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Spaß
Transkript
00:10Auf jeden Fall, wenn Sie den Wasserschaden beseitigt haben, dann geht es ja eh nochmal darum, dass man
00:14noch mal rein reißelt und so. Und die Maren stellt sich ja vor, dass wir vielleicht so was machen
00:18mit dem Schwamm, mit so Pigmente. Ja. Hattel, dass wir jetzt vielleicht einmal die Streichwurst
00:23noch lange. Merci. Willst du mir die Marmelade vergibst? Obacht. Ah, ich gehe. Was gerechnet
00:36ist. Kannst du einmal bitte? Bei Hattel? Ofer? Genau. Grüß Erner, Herr Hansen. Der Hattel
00:51hat alle Hände voll mit Frühstück zu tun. Das ist schön für ihn. Er wird aber bald
00:56zwar am Ende kommen müssen. So, gern. Schluss mit lustig. Ich übergebe. Wiederschauen,
01:01Herr Hansen. Da. Herr Kollege, grüß erner. Ein Hammerleuch. Hallo. Herr Hattel, Hammerleuch
01:09oder was? Moin, moin. Ja, und zwar im städtischen Museum. Ja, ich bin sogar wieder am Weg. Gell,
01:14für Gott. Gleich. Gerlinde, ich muss. Schade. Aber bei heute Abend bleibt's doch, oder? Ja. Stehe
01:29ich 17 A. Aber Ihre Tochter weiß genau, wo mein Brot liegt. Sollen wir was mitbringen?
01:33Für Speis und Trank ist gesorgt, Frau Altmann. Also, nur die gute Laune. Äh, Joe, was macht's denn?
01:39Ah, das mach ich schon. Danke. Ich freu mich. Ich mich auch. Also, Sie haben auch einen Catering-Service?
01:48Nur für die allerbesten Freunde. Verstehe.
01:50Guten Morgen. Guten Morgen.
01:54Guten Morgen. Guten Morgen.
01:57Guten Morgen.
01:57Mein Gott, wie steif die beiden sind. Ja, mit dem Puzzlen haben Sie es überhaupt nicht, gell.
02:04Also, manchmal hab ich das Gefühl, meine Generation wusste besser, wo es lang geht.
02:09Werde ich wohl noch ein bisschen nachtreten müssen an der Stellschraube.
02:12Das versuche ich schon seit Jahren. Ehrlich?
02:15Guten Morgen, Mutter. Hallo, Herr Kaspar. Hallo, mein Schatz.
02:19Frau Altmann. Na, was habt ihr beiden Hübschen für Geheimnisse auszutauschen?
02:26Äh, hübsch, Geheimnisse? Ach so. Einen Kaffee, bitte, ja.
02:32Hast du schon gefrühstückt? Nein, ich brauch nur Kaffee. Ein Frühstück.
02:37Na ja, der Tote heißt Oliver Beck, 45 Jahre alt, ledig, aber keine Kinder.
02:44Er ist der stellvertretende Direktor hier von diesem Museum.
02:47Und, Herr Hans, waren Sie schon mal im Heimatmuseum?
02:50Ja, in Hamburg. Ein Frühstück hat aber keine.
02:53Gibt's ja? Ja.
02:55Ist aber wurscht. Warum ist's wurscht? Weil das Museum den ganzen Tag offen hat.
02:59Das heißt, es kann nicht jeder herein, aber auch in jeder hinaus.
03:02Genug Platz zum Verstecken gibt's auch.
03:05Sag mal, hat's Kameras, Alarmanlage?
03:07Äh, ja. Kameras, nein. Alarmanlage, ja. War aber ausgeschaltet.
03:11Warum war's ja ausgeschaltet? Weil der Herr Beck noch gearbeitet hat.
03:14Und werden gefunden, die Butzfrau, die Frau Milstädter, heute in der Früh.
03:17Und jetzt kommen wir in die Räume mit Demonstranzen, mit den alten Bibeln und Ping-Pong und Weihrauch.
03:24Devotionalien. Devot? Devotionalien heißt das.
03:29Gut, Frau Doktor. Guten Tag, Dian. Guten Morgen, Frau Doktor.
03:35Der Mann wurde durch einen Schlag mit einem stumpfen, harten Gegenstand getötet.
03:42Ungefähr drei Zentimeter Durchmesser gegen die linke Schläfe.
03:46Dein Brecheisen vielleicht, mit dem man noch das Glas hier einschlagen könnte?
03:49Ja, das könnte gut sein.
03:52Sag mal, haben Sie bei ihm Kampfspuren festgestellt?
03:55Ja, Hämatome. Besonders an der Innenseite seines rechten Unterarms.
04:00Er muss den ersten Schlag abgewehrt haben.
04:04Wann war das etwa?
04:05Hm, gestern Abend zwischen 21 und 23 Uhr.
04:10Dann wäre es das erste Mal, Frau Doktor Dankeschön.
04:13Gerne.
04:15Mich, ich sag mal, den Leiter von dem Profimperling.
04:18Leiter gibt's keine, es gibt nur eine Leiterin, das ist die Frau Doktor Ebert.
04:21Die hat da rein Büro, das ist allerdings ein Stockwerk tiefer.
04:24Frau Doktor Ebert, was können Sie uns bei Herrn Beck sagen?
04:27Na, das Beste.
04:29Herr Beck war ein exzellenter Mitarbeiter, von immenser Sachkenntnis.
04:32Und vor allem Leidenschaft für unser Fachgebiet.
04:35Die Ikonografie.
04:38Sagen Sie mal, seit wann hat der da bei einer gearbeitet?
04:41Seit ungefähr vier Jahren.
04:44Seit vier Jahren.
04:46Wie war er denn als Mensch?
04:51Privat pflegten wir keinen Umgang, aber als Mitarbeiter war er freundlich, zuvorkommend und bei all seinem Wissen äußerst bescheiden.
05:00Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie sehr ich seinen Tod bedauere.
05:04Sagen Sie mal, in der Vitrine, vor der wir den Herrn Beck gefunden haben, was ist da normal drin?
05:10Unsere wertvollste Ikone, byzantinisch, aus dem 13. Jahrhundert.
05:15Ihr Wert liegt im sechsstelligen Bereich.
05:18Es trifft uns natürlich hart nach dem Einbruch vor zwei Monaten.
05:23Was, hier im Museum?
05:25Ja, es wurden sieben Exponate geraubt.
05:28Gott sei Dank ist damals niemand zu Schaden gekommen.
05:30Sagen Sie mal, hat das zufälligerweise der Kollege Wetzberger bearbeitet?
05:34Wetzberger, ja genau.
05:36Das ist meine Vertretung beim Einbruch.
05:38Ach so.
05:40Frau Dr. Eberl, Sie haben doch bestimmt ein Foto von der Ikone, die gestern Abend entwendet wurde.
05:44Ja, selbstverständlich. Ich hab's schon zurechtgelegt.
05:47Danke.
05:49Was dieses Stück so wertvoll macht, ist neben Alter und Herkunft das Motiv, die Malweise und die Materialien, die hier
05:56Verwendung gefunden haben.
05:57Ja, wer hat denn alles einen Schlüssel?
06:00Also, außer mir ist es im wissenschaftlichen Bereich nur Herr Mendel.
06:04Und im technischen Bereich unser Hausmeister Herr Deissner.
06:09Die sind beide bereits im Haus und ähnlich erschüttert wie ich.
06:13Äh, sonst der Herr Beck hat der einen Schlüssel gehabt?
06:16Ach so, ja, selbstverständlich, ja.
06:20Frau Dr. Eberl, wie müssen Sie das fragen, wo waren Sie gestern Abend zwischen, sagen wir mal, 21 und 23
06:24Uhr?
06:26Verstehe.
06:28Verstehe.
06:29Ich war zu Hause.
06:32Allein.
06:36Garnele nach Cajun Art. Chicken Jamaica. Sie legen sich aber ins Zeug, Herr Kasper.
06:43Aber für so einen weitgereisten Segler wie den Herrn Hansen, da muss man sich schon was einfallen lassen.
06:47Das finde ich gut. Schließlich ist er nicht irgendein Mann.
06:50Da haben Sie recht.
06:53Na, was hackt ihr zwei aus?
06:55Ach, was sollen wir aushecken? Wir gehen den Menüplan für heute Abend durch.
06:59Und? Hat sie was auszusetzen?
07:00Hm? Nein.
07:02Das wundert mich. So, ich muss jetzt ins Büro, sonst schaffe ich meine Arbeit bis heute Abend gar nicht.
07:07Dann sei fleißig, Kind.
07:09Jawohl. Tschüss.
07:10Servus.
07:13Und das ist eine alte Geschichte.
07:15Ja, dann nehmen wir uns mal den Daisener vor.
07:16Komm gleich.
07:17Ich weiß, aber nein, trotzdem.
07:20Also, die Tatwaffe wurde nicht gefunden.
07:23Tatwaffe wurde nicht gefunden?
07:24Ja, also, du gehst jetzt zum Wetzberger, meinem Kollegen Vermögensdelikte, weißt?
07:28Und holst die Unterlagen von dem Einbruch da im Museum von vor zwei Monaten.
07:31Ja, ist recht.
07:31Ja, was ist da?
07:35Da kommen Sie auch ohne die zurecht.
07:37Stimmt.
07:39Du, Fritzi.
07:41Du parkst doch immer in zweiter Reihe.
07:44Herr Deissner, als Hausmeister sind Sie auch zuständig für das Ein- und Ausschalten der Alarmanlage.
07:49Richtig.
07:51Das heißt, wenn ich der Letzte bin, der das Museum verlässt.
07:55Was nicht immer der Fall ist.
07:57Richtig.
07:58Sogar relativ oft nicht.
08:00Weil die Kollegen oft bis spät in die Nacht nicht arbeiten.
08:02Dann schalten die die Anlage ein, wenn sie heimgehen.
08:05Und der Beck, der hat gestern länger gearbeitet?
08:07Richtig.
08:08Frau Doktor und der Mendel sind schon früher weg.
08:1117 Uhr, sowas.
08:13Schön.
08:14Wann haben Sie das Museum verlassen?
08:1718.30 Uhr um den Dreh.
08:20Ist Ihnen da was Besonderes aufgefallen?
08:22Nein.
08:23Nichts. Gar nichts.
08:24Nichts.
08:26Wo waren Sie danach?
08:27So zwischen, sagen wir mal, 21 und 23 Uhr?
08:30Ich?
08:31Ja.
08:32Daheim auf dem Sofa.
08:34Champions League.
08:36Gibt's dafür Zeugen?
08:37Wieso?
08:40Nein, gibt's nicht.
08:42Weil meine Frau nämlich persönliche Gelegenheiten zweitesucht und zur Tochterfahrt.
08:47Also wie wir gehört haben, war Herr Beck als Kollege zuvorkommend und umgänglich.
08:54Nichts.
08:55Doch.
08:56Ja, so wie Sie guck ich auch immer, wenn ich was Nettes über meinen Kollegen sagen soll.
08:59Es hat schon gepasst, alles in allem.
09:01Also vielleicht manchmal einen Geschaftel, aber raushängen lassen, das mag schon sein, aber sonst...
09:07Wo hat einer reingeschaftelt, der Herr Beck? In die Arbeit von der Frau Dr. Ebert oder in die von Mendel?
09:12Ich kümmert mich und mein Zeug. Was die Kollegen da oben miteinander haben oder nicht, das kriegt unser eins gar
09:18nicht mit.
09:18Ja, das ist mir schon klar, dass Sie als Versicherer nicht begeistert sind. Wir sind es genauso wenig.
09:23Zumal wir ja auch noch den Tod eines Mitarbeiters zu beklagen haben.
09:26In der ganz schnellen Truppe, was?
09:28Ja, okay.
09:28Aber passiert jetzt irgendwen immer.
09:32Ich bin jetzt hier noch eine Weile beschäftigt. Ich melde mich dann umgehend.
09:36Ja, wiederhören.
09:37Sehen Sie Herr Mendel?
09:38Ja, Christian Mendel.
09:39Hansen, mein Name, Herr Kripo Rosenheim, mein Kollege, Herr Hartl.
09:42Ist gut.
09:43Tja, meine Herren.
09:48Ich bin wirklich erschüttert.
09:51Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll.
09:53Stellen Sie einfach Ihre Fragen.
09:55Ja, Herr Mendel, die Frau Dr. Ebert hat Sie als wissenschaftlichen Mitarbeiter vorgestellt.
10:01Was muss ich mir da drunter vorstellen?
10:02Die schaffen das ja ganz gut.
10:06Ich bin für die Katalogisierung unserer Stücke zuständig.
10:09Das heißt, die Benennung unserer Exponate nach alter Herkunft, Ihrem historischen Kontext.
10:15Diese Dinge.
10:16Haben Sie eng mit Herrn Beck zusammengearbeitet?
10:18Na klar.
10:20Einen Mann von seinen Kenntnissen kannst du nicht einfach übergehen.
10:23Kann man nicht oder darf man nicht?
10:26Ich verstehe, was Sie meinen.
10:28Aber Herr Beck hat sich nicht in meine Arbeit eingemischt.
10:30Er stand mir einfach beratend zur Seite.
10:32Das habe ich gerne angenommen.
10:33Also ein durch und durch harmonisches Verhältnis.
10:36Absolut.
10:37Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie sehr ich bedauere, dass er nicht mehr bei uns ist.
10:41Er hinterlässt eine große Lücke.
10:44Allerdings.
10:45Eine Lücke, die Sie jetzt füllen werden.
10:49Übernehmen Sie Ihren Posten vom Stellvertretenden Direktor.
10:53Das weiß ich nicht.
10:55Und das ist mir im Augenblick auch völlig egal.
10:59Vor zwei Monaten ist hier schon mal eingeboren worden. Was können Sie uns darüber sagen?
11:02Wenig?
11:03Das ist nicht viel. Schock.
11:06Bei den geraubten Exponaten handelt es sich vor allem um Stücke aus dem Russland des 16. und 17. Jahrhunderts.
11:12Nicht ganz so wertvoll wie das aktuell verschwundene Byzantinische.
11:16Wo waren Sie gestern zwischen 21 und 23 Uhr?
11:21Herr Mendel.
11:22Ich war zu Hause.
11:24Gibt es dafür Zeugen?
11:26Nein.
11:27Er schaut.
11:28Meine Frau ist erst heute Morgen aus München zurückgekommen.
11:30Ihre Schwester hat dort eine etwas komplizierte Schwangerschaft.
11:34Ja gut, Herr Mendel. Das war es erst mal.
11:36Danke.
11:37Bitte schön.
11:39Keine Ursache.
11:47Ach, Frau Ortmann, grüß Sie.
11:48Grüß Sie, Frau Stockl.
11:50Und, wie gefällt es Ihnen bei uns in Rosenheim?
11:52Na, wie man so schön sagt, eine spannende Stadt.
11:54Und wo die Nobelboutiquen sind, das haben Sie ja schon rausgefunden.
11:57Ja.
11:58Ich habe ein hübsches Kleidchen gefunden für Patricia.
12:01Für heute Abend.
12:02Na ja, das Abendessen am Bootssteg mit Herrn Hansen.
12:06Na, Sie scheinen ja gut informiert zu sein.
12:08Ich muss schließlich wissen, meine beiden Kommissare sind im Ernstfall.
12:11Verstehe.
12:12Haben Sie da vielleicht ein bisschen nachgeholfen?
12:14Ich?
12:15Das sieht man.
12:16Dass Sie wie füreinander geschaffen sind.
12:18Finden Sie.
12:20Kaffee?
12:21Gern.
12:27Was ich lieb, das neckt sich.
12:28Ich könnte Ihnen Geschichten erzählen.
12:31Echt?
12:33Mahlzeit mit Hans.
12:33Grüß Gott.
12:34Grüß euch.
12:34Hallo.
12:35Grüß Linde.
12:38Und also.
12:39So.
12:41Da ist jetzt alles drin, was der Kollege Witzberger damals ermittelt hat.
12:45Inklusive Fotos von der geraubten Ikone.
12:48Schön.
12:49Ist eine von denen seitdem wieder auftaucht?
12:51Keine einzige.
12:52Gibt es irgendeinen Hinweis auf den oder die Täter?
12:55Nein, leider nicht.
12:56Also die Alarmanlage ist natürlich losgegangen
12:58und die Kollegen waren super schnell vor Ort, wie immer.
13:01Aber halt zu spät.
13:03Da müssen die Täter aber ziemlich flott gearbeitet haben.
13:07Einer der Mitarbeiter hat allerdings einen Verdacht geäußert.
13:10Entschuldigung, Herr Hansen.
13:11Der Witzberger hat mir nämlich einen Zettel mitgegeben.
13:13Da steht es drauf.
13:14Ja, da war das.
13:16Und zwar.
13:17Dass der Oliver Beck...
13:19Unser Opfer.
13:20Ich weiß.
13:21Den Wilhelm Deissner verdächtigt hat.
13:24Und seinen Hausmeister.
13:25Ich weiß.
13:27Ja, und?
13:28Ja, nix.
13:29Aber die Versicherung, die zahlt.
13:33Also wenn der Deissner mitbekommen hat, dass der Beck ihn beschuldigt,
13:37dann wird der ganz schön angefressen gewesen sein.
13:39Aber schon wie.
13:42Aha.
13:45Das wird nix mehr.
13:46Das hab ich gehört.
13:49Also bis heute Abend, Herr Hansen.
13:51Ja, Linda, wir sehen uns.
13:52Frau Stockel.
13:52Frau Artmann.
13:54Frau Stockel, wir stellen uns bitte den Herrn Deissner her.
13:58Das ist der Hausmeister vom Museum und das ist seine Nummer.
14:02Wird erledigt.
14:04Grüß Gott, Frau Artmann.
14:05Ach, der 80er.
14:06Ja, jetzt haben wir es ja doch nicht geschafft,
14:08dass wir uns außerhalb dieser Mauern mal treffen.
14:10Ja, wie schade.
14:12Ja, und heute Abend muss ich auf ein Brahms-Konzert in der Musikakademie.
14:16Brahms?
14:16Ja, eine unserer Nachwuchs-Violinistinnen gibt's.
14:20Beide Sonaten.
14:20Ich liebe Brahms.
14:23Ach so?
14:24Ja, wollen Sie vielleicht mitgehen?
14:25Ich könnte mir nichts Schöneres vorstellen.
14:28Ja, allerdings ist das Konzert bereits ausverkauft.
14:31Ah, schade.
14:32Als Vorsitzender der Akademie sollte es mir schon gelingen,
14:35Ihnen noch eine Karte zu besorgen.
14:37Ja?
14:38Und wann beginnt das Konzert?
14:4020 Uhr.
14:42Ja, das passt ja prima.
14:43Dürfte ich Sie nur um einen kleinen Gefallen bitten, Hartziger?
14:47Ja.
14:47Könnten Sie mich bitte anrufen, damit ich auch pünktlich bin?
14:51Natürlich.
14:52Aber ich kann Sie ja auch abholen.
14:54Nein, nein, nein.
14:54Anrufen genügt.
14:56So gegen 19 Uhr, wenn's richtig ist.
14:57Ja, klar.
14:59Gut, dann bis heute Abend.
15:00Bis dann.
15:01Ich freu mich.
15:07Herein.
15:10Schau mal, mein Liebling, was ich erstanden habe.
15:15Also wenn du jetzt hier eine Modenschau abhalten willst, dann schaffe ich mein Pensum bis heute Abend ganz sicher nicht.
15:20Ist das nicht wunderbar, hm? Und so luftig für das Bootsdinner.
15:26Ja.
15:27Ja, ist vielleicht ein bisschen sehr luftig.
15:29Und ein bisschen zu kurz für deinen Jager.
15:32Na, danke, dass du mich an mein Alter erinnerst. Vor lauter Demenz hätte ich's fast vergessen.
15:36Aber dieses Kleid ist nicht für mich, sondern für dich, mein Schatz.
15:40Vergiss es, in dem Fummel setz ich mich nicht auf Hansens Boot.
15:43Also erstens meistens kein Fummel, sondern ein Modell von Luigi Loretta.
15:47Und zweitens bin ich doch dabei. Als Anstandsdame.
15:50Genau, und als Anstandsdame bist du ja auch genau die Richtige.
15:53So offensichtlich, wie du mich mit Hansen verkuppeln willst.
15:57Ach, das schließt du also daraus, dass ich dir von meinem Ersparten ein hübsches Kleid kaufe, ja?
16:02Na gut, dann bring ich's halt zurück, tauscht's um gegen einen grauen Hosenanzug.
16:07Was ich wann, für wen anziehe, das entscheide immer noch ich.
16:11Und für deinen Herrn Hansen werde ich mich garantiert nicht so rausputzen.
16:15Was heißt denn, ihr mein Herr Hansen?
16:17Wenn du ihn unbedingt in der Familie haben willst, dann musst du ihn schon adoptieren.
16:21So, jetzt wäre ich dir wahnsinnig dankbar, wenn du mich in Ruhe weiterarbeiten lassen würdest.
16:25Sonst müsst ihr zwei nämlich heute Abend den romantischen Sonnenuntergang über dem See alleine genießen.
16:45Der Herr Deißner wäre jetzt da.
16:46Ah ja, nur rein mit ihm.
16:50Sie wollten mich nochmal sprechen?
16:52Richtig. Setzen Sie sich doch bitte.
16:55Sie sind ja schnell gekommen.
16:56Richtig. Das Museum ist ja gleich ums Eck.
16:58Richtig. Ähm, Herr Deißner, Ihr Verhältnis zu Herrn Beck, das war offenbar viel schlechter, als Sie uns weismachen wollten.
17:07Wieso?
17:08Ja, der Mann war immerhin dafür verantwortlich, dass Sie beschuldigt worden sind, diese Ikonen hier gestreut zu haben.
17:14Was soll das?
17:17Hat er schon vergessen?
17:19Ja.
17:19Nein, natürlich nicht, aber war ja nichts dran letztendlich.
17:24Das schließt ja nicht aus, dass wir trotzdem einen Hass gehabt haben auf den Herrn Beck.
17:27Richtig. Schön ist sowas nicht, klar.
17:29Klar.
17:30Richtig.
17:31Es geht an die Ehre.
17:32Richtig.
17:33Ja.
17:33Ja, und dann ist ja wurscht, ob man wirklich was am Kerbholz hat, sprich diese Ikonen gerampft hat, oder nicht.
17:40Wenn so ein Verdacht einmal ausgesprochen ist, wird man dann schwer wieder los, dann kann man schon rachige Lüste entwickeln.
17:48Das würde uns nicht anders gehen.
17:49Ja.
17:50Haben Sie Herrn Beck gestern Abend im Museum getötet und das Ganze als Raub getarnt?
17:54Ich?
17:55Ja, du Zinesen!
17:57Jetzt habt ihr mich wegen dem Einbruch damals in der Mangel gehabt, jetzt willst du mich wegen Morte kasseln, oder
18:01was?
18:03Richtig.
18:05Sie haben ein Motiv und Sie haben kein Alibi, Herr Deißner.
18:08Alibi, Motiv.
18:10Da würde ich an einer Stelle mal woanders nachbohren.
18:12Ah ja.
18:13Nämlich wo?
18:15Der Mendel, der war sowas von scharf auf dem Beck, sein Stellvertreterposten, dass ich als Beck aber richtig um mein
18:21Leben gefürchtet.
18:25Sie haben so ein Wasser, wenn du noch ein Bittchen bringst.
18:28Wer ist die Brüste?
18:29Grüße, Herr Achtziger.
18:30Frau Ruffer, Grüße.
18:31Sorry, Herr Pilser, länger dauert in der Druckerei, aber das Faltblattl mit dem Programm für das Brahmskonzert ist wirklich ansprechend
18:38worden, schauen Sie.
18:39Ah.
18:41Sehr schön.
18:42Gell?
18:43Wirklich sehr schön.
18:45Ihr habt die Exemplare schon abgeliefert in der Musikakademie.
18:48Frau Hofer, Sie sind einfach perfekt.
18:50Was anderes, wie schaut's denn heute Abend mit Karten aus?
18:53Null.
18:53Alles ausverkauft.
18:54Das ist aber schlecht.
18:56Ich brauche unbedingt eine Karte heute Abend.
18:58Ich hab's der Frau Ortmann versprochen, also der Mutter von Frau Ortmann.
19:02Recht schönen Tag.
19:04Ja, wo soll ich denn jetzt die Karten her zaubern?
19:06Frau Hofer, das ist doch für Sie kein Problem.
19:09Ja, Herr Mendel, wir haben gehört, dass Sie sehr wohl auf dem Posten von Herrn Beck Scharf waren.
19:15Ich sag Ihnen was, die Position des Stellvertretenden Museumsdirektors ist durchaus verlockend.
19:20Das ist nicht von der Hand zu weisen.
19:22Naja.
19:23Mit den nächsten Jahres wären die Karten ohnehin neu gemischt worden.
19:27Und Sie hätten seine Nachfolge angetreten?
19:31Und was macht Sie da so sicher?
19:33Die Direktorin, Frau Dr. Ebert, hat es angedeutet.
19:38Ihr Verhältnis zu Frau Dr. Ebert scheint ja gut zu sein.
19:42Allerdings.
19:42Mit Betonung auf Verhältnis?
19:46Mit Betonung auf gut.
19:48Sie sehen also, es hätte für mich keinerlei Grund gegeben, diese Gräueltat zu begehen.
19:54Ja.
19:54Gut, Herr Mendel, dann wollen wir Sie mal nicht länger abhalten von Ihrer neuen Aufgabe.
20:06Meine Herren.
20:08Wiederschauen.
20:09Wiederschauen.
20:12Was denken Sie?
20:14Wenn sein Alibi so stichhaltig wahrert, wie er lässig ist, dann war das gut für
20:19ihn.
20:20Wiederschauen.
20:21Die waren mit der Spuse in der Wohnung von Beck.
20:23Naja.
20:24Was haben Sie entdeckt?
20:25Diese Schachtel.
20:26Und der Bett.
20:27Und das war drin.
20:29Da bin ich ja gespannt.
20:30Wenn diese Ikonen nicht von dem Einfluss schon vor zwei Monaten sind, dann fresse ich
20:34einen Besen samt der Putzfrau.
20:38Ui.
20:39Die sind aber schön.
20:41Und mehr haben Sie nicht entdeckt?
20:42Ja bitte, das reicht doch wohl.
20:45Das sieht ja so aus, als hätte Beck die Ikonen selber geraubt.
20:49Oder der Deisner war es, der Hausmeister.
20:51Und der Beck hat die Ikonen bei ihm gefunden und sichergestellt als Beweismittel.
20:55Dann hat der Deisner aber ein Motiv für den Mord.
20:58Ja.
20:59Das sind Fingerabdrücke auf den Ikonen.
21:01Ich geh doch grad zur KTU.
21:03Das nächste Mal geh ich gleich zur KTU überhaupt und geh nicht zuerst zu euch.
21:07Da wird's schon sehen, was ich davon hab.
21:09Die Schachtel.
21:10Jawohl.
21:11Die Bilder.
21:13Jawohl.
21:15Und wir zwei, wir gehen jetzt zur Frau Dr. Ebert.
21:17und bringen Ihnen die frohe Kunde, dass zwei von Ihren Heiligen wieder erschienen
21:21sind.
21:21Halleluja.
21:23Geht, dass wir noch katholisch werden.
21:24Schauen wir mal.
21:26Frau Hofer.
21:27Frau Stocken, grüß einer.
21:29Sagen Sie, hätten Sie zufällig eine Coffee-Tabletten da bitte?
21:32Oh mei.
21:33Der Fröhn, gell.
21:34Ja, den krieg ich allmählich.
21:35Um Gottes Willen, was ist denn passiert?
21:37Ach, der Achtziger, der hat mir wieder so einen eingelegt.
21:40Ich soll ja Karten besagen für das Konzert heute Abend für die Mutter von der Frau Ortmann.
21:45Äh, für heute Abend?
21:46Ja, ach, dabei ist es längst ausverkauft.
21:48Was ich da schon miteinander telefoniert hab, ich sag's einer Hölle.
21:51Aber ich dachte, die beiden Ortmännerinnen, die werden halt zum Bootsdinner beim Hansen
21:55eingeladen.
21:56Na, ich werd's halt umdisponiert haben.
21:59Moment.
22:02Ja, Frau Rick, ich hab einen Karten.
22:04Gerade haben Sie auch nicht zurückgegeben in der Musikakademie.
22:07Schauen Sie, wie sich dann doch immer alles fügt.
22:09Ja, da hab ich noch mehr Masse gehabt, gell.
22:11Danke.
22:34Es bestürzt mich schon, dass Herr Beck offenbar in den Einbruch vor zwei Monaten verstrickt
22:38war.
22:38Oder er ist am Warentäter auf die Schlüche gekommen und hat die Ikonen als Beweismittel
22:42aufbewahrt.
22:43Aha.
22:44Vielleicht hatte er doch recht, als Herr Deissner das Einbruch beschuldigt hat.
22:48Hier hat er den Beweis gehabt.
22:51Ich verstehe.
22:53Das würde aber auch bedeuten, dass Herr Deissner den Mord begangen hätte.
22:57Das ist möglich und das werden wir rausfinden.
23:00Ja.
23:02Auch wenn vieles dafür spricht, dass der Tod von Herrn Beck mit dem Raub der Ikonen zu tun hat,
23:06trotzdem dürfen wir einen anderen Aspekt nicht vergessen, Frau Doktor Ebert.
23:10Nämlich?
23:10Zwischen Herrn Beck und Herrn Mendel hat ganz offensichtlich ein Gerangel um die Stellvertreterposition
23:15hier im Museum geherrscht.
23:17Sie glauben doch nicht wirklich, dass Herr Mendel Herrn Beck ermordet hat, nur um dessen
23:21Position einzunehmen?
23:22Zumindest können wir das nicht ausschließen.
23:24Das ist ein schwerwiegendes Motiv.
23:25Und Herr Mendel hat kein Alibi.
23:30Doch, das hat er.
23:33Ja.
23:42Sie zwingen mich etwas zu sagen, was ich lieber für mich behalten hätte.
23:46Herr Mendel war gestern bei mir.
23:50Und wann was war denn?
23:51Die ganze Nacht.
23:53Sie haben ein Verhältnis mit Herrn Mendel?
23:55Ja.
23:56Sowas ist ja nun keine Seltenheit.
23:58Na, das nicht.
23:58Aber warum haben Sie das nicht gesagt, als wir Sie nach Ihrem Alibi gefragt haben?
24:01Gehen Sie mit so etwas rosieren?
24:04Wenn es darauf ankommt, schon.
24:05Ja.
24:06Jetzt ist es ja darauf angekommen.
24:08Also zumindest hilft uns dieses Alibi bei der Arbeit, Frau Dr. Ebert.
24:11Wann werden wir die sichergestellten Ikonen zurückbekommen?
24:13Es kann noch eine Zeit dauern, Frau Dr. Ebert.
24:15Sie kriegen dann von uns Bescheid.
24:18Wiedersehen.
24:19Wiedersehen.
24:22Dann könnten wir uns eigentlich auf Einbruch als Mordmotiv konzentrieren.
24:26Sieht fast so aus.
24:28Für heute steht ja nichts Konkretes mehr an.
24:30Wir müssen es zum Boot.
24:32Allmählich, ja.
24:33Dann hau uns ab.
24:33Wir machen Rest für heute.
24:35Viel Spaß.
24:36Sie sind dein Schatz.
24:41Na, du hast dich ja ausgestattet, was für einen einzigen Abend auf dem Bootssteg.
24:46Wer weiß, vielleicht werde ich ja noch den ein oder anderen Segeltörn mit Sven unternehmen.
24:50Dazu musst du nur erstmal einen Segelkurs machen.
24:54Ich weiß auch ohne Kurs, was Louv und Lee ist und wie man Takelage schreibt.
25:05Herr Dr. Krisenner.
25:07Hallo Herr Hartl.
25:09Sagen Sie, haben Sie die Leiche vom Beck noch parat?
25:12Schön gekühlt.
25:14Brauchen Sie sie?
25:15Nein, nein, nein.
25:15Die Kollegen vom Erkennungsdienst, dass die bloß dann...
25:18Da war vorhin schon ein Kollege da und hat Fingerabdrücke genommen.
25:20Ja, sehr gut.
25:23Sagen Sie, haben Sie vielleicht noch was Neues herausgefunden bei der Obduktion?
25:27Nichts, was ich Ihnen schon heute Morgen gesagt hätte.
25:29Die Todesursache hat sich ebenso bestätigt wie der Todeszeitpunkt.
25:32Circa 22 Uhr.
25:33Gut, dann.
25:34Dankeschön, Frau Doktor.
25:35Ach, grüßen Sie Herrn Hansen von mir.
25:37Ja, den werde ich heute nicht mehr sehen.
25:41Neulich war er doch auch schon so zeitig weg.
25:43Ja, der ist im Moment, sagen wir mal, ein bisschen eingespannt.
25:47Eingespannt?
25:48In Sachen Art, Mann.
25:50Aha.
25:51Da ist gerade die Mama aufgesucht.
25:54Ich weiß.
25:55Und ich...
25:57Und ich glaube, dass da eine gewisse, sagen wir mal, Sympathie herrscht von Seiten der Mama für den Herrn Hansen.
26:04Welcher Art?
26:05Ich würde sagen, der schwiegermütterlichen Art.
26:08Da hat sich aber was vorgenommen.
26:09Äh, wie heißt der, der den Felsen immer wieder in den Berg nahe freut?
26:13Sisyphus.
26:25Jetzt haben wir's.
26:25So, das schaut doch schon ganz schön aus, oder?
26:28Perfekt.
26:30Finger weg.
26:32Wo bleiben sie jetzt deine Grazien?
26:34Ah, bin schon im Anmarsch.
26:37Mh, das duftet ja über den halben See, Joe.
26:39Oh, köstlich.
26:42Gerlinde.
26:43Hallo.
26:43Frau Ortmann, hallo.
26:44Hallo.
26:45Ja, bitte.
26:48Oh, sieht das schön aus.
26:52Oh, das ist ja ein Traum.
26:53Schon schön, gell?
26:55Wunderbar.
26:57Nur leider musste ich jetzt packen.
26:58Musst die Lilly ablösen.
26:59Ich wünsche euch einen schönen Abend.
27:02Wiederschauen.
27:02Tschüss.
27:03Viel Spaß.
27:03Danke dir.
27:04Ja, schön, dass auch das Wetter mitspielt, ne?
27:06Ja.
27:07Ähm, Weißwein?
27:08Ja, unbedingt.
27:10Gern.
27:14So, jetzt war ich bei der KTU.
27:17Fingerabdrücke stimmen mit denen vom Bett überhin.
27:19Aber sonst sind noch keine drauf.
27:21Ja, dann prüft das wenig.
27:23Ich weiß.
27:24Aber morgen haben wir den genauen Bericht.
27:28Ja, dann bis morgen.
27:30Bis morgen, Hartz.
27:37Zum Wohl, Kinder.
27:38Zum Wohl.
27:39Zum Wohl.
27:45Ausgerechnet jetzt.
27:46Tschuldigung.
27:54Hallo.
27:55Ortmann.
27:57Ah, Herr Achtziger.
28:00Ja.
28:01Ja.
28:03Ja, ich freue mich.
28:06Bis gleich.
28:09Jetzt hat der Achtziger mich heute Abend auf ein Konzert eingeladen.
28:14Ja, aber du bist hier eingeladen.
28:16Ja, was soll ich denn machen?
28:17Der Mann ist euer Chef.
28:19Und was wird denn gespielt?
28:21Brahms.
28:22Brahms?
28:23Ich dachte, gegen den bist du allergisch.
28:25Das will mir neu.
28:26Jetzt muss ich aber los.
28:29Gibst du mir mal dein Auto?
28:30Ja, wie soll ich nach Hause kommen?
28:32Also, der Abend ist viel zu jung, um über so etwas nachzudenken.
28:35Außerdem wird Sven dich ganz sicher nach Hause fahren.
28:38Das mache ich.
28:38Natürlich.
28:39Danke.
28:40Also, viel Vergnügen noch, hm?
28:49Ja.
28:50Nicht schlecht, was Joe hier gezaubert hat, ne?
28:52Wenn ja ein Brahms-Konzert wichtiger ist.
28:55Wenn der Achtziger sie so bekniet hat.
28:57Ja, ja.
28:59Was?
29:00Sie glauben, sie hat das absichtlich so eingefädelt, um uns beide hier allein zu lassen?
29:03Allerdings.
29:04Sie scheint es sicher geradezu als Lebensaufgabe gemacht zu haben, uns beide zusammenzubringen.
29:09Natürlich keine leichte Aufgabe.
29:10Daran wird sie sich die Zähne auspassen.
29:13Schade.
29:14Also, dass sie das nicht begreift, hm?
29:16Dabei ist doch so offensichtlich, dass wir zwei nicht zusammenpassen.
29:19Das war völlig verschieden.
29:20Und das wird sich auch nie ändern.
29:22Auf keinen Fall.
29:22Trotzdem schön, dass wir auch unsere harmonischen Momente haben.
29:25So wie jetzt.
29:27Wir stimmen völlig überein, dass wir beide absolut nicht miteinander können.
29:30Da haben Sie recht.
29:32Ausnahmsweise.
29:33Tschüss.
29:43Ach, guten Morgen, Herr Hansen.
29:45Oh nein, Frau Stockel.
29:46Wie war's denn gestern mit Fräulein Ortmann?
29:48Aha.
29:48Wussten Sie also von Mama Ortmanns Tanz auf zwei Hochzeiten?
29:52Hatten Sie da vielleicht Ihre Finger im Spiel?
29:54Ivo.
29:55Ich hab bloß mitgekriegt, dass die Mutter von der Frau Ortmann unbedingt mit dem Herrn Achtziger auf das Konzert gewollt.
30:01Aha.
30:02Ja, und die Frau Hofer hat einen Haufen Arbeit gehabt, noch an diese Karten zu kommen.
30:05Und ich bin mir sicher, dass die Mutter von der Frau Ortmann das überhaupt nicht böse gemeint hat.
30:10Die hat sie wahrscheinlich gedacht, dass Sie mit ihrer Tochter allein sein wollen.
30:13Und?
30:14Na, dann haben wir es ja jetzt amtlich, dass wir mit unserer Vermutung richtig lagen.
30:17Guten Morgen, Frau Stockel.
30:19Guten Morgen, Frau Ortmann.
30:20Für den haben Sie gerade gesorgt.
30:23Schauen Sie, jetzt bin ich wieder schuld.
30:25Na ja, nach Paragraph 138 Strafgesetzbuch werden Sie das ja auch.
30:29Warum?
30:31Der Straftatbestand der Mitwisserschaft.
30:34Ha, ha, ha.
30:39Moin, moin.
30:40Moin, Herren.
30:41Schauen Sie mal her.
30:43Das ist eine von den Ikonen, die wir beim Beck gefunden haben.
30:46Auf dieser Ikone befinden sich ausschließlich die Fingerabdrücke vom Beck selber.
30:50Aber, schauen Sie mal her.
30:56Wo hat doch kein Mensch eine Ikone?
30:59Bestimmt.
31:00Das ist ja Quatsch.
31:00Das ist ja anatomisch gar nicht möglich.
31:02Offensichtlich seien alle anderen Fingerabdrücke von der Ikone abgewischt
31:05und hinterher die von Beck draufpraktiziert worden.
31:08Vermutlich, als der bereits tot war.
31:10Sie meinen, die Ikonen sind Beck untergeschoben worden?
31:13Ja, schaut ganz aus.
31:14Dann können sie wohl nur der Deissner gewesen sein.
31:17Der Mendel war ja auch bei der Ebert.
31:19Wie?
31:20Der Mendel bei der Ebert?
31:22Ja, geschnachselt haben Sie.
31:23Der Mendel und die Direktorin vom Museum?
31:27Nie.
31:28Wieso glaubst du das jetzt nicht?
31:30Weil ich eine aufmerksame Zeitungsleserin bin.
31:35Geschnachselt?
31:37Biene, Blume, Blütenstab.
31:41Danke.
31:42So.
31:44Also.
31:46Zwei Wochen.
31:48Ganz geheiratet.
31:50Da, Schatz.
31:51Da.
31:52Der Christian Mendel und sein Fräulein Ruswitha.
31:56Geborene Wildgruber.
31:57Hübsch, hübsch.
31:58Ich meine doch auch.
31:59Und vor zwei Jahren, da war es Dirndl-Königin.
32:01Also da wird doch der nicht mit seiner Chefin im Bett liegen.
32:04Also...
32:04Vielleicht aus Karrieregründen...
32:06Na.
32:08Michi, die Frau Mendel...
32:10Ich bin ja schon unterwegs.
32:14Manchmal hat er ja schon was Seherisches unserem Ort, gell?
32:17Mhm.
32:26So.
32:27Da herein, Frau Mendel.
32:28Das ist die Frau Mendel.
32:31Grüßena.
32:32Herr Hansen, mein Kollege Tadl.
32:34Grüß Gott.
32:35Wenn Sie da, lassen Sie ihn mal bitte.
32:38Ja.
32:38Schön, dass Sie vorbei kommen, Frau Mendel.
32:41Dürfen wir Ihnen eigentlich noch zur Hochzeit gratulieren?
32:45Herr Freilied ist ja erst 14 Tage her.
32:49Machen Sie gar keine Hochzeitsreise?
32:51Doch, doch.
32:52Wir haben das nur aus Termingründen verschoben.
32:56Nächsten Monat geht's in Karibik.
32:58Ah, dann verdient Ihr Mann uns sicher recht, gell?
33:03Naja, wir...
33:04Wir leisten uns das einfach.
33:06Ja, ist doch schön.
33:08Die Nacht von vorgestern auf gestern, die haben Sie bei Ihrer Mutter in München verbracht.
33:12Bei der Schwester.
33:13Ja.
33:14Die erwartet ein Baby und ist ein wenig übersensibel.
33:20Ja, wir haben da auch eine recht heikle Frage an Sie.
33:25So kurz nach der Hochzeit, könnten Sie mir vorstellen, dass Ihr Mann Sie da betrügt?
33:30Was verstehen Sie denn unter Betrügen?
33:32Laut Aussage seiner Chefin, der Frau Doktor Ebert, hat er die Nacht bei ihr verbracht.
33:40Ja, das kann sein.
33:43Ich weiß von dem Verhältnis.
33:45Das besteht schon seit der Zeit vor unserer Ehe.
33:49Und das macht Ihnen gar nichts aus?
33:51Nein.
33:51Ja.
33:52Weshalb?
33:54Na, könnte ja sein, dass Sie Ihre Gefühle verletzt.
33:56Nein, das ist aber nicht der Fall.
33:58Das...
33:59Das nenne ich mal liberal.
34:02Ja, egal wie man es nennt.
34:04Es ist einfach so.
34:07Ja, gut.
34:08Frau Mendel, das war's dann erstmal.
34:11Danke, dass Sie zu uns gekommen sind.
34:14Wiederschein, die Herren.
34:15Sehr gut.
34:16Wiedersehen.
34:21So ein eifersuchtslos wie Frau ist doch bestimmt für manchen Mann ein Traum.
34:25Traumjahr aber keine Realität.
34:27Die reagiert doch nur so cool, weil sie weiß, dass in der Sache garantiert nichts dran ist.
34:31Weil er ihr erzählt hat, dass du nichts traust.
34:34Ich glaub, da muss es einen anderen Grund geben.
34:37Und?
34:38Sie sagt, sie hat's gewusst, aber ihr macht's nichts aus.
34:41Hahaha.
34:43So ein Schmarrn.
34:45Wehen Sie, deswegen bräuchten wir alle Telefonverbindungen von den Mendels am Tatabend, Frau Stocker.
34:49Das mach ich doch gerne.
34:51Danke.
34:52Michi, vielleicht kannst du die nach dem Besitzstand von unserem jungen Pärchen erkundigen.
34:57Guten Tag, hier spricht Stocker.
34:58Ja, freilich. Das kann ich schon.
34:59Ihr kennt Herrn Hure Seppe.
35:01Wie immer das auch ist.
35:03Sie denken gar nicht, dass der Konkurrenzkampf zwischen Mendel und Beck das Motiv ist,
35:07sondern dass Mendel selbst in den Einbruch von damals verwickelt war.
35:11Weil die Frau Mendel hat jetzt nicht gerade euphorisch gewirkt, wo ich's nach dem Verdienst von ihrem Mut gefragt hab.
35:17Herr Rhein?
35:19Na, mein Liebling?
35:22Hast du den Schock von gestern Abend überwunden, dass ich euch verlassen musste?
35:27Ich finde es unmöglich, was du dir da geleistet hast.
35:30Wieso? Was hab ich mir denn geleistet?
35:32Es ist einfach haarsträumend, was für Intrigen du spinnst, nur um mich mit Hansen zusammenzubringen.
35:38Hansen ist eine wirklich gute Partie.
35:40Er ist charmant, er sieht gut aus und eines Tages wird er das millionenschwere Erbe seines Vaters antreten.
35:46Du wärst versorgt.
35:47Du sprichst mit ihm über solche Dinge?
35:50Ach, Sven ist doch viel zu dezent, um sowas auch nur anzudeuten.
35:54Woher weißt du's dann?
35:58Von Frau Stockel, stimmt's?
36:00Wir sind nur ganz zufällig drauf zu sprechen gekommen.
36:02Du sprichst mit Stockel über Hansen und mich?
36:05Nur ganz allgemein.
36:07Mutter, mir reicht's jetzt echt. Seit du hier bist, hast du nichts anderes im Kopf, außer mich mit Hansen zu
36:11verkuppeln.
36:12Merkst du nicht, wie peinlich das ist?
36:14Ich bin dir also peinlich?
36:16Nicht du, aber das, was du veranstaltest, schon.
36:20Das wär besser gewesen, ich wär gar nicht erst gekommen.
36:23Und das Beste ist, wenn ich gleich wieder abreise.
36:25Mutter, jetzt übertreib mal nicht. Ich freu mich doch, wenn du noch bleibst.
36:30Das sagst du doch jetzt nur, um mich nicht zu verletzen.
36:33Stimmt, verletzen will ich dich wirklich nicht.
36:35Naja, ich kann ja im Hotel mal fragen, ob das Zimmer noch ein paar Tage frei ist, hm?
36:42Und Herr Hansen freut sich bestimmt auch, wenn ich noch bleibe.
36:47So, ich hab jetzt den Verbindungsnachweis von Mendelsheim Festnetzanschluss.
36:53Und am Tatabend sind zwei Anrufe registriert.
36:56Der letzte, der war um circa halbe zwölf in der Nacht, hat 23 Minuten gedauert und ging zum Handy seiner
37:01Frau.
37:0323 Minuten? Also muss jemand den Anruf entgegengenommen haben?
37:06Ja, und weil sie Frau in München war, heißt das, dass der Mendel daheim war und nicht bei der Frau
37:10Dr. Ebert.
37:11Ja, das passt, weil der Anruf davor, der hat ungefähr fünf Minuten gedauert und ging eben zu dieser Frau Dr.
37:18Ebert und zwar um circa viertel nach elf.
37:21Also waren die beiden definitiv nicht die ganze Nacht zusammen.
37:24Ein Viertel nach elf heißt, dass der Mendel Zeit gehabt hätte, die Tat zu Beginn.
37:28Michi, wie schaut's denn aus mit den Finanzen von Mendels?
37:31Ja, und Herr Huberstedt hat gesagt, die haben sich ein wunderschönes Reihenhaus gekauft, unten am Inn, alles finanziert von der
37:37Bank und jetzt haben sie eine Hypothek von 425.000 Euro.
37:42425.000 Euro. Und dann noch die Hochzeitsreise in die Karibik, da haben die Mendels bestimmt Geldbedarf.
37:50Der hat sie doch bestimmt decken lassen, wenn man die gestallenen Ikonen am Schwarzmarkt verkauft.
37:55Fragt sich nur, warum die Dr. Ebert dem Mendel das Alibi gegeben hat.
38:00Vielleicht steckt er die selber mit drin. Vielleicht hat die ja auch einen Geldbedarf.
38:04Ja, ja, hat sie.
38:06Nein, man denkt, ihr schickt mich gleich wieder zurück zur Bank, wenn ich doch gleich frage.
38:11Sag's ja seerisch.
38:13Die Ebert hat einen Haufen Miese am Konto. Und zwar deswegen, weil sie regelmäßig große Summen an irgendwelche Auktionshäuser überweist,
38:21die auf historischer Schmuck spezialisiert sind.
38:24Das darfst du doch erklären. Wäre natürlich praktisch, wenn man das Diebesgut aus dem Museum bei Ebert oder Mendel finden
38:29würde.
38:30Ja, unsere zwei Diebe vom Fach, die müssen bestimmt immer so wertvolle Ikonen anständig aufbewahrt haben.
38:37Also, soweit ich weiß, haben sie oft Depots, in denen sie ihre Exponate sachgerecht einlagern.
38:43Ja, jetzt müssen wir sich bloß noch erkundigen, ob unser städtisches Museum so ein Depot hat.
38:48Herr Michi!
38:51Seerisch, sag ich doch.
38:52Ja, sonst, der Herr Deisner bestimmt behilflich.
38:54Ja, da hilft dir nichts.
38:59Michi!
39:00Frau Doktor Ebert, es kommt selten vor, dass eine Affäre vorgetäuscht wird, wo keine ist.
39:06Aber schon klar, auf diese Weise wollten sie sich gegenseitig ihr Alibi verschaffen.
39:10Das hat aber nicht funktioniert, Herr Mendel.
39:11Sie und die Frau Doktor Ebert haben vor zwei Monaten den Einbruch im Museum inszeniert.
39:16Sie haben sich Geld verschaffen wollen, indem sie die Ikonen am Schwarzmarkt verkaufen.
39:21Wie kommen Sie denn darauf?
39:22Wir haben die Stücke im Depot ihres Museums entdeckt. Herr Deisner war so freundlich, uns beim Suchen zu helfen.
39:27Die waren gut versteckt und gut verpackt.
39:30Und was habe ich damit zu tun?
39:31Ja, wir haben auf den Ikonen und auf den Open Folien, die es eingewickelt waren, Fingerabdrücke von zwei verschiedenen Personen
39:37festgestellt, die weder vom Herrn Deisner noch vom Herrn Beck stammen.
39:45Aber ich garantiere Ihnen, dass die von Ihnen und von Herrn Mendel stammen.
39:54Also.
39:55Ja, es stimmt.
39:59Herr Mendel und ich, wir haben den Einbruch inszeniert.
40:03Und der Herr Beck ist eine Draufkämmer.
40:07Wir haben versucht, die Ikonen im Internet auf den Schwarzmarkt zu bringen.
40:12Beck hat sich unter falschem Namen natürlich als Interessent ausgegeben.
40:15Er ist dann aber zur Übergabe nicht erschienen.
40:17Oder zumindest dort nicht in Erscheinung getreten.
40:19Aber er hat sie als Anbieter der Diebesware erkannt.
40:25Beck kam am Tag nach der geplatzten Übergabe in mein Büro und bat mich um eine vorzeitige Vertragsverlängerung und eine
40:31bemerkenswerte Gehaltserhöhung.
40:33Ja, schlicht. Er hat Herrn Mendel und mich erpresst.
40:36Er hat gedroht, uns bei der Polizei anzuzeigen.
40:39Da haben Sie den Plan gefasst, dass Sie den Herrn Beck ermorden.
40:42Nein, das war immer Fakt.
40:45Und hinterher haben Sie alles so arrangiert, dass es wie ein zweiter Einbruch ausschaut.
40:49Und die geraubten Ikonen haben Sie Beck untergeschoben, damit wir glauben sollen, er wäre in den ersten Einbruch verwickelt gewesen.
40:54Aber ausgeführt hat Mendel die Tat alleine.
40:57Ja, das stimmt.
40:59Gut, Herr Mendel, Sie sind vorläufig festgenommen wegen des dringenden Tatverdachtsherrn Oliver Beck am Morde zu haben.
41:06Herr Mendel, wenn Sie bitte mitkommen möchten.
41:09Manu, abführen bitte.
41:13Kommen Sie bitte.
41:27Kommen Sie bitte.
41:32Ja, überhaupt nicht er war es.
41:35Er hat es zugegeben.
41:36Tja, dann hätten wir es mal wieder geschafft.
41:38Ja.
41:39Ja, was machen wir jetzt mit dem angeborenen Tag?
41:42Sie haben es her, ich schreibe einen Bericht.
41:44Aber Sie kümmern sich dafür um Ihre zwei Ortsmännerinnen.
41:47Halleluja.
41:48Amen.

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