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  • vor 2 Tagen

Kategorie

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Spaß
Transkript
00:00Musik
00:32Musik
01:16Fertig.
01:17Ach, sogar vor der Zeit.
01:19Natürlich aus Vorteil, wenn man zwei Mütter hat.
01:24Sorry, ich wollte nicht.
01:25Kein Problem.
01:29Willst du denn mal ein eigenes Kind?
01:31Unbedingt.
01:32Aber darüber haben Thorsten und ich noch gar nicht gesprochen.
01:36War ja auch ein bisschen früh nach sechs Monaten Beziehung.
01:38Da hast du wahrscheinlich recht.
01:40Weißt du, ich bin echt froh, dass du und ich so gut miteinander auskommen.
01:43Das ist nicht selbstverständlich.
01:46Mein Ex hat eben ganz passabel in Frauengeschmack.
01:50Als er letztens zum Essen da war, da hat er nur von dir geredet.
01:53Zum Essen?
01:54Davon hat er gar nichts erzählt.
01:57Na ja, er hat Linda gebracht und ist dann wieder gegangen.
02:00Komm, lass uns anstoßen auf unsere Teamarbeit.
02:03Ich hab noch Sekt im Kühlschrank.
02:04Danke, aber ich passe.
02:07Ich hab total Kopfschmerzen.
02:10Dann leg dich doch noch einen Moment hin.
02:12Die Aufführung fängt erst in zwei Stunden an.
02:13Ich fahr mit Linda einfach vor und du kommst nach, wenn's dir besser geht.
02:16Bist du sicher?
02:17Ja, klar.
02:18Willst du ein Wasser?
02:19Mh-hm.
02:20Mh.
02:44Hier, eine Kopfschmerztablette, das sollte dich schneller vor der Mund bringen.
02:48Danke.
02:55Hey, Linna, großartig.
02:58Danke, danke.
03:00Linna.
03:02Juhu.
03:04Papa.
03:05Linna.
03:07Linna.
03:08Du warst der Knaller.
03:10Hätt's dir auch gefallen, Mama?
03:12Machst du Witze, du warst großartig, Schatz.
03:15Toll.
03:16Komm, die klatschen noch.
03:18Das ist dein Applaus.
03:19Bis ja.
03:32Alles in Ordnung?
03:33Ich weiß nicht, wo Maria steckt.
03:35Das konnte ich erreichen.
03:37Du, die hatte Kopfschmerzen und wollte sich in der Laube noch ein bisschen hinlegen und die hat bestimmt einfach nur
03:40verschlafen.
03:41Ich glaube, ich fahr mal kurz hin.
03:43Schau mal.
03:45Aber wir wollten doch zusammen mit Linna feiern.
03:47Ja, ich weiß.
03:48Fang du mal an, ich komm nach.
03:50So, Osten.
04:01Alles klar, Frau Weiß.
04:02Bis später.
04:07Guten Abend, Frau Weiß.
04:08Guten Abend.
04:09Das Opfer ist Maria Gonzalez, 29 Jahre alt, Kolumbianerin und seit 2010 wohnhaft in Lübeck.
04:16Wer hat sie gefunden?
04:17Ihr Verlobter Torsten Fahrik, der wird aber gerade noch mit dem RTW versorgt.
04:21Ist der Vernehmungsweg?
04:22Klär ich ab.
04:23Strahl ist schon drin.
04:24Okay, danke.
04:32Na, abend, Strahlemann.
04:34Abend.
04:34Abend.
04:35Wir fragen Sie ja noch zu früh, oder?
04:37Diesmal nicht.
04:38Sehen wir hier.
04:41Hellrot verfärbte Leichenflecken.
04:43CO-Intoxikation.
04:46Kohlenmonoxidvergiftung.
04:48Scheiße, der Gasauf noch richtig?
04:49Ja, Leck im Abgasrohr.
04:50Die Frau ist im Schlaf erstickt.
04:53Ja, aber ein Unfall war es offensichtlich nicht, sonst wäre er nicht hier.
04:56Das Rohr war nur provisorisch getapet.
04:59Die Jungs von der KTU vermuten, dass jemand das Klebeband absichtlich abgezogen hat.
05:03Jemand oder vielleicht Sie selbst?
05:06Können das Schlaftabletten sein?
05:08Möglich, oder Kopfschmerztabletten, Magnesium etc.
05:11Also das muss unbedingt ins Labor.
05:13So haben wir es entweder mit einem Mord oder mit einem Suizid zu tun.
05:16Ja, wobei die Fakten gegen Suizid sprechen.
05:18Wieso?
05:19Es gibt keinen Abschiedsbrief und die Frau lag eingemummelt im Bett.
05:22Außerdem hier, die, die Handtasche.
05:26Nichts.
05:27Keine Tabletten, keine Verpackungsrückstände.
05:30Also wenn ihr mich fragt, ich halte Fremdverschulden für sehr wahrscheinlich.
05:38Thorsten, fahre ich jetzt vernehmungsfähig.
05:41Okay, danke Strahlemann.
05:45Johanna, ich weiß es nicht.
05:48Als ich kam, dann lag sie da tot.
05:52Ich kann mir das überhaupt nicht erklären.
05:57Ich muss bloß machen.
05:59Nein, nein, lass Linda bitte schlafen.
06:00Wir sprechen morgen mit ihr, ja?
06:02Okay.
06:05Herr Fahig?
06:06Lars Englund, mein Name.
06:08Mein Kollege von Kieselter.
06:09Was ist passiert?
06:11Tja, nach unserem jetzigen Ermittlungsstand
06:14ist ihre Verlobte durch austretendes Abgas der Heizung gestinkt.
06:23Das ist meine Schuld.
06:25Wie meinen Sie das?
06:30Die Heizung war uralt.
06:33Ich hab die noch vom Vorbesitzer übernommen.
06:36Das Ohr war nur provisorisch abgeklebt.
06:39Ich hätte längst den Motor rufen müssen.
06:41Herr Fahig, wann haben Sie ihre Verlobte das letzte Mal gesehen?
06:45Heute Morgen.
06:46Beim Frühstück.
06:50Wir wollten uns abends wieder treffen.
06:53Zur Ballettaufführung von Linda, meiner Tochter.
06:59Aber sie ist nicht gekommen.
07:02Und ich konnte sie nicht erreichen.
07:05Dann bin ich hergefahren, um nach ihr zu sehen.
07:11Aber da war sie schon tot.
07:13Wann war das genau?
07:16Gegen 21 Uhr.
07:19Wieso war ihre Verlobte überhaupt in der Laube?
07:21Sie hat mit meiner Frau zusammen das Bühnenbild gebastelt
07:24für Lennas Ballettaufführung.
07:27Ihre Frau und ihre Verlobte zusammen?
07:30Ja.
07:31Die beiden haben sich gut verstanden.
07:36Aber warum fragen Sie das alles?
07:38Das war doch ein Unfall, oder?
07:51Moin.
07:52Die Analyse der KTU ist gerade reingekommen.
07:54Es war definitiv kein technischer Defekt.
07:57Das Klebeband wurde eindeutig abgezogen.
08:01Also Mord.
08:02Ja, oder?
08:03Strahl schließt Suizid zu 100% aus.
08:06Laut Abduktionsbericht befanden sich zwar im Glas und im Blut
08:08Spuren von Benzodiazepinen, aber die Menge war sehr gering.
08:11Das heißt, die Frau hat höchstens zwei Tabletten genommen.
08:13Ja, das reicht, um ein paar Stündchen zu schlafen.
08:15Kommt, Leute, das passt doch vorne und hinten nicht zusammen.
08:17Wer nimmt kurz, bevor er zu einer Ballettaufführung geht,
08:20Schlaftabletten?
08:21Moment mal.
08:22Also in der Handtasche des Opfers
08:24wurde doch keine leere Tablettenpackung gefunden.
08:27In der Laube auch nicht? Im Müll?
08:29Nein, nichts.
08:31Also wer nimmt Tabletten aus der Packung
08:33und trägt die lose in der Tasche mit sich rum?
08:35Ich kenne da niemanden.
08:36Du meinst, jemand hat die Schlaftabletten verabreicht
08:37und dann das Klebeband abgezogen?
08:39Das wäre doch die perfekte Mordmethode.
08:42Was ist denn mit den mobilen Daten von Frau González?
08:45Die Auswertung der Mailbox, die steht noch an,
08:47aber wir haben die Anrufe und die Kursnachrichten.
08:50Ihre letzte SMS ging um 17 Uhr an Thorsten Fahrich.
08:56Kannst du mich später aus der Laube abholen?
08:59Ach.
09:01Das hat uns Stefanie, Herr Fahrich, gar nicht erzählt.
09:17Hören Sie, die Entscheidung fällt in den nächsten Stunden.
09:21Nein, das tun Sie nicht.
09:22Ich rufe Sie an.
09:27Also Tabletten mit dem Wirkstoff Benzodiazepin
09:29werden bei Durchschlafproblemen empfohlen, ja?
09:31Ja, die funktionieren ganz hervorragend.
09:33Da schnurrst du wie ein Kätzchen.
09:36Ja, was?
09:37In meinem Job findet man nachts manchmal schwer in den Schlaf.
09:41Ja, was mir so alles durch den Kopf geht?
09:43So, mein bisheriger Hausarzt ist leider verstorben
09:46und der jetzige sträubt sich gegen eine Verschreibung.
09:52Na dann doch Thorsten Fahrich seiner Verlobten
09:55die Tabletten gegeben hat.
09:56Dann würde er sie doch auch verschrieben bekommen haben, oder?
09:58Ja, vermutlich bei seinem Hausarzt.
10:00Moment mal.
10:02Hier, Dr. Betzold, Allgemeinarzt.
10:04Adresse oder Telefonnummer?
10:07Adre... Adresse.
10:08Steht drin.
10:11Okay, dann fahre ich da jetzt persönlich vorbei.
10:37Nein, jetzt nicht.
10:38Aber hier sind zwei Herren von der Polizei.
10:40Oh ja, Entschuldigung.
10:41Schicken Sie sie bitte rein.
10:44Moin.
10:45Moin.
10:47Bitte, setzen Sie sich.
10:49Sie werden entschuldigen, Herr Fahrich,
10:51aber wir wundern uns schon ein wenig,
10:54Sie schon wieder im Behober der Arbeit vorzufinden.
10:57Ja, ich habe keine Wahl.
10:59Heute fällt die Entscheidung zum Großbauprojekt in der Trawe.
11:02Es geht um die Vertiefung der Fahrrinne.
11:05Sorry, Ihre Verlobte ist tot
11:06und Sie erzählen uns irgendwas von der Vertiefung einer Fahrrinne.
11:17Ganz ehrlich,
11:18ich muss arbeiten, um nicht verrückt zu werden.
11:22Zu Hause erinnert mich alles an Sie.
11:27Erfahre ich,
11:27Ihre Verlobte hat Sie gestern per SMS gebeten,
11:30Sie von der Laube abzuholen.
11:32Das haben Sie uns gegenüber gar nicht erwähnt.
11:34Warum?
11:36Weil ich es zeitlich überhaupt nicht geschafft habe.
11:39Ich habe ihr auf die Mailbox gesprochen,
11:41dass sie sich ein Taxi zur Aufführung nehmen soll.
11:44Hier.
11:46Hier ist meine Anrufliste.
11:47Die Aufführung ging um 19 Uhr los.
11:50Ich habe Sie um 18.25 Uhr angerufen.
11:53Da kam ich gerade aus dem letzten Termin.
11:54Wir brauchen eine Auflistung all Ihrer gestrigen Termine
11:57plus eine Liste aller Zeugen.
12:11Frau Hartig,
12:13erstellen Sie bitte eine Liste mit meinem gestrigen Termin.
12:17Ja, genau.
12:18Wann, wohin, mit wem.
12:20Die Herren nehmen das so mit.
12:21Ja, Farrig,
12:23unser Gerichtsmediziner
12:25hat im Blut
12:26Ihre Verlobten
12:27mit Spuren
12:27und Schlaftabletten gefunden.
12:30Was?
12:30Wir vermuten,
12:32dass hier jemand
12:32diese Schlaftabletten verabreicht hat
12:34und anschließend
12:35das Klebeband vom Abgasrohr gezogen hat.
12:40Maria wurde umgebracht.
12:45Fröter,
12:46ich schicke Ihnen gleich mal Farrigs Termine.
12:48Checken Sie doch mal,
12:49sein Adi begegen, ja?
12:51Moment mal.
12:53Herr Schröter,
12:54ist die Auswertung der Mailbox schon da?
12:56Okay, sobald die da ist,
12:58checken Sie mal,
12:58ob Farrig seiner Verlobten
12:59um 18.25 Uhr
13:00in der Nachricht dazukommen lassen.
13:02Danke.
13:03Du weißt,
13:04ich bin keiner,
13:04der gerne spekuliert.
13:06Nein,
13:07du bist da rein faktenorientiert.
13:08Ja, aber im Ernst,
13:09als er das von den Schlaftabletten erfahren hat,
13:11das hat was bei ihm ausgelöst.
13:13Frau Weiß?
13:14Ja, ich bin's.
13:15Ich habe gerade mit dem Hausarzt
13:16von Thorsten Farrig gesprochen
13:17und zwar hätte er ihm
13:18keine Schlaftabletten verschrieben,
13:19aber seiner Frau Johanna.
13:21Ja, das ist Thorsten Farrig
13:23wohl auch gerade eingefallen.
13:37Komm, hinterher.
13:39Ja, ich bin's.
13:42Ja, ich bin's.
14:04Und zwar ist das.
14:11Du hast mich erschreckt. Was machst du denn hier? Und wie geht's dir?
14:16Die Polizei war gerade bei mir. Maria. Maria wurde umgebracht.
14:21Was?
14:22Jemand hat ihr Schlaftabletten gegeben. Und dann das Klebeband von der Heizung abgezogen.
14:27Was?
14:28Johanna, du warst die Letzte, die mit ihr zusammen war. Du hast immer Schlaftabletten dabei.
14:33Und du wusstest von dem Leck im Abgasrohr.
14:34Du glaubst nicht ernsthaft. Ich hätte Maria das angetan. Warum sollte ich das machen?
14:38Ich weiß es nicht. Aus Eifersucht. Keine Ahnung.
14:41Dass wir abgeschlotzt sind letzte Woche, das hätte nicht passieren dürfen.
14:44Das war eine einmalige Sache für mich. Vielleicht für dich nicht. Ich weiß es nicht.
14:56Kripo Lübeck. Mein Name ist Lars Englern. Mein Kollege von Kiesewetter.
15:00Wo fahre ich?
15:07Abbringen Sie die beiden bitte in den Vernehmungsraum.
15:09Danke.
15:16Alle Indizien deuten auf eine Beziehungstat hin.
15:19Opfer und Täter kannten sich und sie kannten die Begebenheiten vor Ort.
15:22Einer von den beiden ist es gewesen.
15:24Zumindest hatten beide Zugang zur Laube und wussten um das defekte Heizungsrohr.
15:28Aber was ist das Motiv? Eifersucht?
15:32Natürlich Eifersucht. Bei der Beziehungskonstellation?
15:35Das ausgerechnet du zweifelst an der harmonischen Patchwork-Familie.
15:38Bist du nicht derjenige, der mit dem Neuen seiner Ex-Hogar-Golf spielt?
15:41Die Auswertung in der Mailbox liegt vor.
15:43Thorsten Fahrig hatte um 18.25 eine Nachricht für seine Verlobte hinterlassen.
15:49Hey Schatz. Du, ich bin jetzt gerade erst aus dem Termin raus.
15:53Nimm dir bitte ein Taxi her. Wir sehen uns dann gleich in der Schule.
15:56Okay, das stimmt mit der Aussage von Fahrig über einen.
16:01Haben Sie alle seine Termine überprüft?
16:03Ja. Er kam um 13.30 Uhr aus dem Büro, ist um 14.00 Uhr ins Rathaus gegangen
16:08und nahm da durchgehend an einem Meeting teil.
16:10Ich habe mir auch die Videodateien aus dem Parkhaus kommen lassen.
16:14Er kam um 13.50 Uhr an, ist um 18.30 Uhr wieder abgefahren.
16:20Also war er pünktlich um 19.00 Uhr für die Aufwürfe an der Schule?
16:23Die Ergebnisse der erkennungsdienstlichen Untersuchungen sind da.
16:26Auf Klebeband und Heizung fanden sich Fingerabdrücke von Herrn und Frau Fahrig.
16:30Und auf dem Glas?
16:32Vom Opfer und von Johanna Fahrig.
16:34Aha. Dann hatte sie also doch Probleme mit der neuen Freundin ihres Mannes.
16:47Frau Fahrig, wo waren Sie denn gestern Abend zwischen 17.00 Uhr und 19.00 Uhr?
16:52In der Gartenlaube und später in Linnas Schule.
16:55Geht's etwas genauer, bitte?
16:58Linnas, Maria und ich waren ab 15.00 Uhr bis 17.45 Uhr in der Laube.
17:03Dann sind Linnas und ich in ihre Schule gefallen.
17:05Und Maria González?
17:07Wollte sich hinlegen und nachkommen.
17:09Laut unseren Ermittlungen waren Sie und Ihre Tochter die Letzten, die Maria González lebend gesehen haben.
17:15Was wird mir hier unterstellt?
17:18Zum Todeszeitpunkt hatte Maria González Spuren von Schlaftabletten im Blut.
17:22Ein Präparat mit demselben Wirkstoff, das sie Ihnen in Ihr Hausarzt regelmäßig verschreibt.
17:27Und Ihre Fingerabdrücke wurden auf dem Glas gefunden, mit dem ihr die Schlaftabletten verabreicht wurden.
17:32Und auf dem Klebeband, was von der Heizung gezogen wurde.
17:36Sie denken also, ich hätte Maria umgebracht?
17:41Wieso sollte ich das tun?
17:42Eifersucht?
17:43Jetzt fangen Sie auch noch an.
17:44Nun ja, die Sache liegt relativ nahe.
17:48Frau González war jung und attraktiv.
17:50Und mit dem Mann verlobt, von dem Sie noch nicht einmal geschieden wurden.
17:54Thorsten und ich haben lange genug versucht, unsere Ehe zu retten.
17:57Getrennte Betten, getrenntes Wohnen, Paartherapie, das ganze Programm.
18:00Aber erst seitdem wir uns eingestanden haben, dass es nicht mehr funktioniert, kommen wir erst wieder miteinander aus.
18:05So nennen Sie das, miteinander auskommen.
18:08Wir haben die Unterhaltung im Wagen mitgehört, Frau Fahrich.
18:11Ich bitte Sie.
18:13Nur weil wir noch einmal Sex hatten, heißt das noch lange nicht, dass ich ihn zurück will.
18:18Wir hatten zu viel Alkohol getrunken an dem Abend und wurden melancholisch.
18:21Das ist alles.
18:25Wie war das für Ihre Tochter? Wie hat sie die neue Freundin Ihres Mannes angenommen?
18:30Gut.
18:32Aber Maria hat auch keine Gelegenheit ausgelassen, Linda zu verwöhnen.
18:36Das war sicher nicht leicht für Sie.
18:39Ich meine, da kam ja nicht nur eine neue Frau, sondern auch eine zweite Mutter.
18:46Zum Muttersein gehört mehr als nur das Spaßprogramm.
18:49Shoppen, Kino, Puppentheater, das kann nun wirklich jeder.
18:52Aber Arzt, Termine, Ballettunterricht, Hausaufgaben, das war dann meine Aufgabe.
18:56Kann es sein, dass Sie auf Maria gar nicht eifersüchtig waren wegen Ihres Mannes, sondern wegen Ihrer Tochter?
19:02Lena hat eine Mutter und zwar mich.
19:04Ich habe Maria nicht umgebracht.
19:06Aber Sie waren zum Tatzeitpunkt am Tatort und Sie haben ein Motiv.
19:09Das ist doch Schwachsinn.
19:11Ich habe Maria nicht umgebracht.
19:12Ja, okay, ja.
19:14Ich habe ihr die Schlaftabletten verabreicht, zwei Stück.
19:16Und ich schäme mich dafür, wirklich.
19:18Ich wollte, dass Maria Lenas Aufführung verpasst.
19:20Ich wollte, dass Lina von Maria enttäuscht ist.
19:23Aber diese Heizung, die habe ich gestern nicht angerührt.
19:33Und?
19:35Was denken Sie?
19:37Ich denke, wir sollten die Tochter befragen.
19:40Herr Gieserwetter, das Mädchen ist acht.
19:42Und hat gerade ihre Stiefmutter verloren.
19:44Das weiß ich.
19:45Und es gefällt mir auch nicht.
19:47Aber wenn Frau Fahrich das Klebeband abgezogen hat,
19:50dann hat es die Tochter mitbekommen.
19:56Muss das denn jetzt wirklich sein?
19:58Die letzte Zeit war für Lina schon schwer genug.
20:00Ja, das ist natürlich ganz allein Ihre Entscheidung.
20:05Und was hat Johanna gesagt?
20:06Sie hat der Befragung zugestimmt.
20:12Okay, aber ich möchte noch kurz mit ihr sprechen.
20:15Na, bitte.
20:25Hey, Schatz.
20:28Na?
20:30Wie war die Fahrt in einem echten Polizeiorto?
20:33Lina, jetzt leg doch mal das Ding weg.
20:41Was ist denn los mit dir?
20:44Lina?
20:46Du bist gestern Abend einfach abgehauen, ohne was zu sagen.
20:51Und heute hat mich ein Polizist aus der Klasse abgeholt.
20:54Vor allem.
20:56Das war total peinlich.
20:58Ich verstehe, dass du sauer bist.
21:00Es tut mir leid, dass ich gestern einfach gegangen bin.
21:03Du hast versprochen, dass wir zusammen feiern.
21:06Mama, du und ich.
21:09Alle haben mit ihren Eltern gefeiert, außer ich.
21:14Ja, ich weiß.
21:17Ich wollte doch nur kurz Maria abrufen.
21:23Aber dann...
21:24Dann ist was dazwischengekommen.
21:28Mit Maria.
21:32Maria ist...
21:35Sie ist...
21:37Sie ist verreist.
21:41Verlänger?
21:47Guck mal, Dietz.
21:48Die zwei Polizisten, die würden sich gerne kurz mit dir unterhalten.
21:52Wenn das okay ist.
21:54Hallo, Lina.
21:55Ich bin der Finn, das ist der Lars.
21:57Hallo, Lina.
21:59Können wir ihr ein paar Fragen stellen?
22:00Wollen wir rausgehen?
22:02Ist das okay?
22:04Weißt du, warum wir mit dir sprechen wollen?
22:06Wegen Maria?
22:08Genau.
22:09Lena, du warst mit Mama und Maria in der Gartenlaube.
22:12Was haben die da gemacht?
22:14Ich habe Ballett geübt.
22:15Mama und Maria haben das Bühnenbild fertig gemacht.
22:18Das ist bestimmt cool, zwei Mütter zu haben, he?
22:20Naja, das kann auch anstrengend sein.
22:23Echt?
22:23Warum?
22:24Ich muss viel hin- und herfahren und so.
22:26Ah, ich verstehe.
22:27Aber die Mama und Maria verstehen sich gut.
22:30Oder gab es da auch mal Streit?
22:31Gestern vielleicht?
22:33Nö.
22:34Wenn, dann streiten Mama und Papa.
22:35Aber das ist besser geworden in letzter Zeit.
22:38Aha.
22:39Sag mal, ihr wolltet doch mit Maria zusammen zur Schule fahren.
22:42Wollte die nicht mehr mitkommen?
22:44Doch, aber sie hatte Kopfschmerzen und wollte dann später nachkommen.
22:47Dann hat Mama alles alleine ins Auto gepackt.
22:50Aber du hast ihr bestimmt geholfen.
22:51Nee, ich durfte was auf meinem Tablet gucken.
22:55Was guckst du denn da so? Zeichentrickfilme, wa?
22:57Ich bin acht.
22:59Entschuldigung, was guckt man denn so mit acht?
23:05Videoclips.
23:06Gestern habe ich das hier geschaut.
23:11Boah, es geht ja 30 Minuten.
23:13Hast du das bis zu Ende gesehen?
23:15Ja, Maria hat schon geschlafen.
23:17Und Mama hat dem Auto telefoniert.
23:19Als sie fertig war, bin ich zu ihr raus.
23:22Das heißt, die Mama kam gar nicht mehr rein.
23:26Bist du da ganz sicher?
23:27Ja, Mama hat gehupt und ich bin zu ihr raus.
23:31Und hast die Gartenlaube zugeschlossen?
23:33Nee, nur zugemacht.
23:35Maria war ja noch drin.
23:36Und außerdem habe ich ja gar keinen Schlüssel.
23:40Danke, Linne.
23:42Hast uns wirklich sehr geholfen.
23:46So, laut Linne hat die Mutter die Laube eine halbe Stunde vor ihr verlassen und kam auch nicht mehr zurück.
23:53Sie kann es also nicht gewesen sein.
23:55Und was ist, wenn sie das Klebeband vorher abgezogen hat, bevor sie raus ist?
23:59Ja, aber da hätte sie doch ihre eigene Tochter gefährdet.
24:01Das ist richtig.
24:01Bei kleinen Kindern ist die geringste Menge Kohlenmonoxid schon tödlich.
24:05Was ist, wenn die Kleine lügt?
24:09Schröter, haben Sie die Mobilfunkdaten von Frau Fahrich vorliegen?
24:12Weil die Kleine hat gesagt, ihre Mutter hätte im Auto telefoniert.
24:16Gucken Sie mal nach dem Zeitraum ab 17 Uhr.
24:18Moment, Moment.
24:21Hier.
24:22Sie hat zwischen 17.15 Uhr und 17.40 Uhr telefoniert.
24:28Heißt, die Tatzeit liegt zwischen 17.40 Uhr und 19.00 Uhr.
24:32Und dafür haben beide Eltern ein Alibi.
24:34Das heißt, wir stehen wieder am Anfang.
24:37Dann haben wir Ihnen einen Denkfehler gemacht.
24:40Bis jetzt sind wir immer von einer Beziehungstat ausgegangen.
24:43Linne hat gesagt, die Laube war offen.
24:46Jeder hatte Zugang.
24:47Ja, aber nicht jeder wusste von dem Leck im Abgasrohr.
24:50Dann haben wir irgendetwas übersehen.
24:53Torsten Fahrichs Alibi.
24:55Bisher wissen wir doch eigentlich nur, dass ein Auto vor Ort war.
24:58Frau Weiß, fahren Sie zum Rathaus.
24:59Ich will Zeugen, die den persönlich da gesehen haben.
25:02Und Sie, Schröter, Sie recherchieren mal alles über diese Frau González,
25:06was mit Konflikten außerhalb der Familie Fahrich zu tun haben könnte.
25:09Und die Familie Fahrich müssen wir nach Hause schicken.
25:11Wir haben nichts gegen Sie in der Hand.
25:13Na los.
25:18Und dann wollten Sie noch wissen, ob Mama und Maria Streit hatten.
25:21Ja? Und was hast du denn gesagt?
25:24Mama!
25:25Hey, mein Schatz.
25:31Können wir jetzt gehen?
25:33Ja, sicher.
25:34Wenn ich Sie noch mal kurz sprechen dürfte.
25:38Okay, dann geh schon mal mit Mama ins Auto.
25:40Ich komm gleich nach.
25:41Ciao, Lina.
25:43Tschüss.
25:46Es geht mir ja nichts an, aber Ihre Tochter ist acht Jahre alt.
25:49Meinen Sie nicht, Sie hatten recht darauf zu erfahren, was mit Maria wirklich passiert ist?
25:52Wir warten auf den richtigen Zeiten.
25:54Ja, aber warten Sie nicht zu lange.
25:56Es ist doch besser, Sie erfährt es von Ihnen als von jemand anderem.
25:59Ja.
26:01Und...
26:02...Johanna?
26:04Sie hat Maria nicht...
26:06Nein.
26:09Danke.
26:19Schatz, gehst du schon mal kurz ins Auto?
26:21Ich muss noch was mit Mama besprechen.
26:26Schnauze, du dich schon mal an?
26:28Mhm.
26:28Mhm.
26:33Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll.
26:35Es tut mir so leid.
26:36Ich kann nicht glauben, dass du mir das wirklich zugetraut hast.
26:39Ja, ich weiß.
26:40Es gibt keine Entschuldigung.
26:42Außer ich...
26:43Ich stehe unter Schock.
26:44Und ich mache mir selbst solche Vorwürfe.
26:47Vielleicht hätte ich Maria retten können, wenn ich sie wie vereinbart abgeholt hätte.
26:50Davon wusste ich ja gar nichts.
26:52Wieso hast du sie nicht abgeholt?
26:53Ich war zu lange im Termin.
26:55Ich habe es zeitlich nicht geschafft.
26:56Und was war das für ein Termin, so spät?
26:59Was soll denn das jetzt?
27:00Mir tut es leid, okay?
27:03Aber jetzt lass uns bitte nicht gegenseitig verrückt machen.
27:07Was viel wichtiger ist, dass wir jetzt mit Linda sprechen.
27:10Ja, aber nicht jetzt.
27:11Das war schon alles so viel für Sie und du musst doch sicher wieder ins Büro, richtig?
27:15Bei uns ist die Hölle los.
27:17Heute Abend?
27:18Gut.
27:19Okay.
27:19Ich bring Linda zurück zur Schule.
27:21Röchte ich irgendjemanden mitnehmen?
27:22Nee, ich nehme den Taxi.
27:37Warum ist Mama eigentlich nicht mitgekommen?
27:39Mama muss noch arbeiten.
27:40Und ich auch.
27:42Aber heute Abend essen wir alle zusammen, okay?
27:44Du, ich und Mama?
27:45Ja, genau.
27:47Und jetzt ab in die Schule mit dir.
27:50Na los.
27:52Ich will nicht in die Schule.
27:53Linda, ich muss wirklich dringend ins Büro.
27:55Aber kann ich da nicht mitkommen?
27:57Ich kann dir doch helfen.
28:04Kann ich gleich zurückrufen.
28:07Was?
28:08Das gibt's doch nicht.
28:09Nee, Moment.
28:12Lena, wir sehen uns heute Abend, okay?
28:14Dann sprechen wir über alles.
28:16Menno.
28:28Wann wurde das entschieden?
28:30Nein, ich komme jetzt sofort ins Büro.
28:32Ja, ich bin auf dem Weg.
28:34Ja.
28:50Also, Fahrig war gestern ab 14 Uhr im Meeting im Lübecker Rathaus.
28:55Und das wurde Ihnen genauso bestätigt?
28:58Vom Bürgermeister persönlich.
28:59Allerdings, das Meeting ging nur bis 17 Uhr.
29:02Aber er hat doch das Parkhaus um 18.30 Uhr verlassen.
29:05Genau.
29:05Das heißt, zwischen 17 und 18.30 Uhr hat ihn niemand gesehen.
29:10Ja, das passt genau mit dem Tatzeitraum zusammen.
29:12Schröter, besorgen Sie Fahrigs Handybewegungsprofil.
29:15Denn wenn er in der Laube gewesen ist, dann ist er unser Mann.
29:18Ja.
29:28Ich konnte nicht mehr tun, als mich für Ihre Firma einzusetzen.
29:31Aber am Ende entscheidet das Gremium alleine.
29:32Das wussten Sie auch.
29:35Welches Geld?
29:40Drohen Sie mir.
29:41Dafür haben Sie keine Beweise.
29:44Die Schule hat angerufen.
29:45Linda hatte einen Unfall.
29:47Fuck.
29:49Fahrig sind die Bewegungsprofil.
29:51Zwischen 17 und 18.30 Uhr.
29:53Ist keine 200 Meter vom Rathaus weg.
29:56Talweg 1.
29:58Da sitzt doch die Westentons Fair Connection.
30:00Die sind auf internationalen Bargeldtransfers spezialisiert.
30:03Und was ist damit?
30:05Ich wurde mal vor ein paar Jahren in Asien überfallen
30:07und dann hatte ich keine Kohle mehr
30:08und dann haben mir Freunde über die WTC Geld geschickt.
30:11Das ging innerhalb weniger Stunden.
30:13Kann man denn rausbekommen, wie viel Fahrig eingezahlt hat
30:15und wohin er es überwiesen hat?
30:17Das ist bei Bargeldeinzahlung unmöglich,
30:19es sei denn, man hat eine richterliche Vorladung.
30:21Das ist jetzt Blödsinn.
30:22Das dauert ja viel zu lange.
30:24Fahrig hatte doch das Treffen im Rathaus,
30:26wo es um die Vergabe eines Großbauprojektes ging, richtig?
30:28Genau, und der Bau in der Trafe steht kurz bevor.
30:31Wer war bei dem Treffen noch dabei?
30:34Der Bürgermeister, der Vorstand der Hafengesellschaft
30:36und der Hafenbehörde und die Firmenleitung beider Firmen,
30:38die um das Projekt konkurrieren.
30:40Moment mal, hat Fahrig nicht erwähnt,
30:42dass ich heute entscheide, wer das Projekt bekommt?
30:44Ja, ist es auch. Hier, frisch aus dem Druck.
30:47Oberbeck Bau GmbH, Zuschlag für Trafe-Millionen-Projekt.
30:51Also, Fahrig ist bei diesem Meeting.
30:53Für zwei der Firmen ist es die letzte Chance,
30:56so einen Millionenauftrag an Land zu ziehen.
30:58Und unmittelbar danach zahlt er Bargeld ein
31:00und überweist es ins Ausland. Was sagt uns das?
31:03Korruption.
31:06Habe ich doch schon gesagt.
31:08Ich bin wirklich nur hingefallen.
31:11Nina, setz dich mal.
31:19Na los. Draußenversprache.
31:22Ich hatte Streit.
31:25Mit diesen zwei älteren Mädchen da.
31:28Und warum hattet ihr Streit?
31:31Sind die eifersüchtig auf dich,
31:33weil du das Dornröschen spielen durftest?
31:35Die brauchen keinen Grund, Papa.
31:38Die ziehen mich wegen allem auf.
31:40Als sie von den Polizisten gehört haben,
31:42haben sie gesagt,
31:44dass die zwei Frauen bestimmt zu vier geworden sind.
31:46Da habe ich ihnen eine reingehauen.
31:56Papa.
32:00Ist Maria wirklich verreist?
32:08Nee.
32:12Maria ist nicht verreist.
32:14Ist sie...
32:18...tot?
32:21Ja.
32:24Aber warum?
32:26Weil sie krank.
32:31Du kennst doch unsere Heizung in der Gartenlaube,
32:34die mit dem Klebeband repariert ist.
32:36Hm.
32:38Die Polizei denkt,
32:40dass jemand das Klebeband abgezogen hat
32:42und dass sie dann keine Luft mehr bekommen hat.
33:03Sie ist ganz friedlich eingeschlafen.
33:07Ganz ohne Schmerzen.
33:11ist ja gut.
33:15Ist ja gut.
33:16Ist ja gut.
33:18Ich verspreche dir,
33:19die Polizei wird die Person finden,
33:21die das getan hat.
33:22Und einspüren.
33:35Warum bin ich schon wieder hier?
33:36Bitte setzen Sie sich, Herr Farrig.
33:38Nein, ich will mich nicht setzen.
33:39Ich will endlich Zeit mit meiner Tochter verbringen.
33:42Die wurde gerade schon wieder
33:43vom Polizisten weggebracht.
33:44Lena wurde zu ihrer Mutter gebracht, ja?
33:46Und wir können dieses Gespräch
33:48hier im Handumdrehen beenden,
33:49indem Sie uns ganz einfach
33:50zwei Fragen beantworten.
33:51Erste Frage,
33:52wusste Ihre Verlobte,
33:53dass sie sich bestechen ließen?
33:54Und zweitens,
33:55musste Ihre Verlobte deswegen sterben?
34:00Wie bitte?
34:01Wir haben hier
34:02Ihr Handy-Bewegungsprofil vorliegen.
34:04Wir wissen ziemlich genau,
34:05wo Sie waren
34:05und warum Sie dort waren.
34:07Sie haben Geld
34:08ins Ausland überwiesen.
34:09Geld, was Ihnen
34:10von Rechts wegen
34:11vermutlich gar nicht zusteht.
34:12Was wollen Sie mir hier unterstellen?
34:14Dass Sie von der Firma,
34:16der heute das Trave-Bauprojekt
34:17zugesprochen wurde,
34:18Geld genommen haben.
34:19Was?
34:21Wie kommen Sie auf sowas?
34:23Das ist doch reine Spekulation.
34:24Um Fakten zu schaffen,
34:25können wir gerne
34:26die Staatsanwaltschaft einschalten.
34:27Und die schickt
34:28einen Sturmtrupp
34:29durch Ihr Büro.
34:30Beschlagen am Computer,
34:31beschlagen am Unterlagen.
34:33Und dann steht fest,
34:33die Jungs hinterlassen
34:34ein richtiges Chaos.
34:35Drehen den kompletten Laden
34:36auf links.
34:37Außerdem müssten wir
34:38sich hier behalten
34:38wegen Verdunklungsgefahr.
34:41Na?
34:42Gut, ich habe Geld
34:43ins Ausland überwiesen.
34:45Das hat aber noch lange
34:46nichts mit Bestechung zu tun.
34:48Das Geld ging direkt
34:49an Marias Familie.
34:5110.000 Euro
34:52für Flugtickets zur Hochzeit,
34:54Visum, Taschengeld und sowas.
34:56Das ist sehr großzügig.
34:57Und kein Grund
34:58bezüglich Ihres Alibis
34:59zu lügen, oder?
35:02Ich wollte nicht riskieren,
35:03dass meine Frau davon erfährt.
35:05Das war meine Bargeldreserve.
35:07Die ist eigentlich
35:08Teil der Zugewinngemeinschaft.
35:09Von der Ihrer Frau
35:10nach der Scheinung
35:11genau die Hälfte bekommt, oder?
35:14Genau.
35:18Ich schwöre es Ihnen,
35:19ich habe keinen Cent
35:20von Ihnen bekommen.
35:45Ich bin fertig,
35:46ich will es auch noch in die Wanne.
35:47Ich mache uns in der Zeit
35:49was zu essen, ja?
35:50Worauf hast du Lust?
35:52Spaghetti?
35:55Lena?
35:59Lena?
36:04Lena?
36:05Lena?
36:13Ich kann nicht glauben,
36:14dass wir den gehen lassen.
36:15Glaubst du vielleicht
36:16die Geschichte mit dem Gerrit
36:17für die arme,
36:18kolumbianische Familie?
36:19Ich will nicht.
36:20Aber?
36:21Er war zur Teilzeit
36:22in der Bank.
36:24Und selbst wenn er korrupt ist
36:25und seine Verlobte das wusste,
36:26er kann das Klebeband
36:28nicht abgezogen haben,
36:28weil er nicht dort war.
36:29Dann hat es jemand anderes
36:30für ihn getan.
36:31So ein Klebeband abzuziehen,
36:32das ist kinderleicht.
36:33Die Tür stand offen,
36:34da hätte jeder reingehen.
36:35Was hast du gesagt?
36:36Ich habe gesagt,
36:37die Tür stand offen.
36:38Nein, du hast gesagt
36:38kinderleicht.
36:40Weiß.
36:41Du glaubst doch wohl nicht,
36:42dass Lena...
36:42Finn, jetzt warte doch mal.
36:46Frau Weiß,
36:47auf dieser Flasche
36:48sind die Fingerabdrücke
36:49von Lena.
36:50Lassen Sie bitte
36:51einen Abgleich machen.
36:51Ich muss wissen,
36:52ob Ihre Fingerabdrücke
36:53auch auf dem Klebeband
36:53von der Heizung sind.
36:54Das Mädchen ist acht Jahre.
36:56Komm mal wieder auf den Teppich.
36:57Überleg doch mal.
36:58Wer leidet am meisten
36:59unter der Trennung von Eltern?
37:01Die Kinder, ist schon klar.
37:02Ja, und sie hat doch mitbekommen,
37:03wie ihre Eltern
37:03sich wieder näher gekommen sind.
37:05Es ist besser geworden
37:06in letzter Zeit,
37:06hat sie gesagt.
37:07Vielleicht hatte sie einfach
37:08nur gehofft,
37:08dass ihre Eltern
37:09wieder zusammenkommen.
37:10Aber deswegen bringt das Mädchen
37:10doch nicht die Stiefmutter um.
37:12Ich glaube auch nicht,
37:12dass sie das wollte.
37:14Vielleicht wollte sie Maria
37:15nur für eine längere Zeit loswerden.
37:20Was ist das?
37:21Kommst du?
37:22Ja.
37:26Ich bin so schnell gekommen,
37:27wie ich konnte.
37:28Was ist passiert?
37:30Keine Ahnung.
37:31Ich habe kurz geduscht
37:32und dann war sie plötzlich weg.
37:34Die Terrassentür,
37:35die stand offen,
37:36aber im Garten ist sie auch nicht.
37:38Linda!
37:39Linda!
37:41Linda!
37:42Linda!
37:44Oh, Thorsten.
37:48Linda würde doch nie
37:49ohne ihr Tablet weglaufen,
37:51oder?
37:54Thorsten!
37:57Warte kurz.
37:59Ja, hallo?
38:08Linda?
38:15Ja, ich komme an das Geld
38:16so schnell nicht ran.
38:17Ich brauche mehr Zeit.
38:20Wo ist Linda?
38:22Was haben Sie mit ihr gemacht?
38:24Ich will erst mit ihr sprechen.
38:26Nein, lassen Sie mich
38:27mit meiner Tochter sprechen!
38:36Was hast du gemacht?
38:38Was hast du gemacht?
38:40Was hast du gemacht?
38:42Das ist ruhig.
38:43Frau Frach,
38:43ich war ein Verständnis
38:44und das habe ich wirklich.
38:46Aber wir müssen jetzt
38:47Ruhe bewahren.
38:59Wo bin ich?
39:02Wo bringen Sie mich hin?
39:07Also der Reihe nach.
39:08Sie haben eine halbe Million Euro
39:10von dem Bauträger angenommen,
39:11dem Sie den Auftrag
39:12zuschachern wollten.
39:14Ich habe mich
39:15für diese Firma eingesetzt.
39:16Ja, ich...
39:18Aber heute Mittag
39:19hat sich das Gremium
39:19für die Konkurrenz entschieden.
39:21Das heißt,
39:21Sie wurden geschmiert
39:22von demjenigen,
39:22der am Ende leer ausgegangen ist.
39:24Und der will jetzt
39:25sein Geld zurück.
39:26Und Sie können es ihm
39:27nicht zurückgeben
39:27und deswegen wurde
39:28Ihre Tochter entführt.
39:29Ja, ich konnte ja nicht an,
39:29dass Sie lindern!
39:30Ja, aber wieso stehen
39:31Sie dann hier noch rum?
39:32Die haben Ihre Tochter.
39:33Wieso geben Sie das Geld
39:34nicht einfach zu wollen?
39:34Ich komme an das Geld
39:35nicht so schnell ran!
39:38Ich habe es direkt
39:39nach Kolumbien überwiesen.
39:40Direkt auf Marias Konto.
39:43Das heißt,
39:44die einzige Person,
39:44die an das Geld rankäme,
39:45ist jetzt tot.
39:46Ich konnte ja schlecht
39:47mit einer halben Million
39:48zur Schuhaufführung kommen.
39:50Was hätte ich denn tun sollen?
39:52Die Polizei informieren
39:54oder es gar nicht erst an?
39:55Ey, du Schwein!
39:57Amien!
39:57Du Schwein!
39:58Was jetzt?
40:00Es muss euch in erster Linie
40:01darum gehen,
40:02Linda sicher nach Hause zu bringen.
40:03Ich rufe die Kollegen
40:04von der Technik an.
40:05Die sollen alles auffallen,
40:06was sie haben,
40:06um den Kollegen abzufangen,
40:07wenn er sich wieder meldet.
40:09Und Sie sagen mir jetzt ganz genau,
40:10mit wem Sie verhandelt haben.
40:12Kommen Sie.
40:20Wer sind Sie?
40:22Ich wollte das doch alles nicht.
40:26Ich wollte nicht,
40:27dass Maria stirbt.
40:29Ich wollte sie nicht umbringen.
40:56Ich wollte keine für zwei Stunden wegschaffen.
40:58Das ist keine große Sache.
41:01Das Quatsch hier zum Mord, Mann.
41:04Pass auf,
41:04ich will mit so einer Scheiße
41:05nichts zu tun haben.
41:07Blühende Fantasie, aha.
41:09Ja, okay,
41:09aber dann will ich mehr Kohle.
41:15Also noch einmal.
41:16Wenn der Entführer noch einmal anruft,
41:18gehen Sie bitte
41:18auf alle seine Forderungen ein.
41:19Haben Sie das verstanden?
41:21Aber das Geld?
41:22Bekommen wir aus einem Fonds
41:23der Regierung,
41:23der extra dafür eingerichtet worden ist.
41:28Schröter, was gibt's?
41:29Es gibt einen Unfall auf der B75.
41:31Zeugen berichten,
41:32dass ein Mädchen fluchtartig
41:33den Unfallort verlassen hat.
41:35Ob sie sich verletzt hat,
41:36können Sie nicht sagen,
41:37aber die Beschreibung passt auf Lina.
41:39Was ist mit dem Fahrrad des Wagens?
41:41Ja,
41:42er wurde leicht verletzt
41:43ins Krankenhaus gefahren.
41:44Den haben wir.
41:45Alles klar.
41:46Schreiben Sie Lina
41:47zur Fahndung aus.
41:48Und zwar das ganz große Besteck.
41:49Hubschrauber,
41:50Hundestaffel,
41:50alles.
41:51Mach ich.
41:51Wenn Lina entkommen ist,
41:53dann wird sie sich bei uns melden.
41:55Da bin ich mir ganz sicher.
41:57Frau Weiß,
41:58was gibt's?
42:02Positiv?
42:05Danke.
42:08Erfahre ich.
42:09Haben Sie Ihrer Tochter gesagt,
42:11was mit Maria wirklich passiert ist?
42:13Ja.
42:15Aber das,
42:15das wollten wir zusammen machen.
42:17Entschuldigung.
42:18Was haben Sie gesagt?
42:20Den genauen Wortlaut, bitte.
42:23Dass Maria tot ist,
42:25weil jemand das Klebeband
42:27von der Heizung gezogen hat.
42:29Und,
42:30dass die Polizei
42:31diese Person sucht
42:32und einsperren wird.
42:34Scheiße.
42:36Dann können wir jetzt
42:37ganz sicher davon ausgehen,
42:39dass sie genau davor Angst hat.
42:41Was?
42:42Warum?
42:43Wir vermuten,
42:44dass Ihre Tochter
42:45das Klebeband
42:45von der Heizung gezogen hat.
42:48Ah,
42:49nein.
42:50Nein,
42:50wir haben ja eingetrichtert,
42:52das Ding nicht anzufassen.
42:53Auch,
42:53dass man davon ersticken kann
42:55und stirbt?
42:56Nein,
42:56so haben wir es natürlich
42:57nicht gesagt.
42:58Sie sind doch ein kleines Kind.
43:00Wie haben Sie es denn nun gesagt?
43:01Naja,
43:02dass man davon ohnmächtig werden kann
43:03und sehr lange schlafen würde.
43:08Das sind die Koordinaten.
43:09Haben Sie eine Landkarte hier?
43:13Das ist mitten in der Pampa.
43:15Okay.
43:16Elena wurde in dem Moment entführt,
43:18als ihr klar wurde,
43:19dass sie für Marias Tod
43:19verantwortlich ist.
43:21Was geht Ihnen
43:22zu einem Kind vor?
43:23Sie steht unter Schock.
43:24Und macht sich Vorwürfe.
43:25Sie hat Angst vor der Polizei,
43:27hat Angst verhaftet zu werden.
43:28Sie will nicht gefunden werden.
43:29Vielleicht versteckt sie sich
43:30hier im Wart.
43:31Nee,
43:32sie wird sich zu Tode fürchten.
43:34Das ist doch der Leuchter
43:35und der historische Leuchtturm
43:36von Trabemünde.
43:37Der liegt im Sichtfeld
43:38vom Unfallort.
43:39Elena kennt den Turm.
43:40Sehr gut sogar.
43:41Wir waren da öfters zusammen.
43:42Auf der Aussichtsplattform.
43:45Sie wird sich doch nichts antun, oder?
43:51Schröter, ich will das Kiesewetter.
43:53Wir vermuten,
43:53dass die Kleine am Leuchtturm ist.
43:55Wir sind jetzt auf dem Weg
43:56und sorgen Sie bitte dafür,
43:57dass eine Psychologin vor Ort ist.
44:21der Leuchtturm ist.
44:35Lina!
44:36Lina!
44:37Lina!
44:38Lina!
44:39Lina!
44:40Lass uns erst mal alle weit machen.
44:52Hallo, Lina.
44:58Lina, das war ein ganz schöner Scheißtag heute, ne?
45:08Du machst dir sicher Vorwürfe wegen Maria, stimmt's?
45:13Ich weiß, dass du das Klebeband abgezogen hast.
45:16Aber ich glaube nicht, dass du wolltest, dass Maria stirbt.
45:21Nein.
45:24Magst du mir erzählen, was passiert ist?
45:30Meine Süße, ich leg mich jetzt noch mal kurz hin und dann seh ich dich später auf der Bühne, ja?
45:35Du musst doch nicht mitkommen, wenn's dir nicht gut geht.
45:38Machst du Witze?
45:39Ich lass mir doch deinen Auftritt nicht entgehen.
45:42Ich bin pünktlich da.
45:44Versprochen.
45:46Tye, Tye, Tye.
45:49Krieg ich auch ein Kassieren?
45:54Äh, Lina, guckst du noch was auf deinem Tablet an? Ich muss noch telefonieren. Und du ab ins Bett.
45:59Bis später.
46:01Alle haben sich so auf die Aufführung gefreut. Nur ich nicht.
46:08Warum denn nicht?
46:09Ich wollte nicht, dass Maria mitkommt. Weil alle anderen Mädchen machen sich immer lustig über mich und meine zwei Muttis.
46:27Ich, ich mag Maria gern. Aber ich, ich vermisse Mama und Papa.
46:36Du wolltest den Abend lieber mit Mama und Papa verbriefen?
46:40Ich dachte, wenn Mama und Papa einen Abend ohne Maria sind und mich tanzen sehen, dass sie dann stolz auf
46:48mich sind.
46:51Und, und dass...
46:53Sie dann wieder zusammenkommen?
46:55Ja. Und als Maria gesagt hat, dass sie sich nochmal hinlegen will, muss ich die ganze Zeit daran denken, was
47:05Papa mal über die Heizung gesagt hat.
47:28Ich wollte doch nur, dass Maria so lange schläft, dass sie die Aufführung verpasst.
47:34Ist ja gut. Komm her.
47:36Ich wollte nicht, dass ich stirre.
47:39Ja, das weiß ich.
47:41Seine Eltern wissen das auch.
48:08Untertitelung. BR 2018
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