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  • vor 2 Tagen

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🎈
Spaß
Transkript
00:28Untertitelung. BR 2018
00:46Untertitelung. BR 2018
01:19Ich kann nicht rumschreien, solange ich will. Das ist immer noch mein Haus. Aber nicht mehr lange, oder?
01:23Oder? Du tust mir weh.
01:26Ja, ja, ich tue dir je. Du, was tust du?
01:35Schatz, ruhig dich doch.
01:37Schatz, auf einmal bin ich wieder dein Schatz.
01:41Andreas, bitte.
01:42Du willst mich gar nicht verlassen?
01:44Und die beschissene Karte von diesem Scheinungsanwalt, die war nur mit Zufall in deiner Tasche?
01:48Du kommst nicht zuvor. Halt die Schnauze!
01:52Du holst jetzt Matis aus dem Bett. Und dann fahr mir in die Hütte.
01:58Hast du das verstanden?
02:00Du verdammte Hure!
02:01Er ist ein Schatz.
02:26Der ist ein Schatz.
02:27Hier, Moin.
02:32Sieht nach Selbstmord aus.
02:34Der Mann ist schätzungsweise Mitte 40, keine Papiere.
02:37Ich denke, er ist seit zwei oder drei Tagen tot.
02:39Seinen Revolver haben wir sichergestellt.
02:41Wie ist der hierher gekommen? Zu Fuß?
02:45Wir haben jedenfalls kein Auto oder ähnliches Fahrzeug in der Nähe gefunden.
02:48Diese Wunde am Hinterkopf.
02:50Keiner hat sich die beim Fallen zugezogen haben?
02:52Wahrscheinlich ist er durch einen Rückstoß nach hinten geschleudert worden.
02:55Er hat den Abhang hier runtergestürzt und hat sich dabei den Kopf aufgeschlagen.
02:59Irgendwie kommt er mir bekannt vor.
03:01Woher?
03:02Ich kann es uns vollrecken nicht sagen.
03:05Die beiden da oben haben die Leiche gefunden.
03:07Was haben die hier gemacht?
03:08Geocaching.
03:09Aber deren GPS-Spülen, die haben sich total verlaufen.
03:12Glück für uns, sonst hätten wir die Leiche womöglich nie gefunden.
03:14Hier, schau mal, die Pistole von dem Mann. Es fehlen drei Patronen.
03:17Vielleicht hätte er vorher ausprobiert, ob die Waffe funktioniert.
03:20Ja, wir suchen schon nach den fehlenden Projekt hier.
03:23Er trägt einen Eherring.
03:25Ihr müsstet heute vermisst gemeldet sein.
03:26Habe ich schon überprüft.
03:27Keine Vermisst-Anzeige in den letzten vier Tagen.
03:30So neidwürdig.
03:40Die Waffe ist registriert auf einem Andreas Overbeck, wohnhaft in Lübeck.
03:45Overbeck? Ach klar.
03:47Mann, der war beim Raubdezernal, als ich bei der Sitte war. Das ist mindestens zehn Jahre her.
03:51Das ist ja kein Wunder, dass du ihn nicht erkannt hast.
03:53Dass er noch eine Waffe besitzen durfte.
03:56Wieso?
03:57Na ja, er soll einen Zeugen mal dermaßen zusammengeschlagen haben, dass der arme Kerl ins Krankenhaus musste.
04:01Er besaß die Waffe im Auftrag der Firma heiße Security Geldtransporte.
04:05Security? Da ist er also gelandet.
04:08Schlussendlich konnte man ihm nichts nachweisen.
04:11Er ist doch nochmal zurückgekommen, hat kurz darauf aber gekündigt, weil er sich gemobbt fühlte.
04:15Wurde er denn gemobbt?
04:17Choleriker sind niemals besonders beliebt, oder?
04:20Laut Melderegister ist er verheiratet und hat einen Sohn.
04:23Dann brauchen wir die Adresse.
04:24Dann druck ich aus.
04:51Das müsste das Auto vom Overbeck sein.
04:58Nichts Auffälliges drin zu erkennen.
05:00Licht brennt.
05:10Der Tisch ist auch nicht abgeräumt.
05:14Sieht nach einem überstürzten Aufbruch aus.
05:16Dann müssen wir jetzt irgendwie rein.
05:18Wir können da nicht irgendwie rein, Lars, finden.
05:23Okay, wir besaugen uns den Durchsuchungsbeschluss.
05:26Das geht doch.
05:29Moin, Krepo Lübeck.
05:30Moin.
05:31Wissen Sie zufällig, wo wir Frau Overbeck finden können?
05:35Ist was passiert?
05:36Wie kommen Sie denn darauf?
05:39Ich habe sie seit einer Weile nicht gesehen.
05:42Na, vielleicht sind die auch einfach für ein paar Tage weggefahren.
05:44Ja, aber ohne Auto.
05:45Und wie alt ist denn der Kleine von denen?
05:48Elf.
05:48Ja, eben, mitten in der Schulzeit.
05:50Wann haben Sie die Overbecks denn zuletzt gesehen?
05:53Na, wie gesagt, vor ein paar Tagen.
05:54Ich weiß es nicht mehr genau.
05:56Ist denn Frau Overbeck berufstätig?
05:58Nein, es ist Hausbau.
06:00Ja, gut, danke, Frau...
06:02Crotius.
06:03Wenn ich Ihnen irgendwie helfen kann...
06:05Dann werden wir uns bei Ihnen melden.
06:06Vielen Dank.
06:07Danke.
06:11Also, ganz ehrlich, nach dem Ausflug sieht das nicht aus.
06:16Ja, wenn Sie das einmal kurz prüfen könnten.
06:18Ja, ich weiß nicht.
06:18Ja, vielen Dank.
06:19Wir geben Ihnen sofort Bescheid, sobald wir den Jungen gefunden haben.
06:23Der Jungen war seit drei Tagen nicht in der Schule.
06:24Die haben schon versucht, die Familie zu kontaktieren.
06:27Das ist nicht gut.
06:28Das ist nicht gut.
06:29Danke.
06:30In der Firma vom Overbeck weiß niemand was.
06:33War wohl sonst sehr zuverlässig, sagen die Kollegen.
06:35Was ist mit seiner Frau?
06:36Hat sie Angehörige, bei denen sie sein könnte?
06:38Habe ich schon überprüft.
06:39Ihre Eltern leben in Spanien,
06:40haben seit über einem Dreivierteljahr nichts mehr von ihrer Tochter gehört.
06:44Soll ich eine Fahndung nach Mutter und Kind rausgeben?
06:47Nein.
06:48Zu früh.
06:49Vielleicht haben sie sich einfach nur gestritten.
06:51Sie hat sich ihren Sohn geschnappt
06:53und ist in der Nacht- und Nebelaktion abgehauen.
06:55Er hat das nicht verkraftet und hat sich umgebracht.
06:58Und was, wenn nicht?
07:00Was ist, wenn er die beiden auch umgebracht hat?
07:04Wir müssen ins Haus rein.
07:06Davon werden wir jetzt unsere liebe Frau Staatsanwälte überzeugen.
07:11Aber theoretisch ist es immer noch möglich,
07:13dass Frauenkind irgendwo hingefahren sind
07:14und keine Ahnung haben, dass er sich umgebracht hat.
07:16Es kann durchaus sein, dass sie vergessen hat,
07:18in der Schule Bescheid zu sagen.
07:19Aber was uns richtige Sorgen macht,
07:21sind die fehlenden Projektile.
07:23Genau.
07:24Sie halten also einen erweiterten Selbstmord vermutlich?
07:26Erweiterte Selbstmord?
07:27Wenn ich das Wort schon höre.
07:28Für mich heißt das Mord.
07:30Mord, bitte.
07:31Wir müssen Sie unbedingt finden.
07:32Ja, und vor allem müssen wir sicherstellen,
07:34dass Sie nicht im Haus sind.
07:35Oh Gott, bitte nicht.
07:37Vielleicht hat er Sie auch ganz woanders hingebracht.
07:40Seit drei Tagen.
07:41Sie kriegen sofort einen Durchsuchungsbeschluss.
07:52Du bist ja wirklich vielseitig talentiert, Strahlemann.
07:56Chapeau.
07:58Ein Brustkorb zu öffnen ist wesentlich mühsamer.
08:00Und jetzt achtet gefälligst darauf,
08:02dass ihr nicht einen möglichen Tatort kontaminiert, klar?
08:04Ja, doch.
08:11Am gemütlichen Abend im Kreise der Familie
08:13sieht mir das nicht aus.
08:15Lass uns oben weitersuchen.
08:18Ich gucke mich hier um.
08:22Oben bloß nichts Verrückten, klar?
08:24Ja, Strahlemann, du nervst ein bisschen.
08:27Ja.
08:42Drei Personen, drei Zahnbürsten, würde sagen, alles da.
08:46Klamotten und Reisekoffer auch, soweit ich das beurteilen kann.
08:56Tja.
08:58Also hier oben ist nichts.
09:00Sag ich doch, keine Leichen.
09:02Hätte ich sonst beim Reinkommen schon längst gehochen.
09:05Hier, das war in einer abgeschlossenen Schublade am Schreibtisch.
09:09Und warum schließt jemand Personalausweise und Autoschlüssel ein?
09:13Damit die Ehefrau nicht abbauen kann?
09:16Ist dir eine Handtasche oder ein Handy aufgefahren?
09:18Nee.
09:18Siehste, uns auch nicht.
09:20Aber das macht mir Hoffnung, dass die beiden noch leben.
09:22Dann trommel ich mal meine Leute zusammen.
09:24Haus und Garten müssen durchsucht und sämtliche Spuren gesichert werden.
09:37Schau mal hier.
09:39Das ist interessant.
09:41Von der Krankenkasse der Overbecks.
09:43Eine Zusage für die Kostenübernahme von 25 Therapiestunden.
09:48Eine Gesprächstherapie für beide?
09:50Eheprobleme?
09:52Schröter soll mal die Krankenkasse anrufen.
09:54Mal rausfinden, was da genau vor sich geht.
09:57Wir befragen noch mal Frau Kortius.
09:58Vielleicht hat die was von einem Streit mitbekommen.
10:00Die wunschließe ich direkt gegenüber.
10:01Komm.
10:10Tag.
10:12Ist doch was passiert, oder?
10:14Herr Overbeck ist tot.
10:19Hat er sich was angetan?
10:22Wieso vermuten Sie das?
10:23Er hätte doch auch verunglückt sein können.
10:25Ja, natürlich.
10:26Hatte er einen Unfall?
10:28Es sieht tatsächlich nach Selbstmord aus.
10:30Aber das scheint Sie nicht sehr zu überraschen.
10:32Naja, wirkt immer so aufgewühlt.
10:35Vor einigen in den letzten Monaten.
10:38Frau Kortius, wissen Sie von irgendwelchen Problemen in der Ehe der Overbecks?
10:42Nein.
10:44Dazu kann ich gar nichts sagen.
10:46Aber Sie haben sich doch scheinbar Ihre Gedanken dazu gemacht, oder nicht?
10:52Er war eifersüchtig.
10:54Und ich meine krankhaft eifersüchtig.
10:57Einmal, als der Paketbote da war, ist er total ausgeflippt.
11:02Was ist denn hier los?
11:03Was machst du hier drin?
11:04Veröffentlich, Mann!
11:05Hau ab, du Wichser!
11:07Herr Merz!
11:08Ich bin doch aufgeschubt!
11:09Ich war gerade noch mal auf.
11:10Was ist los?
11:13Das war ein Ehe.
11:13Was ist einfach das denn?
11:14Ich war in die Lieferung mit dem krankendrotter, er wollte mir nur helfen.
11:18Und deswegen muss das Arsch noch da rein, ha?
11:19Die war schwer!
11:20Los!
11:21Los, rein!
11:22Marsch auf!
11:29Der arme Junge.
11:31Ich meine, der hat doch ständig diese weißen Dinger auf dem Kopf.
11:34Diese Kopfhörer wahrscheinlich, damit er einfach nichts mitkriegen muss.
11:37War Herr Overbecks seiner Frau gegenüber gewalttätig?
11:40Sie trug öfter eine Sonnenbrille, an Regentagen und immer langärmlige Pullover.
11:47Gab es denn einen Grund für die Eifersucht?
11:49Nein, sie ist schüchtern.
11:52Eher der Typ Frau, die völlig in der Mutterrolle aufgeht.
11:55Haben Sie denn vor drei Tagen abends von da drüben irgendwas Auffälliges gehört?
11:59Streit? Schreie?
12:01Ich gehe mal zweitig ins Bett.
12:04Gibt es irgendwelche Freunde?
12:06Nein, habe ich noch nie gesehen.
12:08Es hat eher auch zu verhindern gewusst.
12:12Danke.
12:15Sag, machst du da drüben irgendwie einen MP3-Player oder was ähnliches?
12:19Oder diese weißen Kopfhörer hat gefunden, von denen sie sprach?
12:22Nein, nein, nichts davon.
12:23Also die Handtasche für das Handy, diese Kopfhörer,
12:27das hätten die doch niemals ohne weiteres mitnehmen können, wenn der sie gezwungen hat.
12:30Nein, Frau Dr. Zobel, zum gegenwärtigen Zeitpunkt können wir nichts ausschließen.
12:34Deshalb müssen wir an die Öffentlichkeit.
12:35Was, wenn die Frau sich einfach verkrochen hat und dann erfährt sie vom Tod ihres Mannes aus der Zeitung oder
12:40aus dem Fernsehen?
12:41Oder schlimmer noch, ihr Sohn hört es.
12:42Ja, oder noch schlimmer, Oberbeck hat sie irgendwo eingesperrt und sie können sich aus eigener Kraft nicht befreien.
12:46Es gibt doch nur drei Möglichkeiten. Entweder die beiden sind tot, das wäre worst case.
12:50Zweitens, sie sind irgendwo eingesperrt.
12:52Und dann zählt jede Sekunde oder drittens ist es so, wie Sie sagen, aber dann...
12:55Ja, ja, ich hab's verstanden, ich hab's verstanden.
12:58Setz eine Pressemitteilung auf.
13:01Fahndung ist schon eingeleitet?
13:02Ja.
13:03Was sind die nächsten Schritte?
13:04Wir fahren erstmal in die Pathologie.
13:06Die Paartherapie fand in der Klinik an der Trave statt.
13:09Beide waren da?
13:10Ja, aber die Klinik gibt keine Auskunft am Telefon, ärztliche Schweigepflicht.
13:14Der zuständige Psychologe erwartet ihren Besuch.
13:17Ärztliche Schweigepflicht in so einer Situation? Das können die sich abschminken.
13:19Herr Schröder, Sie sorgen dafür, dass der Teil vom Lauerholz, in dem wir Overbeck gefunden haben, von einer Hundestaffel durchkämmt
13:25wird, ja?
13:26Leichenschwörende, nehme ich an.
13:29Ja.
13:30Okay, ich kümmere mich um die Pressemitteilung. Kann ich sonst noch irgendetwas tun?
13:35Ja, sorgen Sie doch bitte dafür, dass wir das Handy von Jana Overbeck outen können.
13:38Ja, mach ich.
13:41Frau Weiß hat die Befragung der Nachbar ausgebracht.
13:44Nein, keiner will was mitbekommen haben.
13:46Mhm. Ist sich nur einig, dass Sie sehr zurückhalten, dass man ihm besser aus dem Weg geht.
13:50Gilder skulärisch.
13:51Keiner hat die Familie aus dem Haus gehen sehen.
13:53Doch, ja, nicht so richtig. Ein vierjähriges Mädchen, Sina Clarissa Martin.
13:58Vier Jahre?
13:58Sie sagt, sie sei nachts aufgewacht, weil sie einen schlimmen Traum gehabt hat und hätte gesehen, wie Mattis in ein
14:03großes, dunkles Auto gestiegen ist.
14:04Könnte sie mehr sagen über dieses große, dunkle Auto?
14:07Sie sagt, hinten auf dem Auto sei sowas wie eine Gabel gewesen oder sowas ähnliches. Und darunter Buchstaben. Aber sie
14:12kann natürlich noch nicht lesen.
14:13Liefer-Service, Pizza oder so.
14:15Ich prüfe mal, ob sich jemand in der Nachbarschaft was zu essen bestellt hat.
14:18Ja, wir sind auf dem Weg in die Pathologie.
14:20Danke.
14:25Todesursache war eindeutig der Kopfschuss. Die andere Wunde am Kopf war nicht tödlich.
14:29Können wir von Selbstmord ausgehen?
14:31Es war ein aufgesetzter Kopfschuss. Seine und nur seine Abdrücke befinden sich auf der Waffe.
14:37Die Position der Finger stimmt ebenfalls.
14:39Was ist mit Schmauchspuren?
14:41Gibt es keine. Allerdings ist es bei diesem Waffentyp möglich, dass keine zurückbleiben.
14:46Ich denke, es war sehr wahrscheinlich Selbstmord.
14:49Die anderen Laborergebnisse dauern noch. Aber ich...
14:53Aber was?
14:54Ach, nichts Konkretes.
14:56Ach komm, jetzt sag schon.
14:58Hier, die Wunde am Hinterkopf. Ich bin mir nicht sicher, ob sie von dem Stein aus dem Wald herrührt.
15:04Die Form scheint mir nicht ganz zu stimmen.
15:06Ja, wann weißt du das denn genau?
15:07Bald. Ja, und ich sag euch sofort Bescheid, wenn ich mehr weiß.
15:10Gut, dann statten wir jetzt mal dem Therapeuten der Overbecks einen Besuch ab.
15:24Ich hab schon auf Sie gewartet. Klaus Grotius.
15:28Grotius? Sind Sie mit Sigrid Grotius verwandt? Der Nachbarin der Overbecks?
15:32Sie ist meine Mutter.
15:34Das wird mit Ihrer Mutter auch gar kein Zufall sein.
15:37Sie hat im Gespräch mit Frau Overbeck vermutlich mal unsere Klinik erwähnt.
15:41Also gut. Was können Sie uns über die Overbecks erzählen?
15:45Tut mir leid, nichts. Ich darf nicht.
15:47Hören Sie zu. Overbeck ist tot. Seine Frau und sein Kind werden vermisst.
15:50Also kommen Sie uns nicht mit dem Arztgeheimnis.
15:56Herr Grotius, es geht um zwei Menschenleben.
16:04Was genau möchten Sie denn überhaupt wissen?
16:06Alles, was uns hilft, die beiden so schnell wie möglich zu finden.
16:09Lebend.
16:12Das Ehepaar Overbeck war nur zweimal bei mir.
16:15Das letzte Mal vor zwei Wochen.
16:17Und da hatte er Overbeck angekündigt, nicht mehr kommen zu wollen.
16:19Was haben die Overbecks von Ihnen gewollt?
16:22Eheprobleme.
16:23Sie hatte Angst vor ihm und suchte professionelle Hilfe.
16:27War diese Angst berechtigt?
16:30Um das beurteilen zu können, hätte ich ihn öfter sehen müssen.
16:32Aber er schien sehr angespannt, aggressiv.
16:37Was wäre denn so eine mögliche Diagnose gewesen?
16:40Dissoziale Persönlichkeitsstörung.
16:43Und das heißt?
16:44Geringe Affektkontrolle, mangelnde Frustrationstoleranz, aggressives Verhalten.
16:51Macht er auf Sie den Eindruck, dass er selbstmachtgefährdend ist?
16:55Suizidale Tendenzen passen in dieses Krankheitsbild, ja.
16:59Was glauben Sie, hat der Overbeck seine Frau geschlagen?
17:06Sie haben es beide abgestritten.
17:08Aber der Blick von ihr sprach Bände.
17:10Warum hat sie es geleugnet, wenn sie doch bei Ihnen Hilfe suchte?
17:13Das ist die typische Gewaltspirale.
17:15Das Opfer schweigt aus Unsicherheit und Angst.
17:18Als sie gewagt hat zu erwähnen, dass er seinen Polizeidienst quittieren musste...
17:23Das hat sie gesagt?
17:24Ja.
17:25Und so hat er reagiert.
17:32Ich glaube das nicht.
17:34Wieso kommst du jetzt mit dieser alten Kacke an?
17:36Aber das muss er ja wissen, um uns helfen zu können.
17:38Damals fingen ja deine Probleme an.
17:40Meine Probleme?
17:42Das einzige Problem, das ich habe, wisst du.
17:44Wenn du mich lieben würdest und mich ständig irgendwelchen anderen Männern hinterher rennen,
17:48dann hätten wir keine Probleme.
17:50Du weißt, dass das nicht stimmt.
17:51Dann lenk ich mir das alles aus, oder was?
17:53Setzen Sie sich bitte wieder hin, Herr Overbeck.
18:00Und von so einem Seelenklebner, lass ich mir überhaupt keine Vorschriften machen.
18:03Klar?
18:04Jana, wir gehen.
18:05Komm.
18:06Jana!
18:06Los jetzt!
18:07Bitte beruhigen Sie sich.
18:11Ist das ruhig genug?
18:13Soll ich den Sicherheitsdienst rufen?
18:15Du kannst mich mal.
18:16Und wenn du nicht in einer Minute draußen bist, dann passiert was.
18:28Ist okay, Herr Grotius.
18:30Er beruhigt sich schon wieder.
18:31Wir reden nächstes Mal weiter.
18:32Danke.
18:40Es ist leider typisch für misshandelte Frauen, sich immer wieder aufs Neue der Illusion hinzugeben,
18:45dass ihr Peiniger sich doch noch ändern wird.
18:48Können Sie sich vorstellen, dass er seine Familie getötet hat, bevor er selbst in den Tod ging?
18:52Oft ist solch ein Krankheitsbild mit einer narzisstischen Störung verbunden.
18:56Heißt, der Täter glaubt, seine Opfer wären ohne ihn nicht lebensfähig.
19:00Insofern möglich, ja.
19:01Was ist der Auslöser für sowas?
19:03Oder braucht es keinen?
19:05Naja, wenn Jana Oberbeck ihren Mann tatsächlich verlassen hätte, wäre die Situation eskaliert, schätze ich.
19:14Sie meinen, Mord war für ihn die einzige Möglichkeit, seine Frau und sein Kind zu behalten?
19:22Wenn Sie noch Fragen haben.
19:26Danke.
19:27Danke.
19:28Bitte.
19:30Was glaubst du, hat er uns alles gesagt, was er weiß?
19:33Viel Hoffnung hat er uns jedenfalls nicht gelassen, was das Schicksal der beiden betrifft.
19:39Wieso sucht sich Oberbeck zum Sterben des lauer Holz aus?
19:43Das ist die totale Pampa da draußen.
19:46Worauf willst du ihn aus?
19:49Ich meine, vielleicht hat er einen speziellen Bezug zu diesem Stück Wald.
19:54Haben wir mal gecheckt, ob die noch andere Immobilien haben?
19:58Wenn wir das nicht getan haben, sollten wir schnellstens nachholen.
20:09Wenn Sie beim Katasteramt über Oberbeck nichts finden, dann gucken Sie doch mal unter Jana Oberbecks Mädchennamen.
20:15Wissen Sie, was ich meine?
20:15Natürlich weiß sie das.
20:16Im Recherchieren ist sie King.
20:18Die Queen.
20:19Die Leichnung haben nicht angeschlagen.
20:23Keinerlei auswertbare Mobilfunkdaten und keine Spugen von Gewalt oder Blut an Oberbecks Auto.
20:28Er muss eine andere Transportmöglichkeit benutzt haben, um ins Lauerholz zu kommen.
20:32Es wurde auch kein Auto gestohlen gemeldet.
20:34Was ist mit Firmenwagen, Taxi, Mietwagen, Carsharing? Wie weit seid ihr damit?
20:38Frau Weiß und ich sind dran, aber das sind jede Menge Anrufe.
20:40Wenn wir die ganze Nacht durchtelefonieren schaffen, wir sind nicht alle zu erreichen.
20:43Ich habe die Presse informiert. Morgen sind alle Zeitungen voll.
20:46Oh Mann, ich sehe schon die Schlagzeilen. Familiendrama in Lübeck. Wo sind Mathis und seine Mutter?
20:52Und spätestens übermorgen stehen wir alle am Pranger, wenn wir sie bisher nicht gefunden haben.
20:57Ja, ich höre schon die Anrufe. Bloß, dass 99 Prozent aller Hinweise von irgendwelchen Spinnern sind.
21:02Ich habe hier was. Flurstück bebaut mit Jagdhütte. Behört allerdings einem Friedhelm Oberbeck.
21:08Das ist Andreas Oberbecks Onkel.
21:11Ist aber schon seit zwei Jahren tot.
21:12Wo steht die Hütte?
21:13Und Flur 3, Flurstück 134.
21:17Lauerholz, los, komm.
21:19Und stieg uns den Krankenwagen hinterher, vorsichtshalber.
21:24Gute Arbeit.
21:39Gute Arbeit.
21:42Hier.
22:20Hier ist Licht.
23:00Hier oben sind Sie auch nicht. Ich weiß nicht, ob ich frustriert oder erleichtert sein soll.
23:09Hier ist ein Abschiedsbrief von Overbeck, unterschrieben und datiert.
23:14Mein Vertrauen in die Zukunft ist zerstört, deshalb sehe ich keinen Sinn mehr in diesem Leben, der tot ist die
23:20einzige Lösung für uns alle.
23:22Für uns alle? Verdammt. Steht da irgendetwas davon, wo er Sie hingebracht hat oder was er mit Ihnen vorhaben könnte?
23:29Nichts. Verdammt. Er hätte sich hier überall hinbringen können, aber vor allem hat er den Brief ausgerechnet hier hingelegt.
23:38Ja, offensichtlich, weil er wollte, dass man ihn findet.
23:41Sieh mal, vor drei Tagen geschrieben und sagte Selbstmordes.
23:47Verdammt nochmal, ich hab kein gutes Gefühl. Was sind die bloß?
23:58Alles klar, verstanden. Wir sind auf dem Weg. Danke.
24:00Das war Strahl. Er hat was für uns. Wir sollten am besten mal vorbeifahren.
24:04Herr Kiesewetter, da draußen ist eine Dame, die wird zu Ihnen.
24:08Frau Grotius?
24:09Mir ist noch was eingefallen. Ich dachte, ich weiß ja nicht, ob es Ihnen weiterhilft.
24:13Also mir ist eingefallen, dass Jana Overbeck mal von einem Onkel ihres Mannes erzählte und der ist vor kurzem gestorben.
24:19Und der hat der Familie eine alte Jagdhüte vererbt, ja.
24:22Ach, das wissen Sie schon.
24:23Ja, wir waren gestern Nacht da. Nein, nein, wir haben die beiden dort nicht gefunden.
24:27Frau Grotius, wir haben Sie sehr, sehr ehrlich. Es tut uns leid, bitte.
24:31Hier, hab Kaffee frisch aufgebrüht. Ja, ich nehm gern ein. Ernst, ich denke an deine Pumpe.
24:41Ach, kann ich einen haben? Äh, ja. Gab's denn irgendwelche Hinweise in der Hütte?
24:48Was denn für Hinweise? Na, ich weiß nicht, Spuren. Ja, was für Spuren?
24:52Na, die darauf hindeuten, dass da jemand war. Overbeck, Jana oder Mathis oder so.
24:56Ich darf darüber nichts sagen. Wir haben also nichts gefunden, was Ihnen weiterhilft.
25:01Also, wie gesagt. Gut. Ich danke Ihnen. Äh, Sie haben ja gar nicht getrunken.
25:12Wir haben erste Laborergebnisse und die sind interessant. Inwiefern?
25:16Der Rotwein, den ihr im Haus gefunden habt, war mit einem Schlafmittel versetzt. Benzotramizin, um genau zu sein.
25:21Ein Wirkstoff aus der Gruppe der Benzodiazepine. Ach nee.
25:24Dann hat er seine Frau vorher betäubt. Wir haben es in seinem Blut gefunden.
25:29Normalerweise wird dieses Medikament bei Angstzuständen verschrieben oder in Verbindung mit Antidepressiva.
25:34Die hatte er allerdings nicht im Blut. Wäre er denn in der Lage gewesen,
25:38trotz des Medikaments sein Kind und seine Frau zu verschleppen und oder umzubringen?
25:43Sicher. Die Wirkung ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Er hatte zudem nicht allzu viel von dem Wein getrunken.
25:48Ja, aber wieso war das Zeug im Wein? Ich meine, bei dem, was er vorhatte, wollte er sich doch nicht
25:53schlafen legen.
25:54Da hast du recht. Dann hat sie ihm das Mittel verabreicht. Aber warum?
26:00Irgendwas, was ich Angst hatte. Ein schlafender Mann schlägt nicht.
26:03Vielleicht hat er es gemerkt und ist deswegen ausgerastet.
26:05Also, sein Plan stand fest. Er hatte den Abschiedsbrief ja schon geschrieben.
26:09Da hat er nicht im Affekt gehandelt.
26:12Aber seine Frau kannte ihn. Sie wusste, wie er tickt.
26:15Vielleicht hat sie gespürt, dass er kurz vor einer Eskalation stand und hat ihn deswegen beträubt.
26:18Das scheint mir im Moment die wahrscheinlichste Variante. Aber was ist dann passiert?
26:21Das müsst ihr herausfinden. Kommen wir zu seiner Kopfwunde.
26:24Ja.
26:26Das Blut auf dem Stein, auf dem sein Kopf lag, ist von ihm.
26:30Na komm, das bringt uns doch jetzt nicht weiter.
26:31Aber die Analyse der mineralogischen Partikelspuren hat ergeben, dass die Wunde von einem anderen Stein stammt
26:36und nicht von dem Geröll am direkten Fundort.
26:39Du meinst, er wurde niedergeschlagen?
26:41Hätte er denn trotz der Kopfwunde bei Bewusstsein sein können? Ich meine, die Wunde war sehr tief.
26:46Ihr wisst so gut wie ich, was genügend Adrenalin bei einem Menschen bewirken kann.
26:50Wir suchen schon nach einem anderen Stein mit Blutspuren.
26:53Okay, danke, Stahlemann, dass das so schnell ging.
26:55Ach so, sag mal, dieses Benzo...
26:56Tramezin.
26:57Das ist doch bestimmt verschreibungspflichtig, oder?
26:59Kriegst du. Beim Psychologen deines Vertrauens.
27:02Gut.
27:06Wenn Jana Overbeck ihrem Mann diese Kopfwunde zugefügt hat...
27:09Die KTU hat auf jeden Fall im Haus keinen Stein gefunden.
27:12Dann muss die KTU sich noch mal im Garten oben sehen.
27:15Vielleicht hat sich Jana Overbeck nur verteidigt oder wollte ihren Sohn Mattis beschützen.
27:20Sie hat die niedergeschlagen, er konnte sie trotzdem überwältigen und hat beide gezwungen, mit ihm zu fahren.
27:24Okay.
27:26Aber warum erlaubt er ihr dann, Handtasche und MP3-Player mitzunehmen?
27:30Vielleicht wollte er sie in Sicherheit wiegen, weil er plante sie mit in den Tod zu nehmen.
27:34Wir müssen das Fahrzeug finden, mit dem er sie weggebracht hat.
27:39Herr Grotius.
27:41Es tut mir leid, ich habe keine Zeit.
27:42Wir haben auch nur eine Frage. Haben Sie denen Overbecks Porrierungsmittel verschrieben?
27:47Benzo Tramezin?
27:49Wieso?
27:50Wir bekommen das auch raus, wenn Sie denen ein privates Rezept ausgestellt haben.
27:55Gut. Sie war öfter bei mir. Ohne ihren Mann. Insgesamt sechsmal.
28:00Warum haben Sie uns das nicht gesagt?
28:02Die Schweigepflicht.
28:04Sie lebt unter Angstzuständen, Schlafproblem, also habe ich ihr ein Privatrezept ausgestellt.
28:08Und mehr hat sie Ihnen bei diesen Gelegenheiten nicht erzählt, über ihren Mann?
28:12Nein. Sie wollte wissen, wie sie ihn verändern kann und habe ich ihr jedes Mal versucht klarzumachen, dass eine Trennung
28:17die einzige Option ist.
28:20Wo waren Sie letzten Samstag?
28:27Bei meiner Mutter, so wie jedes Wochenende. Bis ca. 22 Uhr, dann wollte sie ins Bett.
28:32Und was für einen Wagen fahren Sie?
28:36Ein SUV.
28:37Und Sie haben beim Einsteigen nichts aus dem Nachbarhaus gehört?
28:42Kein Geschrei, kein Poltern, nichts.
28:44Nein. Das hätte ich Ihnen doch erzählt.
28:47Ah, Herr Rücker.
28:48Grüß Sie. Kommen Sie. Tut mir leid, Sie müssen mich jetzt wirklich entschuldigen.
28:57Der feine Herr Sohn. Jedes Wochenende bei der Mama. Wie nett.
29:02Sieh mal da.
29:04HLKG?
29:05Das muss der Wagen von Klaus Grotius sein.
29:09Erinnert dich das an was?
29:10Ja. Dass ich diese miesen Offroad-Panzer in der Großstadt hasse wie die Pest.
29:14Das Logo. Mit ein bisschen Fantasie ernannt die sieben Türme von Lübeck an eine Gabel.
29:21Verdammt, du hast recht.
29:23Die Kleine, mit der Frau Weiß gesprochen hat, dann hat die doch nicht fantasiert.
29:27Wir müssen den Wagen sofort auf DNA-Spuren untersuchen lassen.
29:30Das ist wegen einer Aussage einer Vierjährigen. Das klappt nicht.
29:33Wir haben doch bisher nichts gegen Grotius in der Hand.
29:35Dann müssen wir das eben ändern.
29:36Frau Weiß, wir brauchen alles über Klaus Grotius.
29:39Ja, den Sohn der Nachbarin.
29:42Und?
29:44Grotius ist ein vorbildlicher Bürger.
29:46Er zahlt seine Steuern, meldet sich brav bei jedem Umzug an und ab.
29:48Was ist denn mit ihm?
29:50Nun ja, es besteht die Möglichkeit, dass ihm der Wagen gehörte, in dem der kleine Mattis in der besagten Nacht
29:54eingestiegen ist.
29:56Und wo ist der Zusammenhang?
29:57Na ja, vielleicht hatten die beiden ja ein Verhältnis.
30:02Übertragungen nennt man das.
30:03Es passiert oft, dass eine Patientin sich in ihren Therapeuten verknallt.
30:08Das würde ja auch erklären, warum seine Mutter so großen Anteil nimmt.
30:12Als sie weg waren, hat sie versucht, mich regelrecht zu verhören.
30:17Und wenn der eifersüchtige Overbeck von diesem Verhältnis erfahren hat, dann...
30:21Dann wäre das der Auslöser, von dem Grotius gesprochen hat.
30:25Der bringt lieber seine Familie um, als von ihr verlassen zu werden.
30:29Warum in dieser Jagdhütte? Weil die so abgelegen ist?
30:32Ja, kann auch sein, dass er da einen besonderen Bezug dazu hatte. Er hatte eine glückliche Kindheit oder Jugend.
30:36Auf jeden Fall zwingt er Jana und macht dies mit ihm zu fahren.
30:40Aber Jana wehrt sich.
30:41Nur, wie kommt jetzt Grotius ins Spiel?
30:45Vielleicht hat Jana ihn um Hilfe gebeten?
30:47Und er hat Overbeck niedergeschlagen?
30:49Ja, vielleicht.
30:50Und sie beide nehmen nur das für sie Nötigste mit, die Handtasche und diesen MP3-Player, und lassen Overbeck zurück.
30:56Overbeck kommt zu sich, realisiert, dass Frau und Kind weg sind, vermutlich für immer.
31:01Ja, aber wieder kommt er ins lauer Holz. Seine Auto hat er nicht genommen.
31:07Vielleicht...
31:08Vielleicht hat Grotius ihn weggeschafft.
31:10Ich meine, Overbeck war ohnmächtig. Er konnte sich nicht wehren.
31:13Was auch immer war, der hat damit zu tun, so oder so.
31:16Vielleicht sind Jana und Mattis bei ihm. Haben wir seine Privatadresse?
31:34Das ist ein richtiger Palast hier.
31:37Man könnte meinen, die Stundensätze der Psychologen wären deutlich höher als die unseren.
31:41Ja, ganz sicher sogar.
31:46Frau Overbeck?
31:48Sind Sie da?
31:57Hier steht ein sehr kleines Fahrrad.
32:00Es passt überhaupt nicht zu dem Grotius.
32:05Hat doch gar keine Kinder.
32:10Frau Overbeck?
32:16Frau Overbeck!
32:18Wir sind von der Polizei, Krepol-Hübeck.
32:21Wir haben überall nach Ihn beiden gesucht.
32:31Euch tut keiner mehr was.
32:37Frau Overbeck, es gibt Ungereimtheiten, was den Tod Ihres Mannes betrifft.
32:42So wie es aussieht, wurde er niedergeschlagen, bevor er starb.
32:49Weil Sie sich verteidigt haben und in Notwehr gehandelt haben.
32:52Dann kann Ihnen nichts passieren.
32:58Außerdem wurde der Rotwein Ihres Mannes mit einem Schlafmittel versetzt, Benzotramezin.
33:04Das hatte Ihnen Herr Grotius verschrieben.
33:07Warum wollten Sie Ihren Mann betäuben?
33:17In der Nacht, in der Andreas Overbeck starb, haben Sie seine Frau und seinen Sohn in Ihr Haus gebracht.
33:23Seitdem haben Sie die beiden dort versteckt.
33:25Sie haben uns von A bis Z belogen.
33:35Warum, Herr Grotius?
33:38Das verschweigen Sie.
33:45Ich möchte dazu nichts sagen.
33:50Haben Sie Andreas Overbeck niedergeschlagen?
33:56Ich möchte dazu nichts sagen.
34:07Diesen Brief...
34:10Kannten Sie den bereits?
34:13Haben Sie deshalb an Grotius um Hilfe gebeten?
34:18Im schlimmsten Falle erkennt die Staatsanwaltschaft auf vorgetäuschten Selbstmord,
34:22was gleichbedeutend käme mit Mord.
34:26Wollen Sie immer noch nichts sagen?
34:34Mattis ist traumatisiert. Er braucht Sie.
34:37Warum wollen Sie nicht mit uns kooperieren?
34:41Kann ich bitte zu meinem Sohn?
34:44Nein, das ist leider im Moment nicht möglich.
34:47Wir müssen auch erst wissen, was in dieser Nacht geschehen ist.
34:50Was passiert denn jetzt mit Mattis?
34:54Wir kümmern uns um ihn.
34:56Er kommt in psychologische Betreuung.
35:17Ich verstehe einfach nicht, warum die Frau die Aussage verweigert.
35:20Wenn es nicht den Abschiedsbrief gäbe, könnte man glauben, sie hat doch etwas mit Overbecks Tod zu tun.
35:24Aber was ist, wenn Oberbeck tatsächlich gezwungen wurde, den Abschiedsbrief zu schreiben?
35:28Wenn er gar nicht Täter ist, sondern Opfer?
35:30Unsere Ärztin hat auf jeden Fall bei Mutter und Sohn Spuren festgestellt, die auf jahrelange Misshandlungen hindeuten.
35:36Ja.
35:37Entschuldigung.
35:38Wir haben zwar nichts mehr über Grotius rausgefunden, aber über seine Eltern.
35:43Es gibt ein Gerichtsurteil aus 1983, dass Herrn Walter Grotius verbietet, sich seiner Frau und seinem Sohn, also Klaus, zu
35:48nähern.
35:501983 galt eheliche Gewalt quasi als Privatangelegenheit.
35:53Es muss also Lebensgefahr für die Familie bestanden haben, wenn der Richter so entschieden hat.
35:57Ja, die Parallelen zu Overbecks sind unübersehbar. Aber Frau Grotius hat sich scheiden lassen.
36:02Hat er sie denn danach in Ruhe lassen?
36:04Nein, dieses Arschloch...
36:07Dieser Mann hat seine Frau noch weiter bedroht.
36:09Na, er hätte mich auch gewundert.
36:11Aber jetzt kommt's. Bevor er sie alle umbringen konnte, ist er selbst 1984 tödlich verunglückt.
36:15Vor den Bus gelaufen, einfach so.
36:17Was für eine glückliche Führung.
36:23Und 35 Jahre später beobachtet Sigrid Grotius genauso einen Wahnsinn bei ihren Nachbarn.
36:28Sie muss sofort gewusst haben, was bei den Overbecks los ist.
36:30Ja, Moment mal. Ihr glaubt doch jetzt nicht, dass Sigrid Grotius...
36:35Aber was ist, wenn sie nur deshalb zu uns gekommen ist, um uns von der Hütte zu erzählen, damit wir
36:40Overbecks Abschiedsbrief finden?
36:41Ja, das würde zumindest ihren Eifer erklären. Wir müssen jetzt unter Druck setzen.
36:45Ja.
36:48Wäre ihr Mann damals nicht zufällig von einem Bus überfahren worden,
36:52dann hätte er sie irgendwann umgebracht. Da liege ich doch richtig, oder?
36:56Ihr Sohn sieht, dass sich bei den Overbecks ein ähnliches Drama zu wiederholen droht.
37:00Und er wird aktiv.
37:02Klaus hat nichts Fällisches getan. Overbeck hat sich selbst erschossen. Punkt.
37:06Warum hat Ihr Sohn Jan und Mattis tagelang vor uns versteckt?
37:09Und sogar in dem Glauben gelassen, sie wären ebenfalls tot?
37:13Weil er was Gravierendes zu verbergen hat.
37:16Was, Frau Grotius?
37:19Hören Sie, Mattis braucht seine Mutter jetzt dringender denn je.
37:22Aber Jana will nicht aussagen. Und warum nicht?
37:24Weil sie ihren Sohn Klaus schützen will. Deshalb!
37:27Sie will mich schützen.
37:30Ich will das jetzt wissen. Mit wem treibst du das?
37:40Ich will das jetzt wissen. Mit wem treibst du das?
37:54Ich war's.
38:04Ich habe ihn von hinten mit dem Stein niedergeschlagen.
38:08Warum haben Sie nicht die Polizei alarmiert?
38:11Jana wollte ja den Notarzt rufen, aber dann hat sie den Abschiedsbrief entdeckt.
38:14Und dann hat sie endlich begriffen, dass sie und Mattis nie vor ihm sicher sein würden.
38:19Und dann?
38:20Wir haben das getan, was er geplant hat.
38:23Wir sind zur Hütte gefahren.
38:28Fass den Brief nicht nochmal an.
38:29Sie dürfen auf keinen Fall deine Fingerabdrücke da finden.
38:33Aber was machen wir denn jetzt mit Andreas?
38:35Was wichtig ist, ist ein Plan für dich und für Mattis?
38:37Sie könnten in ein Frauenhaus gehen.
38:39Ach ja? Und für wie lange?
38:40Ein Jahr? Zwei? Drei?
38:41Glaubst du wirklich, er wird vergessen und sie in Ruhe lassen?
38:44Ihr Mann ist krank, sehr krank. Sie können ihm nicht mehr helfen.
38:46Das müssen jetzt Fachleute versuchen.
38:48Er wird sich niemals freiwillig in Behandlung begeben.
38:50Mit diesem Brief wird jeder Richter die Einweisung in die Psychiatrie anordnen.
38:53Quatsch! Er wird wieder rauskommen und du weißt ganz genau, was das bedeutet.
38:58Geh zum Auto. Ich rede mit ihm.
39:00Jana, ich will nicht, dass du dabei bist, wenn er zu sich kommt.
39:03Ich habe so eine Angst.
39:04Er bringt uns alle um.
39:05Kommen Sie, kommen Sie mit.
39:37Und dann haben Sie die Leiche so drapiert, dass wir von einem Suizid ausgehen mussten.
39:42Und sobald wir den Abschiedsbrief von ihm gefunden hätten, wären alle vorhandenen Zweifel vom Tisch gewesen.
39:48Damit hat der Portris ein tolles Urteil unterschrieben.
39:51Aber warum haben Sie die beiden bei Ihrem Sohn versteckt?
39:53Ja, wieso hat Jana Ihren Mann nicht einfach als vermisst gemeldet?
39:56Wir sind keine Profis, Herr Kiesewetter. Wir haben nicht logisch gedacht.
40:01Warum verhaften Sie mich denn jetzt nicht endlich?
40:05Ich glaube Ihnen nicht, Frau Kultius.
40:08Auch wenn Sie eine ähnliche Leidensgeschichte erlebt haben.
40:11Aber kein Mensch begeht einen Mord für seine Nachbarin.
40:15Doch.
40:18Ich habe im Gegensatz zu Johanna und Mathis nichts mehr zu verlieren.
40:24Ich habe lieber Krebs.
40:28So habe ich wenigstens noch eine gute Tat vollbracht.
40:43Ich bin gerade informiert worden, Frau Kultius ist aus der U-Haft ins Gefängniskrankenhaus gebracht worden.
40:48Ach. Das ging aber schnell.
40:52Ja, sie wird ja den Prozess wohl nicht erleben.
40:55Das ist aber schade. Ich habe da noch offene Fragen.
40:58Wir haben ein Geständnis.
41:01Ja, aber warum wollte die uns glauben lassen, dass Jana und Mathis auch tot sind?
41:06Das hat weder für das Urteil noch das Strafmaß Relevanz.
41:09Aber für mich?
41:11Finn, lass es doch gut sein.
41:13Ich meine, Jana und Mathis geht es den Umständen entsprechend gut.
41:16Der Kleine fängt sogar langsam wieder an zu sprechen.
41:19Ist doch das Wichtigste, oder?
41:30Hallo?
41:32Herr Kiesewetter.
41:36Wollen Sie mir beim Sterben zuschauen?
41:39Oder gibt es noch etwas, das die Polizei wissen muss?
41:46Ich bin rein privat hier.
41:49Meinen Sie mir ein paar Blumen bebringen können?
41:56Haben Sie Ihren Mann damals auch umgebracht?
42:03Es geht doch nichts über einen netten Klausch am Krankenbett.
42:10Ich habe mir die Aktie von damals nochmal angesehen.
42:14Daraus geht ja nicht wirklich hervor, wie Ihr Mann unter den Bus geraten ist.
42:18Er könnte auch geschubst worden sein.
42:24Ich verrate Ihnen mal, was Herr Kiesewetter.
42:28Irgendwann, bewusst oder unbewusst, entscheidet sich jede misshandelte Frau.
42:35Er oder ich.
42:37Und die meisten entscheiden sich falsch.
42:40Ich nicht.
42:50Und so hat sich Jan an der Nacht auch entschieden.
42:52Für sich und ihren Sohn.
42:55Wieso?
42:58Nein.
43:01Ich erzähle Ihnen mal meine Variante der Geschichte.
43:03So rein hypothetisch.
43:06Du holst jetzt Mathis aus dem Bett.
43:09Und dann fahren wir in die Hütte.
43:11Hast du das verstanden?
43:13Du verdammte Ure!
43:18Mathis.
43:26Mama, habe ich Papa jetzt umgebracht?
43:29Nein.
43:32Wir haben nur versucht, mich zu beschützen.
43:34Er sollte nicht mehr wehtun, Mama.
43:36Weil es aufhört.
43:37Ich auch.
43:39Er wird uns nicht mehr wehtun, Mathis.
43:42Das verspreche ich gern.
43:46Sie hat den Mann selber erschossen, richtig?
43:49Nein.
43:50Ich glaube schon.
43:52Sie sagten es ja vorhin selber.
43:54Sie hat sich in dieser Nacht für sich und ihren Sohn entschieden.
43:57Herr Kiesewetter, für mich ist dieses Gespräch jetzt beendet.
44:02Und Sie wollen die Schuld auf sich nehmen, weil Sie nicht wollen, dass der Kleine ohne seine Mutter aufwächst und
44:06weil Sie richtig finden, was Jana getan hat, weil Sie es damals auch getan haben.
44:10Leben Sie wohl.
44:11Leben Sie wohl.
44:12Ich muss das wissen, Frau Grotius.
44:16Ich lasse mich von Ihnen nicht provozieren.
44:20Ich verstehe, dass Sie nicht locker lassen können als Polizist.
44:23Aber haben Sie überhaupt kein Verständnis für das Leid, das diese kranken Schweine ihren Familien zufügen?
44:29Gut, doch.
44:30Ich habe Empathie, vor allem für den Kleinen.
44:33Aber ich bin gegen jede Form von Selbstjustiz.
44:35Und ich bin sicher, dass jeder Täter sich rechtfertigen muss für seine Taten, früh oder später.
44:41Sie können Jana nichts nachweisen.
44:43Das wissen Sie genau.
44:44Aber Sie wird damit leben müssen, wie Sie es auch mussten.
44:48Oder wollen Sie mir Weißmachen, dass der Mord an Ihrem Mann Sie nicht über all die Jahre verfolgt hat?
44:53Am Ende, Herr Kiesewetter, zählt nur, was für die Kinder das Beste ist, wenn Sie nicht auch.
45:43Hier bist du.
45:44Warum?
45:44Ich habe dich überall gesucht.
45:47Warum gehst du nicht wenigstens an deinen Tipp?
45:56Alles okay mit dir?
45:58Ja.
46:07Machen wir es uns manchmal zu einfach?
46:11Was meinst du denn damit?
46:17Ich war gerade bei einer bemerkenswerten Frau.
46:23Willst du drüber reden?
46:29Irgendwann mal ja.
46:30Du bist da.
46:31Ja.
46:33Ja.
46:43Das war's.
46:57Ich war gerade bei einer Bemerkensflate.
46:57Ich war gerade bei einer Bemerkensflate, sondern taug oder Lamia?
47:00Wir haben uns immer wieder in den Sch spacesen.
47:00Wir sind nicht und da.
47:12Untertitelung des ZDF, 2020
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