- vor 11 Stunden
Wir sprechen mit dem Automobilexperten Ferdinand Dudenhöffer über den E-Auto-Boom in Europa und warum Brüssel trotzdem versucht, den Verbrenner zu retten.
E-Auto-Neuzulassungen boomen in Europa derzeit wie verrückt. Grund ist natürlich der gestiegene Benzinpreis, aber auch die Fortschritte in der Technologie und der gesunkene Preis machen die Fahrzeuge für die breite Masse attraktiver. Trotzdem arbeitet man in Brüssel derzeit lieber an einem Ende vom Verbrenner-Aus. Kann die europäische Industrie diesen Strukturwandel überstehen? Wacht die Politik rechtzeitig auf und ist so ein Umstieg wirklich sinnvoll? Darüber sprechen wir heute mit dem Automobilexperten Ferdinand Dudenhöffer.
Foto: Dudenhöffer
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E-Auto-Neuzulassungen boomen in Europa derzeit wie verrückt. Grund ist natürlich der gestiegene Benzinpreis, aber auch die Fortschritte in der Technologie und der gesunkene Preis machen die Fahrzeuge für die breite Masse attraktiver. Trotzdem arbeitet man in Brüssel derzeit lieber an einem Ende vom Verbrenner-Aus. Kann die europäische Industrie diesen Strukturwandel überstehen? Wacht die Politik rechtzeitig auf und ist so ein Umstieg wirklich sinnvoll? Darüber sprechen wir heute mit dem Automobilexperten Ferdinand Dudenhöffer.
Foto: Dudenhöffer
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NewsTranskript
00:00Elektroautos brechen derzeit einen Verkaufsrekord nach dem anderen.
00:03Und während die Kunden offenbar inzwischen ganz gerne elektrisch fahren,
00:07tüftelt man in Brüssel weiter an einem Ende des Verbrenner aus.
00:11Warum boomen E-Autos?
00:12Warum boomt gleichzeitig das Lobbyieren der Industrie gegen sie?
00:16Und erkennen europäische Hersteller noch rechtzeitig die Zeichen der Zeit?
00:20Oder gilt das alte Sprichwort?
00:21Geh mit der Zeit, sonst gehst du mit der Zeit.
00:24All das besprechen wir heute.
00:25Ich bin Daniel Retschezeker, das ist Thema des Tages, der Nachrichten-Podcast des Standard.
00:33Und wenn ihr Thema des Tages einmal live erleben möchtet,
00:36dann habt ihr bald schon wieder die Gelegenheit dazu.
00:38Und zwar am 7. November.
00:39Da sprechen Scholt und ich im Radiokulturhaus über Trumps Endgame,
00:43die letzten zwei Jahre seiner Amtszeit nach den Midterms.
00:45Zu Gast sind die US-Experten Sandra Nawidi und Reinhard Heinisch.
00:50Tickets gibt's in den Shownotes.
00:51Wenn ihr dabei seid, dann könnt ihr exklusiv Fragen vor Ort stellen.
00:54Und wir freuen uns natürlich auch über Meet & Greet.
00:56Und jetzt geht's los mit der Podcast-Folge.
00:58Der Automobil-Experte Ferdinand Dudenhöfer heute hier im Standard-Podcast.
01:02Herzlich willkommen.
01:03Grüß Gott, hallo.
01:04Herr Dudenhöfer, niemals zuvor sind in Deutschland anteilig zumindest so viele E-Autos verkauft worden wie derzeit.
01:11Im September waren es ganze 34,5% der Neuanmeldungen.
01:15Und auch für Österreich gibt's Zahlen.
01:17Da waren es von Jänner bis September insgesamt 26,2%.
01:21Können wir hier von einem kurzzeitigen Peak aufgrund der extremen Energiepreise sprechen?
01:26Oder ist Europa jetzt endgültig auf den Geschmack gekommen?
01:30Also ich glaube, wir gehen in die Elektromobilität.
01:33Momentan ist das natürlich verstärkt durch die hohen Ölpreise.
01:37Aber diese hohen Ölpreise, die bleiben ja.
01:40Die Treibreitstoffpreise bei den Konsumenten im Kopf, im Gedächtnis hängen.
01:45Man erinnert sich immer wieder dran, was da passiert ist und man will sich absichern.
01:51Das ist eine Geschichte.
01:52Und die Absicherung, die ist möglich mit dem Elektroauto.
01:56Das zweite Argument ist, dass die Elektroautos in den letzten zwei, drei Jahren deutlich im Preisabstand zu den Verbrennern gesunken
02:05sind.
02:06Wir schauen uns das in Deutschland an und vergleichen da immer die 25 meistverkauften Verbrenner
02:12wie den 25 meistverkauften Elektroautos.
02:15Und das sieht so aus, dass der Preisabstand zwischen dem batterieelektrischen Auto und dem Verbrenner gerade noch so 2100 Euro
02:25beträgt derzeit.
02:27Und die Tendenz ist ja, dass er weiter sinkt.
02:31Das dritte Argument, es kommen immer mehr neue Elektroautos in den Markt.
02:36Allein in Deutschland haben wir 270 unterschiedliche Modelle.
02:41Es kommt auch der VW-Konzern stärker mit kleineren Fahrzeugen wie dem Polo ID und ähnlich in den Markt,
02:48die dann die 25.000 Euro Preisgrenze dann unterschreiten.
02:54Also es geht den richtigen Weg.
02:57Die Fahrzeuge werden deutlich attraktiver für die Kunden, weil sie preisgünstiger werden.
03:03Die Auswahl wird immer größer.
03:05Bisher waren sehr stark die SUVs vertreten und die hohen Ölpreise, die bleiben im Gedächtnis vorhanden.
03:12Herr Tuttenhofer, ist das ein Kipppunkt, von dem wir hier sprechen können?
03:16Es gibt ja bei gewissen Produkten, die sich über die Zeit durchsetzen, zuerst immer so eine Phase,
03:21wo Liebhaber oder im höherpreisigen Segment gerne eingekauft wird.
03:25Und irgendwann brechen dann alle Dämme und plötzlich hat es jeder.
03:28Das Smartphone ist so ein ganz gutes Beispiel.
03:30Stehen wir vor so einem Moment bei den E-Autos?
03:32Ich glaube, ja, es geht Stück für Stück.
03:35Jetzt muss man gucken, wenn sich die Ölpreise vielleicht in vier, fünf Monaten wieder normalisieren.
03:40Aber der Trend läuft.
03:42Die Menschen haben verstanden, dass mit dem Elektroauto eine Alternative vorhanden ist,
03:48die sehr spannend ist, die interessant ist und die kostengünstiger ist
03:52und die natürlich auch für die Klimapolitik besser ist als der reine Verbrenner.
03:58Wer zieht denn Ihrer Einschätzung nach diesem Trend?
04:00Wenn wir jetzt den österreichischen Wirtschaftsminister Wolfgang Hartmannsdorfer hernehmen,
04:04der scheint eher kein großer Fan zu sein.
04:07Er spricht hier, und ich zitiere ihn jetzt, von einer Wiener Bubble.
04:10Die glaubt, jeder könne sich ein E-Auto leisten.
04:13Für alle deutschen Zuhörerinnen und Zuhörer übersetzt.
04:17Also wohlhabende Städter fahren elektrisch, am Land dominiert der Verbrenner.
04:21Stimmt das denn wirklich noch so?
04:23Nein, das ist natürlich eine falsche, irrige Vorstellung, die man da hat.
04:28Schauen Sie, die meisten Elektroautos, die verkauft werden, sind ja in der Preisklasse zwischen 30.000 und 40.000 Euro.
04:34Also das, was normal ein gut ausgestatteter Golf oder ein kleiner Passat kostet.
04:42Also Autos für jedermann.
04:44Da ist auf der einen Seite Tesla mit dabei.
04:47Tesla hat es sehr geschickt gemacht, durch neue Produktionstechnologien die Fahrzeuge in Preisgruppen zu bringen,
04:53die hochspannend sind.
04:54Und zum zweiten ist es dabei, das Skoda.
04:59Skoda ist ja mittlerweile der neue VW-Star geworden.
05:04Alles andere im VW-Konzern, egal ob es Audi ist oder ob es Porsche ist oder ob es die Marke
05:10Volkswagen ist,
05:11tut sich unendlich schwer.
05:12Skoda ist der Blicklicht.
05:14Und Skoda geht nach vorne mit vielen E-Auto-Verkäufen,
05:19die natürlich in vernünftigen Preisgrenzen sind.
05:21Also die Vorstellung oder das Argument, das können sich nur Reiche leisten, ist irrig.
05:27Wer das behauptet, lebt nicht auf dieser Welt.
05:31Was ich sehr interessant finde, Sie haben jetzt schon mehrfach von diesem Einsteiger-Segment gesprochen.
05:35Und sind Sie nicht alleine mit dieser Einschätzung?
05:37Da gibt es beispielsweise einen Bericht, Electric Car E-Auto-Report heißt der,
05:41und dessen Herausgeber sagt, dass das Einstiegssegment aktuell der dynamischste Teil des E-Auto-Marktes ist.
05:50Ich nenne nur ein Beispiel, das mir kürzlich unter die Nase gekommen ist, was ich sehr interessant finde.
05:54Renault hat beispielsweise einen E2-CV vorgestellt, auch optisch sehr interessantes Gerät.
06:00Aber Sie haben schon den ID.Polo angesprochen, den Skoda Epic, also ebenfalls ein Einstieger-Fahrzeug.
06:06Ist das quasi jetzt das neue Auto für die Massen?
06:08Ist das der neue Volkswagen?
06:10Ja, und schauen Sie, dass die Einstiegsmodelle, die kleineren Modelle erst jetzt so richtig in den Markt kommen,
06:20hat natürlich auch ein paar Gründe.
06:22Ein Hauptgrund ist die Batterie.
06:24Die Batterie war bisher in der Vergangenheit bis zu 40 Prozent für den Preis von einem Elektroauto zuständig.
06:32Also ist es ein sehr wertschaffendes Teil.
06:34Aber die Batterie hat man weiterentwickelt.
06:37Die ursprünglichen Batteriematerialien, Kobalt und ähnliches,
06:41und Nickel, die sehr teuer sind, die hat man ersetzt durch dieses Eisen-Lithium-Phosphat,
06:49was man da hat, also LFP.
06:51Dadurch werden die Batterien preisgünstiger.
06:54Die Produktionsprozesse von den Batterien werden ständig verbessert.
06:58Die Produktionsprozesse, bei den Produktionsprozessen treten noch viele Probleme auf,
07:04die dann Qualitätsprobleme bei den Batterien bringen,
07:08die man dann nochmal neu produzieren muss und die Kosten nach oben treiben.
07:13Das sind alles Dinge, die dazu führen,
07:16dass mit besseren Produktionsprozessen, mit besseren Materialien,
07:21preisgünstigeren Materialien die Batterie billiger wird
07:24und man dann natürlich viel stärker und besser in die Einstiegsmodelle einsteigen kann.
07:30Ein Gegenargument, das sehr viele immer wieder nennen und das sie befürchten,
07:34ist der Wiederverkaufswert.
07:36Bei den E-Autos würde sich technisch so viel weiterentwickeln,
07:39dass ein Fahrzeug von vor ein paar Jahren,
07:42das ich vielleicht für viel Geld gekauft habe,
07:44mehr oder weniger nach einigen Jahren nichts mehr wert ist.
07:46Und ein zweites Argument ist immer die Batterie.
07:48Da wird dann noch gerne der Vergleich mit Handys aufgestellt.
07:49Nach ein paar Jahren ist diese Batterie einfach kaputt.
07:52Können Sie dem irgendwas entgegensetzen?
07:54Also, dass die Batterien eine kurze Lebensdauer haben,
07:58diese Einschätzung ist ebenfalls völlig daneben und falsch.
08:02Das hat man in vielen Tests nachgewiesen,
08:05wie zum Beispiel den ADAC in Deutschland oder andere Verbrauchergruppen,
08:10die permanent Fahrzeuge testen.
08:12Und da hat man herausgefunden,
08:14dass die Lebensdauer von den Batterien eher bei 500.000 Kilometer liegen,
08:21statt bei 100.000 oder 200.000.
08:24Was passiert ist, dass die Leistungsfähigkeit der Batterie schwächer wird.
08:28So wie beim Handy, wenn Sie das längere Zeit haben.
08:32Dann wird die Speicherfähigkeit etwas kleiner,
08:35aber die Batterie selbst hält.
08:37Die Batterie ist stabil.
08:39Also das Argument,
08:42die Batterien sind nicht leistungsfähig,
08:45greift wirklich nicht.
08:47Das Zweite ist,
08:49was wir sehen, ist,
08:51dass natürlich die älteren Elektroautos,
08:54jetzt denke ich zum Beispiel an den Renault Zoe,
08:57der vor sechs, sieben Jahren auf den Markt gekommen ist,
08:59der hat natürlich einen schlechten Wiederverkaufswert.
09:02Das muss man ganz klar sagen.
09:04Einfach deshalb,
09:06weil die Leistungsdaten von diesem Fahrzeug damals
09:09im Vergleich zu den heutigen sehr überschaubar sind.
09:12Also Ladezeiten oder Reichweiten bei dem Fahrzeug,
09:16weil keine Batterien drin waren,
09:18weil die Batterietechnik noch nicht so weit fortgeschritten war.
09:22Das ist ein Argument.
09:23Aber heute ist man so,
09:24dass man sehr weit ist
09:26und das, was heute auf dem Markt ist,
09:28kann wirklich großen Ansprüchen genügen.
09:31Und wer dann immer noch sich unsicherer fühlt,
09:35der soll doch auf Leasing gehen.
09:37Denn bei Leasing habe ich überhaupt kein Problem
09:40mit dem Restwert.
09:42Den Restwert übernimmt die Leasinggesellschaft
09:44und ich kann für monatlich einen bestimmten Betrag
09:47mit Sicherheit und ohne große Risiko
09:50mit dem Auto fahren.
09:52Umgekehrt gibt es jetzt auch Stimmen,
09:54die durchaus sagen,
09:55wenn ich mir jetzt noch einen neuen Verbrenner kaufe,
09:57dann habe ich wahrscheinlich in einigen Jahren
09:58eher Probleme damit dienen,
10:00am Gebrauchmarkt loszuwerden.
10:02Ist da was dran?
10:03Ich glaube, ja.
10:04Schauen Sie, Paradebeispiel ist vielleicht der Diesel.
10:07Wir in Europa und in Österreich ja auch
10:09hatten eine Periode, eine Zeit,
10:12bei der war der Diesel über alles.
10:14Wir hatten Dieselanteile,
10:15die gingen bis zu 50 Prozent hoch.
10:18Der Diesel war ein gutes Aggregat,
10:21ist leistungsfähig,
10:23hat einen niedrigen Verbrauch,
10:24weil der Energieinhalt beim Kraftstoffdiesel
10:27natürlich viel höher ist als beim klassischen Benzin.
10:31Aber der Diesel hat Nebenwirkungen.
10:34Und die Nebenwirkungen sind zum Beispiel
10:38Abgaswerte, die schwierig sind
10:40im Vergleich zu dem,
10:42was heute von den Regulierungsvorschriften verlangt wird.
10:46Und diese schwierigen Abgasvorschriften
10:50oder diese extremen, stärkeren Abgasvorschriften
10:54führen natürlich dazu,
10:56dass Abgasreinigungen immer stärker
10:58und kostenintensiver werden.
11:00Und das hat der Diesel Stück für Stück
11:02aus dem Markt gedrängt,
11:03zusätzlich mit den Hybriden.
11:05Also das sind wir ja dann schon mit dem Hybriden
11:08Stück für Stück in kleinen Stufen
11:10in das Elektroauto gegangen.
11:12Und beim reinen Batterie-Elektroauto
11:15brauchen wir dann die ersten Schritte nicht mehr,
11:18aber wir haben sie schon gepackt.
11:19Also es zeigt,
11:21dass Verbrenner in der Zukunft
11:23eher für Oldtimer-Rennen
11:26vielleicht noch interessant sind.
11:28In 10 Jahren, in 15 Jahren.
11:30Aber für die Massenmotorisierung,
11:32für den Gebrauchtwagenpark,
11:33würde ich darin eher Risiken sehen.
11:36Sie haben jetzt schon den Hybrid angesprochen.
11:39Schreift man dieses Thema vielleicht auch noch,
11:40weil der hat ja auch einen gewissen Anteil
11:42bei den Neuzulassungen.
11:44Und da gibt es durchaus kritische Stimmen,
11:45die sagen, das ist ganz banal gesagt
11:47das Schlechteste aus beiden Welten.
11:49Wie sehen Sie das?
11:49Das würde ich so nicht sehen.
11:51Also man muss schauen,
11:52was Hybrid ist.
11:53Das fing ja an mit Toyota,
11:54mit dem Hybrid,
11:56der nur leicht unterstützte,
11:58aber der dazu geführt hat,
12:00dass eben halt Bremsenergie
12:01wieder genutzt werden konnte
12:04im Fahrzeug
12:05und damit der Spritverbrauch,
12:06der Treibstoffverbrauch gesenkt wurde.
12:08Dann geht es weiter mit den Hybriden,
12:11dass man diese sogenannten 48-Volt-Hybride gemacht hat.
12:15Die sind heute sehr, sehr wichtig.
12:16Da hat man mehr Speichermöglichkeit
12:19für Bremsstrom,
12:21den man zurückgewinnt
12:22und ähnliche Dinge.
12:24Und dann geht es natürlich
12:25nach den 48-Volt-Hybriden
12:28in die Plug-in-Hybride.
12:30Plug-in-Hybride zeichnen sich heute
12:33bei den deutschen Autobauern so aus,
12:36sodass sie genutzt werden,
12:38um Performance-Daten
12:39besser zu erreichen,
12:42um Beschleunigungen
12:43besser zu erreichen.
12:45Also die sind mehr
12:47performanceorientiert.
12:48Wenn ich nach China schaue,
12:51da funktioniert es so,
12:52dass man bei den Plug-in-Hybriden
12:55einfache Motore nimmt,
12:57die dann kostengünstiger sind
13:00und dann die Möglichkeit schafft,
13:02dass man lange Strecken
13:03mit dem Fahrzeug
13:05ohne nachzuladen
13:07oder zu tanken
13:08überbrücken kann.
13:09Ein Beispiel ist
13:11ein Fahrzeug,
13:12was vorgestellt worden ist
13:13von Xiaomi.
13:15Das ist ein chinesischer Autobauer.
13:17Xiaomi hat einen sogenannten
13:20Nomad-Fahrzeug vorgestellt,
13:22ein SUV vorgestellt,
13:23der angeblich
13:25bis zu 1500 Kilometer
13:29ohne nachtanken
13:32oder ohne Stromtanken
13:35funktioniert und fahren kann.
13:37Also in chinesischen Fahrzyklen,
13:39die man da gemacht hat.
13:41Also von daher,
13:42ja,
13:43es ist eine Übergangstechnologie,
13:45aber man sollte sie nicht gleich
13:46verbannen,
13:48sondern anschauen,
13:49wie man mit dieser
13:50Übergangstechnologie
13:51zur Hande kommt.
13:53Wenn wir hier
13:54von 1000 Kilometern sprechen,
13:55ich glaube,
13:55das sind diese sogenannten
13:56Range Extender,
13:57die Sie meinen, oder?
13:58Absolut,
13:59absolut.
13:59Das sind die Range Extender,
14:00also der läuft permanent mit.
14:03Nach 80 oder 100 Kilometer
14:05oder 50 Kilometer
14:06schaltet sich der Range Extender ein
14:08und tut permanent
14:10die Batterie mitladen.
14:12Ein ähnliches Konzept
14:13hatte ja BMW
14:14vor einigen Jahren schon
14:16mit dem i3,
14:18den man damals
14:18auf den Markt gebracht hat,
14:20bei dem man dann
14:21also mit dieser
14:23Range Extender-Technologie
14:25im Prinzip
14:26dann versucht hat,
14:28in die Elektromobilität
14:29zu gehen.
14:29Allerdings,
14:30sie war nicht ganz
14:31so erfolgreich.
14:32Range Extender
14:33zeichnet sich dadurch aus,
14:34dass preisgünstige
14:37Verbrennungsmotoren
14:37in den Fahrzeugen sitzen
14:38und nicht hochwertige
14:40Verbrennungsmotoren,
14:41so wie wir sie von den
14:42deutschen Autobauern
14:44zum Beispiel kennen.
14:45So ganz ist mir der Nutzen
14:47dieser Technologie
14:48aber noch nicht klar.
14:48Wenn Sie sagen,
14:49die europäischen Autohersteller
14:50verwenden Hybrid-Technologie,
14:52um quasi bessere
14:54Besteuerungsdaten
14:54und ähnliches
14:55hervorzubringen,
14:56gut,
14:56vielleicht für die paar
14:57Raser unter uns
14:58wird das schon ganz nett sein,
15:00aber ich glaube,
15:00für den normalen Verbrauch
15:01eher egal,
15:02aber auch tausende Kilometer
15:03durchgehend zu fahren,
15:04also ich weiß nicht,
15:05wie stark die Blase
15:06und die Konzentration
15:07sein muss,
15:07dass man tausend Kilometer
15:08ohne Pause
15:10überhaupt körperlich
15:11schafft.
15:12Wer braucht das?
15:13Beim Elektroauto
15:14ist es so,
15:15dass sie auf die
15:16Ladeinfrastruktur
15:17angewiesen sind
15:18und zum Beispiel
15:19in China
15:19ist sie im ländlichen Raum
15:21nicht so stark ausgeprägt
15:22wie in den
15:23Großstadtregionen,
15:24die man da hat.
15:26Ähnliches könnte auch
15:26bei uns der Fall sein,
15:28in einigen Ländern.
15:31Von daher ist es
15:31eine Möglichkeit,
15:32solche Infrastruktur,
15:36Schwachpunkte
15:36zu überbrücken
15:38mit einer Technologie,
15:39die ebenfalls
15:41preisgünstig ist.
15:42Also von daher,
15:43es hat seinen Platz.
15:45Der Platz wird
15:46immer kleiner werden.
15:48Klar,
15:48je stärker die Batterien
15:49in Reichweiten gehen,
15:51die spannend sind.
15:52Heute ist man bei
15:53600 Kilometer,
15:55500 Kilometer dabei,
15:56was gut ist.
15:57Aber den Diesel
15:58und da haben ja
16:00viele Leute davon
16:01geschwärmt,
16:02gerade in Österreich.
16:04Den Diesel,
16:04den haben sie für
16:05Reichweiten
16:06bis zu 1000 Kilometer.
16:07Also Plug-in,
16:09Hybride,
16:11Reinschickshänder
16:12und der Diesel,
16:13die liegen gar nicht
16:14so weit auseinander.
16:16Während also
16:16sich der Markt,
16:17wie wir jetzt gerade
16:18gelernt haben,
16:18weiterentwickelt
16:19und die Kunden
16:20offensichtlich auch
16:21E-Autos kaufen wollen,
16:23scheint ein Teil
16:24zumindest der Politik
16:25in Brüssel
16:26aber andere Ideen
16:27zu haben.
16:28Ende November
16:28soll das Parlament
16:29dort erneut
16:30darüber abstimmen,
16:30wie man denn
16:31das Verbrenner
16:32auslockern wird.
16:33Dieses Aus mit
16:34dem Jahr 2035,
16:36was ja ursprünglich
16:37geplant war,
16:37ist das sinnvoll,
16:39irrelevant,
16:40schädlich?
16:41Was sagen Sie dazu?
16:42Also es ist irgendwo
16:43verrückt,
16:43wenn man es so
16:44bezeichnen will.
16:46Es soll ja so sein,
16:47dass jetzt
16:47zum Pariser Autosalon
16:49Macron,
16:50der französische
16:51Präsident,
16:52der deutsche
16:52Kanzler Merz
16:54und andere
16:55sich treffen
16:57mit der EU-Präsidentin,
17:00um dann auch
17:01nochmal über
17:01dieses Thema
17:02zu sprechen.
17:03Viele Politiker
17:04darf bei uns
17:05meinen,
17:06sie können
17:07die Automobilindustrie
17:08in Europa retten,
17:10wenn sie den
17:11Verbrennungsmotor
17:12in die Zukunft
17:13heben.
17:14Diese Vorstellung
17:16ist nach meiner
17:17Einschätzung
17:17schräg oder falsch.
17:19Wir müssen uns
17:20darauf einstellen,
17:21dass der
17:21Verbrennungsmotor
17:22immer weniger
17:23Möglichkeiten hat
17:25und jetzt nicht
17:25eine Zukunft
17:26aufbauen,
17:27die wenig
17:28tragfähig ist.
17:29Das Kuriose
17:30daran ist,
17:31dass wir unsere
17:32Einstellungen
17:33bei den Politikern
17:34immer wieder
17:36wechseln
17:36nach einigen
17:37Jahren.
17:38Zuerst gab es
17:39eine Periode,
17:40ja,
17:40wir wollen
17:41voll elektrisch
17:42fahren,
17:43ja,
17:43wir wollen
17:44Green Deal
17:45machen
17:45von der EU-Kommission
17:47und heute ist man
17:48so weit,
17:49dass man sagt,
17:49Green Deal,
17:50brauchen wir das
17:51wirklich?
17:53Trump in Amerika
17:54macht Black Deal,
17:55lass uns in Richtung
17:57von Trump
17:57diese Sachen
17:58weiterentwickeln.
17:59was völlig
18:00Falsches,
18:01denn wie der
18:03Klimawandel
18:03wirbt,
18:04das sieht man
18:05in Österreich,
18:05das sieht man
18:06in Deutschland,
18:06das sieht man
18:07weltweit.
18:08Also wir müssen
18:08was dagegen tun
18:09und von daher
18:10ist die
18:11jetzige
18:12Unfallpolitik
18:13jetzt in diesen
18:14Black Deal
18:14reinzugehen
18:15und alles wieder
18:16so zu machen,
18:17wie es früher war,
18:18nach meiner
18:18Einschätzung
18:19falsch,
18:19das fällt uns
18:20auf die Füße
18:21und das
18:22Hauptergebnis
18:23wird sein,
18:23dass unsere
18:24Industrie
18:25Zeit
18:26verliert,
18:27wichtige Zeit,
18:28und im
18:29Rennen
18:29gegen
18:29die
18:30Chinesen,
18:31die sehr
18:31weit
18:32entwickelte
18:32Technologien
18:33haben,
18:33zurückfallen
18:34werden.
18:34Wir werden
18:35bequemer,
18:36denn wir haben
18:36den Verbrennungsmotor
18:37und der hält
18:38ja ewig und die
18:39Politik gibt uns
18:40alle Rahmenrichtlinien,
18:41um dann bei
18:43Emissionsregulierungen
18:44und Vorschriften
18:45so verfahren zu können,
18:47dass wir ohne
18:48Sorgen in der
18:49Zukunft oder in die
18:50Zukunft mit
18:51unserer alten
18:52Technologie gehen
18:53können.
18:54Heute wird ja auch
18:55niemand mehr
18:56bei der
18:57ÖBW
18:58oder bei der
18:59Deutschen Bahn
18:59auf die Idee
19:00kommen,
19:02Dampflokmaschinen
19:02wieder einzusetzen.
19:04So ähnlich
19:04kann man das
19:05vergleichen.
19:07Na gut,
19:07wenn man
19:08beim Beispiel
19:09Wien bleibt,
19:10hier fahren noch
19:11Viaker rum,
19:12also von Pferden
19:13gezogene Kutschen,
19:14aber das ist eher
19:14was für Touristen
19:15und vielleicht jetzt
19:15auch nicht unbedingt
19:16repräsentativ für den
19:17ganzen Kontinent,
19:18aber egal.
19:18Aber Herr Dudenhöfer,
19:19macht man sich das
19:20nicht auch ein bisschen
19:20einfach, wenn man sagt,
19:21na gut, die Politik
19:22ist schuld, denn die
19:23Industrie ist ja
19:24durchaus auch dahinter,
19:25dass dieses Verbrenner
19:26ausgekippt wird.
19:28Der Spiegel
19:28beispielsweise berichtet,
19:30dass Lobbyisten der
19:31Autobranche in Brüssel
19:32offensichtlich inzwischen
19:33ganz offen die Nähe
19:35zu extrem rechten
19:36Fraktionen im EU-Parlament
19:37suchen und hier
19:39quasi lobbyieren
19:41wollen.
19:41Das bedeutet ja nichts
19:42anderes als, dass
19:44auf der einen Seite
19:45die Politik vielleicht
19:46umkippt, aber auf der
19:47anderen Seite die
19:48Industrie auch quasi
19:49diesen Schubs gibt.
19:50Bei der Industrie ist
19:51es nachvollziehbar, dass
19:53man versucht, das, was
19:54man heute als
19:55Basistechnologie hat, in
19:57die Zukunft zu führen
19:58und damit Lobbyismus zu
19:59betreiben.
20:01An den Politikern müssen
20:02wir uns überlegen, wie
20:05wir in die Zukunft gehen
20:06mit unseren Demokratien.
20:08Schauen Sie, die
20:10Politiker, die in Brüssel,
20:12in Wien oder in Berlin
20:14aktiv sind, in den
20:18Regierungsverantwortungen
20:19sind, die haben wir
20:21gewählt.
20:22Also wir sind diejenigen,
20:23die sagen, wir wollen eine
20:26Zukunft, bei der das
20:29Elektroauto eine große Rolle
20:31spielt und wir wollen gegen
20:32Klimaschutz oder für
20:34Klimaschutz kämpfen oder wir
20:37haben kein Interesse daran, zu
20:38kämpfen und verbrauchen
20:40lieber unser Geld dadurch, dass
20:42wir mehr Konsum haben und
20:43Ähnliches.
20:44Das sind Entscheidungen in
20:45demokratischen Strukturen, die
20:49immer wieder sich ändern, immer
20:51wieder neue Mehrheiten suchen.
20:53Man wird schnell mit
20:54irgendwelchen Wahlgeschenken
20:56beglückt und fällt dann oft
20:58auf Dinge rein.
21:00Das ist ein Teil, nach meiner
21:02Einschätzung, ein Problemteil
21:04unserer demokratischen Systeme, die
21:07wir haben.
21:08Ja, das ist hervorragend, dass wir
21:11demokratische Systeme haben, aber
21:14Grundsatzentscheidungen, die darf
21:15man nicht alle vier Jahre neu
21:17überdenken und wenn man
21:19Grundsatzentscheidungen zum
21:20Beispiel in Brüssel in der EU
21:21nimmt, wenn sie mit 27 Partnern
21:24an einem Tisch sitzen, da kommt
21:26nicht eine langfristige Strategie
21:28raus, sondern da kommt was raus,
21:30was man alle paar Jahre wieder
21:31nach Gustau für den Einzelnen
21:33ändern, damit er zustimmend
21:35wird.
21:36Und das unterscheidet uns sehr
21:39stark von dem, was in China
21:40passiert.
21:41In China hat man ein Land, was
21:46ein Entwicklungsland war, vor 40, 50
21:49Jahren, in eine Technologienation
21:52verwandelt.
21:54Und wie hat man das gemacht?
21:55Indem man langfristig plant.
21:58Da gibt es eine Zahl, die nennt sich
22:0186-3.
22:0286 war im Jahr 1986, im dritten
22:06Monat, das ist der März, da tagt immer
22:09in China der Nationalenkongress, der
22:12Volkskongress und der verabschiedet
22:14dann seine fünf Jahrespläne.
22:16Und damals hat Deng Xiaoping, der war
22:18damals Präsident, hieß er nicht, der
22:20war damals Führer, 15
22:24Technologiefelder und
22:26Wissenschaftsfelder identifizieren
22:28lassen, in die China seit dieser
22:31Zeit systematisch investiert.
22:35Deshalb sind die besten Universitäten im
22:39Technologiebereich, nicht in Stanford,
22:42nicht in den USA, nicht in Europa, die
22:46sitzen in China.
22:47Das kann man an Rankings sehen, die zum
22:50Beispiel das Magazin Nature,
22:52naturwissenschaftliches Magazin, aufstellen.
22:54Also der Weg muss sein, mit
22:57langem Atem mit einer Strategie in die
23:00Zukunft zu gehen und nicht alle drei, vier
23:03Jahre wieder alles umzusetzen oder
23:06umzuwerfen und dann wieder zurückgehen
23:07und wieder zwei Schritte nach vorne.
23:09Deshalb verliert Europa sehr viel in
23:12seiner Geschwindigkeit.
23:15Ich möchte nur an dieser Stelle dazu
23:16sagen, ich bin persönlich sehr froh, dass
23:18ich in Europa lebe und ob jetzt die
23:20Autoindustrie nicht so gut funktioniert
23:21oder schon. So eine Demokratie hat auch
23:23schon was, weil ich weiß auch von Ihnen,
23:25Herr Dudenhöfer, dass Sie teilweise
23:26harte Kritik üben an Brüssel und das
23:29könnten Sie in anderen Ländern, wo
23:30dieses System einer Demokratie nicht
23:32vorherrscht, nicht so einfach.
23:34Also ich möchte das nur auch an dieser
23:35Stelle festhalten.
23:37Aber es gibt ja auch Beispiele.
23:37Es geht ja nicht darum, die Demokratie als
23:39Granzes in Frage zu stellen, sondern es
23:44geht darum, dass man bestimmte
23:47langfristige Entscheidungen eben so
23:50prägt, dass sie nicht permanent umgeworfen
23:52werden. Ich sage Ihnen ein Beispiel aus
23:54der Schweiz. Schweiz ist ein Land, bei dem
23:57jeder an Demokratie sofort denkt. In der
24:01Schweiz gibt es eine Astra, das ist eine
24:03Straßenbehörde. Alle Einnahmen von
24:09Verkehrssteuern, Straßensteuern,
24:12Treibstoffsteuern kommen zu dieser Astra.
24:15Diese Astra ist eine unabhängige Behörde.
24:17Der Haushalt der Astra ist in keinem
24:23politischen Budgetplan irgendwo vorhanden.
24:26Also die können langfristig ihre
24:28Infrastruktur aufbauen. Deshalb kann man
24:30in der Schweiz durch Tunnels fahren und in
24:33Deutschland brechen die Brücken zusammen,
24:35weil man eine langfristige Strategie hat.
24:38Also wir können beides verbinden. Wir müssen
24:40nur schauen, dass wir aus diesen zyklischen
24:44Bewegungen, die wir haben. Zwei Schritte vor, drei
24:46Schritte zurück nicht weitermachen. Schauen Sie
24:50diese Geschichte mit Green Deal und jetzt
24:53Black Deal. Was soll denn daraus werden? In
24:56zwei Jahren machen wir wieder Green Deal. Wir
24:58verlieren. Wir verlieren Zeit. Wir verlieren
25:01Technologien. Ich glaube, das ist ein großes
25:03Problem, was wir haben. Das betrifft nicht die
25:06Automobilindustrie, sondern das betrifft uns,
25:08dass wir uns Gedanken machen sollten, wie wir mit
25:12unseren Systemen in die Zukunft gehen, wie wir
25:14langfristige Strategien absichern können.
25:17Aber so ganz klar ist mir das trotzdem nicht,
25:20Herr Dudenhöfer und ich. Vielleicht bin ich auch
25:21einfach anderer Meinung. Es mag sein, aber wenn
25:23wir jetzt die Industrie hernehmen, also geh mit
25:26der Zeit oder geh mit der Zeit. Das ist auch
25:28dieses alte Sprichwort. Und wenn man von Seiten
25:30der Industrie sieht auf der ganzen Welt, wird
25:32Elektro immer wichtiger und ich produziere trotzdem
25:34weiterhin meinen Verbrenner, dann ist es doch
25:36relativ egal, was Brüssel macht. Ich kann sie ja
25:38trotzdem durchziehen. Also man kann jetzt von
25:40Elon Musk halten, was man will, aber dass die
25:42US-Regierung sonderlich elektroautofreundlich
25:44ist, würde niemand behaupten und trotzdem
25:46produziert und verkauft er mit Tesla wahnsinnig
25:49viele E-Autos.
25:50Ja, also die Industrie richtet sich immer nach
25:54dem, was der Kunde will. Also müssen wir den
25:58Kunden überzeugen, dass bestimmte Dinge besser
26:01oder weniger gut sind. Ein Argument, den Kunden
26:04zu überzeugen, sind zum Beispiel die
26:06Spritpreise, die wir derzeit, ne, der fährt ja
26:08jeden Tag an der Tankstelle vorbei und sieht
26:10diese 2,50 Euro oder 2,30 Euro für den
26:13Liter Diesel jeweils. Also das bleibt im
26:17Gedächtnis hängen. Das wurde, der Kunde guckt
26:23natürlich auch auf den Preis, den er ausgibt für
26:26ein Fahrzeug. Und da sehen wir, dass diese Preise
26:28sich sehr stark angeglichen haben. Zum dritten
26:31sehen wir, dass das Elektroauto mit Innovationen
26:34nach vorne gekommen ist. Das bleiben wir bei Tesla. Tesla
26:38hat ja dieses sogenannte Gigacasting gemacht. Also
26:42große Strukturteile des Autos werden in einem
26:45Arbeitsgang im Prinzip gegossen, mit flüssigem
26:49Aluminium gegossen, um dann weniger Roboter haben zu
26:56müssen, die dann Schweißteile zusammenbringen. Die großen
26:59Pressen, die man hat. Die Chinesen, die haben das
27:02übernommen, die machen das auch. Die Europäer sind das so
27:05ein bisschen zurückhaltend. Schauen Sie sich das an. Das
27:08sind Pressen, die mit 9.000 und über 9.000 Tonnen
27:13Druckgewicht oder Pressgewicht Fahrzeugteile wie das
27:17Frontend und das Rehend in einem Arbeitsgang machen. Und da
27:20können sie die Kosten natürlich deutlich reduzieren. Das ist
27:23nur ein Beispiel von vielen Beispielen, die mit Elon Musk
27:27gekommen sind. Also die Autobauer, die richten sich
27:31danach, was der Kunde will. Und wir müssen in ihren
27:34Technologien schauen, dass die Technologien zu dem passen, was
27:38der Kunde will. Und das hat Tesla sehr gut kapiert.
27:42Übrigens auch dadurch, dass man diese Variantenvielfalt.
27:46Schauen Sie mal bei BMW zum Beispiel in den Katalog, was man
27:52da für Fahrzeuge oder in den Konfigurator für Fahrzeuge
27:55konfigurieren kann. Eine riesige Menge. Jede zusätzliche Variante
28:01bringt Ihnen zusätzliche Kosten in der Produktion und im Vertrieb.
28:05Tesla hat zwei Modelle mit ein paar Farbkombinationen, mit
28:10Standardausstattungen, sodass man besser und schneller in klassischen
28:15Produktionsprozessen arbeiten kann. Das gehört natürlich auch mit
28:18dazu. Und da sehen wir, dass die Chinesen bei diesen Dingen sehr viel
28:22schneller, lernfähiger sind als klassische europäische Autobauer.
28:27Das ist eigentlich nichts anderes als das alte iPhone-Modell, oder?
28:30Anstatt 50 verschiedene Geräte gibt es einfach ein schwarzes und ein
28:33weißes. Heute schon ein bisschen anders, aber ursprünglich hat man so
28:35angefangen.
28:36Ja, ja. Es ist das iPhone-Modell, dass man das macht. Man ist von Nokia
28:41gekommen mit 100.000 Möglichkeiten und Tasten und Kombinationen. Und dann hat
28:48man gesehen, dass das die zweitbeste Lösung ist und diese Touchpoint-Technologie
28:55die überlegene Lösung ist. Und so sieht es im Automobilbereich ja auch aus. Man muss
29:00schauen, dass man diese Dinge aufnimmt und nicht not invented here, also geht uns
29:07nichts an, dann eher in die Zukunft schiebt. Und damit kann man Kunden verlieren. Denn
29:14Kunden achten auf Preise, Kunden auf Qualität und Kunden achten darauf, auf Wiederverkaufswert
29:20von Fahrzeugen.
29:22Ja, unterschiedlich auch auf Bequemlichkeit, oder? Also wenn ich mich jetzt als Eigenbeispiel
29:26hernehme, ich verwende ein Auto dafür, um von A nach B zu kommen und das möglichst
29:30bequem und möglichst kostensparend. Ich hätte auch gar keine Lust, mir auf irgendeiner
29:34Website 100.000 Konfigurationen anzuschauen. Ich will einfach, ich will meine Farbe aussuchen
29:38und that's it.
29:40Absolut richtig. Aber wir haben uns in so eine Marketingstrategie hineinentwickelt. Schauen
29:48Sie mal Porsche an. Der neue Weg von Porsche soll jetzt sein, dass man noch mehr Individualität
29:54macht, also dass es Leder nochmal einen Tick eleganter machen und dann 5.000 Euro mehr
30:01dafür verlangen können oder ähnliches. Wir gehen in eine Richtung, wo wir glauben, je
30:08individualisierter, umso besser ist es für den Kunden und gehen davon aus, dass der Kunde
30:13jeden Preis bezahlt. Das ist völlig falsch. Das neue Kundendenken sieht so aus, dass man sagt,
30:19wir wollen Produkte, die hohe Qualität haben, die gut und leistungsfähig sind, aber 25.000
30:26unterschiedliche Farben, die brauche ich wirklich nicht.
30:30Herr Thuttenhofer, wenn wir über dieses Kundeninteresse sprechen, ich glaube, da müssen wir ganz
30:34kurz auch noch über ein Land sprechen, nämlich über Norwegen. Das sind so gut wie alle Neuzulassungen
30:39inzwischen elektrisch. Also da scheint dieser Umstieg funktioniert zu haben. Ich habe da eine
30:43sehr interessante Zahl. Im August gab es insgesamt 177, also wirklich nur 177 ohne 1.000 Neuwegen
30:51ohne E-Antrieb. Also ein verschwindend geringer Anteil. Wie haben die Norweger das geschafft?
30:56Bei den Norwegern ist es so, dass man dann die Fahrzeugsteuer und die Mehrwertsteuer auf die
31:04Elektroautos im Prinzip null gesetzt hat und die klassischen Verbrenner, die haben eine hohe
31:09Steuer drauf. Und von daher ging durch diesen Preisimpuls für die Kunden der Weg relativ schnell.
31:16Also man ist dann direkt ins Elektroauto gestiegen. Also es zeigt wieder, die Kunden reagieren auf
31:24Preise. Und wenn Preise vernünftig sind, dann reagieren die Kunden so, dass sie genau die Produkte
31:30kaufen, von denen wir glauben, dass sie zukunftsfähig sind. Das ist der Teil von Norwegen. Was Sie gerade
31:36gesagt haben, 99 Prozent aller Neuwagen waren im August voll elektrisch. Wenn wir jetzt nach
31:43Dänemark gehen, da waren es 86 Prozent. Also Dänemark hätte auch niemand gedacht. Wenn wir nach Belgien und
31:51andere Länder gehen und Niederlande gehen, waren es bis zu 50 Prozent. Also wir gehen in die Richtung
31:58Elektromobilität. Die Preise der Fahrzeuge sind wichtig und die Unterhaltskosten, wie zum Beispiel die
32:04Treibstoffkosten, die prägen das Rennen in das Elektroauto.
32:08Das heißt, wir sind wieder am Anfang dieses Gesprächs angekommen. Oder die kleinen Fahrzeuge, die günstig
32:13sind, sind die Zukunft. Finde ich auch interessant, weil die großen, riesen SUVs, die ja durchaus einiges
32:18gekostet haben, die scheinen irgendwie eher mehr out zu sein, oder? Also auch das Interesse des Kunden
32:23scheint sich geändert zu haben.
32:24Es gibt mehrere Kundengruppen und sie haben immer Kundengruppen, die große SUVs wollen. SUVs insgesamt
32:33vor 30, 40 Jahren haben wir uns in Europa amüsiert darüber, welche verrückten Autos die
32:39Amerikaner fahren. Diese SUVs sind ja von Amerika zu uns rübergekommen. Das braucht kein Mensch. Und dann
32:46haben wir festgestellt, dass diese höhere Sitzposition unserer Bevölkerung wird ja nicht gerade jünger, sondern das
32:54umgekehrt ist der Fall, dass diese höhere Sitzposition und die größere Übersicht über die Straße für die
32:59Menschen spannend ist. Man will nicht unbedingt wie im Porsche 911 direkt auf dem Asphalt sitzen, sondern man
33:09freut sich, wenn man höher sitzt. Man kann leichter einsteigen. Das ist ergonomisch besser. Das ist der Trend
33:16dieser SUVs. Und diese SUVs, die gibt es dann in riesen Kawellsformen, meinetwegen bei BMW mit dem X7 und wie
33:24die
33:24alle heißen. Aber es gibt sie natürlich auch in kleineren Versionen, meinetwegen bei VW mit dem Tiguan oder T-Roc
33:34und
33:34ähnlichen. Also diese höher aufgebauten Versionen, die sind schon ganz interessant. Und die werden jetzt zusätzlich ergänzt
33:44dadurch, dass man die klassischen Limousinen und die Hatchback-Formen ebenfalls viel stärker ins
33:50Elektroauto mit reinbrennt.
33:52Herr Dudenhöfer, beobachten wir hier, und ich glaube auf das läuft es hinaus, derzeit den Tod des Verbrenners, zumindest auf
33:59Raten?
34:00Also wir gehen in eine Richtung, wo die Verbrenner immer weniger werden. In China funktioniert es schneller. In Amerika weiß
34:08niemand, wie die
34:09Zukunft von Amerika aussieht. Es ist ein sehr instabiles Land geworden, wo viele in Amerika auf Distanz gehen. Aber es
34:19ist ein großer Markt. In Amerika wird der Verbrenner ein sehr langes Leben haben. Für die amerikanische Industrie ist es
34:26einfach und Donald Trump und die Republikaner verkaufen Öl und nutzen Öl.
34:31Egal wie die Komplikationen und die Auswirkungen auf Klima sind. Das interessiert in Amerika bei scheinbar der
34:40reprennischen Partei wirklich niemand. Es ist Haare sträubend, was da passiert. In Europa, wir sind in so einer Zwischenposition. Und
34:50in Europa kann man ganz klar sehen, dass die
34:52nordischen Länder sehr stark in die Elektromobilität gehen und die Südländer Stück für Stück nachziehen. Also 2030, 2035, 2035 ist
35:04ja dieses Thema Technologieoffenheit und Verbrennerverbot, was man jetzt aushebeln will, dass man im Jahr 2035 nur noch Fahrzeuge in
35:14Europa in den Markt bringen darf,
35:16die null CO2-Emissionen haben. Also kein Verbrennerverbot, sondern eine Forderung null CO2. Das wird möglicherweise jetzt aufgeweicht, aber die
35:27Richtung geht nach meiner Einschätzung weiter.
35:30Und was auch noch wichtig ist, ist für die europäische Autoindustrie, Stichwort VW. Wir haben es jetzt noch gar nicht
35:36so genau angesprochen, aber die haben beispielsweise jetzt wieder sehr schlechte Zahlen veröffentlicht,
35:40trotz dieses E-Auto-Booms. Wird es Ihrer Einschätzung nach die europäische Autoindustrie schaffen, quasi sich gegen China durchzusetzen? Oder
35:47fahren in einigen Jahren auf Europas Straßen nur noch BYDs und wie sie alle heißen?
35:52Also was man jetzt macht, ist, dass man der europäischen Industrie Zeit zur Anpassung gibt. Die EU-Kommission hat sich
36:02ja geeinigt mit dem Industrieministerium in China,
36:07dass jetzt die Hybride begrenzt werden in ihrer Höhe von den Exporten nach Europa. Aber gleichzeitig werden natürlich die Chinesen
36:17auch Autofabriken, BYD und andere Autofabriken,
36:19Autofabriken in Europa bauen, um die Fahrzeuge dann in Europa zu bauen. Was wir machen müssen, die richtige Strategie kennt
36:31vermutlich noch nie, noch niemand. Aber es ist eine sehr schwierige Entscheidung.
36:36In China verlieren wir massenweise Verkäufe. Warum? Erstens von der Technologie von den Fahrzeugen und zweitens von der Preisstruktur von
36:45den Fahrzeugen.
36:46Unsere Fahrzeuge sind für die Chinesen zu teuer geworden, für das, was sie bieten, deutlich zu teuer.
36:52Ich gebe Ihnen ein Beispiel. In Deutschland kostet der neue BMW iX3 65.000 Euro.
36:58Damit man in China wieder den Fuß in den Markt kriegt, bietet man den jetzt an, umgerechnet für 35.000
37:06Euro.
37:07Also wie da noch Geld verdient werden soll, das weiß höchstens der liebe Gott.
37:12Also man geht in Konfrontation, ohne die Technik zu verändern.
37:19Das Gegenbeispiel oder ein anderes Beispiel ist VW.
37:22VW hat eine Strategie, nennt sich In China für China.
37:26Dort versucht man die Fahrzeuge nicht in Deutschland zu entwickeln, nach deutschem Gusto von den Ingenieuren, sondern in China zu
37:35entwickeln.
37:36Mit längeren Arbeitszeiten, mit anderen Technologien und mit der Zusammenarbeit mit Chinesen.
37:45Xpeng oder Chao Pong, wie die Chinesen dazu sagen, ist ein Autobauer, mit dem arbeitet man sehr eng zusammen, um
37:51dann diesen Kostenunterschied, den man hat, wieder einfangen zu können.
37:56Übrigens auch ganz interessant, die Europäer haben das bisher nicht geschafft.
38:02Aber Tesla hat es sehr gut geschafft.
38:05Tesla ist in China ein sehr erfolgreiches Fahrzeug, trotz dieser starken Konkurrenz von den Chinesen.
38:13Und warum? Weil Tesla in Technologien geht, die eben bessere Kostenstrukturen durch die Produktionstechnik erlauben.
38:24Ein Thema ist dieses Gigacasting, das andere ist, dass man frühzeitig in die Batterie gegangen ist.
38:29Das dritte ist, dass man Konzentration hat und keine tausenden unterschiedlichen Modelle im Markt hat,
38:34sondern zwei Modelle mit überschaubaren Features, die man dann auswählen kann.
38:41Das sind Dinge, ich glaube, das ist ein großer Nachdenkprozess, den man in der deutschen oder in der europäischen Automobilindustrie
38:48machen muss,
38:49um die richtige Strategie für die Zukunft zu finden.
38:53Die richtige Strategie für die Zukunft heißt, man ist wieder in China erfolgreich.
38:58Wenn man das nicht schafft, wird man nach Europa verlieren und irgendwann USA.
39:02Also die große Herausforderung ist, in China wieder erfolgreich zu werden.
39:08Zum Abschluss eine kleine Detailfrage am Rande.
39:11Was hat China für ein Interesse, dass europäische Autohersteller bei Ihnen jetzt Autos produzieren?
39:16China ist ja so strukturiert.
39:17Das kam jetzt auch bei diesen Diskussionen zu dieser Obergrenze für Hybridfahrzeuge zum Tage,
39:26dass Xi Jinping, der chinesische Präsident, Ministerpräsident, sagt, wir sind nicht die Russen.
39:34Wir wollen nicht weltweit Länder zerstören, Menschen töten, aggressiv gegen,
39:41und zerstören gegen Länder vorgehen, sondern wir haben eine Strategie, dass wir mit anderen Ländern zusammenarbeiten wollen.
39:49Wir wollen Win-Win, dass wir gewinnen, aber dass auch die anderen gewinnen.
39:54Und ein klassisches Win-Win-Instrument ist der internationale Handel.
39:58Der internationale Handel, wo wir exportieren, aber auch importieren.
40:04Wir müssen nur gucken, dass wir dieses Gleichgewicht schaffen.
40:07Damit verbessert sich China und damit verbessern sie uns.
40:12Deshalb hat China ein Interesse, mit unseren Unternehmen weiter in die Zukunft zu gehen.
40:17Übrigens, die Chinesen sind völlig undognoatischer, als man so gemeinhin denkt.
40:25In China gibt es viele Formen von Unternehmenstypen.
40:28Also, ich nenne ihnen Xiaomi oder Nio oder andere.
40:31Die haben ihren Firmen setzt auf den Cayman Islands.
40:37Muss man sich mal vorstellen.
40:38Also, man ist sehr flexibel in dem, was man machen kann.
40:41Man hat natürlich die Produktion und das Unternehmen ganz in China sitzen.
40:47Aber die Registrierung für das Unternehmen liegt auf Steuergründen und anderen Gründen,
40:55damit man viel Geld ansammeln kann aus Gewinnen, die man wieder ins Unternehmen rein investiert,
41:01in den Cayman Islands.
41:03Also, man ist sehr daran interessiert, Wachstum zu produzieren.
41:07China war vor 50 Jahren ein Entwicklungsland, so wie der Kongo oder so wie Indien.
41:13China ist heute weiter als wir und als die USA.
41:17Einfach dadurch, dass man Stück für Stück langfristig plant
41:20und Wohlstand für alle versucht zu erzeugen.
41:25Der Automobil-Experte Ferdinand Dudenhöfer war das.
41:28Vielen Dank für Ihre Zeit und für Ihre Einschätzungen heute und beste Grüße nach Deutschland.
41:32Gerne. Danke. Tschüss. Schönen Tag.
41:34Und wenn euch Thema des Tages gefallen hat,
41:36dann könnt ihr uns am besten weiterhin über ein Standard-Abo unterstützen.
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41:54Ich bin Daniel Retschezecker.
41:55Vielen Dank fürs Dabeisein und bis zum nächsten Mal.