- vor 18 Minuten
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SpaßTranskript
00:04Musik
00:53Gut, Teddy, da bist du ja.
00:55Oh, Mama, ich glaub es nicht.
00:58Ach, was machst du denn hier?
01:01Steht die Insel unter Wasser?
01:03Nein.
01:05Heiko und ich haben beschlossen, aufs Festland zu ziehen.
01:08Naja, bessere ärztliche Versorgung und so.
01:10Das heißt, du arbeitest wieder hier?
01:12Nein, aber ich kann sicher mal aushelfen, wenn Not am Mann oder an der Frau ist.
01:16Aber erst mal muss ich eine Wohnung für uns finden.
01:18Ich wollte fragen, ob ich bei dir wohnen kann, also bis ich was Passendes gefunden habe.
01:22Aber klar, Mama, ich freue mich doch. Ich freue mich so.
01:27Hallo.
01:30Ich brauche einen Anwalt.
01:32Oh, ich glaube, Sie brauchen erst mal eine Ausnüchterung, junge Frau, oder?
01:36Oh Gott, wie ich das alles hier vermisse.
01:38Wer ist? Sind Sie die Anwälte?
01:42Ich will, dass Sie die Hexe verkla...
01:45Weil wir wollten eigentlich heiraten.
01:50Und das war die Liebe meines Lebens und jetzt hat er mich einfach verlassen und sie ist schuld.
01:56Kannst du das bitte übernehmen?
01:58Äh, ja. Ja, ja, ja, klar.
02:00Na, warten Sie mal, warten Sie mal.
02:02Sie, Sie hören jetzt erst mal auf zu trinken und dann gehen Sie nach Hause.
02:07Und wenn Sie wieder so halbwegs nüchtern sind, dann kommen Sie wieder und dann reden wir in Ruhe über alles,
02:11ja?
02:11Arbeit?
02:11Nein, nein, jetzt aber mal kein aber. Jetzt gehen Sie erst mal nach Hause, ja?
02:15Wir haben jetzt noch Feierabend.
02:16Hier, bitte sehr. Oh, Vorsicht, Vorsicht auf der Treppe. Vorsicht, ne?
02:23Oh.
02:29Wieso hat mein Vater da gerade so komisch reagiert?
02:32Hm, ja. Also Ihr Vater, der ist ein bisschen empfindlich, was das Thema angeht.
02:39Er wollte nämlich der Staatsanwältin Geldermann einen Heiratsantrag machen.
02:43Gut, dann bis morgen.
02:45Mhm, tschüss, tschüss, tschüss dann.
02:49Da hat sich rausgestellt, dass sie noch verheiratet ist.
02:53Und zwar mit dem Hauptkommissar, Tobias Geldermann. Den haben wir ja inzwischen alle kennengelernt.
02:58Oh.
02:59Aber das ist allerdings harte Konkurrent.
03:02Ein gut aussehendes Kerlchen.
03:04Ja, ja.
03:30Ich bin sofort da. Solange rührst du nichts an.
03:41Ich nehme mal an, wenn das ein Einbrecher wäre, dann hätte der ein bisschen mehr an.
03:46Das ist Miro. Hat die Nacht hier verbracht.
03:50Ein One-Night-Stand?
03:51Nee, der war regelmäßig hier. In der Zeit sogar mehr als bei sich zu Hause.
03:56Und du hast nichts mitbekommen?
03:58Nee.
04:00Der hat ihn ganz schön getankt.
04:04Und war das schon, als ihr nach Hause gekommen seid?
04:07Ich weiß es nicht. Ich kann dir das nicht sagen.
04:10Wir haben uns gleich Richtung Bett bewegt und da waren wir mit anderen Sachen beschäftigt.
04:16Und wie lange wart ihr schon zusammen?
04:19Halbes Jahr oder so.
04:22Du sei mir nicht böse, aber wenn ich deinen Freund so ansehe, da wirkt er nicht gerade harmlos.
04:26Ich weiß.
04:28Ist da zwischen euch was vorgefallen? Gab's einen Streit? Musstest du dich wehren?
04:33Fragst du jetzt, ob ich den erstochen hab?
04:35Ja.
04:37Ich hab den wirklich so gefunden. Das musst du mir glauben.
04:41Silke, ich muss dir das so erklären.
04:44Wenn der Mann dich angegriffen hat und du dich nur gewehrt hast, dann musst du mir das sagen.
04:48Dann kann ich als dein Anwalt ganz anders agieren.
04:50Warte.
04:51Wenn wir jetzt anführen, dass du ihn so gefunden hast und später zugeben müssen, dass es einen Streit gab und
04:58es Notwehr war,
05:00dann wird uns das keiner mehr glauben.
05:02Ich hab den wirklich so gefunden.
05:07Gut.
05:09Dann rufe ich jetzt die Polizei an.
05:13Ich hab gedacht, wir können ihn irgendwie verschwinden lassen.
05:17Guten Morgen.
05:25Guten Morgen.
05:27Äh, bitte nicht so laut.
05:31Also wenn ich Sie jetzt gestern Abend richtig verstanden habe, dann hat Ihnen eine Frau Ihren Verlobten ausgespannt, stimmt's?
05:38Aber was soll da ein Anwalt machen?
05:40Äh, niemand hat mir meinen Verlobten ausgespannt.
05:43Ja, was haben Sie denn da von einer Hexe erzählt?
05:47Naja, darum geht's doch.
05:49Sie sollte mir einfach nur beibringen, ein Liebestauber zu wirken.
05:52Aber das ist total nach hinten losgegangen.
05:55Und jetzt will ich Sie verklagen.
05:57Hm?
06:10Hey, Hattes.
06:11Sag mal, Finger weg.
06:12Sag mal, du guckst, du hast den Tatort.
06:13Willst du, dass deine Fingerabdrücke im Bericht auftauchen kommen?
06:15Mann, ey.
06:21Siehste, haben wir doch was.
06:24Danke.
06:26Ja, mach du mal.
06:29Ähm, Entschuldigung?
06:30Ist das Ihr Handy?
06:32Nee, das ist von Miro.
06:34Oh Gott.
06:35Oh, ich kann's gar nicht glauben, dass der tot ist.
06:38Einfach so.
06:41Was passiert denn jetzt?
06:42Es kommt gleich jemand von der Kripo, um die zu vernehmen, aber du sagst gar nichts.
06:47Überlass das mir.
06:50Ich seh mich mal ein bisschen um.
07:12Ich denke, das sollten Sie sich mal ansehen.
07:15Was denn?
07:16An der Eingangstür, das sind deutliche Einbruchsspuren.
07:19Das passt zu der Tatsache, dass die Wohnung durchsucht wurde.
07:22Ja, wir kriegen unsere Arbeit auch ohne Ihre Hilfe ganz gut hin, Herr Anwalt.
07:26Also entweder Sie bleiben bei Ihrer Mandantin oder Sie müssen jetzt gehen.
07:31Das ist hier ein Tatort.
07:38Ich hab gemerkt, wir sind einfach immer mehr auf des Tanzes.
07:41Egal, was ich gemacht habe, ist es nur noch schlimmer geworden.
07:44Aber ich konnte auch nicht einfach so aufgeben.
07:47Also bin ich zu dieser Hexe.
07:49Hat mir eine Freundin empfohlen.
07:50Und die hat Ihnen dann gegen ein sattes Honorar, wie ich vermute, beigebracht, wie man einen solchen Liebeszauber wirkt?
07:59Ja, dachte ich auch.
08:01Aber das war ja wohl nichts.
08:02Das ist total damit losgegangen.
08:04Hm.
08:06Ich finde, es hat sich einfach Knallauffall von mir getrat, obwohl ich alles genau nach Anweisung gemacht habe.
08:11Und jetzt?
08:12Jetzt wollen Sie Ihr Geld zurück, oder?
08:14Nein, ich will, dass Sie das wieder in Ordnung bringt.
08:19Oder Schadensersatz oder Schmerzensgeld oder sowas.
08:22Ganz ehrlich.
08:24Ich glaube nicht, dass Sie ein Gericht davon überzeugen können, dass es sowas wie einen Liebeszauber überhaupt gibt.
08:30Also schon gar keinen, der nach hinten losgeht.
08:33Und Schmerzensgeld oder Schadensersatz können Sie vergessen.
08:40Gut, ich meine, vielleicht kann ich versuchen, dass diese sogenannte Hexe Ihnen Ihr Honorar zurückzahlt.
08:46Das würde ich aber außergerichtlich probieren, indem ich mit dir spreche.
08:50Vielleicht ist sie ja einsichtig.
08:52Ja.
08:53Und könnten Sie sie vielleicht auch fragen, ob ich nicht doch irgendwas falsch gemacht habe?
08:59Also, vielleicht können wir das dann doch irgendwie wieder hinbiegen.
09:03Ähm.
09:05Charlie, können Sie mal auf der Website dieser sogenannten Hexe gucken, wie sie das, was sie so treibt, wie sie
09:11das bewirbt?
09:13Und vielleicht finden wir da ja einen Ansatzpunkt.
09:19Okay.
09:21Was ist denn hier, Papa?
09:25Ich bin dann schon wieder hin.
09:31Es hätte so ein schöner Tag werden können.
09:34Ja, komisch.
09:35Genau das habe ich auch gerade gedacht.
09:37Guten Tag, Frau Runger, Hauptkommissar Geldermann.
09:40Darf ich?
09:41Ja.
09:44Ich muss Sie belehren, dass wir Sie als Beschuldigte vernehmen.
09:47Sie können die Aussage verweigern, aber wenn Sie aussagen, kann alles, was Sie sagen, vor Gericht gegen Sie verwendet werden.
09:54Einen Anwalt haben Sie ja bereits.
09:57Haben Sie die Belehrung verstanden?
09:59Ja.
10:01Der Tote hat hier bei Ihnen übernachtet?
10:03Meine Mandantin wird nicht zur Sache aussagen.
10:07Das ist Ihr gutes Recht, habe ich Ihnen gerade erklärt.
10:10Sie tun sich damit aber kein Gefallen.
10:12Sprechen Sie mit mir.
10:14Meine Mandantin hat das Opfer am Morgen in der Küche gefunden, als sie aufgestanden ist.
10:19Das hört sich nicht sehr plausibel an.
10:22Ihre Mandantin und das Opfer waren alleine in der Wohnung.
10:24Jetzt hat der Mann ein Messer im Bauch, das aus Ihrer Küche stand.
10:27Das sieht für mich eher nach einer Beziehungstat aus.
10:30Sie waren eben nicht alleine.
10:31An der Eingangstür sind Einbruchspuren.
10:33Hier ist alles durchsucht worden.
10:35Ich gehe mal davon aus, dass Sie den Einbrecher gestört haben, als Sie nach Hause kamen.
10:40Der hat sich versteckt und gewartet, bis Sie eingeschlafen sind.
10:43Aber leider hat das Opfer ihn gehört, ist in die Küche gegangen und wurde von dem Einbrecher niedergestochen.
10:51Ja.
10:53Das ist eine tolle Geschichte.
10:55Haben Sie beide sich das ausgelacht?
10:58Hat Ihre Mandantin deswegen erst Sie angerufen und dann die Polizei, damit Sie das hier alles arrangieren können?
11:03Das ist eine perfide Unterstellung.
11:05Wenn man Ihren Ruf kennt, auch eine sehr naheliegende.
11:08Also wenn Sie persönlich was gegen mich haben, dann tragen Sie das mit mir aus und legen Sie das nicht
11:12meiner Mandantin zur Last.
11:14Wenn Sie davon reden, dass Sie ein Verhältnis mit meiner Ehefrau hatten, ich bin durchaus in der Lage, das zu
11:19unterscheiden.
11:19Meine Mandantin ist heute Morgen aufgewacht und hat den Mann tot in der Küche gefunden.
11:26Ich glaube Ihnen. Kein Wort.
11:30Bei dem Toten handelte es sich um Mirro Nowak.
11:33Der war nicht nur Berufsverbrecher, sondern auch Zuhälter.
11:35Und dafür bekannt, dass er nicht besonders fein mit seinen Frauen umging.
11:41Es war nur eine Frage der Zeit, bis sich mal jemand wehrt.
11:47Wenn das hier der Fall war, Frau Hunger, dann sollten Sie mir das jetzt sagen.
11:53Es bleibt dabei.
11:55Meine Mandantin wird nicht aussagen.
12:01Dann muss ich Sie bitten, mitzukommen.
12:04Was?
12:06Bin ich verhaftet?
12:08Sie sind vorläufig festgenommen.
12:12Ich glaube es nicht.
12:38Sie müssen die Anwältin sein.
12:40Ja.
12:41Rede.
12:42So.
12:45Und Sie?
12:46Sie sind dann wohl die Hexe.
12:49Ich bevorzuge den Ausdruck spirituelle Beraterin.
12:53Ah ja.
12:54Und dazu brauchen Sie, dazu brauchen Sie diesen ganzen Hokuspokus hier?
13:01Es gibt gewisse Erwartungen, die man erfüllen muss.
13:04Kommen Sie.
13:06Oder was denken Sie, warum die Kirche so pompöse Rituale hat?
13:11Sie haben meiner Mandantin das Rezept für einen Liebeszauber verkauft.
13:16Ja.
13:18Aber nur, weil sie darauf bestanden hat.
13:21Wir hatten vorher ein langes Gespräch.
13:23Indem ich ihr dazu geraten habe, sich von ihrem Verlobten zurückzuziehen und Rat zu machen,
13:27damit er wieder begreift, was ihm an ihr liegt.
13:31Tja, aber die Leute bevorzugen gern einfache Lösungen.
13:35Sie bieten diese einfachen Lösungen auf Ihrer Website an,
13:38aber leider hat das bei meiner Mandantin nicht funktioniert.
13:42Also, sie möchte von Ihnen das Honorar zurückerstattet haben.
13:47Es handelt sich um ein Beratungshonora.
13:50Die Beratung hat stattgefunden und wurde entsprechend honoriert.
13:53Der sogenannte Liebeszauber ist nicht Gegenstand meines Vertrages mit Ihrer Mandantin.
13:57Er ist sozusagen eine kostenlose Zugabe.
14:01Sie haben aber ihr vorgegaukelt, dass Sie Ihren Partner damit beeinflussen können.
14:07Ja.
14:08Uns wird so vieles vorgegaukelt.
14:12Ich habe gesehen, dass Sie Globuli dabei haben.
14:16Eine Medizin, deren Wirksamkeit äußerst umstritten ist.
14:20Aber bei Ihnen scheint sie zu wirken.
14:23Und genau das ist das Geheimnis.
14:26Der Glaube.
14:28Die Gerichte betrachten jedwede Art von Zauber als objektiv unmögliche Leistung,
14:36weshalb dafür auch kein Geld genommen werden kann.
14:39Es sei denn, die Parteien verabreden dann was anderes.
14:42Das ändert aber nichts daran, dass die Gerichte solche Verträge als sittenwidrig einstufen,
14:47weshalb man das Geld zurückverlangen kann.
14:49Ich weiß.
14:50Deshalb verlange ich für solche Leistungen auch nichts.
14:53Ich mache den Frauen hier nichts vor.
14:56Den meisten, die zu mir kommen, mangelt es an dem nötigen Selbstbewusstsein,
14:59ihre Träume zu verwirklichen.
15:01Meine Rituale und Beratungen dienen nur dem Zweck, sie zu ermutigen,
15:05so wie Ihre Globuli Ihnen den Glauben geben, ihre Krankheit besiegen zu können.
15:13Was sind Ihre Träume?
15:18Mich nicht mehr mit so lächerlichen Fällen wie diesen befassen zu müssen.
15:24Warum tun Sie es dann?
15:27Weil es immer noch Leute wie Sie gibt, die die Not und Verzweiflung anderer Menschen
15:33zu ihrem eigenen Vorteil ausnutzen.
15:37Ja, ich denke, wir müssen uns darauf einigen, uneinig zu sein.
15:43Das hat sie jetzt nicht wirklich getan.
15:45Ich weiß es nicht.
15:46Ich weiß es wirklich nicht.
15:48Aber ich bin sicher, dass sie mir nicht alles gesagt hat, was sie weiß.
15:51Ich kann dir sagen, was ich weiß.
15:52Und zwar, dass sie einen wirklich, wirklich schlimmen Männergeschmack hat.
15:56Anwesende natürlich ausgenommen.
15:57Ja, schon okay.
15:59Gut, und jetzt?
16:00Also, wir müssen ihr ja irgendwie helfen.
16:02Ja, das versuche ich ja.
16:04Aber wenn sie mir nicht die Wahrheit zeigt, wenn sie irgendwas Wichtiges zurückhält,
16:08dann werden wir vor Gericht gnadenlos scheitern.
16:11Lass mich mit ihr reden.
16:12Also, ihr habt nicht gerade das beste Verhältnis.
16:14Ich weiß.
16:16Aber ich kenne ihre schlimmsten Seiten.
16:19Sie hat keinen Grund, irgendwas von mir geheim zu halten.
16:21Ja gut, mach's.
16:22Aber versuch gleichzeitig, was über das Opfer rauszufinden.
16:25Miro Nowak.
16:26Laut Kripo ein Berufsverbrecher.
16:28Das ist schon ein halbes Jahr mit deiner Mutter zusammen.
16:30Versuch, so viel wie möglich über den rauszufinden.
16:33Was, was ist denn mit Charlies Mutter?
16:36Ach, die steht unter Verdacht, ihren Liebhaber umgebracht zu haben.
16:39Leider ist Barbaras noch Ehemann der zuständige Kripo-Beamte.
16:43Kann ich dir irgendwie helfen?
16:45Im Moment nicht.
16:46Ach, Charlie.
16:49Ja, ich hab recherchiert.
16:51Über diese Hexe, Melina Mara.
16:53Sie hat wirklich einen exzellenten Ruf und überhaupt sind Hexen gerade total in.
16:57Und auf Social Media gibt's einen regelreichen Hype.
17:00Und?
17:03Wie ist es gelaufen?
17:05Ja, ihre sogenannte Hexe ist eine ziemlich kluge Frau.
17:09Ja, ich weiß.
17:10Das hat meine Freundin auch gesagt.
17:12Deswegen wollte ich auch unbedingt zu sehr.
17:14Ja, aber Sie haben mich jetzt falsch verstanden.
17:17Sie ist eine kluge Betrügerin.
17:20Nein, sie ist keine Betrügerin.
17:22Sie hat einfach nur was falsch gemacht, als sie mir das mit dem Liebessauber erklärt hat.
17:26Also, dass Finn so plötzlich mit mir Schluss macht, das ist doch nie normal.
17:31Da ist doch irgendwas vorgefallen.
17:33Können Sie nicht nochmal mit ihm reden, bitte?
17:36Ich bin Anwältin.
17:37Ich bin keine Paartherapeutin.
17:39Aber wie soll ich das denn herausfinden, was da schiefgelaufen ist?
17:57Na gut, ich rede mit ihm.
18:00Echt?
18:03Danke, danke, danke.
18:15Was soll denn das heißen?
18:16Es ist nicht da.
18:18Naja, ich habe bei der KTU angerufen und gefragt, was mit der Auswertung des Handys ist.
18:22Und die haben gesagt, es ist nie da angekommen.
18:24Aber es stand doch auf der Liste der Spurensicherung.
18:26Ja, ja.
18:26Stimmt.
18:27Ich habe es auch in der Hand gehabt.
18:29Aber wie kann denn so eine wichtige Asservate einfach verschwinden?
18:33Also, die Tatverdächtige kann es nicht genommen haben.
18:36Die hat das Wohnzimmer nicht verlassen.
18:38Ja, aber dieser Anwalt, der da durch diese Wohnung getigert ist,
18:40bis ich ihm gesagt habe, dass er es was lassen soll.
18:42Gellert, ja?
18:44Ja, das hätte ich mir gleich denken können.
18:46Gut, danke.
18:51Guten Morgen, Frau Staatsanwältin.
18:53Ich bin's.
18:55Nee.
18:56Ich brauche eine Vorladung für deinen Freund Markus Gellert.
19:02Nein, das ist mein Ernst, Barbara.
19:10Ich finde es schrecklich, dass du mich so sehen musst.
19:15Ich finde es viel schrecklicher, mir vorzustellen, dass du ein Verhältnis mit so einem Typen hattest.
19:20Weißt du schon davon, wie es ist, wenn man einsam ist?
19:23Und das ist dann wohl die Art, man die Frauen wie ich verdienen.
19:26Das ist nicht wahr, Mama.
19:28Du hast mehr verdient.
19:31Viel mehr.
19:33Kein Körperkontakt.
19:42Was hat er dir angetan?
19:45Nichts Schlimmes.
19:47Aber er war nicht gerade nett.
19:50Was ist in der Nacht passiert?
19:53Wir hatten total einen im Tee und ich habe nichts mitbekommen.
19:57Kann es sein, dass du ein Blackout hattest und gar nicht mehr weißt, was du getan hast?
20:01Nein, auf gar keinen Fall.
20:06Das ist doch albern.
20:08Ich bin Anwalt.
20:09Ich brauche keine Anwältin.
20:11Strafvereidigung ist ein ernster Vorwurf.
20:14Du weißt doch, wie es heißt.
20:15Ein Anwalt, der sich selber vertritt, hat einen Dummkopf zum Mandanten.
20:19Eine Schikane.
20:19Der Kommissar hat mir schon vor Ort unterstellt, ich hätte den Einbruch zusammen mit Silke vorgetauscht.
20:24Und? Hast du?
20:24Nein, natürlich nicht.
20:26Na gut, dann los.
20:27Bisschen Gebäck auf den Weg.
20:29Wenn ich gewusst hätte, dass es so ernst ist, hätte ich eine Pfeile mit reingebacken.
20:33Oh, das ist nicht komisch, Mama.
20:37Teddy hat's gefallen.
20:38Teddy, du musst doch ein bisschen hierbleiben, wir gehen nachher, Gassi.
20:41Macht's gut.
20:42Ich halte hier so lange die Stellung, bis Charlie wieder da ist.
20:45Danke, Mama.
20:47Danke.
20:54Ich bin auch nicht nur gekommen, weil ich dich sehen wollte, sondern auch, weil mein Vater
20:58sich Sorgen macht.
20:59Er hat das Gefühl, dass du mich die ganze Wahrheit gesagt hast.
21:02Ich hab ihm nichts verschwiegen.
21:04Ich war nur zuerst so geschockt, dass ich gar nicht klar denken konnte.
21:08Aber jetzt hab ich ja ein bisschen Zeit gehabt.
21:11Und?
21:14Miro hatte irgendjemanden am Haken.
21:17Irgendjemand, der ihm wichtig war.
21:18Aber ich hatte auch das Gefühl, dass er ein bisschen Schiss vor dem hatte.
21:21Und ich glaube, deshalb war er auch öfter bei mir zu Hause als bei sich.
21:26Und eine Idee, wer das war?
21:28Nee, hat er nicht gesagt.
21:30Aber vielleicht hat das auch gar nichts mit der Sache zu tun.
21:39Ich hab totale Angst.
21:41Wenn du und Markus mir schon nicht glaubt, wer soll mir sonst glauben?
21:45Und für den Kommissar ist ja jetzt schon klar, dass ich's gemacht hab.
21:52Ich glaub dir.
21:55Nicht?
21:59Ich habe von Berufs wegen ständig mit Leuten zu tun, die gegen das Gesetz verstoßen.
22:03Für viele von ihnen hab ich Verständnis.
22:05Die haben sich hinreißen lassen, wussten es nicht besser, hatten eine miese Kindheit, was auch immer.
22:12Aber für Anwälte, die gegen das Gesetz verstoßen, habe ich keinerlei Verständnis.
22:17Denn die wissen's besser.
22:18Ihnen auch einen guten Tag, Herr Hauptkommissar.
22:21Das ist kein guter Tag, wenn ich mich mit Ihrem Kollegen abgeben muss.
22:24Wollen Sie noch einen Vortrag halten?
22:25Oder erfahre ich mal, was Sie mir vorwerfen?
22:28Erst einmal muss ich Sie belehren, dass ich Sie als Beschuldigenden befrage.
22:32Danke, ich kenne meine Rechte.
22:34Ja.
22:35Darf ich jetzt auch mal erfahren, was genau Sie meinem Mandanten vorwerfen?
22:39Ich werfe Ihnen vor, das Handy des Toten vom Tatort entfernt zu haben.
22:44Ach, lächerlich.
22:45Gibt's dafür irgendwelche Beweise?
22:47Außer unseren Beamten waren nur zwei Personen in der Wohnung, Frau Runge und ihr Mandant.
22:52Und im Gegensatz zu Frau Runge hat sich Herr Gellert rege in der Wohnung bewegt.
22:56Das haben die Kollegen bestätigt.
22:57Warum sollte mein Mandant überhaupt das Handy an sich nehmen?
23:02Aus dem gleichen Grund, aus dem er vor der Polizei am Tatort eingetroffen ist, um Frau Runge
23:07nicht nur mit Rat, sondern auch mit Tat zur Seite zu stehen.
23:10Und da das Handy sicher nicht ohne Grund verschwunden ist, gehen wir davon aus, dass sich
23:14darauf etwas befindet, das Frau Runge belastet.
23:17Von der wir mittlerweile wissen, dass sie nicht nur die Mandantin von Herrn Gellert ist,
23:21sondern auch seine Ex.
23:26Ex, also so würde ich Sie ja nun nicht bezeichnen.
23:30Also immerhin haben Sie mit der Dame eine gemeinsame Tochter, die übrigens auch schon
23:34vorbestraft ist.
23:35Es gibt also genug Gründe, Frau Runge über das erlaubte Maß hinaus zu helfen.
23:39Also bis jetzt habe ich nur irgendwelche Vermutungen von Ihnen gehört und keinen einzigen Beweis
23:44für eine strafbare Handlung meines Mandanten.
23:46Für mich hört sich das so an, als wenn Ihre Leute das Handy verschlampt haben.
23:52Und damit Sie das nicht zugeben müssen, wollen Sie es jetzt meinem Mandanten anhängen.
23:57Ja, ja, genau.
24:00Ein Beweismittel von einem Tator zu entfernen, das ist doch eine schlimme Sache.
24:06Da sind wir uns doch einig, oder?
24:09Wenn Sie hier ohne großen Schaden wieder rauskommen wollen, dann sollten Sie das Handy rausgeben.
24:14Mein Mandant hat das Handy nicht an sich genommen.
24:17Und wir gehen jetzt.
24:21Es sei denn, Sie haben noch was anderes als haltlose Verdächtigung.
24:25Sollte sich herausstellen, dass Sie das Handy haben, dann werde ich dafür sorgen, dass Sie
24:29im Klast landen und Ihre Zulassung verlieren.
24:33Schönen Tag.
24:36Und der sagt mir, dass du das Handy wirklich nicht genommen hast.
24:40Nein, natürlich nicht.
24:41Na gut.
25:02Die haben einen gültigen Durchsuchungsbeschluss.
25:09Entschuldigung?
25:11Das hier ist eine Anwaltskanzlei.
25:14Ja.
25:14Ja, und dieser Beschluss, der berechtigt Sie nur nach dem Handy zu suchen.
25:18Ist Ihnen nicht gestattet, hier irgendwelche vertraulichen Unterlagen mitzunehmen?
25:22Das ist uns bewusst.
25:23Ja.
25:24Na, hoffentlich.
25:27Ach.
25:32Aber glauben Sie, ich habe das Handy genommen?
25:34Nein, natürlich nicht, Herr Geller.
25:35Das wäre selten dämlich.
25:36Und ich halte Sie nicht für ein selten dämlich.
25:38Danke.
25:38Ich habe das Handy nicht genommen.
25:40Und meine Mandantin hat es auch nicht genommen.
25:41Aber wer kann es sonst gewesen sein?
25:43Tun Sie mir einen Gefallen und denken Sie drüber nach.
26:09Was ist denn hier passiert?
26:11Hausdurchsuchung.
26:12Die behaupten, ihr Vater hätte das Handy des Toten am Tatort mitgenommen.
26:19Der Haftprüfungstermin für Silke ist morgen Nachmittag.
26:22Die haben uns die Akte geschickt.
26:23Das sieht nicht gut aus.
26:25Alle Fingerabdrücke in der Wohnung sind abgewischt worden.
26:27So was macht doch kein Einbrecher, wenn im Nebenzimmer jemand schläft.
26:31Ja, aber das stimmt ja sowieso irgendwas nicht.
26:34Ich meine, wer würde denn in die Wohnung Ihrer Mutter einbrechen?
26:36Da gibt es doch sicher nichts zu holen.
26:38Ich glaube nicht, dass das ein normaler Einbrecher war.
26:41Meine Mutter hat gesagt, dass dieser Miro irgendwen in der Hand hatte.
26:44Vielleicht ist der ja eingebrochen und hat irgendwas gesucht.
26:47Wo kommt denn das jetzt plötzlich her?
26:49Das hat sie mir gerade erzählt.
26:50Und das ist ihr jetzt plötzlich eingefallen.
26:53Du glaubst ihr nicht?
26:55Du etwa?
26:56Ja, das tue ich.
26:57Charlie, die Bude hat ausgesehen wie ein Schlachtfeld.
27:00Silkes Behauptung, dass sie das nicht bemerkt haben, als sie nach Hause gekommen sind, ist doch total unglaubwürdig.
27:07Du weißt nicht, wie sie drauf ist, wenn sie genug getrunken hat.
27:09Oder wie ihre Wohnung normalerweise aussieht.
27:11Sie hat mir wirklich schon sehr viel vorgelogen, aber in dieser Sache glaube ich ihr.
27:16Dann solltest du vielleicht mit der Staatsanwältin sprechen.
27:18Wann willst du dich denn mit ihr treffen?
27:21Nach einer halben Stunde.
27:22Oh, ich meine, ich würde ja mitkommen, aber ich habe jetzt leider ein Gespräch mit dem Ex meiner Mandantin.
27:29Habe ich versprochen.
27:31Ist vielleicht besser so.
27:33Die Staatsanwältin und Sie haben ja vielleicht noch was anderes zu bereden.
27:49Hallo.
27:50Hallo.
27:52Was willst du?
27:54Mit dir reden.
27:56Ach, plötzlich.
28:02Du gehst mir aus dem Weg und ich finde nicht, dass ich das verdient habe.
28:05Ja, ich weiß.
28:07Da habe ich mich schwer damit, dass du mir verschwiegen hast, dass du noch verheiratet bist.
28:11Und ich glaube nicht, dass du dich nur aus Nachlässigkeit nicht hast scheiden lassen.
28:14Vor allem, weil dein Mann sich extra nach Hamburg hat versetzen lassen.
28:17Das hätte er sicher nicht getan, wenn er nicht noch Hoffnung hätte.
28:24Also für das, was Tobias sich wünscht, bin ich nicht verantwortlich.
28:27Und das ist auch kein Grund zur Eifersucht.
28:30Ich wende mich ja auch nicht von dir ab, weil du noch engen Kontakt zur Mutter von Charlie hast.
28:34Und um die geht es dir hier, oder?
28:38Hast du das Handy aus der Wohnung entfernt?
28:40Nein.
28:42Und ich habe auch keine Einbruchsspuren vorgetäuscht, obwohl dein Mann das behauptet.
28:47Ich weiß, wie sehr du dich für deine Mandanten einsetzt.
28:49Ich befürchte einfach nur, dass du dieses Mal zu weit gegangen sein könntest.
28:53Ja.
28:54Tut mir leid.
28:57Ja.
28:58Es muss los.
28:59Ist wichtig.
29:01Ja.
29:02Ich habe ja auch zu tun.
29:05Wenn du mal über was anderes reden möchtest, als über deine Mandanten, dann...
29:11melde dich.
29:22Hallo.
29:24Hallo.
29:25Was kann ich Ihnen bringen?
29:26Herr Koppmann?
29:28Ja?
29:30Brede.
29:31Ich bin Anwältin.
29:32Ich, äh, vertrete Lina Wolters.
29:35Anwältin?
29:38Ich schicke die mir jetzt auch noch eine Anwältin auf den Hals.
29:40Nein, nein, nein, nein.
29:41Ihre Verlobte möchte nur, dass ich mal mit Ihnen spreche.
29:45Also, sie möchte einfach verstehen, wie sie zu dem plötzlichen Entschluss gekommen sind,
29:50sie zu verlassen.
29:51Das war kein plötzlicher Entschluss.
29:53Das hat sich schon lange angebahnt.
29:54Aber sie wollte das nicht wahrhaben.
29:56Meinte immer, dass wir füreinander bestimmt sind.
29:58Vielleicht wäre das ja auch nochmal was geworden.
30:00Aber dann habe ich von einer Freundin erfahren, dass sie bei einer Hexe war.
30:03Um einen Liebeszauber zu wirken.
30:06Also, da habe ich dann die Nase voll gehabt.
30:08Das ist ja mal sowas von unheimlich.
30:09Ja, ja.
30:10Aber ich meine, warum haben Sie nicht mit ihr mal darüber gesprochen?
30:15Weil dann wieder die alte Diskussion angefangen hätte.
30:17Dass sie das alles nur tut, weil wir füreinander bestimmt sind.
30:20Dass unser Schicksal sich erfüllen muss.
30:21Ehrlich, ich kann das nicht mehr hören.
30:23Ja, das verstehe ich.
30:25Gut, wollen Sie irgendwas bestellen?
30:27Ich muss.
30:27Ja, warum nicht?
30:28Vielleicht ein Nespresso?
30:29Nespresso, sehr gern.
30:38Tag, Herr Bolas.
30:40Und?
30:41Ist Ihnen was eingefallen?
30:45Kennen Sie das?
30:46Es gibt viele, viele kleine Hinweise,
30:48aber man kriegt das Ganze nicht zu einem Bild zusammengesetzt.
30:52Weil man schon weiß, dass einem das, was man dann sehen wird, nicht gefallen wird.
30:57Es geht um meinen Kollegen Kubach.
31:00Ich habe schon länger das Gefühl, dass Hannes irgendwas bedrückt.
31:05Und gestern dann, als erstes kam er viel zu spät zur Schicht.
31:08Ist überhaupt nicht seine Art.
31:09Eigentlich ist er Mr. Stech, oder?
31:10Dann hat er darauf bestanden, dass wir beide den Einsatz mit dem toten Miro Nowak übernehmen,
31:16obwohl andere Wagen viel näher dran waren am Tatort als wir.
31:19Dann ist er gefahren wie eine gesenkte Sau.
31:22Normalerweise ist er nicht so der engagierte Kollege.
31:25Und dann musste ich ihn darauf hinweisen, dass er mit seinen Fingerabdrücken nicht den Tatort kontaminieren soll.
31:29Also, alles einzeln, nichts, aber zusammengenommen.
31:39Hätte er die Möglichkeit gehabt, das Handy an sich zu nehmen?
31:43Naja, sicher.
31:45Ich weiß noch nicht, warum er das hätte tun sollen.
31:57Und?
31:58Ja?
31:59Gibt es was Neues im Fall meiner Mutter?
32:01Wirklich.
32:02Aber da brauche ich erstmal deine Hilfe.
32:04Oder wolltest du gerade nach Hause?
32:05Nee.
32:06Was kann ich tun?
32:07So viel wie möglich über Hannes Kubach rausfinden.
32:10Den Kollegen, der zusammen mit Gerd Wohlers am Tatort war.
32:14Glaubst du jetzt doch, dass es jemanden gab,
32:16den Miro Nowak am Haken hatte?
32:18Keine Ahnung.
32:18Es gibt ausreichend Gründe, das zu überprüfen.
32:21Ah, also geht es darum, dich in dieser Handysache zu entlasten?
32:24Weil meiner Mutter glaubst du ja sowieso nicht.
32:25Ich weiß nicht, was ich ihr glauben soll.
32:27Aber was ist denn, wenn es stimmt?
32:28Wenn dieser Nowak jemanden in der Hand hatte,
32:30der eingebrochen ist in dieser Nacht und irgendwas gesucht hat,
32:33aber gestört worden ist, weil die beiden früher als gedacht nach Hause gekommen sind.
32:36Sie meinen, der hat nach dem Handy gesucht?
32:39Keiner bricht in eine Wohnung ein, um ein Handy zu suchen.
32:41Das haben die Leute doch in der Regel bei sich.
32:43Also geht es um was anderes.
32:44Und wenn der Einbrecher das nicht gefunden hat,
32:46dann ist es vielleicht noch in der Wohnung.
32:48Das ist keine Wohnung.
32:50Das ist ein Tatort, der von der Polizei versiegelt worden ist.
32:53Und Siegelbruch ist eine Straftat.
32:56Paragraf 136 StGB, ich weiß, ich habe es nachgeschlagen.
33:09Die Polizei versiegelt worden ist eine Straftat.
33:12Ja, ich habe es nachgeschlagen.
33:13Das ist ein Tatort, der von der Polizei versiegelt worden ist.
33:16Das hat sich die Straftat.
33:16Das ist ein Tatort.
33:18Das ist ein Tatort, der von der Polizei versiegelt.
33:35Du kannst mich doch nicht so erschrecken.
33:36Du hast die Tür nicht richtig zugemacht. Mir ist langweilig.
33:40Aber du sollst doch aufpassen, dass keiner kommt.
33:42Ja, da falle ich viel zu sehr auf. Schon was gefunden?
33:45Nein. Das Problem ist, dass hier ja auch schon alles durchsucht worden ist.
33:50Das kann ja sein. Aber der Einbrecher hatte garantiert nicht so viel auf dem Kasten wie du.
33:56Also das ist nicht nur Wachsponung.
33:58Wenn er was verstecken wollte, dann an einem Ort, wo nicht geputzt wird.
34:02Und wo er schnell rankommt, um es wiederzuholen, wenn er es braucht.
34:05Vielleicht schaltest du besser das Licht an.
34:07Aber das sieht man.
34:09Ja, aber es fällt weniger auf, als wenn man von draußen sieht, wie der Schein einer Taschenlampe hier rumgeistert.
34:17Und hier ist ja ein richtiger Profi-Gangster verloren gegangen.
34:29Du solltest dich aber trotzdem beeilen.
34:32Das Muster stimmt nicht.
34:34Ja, das kann sein. Aber es bringt uns im Moment nicht weiter.
34:39Aber ich nehme doch mal an, dass dieser Nova größer war als ich. Und er kommt doch da locker ran.
34:44Und wenn meine Mutter jemals sauber machen würde, dann doch bestimmt nicht hier oben auf dieser Lampe.
34:56Jetzt stimmt das Muster.
35:06Guten Morgen.
35:09Bist du schon da oder noch immer?
35:11Noch immer.
35:13Es war komplizierter, als ich dachte.
35:15Aber du warst erfolgreich?
35:16Ja, morgen.
35:18Aber ihr werdet wahrscheinlich sauer auf mich sein.
35:23Du hast es doch gemacht?
35:24Das glaub ich jetzt nicht.
35:28Hab ich mich nicht deutlich genug ausgedrückt?
35:32Unsere Kanzlei steht unter Beobachtung.
35:34Ihrem Vater droht ein Verfahren wegen Strafvereidlung.
35:38Und wenn die Polizei jetzt rausfindet, dass das Siegel gebrochen ist, dann wird man ihm das anlasten.
35:43Was würdest du tun, wenn ich unschuldig im Gefängnis sitzen würde?
35:46Also das mit der Unschuld ist noch gar nicht sicher.
35:48Doch, ist es.
35:52Stammt der aus der Wohnung deiner Mutter?
35:54Ja.
35:55Dann kann ich ihn auf keinen Fall verwenden, egal was da drauf ist.
35:57Schau es dir doch erst mal an.
35:59Zusammen mit den anderen Informationen, nach denen du mich gefragt hast.
36:02Mein Gott.
36:04Also ihr seid Anwälte.
36:06Wir haben euch die Informationen beschafft.
36:08Jetzt macht was draus.
36:10Mama?
36:11Heißt das, dass du auch dabei warst?
36:13Klar.
36:14In meinem Alter braucht das Gehirn neue Reize.
36:17Sonst verblödelt man.
36:18Ja.
36:19Da bin ich mal sehr gespannt, ob du im Gefängnis neue Reize entdeckst.
36:25Ich schlage vor, wir sehen uns das Ganze erst mal an und überlegen dann, wie wir vorgehen.
36:32Die werden doch annehmen, dass wir die Informationen von dem verschwundenen Handy haben.
36:36Das ist mir ja klar, wir müssen geschickt vorgehen.
36:39Wir liefern doch Hauptkommissar Geldermann freiwillig die Munition gegen dich.
36:42Schauen wir mal, wer am Ende noch steht.
36:44Ach du, deine Tochter.
36:45Ihr passt echt zusammen.
36:48Miron Nowak hat mit der Beschuldigten die Nacht in der Wohnung der Beschuldigten verbracht.
36:53Am nächsten Morgen war Miron Nowak tot, erstochen mit einem Küchenmesser, das der Beschuldigten gehört.
36:59Da sich sonst niemand in der Wohnung befunden hat, kann man davon ausgehen, dass Miron Nowak von der Beschuldigten getötet
37:06wurde.
37:06Es befand sich eine weitere Person in der Wohnung. Darauf deuten Einbruchsspuren an der Wohnungstür und in der restlichen Wohnung
37:14hin.
37:14Die ermitteln Beamten gehen einhellig davon aus, dass die Spuren später platziert wurden, um den wirklichen Tathergang zu verschleiern.
37:21Was bringt sie zu dieser Vermutung?
37:23Die Fingerabdrücke des vermeintlichen Einbruchs wurden verwischt.
37:28Welcher Einbrecher würde sich mit so etwas beschäftigen, wenn im Nebenzimmer jemand schläft?
37:33Die Frage macht doch andersherum mehr Sinn.
37:36Warum sollte meine Mandantin ihre Fingerabdrücke abwischen?
37:39Es ist ihre Wohnung, in der sich überall ihre Fingerabdrücke befinden.
37:43Nach unseren Informationen hatte Miron Nowak etwas gegen jemanden in der Hand und hat ihn damit erpresst.
37:50Wenn derjenige die Wohnung in der Nacht durchsucht hat, dabei von Miron Nowak überrascht wurde und ihn getötet hat,
37:57hätte der sehr gute Gründe gehabt, seine Fingerabdrücke abzuwischen.
38:01Das ist reine Spekulation.
38:04Nicht mehr als Ihre Behauptung, dass unsere Mandantin die Spuren gefakt hat.
38:12Darüber hinaus ist bei der Untersuchung des Tatorts ein wichtiges Beweismittel abhanden gekommen.
38:20Das Handy des Toten.
38:22Sie werfen der Beschuldigten vor, das Handy an sich genommen zu haben?
38:26Nein, aber es scheint doch ziemlich eindeutig zu sein, dass hier der wahre Sachverhalt vertuscht werden soll,
38:33weshalb die Staatsanwaltschaft es für wichtig und richtig hält, dass die Beschuldigte weiter in Haft bleibt.
38:42Ich weiß nicht, wie oft ich Ihnen das noch sagen soll, Frau von Brede ist bei Gericht und es wird
38:46noch eine Weile dauern, bis sie wieder da ist.
38:47Ja, aber sie hatte mir versprochen, mit meinem Verlobten zu sprechen. Also meinem Ex-Verlobten.
38:52Ja, soweit ich weiß, hat sie das auch getan.
38:55Und? Wissen Sie, was dabei rausgekommen ist?
38:57Nein, nein, das weiß ich leider nicht. Wie gesagt, Sie müssen sich gedulden, bis Frau von Brede wieder verfügbar ist.
39:03Kann ich nicht hier auf Sie warten?
39:05Nein, nein, das können Sie leider nicht.
39:09Bitte.
39:13Wie sind Sie auf die Idee gekommen, dass die Spuren des vermeintlichen Einbruchs nur vorgetäuscht waren?
39:19Für so etwas entwickelt man einen Blick in den Borussian. Diese Spuren waren einfach zu offensichtlich.
39:25Sie meinen so, als sei der Einbrecher überrascht worden und hätte keine Zeit mehr gehabt, alles in Ordnung zu bringen?
39:30Nein, sondern als hätte jemand dafür gesorgt, dass es auf den ersten Blick so aussieht, als sei eingebrochen worden.
39:38Haben Sie die Wohnung von Miro Nowak auch überprüft?
39:41Ja.
39:43Waren das die gleichen Beamten wie in der Wohnung unserer Mandantin?
39:47Nein, die Überprüfung fand gleichzeitig mit der Spurensicherung in der Wohnung der Beschuldigten statt.
39:53Haben Sie in der Wohnung des Opfers Fingerabdrücke genommen?
39:59Warum hätten wir das tun sollen?
40:01Weil vielleicht dort auch jemand nach etwas gesucht hat, nur dass er dort nicht gestört wurde.
40:07Es gab keinen Grund, das zu vermuten.
40:10Weil Sie die Einbruchsspuren meiner Mandantin in Ihrer Wohnung nicht ernst genommen haben.
40:15Stattdessen haben Sie lieber unsere Kanzlei durchsuchen lassen.
40:18Ja, weil der Verdacht bestand und noch immer besteht, dass Sie das Handy des Toten am Tatort an sich genommen
40:23haben.
40:24Das ist ein sehr ernstzunehmender Vorwurf. Gibt es dafür irgendwelche Beweise? Wurde das Handy bei der Durchsuchung der Kanzlei gefunden?
40:35Nein.
40:37Nach meinem Kenntnisstand war der Beamte Kubach der Letzte, der das Handy hatte.
40:41Dazu würde ich ihn sehr gerne befragen.
40:44Ich denke, das sprengt den Rahmen einer Haftprüfung.
40:47Kann sein. Aber Sie und der Herr Hauptkommissar haben das Handy hier zur Sprache gebracht.
40:51Ist der Beamte anwesend?
40:53Ja.
40:54Dann würde ich ihn gerne dazu hören.
40:58Herr Kubach, Sie haben das Handy Ihrem Kollegen Wohlers gegeben und der wiederum hat es meinem Anwaltskollegen und unserer Mandantin
41:08gezeigt und dann wieder an Sie zurückgegeben.
41:11Was haben Sie danach damit gemacht?
41:14Das habe ich zurück auf den Tisch gelegt mit den anderen Asservaten.
41:20Sie haben es nicht an sich genommen.
41:23Nein. Warum sollte ich das tun?
41:26Kannten Sie das Opfer persönlich?
41:30Nein.
41:31Darf ich Sie fragen, worauf Sie hinaus wollen, Herr Anwalt?
41:34Das wüsste ich auch gerne.
41:39Ich möchte aufzeigen, dass die Beamten keineswegs so objektiv an den Fall herangegangen sind, wie Sie uns hier glauben machen
41:46wollen.
41:46Ich wäre sehr dankbar, wenn Sie uns dafür ein bisschen Spielraum geben könnten, Herr Vorsitzender.
41:52Ja, aber nur ein bisschen.
41:55Danke.
41:56Nach unseren Recherchen waren Sie bei der Großrazzia im Chenou vor einem halben Jahr im Einsatz.
42:04Dort wurde auch Miro Nowak erkennungsdienstlich behandelt.
42:10Ja, kann sein. Es war ein großer Einsatz. Da waren sehr viele Beamte.
42:15Und danach haben Sie Nowak nie persönlich getroffen? War nie in seiner Wohnung?
42:21Nein.
42:24Ich verstehe die Frage nicht.
42:25Ich auch nicht. Was soll das alles?
42:27Die Frage ist ganz einfach.
42:30Wenn sich der Hauptkommissar doch noch entschließen würde, seine Arbeit richtig zu machen,
42:34würde er dann in der Wohnung von Herrn Nowak Ihre Fingerabdrücke finden?
42:39Würde er dann feststellen, dass Sie vor der Razzia im Chenou hohe Schulden hatten, die danach plötzlich getilgt waren?
42:47Würde er, wenn er ein Bewegungsprofil des verschwundenen Handys anfordert,
42:52feststellen, dass es sich keineswegs mit mir, sondern vielmehr mit Ihnen vom Tatort wegbewegt hat?
42:59Würde er, wenn er bei den Verbindungsdaten des Opfers ein bisschen zurückgeht, feststellen,
43:05dass Herr Nowak mit Ihnen telefonisch Kontakt hatte?
43:11Darf ich Sie fragen, woher Sie über solche Informationen verfügen, Herr Anwalt?
43:17Ich verfüge über keinerlei Informationen, Frau Staatsanwältin. Ich versetze mich nur in die Lage des Zeugen hinein.
43:25Aber ich würde das Gericht bitten, genau diese Maßnahmen anzuordnen, wenn der Zeuge diese Fragen nicht befriedigend beantworten kann.
43:35Herr Kubach, ich möchte Sie bitten, die Frage zu beantworten.
43:39Ich verweigere die Aussage, weil ich mich damit selbst belassen würde.
43:46Ja, das ist Ihr gutes Recht. Ich weiß nur nicht, ob das sehr klug ist.
43:53Ich vermute, dass Sie bei der Razzia im Chenou Geld beiseite geschafft haben,
43:58Nowak das gesehen hat und Sie damit erpresst hat.
44:01Sie sind in seine Wohnung und in die seiner Freundin, um das zu finden, was dagegen Sie in der Hand
44:08hatte.
44:09Sie wollten ihn nicht töten, sonst hätten Sie eine Waffe dabei gehabt.
44:26Das war Notwehr.
44:32Er hat mich in der Küche erwischt.
44:39Er hat mich gewürgt.
44:50Ich habe hinter mich gegriffen und das Messer zu fassen bekommen und habe zugestochen.
45:05Sonst hätte er mich umgebracht.
45:10Was hatte Nowak gegen Sie in der Hand?
45:13Das...
45:16Das Überwachungsvideo aus dem Chenou,
45:21wo man gesehen hat, dass ich Geld genommen habe.
45:23Und ich nehme an, davon hat er auch eine Kopie auf seinem Handy.
45:28Deshalb haben Sie es an sich genommen.
45:34Ja.
45:40Gut.
45:42Damit ergeht folgender Beschluss.
45:44Silke Runge ist mit sofortiger Wirkung aus der Haft zu entlassen.
45:53Entschuldigung.
46:06Und?
46:08Vollständig entlastet.
46:10Vielen Dank. Danke, danke, danke, danke.
46:15Na, das verdankst du vor allem Charlie. Sie hat die Information besorgt.
46:19Vor allen Dingen hat sie nie aufgehört, an sie zu glauben.
46:22Oh, Charlie.
46:25Ich weiß gar nicht, wie ich dir danken soll.
46:27Naja, ich wüsste da was.
46:28Du könntest dir deine Freunde in Zukunft ein bisschen besser aussuchen.
46:31Ja, würde ich ja gern.
46:33Aber dein Vater steht ja nicht mehr zur Verfügung.
46:50Ist dir klar, dass du mich schon wieder vor Gericht beimiert hast, weil du schlampig ermittelt hast?
46:57Du bist Markus gegenüber so voreingenommen, dass dich das blind macht.
47:00Es ist keine Voreingenommenheit. Du hast doch gerade selbst erlebt, was dein Freund Geller da für Informationen aufgetischt hat.
47:06Die kann er auf keinen Fall legal bekommen haben.
47:08Solchen Typen muss man das Hand weglegen.
47:10Sind das nicht eher persönliche Gründe, die dich da antreiben?
47:13Du bist es, die persönliche Gründe hat.
47:15Früher hast du genau wie ich alles getan, um Leute, die das Recht in die eigenen Hände nehmen, zu bekämpfen.
47:23Das stimmt.
47:33Gehen wir was trinken, um den Frust runter zu spüren?
47:40Aber nur trinken.
47:46Bitte.
47:47Danke.
47:50Wie ist es gelaufen?
47:51Meine Mutter ist entlastet.
47:53Ach, das freut mich.
47:54Ach, und du hast Besuch. Sie hat drauf bestanden zu warten.
47:58Hallo.
47:58Hallo.
47:59Ach, gut, dass Sie endlich da sind. Haben Sie mit meinem Verlobten gesprochen?
48:03Ja.
48:05Und?
48:06Also, ich sag's ungern, aber Sie haben's vermasselt.
48:09Ihr Verlobte hat sich von Ihnen getrennt, weil er erfahren hat, dass Sie Hilfe bei einer Hexe gesucht haben.
48:14Soll ich die Frau jetzt auf Rückzahlung des Honorars verklagen?
48:18Nein, nein. Jetzt wird mir ja klar, warum der Zauber nicht funktioniert hat.
48:23Weil er es gewusst hat.
48:27Ich brauche einfach einen neuen Zauber.
48:31Ja, und dann werde ich's einfach niemandem erzählen.
48:34Ja, ich brauche einen neuen Termin bei der Hexe.
48:37Ja, Frau.
48:39Danke.
48:40Danke, danke, danke.
48:41Danke.
48:43Ja, danke.
48:56Danke.
48:58Danke.
49:10Untertitelung des ZDF, 2020