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Die Sozialdemokratie verliert in ganz Europa an Boden – Wahlniederlagen, schrumpfende Mitgliederzahlen, ein abwanderndes Stammmilieu. Ist die einst prägende politische Kraft ein Auslaufmodell, oder braucht es nur eine grundlegende Neuausrichtung? Journalist und Autor Robert Sommer und TV21-Chefredakteur Robert Ebhart diskutieren bei Klartext über die Lage in Europa und Österreich.
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NewsTranskript
00:06Herzlich Willkommen zu einem besonderen Thema. Wir haben Sie heute vorgenommen,
00:10wir reden über die Sozialdemokratie. Ja, unter dem Titel benötigt man die Sozialdemokratie noch
00:17oder ganz brutal gesagt stirbt die Sozialdemokratie. Herzlich Willkommen hier bei den Sommergesprächen,
00:22könnte man fast sagen, im wahrsten Sinne des Wortes, in Nickelsdorf und ja, ein heißes Thema,
00:27glaube ich. Denn wenn man sich so Europa anschaut, dann geht es mit den Roten bergab, das kann man
00:33nicht leugnen, egal ob man es gut oder schlecht mit ihnen meint. Schauen wir über die Grenze nach
00:38Deutschland, braucht man nichts sagen, dort geht es Richtung Einstelligkeit. In Sachsen-Anhalt bei
00:42den kommenden Wahlen darum, die Sozialdemokraten aus dem Landtag zu fliegen. In Spanien mit einem
00:47Linkskurs stehen sie zwar mit Sanchers den Ministerpräsidenten, aber werden wir der nächsten
00:51Wahl krachend abgestraft für die Migrationspolitik. In Dänemark gibt es eine sehr rechte Sozialdemokratie,
00:58wird für viele in Österreich als Vorbild gesehen. Ich warne nur, sie stehen bei 21 Prozent und haben
01:03bei der nächsten Wahl auch verloren. In Großbritannien gibt es zwar einen Labour-Ministerpräsidenten,
01:09aber wie man in Wien sagt, nicht mehr mehr lang, da wird auch bald weg sein. Wie es in Österreich
01:13ausschaut, weiß jeder selbst. Also in den schlechteren Umfragedaten liegt die SPÖ bei 15 Prozent,
01:20in den PS1 bei 17. Ich erinnere dann, bei Bruno Kreisky war es die absolute Mehrheit. Absolut, ja. Das ist
01:26halt schon ein bisschen her.
01:26Wobei das jetzt kein, wir wollen da jetzt kein Pabla-Bashing machen. Das war jetzt ganz Europa, also
01:32es kann weder was für Spanien noch keiner was für Deutschland. Obwohl manche Medien in Österreich so
01:36berichten, dass wenn er auch für den Untergang des Abendlandes verantwortlich wäre. Es ist eine
01:42gesamteuropäische, eine internationale Entwicklung. Auch wenn es vielleicht ein bisschen die Sommergespräche
01:45mehr als geschickt waren, obwohl es da aufgehörte Sachen kommt. Ja, genau. Warum ist das so, aus
01:54deiner Warte heraus? Ja, wenn es diesen einen Grund gäbe, wäre es leicht, ihn zu beseitigen. Dann rufe ich an
01:59den Herrn
01:59Pawel und sage, mach das. Und er hat 50 Prozent, es gibt viele Gründe, die SPÖ hat wie alle
02:04sozialdemokratischen Bewegungen in ganz Europa verabsäumt, ein neues Wahlpublikum zu schaffen. Der klassische
02:10Arbeiter, der immer sozialdemokratisch wählt, der Fabriksarbeiter, in der Form, den gibt es nicht
02:16mehr. Der Tischler, der Installateur von vor, vorgestern, ist jetzt ein kleiner Unternehmer, hat
02:21selber Firmen und die Arbeiter sind zu 99 Prozent nicht wahlberechtigte Ausländer. Ungarn, Rumänen,
02:28hier bei uns in Wien, auch aus dem ehemaligen Jugoslawien, die sind zwar auch EU-Bürger zum Teil, aber halt
02:34nicht wahlberechtigt bei bundesweiten Wahlen oder auch nicht bei Gemeinderatswahlen, nur im Bezirk. Und
02:40dadurch hast du kein Wählerpotenzial mehr. Das ist ganz ein entscheidender Grund. Und dort, wo es
02:45Linke gibt, wie in Graz, wenn es kommunistisch, oder dort, wo es Linke gibt in einzelnen Wiener
02:49Bezirken, wie zum Beispiel im Siebten, dort werden sie grün. Das heißt, der Babler, wenn man jetzt auf
02:53den Babler zurückgeht, hat einen großen Fehler gemacht. Er hat als linker Politiker, das ist ja
02:59durchaus legitim, Sozialdemokrat soll ja auch links sein, ein sehr weit linksorientierter Politiker,
03:05Hoffnungen geweckt, große Hoffnungen, die er in der Koalition mit den Konservativen und Liberalen
03:12nicht befriedigen konnte. Das heißt, die Leute haben gesagt, das ist ein Linker, den Wömer. Das Linke,
03:17den Menschen, die links, wo das Herz links schlägt, wurde geweckt, also die Guster, der Guster wurde
03:23geweckt, aber nicht befriedigt. Der Appetit ist da, aber er macht jetzt eigentlich eine Mitte-Politik. Und die,
03:30die wirklich links sind, die wirklich links sind, wenn jetzt auch in Österreich kommunistisch oder
03:34grün, das heißt, die SPÖ läuft ja nicht mehr nach rechts aus, zur FPÖ, da gibt es nicht mehr viel
03:39zu holen, sondern nach links. Siehe Graz, wo sie fast aus dem Gemeinderat geflogen werden,
03:44in einer Stadt. Ich denke an den Bürgermeister Stingl, die auch rot sein kann. Das heißt, so viele Fehler,
03:50aber der Grundfehler ist, sie haben kein Wählerpublikum mehr. Sie haben verabsäumt, ein Wählerpublikum
03:59zu schaffen. Sie waren vielleicht auch so gut, wie ich einmal gesagt habe, dass sie die
04:02entrechteten Arbeiterinnen und Arbeiter von einst abgeschafft haben. Die sind heute Selbstständige,
04:09die sind heute kein Entrechtet mehr, die haben keinen Grund mehr, die SPÖ zu wählen oder die SPD.
04:14Die beiden Parteien setzen sich für Flüchtlinge ein, was ich persönlich für sehr ehrenvoll empfinde,
04:19nur es bringt aber den Wahl nichts, weil die keinen noch nicht wählen, vielleicht in 20, 30 Jahren.
04:24Und das ist das Problem der Sozialdemokratie, aber wie du das ändern willst, schwierig.
04:29Wobei, ich glaube, es gäbe es sehr wohl, noch Leute abzuholen. Da müsste man halt einfach
04:33auch die Politik ein bisschen verändern.
04:35Ja, wie gesagt, die Art, das links zu machen, im Sanchez hat einmal einen immensen Wahlsieg
04:41bedeutet, aber jetzt ist er unten durch. Es rechts zu machen, wie in Dänemark,
04:45kommst du auch auf 20 Prozent. Also egal, wie du das tust, es ist verdammt, verdammt schwierig.
04:50Ich glaube nur eines, du kannst, du musst dich voll auf das soziale Thema setzen und da ein bisschen
04:57auch Widerstände überwinden, auch in Koalitionen, auch in Koalitionen mit Konservativen oder Liberalen.
05:02Dann schauen wir nach Wien. Alle haben gesagt, naja, der Michael Ludwig kommt aus einem Flächenbezirk,
05:07ist so quasi der Kandidat der rechten Wiener SPÖ. Dann wurde der Schieder aufgestellt,
05:12das linker Gegenkandidat. Und was macht bitteschön der Bürgermeister Michael Ludwig?
05:17Eine unglaublich soziale Politik, für die er auch kritisiert wird mit der Mindestsicherung
05:21auch für Flüchtlinge, die im Vergleich zu anderen Bundesländern relativ hoch ist.
05:25Was macht der Landeshauptmann von Burgenland, wo wir hier sitzen, der Tosco Chil?
05:31Ja, bei der Migrationsfrage spürt er den Rechten im Wissen, dass er das nicht zum Entscheiden hat.
05:37Einwartungspolitik, Migration, Sicherheit ist immer Bundesangelegenheit.
05:40Das geht einem gar nichts an. Aber das ehemalige Polizist spürt er das ein bisschen.
05:43Aber die Wirtschaftspolitik ist total linksier, ist total sozial.
05:48Leider kennen der Tosco Chil und der Ludwig nicht miteinander, was auch eine weitere Tragödie der SPÖ ist.
05:52Eine spezielle Geschichte. Das sind die zwei einzigen, die auch den Pavler ablösen könnten,
05:57wenn sie wollten, wenn sie miteinander reden würden.
05:58Sie tun es aber nicht, obwohl sie beide ja gar nicht so unterschiedlich sind.
06:02Und ich bin der Überzeugung, mit einer echten sozialen Politik braucht man natürlich die Sozialdemokratie
06:09und dann wird sie auch nicht sterben.
06:12Jetzt gibt es da einen Spruch, und ich glaube, der ist nach wie vor gültig,
06:17dass Todgesagte meistens dann wieder aufwachen oder auferschlägen.
06:21Das hofft der Babel, aber das ist ein bisschen zu wenig jetzt wahrscheinlich, oder?
06:25Bei allem Respekt, ich muss dazu sagen, es ist nicht alles schlecht, was er tut.
06:28Also die Medienkampagne gegen ihn finde ich menschenverachtend.
06:31Aber kritisieren darf man trotzdem.
06:33Ja, absolut sogar.
06:34Als Demokratie.
06:35Wobei natürlich, es ist halt schon ein ziemlich starker Rock, den er sich da angezogen hat.
06:44Ob man als Bürgermeister hat er seine Funktion super gemacht.
06:48Man muss sich das einmal überlegen, in 30 Kirchen, mit einem Flüchtlingslager,
06:52mit einem überfüllten Flüchtlingslager, trotzdem dort zu schaffen, Bürgermeister zu bleiben,
06:57sogar die Stimme zu halten, das ist schon bemerkenswert.
06:59Nur, es ist was anderes. In einer Gemeinde bist du präsent, du hast Kontakt mit den Leuten,
07:04du bist unterwegs, du kannst einen ganz anderen Kontakt zu den Wählern haben.
07:10Natürlich, und das ist auch seine große Stärke.
07:12Er war ja auch hier in Nickelsdorf am Heuring, die Leute haben ihn geliebt.
07:15Und er kann auch den Parteitag rocken der SPÖ.
07:17Sein Problem ist, dass er halt nicht intelligent ist.
07:20Aber wie gesagt, das ist nicht das Problem der europäischen Sozialdemokratie,
07:23das ist ein zusätzliches Problem der SPÖ, dass er halt im Fernsehen nicht gut rüberkommt.
07:27Und das ist aber nicht der Erste, nicht der Einzige.
07:30Also ich muss sagen, auch der Bundeskanzler Stocker ist jetzt kein telegenes Genie
07:34und kein Fernsehfutze im klassischen Sinne.
07:35Das war meinetwegen vom Hockerwissen.
07:37Also ich meine, da gab es auch andere, wenn ich an Franz Farnitzke denke zum Beispiel.
07:40Absolut.
07:41In der SPÖ oder an Jörg Haider bei der FPÖ.
07:44Es ist, finde ich, auch der Kickl ein ganz, ganz schlechter Redner.
07:47Er wird immer so hochgejubelt.
07:49Natürlich, er kann fließend reden, aber diese singende Stimme, das hat ein Jörg Haider nie.
07:54Zum Beispiel ein Peter Wessenthal auf einem rechten Lager ist ein viel, viel besserer Redner.
07:58Ich halte auch den Kickl nicht für telegen, weil er nicht sympathisch wirkt.
08:01Da war der Strache, finde ich, viel telegener, weil er irgendwie so das Image hatte, naja,
08:05das Sunny Boys.
08:07Und letzten Endes könntest du gegen den Kickl leichter gewinnen als gegen den Strache
08:12und leichter gewinnen als gegen den Jörg Haider.
08:14Es ist dramatisch für beide ehemaligen Großparteien, dass sie es nicht können.
08:18Das liegt aber dann am Personal.
08:20Absolut.
08:21Aber das wird ja vielleicht ausgewechselt, nur ich habe jetzt auch großen Zuspruch bekommen,
08:26auch Kritik natürlich für einen Blog, wo ich der SPÖ geraten habe, sich endlich zu entscheiden.
08:31Es werden neue Wahlen kommen, davon bin ich überzeugt, ich teue aber nächstes Jahr.
08:35Gehen wir mit dem Babel in diese neue Wahlen oder gehen wir mit einem anderen?
08:39Aber immer gegen den Vorsitzenden zu schießen, möchte ich fast sagen, dann ist es ja nichts anderes.
08:45Sondern im Weinkeller oder in Boulevardmedien ist das auch nicht die Lösung.
08:48Weil das schwächt ihn und stärkt eigentlich nur die Gegner in erster Linie, die FPÖ.
08:53Das heißt, man kann ja sagen, wenn Babel a Quimmer kein Krieg, weg.
08:57Dann möchte ich eine Bitte haben, wer macht es?
08:59Genau.
08:59Ein Zeiler, ein Kernwild oder was auch immer, was sollte er ausgraben.
09:02Oder Peter Hanke.
09:03Und dann stehen wir hinter denen.
09:04Ich habe mit so vielen SPÖ-Land gesprochen, als die Pamela Rendi-Wagner SPÖ-Chefin war.
09:10Und da hat es immer geheißen, die ist ja fürchterlich, die versteht Politik nicht.
09:14Jeder Hydrant ist besser.
09:16Jetzt haben sie einen Hydranten, der passt ihnen auch nicht.
09:19Was werden wir als nächstes nehmen?
09:20Das heißt, ich mag dieses unsolidarische Benehmen nicht.
09:23Und das stärkt eigentlich nur die politischen Ränder.
09:26Das ist aber ein bisschen ein Problem bei der SPÖ, dass die immer wiederum so unterschiedliche Strömungen haben,
09:33die sie nicht an einen Tisch setzen können.
09:35Und das ist, glaube ich, in anderen Parteien auch so.
09:39Und das war auch immer so.
09:39Ich glaube, diese verschiedenen Strömungen, das ist in der ÖVP mit Bauernbund, Wirtschaftsbund, ÖAB.
09:43Aber da sieht man es nicht.
09:44Das wird jetzt auch ausgedrungen.
09:46Schon auch.
09:47Aber vergessen wir nicht, dass die SPÖ stark wurde aus den verschiedenen Strömungen.
09:51Bruno Kreisky, der wahrscheinlich legendärste Parteivorsitzende im Bundeskanzler der SPÖ,
09:57musste gegen den Zettel bei der Wahl erst gewinnen.
10:00Da gab es ja auch extreme Strömungen.
10:02Viele haben vor Bruno Kreisky gewarnt.
10:05Das heißt, es ist nicht so, dass auch ein Werner Faymann, so beliebt war die Linken,
10:10am 1. Mai aufmarsch haben ihn ausgepfiffen.
10:13Ist ja dann zurückgetreten.
10:14Das heißt, diese Strömungen gab es auch bei erfolgreichen Parteichefs.
10:17Auch in Wien.
10:17In Wien ist es doch logisch zum Beispiel, dass du in einem Flächenbezirk wie Floretsdorf
10:21oder Donaustadt, wo sehr viel Migration ist, einen ganz anderen Zugang hast,
10:25wie zum Beispiel im 7. Bezirk, im 6. oder bei mir im 2.
10:28Wo es zwar Ausländer gibt, aber überhaupt keine Probleme oder fast keine Probleme gibt.
10:32Also in diesen innerstädtischen Bezirken habe ich ein anderes Thema.
10:34Und das ist der ewige Verdienst von Michael Ludwig, der ja aus einem Flächenbezirk kommt,
10:40dass er diese beiden Flügel zusammengeführt hat.
10:43Und der Schieder, der damals gegen ihn kandidiert hat, Andreas Schieder,
10:45einer seiner besten persönlichen und auch politischen Freunde ist.
10:49Und solche Leute fehlen halt.
10:51Das kann der Babler nicht.
10:52Ein Michael Ludwig konnte es in Wien.
10:54Und das kann ein Babler nicht.
10:56Die verschiedenen Flügel in der SPÖ gehen auseinander.
10:59Kann auch ein Klingbeil in Deutschland nicht.
11:01Da schlauen sich die verschiedenen Flügeln fast.
11:04Das forciert natürlich noch das Sterben der Sozialdemokratie.
11:07Die Ursache haben wir aber schon vorher besprochen.
11:09Die Ursache ist ein anderer.
11:12Der Anlass vertieft es jetzt, dass man halt in der SPÖ und in der SPD kein gutes Personal hat.
11:16Das macht es nicht leichter.
11:18Aber selbst ein Superstar, selbst ein, wer wäre der Superstar, ich wüsste jetzt gar keiner,
11:24sagen wir mal den Peter Hanke, der extrem gut ankommt.
11:27Bei den Leuten.
11:28Also ich kenne seine Werte.
11:29Er ist, glaube ich, ein sehr, ein Vernizky-Typ, aus der Wirtschaft gekommen.
11:32Was soll der machen?
11:33Der hat ja auch kein Wählerpotenzial.
11:35Genau.
11:35Das heißt, die Wähler sind weg.
11:37Und wenn du mal bei 15 Prozent bist, oder sagen Sie von mir 17 Prozent sein, wie willst
11:41du dann wieder auf 34 kommen?
11:44Verloren ist er schnell.
11:46Aber zurückgewonnen?
11:47Schwer.
11:48Sehr schwer.
11:48Ist das sehr schwer.
11:49Auch der Zeiler, der ist jetzt, glaube ich, 71, wird 71, der immer im Gespräch ist, der
11:54noch nie regiert hat, der der Sekretär war vor 100 Jahren, von Androsch, glaube ich.
11:58Der ist ein blitzgescheiter, supererfolgreicher Mensch ist, auch noch fit ist für seine Leute,
12:03aber auch der kann jetzt so machen, zack, und jetzt plötzlich hat die SPÖ 35 Prozent.
12:07Das ist ein Irrglauben.
12:09Man muss die Menschen, die an der Macht sind, auch arbeiten lassen.
12:12Und ich denke, wenn man den Babler arbeiten lassen würde und nicht ständig kritisieren
12:16würde, käme er zumindest auf seine 20 Prozent.
12:19Und dann schaut es wieder anders aus.
12:22Jetzt wäre es aber wichtig, wenn es, sagen wir mal, links der Mitte ein bisschen was gäbe.
12:29Da gibt es ja, ne?
12:32Die Grünen sind links der Mitte, schaut doch die K.P.E. an.
12:34Das war doch undenkbar, dass die K.P.E. wieder schauzen, nach den Nationalen anzukommen.
12:38Aber gut, das sind, wenn die vier, fünf Prozent kriegen, ist das schon ein Unterschied für die
12:43SPÖ, das sind ja klassische K.P.E.
12:45Wähler, ob ich habe 17 Prozent oder 22.
12:48Und vielleicht noch, warum die Grünen so viel Zuspruch haben, weiß ja auch keiner.
12:51Die Gewässler ist ja, die jetzige Parteichefin, Mitschuld an dem Budget-Desaster, das wir
12:56haben.
12:57Aber natürlich, der heiße Sommer, das hilft den Grünen.
12:59Das Thema haben sie, dafür stehen sie.
13:01Das ist ja auch ein Thema, für das sie auch sehr gutes Marketing machen.
13:06Aber da sind ja auch drei, vier Prozent locker drin für die SPÖ.
13:09Und bei den Nichtwählern auch noch drei, vier Prozent.
13:11Naja, dann marschierst schon Richtung 27 Prozent wieder.
13:14Naja, jetzt schaut es ja europaweit, wie du sagst, nicht sehr gut für die Sozialdemokraten
13:20aus.
13:21Vomistische Bezeichnung.
13:23Europaweit marschieren aber die Rechten ziemlich voran.
13:26Na, Sachsen-Hallt jetzt am Sonntag, das ist das deutsche Bundesland, da gibt es die Gefahr
13:31und selbst als halbwegs unabhängiger Analyst muss man sagen, es ist eine Gefahr, dass die
13:36die absolute Mandatsmehrheit kriegen.
13:38Das wäre natürlich in einem Land wie Deutschland eine Katastrophe.
13:44Jetzt ist da nicht auch wirklich wieder die Chance, dass die Sozialdemokraten da ein bisschen
13:50auch Gegengewicht machen könnten.
13:52Die Sozialdemokraten sind gerade in Deutschland das Symbol für den Kampf gegen den Faschismus.
13:57Denken wir in den 30er Jahren, während die Zentrumspartei, also die Bürgerlichen, dem
14:04Ermächtigungsgesetz zugestimmt haben im Jahr 1933, haben die Sozialdemokraten als einzige
14:08demokratische Partei dagegen gestimmt.
14:11Sie wurden dann ins KZ geschickt.
14:12Diese berühmte Rede, unsere Freiheit und unser Leben könnt ihr uns nehmen, aber unsere
14:17Ehre nicht.
14:17Die SPD steht für den Kampf gegen den Faschismus.
14:20Sie muss es nur schaffen, die, die gegen die AfD sind, hinter sich zu versammeln.
14:24Das ist die zweite Schiene, die man haben sollte oder haben könnte neben dem Sozialen.
14:28Der Kampf gegen den Faschismus, das klingt so nach Antifa und so bla bla und ein bisschen
14:33irgendwelche Träume, sondern es gibt in Österreich und Deutschland eine rechtsextreme relative Mehrheit.
14:38Das sind Fakten.
14:40Und während, und das muss man auch sagen, in Deutschland die Bürgerlichen aus der Geschichte
14:43gelernt haben, die CDU korreliert in keinem einzigen Bundesland mit der AfD, auch die
14:49CSU in Bayern nicht, die sind dort mit den Freien Wählern zusammen, regiert die ÖVP in
14:54Österreich in fünf Bundesländern mit der FPÖ und schließt auch eine Koalition mit
14:59der FPÖ, ich da ausstocke im Sommergespräch, mit Kickl schließen wir es aus, mit der FPÖ nicht,
15:05aber das Kickl ausschließen hat keine Bedeutung.
15:07Im letzten Wahlkampf hat er als Generalsekretär es ebenfalls ausgeschlossen, eine Koalition mit
15:11der FPÖ zu bilden, dann haben sie mit ihm verhandelt und wollten ihn zum Kanzler machen.
15:16Die sind zum Glück gescheitert, die Koalitionsgespräche.
15:18Also man kann der ÖVP nicht trauen, März kann man trauen, bis jetzt hält er sein Wort.
15:23Aber auch dort ist die SPD das Zentrum im Kampf gegen den Rechtsextremismus, wir nennen
15:29das nicht mehr Faschismus, sondern Rechtsextremismus und in Österreich ist es die SPÖ, da ist auch
15:33der Babler glaubhaft, ist aber auch der Michi Ludwig glaubhaft, der vom quasi pragmatischen
15:38Flügel kommt, der eine Koalition mit der FPÖ ausschließt und bei jeder zweiten Rede
15:42sagt, das sind Rechtsextreme.
15:44Und die hat ja auch nicht Unrecht, wenn man sieht, Leo Lugner jetzt, es wird, das ist
15:47jetzt rausgekommen, gegen ihn wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung ermittelt.
15:53Ich meine, das ist ja nicht irgendwas.
15:54Das ist das Schlimmste, was einem Politiker passieren kann.
15:57Oder die Identitären, die jetzt quasi die Vorfeldorganisation der FPÖ-Jugend sind,
16:02die zusammenwachsen, da werden wieder Arierknochen ausgemessen, ob er ein echter Deutscher ist
16:08oder nicht.
16:09Und dann ist ein Parteitag, die rot-weiß-rote Fahne, wackeln, sag ich, gut wienerisch.
16:15Das heißt, wir brauchen eine starke SPÖ aus zwei Gründen.
16:20Erstens einmal sozial, damit die Menschen, die keine Arbeit mehr haben, auch ein würdevolles
16:25Leben führen können, siehe Stichwort KI.
16:27Und im Kampf gegen den Faschismus, gegen den Rechtsextremismus.
16:32Denn diese Massenarbeitslosigkeit, die auf uns zukommt, die kommt auf uns zu.
16:36Absolut.
16:37Ich habe es ja einmal gesagt, sogar Tassilo Valentin, der ehemalige Präsidentschaftskammerat,
16:41eher Mitte rechts, also sicher kein Linker, hat ja auch mit der FPÖ verhandelt über eine
16:46mögliche Kandidatur, spricht davon, dass wir bald zwei Drittel der Menschen in Europa
16:52zumindest, wenn nicht in der ganzen Welt, ohne Arbeit haben.
16:54Das heißt, und da brauche ich eine soziale Partei, das wird die ÖVP nicht sein, auch
17:00nicht die CDU in Deutschland.
17:01Und im Kampf gegen den Rechtsextremismus, denn die Gefahr besteht, dass dann die Arbeitslosen,
17:07wie damals in Österreich oder vor allem in Deutschland in der Weimarer Republik, den
17:11Faschismus wählen aus Angst.
17:12Aus Angst vor sozialem Niedergang.
17:15Und deswegen darf die Sozialdemokratie nicht sterben.
17:20Sie muss gemeinsam mit anderen vernünftigen, bürgerlichen, grünen, liberalen Kräften
17:24eine Koalition der Vernunft bilden.
17:28Eine zwei Drittel Arbeitslosigkeit, also das ist ein Horror-Szenarium.
17:33Ja, es wird jetzt nicht morgen sein, aber es wird kommen.
17:36Und es reichen ja schon, wenn es 50 Prozent oder 40 Prozent sind.
17:39Die KI zerstört Arbeit.
17:41Und es ist ein Unfug zu glauben.
17:43Es ist falsch zu glauben, dass dadurch gleichbedeutend viele Arbeitsplätze entstehen.
17:48Es wird schon die eine oder andere Position dadurch frei.
17:51Aber in der Summe vernichtet die KI die Arbeitswelt.
17:55In allen Bereichen, in der Medizin, in unserem Job, im Medienbereich.
18:00Absolut.
18:00In der Justiz, das wird in Zukunft, nicht morgen oder übermorgen, aber relativ bald die KI machen.
18:05Also vielleicht kein Mordprozess, aber kleine Autogeschichten wird die KI machen.
18:09Es ist überall.
18:10In der Medizin wirst du ein Melanom einschicken, wirst gar nicht mehr mehr hingehen und die KI
18:15entscheidet, ist es Krebs oder nicht.
18:17Das wird so kommen, so sicher wird das Amen im Gebet.
18:20Und sicher wird es Arbeitsplätze geben im Pflegebereich, die die KI nicht übernehmen kann.
18:25Das ist klar.
18:26Aber mehrheitlich ist die KI der Tod der Arbeitsplätze.
18:30Und dadurch brauchen wir starke Kräfte, die dagegen wirken und sich um die Menschen kümmern.
18:36Genau, aber die muss man abholen dann.
18:38Und dann werden die Menschen, die am Boden liegen, weil sie keine Arbeit haben, nicht rechtsextreme Partei wählen.
18:43Aber man muss den Menschen das Gefühl geben, ich als Sozialdemokratie bin für dich da.
18:48Und das Gefühl haben sie im Moment nicht.
18:50Im Moment kann in Österreich ein entsetzlich schwacher Kickl an die 40 Prozent bekommen und
18:56in Deutschland eine entsetzlich schwache Alice Weidel, als Vorsitzende der AfD, die stärkste
19:03Partei in allen Umfragen sein in Deutschland.
19:05Obwohl die schlecht sind.
19:06Jetzt denken wir noch, wenn die gute Leute auch noch hätten.
19:07Ja, das wäre dann.
19:08Aber zum Glück sind bei keinen Parteien gute Leute, auch nicht bei den Rechtsextremen.
19:14Das ist der einzige Vorteil, es reicht leider für Wahlsiegeparteien.
19:17Aber das ist ja auch die Chance einer Sozialdemokratie, dass sie mit guten Leuten die Menschen zurückerobern.
19:23Nur müssen sie endlich auch, vor allem in Österreich, das ist ja unser Land, kapieren und begreifen.
19:30Also die mächtigen Politiker.
19:32Einer hat es begriffen, muss ich sagen, Michael Ludwig, das funktioniert.
19:35Aber dass Solidarität innerhalb der Parteien ein wichtiger Punkt ist.
19:39Sie begrüßen sich auch mit Freundschaft.
19:41Dann sollen sie es aber auch ausleben.
19:43Ausleben, genau.
19:44Und der Michael Ludwig, ich glaube auch nicht, dass der jeden Tag aufsteht und sagt, danke
19:48Andy Babler, dass du Parteichef bist.
19:50Aber wer weiß, nach außen muss ich solidarisch sein.
19:53Wenn ich es nach außen nicht bin, stärkt es die Feinde der Sozialdemokratie.
19:57Absolut.
19:58Da wird ja schon Kritik üben.
19:59Ich bin nicht dabei, aber ich kann mir das vorstellen, dass er über das Sommergespräch
20:02auch nicht besonders glücklich war.
20:03Weil die Wähler sagen sich natürlich auch nicht, wenn die nicht einmal untereinander
20:07Frieden halten können, wie sollen die dann irgendwann einmal meine Interessen vertreten?
20:10Ja, wenn ich vom eigenen Genossen quasi, ich bin ja bei keiner Partei, lese, der Babler
20:14ist so schlecht, dann wird er schlecht sein, denken die Leute.
20:19Und wenn jetzt ein Neuer kommt, dann fängt es ja wieder an.
20:22Dann fängt es dann auch drei Monate wieder an, wenn der nicht sofort 30 Prozent hat.
20:27Es werden die nächsten Monate sehr spannend.
20:31Es wird, er hat einen heißen Sommer, klimatisch gesehen, auch politisch, und jetzt haben wir
20:35einen heißen Herbst, auch wenn die Temperaturen ein wenig runtergehen.
20:38Es wird spannend, es wird heiß, es wird dramatisch.
20:41Es sind die Schicksalsmonate Österreichs, würde ich fast sagen.
20:45Wir werden auch viel zum Sprechen haben.
20:47Und in manchen Bundesländern werden sich die politischen Führungen so oder so auf jeden Fall
20:51verändern, auch wenn man nicht daran glaubt.
20:53Es gibt Wahlen.
20:54Die nächsten sind in Oberösterreich, dort führt auch die FPÖ überlegen.
20:58Und wenn Oberösterreich verloren geht, dann ist das für die ÖVP eine nicht mittlere,
21:03sondern die Top-Katastrophe.
21:05Dann kommt Niederösterreich, dann kommt Tirol.
21:07Aber schauen wir mal, wie es im Bund weitergeht.
21:09Also ich habe es ja schon ein paar Mal gesagt, auch an dieser Stelle, es wird wohl auch im
21:12Bund Neuwahlen geben.
21:15Schauen wir an, wer kandidiert.
21:17Ich glaube nicht, dass die Parteichefs alle, die jetzt im Amt sind, außer Kittel, der wird
21:21sicher antreten.
21:22Aber bei allen anderen bin ich mir nicht sicher, wer antritt.
21:24Weiß niemand noch.
21:25Es wird noch sehr spannend werden, wobei es wichtiger wäre, wenn man jetzt einmal eine
21:29eindeutliche Linie aller Parteien finden würde, um einfach diese Probleme anzugehen und
21:33nicht in, wie sagt man, das Schön in Machtgeilheit verliert.
21:39Genau.
21:40Es geht, ich habe es gestern geschrieben bei meiner Blog, es ist vielleicht ein schönes
21:43Schlusswort, es geht ja nicht um die SPÖ, es geht um die Republik.
21:47Genau.
21:48Das lassen wir jetzt ein Schlusswort stehen, würde ich sagen.
21:51Gerne.
21:51Na, bei.