00:04Fable hat wirklich Großes vor. Das Rollenspiel will eine spannende Geschichte erzählen und
00:09gleichzeitig die Fantasy-Welt Albion in eine riesige Simulation verwandeln. Tausend von
00:15handgebaute, individuelle NPCs besiedeln das Reich und ich kann mit ihm tun und lassen,
00:20was ich will. Ja, auch heiraten und Kinder kriegen. Klingt wie zwei völlig verschiedene
00:25Vision? Jawohl, da ist schon was dran. Ich habe jetzt aber Fable auf der Gamescom 2026 endlich
00:30auch mal selbst anspielen können und danach die Entwickler von Playground Games mit allerhand
00:34Fragen löchern können. Und ganz ehrlich, nach all den Terminen habe ich das Gefühl,
00:38dass es Fable irgendwie allen recht machen möchte und genau deswegen viel von seiner Faszination
00:43einbüßen könnte. Was das Rollenspiel trotzdem noch spannend macht, was euch genau erwartet und
00:47wie jetzt eben diese beiden verschiedenen Pole genau zusammenpassen sollen, das erfahrt ihr in den
00:52folgenden Minuten. Direkt die traurige Nachricht vorab, ich konnte leider nicht selber in der Open
01:11World herumlaufen. Die spielbare Messe-Demo bestand wirklich nur aus einem linearen Abschnitt, der im
01:16fertigen Spiel am Anfang des zweiten von drei Akten stattfinden wird. Ich erkunde darin nur eingestülpt,
01:22mit dem abgehalfterten Helden Humphrey. Der gesamte Abschnitt war extrem linear und ich habe
01:27einfach für rund zehn Minuten Geister, Skelette und einen kleinen Boss besiegt. Zu den Gefechten
01:32komme ich aber später nochmal genauer. Das war also die lineare Kampagnen-Seite der Geschichte. Die
01:42andere zeigt ein neuer rund 20 Minuten langer Trailer. In dem kauft sich die Spielfigur Häuser,
01:48hat Mann und Kind und kann theoretisch auch noch Geschäfte aufkaufen und Personal einstellen.
01:53Soweit so bekannt.
01:55Kommen wir also zur wichtigsten Frage, wie zur Hölle soll denn die maximale Freiheit von der
01:59Welten-Simulation und die von dem extrem vorgegebenen Hauptpfad zusammenpassen? Die Antwort? Gar nicht.
02:06Oder zumindest fast gar nicht. Im Interview hat Playground Games nämlich verraten, dass Fable für
02:11mehrere Spielertypen konzipiert ist. Wer also Lust auf spannende Geschichten hat, der kann einfach nur dem
02:17goldenen Pfad und der Kampagne folgen. Dann erlebt man in mindestens 15 bis 20 Stunden die Geschichte rund um die
02:22böse Isabelle.
02:24Ich meine, ich bin nicht besonders stolz davon, aber äh, ich rand auf ein paar
02:31Steuze. Ich äh, äh, ich mag nicht darüber sprechen. Ich kam zu einem lokalen Sculptor in
02:38der Stadt. Ich habe ihn verpflichtet, um meine Bildung in einem roeren Marble.
02:45Insofern, ich weiß nicht, was ich falsch gemacht habe, aber, äh, die Leute würde mir nicht
02:49bezahlen. Wer hingegen mehr Lust auf Quatsch hat, der kann sich in die Open World stürzen,
02:55Menschen heiraten, eine Familie gründen, NPCs ärgern oder sogar ein ganzes Dorf auslöschen.
03:01Playground ist dabei wichtig, dass man sich das Spiel nie verbauen kann. Das bedeutet, wenn
03:06ich wirklich ein komplettes Dorf auslösche, dann bevölkert das Spiel es Stück für Stück neu.
03:09Mein Ruf ist nach so einer Aktion auch nicht für immer im Keller. Das Problem, was Kollege
03:14Dimi in der letzten Vorschau übrigens bereits schon festgestellt hat, ist aber, die Simulation bleibt
03:18so oberflächlich und es gibt für mein Handeln eben keine spürbaren Konsequenzen. Und
03:23das ist übrigens auch exakt so gewollt, damit kein Spieler frustriert aufgibt. Für meinen
03:27Geschmack gräbt das aber auch ein bisschen zu viel von der Atmosphäre der Welt ab. Weil
03:32am Ende des Tages kann ich halt einfach alles machen, was ich will, ohne dass sich irgendwie
03:35was groß ändert.
03:45Atmosphäre verliert die Welt aber eben auch dadurch, dass die Systeme insgesamt sehr
03:49flach sind. Ich kann Geschäfte leiten und Personal einstellen, ich kann heiraten und
03:53Kinder kriegen mit wem ich will, aber es bleibt alles meine Entscheidung. Die Welt verändert
03:57sich nicht, die NPCs bleiben blass. Das kann dann sogar im fertigen Spiel zu ziemlich skurrilen
04:02Situationen führen. Im Interview habe ich zum Beispiel erfahren, dass mein Kind nach einer
04:06Trennung niemals zu mir will. Entweder mein Partner lebt und nimmt es einfach mit, trenne
04:11ich mich, naja, sehr gewaltsam, dann landet das Kind im Waisenhaus. Ganz schön grausam.
04:17Wie Dimi in der letzten Preview schon gesagt hat, werden die Figuren eben keinerlei große
04:21Tiefe haben, weswegen nochmal die ganze Simulation oberflächlich und eher ein riesiges,
04:26nettes Gimmick bleibt. Das war bei den anderen Faible-Spielen nicht groß anders, ich hätte
04:30mich hier aber zumindest ein bisschen mehr Weiterentwicklung gewünscht. Doch halt, so
04:35ein bisschen Konsequenzen gibt es dann doch, und zwar ausgerechnet bei den NPCs, die man
04:39nicht töten kann. Denn ohne bestimmte Figuren würde die Story nicht mehr funktionieren, ich
04:43kann also zum Beispiel so jemanden wie Humphrey nicht einfach umhauen. Wie ich mich gegenüber
04:47solchen Charakteren verhalte, wird sich dagegen viel mehr auf das Ende der Kampagne auswirken.
04:53Playground verspricht, dass man im letzten Akt am Schluss die ganzen Auswirkungen des
04:56eigenen Verhaltens spüren soll und sogar eine wichtige moralische Entscheidung treffen
05:00muss. Ist bis jetzt aber erstmal ein Versprechen, was genau das bedeutet, das bleibt offen.
05:11Was ich euch aber noch ganz genau sagen kann, ist, wie sich die Gefechte spielen. Im Grunde bedient
05:16sich Faible dabei an modernen Genre-Standards. Ich wiese ihre Feinde an, haue stark und schwach
05:20zu, kann auch mit einer Fernkampfwaffe aus der Distanz ballern und bis zu vier Spezialattacken
05:24einsetzen. Und genau diese Spezialmanöver haben echt viel Potenzial, denn ich kann sie
05:29herrlich miteinander kombinieren. Ich lasse etwa Feinde in der Luft schweben und jage dann
05:33in alle wehrlosen Monster Blitze oder ich teleportiere mich hinter einem Gegner und schubse ihn dann
05:37von einer Kante herunter. Nur schade, dass die Spielwelt keinerlei große Auswirkungen bei den Gefechten
05:50hat. Es ist egal, ob Feinde in einer Pfütze stehen und ich ein Blitz losfeuer, das Wasser
05:54leitet den Strom jetzt nicht an die anderen Monster weiter. Die Welt ist also auch in den
05:58Gefechten eher eine Kulisse. Dafür waren die Monster eine angenehme Herausforderung.
06:02Ich habe ausschließlich gegen Geister gekämpft, die rufen wiederum die ganzen Skelettkrieger
06:06aus dem Boden und verstecken sich dann in einem von denen. Ich muss also den richtigen
06:10Untoten zerstören, dann den Geist erledigen und erst dann ebbt der Feindesstrom ab.
06:33Der Bosskampf treibt dieses Konzept dann sogar noch auf die Spitze, denn das Monster mit einer
06:37Laterne auf dem Kopf ruft Geister herbei, die wiederum… naja, ihr wisst schon. Playground
06:41verspricht auch, dass ich diese taktische Komponente durch die meisten Gefechte ziehen
06:45soll. Es wird zum Beispiel Gegner geben, die dann wiederum andere buffen, das heißt,
06:48ich muss erst die ersten ausschalten und so weiter und so fort. Hoffentlich schrauben die
06:53Entwickler aber auch noch an der Balance, denn selbst auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad
06:56waren die Kämpfe allesamt zu leicht. Außerdem wirkten gerade die stärkeren Gegner fast schon
07:00wie Bullet oder eher Sword-Sponges, auf die ich immer und immer wieder eindresche.
07:22Ja, und damit sind wir dann auch schon am Ende angekommen. Fable wird keine hochkomplexe
07:27Welten-Simulation und wer große Konsequenzen für seine Taten erwartet, ja, wahrscheinlich
07:32wird dann Fable nicht euer Spiel. Aber es kann immer noch ein kompetentes Rollenspiel mit
07:36einer spannenden Kampagne werden. Das steht und fällt für mich eben mit der Qualität
07:40von Geschichte und der Mission. Und zu denen kann ich eben leider noch nicht viel sagen.
07:44Meine größte Sorge ist aktuell, dass es Fable zu sehr allen recht machen will und am Ende
07:49der zu sehr zwischen den Stühlen sitzt.