- vor 2 Tagen
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SpaßTranskript
00:01Wer viel schockt, muss auch viel tragen.
00:03So was wie ein Naturgesetz.
00:05Ich lieb's mit dir eigentlich auch gut zu gehen.
00:07Das ist gut, weil ich brauch noch einen Anzug.
00:09Und ich brauch noch Schuhe.
00:11Sehr gut.
00:13Oh Mist, da muss ich ran.
00:16Soll ich die mal was abnehmen?
00:16Nee, nee, nee, das schaff ich.
00:21Na toll, die Züge in Köln fallen aus.
00:25Du fährst nach Köln?
00:26Ja, über das Wochenende zu Clara und Jahres.
00:29Aha.
00:30Das wussten wir ja schon vorher mit den Bauarbeiten.
00:34Jetzt Schienenersatzverkehr, das kenn ich schon du.
00:36Alle halbe Stunde kommt dann nur so ein...
00:41Hey, was ist los?
00:47Synkope mit Thoraxschmerzen und Schwindel.
00:52Verdachtung von guten Myokarteninfarkt.
00:54Bis gleich.
00:56Sie braucht Sauerstoff.
00:59Hey, ganz ruhig.
01:01Ein- und ausatmen.
01:07Ganz ruhig bleiben, ganz ruhig.
01:10So.
01:10Okay.
01:13Wir werden in der Klinik erwartet.
01:15Alles klar.
01:43Guten Tag.
01:44Wie geht es Ihnen?
01:45Blendend.
01:47Ist für dich abgegeben worden.
01:49Wahrscheinlich von Lars.
01:54Der hat ein schlechtes Gewissen wegen der anderen.
01:57Warum denn Obst?
02:00Ähm, Trinkgefährte mit elf Buchstaben.
02:03Was?
02:04Zechkumpane.
02:07Zechkumpane?
02:09Trinkgefährte mit elf Buchstaben.
02:13Hallo, Frau Renner.
02:15Das ist Frischrot.
02:16Medizinstudentin im praktischen Jahr.
02:18Gerade bei uns.
02:18Auf der Gynäkologie und Geburtshilfe.
02:21Hallo, Herr Renner.
02:23Und darf ich endlich nach Hause?
02:25Wie fühlt ihr die Decke auf dem Kopf?
02:26Wie sieht es denn aus?
02:30Weiterhin keine Wehntätigkeit.
02:32Warum kann ich denn nicht nach Hause?
02:35Es ist immer noch eine Risikoschwangerschaft.
02:38Sie brauchen ein bisschen Geduld.
02:40Wir machen noch mal einen Ultraschein.
02:42Meine Geduld ist aufgebraucht.
02:44Ich kann das hier alles nicht mehr sehen.
02:45Ich muss hier raus.
02:47Wird kalt.
02:51Schauen Sie mal.
02:53Einen haben wir schon.
02:58Jetzt schauen wir mal.
03:00Hier rüber.
03:02Da ist der andere.
03:05Also, dem beiden geht es gut.
03:10Dieses enge Gefühl in Ihrer Brust.
03:12Spüren Sie das noch?
03:14Es ist besser.
03:17Ich denke nicht, dass es ein Infarkt ist.
03:20Aber ich mache jetzt erst mal ein Ultraschall Ihres Herzens.
03:22Wenn Sie sich dafür ein bisschen auf Ihre linke Seite legen könnten.
03:27Was ist denn mit dem Troponin?
03:29Wie dauert das so lange?
03:30Machen Sie doch mal bitte im Labor ein bisschen Druck.
03:33Hatten Sie in der Vergangenheit öfter Atemnot?
03:36Beim Treppensteigen vielleicht?
03:40Also nie so schlimm.
03:43Also ja.
03:45Warum hast du das hier nicht gesagt?
03:47Wird kurz kalt.
03:56Also ich sehe da keine Wandbewegungsstörung.
03:58Ich sage ja, es ist kein Infarkt.
04:00Allerdings ist die linke Kammer erweitert.
04:03Und es liegt eine deutliche Klappeninsuffizienz vor.
04:06Und ich sehe auch schon die Ursache.
04:12Danke.
04:14Ich melde Sie zum CT an.
04:17Martin?
04:18Was heißt denn das jetzt?
04:20Das wissen wir nach dem CT.
04:26Ihre Werte haben sich stabilisiert.
04:28Troponin war negativ.
04:30Kein Infarkt.
04:31Keine Lungenembolie.
04:32Allerdings hat sie ein erhöhtes BNP.
04:34Ein Hinweis auf Herzinsuffizienz.
04:37Ja.
04:38Das CT hat bestätigt, was ich im Echo vermutet habe.
04:41Die Aortenklappe hat nur zwei statt drei Taschen.
04:43Sie ist wie Cuspid.
04:45Außerdem hat sie eine erweiterte Aortenwurzel.
04:5053 Millimeter.
04:57Petra braucht eine neue Aortenklappe.
05:03Soll ich es ihr sagen?
05:06Wollen Sie?
05:08Nein, nein.
05:09Das übernehme ich.
05:10Nein.
05:18So einen Fall siehst du nur in Fachzeitschriften oder Büchern.
05:22Frau Gustafsson, im Zimmer acht klagt über Schmerzen.
05:24Geben Sie ihr bitte 600 Milligramm Ibuprofen per Os?
05:27Ja.
05:28Für wann ist eigentlich die Entbindung der beiden geplant?
05:3234.
05:32Zur Schwangerschaftswoche.
05:33Cool.
05:34Da bin ich ja noch auf der Ginn.
05:35Da kann ich ja dabei sein, oder?
05:37Bei der Geburt?
05:40Da sind wir schon so ein großes Team im OP,
05:42das jede weitere Person stören würde.
05:45Und wenn ich mich ganz im Hintergrund aufhalte?
05:47Nein.
05:51Frau Dr. Schulte,
05:53könnten wir die Geburt eigentlich streamen,
05:55also klinikintern,
05:57für Ausbildungszwecke in der Geburtshilfe?
06:00Ja, grundsätzlich geht das schon.
06:03Aber in diesem Fall nicht.
06:06Frau Renner darf keiner weiteren Aufregung ausgesetzt werden.
06:23Würdest du in so einer Situation gerne gefilmt werden?
06:39Ich habe Ihnen was mitgebracht.
06:41Ah, ich kann keine Kreuzworträtsel mehr sehen.
06:45Das hier, das ist gar nicht so schlecht,
06:46das ist gestern erst erschienen.
06:48Ist da auch Kleidung für verbundene Zwillinge drin?
06:53Kann ich sonst noch irgendwas für Sie tun?
06:58Pistazieneis mit Sahne, dafür würde ich morden.
07:02Hoffentlich nicht mich.
07:03Kommt drauf an.
07:07Ich wollte Sie hier.
07:08Lisa, ich brauche Sie mal ganz kurz, ja?
07:11Chris, haben wir Pistazieneis im Kiosk?
07:14Nee.
07:16Muss es Pistazie sein?
07:18Wie wäre es mit Schokolade?
07:20Pistazie.
07:23Könnten Sie Dr. Schulte noch mal fragen,
07:25ob ich kurz raus kann?
07:27Mir geht es doch gut.
07:29Lisa!
07:31Tut mir leid, ich muss gehen.
07:39Ich muss gehen.
07:48Ein angeborener Herzklappenfehler.
07:50Seid ihr euch da sicher?
07:51Wieso habe ich das nie gemerkt?
07:53Weil die Klappe bisher gut funktioniert hat.
07:56Aber du hast sie über die Jahre zu stark beansprucht.
07:59Und wenn ich das früher festgestellt hätte?
08:02Es hätte leider auch nichts genutzt.
08:04Aber so ein Klappenersatz,
08:06das ist heutzutage in echter Routine eingehäuft.
08:11Ich kriege also eine neue Herzklappe
08:14und dann ist alles wie vorher?
08:15Ja.
08:16Und es gibt zwei Möglichkeiten.
08:18Eine mechanische Klappe.
08:26Der Vorteil ist,
08:27die hält, wenn es gut läuft,
08:29ein Leben lang.
08:30Der Nachteil,
08:31du musst Blutverdünner nehmen
08:32und das steigert das Risiko von Blutung.
08:35Ja, das geht nicht.
08:37Ich habe beständig kleinere Verletzungen.
08:39Ich habe eine Baumschule.
08:41Ja, es gibt auch noch die Möglichkeit
08:42einer biologischen Klappe
08:44aus tierischem Gewebe.
08:45Dann müssen Sie
08:46keine Blutverdünnung nehmen.
08:47Ja, aber die hält erfahrungsgemäß
08:49nur 10 bis 15 Jahre.
08:50Und dann musst du wieder
08:51unters Messer.
08:57Und bis wann muss ich das entscheiden?
08:59Da sie schon starke Auswirkungen haben,
09:02sollten Sie das in den nächsten Tagen entscheiden.
09:07Ja.
09:16Also, aus all diesen Gründen
09:18ist die mechanische Klappe
09:19die bessere Wahl.
09:22Und das mit der Blutverdünnung,
09:25das bekommst du bestimmt
09:26in den Griff.
09:29Soll ich dir was
09:29von zu Hause mitbringen?
09:31Schlafanzug, Zahnbürste?
09:33Ja, das wäre gut.
09:34Und vergiss nicht
09:35mein Gebiss
09:35und meinen Rollator.
09:39Ich habe vorhin
09:40den Betrieb angerufen.
09:41Na, die sind vielleicht begeistert,
09:42dass ich jetzt ausfalle.
09:43Und Nina steckt
09:44auf Ibiza fest.
09:46Alle Flüge
09:46sind ausgebucht.
09:52Das tut mir leid.
09:59Warum hast du mir eigentlich
10:00nicht erzählt,
10:01dass du nach Köln fahren willst?
10:04Da habe ich nicht dran gedacht.
10:10Vielleicht wäre ich ja gerne mitgefahren.
10:14Nach Köln.
10:15Fünf Stunden hin,
10:16fünf Stunden zurück.
10:17bei der Unzuverlässigen waren.
10:19Ich hätte es einfach
10:20nett gefunden,
10:21wenn du mich gefragt hättest.
10:23Ja, klar.
10:25Du hast halt mit Clara
10:26und Jahres bisher
10:27noch nie was zu tun gehabt.
10:29Genau.
10:31Und du willst,
10:31dass es so bleibt?
10:33Nein,
10:34will ich nicht.
10:35Es fühlt sich aber so an.
10:40Okay.
10:46Und warum ist es so an der Köln nicht gefahren?
10:49Ich habe einfach nicht drüber nachgedacht.
10:51Das ist alles.
10:54Wir haben hier nicht nur die insuffiziente Klappe,
10:56sondern auch die erweiterte Ortenwurzel.
11:00Worauf wollen Sie hinaus?
11:06haben Sie sich mal mit dem Tyron David Verfahren beschäftigt?
11:09Nein, wir machen hier keine Experimente.
11:11Ich weiß, es geht um Ihre Freundin.
11:12Nein, genau dasselbe würde ich bei jedem anderen Patienten mit diesem Befund sagen.
11:16Der Eingriff ist auch deutlich komplizierter.
11:18Also,
11:19dieses Verfahren ist hier nicht angezeigt.
11:22Das sehe ich anders.
11:26Sehen Sie sich die Klappe noch mal an.
11:32Die Segel sind stabil.
11:34Keine Verkalkung,
11:35keine Einrisse.
11:36Und wenn man die Klappe ein bisschen modifiziert,
11:38ist sie wie neu.
11:41Wollen wir diese Möglichkeit der Patienten nicht wenigstens vorstellen?
11:43Ist nicht nötig.
11:45Wir werden eine mechanische Prothese einsetzen.
11:47Und das ist eine Anweisung.
11:54Tyron David, schon mal gehört?
11:57Ist ein kanadischer Herzchirurg.
11:59Er hat ein sehr elegantes Verfahren entwickelt,
12:02bei dem die eigene Aortenklappe erhalten bleibt.
12:04Quasi repariert wird.
12:06Und gleichzeitig
12:09wird die erkrankte Wurzel ersetzt.
12:12Anstatt eines herkömmlichen Klappenersatzes.
12:14Ideal für jüngere Patienten.
12:17Weil sie nicht auf lebenslange Blutverdöner angewiesen sind.
12:20Und die eigene Klappe
12:21sehr wahrscheinlich länger hält
12:22als eine Prothese aus tierischem Material.
12:25Ziemlich coole Option.
12:27Ja.
12:28Aber mein Chef will diese Option vom Tisch nehmen.
12:31Dr. Böhm oder Dr. Brentano?
12:35Höher.
12:36Martin?
12:37Warum?
12:38Er hat Angst.
12:42Es geht um seine Freundin.
12:44Deswegen reagiert er irrational.
12:49Und was machst du jetzt?
12:55Und der Nachteil?
12:57Der Eingriff ist komplizierter.
12:59Und er dauert länger.
13:01So.
13:03Martin, Herr Nowak hat mir gerade
13:05von dieser dritten Option erzählt.
13:07Ich halte das für keine gute Option.
13:10Das sehe ich anders.
13:13Bikospiele-Klappen sind für dieses Verfahren
13:15nicht weniger geeignet.
13:16Frau Minou und ich werden das besprechen.
13:29Gut.
13:43Es, es tut mir leid.
13:45Ich wollte einfach nicht,
13:48dass er mit dieser Idee zu dir kommt.
13:51Schau.
13:54Mit einer mechanischen Klappe
13:56sind wir auf der sicheren Seite.
13:59Und bitte, Peter,
14:01in dem Fall...
14:06Ich möchte dich einfach bitten,
14:07mir zu vertrauen.
14:12Okay.
14:14Ich werde es mir überlegen.
14:46Frau Renner?
14:49Frau Renner, wo wollen Sie denn jetzt schon wieder hin?
14:51Ich will nur ganz kurz raus.
14:53In die Eistiele.
14:54Bei dem Wetter?
14:56Ja.
14:57Sie wissen genau,
14:58dass es in Ihrem Zustand keine gute Idee ist,
15:00hier draußen rumzulaufen.
15:02Ich kümmere mich um Frau Renner
15:03und bringe Sie zurück auf Ihr Zimmer.
15:06Dankeschön.
15:08Kann ich wenigstens noch
15:09ein bisschen frische Luft schnappen?
15:12Wenn ich bei ihr bleibe,
15:13ist es doch kein Problem, oder?
15:16Aber nur für ein paar Minuten.
15:22Sie sind die Einzige,
15:23die mich versteht.
15:30Ich weiß, Sie sind sauer.
15:32Das verstehe ich auch.
15:33Aber wir wollen doch beide das gleiche.
15:35Ich hatte gesagt,
15:36diese Option kommt nicht auf den Tisch.
15:38Was genau haben Sie daran nicht verstanden?
15:40Das will ich Ihnen ja gerade erklären.
15:42Sie trinken den Kaffee schwarz, oder?
15:44Ich will keinen Kaffee.
15:47Was soll ich jetzt damit?
15:49Ich kann ja schlecht Beine trinken.
15:50Herr Norbert, hören Sie auf damit.
15:52Um eine Entscheidung treffen zu können,
15:54muss Frau Minou alle Ihre Möglichkeiten kennen.
15:57Das Problem ist,
15:58Sie sind persönlich involviert.
15:59Nee, das Problem ist,
16:01dass Sie sich so dermaßen
16:02in dieses neuartige Verfahren verliebt haben.
16:05Ich gehe da nicht mit.
16:06Mir ist das Risiko zu hoch.
16:09Bikusspieleklappen sind in diesem Verfahren
16:10nicht mit einem höheren Risiko behaftet.
16:12Und mit Verlaub,
16:14ich bin auch nicht verliebt.
16:17Höchstens ein bisschen verknallt.
16:18Gut.
16:19Ich werde einen Kollegen bitten,
16:20die Behandlung zu übernehmen.
16:31Das tut so gut.
16:33Sie haben mir echt das Leben gerettet.
16:39Alle anderen sehen mir nur noch die Mutter.
16:42Wenn mir jemand was mitbringt,
16:43dann hat das garantiert mit der Schwangerschaft zu tun.
16:46Obst, Vitamine, Bücher über Babys.
16:50Also ich liebe die beiden wirklich.
16:54Aber das hier ist der schönste Moment
16:57eines langen, trostlosen Tages.
17:01So schlimm, jetzt nicht mehr.
17:05Ich wollte Sie mal was fragen.
17:07Das Mittagessen habe ich Ihnen warmgestellt.
17:09Danke.
17:10Ich bringe Sie gleich zurück.
17:12Okay.
17:15Was denn?
17:17Spielen Sie eigentlich gerne?
17:19Ähm,
17:21Rettspiele, oder?
17:23Ja.
17:24Ich habe jetzt gleich frei.
17:26Okay.
17:27Ja, zur Not auch das.
17:33Gut, gut zu wissen.
17:42Also die Froschrot,
17:43die wird meine Superärztin.
17:48Hat sie sie nach dem Stream gefragt?
17:51Was für ein Stream?
17:58Wollen Sie die Geburt meiner Kinder streamen?
18:04Echt jetzt?
18:05Eine Übertragung aus der OP in einen Nebenraum.
18:09Nur für Ausbildungszwecke.
18:11Und natürlich nur, wenn Sie einverstanden sind.
18:13Nein, bin ich nicht.
18:15Meine Babys kommen doch nicht ins Internet.
18:17Das wäre nur ein Tern.
18:19Kein Bild würde jemals die Klinik verlassen.
18:23Ich habe Nein gesagt.
18:28Wenn das klappt,
18:29dann kann ich ohne Einschränkung ganz normal weiterleben.
18:34Warum besprichst du das nicht nochmal mit Martin?
18:38Er fühlt sich sofort angegriffen.
18:41Man kann darüber nicht mit ihm reden.
18:44Wenn es eine dritte Option gibt,
18:46dann möchte ich gern davon erfahren.
18:48Er kann doch nicht einfach so etwas für mich entscheiden.
18:51So funktionieren Beziehungen nicht.
18:58Martin hat Marie verloren.
19:01Er hat Angst.
19:05Er möchte dich keinem unnötigen Risiko aussetzen.
19:11Er liebt dich.
19:35Morgen.
19:36Morgen.
19:44Konntest du schlafen?
19:47Ich habe lange wachgelegen.
19:49Kein Wunder.
19:51Bei dem Durcheinander,
19:52das der Nowak produziert hat.
19:56Ich möchte,
19:57dass dich ein anderer Arzt übernimmt.
20:00Was willst du denn noch alles für mich entscheiden?
20:03Das mache ich doch gar nicht.
20:09Ich werde dem Vorschlag von Herrn Nowak folgen.
20:13Ich habe das heute Nacht
20:14alles hundertmal durchgedacht.
20:16Ich habe es durchgekarrt.
20:18Ich habe alles abgewogen.
20:20Soll ich dir die beiden anderen Verfahren
20:21nochmal in Ruhe erklären?
20:23Herr Nowak hat mir bereits alles genau erklärt.
20:28Wieso vertraust du ihm mehr als mir?
20:31Weil er mich ernst genommen hat.
20:33Im Gegensatz zu dir.
20:44Sagst du ihm dann Bescheid?
20:45Und leitest alles in die Wege?
20:47Na klar.
20:49Wie du willst.
21:00Die OP ist dann vor heute Nachmittag angesetzt
21:03und Dr. Globisch übernimmt die Amästhesie.
21:05Wobei?
21:11Frau Minou hat sich für das Tyron David Verfahren entschieden.
21:15Oh.
21:18Ich komme da mit in den OP.
21:21Das halte ich für keine gute Idee.
21:23Das ist mir ziemlich egal.
21:27Martin, Herr Nowak hat recht.
21:36Hast du auch, Petra, zu diesem Verfahren geraten?
21:40Nein.
21:43Aber ich kann ihre Entscheidung nachvollziehen.
21:47Und das solltest du
21:49vielleicht auch mal versuchen.
21:54Du tust ja gerade so,
21:55als würde er eine Harakiri-Aktion planen.
22:03Ich weiß, dass du Angst um sie hast.
22:08Aber Petra braucht jetzt niemanden,
22:10der sie noch weiter verunsichert.
22:12Sondern jemanden, der ihr Halt gibt.
22:14Der ihr...
22:14der ihr Mut macht.
22:19Der für sie da ist.
22:40Chris, ich bin den ganzen Tag im Kreißsaal.
22:42Achte bitte auf, Frau Renner.
22:44Okay.
22:46Sie denkt doch jetzt nur,
22:47dass ich so nett zu ihr war,
22:47weil ich diesen Stream wollte.
22:49Na ja, stimmt ja auch.
22:51Ich mag die Frau wirklich.
22:52Und sie tut mir leid.
22:54Lisa, du bist wirklich toll,
22:56aber für diesen Job
22:56würdest du deine Oma verkaufen.
22:58Ach, Quatsch.
23:00Wie auch immer.
23:01Diese medizinische Sensation
23:02wird für Ohne nämlich stattfinden.
23:07Ich habe noch was gut zu machen.
23:15Ich glaube, ich habe wieder Wehen.
23:21Da ist keine Wehentätigkeit zu sehen.
23:23Sicher?
23:24Ja.
23:27Ich muss hier raus.
23:29Ich fährt zu uns wahnsinnig.
23:30Wir können gern noch mal vor die Klinik.
23:32Ich will ein Pistazien-Eis mit Sahne in der Eisdiele.
23:36Ich kann Dr. Schulte fragen,
23:38aber Sie schulden mir was.
23:41Tut mir leid, das geht nicht.
23:44Wollen Sie eigentlich diesen Stream noch?
23:59Hey.
24:01Hallo.
24:02Hallo.
24:11Ich bin nervös.
24:18Meine Schuld.
24:25Es tut mir leid.
24:31Ich wollte jetzt eigentlich mit in den OP,
24:33aber das ist nicht so eine gute Idee.
24:35Ich bin auch nervös.
24:40Aber Nowak ist ein sehr guter Operateur.
24:43Auf einmal.
24:46Trotz hätte ich ihn ja nicht eingestellt.
24:55Es wird alles gut gehen.
24:57Ein paar Wochen bist du wieder fit
24:58und das hier ist alles vergessen.
25:03Magst du mich dann noch mit so einer Nabe hier?
25:07Klar.
25:10Entschuldigung.
25:12Entschuldigung.
25:14Es wird Zeit.
25:19Viel Glück.
25:24Alles Gute ist hier.
25:26Mach ich.
25:33Wir ersetzen die Aortenwurzel
25:35durch eine Gefäßprothese
25:36und rekonstruieren dann die Klappe.
25:38Das ist Millimeterarbeit.
25:40Vielleicht ist eine Applikatur nötig.
25:42Ich brauche Ihre volle Unterstützung.
25:46Alles klar?
25:47Alles klar.
25:51Machen wir uns an die Arbeit.
26:05Ich glaube, ich nehme sogar zwei Kugeln.
26:08Und ich habe auch drei.
26:09Wollte ich gerade sagen.
26:10Lisa.
26:16Wo wollten ihr hin?
26:17Wir sind in einer halben Stunde zurück.
26:19Das geht nicht.
26:21Sie hat nicht die kleinste Wehe.
26:22Du kannst dir die Zettel gerne schauen.
26:24Trotzdem, da musst du doch der Schulter fragen.
26:25Und wenn sie Nein sagt?
26:26Dann hat das auch einen Grund.
26:27Chris, sie ist eine erwachsene Frau.
26:29Wir können sie nicht einfach festhalten.
26:31Wir sind zurück, bevor jemand was mitbekommt.
26:38Wir sind doch Freunde, oder?
26:43Mann, ja, okay.
26:45Du hast was gut bei mir.
26:46Und jetzt schnell.
26:46Ja.
27:07Maschine hochvangen.
27:10Maschine wird hoch.
27:24Ich strebe einen MAD von 65 bis 100 an.
27:29Kardioplegie starten.
27:35Kardioplegie läuft.
27:50Das ist Tullis.
27:51Kann losgehen.
27:55Ich eröffne jetzt die Aorta.
27:57Pinzette.
27:58Skalpell.
28:10Arsum.
28:11Ja.
28:13Warum bist du nicht im Kreißsaal?
28:15Kurze Pause.
28:16Ich dachte, ich sehe mal nach Frau Renner.
28:17Wie geht es ihr denn?
28:19Ja, ihr geht es sehr gut.
28:20Gut, dass du hier bist.
28:21Ich habe eine Frage.
28:22Ich würde ganz gerne den Dienst tauschen.
28:23Ich zeige dir mal, was ich meine.
28:24Ich komme gleich.
28:30Chris?
28:32Asu?
28:33Was macht ihr da?
28:37Chris will nicht, dass ich zu Frau Renner gehe.
28:39Hä? Stimmt doch gar nicht.
28:41Darf ich?
28:44Darf ich?
28:46Sie ist nur kurz weg.
28:48Kurz weg?
28:49Ja.
28:50Ist das dein Ernst?
28:51Wo ist Frau Renner?
28:52Chris?
28:53Wann, sie musste einfach mal frische Luft schnappen.
28:56Sie ist auch im Rollstuhl.
28:57Alles gut.
28:57Das hättest du niemals zulassen dürfen.
28:59Ihr zieht die Geber auch okay.
29:01Und Lisa ist auch bei ihr.
29:03Das ist überhaupt nicht deine Entscheidung, sondern die der behandelnden Ärztin.
29:07Mensch, wie lange arbeitest du hier schon?
29:10Ja, sehr gut.
29:23Das Herz sollte gleich wieder selbstständig anspringen.
30:05Ich bin nicht mehr.
30:09Keine Herzaktivität. Frequenz Null.
30:13Ich gebe einen manuellen Impuls.
30:25Weiterhin Assistol?
30:36Defi Pedals.
30:49Laden?
30:52Jetzt.
30:54Und Schock?
31:13Kein Rhythmus.
31:15Das sehe ich.
31:16Nochmal laden.
31:19Jetzt.
31:21Und Schock.
31:36Ja.
31:46Und das war jetzt Ihre Beichte?
31:48Ja.
31:50Also ich bin der gleichen Ansicht wie Frau Ritter.
31:52Herr Haas hätte das einfach nicht erlauben dürfen.
31:56Chris hat mit der Sache nichts zu tun.
31:59Frau Renner ging es gut genug für den Ausflug. Ich habe das gecheckt.
32:03Sie haben das gecheckt?
32:04Ja. Ihr ZTG war in Ordnung.
32:08Ach so. Und Sie können das beurteilen?
32:10Als Studentin im praktischen Jahr mit ihrem Erfahrungsschatz von einem Tag hier in der Geburtshilfe?
32:16Na ja, also ein bisschen Erfahrung habe ich ja schon.
32:19Was hätten Sie denn gemacht, wenn die Wehen wiedergekommen wären?
32:24Wir waren fünf Minuten von der Klinik entfernt. Höchstens.
32:27Das war jetzt hier Ihr letzter Alleingang auf diese Art.
32:31Sonst können Sie sich eine andere Ausbilderin suchen.
32:36Ich weiß, Sie sind ehrgeizig.
32:39Ein bisschen zu ehrgeizig.
32:41Für meinen Geschmack.
32:48Die OP ist sehr gut gelaufen.
32:50Aber als wir sie von der Maschine genommen haben, ist das Herz nicht gleich angesprungen.
32:54Das haben wir mit einem temporären Schrittmacher in den Griff bekommen.
32:57Und warum ist sie da nicht wach?
33:00Zur Sicherheit stabilisieren wir sie noch mit Noradrenalin und Dobutamin.
33:05Und lassen sie deshalb auch sediert und nachbeatmet.
33:08Sobald der Kreislauf stabil ist, wecken wir Petra auf.
33:26Das ist nichts Ungewöhnliches.
33:28Die Frequenzfelder.
33:30Aber jedes Herz reagiert anders nach einem Eingriff.
33:32Da ist etwas irritiert. Das erholt sich wieder.
33:35Und wer nicht?
33:37Dafür hat sie den temporären Schrittmacher.
33:39Der wird gleich übernehmen.
33:50Ich passe die Einstellung des Schrittmachers nochmal an.
33:53Das ist doch nicht nur eine Irritation.
34:03Sinusrhythmus.
34:05Frequenz stabilisiert sich.
34:08Alles gut.
34:12Ich hätte diese OP niemals zulassen dürfen.
34:25Du bist unfair.
34:28Mensch Katrin, auch wenn das nur eine Irritation ist, wenn das so bleibt,
34:32dann hat sie für immer einen Herzschrittmacher.
34:36Der Eingriff ist noch nicht lange her.
34:38Gib ihr mehr Zeit.
35:06Hey Sandra, ich wollte mich nochmal melden.
35:09Es war ziemlich viel Stress hier.
35:14Ich ruf heute Abend nochmal an, ja?
35:17Ciao.
35:18Hey.
35:19Na, wie ist es?
35:23Ich hab Scheiße gebaut.
35:26Lassen wir schon mal zwei.
35:43Ihr EKG hat sich normalisiert.
35:47Ich nehme jetzt die Katecholamine raus und dann sehen wir, ob sie weiterhin stabil bleibt.
35:53Ihre Tochter hat angerufen.
35:54Ich hab ihr gesagt, du rufst sie zurück.
36:05Martin wird dich schon nicht so schnell rausschmeißen.
36:08Ich liebe deinen Optimismus.
36:11Aber...
36:13Es gibt Situationen,
36:15da ist es besser, freiwillig zu gehen.
36:23Ich mein, vielleicht hat er auch recht.
36:25Frau Minou hat sich auf mich verlassen.
36:27Ich bin dazu verpflichtet, ausschließlich in ihrem Sinne zu handeln.
36:30Aber...
36:31Habe ich das?
36:42Ja, Nowak?
36:46Sind Sie sicher?
36:51Und?
36:51Die Katecholamine sind raus.
36:54Sie ist stabil.
36:57Gleichmäßiger Sinusrhythmus.
36:59Die linksventrikuläre Pumpfunktion hat sich vollständig stabilisiert.
37:04Wir beobachten Sie weiter, aber ich denke, ich kann die Sedierung bald runterfahren.
37:26So, die Muttermutte ist noch geschlossen.
37:28Jetzt seht ihr uns auch gut.
37:30Ihr kleiner Ausflug.
37:33Hat Ihnen und Ihren Babys anscheinend nicht geschadet.
37:37Und das Eis war gut.
37:38Ich hab's Dr. Schulter erzählt.
37:40Ja, es war lecker.
37:44Der letzte Ultraschall war unauffällig.
37:46Der Fibromyktin-Test von heute Morgen?
37:52Negativ.
37:53Also, wenn Sie unbedingt wollen, dann können Sie vorher erst nach Hause gehen.
37:58Wirklich?
37:59Sollten Sie aber.
38:00Nur das geringste Zeichen bemerken, dass irgendwas nicht stimmt.
38:04Blutdung, Wehen.
38:05Vielleicht auch nur irgendein Bauchgefühl?
38:07Ja, dann setze ich mich sofort ins Taxi.
38:09Falsch.
38:10Sie rufen den Rettungsdienst.
38:12Bringt Sie dann sofort hierher.
38:14Okay.
38:15Und keine körperlichen und emotionalen Anstrengungen.
38:18Ja.
38:19Gib mir Mühe.
38:21Also.
38:22Wir sehen uns dann bei der Geburt.
38:24Ja.
38:25Alles Gute bis dahin.
38:29Melde dich bei mir.
38:30Ja.
38:31Auf Wiedersehen.
38:33Tschüss.
38:40Wegen unseres Deals.
38:42Wegen unseres Deals.
38:43Das haben Sie sich verdient.
38:45Geschäft ist Geschäft.
38:47Bei sowas macht man keine Geschäfte.
38:50Das Wichtigste ist, dass Sie sich wohlfühlen bei der Geburt.
38:59Ich habe halt Schmerzen.
39:00Das kommt vom Tubus.
39:02Das ist bald wieder gut.
39:06Übrigens, ich habe mit Jahres gesprochen.
39:08Ich habe ihm gesagt, dass wir zusammen nach Köln kommen, sobald es dir wieder besser geht.
39:12Er freut sich.
39:19Ich...
39:20Das wolltest du doch, oder?
39:23Nein.
39:25Was denn?
39:30Ich...
39:31Ich will nicht, dass du für mich Entscheidungen triffst.
39:36Also...
39:37Was ich will...
39:38Ich...
39:39Ich meine...
39:40Okay.
39:41Okay.
39:42Ich möchte gerne nach Köln.
39:44Zu Jahres und Clara.
39:46Und ich wäre froh, wenn du mitkommst.
39:49Besser?
39:51Ich komme sehr gerne mit.
39:53Wenn das für dich okay ist.
39:56Gut.
39:57Abgemacht.
40:05Weißt du, ich habe...
40:09Ich hatte schon lange keine richtige Beziehung mehr.
40:14Bin es gewohnt, meine Entscheidung allein zu treffen.
40:21Was?
40:24Du bist sehr süß, wenn du dir Mühe gibst.
40:30Ist das ein Kompliment?
40:32Ja.
40:41Und hast du den Livestream wirklich abgesagt?
40:43Was heißt abgesagt?
40:45Sie hat ja recht.
40:47Aber sie war ja einverstanden.
40:48Ja, aber es ist ein tiefer Eingriff in ihre Privatsphäre.
40:50Und die ihrer Kinder.
40:52Danke.
40:53Bitte?
40:53Und sie hat ohnehin schon genug um die Ohren.
40:57Tut mir übrigens leid, dass ich dich dann mit reingezogen mache.
41:01Alles gut.
41:03Was machst du heute Abend?
41:05Keine Ahnung, wieso?
41:06Na ja, du schuldest mir was.
41:08Stimmt.
41:09Kino?
41:12Ohne Hintergedanken?
41:14Für wen hältst du mich?
41:27Herr Lowack?
41:30Nur kurz.
41:34Ich war wohl etwas hart mit Ihnen.
41:38Danke.
41:40Zum Glück hat sich Daniel herausgestellt, dass ich gar nicht so falsch lag.
41:44Wie auch immer.
41:46Grundsätzlich.
41:46Wenn ich etwas entscheide,
41:49dann erwarte ich von allen hier in der Klinik, dass sie dies akzeptieren.
41:52Auch von Ihnen.
41:57Aber wenn es um meine Patienten geht?
41:59Auch dann.
42:00Auch wenn es rein fachliche Entscheidungen gibt?
42:02Ja.
42:03Das kann ich nicht versprechen.
42:09Das dachte ich mir.
42:15Wenn es wirklich ein Problem ist...
42:19Schönen Abend noch.
42:24Bis morgen.