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  • vor 4 Wochen
Fable will es mit seinem Reboot 2027 gleich allen recht machen: Das Rollenspiel soll eine packende Kampagne mit Entscheidungen und spannenden Figuren, aber auch eine Weltensimulation mit 1.000 von Hand gebauten, individuellen NPCs bieten.

Bei so völlig unterschiedlichen Richtungen, stellt sich schnell die Frage: Wie soll das denn bitte alles zusammenpassen? Die Antwort: Gar nicht. Oder fast gar nicht.

Ich habe auf der gamescom 2026 das kommenden RPG von Microsoft erstmals angespielt und mich danach mit den Entwicklern unterhalten und zeige euch in diesem Video, was euch mit Fable erwartet und vor allem, worauf ihr nicht hoffen solltet.
Transkript
00:04Fable hat wirklich Großes vor. Das Rollenspiel will eine spannende Geschichte erzählen und
00:09gleichzeitig die Fantasy-Welt Albion in eine riesige Simulation verwandeln. Tausend von
00:15handgebaute, individuelle NPCs besiedeln das Reich und ich kann mit ihm tun und lassen,
00:20was ich will. Ja, auch heiraten und Kinder kriegen. Klingt wie zwei völlig verschiedene
00:25Vision? Jawohl, da ist schon was dran. Ich habe jetzt aber Fable auf der Gamescom 2026 endlich
00:30auch mal selbst anspielen können und danach die Entwickler von Playground Games mit allerhand
00:34Fragen löchern können. Und ganz ehrlich, nach all den Terminen habe ich das Gefühl,
00:38dass es Fable irgendwie allen recht machen möchte und genau deswegen viel von seiner Faszination
00:43einbüßen könnte. Was das Rollenspiel trotzdem noch spannend macht, was euch genau erwartet und
00:47wie jetzt eben diese beiden verschiedenen Pole genau zusammenpassen sollen, das erfahrt ihr in den
00:52folgenden Minuten. Direkt die traurige Nachricht vorab, ich konnte leider nicht selber in der Open
01:11World herumlaufen. Die spielbare Messe-Demo bestand wirklich nur aus einem linearen Abschnitt, der im
01:16fertigen Spiel am Anfang des zweiten von drei Akten stattfinden wird. Ich erkunde darin nur eingestülpt,
01:22mit dem abgehalfterten Helden Humphrey. Der gesamte Abschnitt war extrem linear und ich habe
01:27einfach für rund zehn Minuten Geister, Skelette und einen kleinen Boss besiegt. Zu den Gefechten
01:32komme ich aber später nochmal genauer. Das war also die lineare Kampagnen-Seite der Geschichte. Die
01:42andere zeigt ein neuer rund 20 Minuten langer Trailer. In dem kauft sich die Spielfigur Häuser,
01:48hat Mann und Kind und kann theoretisch auch noch Geschäfte aufkaufen und Personal einstellen.
01:53Soweit so bekannt.
01:55Kommen wir also zur wichtigsten Frage, wie zur Hölle soll denn die maximale Freiheit von der
01:59Welten-Simulation und die von dem extrem vorgegebenen Hauptpfad zusammenpassen? Die Antwort? Gar nicht.
02:06Oder zumindest fast gar nicht. Im Interview hat Playground Games nämlich verraten, dass Fable für
02:11mehrere Spielertypen konzipiert ist. Wer also Lust auf spannende Geschichten hat, der kann einfach nur dem
02:17goldenen Pfad und der Kampagne folgen. Dann erlebt man in mindestens 15 bis 20 Stunden die Geschichte rund um die
02:22böse Isabelle.
02:24Ich meine, ich bin nicht besonders stolz davon, aber äh, ich rand auf ein paar
02:31Steuze. Ich äh, äh, ich mag nicht darüber sprechen. Ich kam zu einem lokalen Sculptor in
02:38der Stadt. Ich habe ihn verpflichtet, um meine Bildung in einem roeren Marble.
02:45Insofern, ich weiß nicht, was ich falsch gemacht habe, aber, äh, die Leute würde mir nicht
02:49bezahlen. Wer hingegen mehr Lust auf Quatsch hat, der kann sich in die Open World stürzen,
02:55Menschen heiraten, eine Familie gründen, NPCs ärgern oder sogar ein ganzes Dorf auslöschen.
03:01Playground ist dabei wichtig, dass man sich das Spiel nie verbauen kann. Das bedeutet, wenn
03:06ich wirklich ein komplettes Dorf auslösche, dann bevölkert das Spiel es Stück für Stück neu.
03:09Mein Ruf ist nach so einer Aktion auch nicht für immer im Keller. Das Problem, was Kollege
03:14Dimi in der letzten Vorschau übrigens bereits schon festgestellt hat, ist aber, die Simulation bleibt
03:18so oberflächlich und es gibt für mein Handeln eben keine spürbaren Konsequenzen. Und
03:23das ist übrigens auch exakt so gewollt, damit kein Spieler frustriert aufgibt. Für meinen
03:27Geschmack gräbt das aber auch ein bisschen zu viel von der Atmosphäre der Welt ab. Weil
03:32am Ende des Tages kann ich halt einfach alles machen, was ich will, ohne dass sich irgendwie
03:35was groß ändert.
03:45Atmosphäre verliert die Welt aber eben auch dadurch, dass die Systeme insgesamt sehr
03:49flach sind. Ich kann Geschäfte leiten und Personal einstellen, ich kann heiraten und
03:53Kinder kriegen mit wem ich will, aber es bleibt alles meine Entscheidung. Die Welt verändert
03:57sich nicht, die NPCs bleiben blass. Das kann dann sogar im fertigen Spiel zu ziemlich skurrilen
04:02Situationen führen. Im Interview habe ich zum Beispiel erfahren, dass mein Kind nach einer
04:06Trennung niemals zu mir will. Entweder mein Partner lebt und nimmt es einfach mit, trenne
04:11ich mich, naja, sehr gewaltsam, dann landet das Kind im Waisenhaus. Ganz schön grausam.
04:17Wie Dimi in der letzten Preview schon gesagt hat, werden die Figuren eben keinerlei große
04:21Tiefe haben, weswegen nochmal die ganze Simulation oberflächlich und eher ein riesiges,
04:26nettes Gimmick bleibt. Das war bei den anderen Faible-Spielen nicht groß anders, ich hätte
04:30mich hier aber zumindest ein bisschen mehr Weiterentwicklung gewünscht. Doch halt, so
04:35ein bisschen Konsequenzen gibt es dann doch, und zwar ausgerechnet bei den NPCs, die man
04:39nicht töten kann. Denn ohne bestimmte Figuren würde die Story nicht mehr funktionieren, ich
04:43kann also zum Beispiel so jemanden wie Humphrey nicht einfach umhauen. Wie ich mich gegenüber
04:47solchen Charakteren verhalte, wird sich dagegen viel mehr auf das Ende der Kampagne auswirken.
04:53Playground verspricht, dass man im letzten Akt am Schluss die ganzen Auswirkungen des
04:56eigenen Verhaltens spüren soll und sogar eine wichtige moralische Entscheidung treffen
05:00muss. Ist bis jetzt aber erstmal ein Versprechen, was genau das bedeutet, das bleibt offen.
05:11Was ich euch aber noch ganz genau sagen kann, ist, wie sich die Gefechte spielen. Im Grunde bedient
05:16sich Faible dabei an modernen Genre-Standards. Ich wiese ihre Feinde an, haue stark und schwach
05:20zu, kann auch mit einer Fernkampfwaffe aus der Distanz ballern und bis zu vier Spezialattacken
05:24einsetzen. Und genau diese Spezialmanöver haben echt viel Potenzial, denn ich kann sie
05:29herrlich miteinander kombinieren. Ich lasse etwa Feinde in der Luft schweben und jage dann
05:33in alle wehrlosen Monster Blitze oder ich teleportiere mich hinter einem Gegner und schubse ihn dann
05:37von einer Kante herunter. Nur schade, dass die Spielwelt keinerlei große Auswirkungen bei den Gefechten
05:50hat. Es ist egal, ob Feinde in einer Pfütze stehen und ich ein Blitz losfeuer, das Wasser
05:54leitet den Strom jetzt nicht an die anderen Monster weiter. Die Welt ist also auch in den
05:58Gefechten eher eine Kulisse. Dafür waren die Monster eine angenehme Herausforderung.
06:02Ich habe ausschließlich gegen Geister gekämpft, die rufen wiederum die ganzen Skelettkrieger
06:06aus dem Boden und verstecken sich dann in einem von denen. Ich muss also den richtigen
06:10Untoten zerstören, dann den Geist erledigen und erst dann ebbt der Feindesstrom ab.
06:33Der Bosskampf treibt dieses Konzept dann sogar noch auf die Spitze, denn das Monster mit einer
06:37Laterne auf dem Kopf ruft Geister herbei, die wiederum… naja, ihr wisst schon. Playground
06:41verspricht auch, dass ich diese taktische Komponente durch die meisten Gefechte ziehen
06:45soll. Es wird zum Beispiel Gegner geben, die dann wiederum andere buffen, das heißt,
06:48ich muss erst die ersten ausschalten und so weiter und so fort. Hoffentlich schrauben die
06:53Entwickler aber auch noch an der Balance, denn selbst auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad
06:56waren die Kämpfe allesamt zu leicht. Außerdem wirkten gerade die stärkeren Gegner fast schon
07:00wie Bullet oder eher Sword-Sponges, auf die ich immer und immer wieder eindresche.
07:22Ja, und damit sind wir dann auch schon am Ende angekommen. Fable wird keine hochkomplexe
07:27Welten-Simulation und wer große Konsequenzen für seine Taten erwartet, ja, wahrscheinlich
07:32wird dann Fable nicht euer Spiel. Aber es kann immer noch ein kompetentes Rollenspiel mit
07:36einer spannenden Kampagne werden. Das steht und fällt für mich eben mit der Qualität
07:40von Geschichte und der Mission. Und zu denen kann ich eben leider noch nicht viel sagen.
07:44Meine größte Sorge ist aktuell, dass es Fable zu sehr allen recht machen will und am Ende
07:49der zu sehr zwischen den Stühlen sitzt.

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