Zum Player springenZum Hauptinhalt springen
  • vor 1 Woche
Unfassbar eigentlich, dass das beste Strategiespiel zu Game of Thrones bis heute eine Mod für Crusader Kings 3 ist. Ob das so bleibt? Nun, zumindest gibt es bald die Chance auf Veränderung. Denn mit War for Westeros soll 2027 doch tatsächlich ein waschechtes Echtzeit-Strategiespiel rund um Game of Thrones erscheinen, das auch kein billiges Mobile-Spielchen sein wird.

Sondern – und das haben die Entwickler offen eingestanden, obwohl der Titel schon Hinweis genug war – ein Game of Thrones-Spiel, das als würdiger Nachfolger des RTS-Meilensteins Schlacht um Mittelerde aufgefasst werden soll.

Bislang fehlte umfassendes Gameplay, das diesen Thronanspruch glaubhaft untermauert. Aber jetzt ist es endlich so weit! Das Entwicklerstudio ließ mich und einige Kollegen auf eine erste Demo los, in der ich prompt etwa 4 Stunden verbracht habe. Auf dem Bildschirm seht ihr außerdem einige exklusive Spielszenen zu War for Westeros, die wir bei unserer großen FYNG Show auf der gamescom exklusiv enthüllen durften.

Schauen wir also mal, ob War for Westeros das Spiel der Throne gewinnen könnte … oder dabei stirbt.
Transkript
00:04Unfassbar eigentlich, dass das beste Strategiespiel zu Game of Thrones bis heute eine Mod für Crusader
00:09Kings 3 ist. Ob das so bleibt? Nun, zumindest gibt es bald die Chance auf Veränderung. Denn
00:16mit War for Westeros soll 2027 doch tatsächlich ein waschechtes Echtzeitstrategiespiel rund um
00:22Game of Thrones erscheinen, das auch kein billiges Mobile-Spielchen sein wird. Sondern,
00:27und das haben die Entwickler offen gestanden, obwohl der Titel schon Hinweis genug war,
00:31ein Game of Thrones Spiel, das als würdiger Nachfolger des RTS-Meilensteins Schlacht um
00:37Mittelerde aufgefasst werden soll. Bislang fehlte umfassendes Gameplay, das diesen Thronanspruch
00:43glaubhaft untermauert. Aber jetzt ist es endlich soweit. Das in Wilder Studio ließen mich und
00:48einige Kollegen auf eine erste Demo einer frühen Spielversion los, in der ich prompt etwa vier
00:54Stunden verbracht habe. Auf dem Bildschirm seht ihr außerdem einige neue Spielszenen zu
00:58War for Westeros, die wie bei unserer großen Fing-Show auf der Gamescom enthüllen durften.
01:03Schauen wir also mal, ob War for Westeros das Spiel der Throne gewinnen könnte oder dabei stirbt.
01:10Ein wenig passt es ja ins Bild eines Spiels zu Game of Thrones, dass mich War for Westeros zu Beginn
01:18unterwältigt. Die spielbare Demo erlaubt lediglich kleine Scharmützel auf zwei kleinen Karten und zur
01:23Auswahl stehen auch nur zwei der zum Release geplanten vier Fraktionen. Die Starks und die
01:29Lannisters. Die anderen beiden sind übrigens das Haus Targaryen und die weißen Wanderer,
01:34angeführt vom Nachtkönig. Und was mich dann in den ersten Zügen der ATS-Partie erwartet,
01:38ist absoluter Genre-Standard. Bei den Lannisters sammelt eine Mine Gold, bei den Starks eine Windmühle,
01:45Beide bilden Einheiten aus, wobei einige davon andere kontern. Sperrkämpfer sind zwar gut gegen
01:50Reiter und Monster, während die Kavallerie Bogenschützen niedertrampelt. Neben Minen sorgen
01:56Einflussgebäude für, naja, Einfluss halt. Der wird vor allem für Heldeneinheiten benötigt,
02:02aber auch für einige Gebäude oder um die nächste Technologiestufe zu erreichen. Das spielt sich
02:07unaufgeregt, fühlt sich aber immerhin sehr atmosphärisch an, vor allem dank der stimmungsvollen,
02:11von der Serie stark inspirierten Musik, den guten englischen Synchronsprechern und der ansprechenden
02:21Optik. Dass War for Westeros sich zu Beginn so profan anfühlt, liegt aber auch an der Vorlage.
02:27Selbst wenn Starks und Lannisters in einer Fantasy-Welt existieren, ist Westeros zur Zeit von
02:33Das Lied von Eis und Feuer anfänglich noch unmagischer als Urigellas Besteckschublade. Da kämpfen auf den
02:40Schlachtfeldern letztlich eben doch stinknormale, mittelalterliche Armeen gegeneinander. Dabei bleibt
02:45es allerdings nicht. Lannisters und Starks mögen zu Beginn gleichförmig erscheinen, in Wahrheit sind
02:49sie das aber gar nicht. Ihr solltet zwar nicht unbedingt eine Fraktionsvarianz wie bei StarCraft
02:54erwarten, aber immerhin mehr, als man zunächst denkt. Spätestens ab der Mitte der Partie tun sich
02:59schon die ersten Klüfte auf. Das geht allein damit los, dass es einen kleinen Unterschied zwischen den
03:04Mühlen der Starks und den Minen der Lannisters gibt. Letztere werfen mehr Gold ab, dafür gehen den
03:10Minen nach einiger Zeit die Rohstoffe aus. Die Windmühlen der Starks sind behäbiger, sammeln aber
03:16unaufhörlich. Vor allem dürfen die Lannisters aber Gold gegen Einfluss tauschen und umgekehrt, sowie mittels
03:21freischaltbarer Technologie, sogar Schulden machen. Damit sind die Blonden Löwen ab der Mitte einer Partie
03:27unheimlich anpassungsfähig und geraten so gut wie nie in einen echten Ressourcenengpass. Sie können
03:33sogar für einiges an Gold mächtige Söldnerregimenter wie die Goldene Kompanie auf der Stelle ausheben,
03:39ausgesprochen nützlich. Ein Highlight der Lannisters sind im Endgame die Seefeueroptionen.
03:45Triboke verschießen dann Kugeln, die grüne Flammenexplosionen auslösen. Es gibt aber auch
03:49Pyromanen, die das Zeug werfen oder damit Sprengfallen bauen. Die Starks auf der anderen Seite glänzen vor allem
03:56mit Einheitenvielfalt, starken Verteidigungsanlagen und Masse. Ab der zweiten Technologiestufe könnt ihr
04:03euch als Starkspieler überlegen, ob ihr lieber auf die Wildlinge oder die Nachtwache setzt. Die
04:08Wildlinge gewähren günstige Einheiten, die sich gegenseitig buffen und einige Hinterhaltfähigkeiten
04:12mitbringen. Und wem das nicht reicht, der sollte die Wildlinge allein für den Zugriff auf waschechte
04:17Riesen in Erwägung ziehen, die wahlweise sogar auf dem Rücken eines Mammuts in die Schlacht stampfen.
04:23Da wirken die Soldaten der Nachtwache im Vergleich etwas unspektakulär, wobei ihr die reine
04:30Kampfkraft der schweren Fußsoldaten und Reiter ebenfalls nicht unterschätzen solltet. Letztlich
04:35ist die Wahl jedoch nicht super ausschlaggebend, da ab der dritten Technikstufe die Starks die
04:40Nordische Allianz freischalten und sich auf diese Weise Wildlinge und Nachtwache doch noch einig
04:46werden. Im fertigen Spiel sollen laut Game Director Ryan McMahon über einen Fraktionsskilltree noch mehr
04:52Entscheidungen auf euch zukommen. Das soll ein wenig an die Spezialfähigkeiten aus Schlacht
04:57und Mittelerde 2 erinnern, also die Zauber, mit denen ihr etwa Tom Bombadil oder die Armee
05:02der Toten rufen durftet. Der Skilltree soll allerdings keine exakte Kopie des Systems aus
05:07Mittelerde werden, sondern die politische Dynamik von Game of Thrones irgendwie abbilden. So richtig
05:12vorstellen kann ich mir darunter aber noch wenig. Was War for Restaurants auf jeden Fall nicht braucht,
05:17sind noch mehr passive Buffs. Insbesondere deshalb, da auch den Heldeneinheiten im Spiel bislang noch
05:23ein bisserl der Punch fehlt. Das ist ebenfalls auf das Szenario zurückzuführen, da weder Tywin Lannister
05:29noch Robb Stark mal eben dutzende Truppen mit einer Schockwelle wegfegen wie Gandalf. Aber in Schlacht
05:35um Mittelerde kamen selbst Figuren wie Aragorn oder Gimli dann doch ein wenig besser zur Geltung. Wobei die
05:40verschiedenen Rollen der Helden thematisch gut gewählt sind. Tywin bufft als Stratege im Hintergrund Einheiten,
05:46während Jaime Lannister als Heldenkiller agiert. Jon Snow fühlt sich an der Seite von Fußsoldaten an der
05:52Front am wohlsten, Robb Stark hingegen ist darauf ausgelegt, Feinde zu schwächen. Die Starks bekommen in der
05:58Demo zudem noch Verstärkung von den Schattenwölfen Geist und Grauwind. Gerade Grauwind ist aber eher dafür
06:04gedacht, Robb zu unterstützen. Das wirkt auf mich wie eine vertane Chance. Der Wolf wäre in meinen Augen als
06:10automatischer Gefährte oder zeitweise Beschwörung deutlich eindrucksvoller. Das hätte meiner Ansicht nach etwas mehr
06:16spielerisch interessante Möglichkeiten geboten als die paar Debuff-Fähigkeiten von Robb. Zumal die
06:21Aufeinandertreffen von Armeeverbänden in War of Westeros aktuell noch ziemlich schnell ablaufen. Da fühlen
06:26sich aktive Einheitenwaffs in der Regel nicht derart befriedigend an, wie ein aktiver Skill, der wirklich
06:31Schaden anrichtet oder andere spielerische Vorteile bietet. Klassische RTS-Gefechte sind für sich schon nie
06:36super realistisch. Da wäre ich als Fan jetzt nicht sturmgelaufen, nur weil Robb mal einen Wolfsrudel
06:41herbeizaubert oder Tywin einen Teil der Karte durch Spionageaktionen oder so aufdeckt. Vor allem,
06:47da die Targaryens mindestens einen Drachen in die Schlacht rufen dürfen und der Nachtkönig eine
06:51untote Horde erhebt. Vielleicht erfüllen aber ja bisher noch nicht spielbare Helden diesen Wunsch.
06:56Für die Lannisters durften wir bei der Fing Show auf der Gamescom etwa den hühnenhaften Berg
07:01Gregor Clegane präsentieren. Der sollte aus offensichtlichen Gründen in Gegnergruppen einschlagen,
07:06wie ein ungebremster Güterzug. Die Starks bekommen mit Arya zudem noch eine quasi-magische Heldin,
07:13die sich in erdeutschte Feinde verwandeln kann, um den Gegner zu infiltrieren. Wie gut sich das in
07:17der Praxis eines oftmals hektischen RTS-Gefechtes aber einfügt, ist noch ein wenig unklar. Game of
07:23Thrones hat als RTS also spürbar mehr Hürden zu überwinden als der Hedringer. Doch das bringt auch
07:29Chancen. Zum Beispiel bei den tatsächlichen Gefechten, die spürbar taktischer angelegt sind als im Genre
07:35üblich. Hier sollen Positionierung und Formation durchaus eine größere Rolle spielen. Das erkennt
07:40ihr daran, dass War for Westeros auch viel mit Flankierungsboni arbeitet. Falle ich einem Feind
07:46in den Rücken, wirkt sich das spürbar auf den Verlauf des Scharmützels aus. Obendrein verfügen
07:51Einheiten und Helden über einen Moralwert. Erlischt die Moral, wird die Einheit erschüttert und verliert
07:56dadurch einige ihrer Fähigkeiten, richtet weniger Schaden an und bewegt sich auch langsamer. Dieser
08:01strategische Ansatz findet sich auch bei den Siegbedingungen. Hier muss ich nicht zwangsweise
08:05den Feind komplett vernichten. Es reicht, wie bei Company of Heroes den größten Teil der Kontrollpunkte
08:10zu halten. Dadurch wird es deutlich schwerer, sich vollständig einzugraben und abzuwarten.
08:15Einigeln ist natürlich trotzdem eine valide Taktik, deswegen gibt es ja auch Mauern im Spiel,
08:20aber wer überhaupt nicht expandiert, verliert. Das typische Mauern war in der Demo aber insgesamt
08:25recht umständlich und unfertig, hat sich also da gleich doppelt nicht gelohnt. Trotzdem wirken
08:31Gefechte in den besten Momenten bereits in der Demo glaubwürdiger, als ich das sonst von
08:34Age of Empires oder auch Schlacht um Mittelerde kenne, wo ja meist ein gewisses Chaos regiert.
08:39Allerdings passiert das meiste davon noch zu selten. In der Demo waren Konter-Einheiten zu
08:44überlegen, weshalb sich kaum mal ein längeres Geplänkel aus Schlachtreihen bilden konnte.
08:48Dadurch kam die taktische Tiefe nie ganz zur Geltung und die vielen Buff-Fähigkeiten der Helden
08:54verpufften auch regelrecht. Ein Problem war in der Demo zudem die KI. Selbst auf dem höchsten
08:59Schwierigkeitsgrad ist die bislang nämlich lächerlich ausrechenbar. Sie passt ihre Strategie
09:03nie an und ich weiß immer schon vorher, welche Kontrollpunkte sie sich um jeden Preis schnappen
09:09will. Eine lückenlose Verteidigungslinie über die ganze Map war daher nie notwendig,
09:14genauso wenig wie das Ausspionieren von Truppenbewegungen mit ein paar Späheinheiten.
09:19Folglich reizt die KI die taktischen Möglichkeiten nie aus und bringt höchstens mal versehentlich
09:24ein Flankenmanöver zustande. Die Entwickler haben die KI aber wohl im Blick und wollen
09:29nachbessern. Die Rede war von Spielstilen, durch die die Computergegner in jeder Partie
09:34anders agieren. Dass sich die Kämpfe trotzdem glaubhaft anfühlen, lag in der Demo eher am
09:39Impact der Einheiten. In War for Westeros hat jede Einheit ein spürbares Gewicht und wenn
09:44eine Kavallerieeinheit einschlägt oder ein Riese die Keule schwingt, dann entfaltet das
09:49eine sehr spürbare Wucht. Schön für ein echt episches Schlachtgefühl wäre jetzt noch
09:55eine größere Einheitengrenze. In der Demo blieben die Armeen recht klein. Doch das soll
10:00sich in jedem Fall noch nach oben korrigieren lassen im fertigen Spiel. Die Demo war also
10:04ein stetes Auf und Ab. Mir fällt es danach zumindest schwer, mir vorzustellen, dass War for
10:10Westeros einer Spiel wie Schlacht um Mittelerde tatsächlich das Wasser reichen kann, allein
10:13wegen des Settings. Westeros eignet sich in meinen Augen nicht optimal für diese Art ATS. Zumindest
10:19nicht, wenn man gleichzeitig den eher bodenständigen, fantastischen Realismus der Vorlage beherzigen
10:24will. Ich denke nach wie vor, dass es Strategie-Genres gibt, die sich für die Welt besser eignen.
10:29So etwas wie Dune Spice Wars hätte ich mir gut vorstellen können und offensichtlich
10:33Crusader Kings. Diplomatie und Intrigen sind schlicht zu wichtig für das Universum, wie
10:38ich finde. Das fehlt in der Demo komplett. Es soll zwar noch die Sandbox-Kampagne kommen,
10:43in der ich laut Entwickler meine eigenen Geschichten schreibe und auch Intrigen und Verrat
10:48vorkommen. Mehr Details verraten wollten sie dazu aber noch nicht. Und trotzdem hatte ich
10:53durchaus Spaß mit War for Westeros. Die taktischen Gefechte bieten Potenzial und man merkt die
10:58Leidenschaft für die Vorlage. Fans von Game of Thrones dürfen also zumindest endlich einmal
11:03darauf hoffen, ein alles in allem unterhaltsames Strategiespiel zu ergattern.
11:07Bis zum nächsten Mal.
11:10Bis zum nächsten Mal.
11:10Bis zum nächsten Mal.
Kommentare

Empfohlen