Manchmal braucht es nur eine staubige Schachtel, damit ein ganzes Leben wieder vor uns liegt.
„German Songs als ich merkte, dass die Jahre schneller waren als wir“ erzählt in sieben zusammenhängenden Liedern die Geschichte eines älteren Mannes, der allein in seiner Wohnung eine längst vergessene Schachtel findet. Darin liegen keine kostbaren Dinge – nur ein alter Fahrschein, eine stehen gebliebene Uhr, ein Foto, eine Postkarte und ein Brief, den er als junger Mann an sein späteres Ich geschrieben hat.
Doch jedes dieser kleinen Dinge öffnet eine Tür zu einem Teil seines Lebens, den er zu lange aufgeschoben hatte.
Als er den Brief liest, begegnet er noch einmal dem jungen Mann, der er mit neunzehn gewesen ist: voller Pläne, Fragen und der festen Überzeugung, dass für alle Träume noch genügend Zeit bleiben würde. Er muss sich eingestehen, dass er vieles erreicht, aber manches immer wieder auf „später“ verschoben hat.
Er hat das Meer nie gesehen.
Er hat die alte Gitarre jahrzehntelang nicht gespielt.
Und das Lied, das er als junger Mann begonnen hatte, blieb unvollendet.
Zum ersten Mal beschließt er, die Vergangenheit nicht nur anzusehen, sondern ihr eine Antwort zu geben.
Er nimmt den Zug, den er damals nicht genommen hat. Er steht zum ersten Mal am Meer, schreibt eine Postkarte an sich selbst und beendet zu Hause das Lied, das fast fünfzig Jahre auf seine letzten Zeilen gewartet hat. Schließlich trägt er seine alte Gitarre auf eine kleine Bühne und singt vor fremden Menschen – nicht um wieder jung zu werden, sondern um sich selbst nicht länger zu vertrösten.
Diese Playlist handelt nicht davon, verlorene Jahre zurückzuholen. Sie handelt von der stillen Erkenntnis, dass ein später Anfang die Vergangenheit nicht verändert, aber den heutigen Tag wieder lebendig machen kann.
Die Jahre waren schneller als er. Doch am Ende hört er auf, ihnen hinterherzulaufen, und beginnt, den Tag zu leben, der noch vor ihm liegt.
🎵 TRACKLIST
00:00 - 1. Die Schachtel oben auf dem Schrank
05:49 - 2. An den Mann, der ich einmal sein werde
11:24 - 3. Der Zug, den ich nie genommen habe
17:03 - 4. Die Postkarte an mich selbst
22:57 - 5. Das Lied, das ich nie zu Ende schrieb
28:12 - 6. Der Abend, an dem ich wieder sang
33:25 - 7. Die Jahre waren schneller als ich
#DeutscheSchlager #GermanSongs #SchlagerMusik #Erinnerungen #HerzUndMelodie
„German Songs als ich merkte, dass die Jahre schneller waren als wir“ erzählt in sieben zusammenhängenden Liedern die Geschichte eines älteren Mannes, der allein in seiner Wohnung eine längst vergessene Schachtel findet. Darin liegen keine kostbaren Dinge – nur ein alter Fahrschein, eine stehen gebliebene Uhr, ein Foto, eine Postkarte und ein Brief, den er als junger Mann an sein späteres Ich geschrieben hat.
Doch jedes dieser kleinen Dinge öffnet eine Tür zu einem Teil seines Lebens, den er zu lange aufgeschoben hatte.
Als er den Brief liest, begegnet er noch einmal dem jungen Mann, der er mit neunzehn gewesen ist: voller Pläne, Fragen und der festen Überzeugung, dass für alle Träume noch genügend Zeit bleiben würde. Er muss sich eingestehen, dass er vieles erreicht, aber manches immer wieder auf „später“ verschoben hat.
Er hat das Meer nie gesehen.
Er hat die alte Gitarre jahrzehntelang nicht gespielt.
Und das Lied, das er als junger Mann begonnen hatte, blieb unvollendet.
Zum ersten Mal beschließt er, die Vergangenheit nicht nur anzusehen, sondern ihr eine Antwort zu geben.
Er nimmt den Zug, den er damals nicht genommen hat. Er steht zum ersten Mal am Meer, schreibt eine Postkarte an sich selbst und beendet zu Hause das Lied, das fast fünfzig Jahre auf seine letzten Zeilen gewartet hat. Schließlich trägt er seine alte Gitarre auf eine kleine Bühne und singt vor fremden Menschen – nicht um wieder jung zu werden, sondern um sich selbst nicht länger zu vertrösten.
Diese Playlist handelt nicht davon, verlorene Jahre zurückzuholen. Sie handelt von der stillen Erkenntnis, dass ein später Anfang die Vergangenheit nicht verändert, aber den heutigen Tag wieder lebendig machen kann.
Die Jahre waren schneller als er. Doch am Ende hört er auf, ihnen hinterherzulaufen, und beginnt, den Tag zu leben, der noch vor ihm liegt.
🎵 TRACKLIST
00:00 - 1. Die Schachtel oben auf dem Schrank
05:49 - 2. An den Mann, der ich einmal sein werde
11:24 - 3. Der Zug, den ich nie genommen habe
17:03 - 4. Die Postkarte an mich selbst
22:57 - 5. Das Lied, das ich nie zu Ende schrieb
28:12 - 6. Der Abend, an dem ich wieder sang
33:25 - 7. Die Jahre waren schneller als ich
#DeutscheSchlager #GermanSongs #SchlagerMusik #Erinnerungen #HerzUndMelodie
Kategorie
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MusikTranskript
00:11Ich wollte nur den Flur aufräumen
00:30Die Leute, die ich fast vergaß
00:35Nicht wegwerfen stand auf dem Deckel
00:41In meiner Handschrift jung und klar
00:47Ich nahm sie mit zum Küchentisch
00:53Und sah, wer ich einmal war
00:59Ein Fahrschein, eine alte Uhr
01:05Ein Schlüssel, der zu nichts mehr passt
01:11So wenig lag in dieser Schachtel
01:16Und doch war plötzlich alles da
01:23Die Jahre waren schneller als ich
01:29Ich hörte sie nicht weiterziehen
01:34Ich war noch dabei, mein Leben zu planen
01:40Da lagen Jahrzehnte hinter mir
01:46Doch in der Schachtel oben auf dem Schrank
01:52Wartete mein Gestern still auf mich
01:58Ich öffnete sie nur für einen Augenblick
02:05Und fand darin ein Stück von mir
02:13Mein alter Ausweis aus der Werkstatt
02:19Ein Bild vom alten Bahnhofstor
02:25Ein Zettel mit drei großen Plänen
02:30Kam unter einer Zeitung vor
02:54Kam unter einer Zeitung vor
03:02Kam unter einer Zeitung vor
03:03Ich dachte immer später einmal
03:06Sehe ich mir alles in Ruhe an
03:14Nun saß ich da mit grauen Haaren
03:18Und hielt mein junges Leben
03:23Und hielt mein junges Leben in der Hand
03:26Die Jahre waren schneller als ich
03:32Ich hörte sie nicht weiterziehen
03:37Ich war noch dabei, mein Leben zu planen
03:43Da lagen Jahrzehnte hinter mir
03:49Doch in der Schachtel oben auf dem Schrank
03:55Wartete mein Gestern still auf mich
04:01Ich öffnete sie nur für einen Augenblick
04:08Und fand darin ein Stück von mir
04:16Ich muss nicht jeden Weg beräumen
04:19Nicht jeder Umweg war verkehrt
04:23Doch manches, das ich aufgeschoben
04:26Vermisste ich in dieser Nacht
04:29Ich lebte nicht zurück ins Dunkel
04:32Lies alles auf dem Tische liegen
04:35Denn morgen wollte ich weitersehen
04:38Wohin die alten Wege führten
04:43Die Jahre waren schneller als ich
04:49Doch heute lief ich ihnen nicht nach
04:55Ich blieb bei jedem kleinen Zeichen
05:00Bis tief hinein in diese Nacht
05:06Und aus der Schachtel oben auf dem Schrank
05:12Nahm ich den ersten alten Brief
05:18Ich wusste nicht, wohin er mich noch führte
05:25Nur dass mein Gestern nach mir rief
05:31Der Regen hing noch vor dem Fenster
05:37Der erste Brief lag vor mir auf dem Tisch
06:06Vergilbt vom Stau vergangener Zeit
06:09Auf dem Umschlag stand in meiner Schrift
06:16Für mich, wenn ich einmal alt bin
06:22Ich war wohl 19, als ich schrieb
06:25Die Tinte war noch dunkelblau
06:30Ich öffnete ihn langsam
06:32Und hörte meinem jungen Herzen zu
06:37Sag, hast du später nie vergessen
06:40Was dir heute wichtig war
06:44Bist du dem Leben treu geblieben
06:47Oder nur den Pflichtterminen
06:50Jahr für Jahr
06:53An den Mann
06:55An den Mann, der ich einmal sein werde
06:59Hast du das Meer mit eigenen Augen gesehen
07:05Hast du gelebt, wovon ich heute träume
07:12Oder bliebst du immer
07:16Oder bliebst du immer vor derselben Tür stehen
07:19Sag, hast du manchmal nur für dich entschieden
07:26Ohne zu fragen, was man von dir verlangt
07:33Und hast du mich
07:35Und hast du mich in all den schnellen Jahren
07:41Irgendwo in deinem Herzen noch erkannt
07:47Ich las von meiner alten Gitarre
07:50Von einem Zug nach Norden früh um vier
07:54Von einer Reise ohne Rückfahrkarte
07:58Und deinem Leben weit entfernt von hier
08:01Ich musste lächeln bei den großen Worten
08:06So sicher, mutig und noch ohne Pflicht
08:09Doch bei der Frage nach dem Meer
08:12Senkte ich für einen Moment mein Gesicht
08:19Denn manches hatte ich erreicht
08:22Und manchen schweren Weg geschafft
08:25Doch meine Träume starben nicht
08:29Ich hatte sie nur nie mehr angefasst
08:34An den Mann, der ich einmal sein werde
08:41Hast du das Meer mit eigenen Augen gesehen
08:47Hast du gelebt, wovon ich heute träume
08:54Oder bliebst du immer vor derselben Tür stehen
09:01Sag, hast du manchmal nur für dich entschieden
09:09Ohne zu fragen
09:10Ohne zu fragen, was man von dir verlangt
09:15Und hast du mich in all den schnellen Jahren
09:22Irgendwo in deinem Herzen noch erkannt
09:29Ich sagte leise in die Küche
09:32Ich sagte leise in die Küche
09:33Ich hab nicht alles falsch gemacht
09:35Ich hab gearbeitet und ausgehalten
09:40Hab anderen oft ein Licht gebracht
09:45Doch dich hab ich zu lang vertröstet
09:48Mit jedem Morgen, jedem Jahr
09:51Ich dachte immer, wir hätten später Zeit
09:56Bis später plötzlich gestern war
09:59An den Jungen wär ich einmal gewesen
10:06An den Jungen wär ich einmal gewesen
10:29Worte nicht verloren
10:33Auch wenn ich sie erst heute wieder fand
10:41Vielleicht ist noch nicht alles vorüber
10:46So lange ich deinen Brief noch halte in der Hand
10:55Ganz unten stand in kleiner Schrift
11:00Vergiss mich nicht
11:02Nur weil du älter wirst
11:06Ich faltete den Brief zusammen
11:12Dahinter lag die alte Fahrkarte zum Meer
11:36Die Fahrkarte lag noch auf dem Tisch
11:39Als wär sie über Nacht nicht alt geworden
11:45Der Brief steckte still in meiner Manteltasche
11:49Und draußen hing der Morgengrau
11:54Ich zog die Tür nur leise zu
11:58Als dürfte ich den Tag nicht wecken
12:03Dann ging ich Schritt für Schritt zum Bahnhof
12:07Mit etwas Herzklopfen im Bauch
12:12Kein großer Abschied, kein Versprechen
12:18Nur dieser Weg durch kalte Luft
12:24Ich hatte mich so lang vertröstet
12:28Bis selbst mein Zögern müde wurde
12:33Ich nahm den Zug
12:36Ich nahm den Zug, den ich nie genommen habe
12:39Und plötzlich war mein altes Morgen da
12:46Die Häuser zogen langsam rückwärts
12:51Und ich saß still am Fenster
12:54Und ich saß still am Fenster
12:55Sah nur nach
12:57Ich hatte immer auf später gewartet
13:03Als hätte ich noch endlos Zeit
13:08Doch zwischen Gleisen, Feldern
13:12An kleinen Bahnhöfen
13:14Fuhr ich zum ersten Mal
13:18Mir selbst entgegen
13:21Die Scheiben trugen blasse Tropfen
13:24Dahinter flog das Land vorbei
13:30Ein alter Mann im Spiegelglas
13:33Ein alter Mann im Spiegelglas sah jünger aus
13:58Wie oft hab ich gesagt
14:01Nicht heute
14:04Ich hab noch Jahre irgendwann
14:10Nun rollten leise diese Räder
14:16Als nehmen sie das Wort zurück
14:20Als nehmen sie das Wort zurück
14:22Ich nahm den Zug, den ich nie genommen habe
14:26Und plötzlich war mein altes Morgen da
14:33Die Häuser zogen langsam rückwärts
14:38Und ich saß still am Fenster
14:41Sah nur nach
14:43Ich hatte immer auf später gewartet
14:49Als hätte ich noch endlos Zeit
14:55Doch zwischen Gleisen, Feldern, kleinen Bahnhöfen
15:01Fuhr ich zum ersten Mal
15:04Mir selbst entgegen
15:08Als die Luft nach Salz zu riechen begann
15:14Wurde der Himmel weit und hell
15:20Ich hörte irgendwo schon Möwen
15:25Noch ehe ich das Meer selbst sah
15:31Da wusste ich, es braucht nicht viel
15:35Damit dein altes Wünschen bleibt
15:41Manchmal nur den einen Morgen
15:47An dem man sich nicht wieder aufschiebt
15:53Ich nahm den Zug, den ich nie genommen habe
15:58Und endlich kam ich irgendwo bei mir an
16:05Der Wind stand offen auf dem Bahnsteig
16:10Und über allem lag das erste Blau
16:16Ich hatte immer auf später gewartet
16:22Doch heute ließ ich später nicht mehr ziehen
16:27Und als ich meine Hand in die Manteltasche legte
16:34Lag eine alte Postkarte darin
16:40Die Möwen riefen überm Bahnsteig
16:47Vor mir begann das Meer
16:51Die Möwen riefen überm Bahnsteig
17:20Vom kleinen Bahnhof bis zum Wasser
17:25Ging ich durch Straßen voller Wind
17:31Die Möwen riefen überm Bahnsteig
17:35Die Möwen riefen über Dächer
17:44Die Möwen riefen überm Bahnsteig
17:47Und überm Bahnsteig
17:47Die Möwen riefen überm Bahnsteig
17:54Ich blieb ganz still am Ufer steh'n und nahm den langen Atem auf.
18:05Was fünfzig Jahre hatte dieses Blau, nur auf der alten Karte existiert.
18:16Nun schlug die Brandung vor mir Wellen, als hätte sie auf mich gewartet.
18:28Ich schrieb mir selbst, ich bin angekommen, später als geplant, doch nicht zu spät.
18:40Der Weg war länger, als der Junge damals dachte, doch sein alter Traum hat jeden Winter überlebt.
18:53Ich schrieb mir selbst, ich hab' dich nicht vergessen, auch wenn ich deinen Ruf so lange überhört.
19:06Heute steht derselbe Mann am Meer, nur mit grauem Haar und einem Herzen, das noch immer zu dir gehört.
19:19Ich setzte mich auf eine Bank, die alte Karte auf dem Knie.
19:31Der Leuchtturm auf dem blassen Bild stand wirklich dort am Horizont.
19:43Die Rückseite war leer geblieben, seit jenem längst vergangenen Jahr.
19:54Ich nahm den Stift aus meiner Tasche und schrieb die Worte langsam klar.
20:04An wen soll man die Antwort schicken, wenn der Empfänger nicht mehr jung ist?
20:12Ich schrieb den Namen meiner Jugend und meine heutige Adresse hin.
20:18Ich schrieb mir selbst, ich bin angekommen, später als geplant, doch nicht zu spät.
20:31Der Weg war länger, als der Junge damals dachte, doch sein alter Traum hat jeden Winter überlebt.
20:43Ich schrieb mir selbst, ich hab' dich nicht vergessen, auch wenn ich deinen Ruf so lange überhört.
20:56Heute steht derselbe Mann am Meer, nur mit grauem Haar und einem Herzen, das noch immer zu dir gehört.
21:09Ich warf' die Karte in den Briefkasten, am Ende einer kleinen Straße.
21:15Vielleicht lag sie in ein paar Tagen bei mir zu Hause vor der Tür.
21:22Und vielleicht würde ich beim Lesen nicht mehr fragen, wo die Jahre sind.
21:30Vielleicht würde ich nur wissen, einer meiner alten Wege hat heute neu begonnen.
21:43Ich schrieb mir selbst, ich bin angekommen, später als geplant, doch nicht zu spät.
21:54Kein Mensch kann uns die Jahre wiedergeben, doch manchmal ist noch Zeit für einen ersten Schritt.
22:07Ich ging vom Briefkasten zurück und hörte aus einem kleinen Café eine Gitarre spielen.
22:15Meine Finger fanden in der Manteltasche, längst vergessene Akkorde wieder.
22:27Der Wind trug die Melodie zum Meer.
22:32Zu Hause wartete meine alte Gitarre.
22:40Zu Hause, ich bin angekommen, ich bin angekommen, ich bin angekommen, ich bin angekommen.
23:09Zwei Tage später kam ich heim, der Duft von Salz noch im Mantel.
23:20Die Schachtel stand auf meinem Tisch, der alte Brief lag noch daneben.
23:32Im dunklen Zimmer an der Wand, hing meine alte Gitarre still.
23:42Ich nahm sie ab, als nähm ich jemanden, nach langen Jahren in den Arm.
23:52Der Staub lag grau auf ihrem Holz, zwei Seiten klangten müde und tief.
24:00Doch meine Hände fanden langsam den ersten Griff von meinem alten Lied.
24:10Ich spielte das Lied, das ich nie zu Ende schrieb, mit steifen Fingern.
24:22Doch mein Herz erinnerte sich.
24:27Die Jahre waren schneller als ich, doch diese Melodie blieb hier.
24:38Sie wartete im dunklen Zimmer, bis ich wieder zu mir fand.
24:47Und sie zurück ins Leben rief.
24:53Im Koffer lag ein kleines Heft, mit Akkorden und vergilten Zeilen.
25:03Auf jeder Seite stand ein Anfang, doch kaum ein Lied durfte weiterreisen.
25:12Da war die Strophe über Aufbruch, geschrieben mit 19 Jahren.
25:21Und unten fehlten noch die Worte, weil ich den Weg noch nicht erfahren hatte.
25:30Damals wusste ich noch nicht, wie ein erfüllter Traum sich anhört.
25:38Nun hörte ich das Meer noch Rauschen und schrieb die nächste Zeile hin.
25:46Ich spielte das Lied, das ich nie zu Ende schrieb, mit steifen Fingern.
25:58Doch mein Herz erinnerte sich.
26:04Die Jahre waren schneller als ich.
26:09Doch diese Melodie blieb hier.
26:14Sie wartete im dunklen Zimmer, bis ich wieder zu mir fand.
26:28Ich sang vom Zug am frühen Morgen, vom Wind am fremden Bahnhof.
26:35Von einer Karte an den Jungen, der so lange auf mich wartete.
26:41Zum ersten Mal verstand ich, das Lied war niemals unvollendet.
26:47Es hatte nur auf jenes Leben gewartet, das ich erst heute wirklich lebte.
26:58Ich spielte das Lied, das ich nie zu Ende schrieb.
27:06Und plötzlich hatte jede Pause einen Grund und ein Gesicht.
27:14Die Jahre waren schneller als ich.
27:19Doch nicht alles ging mit ihnen fort.
27:24So lang noch eine Seite klingt, kann auch ein alter Traum.
27:33Ein neuer Anfang sein.
27:39Im Gitarrenkoffer lag ein Zettel.
27:43Offener Musikabend am Freitag.
27:48Ich lass ihn zweimal, dann stellte ich die Gitarre neben meine Tür.
28:23Die Gitarre stand seit Stunden.
28:28Ich bin schon bereit neben der Tür.
28:33Ich wechselte zweimal mein Hemd und fand zehn Gründe gegen vier.
28:44Die Finger waren längst zu steif, die Stimme nicht mehr jung und klar.
28:54Und wer wollte schon ein Lied hören, das fast fünfzig Jahre alt war.
29:05Dann sah ich auf dem Küchentisch, den Brief von meinem jungen Ich.
29:15Dort stand die alte Frage, hast du hier etwas nur für dich getan?
29:21Ich sang das Lied, das so lange geschwiegen hat.
29:31Auf einer kleinen Bühne in dieser fremden Stadt.
29:37Der erste Ton war unsicher, die zweite Zeile zitterte noch.
29:47Doch für einen einzigen Abend war meine Angst nicht stärker als ich selbst.
29:55Ich sang das Lied, das fast ein Leben auf mich wartete.
30:03Und hörte endlich wieder, wer ich einmal war.
30:11Im Kaffee standen zwanzig Stühle, ein altes Mikrofon im Licht.
30:23Auf einer Tafel standen Namen, ganz unten schrieb ich meinen hin.
30:33Als man mich schließlich nach vorn rief, ging ich beinahe wieder fort.
30:42Doch dann nahm ich die Gitarre und setzte mich an diesen fremden Ort.
30:51Ich sagte, dieses Lied hier wartet seit fast fünfzig Jahren auf sein Ende.
31:00Dann legte ich die Hände auf die Saiten und begann.
31:07Ich sang das Lied, das so lange geschwiegen hat.
31:16Auf einer kleinen Bühne in dieser fremden Stadt.
31:23Der erste Ton war unsicher, die zweite Zeile zitterte noch.
31:32Doch für einen einzigen Abend war meine Angst nicht stärker als ich selbst.
31:41Ich sang das Lied, das fast ein Leben auf mich wartete.
31:50Und hörte endlich wieder, wer ich einmal war.
31:58Ich sah den Zug am frühen Morgen, das erste Meer im Abendlicht.
32:03Ich sah den Jungen mit dem Brief und den alten Mann, der ihn heut liest.
32:09Und mitten in der letzten Strophe, war ich keiner von den beiden.
32:15Ich war einfach nur derselbe Mensch, der endlich aufgehört hatte,
32:21sich selbst zu vermeiden.
32:24Ich sang das Lied, das so lange geschwiegen hat.
32:32Und als der letzte Akkord verklang, blieb es für einen Atemzug ganz still.
32:42Dann kamen Hände, Tassen, Klirren, ein Lächeln aus der ersten Reihe.
32:49Doch der schönste Klang an diesem Abend, war die Stimme in mir selbst.
32:56Die sagte, du bist nicht zu spät.
33:02Auf dem Heimweg trug ich die Gitarre,
33:07nicht mehr wie etwas Altes.
33:12Vor meiner Wohnung lag im Briefkasten
33:16die Postkarte vom Meer.
33:44Die Gitarre trug ich noch immer,
33:47als ich den Briefkasten öffnete.
33:51Zwischen Rechnungen und Werbung
33:53lag die Karte von der Küste.
33:57Der Stempel war vom Regen blass,
34:00doch meine Worte standen klar.
34:04Ich bin später angekommen,
34:07aber noch nicht viel zu spät.
34:11Ich las den Satz im stillen Flur,
34:14als hätte ihn ein Fremder geschrieben.
34:17Doch plötzlich wusste ich,
34:19der Mann vom Meer
34:20und ich war derselbe geblieben.
34:24Die Jahre waren schneller, als ich.
34:29Sie liefen weiter,
34:32während ich noch plante.
34:36Ich wollte immer morgen leben
34:40und merkte spät,
34:43wie oft ich heute nicht da war.
34:50Die Jahre waren schneller, als ich.
34:54Doch heute laufe ich ihnen nicht mehr nah.
35:02Ich kann das gestern nicht zurückholen,
35:08doch heute bin ich endlich da.
35:14Ich legte die Karte auf den Tisch,
35:18neben Brief und alte Fahrkarte.
35:21Daneben lag das fertige Lied
35:24und mein Name von der kleinen Bühne.
35:27Die Uhr aus meiner alten Schachtel
35:30stand noch immer kurz nach sechs.
35:34Doch zum ersten Mal sah ich darin
35:36nicht nur die Zeit,
35:38die mir fehlte.
35:41Nicht jeder Traum wird noch erfüllt,
35:44nicht jeder Weg beginnt von vorn.
35:46Doch jeder Morgen, den ich wirklich lebe,
35:51ist nicht an gestern verloren.
35:53Die Jahre waren schneller als ich.
35:57Sie liefen weiter,
36:00während ich noch plante.
36:05Ich wollte immer morgen leben
36:09und merkte spät,
36:12wie oft ich heute nicht da war.
36:18Die Jahre waren schneller als ich.
36:23Doch heute laufe ich ihnen nicht mehr nah.
36:30Ich kann das gestern nicht zurückholen,
36:37doch heute bin ich endlich da.
36:42Ich nahm den neuen Kalender
36:45von der stillen Küchenwand,
36:49schrieb nicht Arbeit, nicht Termine,
36:52nur drei Zeilen mit der Hand.
36:55Morgen wieder Gitarre spielen,
36:59noch einmal ans Meer zurück
37:01und auf eine leere Seite
37:04ein neues Lied
37:06mit dem ersten Morgenlicht.
37:11Die Jahre waren schneller als ich,
37:15doch sie nahmen mir nicht alles fort.
37:21Der Junge mit den großen Träumen
37:26lebt noch immer
37:28hinter manchem alten Wort.
37:33Die Jahre waren schneller als ich
37:37und manches bleibt für immer ungetan.
37:45Doch ich muss nicht jünger werden,
37:49um noch einmal neu zu leben.
37:52Ich muss nur heute damit anfangen.
37:57Die Schachtel kam ins untere Regal,
38:03die Gitarre blieb neben meinem Stuhl.
38:08Draußen wurde langsam Morgen
38:12und diesmal war ich da.