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  • vor 2 Wochen
Onimusha: Way of the Sword bringt Capcoms Samurai-Reihe nach rund 20 Jahren endlich wieder zurück und ich habe mich extrem auf diesen Quasi-Neuanfang gefreut. Auf den ersten Blick erfüllt das Actionspiel auch alle meine Wünsche.

Way of the Sword hat ein tolles Kampfsystem, sympathische Helden und eine Rückkehr zum Horror der ersten Serienteile. Aber auf den zweiten Blick offenbart das fünfte Onimusha unnötige Fehler.

Welche genau das sind, worauf ihr euch bei Onimusha: Way of the Sword einstellen müsst ,und warum man trotzdem eine Menge Spaß mit dem Actionspiel haben kann, seht ihr im Video.
Transkript
00:00Ich glaube nichts fasst das neue Action-Horror-Samurai-Spiel von Capcom so gut zusammen wie diese beiden Szenen direkt
00:08nebeneinander.
00:09Denn in seinen besten Momenten ist Unimusha Way of the Sword wunderschön und genau der Serienneustart, den ich mir seit
00:1620 Jahren wünsche.
00:18Auf der anderen Seite wirkt der mittlerweile fünfte Teil der Reihe einfach, naja, etwas steif und ungelenk.
00:24Nach rund 30 Stunden Spielzeit muss ich nämlich leider auch sagen, dass sich dieses Unimusha viel zu oft selbst im
00:30Weg steht.
00:31Wie genau und wo Way of the Sword auftrumpfen kann, das seht ihr in den folgenden Minuten. Auf geht's!
00:47Beschreiben das Jahr, ich weiß es jetzt auch nicht so genau, aber irgendwann zur Edo-Zeit im alten Japan.
00:52Der Samurai Miyamoto Musashi will dem Weg des Schwertes folgen und fordert jeden starken Meister heraus.
00:59Niemand konnte ihn bislang besiehen.
01:04Ja gut, also bis zu diesem Moment hatte Musashi zumindest immer gewonnen.
01:09Naja, aber er ist noch nicht Geschichte, sondern er hält lediglich einen Onihandschu und jagt fortan die dämonischen Genma.
01:15Diese Monster laufen nämlich überall in der Stadt Kyoto herum und einer muss die Bösen ja mal in Schach halten.
01:21Übrigens, ihr müsst keinen Vorgänger gespielt haben, Way of the Sword erzählt eine völlig eigenständige Geschichte und hat mit den
01:27anderen Teilen nichts mehr wirklich zu tun.
01:29Die Story vom neuen Unimusha ist an sich wirklich gut.
01:32Vor allem die Bösewichte sind so richtig herrlich theatralisch böse.
01:37Und in den Zwischensequenzen stimmt die Harmonie zwischen Musashi und seiner Kyoto-Crew.
01:41Und diese Szenen sehen dann auch noch richtig schick aus.
01:43Ich meine, schaut hier einfach mal auf die Nase des Helden.
02:00Die Geschichte leidet nur unter einem ganz grundsätzlichen Problem, dem Pacing.
02:04Zu Beginn lässt mich Onimusha kaum selbst spielen und haut mir die Cutscenes nur so um die Ohren.
02:09Sobald ich dann in Kyoto unterwegs bin, gibt's hingegen fast nur noch solche zählen Ingame-Gespräche,
02:14die dann aber wegen ziemlich steifer Animationen auch wirklich im Vergleich zu den schicken Zwischensequenzen ziemlich stark abfallen.
02:20Und dann streckt Onimusha seine eigentlich doch sehr überschaubare Story auch noch unnötig in die Länge.
02:25Keine Sorge, ich verrate jetzt nicht wirklich was Großes.
02:28Nur so viel, viel zu oft schiebt die Kampagne unnötige Ausflüge ein, die man eigentlich ohne Probleme aus der Story
02:33hätte streichen können.
02:34Die Bösewichte erhalten hingegen teilweise viel zu wenig Aufmerksamkeit und können ihr Potenzial damit kaum abrufen.
02:41Und ich finde das alles doppelt und dreifach schade, weil Onimusha anders als zum Beispiel der vierte Teil der Serie
02:45wieder deutlich mehr in die Horrorrichtung zurückgeht.
02:48Es gibt da wirklich ein paar herrlich eklige Szenen, auf die ihr euch echt freuen könnt.
02:53Nur reißt das Spiel diese Highlights mit der Struktur immer wieder viel zu weit auseinander.
03:13Die Story kann also leider nicht ihr komplettes Potenzial abrufen.
03:17Viel schlimmer ist aber noch, dass dieses Pacing nicht nur die Geschichte nach unten zieht, sondern auch das Gameplay.
03:22Ich erkläre euch einfach mal ganz kurz, wie das Spiel genau aufgebaut ist und dann seht ihr auch genau, was
03:25ich meine.
03:26Also, Way of the Sword orientiert sich am ehesten an Onimusha 2 und dem vierten Teil Dawn of Dreams.
03:32Das bedeutet, es gibt eine Hubwelt, die ich nach und nach vergrößere und in der ich dann durch neue Fertigkeiten
03:37wie etwa einen Wandlauf auch neue Bereiche erreiche.
03:40Und dann reise ich in der Kampagne außerdem noch in lineare Abschnitte, durch die ich mich dann bis zu einem
03:45Boss durchkämpfe.
03:46In diesen Levelabschnitten gibt es dann auch keine richtigen Rätsel, aber so zumindest kleine Auflockerungen wie diese rollenden Baumstämme.
04:00Und jetzt kommt erneut das große Pacing, aber das Spiel findet bei diesen Abschnitten einfach nicht das richtige Maß.
04:06Gerade die letzten beiden linearen Gebiete ziehen sich zum Beispiel ganz schön in die Länge und die Hubwelt bietet nur
04:12sehr austauschbare und gleichförmige Inhalte.
04:15Jede Neben- und sogar Hauptquest läuft letztlich immer aufs Gleiche hinaus.
04:20Gehe da hin, haue Gegner um, rede mit Kollege Takamura oder einem anderen NPC.
04:25Abwechslung gibt es bis auf die kleinen und durchaus seltenen Auflockerungen in den linearen Abschnitten wirklich nie.
04:31Und das ist ebenfalls sehr schade, weil die Neben-Missionen teilweise richtig spannende Mythen und Geschichten aufmachen.
04:37Das dann aber meistens nur in so schnöden Texten.
04:40Nur diese süßen Doggos, die habe ich wirklich unglaublich gern eingesammelt.
04:44Die sind aber auch süß.
04:53Und trotzdem klappre ich diese ganzen Neben-Missionen alle ab, weil ich nützliche Ressourcen und Items als Belohnung erhalte, mit
04:59denen ich dann Waffen, Spezialattacken, Buff-Talismane und Co. upgraden kann.
05:04Und hier komme ich auch wirklich zu einem ganz kleinen Makel.
05:06Leute, das klassische Leisten-Auffüllen mit meinen gesammelten Seelen, das gibt es in der Form leider nicht mehr.
05:23Und als wäre das alles nicht schon genug, kocht Unimusha auch technisch offenbar eher auf Sparflamme.
05:28Nicht falsch verstehen, die Designs der Feinde und der Figuren sind wirklich super.
05:32Und auch wie sich Säulen aus dem Boden herausschälen ist wirklich sehr, sehr schick.
05:36Aber Way of the Sword sieht insgesamt sehr ausgeblichen aus und auch weniger detailliert als zum Beispiel ein Pragmater.
05:42Auf dem PC gibt es übrigens auch keine Path-Tracing-Option, was gerade in Sachen Beleuchtung auch einen ordentlichen Unterschied
05:47gemacht hätte.
05:47Auf der Haben-Seite lief das Spiel technisch sehr rund, ich hatte also keine Probleme, keine Abstürze und vor allem
05:53keine Framerate-Einbrüche,
05:54was bei den Gefechten, wo ich wirklich schnell reagieren muss, auch absolut wichtig ist.
06:07Klingt bis hierhin ein bisschen durchwachsen, aber in einer Sache macht Unimusha fast alles richtig, nämlich beim Kampfsystem.
06:14Das vereint altbekannte Serienmechaniken mit ein paar sehr coolen neuen Ideen.
06:18Wie in einem modernen Actionspiel visiere ich einzelne Gegner an und kann mit leichten oder schweren Attacken zuschlagen.
06:23Ist ein Genma kaputt, sauge ich seine Seelen mit dem Oni-Handschuh ein.
06:27Rote Seelen sind für die bereits angesprochenen Upgrades wichtig,
06:30gelbe füllenden Teil meiner Lebensleiste auf und blaue meine Oni-Anzeige.
06:35Spezialangriffe sind nämlich serientypisch an bestimmte Oni-Waffen gebunden, die ich dann auf Knopfdruck entfessle.
06:40Der Speer zieht etwa viel Schaden ab, die Doppelklinge wirbelt Gegner durcheinander und die Hammer...
06:46Hammer... Hammere... Hammow... äh...
06:48Die Knüppel kürzen die Haltungsleiste der Feinde um ein beachtliches Stück herunter.
06:53Denn ja, richtig gehört, genau wie zuletzt bei Mortal Shell 2 liegt ein großer Fokus bei Unimusha auf dem Brechen
06:58der roten Haltungsleiste.
07:00Ist die leer, löse ich einen Finisher aus.
07:02Das bringt gerade bei Bossen sogar ein kleines taktisches Element hinein,
07:05weil da kann ich bei einem Finisher bestimmte Zonen auswählen und entweder ziehe ich sehr viel Lebensenergie ab,
07:10oder ich erhalte sehr viele Seelen, womit ich mich zum Beispiel dann auch heilen kann.
07:14Ich muss also immer wieder abwägen, was für mich jetzt in meiner Situation Sinn ergibt.
07:18Wenn die Genma hingegen mich attackieren, kann ich entweder ausweichen, parieren oder blocken.
07:23Hebe ich mein Schwert im genau richtigen Moment, kontert Musashi direkt.
07:31Ich musste mich am Anfang wirklich etwas ins System hineinfinden,
07:35weil die Fenster für den perfekten Block und fürs Ausweichen teils wirklich, wirklich klein sind.
07:40Wenn man aber einmal drin ist, dann kann man vor allem gegen Ende regelrechte Anime-Kampfchoreografien ausführen.
07:46Denn die Bosse haben bestimmte Angriffe, die ich nur mit einer bestimmten Aktion auch aufhalten oder kontern kann.
07:51Ich muss also im Bruchteil einer Sekunde wie bei Steinscherepapier richtig entscheiden und die passende Aktion auswählen.
07:57Und wenn das dann klappt, meine Güte, fühlt sich das großartig an.
08:01Vor allem das große Finale ist durch dieses System ein Gefecht an, das ich mich wirklich noch unglaublich lang erinnern
08:07werde.
08:08Da brilliert das neue Onimusha wirklich auf ganzer Linie.
08:21Klingt super, aber ich habe bewusst vor allem von Bossen gesprochen.
08:24Denn fürs normale Gegnerfußball kann ich diese Tiefe die meiste Zeit eigentlich ignorieren.
08:29Die Standard-Genma haue ich einfach per Buttonmashing aus den Socken, wenn überhaupt.
08:32Denn in Kyoto kann ich theoretisch ab einem gewissen Punkt auch einfach an ihnen vorbeilaufen, weil es mich nur unnötig
08:38aufhalten würde.
08:39Das ist wirklich, wirklich schade, denn die alten Onimusha-Teile haben auch davon gelebt, dass ich auf spannende Gegner-Konstellationen
08:45gestoßen bin, wo ich dann taktisch überlegen musste.
08:47Welcher Gegner ist am gefährlichsten und welchen muss ich zuerst angreifen?
08:50Welche kann ich auf Distanz halten?
08:52Diese Fragen habe ich mir in Wave Resort vielleicht an zwei, drei Stellen überhaupt gestellt.
08:56Bei den Standard-Gefechten ist dieser Teil mit Abstand der einfachste der gesamten Reihe.
09:01Und kurioserweise gilt das nicht für die Bosse, die sind gerade gegen Ende sogar richtig knackig.
09:06Auch mit so einem tollen System findet Onimusha hier einfach nicht das richtige Maß.
09:10Und das gilt sogar dafür, wie die Bosse verteilt sind.
09:13Denn so toll mir die Gefechte gefallen, so sehr ich den finalen Boss wirklich geliebt habe, so sehr übertreibt es
09:20Onimusha mit seinem Boss-Recycling.
09:22Diesen zerfledderten Kollegen hier, den habe ich bestimmt zehnmal im Laufe der Kampagne erlegt, das ist einfach viel zu viel.
09:43Ich möchte zum Schluss nochmal ganz klar machen, weil es dann insgesamt doch sehr negativ klingen kann, Onimusha Way of
09:49the Sword ist kein schlechtes Spiel.
09:51Im Gegenteil. In seinen besten Momenten ist es in Sachen Atmosphäre, Story und vor allem bei den Kämpfen exakt der
09:57Soft-Reboot, den ich mir seit 20 Jahren gewünscht habe.
10:00Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Onimusha eben leider ein Spiel der verpassten Chancen und unnötigen Stolpersteine geworden ist.
10:06Die ganze Kampagnenstruktur, der schwankende Anspruch und die vielen Wiederholungen bei Gefechten und Missionen knabbern einfach konstant am Spielspaß.
10:13Ganz ehrlich, diese 20 bis 30 Stunden Spielzeit, die hätte das Abenteuer wirklich überhaupt nicht gebraucht.
10:19Damit ist Onimusha Way of the Sword ein gutes Spiel, das sich aber vor allem selber im Weg steht und
10:23sein Potenzial nie komplett abrufen kann.
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