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Transkript
00:02Daniel legt den Traum Nebuchadnezzars von den vier Weltreichen und dem ewigen Reiche Gottes aus und wird sehr erhöht.
00:12Im anderen Jahr des Reichs Nebuchadnezzars hatte Nebuchadnezzar einen Traum, davon er erschrak, dass er aufwachte.
00:20Und er hieß alle Sternseher und Waisen und Zauberer und Chaldeer zusammenfordern, dass sie dem König seinen Traum sagen sollten.
00:28Und sie kamen und traten vor den König. Und der König sprach zu ihnen, ich habe einen Traum gehabt, der
00:35hat mich erschreckt und ich wollte gerne wissen, was es für ein Traum gewesen sei.
00:41Da sprachen die Chaldeer zum König auf Chaldeisch, der König lebe ewiglich, sage deinen Knechten den Traum, so wollen wir
00:49ihn deuten.
00:49Der König antwortete und sprach zu den Chaldeern, es ist mir entfallen.
00:55Werdet ihr mir den Traum nicht anzeigen und ihn deuten, so sollt ihr in Stücke zerhauen und eure Häuser schändlich
01:02verstöret werden.
01:03Werdet ihr mir aber den Traum anzeigen und deuten, so sollt ihr Geschenke, Gaben und große Ehre von mir haben.
01:11Darum, so sagt mir den Traum und seine Deutung.
01:14Sie antworteten wiederum und sprachen, der König sage seinen Knechten den Traum, so wollen wir ihn deuten.
01:21Der König antwortete und sprach, wahrlich, ich merke es, dass ihr Frist suchet, weil ihr seht, dass mir es entfallen
01:29ist.
01:29Aber werdet ihr mir den Traum nicht sagen, so geht das Recht über euch, als die ihr Lügen und Bedichte
01:36vor mir zu reden vorgenommen habt, bis die Zeit vorübergehe.
01:40Darum, so sagt mir den Traum, so kann ich merken, dass sie auch die Deutung trefft.
01:46Da antworteten die Chaldeer vor dem Könige und sprachen zu ihm, es ist kein Mensch auf Erden, der sagen könne,
01:53dass der König fordert.
01:54So ist auch kein König, wie groß oder mächtig er sei, der solches von irgendeinem Sternseher, Weisen oder Chaldeer fordere.
02:04Denn das der König fordert, ist zu hoch und ist auch sonst niemand, der es vor dem Könige sagen könne,
02:11ausgenommen die Götter, die bei dem Menschen nicht wohnen.
02:14Da war der König sehr zornig und befahl, alle Weisen zu Babel umzubringen.
02:20Und das Urteil ging aus, dass man die Weisen töten sollte.
02:24Und Daniel samt seinen Gesellen ward auch gesucht, dass man sie tötete.
02:30Da erwiderte Daniel klug und verständig dem Arioch, dem obersten Richter des Königs, welcher auszog, zu töten die Weisen zu
02:38Babel.
02:39Und er fing an und sprach zu des Königs Vogt Arioch, warum ist so ein streng Urteil von dem Könige
02:46ausgegangen?
02:47Und Arioch zeigte es dem Daniel an.
02:49Da ging Daniel hinein und bat dem König, dass er ihm Frist gäbe, damit er die Deutung dem Könige sagen
02:56möchte.
02:57Und Daniel ging heim und zeigte solches an seinen Gesellen Hanania, Mishael und Aschariah,
03:05dass sie den Gott des Himmels um Gnade beten, solches verborgenen Dings halben,
03:10damit Daniel und seine Gesellen nicht samt den anderen Weisen zu Babel umkämen.
03:15Da ward Daniel solch verborgenen Dingen durch ein Gesicht des Nachts offenbart.
03:20Darüber lobte Daniel den Gott des Himmels, fing an und sprach,
03:25gelobet sei der Name Gottes von Ewigkeit zu Ewigkeit, denn sein ist beides, Weisheit und Stärke.
03:32Er ändert Zeit und Stunde, er setzt Könige ab und setzt Könige ein.
03:38Er gibt den Weisen ihre Weisheit und den Verständigen ihren Verstand.
03:43Er offenbart, was tief und verborgen ist.
03:46Er weiß, was in der Finsternis liegt, denn bei ihm ist eitel Licht.
03:51Ich danke dir und lobe dich, Gott meiner Väter, dass du mir Weisheit und Stärke verleihest
03:57und jetzt offenbart hast, darum wir dich gebeten haben, denn du hast uns des Königs Sache offenbart.
04:04Da ging Daniel hinein zu Arioch, der vom Könige Befehl hatte, die Weisen zu Babel umzubringen,
04:11und sprach zu ihm also, du sollst die Weisen zu Babel nicht umbringen,
04:16sondern führe mich hinein zum Könige, ich will dem Könige die Deutung sagen.
04:21Arioch brachte Daniel eilends hinein vor den König und sprach zu ihm also,
04:27es ist einer gefunden unter den Gefangenen aus Juda, der dem Könige die Deutung sagen kann.
04:33Der König antwortete und sprach zu Daniel, den sie Belsarza hießen,
04:37Bist du, der mir den Traum, den ich gesehen habe, und seine Deutung anzeigen kann?
04:44Daniel fing an vor dem Könige und sprach,
04:46Das verborgene Ding, das der König fordert von den Weisen, Gelehrten, Sternsehern und Wahrsagern,
04:53steht in ihrem Vermögen nicht, dem Könige zu sagen.
04:57Aber es ist ein Gott im Himmel, der kann verborgene Dinge offenbaren.
05:01Der hat dem Könige Nebukadnezar angezeigt, was in künftigen Zeiten geschehen soll.
05:08Mit deinem Traum und deinen Gesichten, da du schliefest, hielt sich's also.
05:13Du, König, dachtest auf deinem Bette, wie es doch hernach gehen würde.
05:17Und der, so verborgene Dinge offenbart, hat dir angezeigt, wie es gehen werde.
05:23So ist mir solch verborgene Dinge offenbart, nicht durch meine Weisheit,
05:28als wäre sie größer denn alle, die da leben,
05:31sondern darum, dass dem Könige die Deutung angezeigt würde
05:35und du deines Herzens Gedanken erführst.
05:38Du, König, sahest und siehe,
05:41ein groß und hoch und sehr glänzend Bild stund vor dir,
05:45das war schrecklich anzusehen.
05:47Desselben Bildes Haupt war von feinem Golde,
05:50seine Brust und Arme waren von Silber,
05:53sein Bauch und Lenden waren von Erz,
05:56seine Schenkel waren Eisen,
05:58seine Füße waren eines Teils Eisen und eines Teils Ton.
06:03Solches sahst du, bis dass ein Stein herabgerissen ward, ohne Hände.
06:08Der schlug das Bild an seine Füße, die Eisen und Ton waren,
06:12und zermalmte sie.
06:14Da wurden miteinander zermalmet das Eisen, Ton, Erz, Silber und Gold
06:20und wurden wie Spreu auf der Sommertenne
06:22und der Wind verwehte sie, dass man sie nirgend mehr finden konnte.
06:27Der Stein aber, der das Bild schlug, war ein großer Berg,
06:31das er die ganze Welt füllete.
06:33Das ist der Traum.
06:34Nun wollen wir die Deutung vor dem Könige sagen.
06:38Du, König, bist ein König aller Könige,
06:41dem der Gott des Himmels, Königreich,
06:43Macht, Stärke und Ehre gegeben hat
06:46und alles, da Leute wohnen,
06:48dazu die Tiere auf dem Felde
06:50und die Vögel unter dem Himmel in deine Hände gegeben
06:54und dir über alles Gewalt verliehen hat.
06:56Du bist das güldene Haupt.
06:59Nach dir wird ein anderer Königreich aufkommen,
07:02geringer denn deines.
07:04Danach das dritte Königreich, das Ehren ist,
07:07welches wird über alle Lande herrschen.
07:09Und das vierte wird hart sein wie Eisen.
07:12Denn gleich wie Eisen alles zermalmet und zerschlägt,
07:15ja wie Eisen alles zerbricht,
07:17also wird es auch diese alle zermalmen und zerbrechen.
07:21Dass du aber gesehen hast,
07:23die Füße und Zehen eines Teils Ton und eines Teils Eisen,
07:27das wird ein zerteilt Königreich sein,
07:29doch wird von des Eisens Art drinnen bleiben,
07:32wie du denn gesehen hast, Eisen mit Ton vermenget.
07:36Und dass die Zehen an seinen Füßen
07:38eines Teils Eisen und eines Teils Ton sind,
07:42wird es zum Teil ein Stark und zum Teil ein Schwachreich sein.
07:46Und dass du gesehen hast, Eisen mit Ton vermenget,
07:49werden sie sich wohl nach Menschen geblüht untereinander mengen,
07:53aber sie werden doch nicht aneinander halten,
07:56gleich wie sich Eisen mit Ton nicht mengen lässt.
07:59Aber zur Zeit solcher Königreiche
08:02wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten,
08:05das nimmermehr zerstört wird.
08:07Und sein Königreich wird auf kein anderer Volk kommen.
08:11Es wird alle diese Königreiche zermalmen und verstören,
08:15aber es wird ewiglich bleiben.
08:17Wie du denn gesehen hast,
08:19einen Stein ohne Hände vom Berge herabgerissen,
08:23der das Eisen, Erz, Ton, Silber und Gold zermalmete,
08:28also hat der große Gott dem Könige gezeigt,
08:31wie es hernach gehen werde.
08:33Und der Traum ist gewiss und die Deutung ist recht.
08:37Da fiel der König Nebukadnezar auf sein Angesicht
08:40und betete an vor dem Daniel und befahl,
08:44man solle ihm Speisopfer und Reuchopfer tun.
08:47Und der König antwortete Daniel und sprach,
08:50es ist kein Zweifel, euer Gott ist ein Gott über alle Götter
08:54und ein Herr über alle Könige,
08:57der da kann verborgene Dinge offenbaren,
08:59weil du dies verborgene Ding hast können offenbaren.
09:02Und der König erhöhte Daniel und gab ihm große und viele Geschenke
09:08und machte ihn zum Fürsten über die ganze Landschaft Babel
09:11und setzte ihn zum Obersten über alle Weisen zu Babel.
09:16Und Daniel bat vom Könige,
09:18dass er über die Ämter der Landschaft Babel setzen möchte,
09:21Schadrach, Meshach, Abednego und er, Daniel,
09:25und er, Daniel, blieb bei dem Könige zu Hofe.
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