doch wenigstens darüber nach.
01:26:11Schwung in die Ehe? Nach 40 Jahren? Was soll das Wort heißen? Andere Männer oder was?
01:26:17Das Ehepaar geht vorüber.
01:26:18Tun sich ja für jeden von uns ganz neue Optionen auf.
01:26:21Von hinten. Maria und Peter setzen sich in den Sand.
01:26:25Was wohl die Mama jetzt denkt?
01:26:27Dass sie große Fehler gemacht hat.
01:26:29Fritzi lehnt sich an Helmut.
01:26:31Und trotzdem ziemlich viel richtig.
01:26:33Dann an Edgar.
01:26:34Gerade gestern dachte ich, als ich mit Nelly geredet hab, jetzt wär ich eigentlich reif.
01:26:40Ich könnte ein guter Vater sein.
01:26:42Ich hab so keine Ahnung, wie das funktioniert, Familie, aber zum Glück sind wir ja zu zweit.
01:26:48Ja, ich werd verrückt.
01:26:50Jetzt hab ich ein Kind mit dir.
01:26:53Prost!
01:26:55Fritzi legt die Arme um beide.
01:26:57Sie stoßen mit Bier an.
01:26:58Wenn Josi uns hier alle sehen würde, wäre sie sicher froh, dass ihr Brief die Wahrheit ans Licht gebracht hat.
01:27:04Unsere Freundschaft fühlte sich endlich wieder ehrlich an.
01:27:08Fritzi hat jetzt zwei Väter.
01:27:10Vielleicht würd ich die Beste.
01:27:12Und Maria und ich?
01:27:15Na mal sehen.
01:27:19Das war Rückkehr nach Remini.
01:27:21Eine Produktion der Lieblingsfilme im Auftrag der ARD 2022.
01:27:26Musik André Melita.
01:27:27Regie Sarah Winkenstätte.
01:27:29In weiteren Rollen Larissa Sophie Römer als Nelly.
01:27:32Enzo Salomone als Massimo.
01:27:35Hörfilmfassung, Synchron- und Tonstudio Leipzig im Auftrag der ARD.
01:27:39Die Ghetto 2022.
01:27:41Text Katrin Reiling und Linda Wolf.
01:27:43Sprecherin Frauke Pohlmann.
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