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  • vor 5 Wochen
Als Rita morgens in den Supermarkt kommt, entdeckt sie Schumann, unrasiert, verschlafen und niedergeschlagen. Wie sich herausstellt, hatte er sich mit seiner Frau gestritten und die Nacht im Supermarkt verbracht. Mehr noch: Schumann hat es gewagt, ihren geliebten Schoßhund „Lucki“ als Geisel zu nehmen und zu entführen. Doch jetzt plagen Schumann Zweifel, ob er sich richtig verhalten hat. Rita gibt ihm den Rat, sich nicht bei seiner Frau zu melden: Er soll erst mal hart bleiben! Aber Schumann ist skeptisch, verharrt ängstlich am Telefon und beauftragt Rita, mit Lucki Gassi zu gehen. Als dann endlich seine Frau anruft und Schumann mit Lucki nach Hause kommen soll, ist die Welt wieder in Ordnung. Wenn nur nicht Lucki spurlos verschwunden wäre! Schumann und Rita bleiben noch drei Stunden, ihn wieder zu finden. (Text: RTL)

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Transkript
00:00Wollten die nicht nur die provozieren?
00:01Gisi, wenn wir unsere Tage haben, da ist doch auch nicht lieb für uns.
00:04Gestern hat er mich sowas von angeschrien, nur weil ein Knopf an meinem Kittel fehlte.
00:07Gisi, so sind die Männer. Mal sind es zu viele Knöpfe, dann wieder zu wenig.
00:11Sagen Sie, wie sind denn heute Ihre Melonen?
00:14Wie?
00:16Ich meine, sind Sie auch schön fest?
00:18Keine Ahnung, ich kann Sie ja mal fragen.
00:19Und könnten Sie mir vielleicht auch sagen, wie man diese wunderbaren Melonen am besten zubereitet?
00:24Ja, haben Sie denn auch das passende Zubehör?
00:28Ich denke schon.
00:29Dann gibt es natürlich eine ganz besonders delikate Art.
00:33Da bin ich aber gespannt.
00:34Sie reiben sie schön mit Öl ein und dann nehmen Sie sie als Zäpfchen.
00:41Jetzt mach dich vorm Acker, du Pille-Mann!
00:44Da, Herr Schumann, alles klar?
00:47Mitarbeiterversammlung in zehn Minuten, in meinem Büro.
00:50Ich glaube, da hast du ihm jetzt den Rest gegeben.
00:55Ich korrigiere mich, die Mitarbeiterversammlung findet sofort statt.
01:00Du warst aber auch nicht schlecht.
01:03Sie beseitigen das Chaos in der Lehrgutannahme.
01:06Stapeln und sortieren.
01:08Und ich will nicht eine Scherbe sehen, klar?
01:10Wo ist der schlecht gelaunt?
01:12Ich habe meine Frau bestimmt seit einer Woche nicht mal dran gelassen.
01:14Herr Stemmer, und Sie sorgen dafür, dass die Fleisch- und Wurstwaren nicht mehr wie Kraut da drüben durcheinander liegen.
01:19Ecke auf Ecke, Kante auf Kante, klar?
01:21Korrigiere, mindestens zwei Wochen.
01:23Kann mir jemand ein Linear leihen?
01:25Da hat der ein Formblatt für, Bernie.
01:27Frau Kruse?
01:32Ihre Disziplinlosigkeit ist mir ja nun hinlänglich bekannt.
01:35Aber was fällt Ihnen eigentlich ein, einen Kunden derart zu beleidigen?
01:38Der Typ wollte mal eine Melonen-Grabschen.
01:39Und Sie sagen doch immer, die Kunden sollen die Ware nicht anfassen.
01:42Das hat jetzt nichts mit der Ware zu tun, Bernie.
01:44Nicht?
01:45Nein, aber du müsstest trotzdem dafür bezahlen.
01:46Ruhe, verdammt nochmal!
01:48Herr Gott, ich bin es so leid mit Ihnen!
01:50Jetzt werde ich hier andere Seiten aufziehen.
01:53Ab jetzt werde ich wöchentlich alle Kittel inspizieren.
01:56Und ich werde nicht mehr dulden, dass die Pausen überzogen werden.
01:59Und es gibt keine privaten Telefongespräche mehr während der Arbeitszeit.
02:02Haben Sie das verstanden?
02:04Ja!
02:06Ja!
02:07Nein, nein, natürlich nicht.
02:10Nein, ich meine, doch, ich meine, ja.
02:12Nein, nein, aber Pürzelchen, bitte, Pürzelchen.
02:18Was hat sich noch?
02:19Wahrscheinlich weiß, Pürzelchen, dass Privatgespräche verboten sind.
02:30Kriegt ihr eigentlich auch Arbeitskleidung gestellt, Horst?
02:32Nur Schuhe.
02:34Ach nee, Schuhe möchte ich mir lieber selbst aussuchen.
02:37Hat doch jeder seinen eigenen Geschmack, oder?
02:39Nicht bei Schuhen mit Stahlkappe, Gisi.
02:42Ach ja, das gibt's doch gar nicht.
02:44Horst, mir fehlen zwei Kittel, weißt du, wo die sind?
02:46Ja, Karneval vor zwei Jahren.
02:48Hm, Gespensterkostüm für Sandra.
02:51Und die Hinterachse von unserem alten Opel.
02:53Was?
02:54Du hast dieses ölverschmierte Ding in meinen Kittel gewickelt?
02:57Du hast gesagt, nimm irgendwas, nur nicht kein Bettlaken.
03:00Tja, ich hab alle Kittel zusammen.
03:02Hör ich all meine Sinne, der kann mich mal mit einer Kittelinspektion.
03:06Was für eine Kittelinspektion?
03:07Seit wann interessiert sich Schumann für sowas?
03:09Wahrscheinlich hat ihm jemand erzählt, was wir drunter tragen.
03:11Ja, da kann er gerne gucken.
03:12Ich hab mir gestern neue Schlüpfer gekauft.
03:14Fünferpack, Baumwolle, ganz günstig.
03:16Und dann hab ich mir noch ein Oberteilchen gekauft,
03:18mit lauter so Spitze, dass die ganze Sache so anhebt.
03:20Ach, Gesi, bitte.
03:22Das ist Karl. Kann da jemand aufmachen?
03:24Ich mach schon.
03:28Karl?
03:29Das ist Sandras neuer Freund.
03:36Ich hoffe nicht.
03:38Warum hast du denn nicht die Türe auf?
03:40Darf ich reinkommen?
03:42Nein.
03:43Der sieht doch ganz nett aus.
03:44Der könnte ihr Vater sein.
03:46Doch, nicht.
03:55Kommen Sie doch rein.
03:57Dankeschön.
04:00Hey, Sandra.
04:01Hallo.
04:02Nee, wir sind mindestens über 20.
04:03Sie ist erst 15.
04:04Na und? Du bist doch auch älter als Mama.
04:06Ja, aber wir sind erwachsen.
04:07Karl auch.
04:07Du aber nicht.
04:08Keine Panik. Wir treffen uns nur.
04:10Ah ja?
04:10Ich weiß ja genau, was der von ihr will.
04:12Wahrscheinlich genau das Gleiche, was du auch von mir wolltest.
04:14Aber sie war schon 17.
04:15Bitte erinnert mich nicht daran,
04:16dass ihr sowas ähnliches wie ein Sexualleben habt.
04:18Ich will deinen Verhalt aber daran erinnern.
04:20Hey, das ist mein Ernst.
04:22Jetzt mach dir mal keine Sorgen.
04:23Sie ist schließlich meine Tochter.
04:25Also pass auf.
04:25Erst holen wir Vanessa ab,
04:26dann fahren wir noch schnell bei Anke vorbei
04:27und um neun müssen wir Malibu sein.
04:29Ja, das Malibu soll ja ein ziemlich cooler Laden sein.
04:32Ja, und deshalb ziehst du auch diese bescheuerte Krawatte aus.
04:34So, wir müssen.
04:35Tschüss.
04:37Tschüss.
04:40Wow.
04:41Mensch, jetzt Kind.
04:42Ich hab gar nicht gewusst,
04:43dass sie schon so sehr meine Tochter ist.
04:46Hm.
05:02Äh, hab ich hereingesagt, Frau Kruse?
05:04Nee, haben Sie nicht, damit Sie es wissen.
05:06Ich hab nur drei Kittel, reichen mir völlig aus.
05:08Kein Problem, alles klar?
05:09Ja, ja.
05:10Schon gut.
05:10Gut?
05:11Das heißt, wir fehlen zwei.
05:12Ja, das ist doch nicht so schlimm.
05:13Da können wir doch auch nachher noch mal drüber reden.
05:15Herr Schumann, eigentlich würde ich jetzt gerne mit Ihnen reden.
05:18Worüber?
05:19Vielleicht darüber,
05:20dass Sie dieselben Sachen anhaben wie gestern?
05:22Ähm, unsere Waschmaschine ist defekt.
05:26Hm.
05:27Und Ihr Rasierapparat ist auch kaputt.
05:29Den hab ich heute Morgen nicht gefunden.
05:30Vielleicht, weil Sie im Büro übernachtet haben.
05:33Ich musste noch die Bilanzen machen.
05:35Mhm.
05:38Und der Hund hat Ihnen dabei geholfen.
05:40Welcher Hund?
05:40Ja, der da.
05:42Hund?
05:42Äh, da ist kein Hund.
05:44Ich, äh, äh, sehe da keinen Hund.
05:46Herr Schumann, meine letzte Halluzination war eine Null mehr auf meinem Gehaltsstreifen.
05:51Und soweit ich weiß, sind Tiere im Supermarkt strengstens verboten.
05:54Wir sind sogar verpflichtet, so etwas zu melden.
05:56Ja, Sie haben ja recht.
05:58Ich hab hier übernachtet.
05:59Meine Frau und ich hatten da einen furchtbaren Streit.
06:01Und alles nur, weil ich einmal Nordsee gebucht hab.
06:04Wir fahren seit neun Jahren immer nach Tirol.
06:07Jedes Jahr.
06:08Und sie hat sie rausgeschmissen.
06:09Hm.
06:10Ich bin selber gegangen.
06:13Ich hab sie sogar angeschrien.
06:15Und warum haben Sie diesen Hund mitgenommen?
06:19Weil sie meine Modelleisenbahn kaputt gemacht hat.
06:24Und weil mir nichts Besseres eingefallen ist.
06:26Herr Schumann.
06:28Man kann sich auch mal anschreien.
06:30Sie haben sich halt mal durchgesetzt.
06:32Ja, ja.
06:33Was hab ich jetzt davon?
06:34Ich sitz hier, unrasiert, ungewaschen und am Ende meiner Kräfte.
06:38Ich, ich...
06:41Ich hab mein Leben ruiniert.
06:44Ich...
06:47Ich muss sie anrufen.
06:48Ich muss mit ihr reden.
06:48Ich, ich...
06:49Ich muss mich irgendwie entschuldigen.
06:52Was sag ich hier bloß?
06:53Gibt ja überhaupt nix.
06:55Was?
06:55Herr Schumann, ich bin ne Frau.
06:57Und Frauen mögen es nicht, wenn Männer, die sich einmal durchgesetzt haben, plötzlich wieder
07:01angewabert kommen wie ein schlecht geschlagener Pudding.
07:03Pudding.
07:04Benehm ich mich etwa so?
07:06Ja.
07:07Sie sehen aber ein bisschen so aus.
07:09Gott.
07:11Auch das noch.
07:13Herr Schumann.
07:14Wenn Sie wollen, dass der ganze Ärger nicht umsonst war, dann warten Sie, bis Ihre Frau
07:18sich meldet.
07:19Und glauben Sie mir, die wird sich melden.
07:24Sind Sie sicher?
07:25Ja, ganz bestimmt.
07:27Na, verdammt, Sie ja recht.
07:29Ich mein, so hat sie mich ja auch noch schließlich noch nie gesehen.
07:34So stark, so selbstbewusst.
07:38Sagen wir so anders.
07:41Ja, das ist es.
07:44Ich werde Sie weich kochen.
07:45Ich werde mein Leben ändern.
07:47Von jetzt an werde ich mich durchsetzen.
07:50Ich verlange Achtung und Respekt.
07:53Und ne frische Hose werden Sie auch brauchen.
08:03Also wirklich, Fräulein Rita, wenn die Leute früher all so schnell gewesen wären.
08:07Tja, der hat ja 30-Jährige gekriegt.
08:09Und zwei Monate gedauert vor allem im Kampf.
08:11Mensch, Rita, was haust du so rein?
08:12Bist du gestresst?
08:13Nee, geil.
08:15Oh, es hat gerade alles.
08:16Die beiden Kinder sind weg.
08:18Er wartet im Bett auf mich.
08:19Lackt.
08:19Ich mache einfach früher Feierabend.
08:21Spinnst du doch, Schumann.
08:22Lässt dich nie früher gehen.
08:23Wir werden sehen.
08:24640 die 1.
08:25640 die 1.
08:26Herr Schumann, im Moment ist ein bisschen schlecht.
08:27Ich mache mir gerade die Fußnägel.
08:29Oh, Rita, für den Spruch lässt er dich den Laden wischen.
08:32Soll ich dich dann so lange vertreten bei Horst?
08:34So gute Freundin sind wir auch noch wieder nicht gingen.
08:36Ach doch, kommt.
08:39Frau Kruse?
08:39Ja, Herr Schumann, ich würde gerne eine Stunde früher gehen.
08:42Wäre das möglich?
08:42Kein Problem.
08:43Wissen Sie was?
08:44Zwei Stunden wäre noch besser.
08:45Geht das?
08:46Ja, betrachten Sie es als erledigt.
08:47Ach, Herr Schumann.
08:48Ja.
08:49Wenn das so ist, wäre ich dann heute auch gerne um 16 Uhr weg.
08:51Auf gar keinen Fall.
08:51Sie wissen nach Feierabend noch den Laden.
08:53Frau Kruse, Sie haben immer noch nicht angeschaut.
08:55Herr Schumann, Sie müssen ein bisschen Geduld haben.
08:58Das Telefon kann jeden Moment läuten.
09:00Meinen Sie wirklich?
09:01Ja, klar.
09:01Wenn Sie sie einmal weichgekocht haben,
09:02dürfen Sie auf keinen Fall Ihren Anruf verpassen.
09:04Ja, das klingt logisch.
09:05Ich glaube, Sie haben recht, aber dann müssen Sie mit Luki Gassi gehen.
09:10Hä?
09:11Ja, das klingt auch irgendwie logisch.
09:13Moment, ich glaube, es hat geläutet.
09:17Sag mal, Rita, was läuft hier eigentlich?
09:19Wieso?
09:19Was soll sein?
09:20Weil du bei Schumann im Büro rumhängst,
09:22weil du eher nach Hause darfst
09:23und weil sich diese Tasche bewegt.
09:26Was?
09:26Die Tasche?
09:28Die ist ganz einfach.
09:29Herr Schumann, ich müsste dringend mit Ihnen sprechen.
09:31Karl, ich habe im Moment wenig Zeit.
09:33Wissen Sie, ich arbeite nämlich hier.
09:34Also, wir müssen Ihrer Freundin was Wichtiges erklären.
09:36Es dauert wirklich nur eine Minute.
09:38Frau Kruse.
09:40Oder darf ich Schwiegermama sagen?
09:41Klar, wenn ich Riesenbaby zu Ihnen sagen darf.
09:44Sie wollen kein Problem.
09:45Frau Kruse, glauben Sie,
09:47dass Ihre Tochter mich irgendwann lieben wird?
09:49Karl, Sie müssen sich erst mal damit zufrieden geben,
09:51dass sie Ihr Auto liebt.
09:53Na ja, das ist kein schlechtes Auto
09:55und man merkt ihm die Hunderttausend nicht an.
09:57Karl, Sie wollten einen Rat von mir?
09:59Gut.
10:00Lassen Sie sich niemals von einer Frau rumschubsen, ja?
10:03Wiedersehen.
10:04Mensch, das ist es.
10:06Frau Kruse, danke, dass ich da nicht selbst drauf gekommen bin.
10:09Oh Gott, das ist schon ein Viertel nach.
10:10Ich muss andere von der Schule abholen.
10:11Ihr reißt mir den Kopf ab.
10:12So, wo waren wir stehen?
10:14Also, Gehsi, pass auf.
10:15Schumann hat Stress mit seiner Alten.
10:17Nein.
10:17Doch.
10:18Und er ist von zu Hause ausgezogen.
10:19Nein.
10:20Doch.
10:20Und in dieser Tasche ist sein Hund.
10:22Nein, doch.
10:23Nein, der Hund ist gerade weggelaufen.
10:25Was?
10:28Loki?
10:29Loki?
10:29Loki, süßer Name.
10:31Wo bist du?
10:33Oh, scheiße.
10:34Danke, Frau Kruse.
10:35Vielen, vielen Dank.
10:36Es ist genau so gekommen, wie Sie gesagt haben.
10:39Sie hat angerufen.
10:40Ich bedanke Ihnen meine Ehe, meine Zukunft, mein Leben.
10:43Das freut mich, Herr Schumann.
10:44Aber meinen Sie, Ihre Frau könnte sich ein Leben ohne Haustier vorstellen?
10:53So ein kleiner Hund in so einer riesigen Stadt.
10:57Beruhigen Sie sich.
10:57Bernie hat ihn bestimmt schon gefunden.
10:59Er hat meine Frau nicht gleich angerufen.
11:00Ich hätte nie, ob Sie hören dürfen.
11:01Wieso?
11:02Schließlich hat Ihre Frau sich gemeldet.
11:04Sie haben den Hund weglaufen lassen.
11:05Der war nicht angeleint.
11:06Er war in einer Tasche.
11:07Die Tasche war offen.
11:09Sonst wäre er vielleicht erstickt.
11:10Und jetzt ist er weg.
11:11Für immer.
11:12Und mit ihm eine wunderbare, harmonische Ehe, die vor Gott geschlossen wurde.
11:15Aber offensichtlich hat Gott auch mal einen schlechten Tag.
11:17Hat er denn eine Hundemarke, Herr Schumann?
11:19Natürlich hat er eine Marke.
11:20Ja, dann ist doch gut.
11:21Ich meine, dann ruft die Polizei sofort an, wenn ihm was passiert ist.
11:24Passiert?
11:25Was soll ihm denn passiert sein?
11:27Keine Angst, Herr Schumann.
11:28Luki, passt auf.
11:29Er ist schließlich ein schlauer, kleiner Hund.
11:31Das nützt ihm auch nicht viel bei einer vierspurigen Schnellstraße.
11:34Oh Gott, ich bin erledigt.
11:36Herr Schumann, hat Ihre Frau denn irgendeinen Pfiff oder Ruf, worauf der Hund reagiert?
11:40Ja, neben Papis Bein.
11:43Aber Ihre Stimme ist viel höher als meine.
11:44Ich weiß.
11:45Wir müssen nachdenken.
11:47Wir müssen uns in ihn hineinversetzen.
11:50Gysi, wohin würdest du gehen, wenn du Luki wärst?
11:54In den Stadtpark.
11:56Das ist es.
11:57Aber dann müsste ich natürlich über die Schnellstraße.
11:59Was mache ich bloß?
12:02Soll ich nicht lieber mitgehen?
12:04Ich sag dir Bescheid, wenn ich will, dass der sich umbringt.
12:06Ich hab ihn.
12:08Ich hab ihn.
12:09Gott sei Dank.
12:10Der große.
12:11Mit zwei linealen, vier Dreiecken, zwei Zirkeln.
12:15Jetzt kann ich den Abstand genau abmessen zwischen der Mortadella und dem Knochen-Schinken.
12:19Ja, super, Bernie.
12:20Du hast uns echt geholfen.
12:22Hier.
12:22Sie hat mir einen Fax geschickt.
12:24Liebes Schnurzel.
12:25Wo bist du nur?
12:26Ich schaue ständig auf die Uhr.
12:28Fühlst du dich verletzt?
12:29War ich ungerecht?
12:30Ist sie nicht lieb?
12:30Ich hab viel nachgedacht und bin nun zu einem Entschluss gekommen.
12:33Gott sei Dank.
12:34Wenn du und Luki nicht bis 20 Uhr zu Hause seid,
12:40muss ich davon ausgehen, dass du an einer Weiterführung unserer ehelichen Gemeinschaft nicht mehr interessiert bist
12:45und werde die nötigen Schritte unternehmen.
12:47Oh Gott.
12:48Was sind die nötigen Schritte?
12:49Sie fällt zu ihrer Mutter.
12:50Aber wir haben doch dreieinhalb Stunden.
12:51Meinen Sie, wir finden ihn in der Zeit?
12:53Völlig ausgeschlossen.
12:54Boah.
12:59Ist doch auch gleich ein Scheißdach heute.
13:01Irgendwann haben wir früh Feierabend.
13:03Was nennt so Feierabend?
13:04Herr Schumann, was ist?
13:16Guten Abend.
13:17Herr Kruse.
13:19Mein Herr, was war was denn?
13:21Das, was ich heute verpasst habe.
13:23Sag mal Rita, du hast es zugenommen?
13:26Unten rum, ja.
13:27Rita!
13:29Kann ich dich mal eben sprechen?
13:30Gleich.
13:31Ja, Liebster.
13:33Mach ihm mal einen Kaffee.
13:34Ich will keinen Kaffee.
13:35Einen Tee.
13:35Ich will auch keinen Tee.
13:37Unter vier Augen.
13:39Kannst du immer sagen, was hier los ist?
13:40Das ist jetzt ein bisschen kompliziert.
13:42Ich weiß gar nicht, wie ich es erklären soll.
13:43Ich bin ja nicht hirngeschädigt.
13:44Versuch's mal.
13:45Okay.
13:45Also Schumann hängt durch wegen seiner Frau.
13:47Genau genommen wegen seinem Hund.
13:48Da war keiner überhaupt nicht leid.
13:49Und mir ist er weggelaufen.
13:50Also der Hund.
13:51Also sagt der Schumann, aber hat der die Tasche aufgelassen?
13:53Jetzt haben wir nur bis 8 Uhr Zeit.
13:54Hast du verstanden?
13:55Ja, wir haben keinen Sex.
13:56Ja, vielleicht später.
13:58Hallo Karl.
13:59Guten Abend, störe ich?
14:00Ja.
14:03Ich wollte nur fragen, ob ich vielleicht auf Sander warten könnte.
14:05Ich bin ein bisschen früh dran.
14:07Drei Stunden.
14:09Karl, wissen Sie, wir sind ein bisschen im Stress.
14:11Uns ist der Hund weggelaufen.
14:12Wir haben ihn überall gesucht.
14:13Wenn er nicht im Tierheim ist, dann ist es eine schwierige Angelegenheit.
14:16Oh Mensch, Tierheim!
14:21Guten Abend.
14:22Hier, Rita Kruse.
14:31So, worüber wollen wir reden?
14:34Wir haben ihn!
14:36Loki ist im Tierheim.
14:37Was, wirklich?
14:38Ja.
14:38Oh mein Gott, das ist ja hart.
14:41Wunderbar.
14:42Und wir haben fast noch zweieinhalb Stunden.
14:43Ja, das schaffen wir locker.
14:45Es sei denn, die haben ihn weiterverkauft.
14:48Weiterverkauft?
14:49Klar, Tierversuche.
14:50Lesen Sie keine Zeitung.
14:56Ist das tatsächlich Loki?
14:58Das fragen Sie mich jetzt schon zum zehnten Mal.
15:00Er hat ein rotes Hals.
15:01Bank ist 80 Meter vom Supermarkt entfernt gefunden worden.
15:04Und ist verhaltend zerstört.
15:05Wer sagt das?
15:07Das ist ein komischer Typ vom Tierheim.
15:09Komisch?
15:09Okay.
15:09Lassen Sie mich mit dem Mann reden?
15:11Ich bin im Umgang mit solchen Leuten geschult.
15:12Ja, du selbst sprechst, oder was?
15:17Einen wunderschönen guten Abend.
15:19Ich möchte gern meinen Hund abholen.
15:21Wie viel Uhr haben wir?
15:2419 Uhr 33.
15:25Was heißt?
15:26Wir haben seit drei Minuten geschlossen.
15:28Vielleicht können Sie ja doch eine klitzekleine Ausnahme machen.
15:31Wissen Sie, es ist sehr wichtig.
15:32Meine Frau und ich werden einen Streit.
15:34Und um den Streit zu beenden, brauche ich den Hund.
15:37Montag.
15:38Komm zum Montag wieder.
15:39Das ist doch jetzt wohl nicht Ihr Ernst.
15:40Fragen Sie Ihren Mann.
15:41Das ist nicht mein Mann.
15:43Ich bin Ihr Chef.
15:44Vielleicht ist Ihre Frau wegen ihr so sauer.
15:45Moment mal.
15:46Frau Grise, halten Sie sich bitte zurück, ja?
15:48Sie haben vollkommen recht.
15:50Vorschriften sind dazu da, eingehalten zu werden.
15:52Aber in Notsituationen ist beherztes Handeln gefragt.
15:56Und normale Menschen werden zu Rittern.
15:59Warum sind das hier Seire her?
16:00Ja, Notruf.
16:02Notruf?
16:05Name?
16:07Schumann.
16:08Schumann haben wir nicht.
16:09Nein, nein, nein.
16:10Luki, der Hund heißt Luki.
16:12Marke?
16:13Ja, die hat er um.
16:15Registriernummer?
16:16Die steht noch drauf.
16:17Ah, die wissen Sie nicht.
16:19Ja, da kann ich ja auch nicht helfen.
16:21Luki!
16:23Das ist Satan.
16:24Ihrer scheint Sie ja nicht zu kennen.
16:25Vielleicht liegt er ja auf seinen kleinen Öhrchen.
16:27Ach nee.
16:28Auf beiden?
16:31Ich weiß nicht, was ich sagen soll.
16:32Ich aber.
16:34Jetzt passen Sie mal auf, Sie Korinthenkacker!
16:36So ein Penner, so ein Arsch.
16:38Das ist ja wohl der Gipfel der Unverschämtheit.
16:40Und?
16:41Wie ist es gelaufen?
16:42Sie hat es versaut.
16:43Sie hat den Mann fast geschlagen.
16:44Ja, wie denn?
16:45Der Idiot hat doch die Scheibe zugemacht.
16:47Aber jetzt lernt der Arsch, die sich nicht mal kennen.
16:48Plan B.
16:49Wir hauen Luki mit Gewalt raus.
16:51Ja, was sollen Sie denn machen?
16:51Etwa einbrechen?
16:52Genau.
16:53Und Gisi lenkt den Wärter ab.
16:54Oh ja.
16:55Oh nein.
17:14Kennen Sie sich hier aus?
17:16Nee.
17:23Wissen Sie, wo die Grindelstraße ist?
17:26Nee.
17:32Haben Sie sexuelle Fantasien?
17:41Ich trau mich nicht.
17:42Ich hab sowas noch nie gemacht.
17:43Ja, meinen Sie ich?
17:44Ich hab noch nicht mal einen Punkt in Flensburg.
17:46Ja, den werden Sie dafür auch nicht kriegen.
17:47Das stimmt.
17:48Das ist Einbruch.
17:49Das gibt Gefängnis.
17:51Das gibt einen Herzinfarkt.
17:54Ich kann nicht.
17:56Ich krieg keine Luft.
17:57Herr Schumann, wollen Sie jetzt Ihre Ehe retten oder nicht?
18:00Nee, lieber nicht.
18:02Schumann, Sie sind kein Weichei.
18:04Nein?
18:05Nein, Sie sind richtig mutig.
18:07Ja?
18:07Ja, ein richtiger Mann.
18:09Ja, Sie haben recht.
18:10Im Namen der Liebe.
18:27Das war ja schon mal für den Anfang ganz schön, Herr Schumann.
18:32Ich hab auch einen Schreibergarten.
18:34Ach, das find ich aber schnucklig.
18:38Da bin ich immer am Wochenende.
18:40Oft alleine.
18:43Ist die Tür nur wieder hart?
18:46Sie haben schöne Augen.
18:50Ähm, ich würde mal gucken, was da los ist.
18:54Nein, so kommen Sie mir nicht weg.
18:57Ich steh so in Ihrer Schuld.
19:00Aber ich hab Ihnen noch gar nichts getan.
19:02Einfach nur, dass Sie hier sind.
19:06Die reißen mir den ganzen Zwinger ab.
19:09Küssen Sie mich.
19:11Was?
19:12Keine Widerrede.
19:14Was sein muss, muss sein.
19:18Wie seh ich denn aus?
19:19Sie sehen ein bisschen so aus, als würden Sie Geld auf der Straße verdienen.
19:22Wie konnte ich nur schon wieder auf Sie hören?
19:24Hab ich Ihnen gesagt, Sie sollen von der Mauer springen?
19:25Da hab ich nichts von gesagt.
19:26Ja, ja, immer eine Ausrede parat.
19:28Das war das letzte Mal, dass ich auf Sie gehört habe.
19:30Das allerletzte Mal, klar?
19:32Hey, da, da, da, da ist Luki.
19:35Dann sind Sie vorsichtig.
19:36Brauch Ihre verdammten Ratschläge nicht.
19:38Sicher.
19:38Luki.
19:42Äh, Frau Kruse, tun Sie was?
19:45Wieso?
19:46Ich bellte doch nicht an.
19:54Was ist denn jetzt machend?
19:56Wie war die Frage?
19:58Ich weiß nicht, was ich machen soll.
20:00Sie wollen doch wohl nicht einfach mein Rad.
20:03Doch.
20:04Herr Schuhmann, mal hü und mal holz.
20:06Also irgendwie müssen Sie sich bald wirklich mal entscheiden.
20:08Okay, okay, ich brauche Ihren Rad.
20:11Gut.
20:13Sie müssen mit ihm reden.
20:16Auf die Idee hätte ich auch selber kommen können.
20:19Ähm, ähm, ähm, worüber denn?
20:22Na, lass es mir mal was einfallen.
20:25Nimm nicht mich.
20:26Nimm lieber die dicke Frau.
20:27Machen Sie es gut, Herr Schuhmann.
20:29Nein, nein, nein, Frau Kruse.
20:30Bitte bleiben Sie.
20:31Ich, ich, ich hab's nicht so gemeint.
20:35Satan!
20:36Aus!
20:39Haben Sie gesehen?
20:40So macht man das.
20:42Das wäre auch mal ein nächster Schritt gewesen.
20:44Ja, träumen Sie weiter.
20:57Gisi, wie süß.
20:57Ich hoffe, es war nicht ganz so furchtbar für dich.
20:59Wieso?
21:00Mir hat es total Spaß gemacht.
21:01Ich glaube, ich wäre eine Superspionin geworden.
21:04Ja, schade, dass Sie das Stasi schon aufgelöst haben.
21:07Ja, was ist?
21:08Kommen Sie jetzt mit?
21:09Ja, Moment.
21:10Luki braucht noch eine Sekunde, ja?
21:11War das nicht ein verrückter Tag, Herr Schuhmann?
21:13Ach, allerdings.
21:14Ein wundervoller Tag.
21:15Ich hab so viele verrückte Dinge gemacht.
21:19Ich war niedergeschlagen.
21:20Und dann war ich wieder mutig.
21:22Ich hab alles verloren.
21:23Und dann hab ich alles wiederbekommen.
21:26Und wem hab ich das Ganze zu verdanken?
21:32Nur diesem kleinen, wuscheligen Etwas.
21:35Luki, ich fange an, dich gern zu haben.
21:37Gisi, schnall dich an!

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