- vor 2 Tagen
Kategorie
🎈
SpaßTranskript
00:15So, danke.
00:17Ja, hallo, Frau Hofer. Gut, schauen Sie aus.
00:21Danke. Ja, Herr Schretzmeier, wir haben uns schon länger nicht mehr gesehen. Wie geht es Ihnen denn so?
00:25Mei, viel Arbeit heute, gell? So wie immer heute, ne? Die sind aber nicht zufällig für die Frau Waldhof, oder?
00:30Äh, nein, nein, die sind für die Frau Tumblinger, das ist ein Mitglied von der Musikakademie, die wird heute 85.
00:36Aber sagen Sie, warum fragen Sie jetzt nach der Frau Waldhof?
00:40Die Frau Waldhof von der Maßschneiderei Waldhof, ne? Die feiert heute ein kleines Geschäftsjubiläum, zu dem sie ein paar handverlesene
00:47Gäste eingeladen hat.
00:48Aha, und da sind Sie mit dabei?
00:50Na, freilich, ich lass doch auch bei der Frau Waldhof schneiden, ne?
00:53Ach, jetzt muss ich sagen, steht Ihnen wirklich ganz ausgezeichnet.
00:56Ja, das hat auch eine Kleinigkeit gekostet.
01:00Ja, und jetzt wollten Sie für die Frau Waldhof ein paar Blumen kaufen.
01:03Champagner-Empfang, ich bitte Sie.
01:05Ich meine, da kann man doch nicht mit leeren Händen aufkreuzen.
01:08Mache ich mein Handy, Herr Kommerz?
01:10Natürlich, obwohl ich ja gerade, äh, ja, Frau Staudi, grüßender Gott.
01:15Was haben Sie denn da Schönes gekauft?
01:17Rosen in Apricot-Orange gibt's auch noch in anderen Farben, aber die ist ganz was Besonderes.
01:22Graziella, das ist eine vielfach prämierte Neuzüchtung.
01:25Moment, Herr Achtziger, ja, ich bin schon dran, grüße Sie.
01:29Sind Sie schon bei der Frau Tumblinger?
01:31Nein, die Frau Tumblinger hat uns gerade einen Korb gegeben, die ist nämlich gar nicht in Rosenheim,
01:35sondern in ihrem Ferienhaus auf Mallorca.
01:38Was, auf Mallorca?
01:39Aber, das heißt, wir können ihr gar nicht zum Geburtstag gratulieren?
01:43Ja, da müssen wir das halt, grüß Gott, per Gelegenheit nachholen.
01:46Aber ich muss jetzt Schluss machen, ich wollte nur, dass Sie Bescheid wissen.
01:49Wiederhören.
01:49Aber ich hab doch schon, ja, wiederhören, na super, jetzt hab ich die Blumen gekauft
01:53und die Tumblinger ist gar nicht im Lande, glaubst du das?
01:55Also, wenn Sie den Strauß nicht mehr brauchen, Frau Hofer, ich tät den mit Handkuss nehmen.
02:02Wissen Sie was, Herr Schritzmeier, ich würd Ihnen den Strauß auch ohne Handkuss geben.
02:06Na, das ist doch ganz wunderbar, da haben wir das Problem doch schon gelöst, gell?
02:10So, jetzt muss ich aber wirklich, gell?
02:12Und was das Finanzielle angeht, das können wir ja auch ein anderes Mal regeln.
02:16Wir widerschein, Frau Hofer.
02:19Ja, widerschein.
02:22Ja.
02:23Morgen, Frau Stocke.
02:24Herr Achtziger, ich dachte, Sie wollten sich mit der Frau Hofer treffen.
02:27Ja, ja, aber der Termin fällt aus.
02:28Die Frau Tumblinger hat sich kurzfristig entschlossen,
02:31ihren 85. Geburtstag auf Mallorca zu feiern.
02:34Mallorca, auch nicht schlecht.
02:35So ist es, und ihr war ein bisschen Zeit geworden.
02:39Kippo Rosner im Apparat Stockel, grüß Gott.
02:42Ja.
02:43Äh, Frau Kaiser, wo haben Sie den Herrn Hillinger gefunden?
02:46Ja.
02:47Gut, bleiben Sie ganz ruhig, fassen Sie nichts an, wir kommen.
02:52Michi.
02:58Frau Waldhof, da schauen Sie diese an für Sie.
03:03Ah, danke.
03:05Ich bin ein bisschen früh, gell?
03:08Ah, woher denn?
03:09Ich meine, ich finde es einfach ganz reizend, wenn Sie ihn anfangern machen.
03:13Ja, ich schätze mal.
03:14Na, also, die sind wirklich schön.
03:17Ja, das ist ja auch was ganz Spezielles.
03:21Graziella-Rosen, eine viel prämierte Neuzüchtung.
03:25Die hätte es auch noch in anderen Farben gegeben.
03:27Aber ich habe mir gedacht, in Apricot Orange, da sind Sie doch am schönsten.
03:33Ja, ja, ja, kommen wir doch gleich an, Connoisseur, Herr Schretzmeier.
03:37Ja, Frau Schnell, wo ist es?
03:39Frau Schnell, bitte sein zu nehmen, füllen Sie sich doch sofort auf diese schönen Rosen
03:44vom Herrn Schretzmeier.
03:46Hallo, Herr Schretzmeier.
03:47Grüße Sie doch gut, Frau Schnell.
03:49Frau Waldhof, sagen Sie, der Herr Hillinger, der kommt aber doch schon auch noch.
03:54Sicher, da hat er fest zugesagt.
03:56Warum?
03:57Entschuldigung, ich habe ein Telefon.
04:02Ah.
04:06Waldhof?
04:08Ja, Frau Kaiser, was kann ich für Sie tun?
04:13Oh Gott, das ist ja furchtbar.
04:16Ja, ja, danke für den Anruf.
04:21Wiederhören.
04:24Ist was passiert, Frau Waldhof?
04:28Die Assistentin vom Herrn Hillinger war es.
04:32Sie sagt, sie hat heute früher den Herrn Hillinger in seiner Villa tot aufgefunden.
04:42Sie brauchen jetzt sofort ein Glas Champagner auf den Schrecken hin.
04:46Sie auch?
04:47Nein, danke, hat sie, hat sie denn sonst noch irgendwas gesagt, die Frau Kaiser?
04:56Herr Hillinger war heute Morgen zu einem Geschäftsjubiläum bei Frau Waldhof geladen.
05:00Ach so.
05:01Und wer ist die Frau Waldhof?
05:03Frau Waldhof hat eine exquisite Maßschneiderei hier in Bosenheim.
05:07Herr Hillinger war dort Stammkunde.
05:10Und wieso haben Sie ihn gefunden, den Herrn Hillinger?
05:12Als seine Assistentin sollte ich ihn zu Frau Waldhof begleiten.
05:15Also habe ich zweimal geklingelt, aber Herr Hillinger hat nicht aufgemacht.
05:19Also bin ich ins Haus rein.
05:21Und da lag er.
05:23Wie sind Sie denn ins Haus hereingekommen?
05:25Mit einem Zweitschlüssel.
05:27Zweitschlüssel?
05:28Den Herr Hillinger mir schon vor Jahren gegeben hat.
05:31Könnte sein, dass irgendetwas gestohlen wurde.
05:34Nein, das heißt, ein Dolch fehlt.
05:37Nichts Wertvolles, ein Souvenir von einer Japanreise.
05:40Ein Dolch.
05:43Oh, da müssen wir jetzt warten, bis die Kollegen kommen.
05:49Könnte ich draußen im Garten warten?
05:51Ich brauche dringend ein bisschen frische Luft.
05:53Ach so, freilich.
05:55Halt, stehenbleiben.
06:00So, jetzt geht es.
06:01Ah, das werden die Kollegen sehen.
06:03Ich bin gleich wieder da, gell?
06:12Herr Schmetzmeier, was mache ich jetzt wieder?
06:14Das geht zum Ohr.
06:15Ich bin sofort ins Auto gestiegen, als ich gehört habe, was passiert ist.
06:18Ja, wieso wissen wir Sie, dass der Hillinger ermordet worden ist?
06:22Ach, er macht das, um Gottes Willen.
06:24Das wird ja immer schlimmer.
06:26Ich habe bloß gehört, dass er tot aufgefunden worden ist.
06:28Ja, und von wem, wenn man fragen darf?
06:30Ich war gerade bei der Frau Waldhof, als die Frau Kaiser dort angerufen hat.
06:34Ja, wollen nicht Sie auch bei der Frau Waldhof hängen dann?
06:37Ja, nicht nur der Herr Hillinger lässt bei der Frau Waldhof schneidern.
06:40Mhm.
06:41Die Frau Kaiser, wo ist sie denn?
06:43Frau Kaiser, die ist im Garten, ist eine wichtige Zeugin.
06:45Die haben noch nicht einmal vernommen.
06:47Stockel, was gibt's?
06:48Ja, wenigstens kontrollieren würde man ja noch dürfen.
06:50Nein, Sie können doch gar nicht hereinspazieren.
06:53Stockel, was gibt's?
06:55Michi, sag einmal, bist du gerade im Stress
06:56oder kann ich dir einige Informationen über den Hillinger durchgeben?
06:59Beides.
07:00Was für Informationen?
07:01Äh, ja, also bei dem Hillinger handelt es sich um den gleichen Hillinger,
07:05der vor einiger Zeit ständig durch die Klatschspalten gegeistert ist.
07:08Ja, ist schön. Wie hat er sich hineingeschaut in diese Klatschspalten?
07:11Mei, der war halt sehr vermögend und war halt auf diesen Promi-Events eingeladen.
07:15Ich sag's nicht, er hat ein Leben geführt, da können wir beide, Armin Haschall, nur davon träumen.
07:20Ja, Mei.
07:21Weißt du das?
07:22Ja.
07:23Ja, dann pführt dich.
07:24Äh, selber pführt dich.
07:26Mei.
07:26Herr Schretzmeier.
07:28Herr Mohr?
07:28Wo ist jetzt wieder?
07:30Wo sind Sie denn?
07:31Äh.
07:32Ach, ja richtig, Herr Schretzmeier.
07:35Der Bürgermeister aus Ganting?
07:36Eben genau der, meine Frau Kaiser.
07:40Ich war gerade bei der Frau Waldhofer, als ich gehört habe, was passiert ist.
07:43Mein aufrichtiges Beileid.
07:45Danke sehr.
07:47Wenn ich noch irgendetwas für Sie tun kann, oder Sie rein zufällig mal nach Ganting kommen,
07:52meine Tür steht immer für Sie offen.
07:55Das ist wirklich sehr nett, Herr Schretzmeier.
07:56Ach, ja, bitte.
07:58Und so sind denn Freunde da, ne?
08:04Na, seid's auch schon da?
08:05Na, besser später als nie, ne, Herr Mohr?
08:07Wie sieht's denn aus?
08:08Schrecklich.
08:08Jetzt hab ich gerade mit der Stockel telefoniert.
08:11Die hat nämlich den Hillinger, das ist unsere Leiche, gekannt.
08:14Der war so ein Jet-Zit-Promi und war sehr oft in den Klatsch-Zeitungen.
08:19Hier schließt sich der Kreis zum Stockel.
08:21Okay, was können Sie sonst noch über den Toten sagen?
08:24Mei, Thomas hat er gegrüßt, 48 Jahre alt ist er geworden.
08:27Er war ledig, er war kinderlos und von Beruf Millionärserbe.
08:32Gemeldet war er in Düsseldorf, auf Sylt und hier bei uns in Rosenheim.
08:37Und dann hatte er noch eine kleine Sechs-Zimmer-Wohnung in London.
08:41Er war also meistens beschäftigt mit Jetten und Zetteln.
08:44Na ja, er hat schon anstrengend sein Leben als Millionärserbe.
08:48Eih, der Schredzmeier ist auch da.
08:50Was, der, was hat der hier verloren?
08:52Ja, der wollte Frau Kaiser kontrollieren.
08:54Kannte der Schredzmeier den Hillinger?
08:56Das weiß ich nicht, der ist einfach durchgestattet zur Frau Kaiser
08:59und jetzt sind Sie im Garten und sprechen.
09:01Na, dann kann er uns das ja gleich selber erklären.
09:03Aber wir gehen erst zur Leiche.
09:04Bitte hier lang.
09:05Danke, Herr Mohr.
09:08Herein.
09:10Ach, Frau Hofer-Gerzeller.
09:11Hallo, Frau Stocki.
09:13Ich hab schon gehört, der Termin mit der Frau Tummelinger ist abgesagt worden,
09:16weil die Dame auf Mallorca weilt.
09:17Das hätte ihr wirklich ein bisschen früher einfallen können.
09:20Bitte, die Dame wird 85.
09:22Ja, bloß gut, dass sie noch keinen Blumenstrauß gekauft haben.
09:26Von wegen.
09:27Ich hab gerade den 80er erzählt,
09:29dass der Schredzmeier den Strauß übernommen hat,
09:31weil er selber eingebraucht hat.
09:33Der Schredzmeier, wie kommen Sie denn auf den?
09:35Den hab ich zufällig im Blumenladen getroffen.
09:37Bezahlt hat er ihn allerdings noch nicht.
09:39Au, Frau Hofer, das Geld hätte ihm er gleich geben lassen.
09:42Wer weiß, wann Sie das wiedersehen.
09:43Er hat mir versprochen, dass er das irgendwann regelt.
09:46Bald.
09:46Vertraut er dir da drauf nicht.
09:48Frau Stockl.
09:48Ach so.
09:54Herr Hillinger wurde gestern Abend zwischen 20 und 21 Uhr erstochen.
09:58Vermutlich mit einem Souvenir aus Japan.
10:00Mit einem Souvenir?
10:01Das ist immer eine interessante Theorie.
10:03Wie kommen Sie zu der Annahme?
10:04Ja, die Frau Kaiser, die hat uns erzählt,
10:06dass da drüben immer ein echt japanischer Dolch gesteckt ist.
10:10Angeblich sogar aus Japan.
10:11Ja, und da der Dolch weg ist,
10:13wird der Täter ihn wohl mitgenommen haben,
10:15um keine weiteren Spuren zu hinterlassen.
10:17Klingt irgendwie logisch.
10:19Könnte sich hier am Raub mal tanzen.
10:21Na, der Dolch war ja nix wert.
10:23Und sonst ist nix gestulden worden.
10:24Ach, Brieftasche und Handy sind auch noch da.
10:27Wobei er sein Handy in der rechten Hand gehalten hat.
10:29Meine Theorie,
10:31er wollte gerade jemanden anrufen
10:33oder hat selbst einen Anruf bekommen.
10:35Ja, deswegen noch keine Abwehrverletzungen.
10:37Gut, Sie meint also,
10:38der Täter hat genau in dem Moment zugestochen,
10:39wo Herr Hillinger mit dem Handy beschäftigt war.
10:41Genau.
10:43Noch was.
10:44Danke, Herr.
10:45Den Anzug, den Herr Hillinger trägt,
10:46haben die Kollegen von der Spusi
10:47noch dreimal in seinem Schrank gefunden.
10:50Und zwar alle maßgeschneidert.
10:51Vom Maßatli Waldorf.
10:53Keine Theorie,
10:54das steht in jedem Anzug schwarz auf weiß.
10:57Wer lässt sich bitte viermal den gleichen Anzug machen?
11:00Ich würde sagen,
11:00da fragen wir mal die Frau Kaiser.
11:02Und Michi,
11:03du kümmerst dich bitte mal um die Nachbarn.
11:06Ja, ist recht.
11:07Danke.
11:08Danke, Frau May.
11:09Gerne.
11:12Guten Tag, Frau Kaiser.
11:14Hauptkommissar Hansen, Krippel-Rosen,
11:15mein Kollege Herr Rufer.
11:16Grüß Gott.
11:17Grüß Gott.
11:18Wo ist der Herr Schreizmacher?
11:19Herr Schreizmacher ist schon weg.
11:20Wie bitte?
11:21Entschuldigung, die Störung.
11:22Kann das sein,
11:23dass der Schreizmacher schon weg ist?
11:24Das Auto ist nicht mehr da.
11:25Ja, danke, Herr Maud.
11:26Das haben wir auch gerade festgestellt.
11:27Ich habe nicht gesagt,
11:28dass er auf uns warten soll.
11:29Ja, wie denn?
11:29Ich habe doch mit der Stockel telefoniert.
11:31Wenn es an die Kollegen gekommen ist,
11:32ist die Spusi gekommen,
11:33ist die Mai gekommen.
11:34Oh, mein.
11:34Herr Schreizmacher hat gesagt,
11:36er will nicht mehr durchs Haus,
11:37weil er stört ja nur.
11:38Drum ist er außenrum.
11:39Außenrum.
11:54Mit dem Hillinger war doch erst irgendwas.
11:56Der hatte Ärger im JJK.
11:59Das ist eine Nubeldesko hier im Rosenheim.
12:01Das weiß ich auch, Frau Lange.
12:02Ich komme nicht von mir.
12:03Komisch, das habe ich gar nicht mitgekriegt.
12:05Grüß Gott, die Damen.
12:07Ist denn der Herr Achtziger zu sprechen?
12:08Ja, der Herr...
12:09Danke, ich kenne den Weg.
12:12Ja, das ist ja der Bürgermeister von Ganting.
12:15Der will bestimmt die Blumen zahlen.
12:17Was denn für Blumen?
12:18Frau Grasecker, das ist jetzt wurscht.
12:19Was genau war mit dem Hillinger im JJK?
12:21Also, der Hillinger hat einen Freund, den Schorsch.
12:25Herein.
12:27Grüß Gott, Herr Achtziger.
12:29Ja, der Herr Schretzmeier.
12:31Das ist ja eine Überraschung.
12:33So überraschend.
12:34Jetzt auch wieder nicht, wenn man bedenkt, was passiert ist, gell?
12:36Das klingt ja jetzt richtig dramatisch.
12:40Haben der Frau Waldhof die Rosen nicht gefallen.
12:42Die Frau Hofer hat mir schon berichtet.
12:44Ich rede leider nicht von der Frau Waldhof.
12:46Ich rede von dem Herrn Hillinger.
12:48Hillinger?
12:48Der Millionärserbe, der heute Morgen aufgefunden worden ist, in seiner Villa, ermordet.
12:54Hier in Rosenheim?
12:56Und jetzt kommen Sie.
12:57Ich bin sofort hingefahren, um zu kondolieren.
13:01Also diesen Herrn Hillinger näher gekannt?
13:03Ja, freilich.
13:04Wir waren doch so.
13:06Wir haben uns beim Promi-Eisstockschießen in Kitzbühel kennengelernt.
13:09Ein super Typ, sag ich gerne.
13:11Ein super Typ.
13:13Wir haben uns aber auch nicht brillant verstanden.
13:15Das Eisstockschießen ist schon ein halbes Jahr her.
13:18Herr Hillinger und ich wollten gerade etwas trinken gehen.
13:20Da kreuzte plötzlich Herr Schretzmeier auf, den wir vorher gar nicht kannten.
13:23Was wollte der Herr Schretzmeier von Herrn Hillinger?
13:26Er sagte, wie sehr er sich darüber freuen würde, ihn persönlich kennenzulernen.
13:29Er kannte ihn bisher nur aus der Presse.
13:31Was war danach?
13:32Der übliche Smalltalk.
13:34Nach zehn Minuten habe ich Herrn Hillinger dann losgeeist mit der Begründung, dass wir dringend weiter müssten.
13:39Herr Schretzmeier hat dann noch jedem von uns seine Karte in die Hand gedrückt und das war's.
13:43Wie meilen Sie, das war's?
13:47Danach haben die beiden vielleicht noch drei, vier Mal kurz miteinander telefoniert.
13:51Herr Schretzmeier hatte die Idee zu einem Poloturnier in Ganting.
13:54Aber Herr Hillinger war nicht sehr begeistert davon.
13:57Mei, was wir für eine Riesengaune gehabt haben da in Kitzbühel.
14:02Und das war ja erst der Anfang.
14:04Der Herr Hillinger und ich, wir haben mir was wirklich Großes vorgehabt.
14:07Ein internationales Poloturnier in Ganting.
14:12In Ganting?
14:13Ja, freilich in Ganting, wo nicht sonst.
14:15Ich hab sogar schon eine Wiesn ausgesucht gehabt für ein Full-Size-Polo-Field.
14:21Haben Sie eine Ahnung, wie groß so ein Polofield sein muss?
14:24Nein, da bin ich jetzt überfragt.
14:26Ich hab das auch nicht gewusst, bevor ich mich dann tiefer in die Materie eingearbeitet hab.
14:33Drei Fußballfelder nebeneinander.
14:37Polo ist ja so eine Art Hockey mit Pferden.
14:39Das ist so kaum mir bekannt.
14:41Aber sagen Sie mal, zu so einem internationalen Poloturnier, da würd's wohl mehr brauchen, weil's bloß eine große Wiesn.
14:48Drum hätt ich ja den Herrn Hillinger gebraucht.
14:51Der hätte mir den ganzen Polo-Zirkus noch gern den gebracht und das nötige Kleingeld, um sowas anzuschieben, das hätt
14:57er auch gehabt.
14:58Also eine Win-Win-Situation für alle wär das gewesen.
15:04Herr Hillinger hat mit Ende 20 ein Vermögen von rund 70 Millionen Euro geerbt.
15:09Nicht schlecht. Wer beherbt jetzt Herrn Hillinger?
15:12Keine Ahnung. Ich weiß nur, dass er keine direkten Verwandten mehr gehabt hat.
15:16Hat er vielleicht Feinde gehabt oder gab's in letzter Zeit mit irgendjemand einen Streit?
15:20Nicht, dass ich wüsste.
15:22Sagen Sie mal, wie lange arbeiten Sie jetzt für Herrn Hillinger?
15:25Seit circa acht Jahren.
15:26Ich habe ihm praktisch seine sämtlichen Termine koordiniert.
15:29Vom Golfturnier in Dubai bis zum Auslandfrühstück auf Sylt.
15:34Schön. Und Sie immer mit dabei?
15:36Ja, meistens. Aber ich war nicht mit ihm liiert, weil Sie das meinen. Unser Verhältnis war rein beruflich.
15:42Mit wem war er dann liiert?
15:45Herr Hillinger hatte viele Affären, aber nie was Festes. Ob und mit wem zurzeit, das kann ich Ihnen nicht sagen.
15:51Frau Kaiser, wo waren Sie bis dann zwischen 20 und 21 Uhr?
15:54Auf meinem Zimmer im Hotel Goldener Löwe.
15:57Kann das jemand bezeugen?
15:59Nein, ich war allein.
16:03Eine Frage hätte ich noch. Warum hat sich der Hillinger vier gleiche Massezüge machen lassen?
16:09Das hat er immer so gemacht. Jeweils einen für einen seiner vier Wohnsitzer. Und zwar immer von Frau Waldhoff.
16:14Ja, wenn Sie also noch was über den Herrn Hillinger wissen möchten, ich stehe Ihnen jederzeit zur Verfügung.
16:20Aha, ich würde das gerne an die Kollegen weitergeben. Ja, und jetzt? Wo geht's hin?
16:25Ach, das mit dem Herrn Hillinger, das hat mir total die Stimmung verhagelt.
16:28Jetzt geht's zurück nach Gantin. Ach, und Herr Achtziger, wegen der Rosen, da würde ich mich selbstverständlich revanchieren.
16:36Eklat im Rosenheimer Nobeldiskothek. Ja?
16:41Frau Stockl, die Herren Kommissare sind wahrscheinlich unterwegs.
16:45Ja, die sind am Tata, das gab es allein.
16:47Für einen gewissen Herrn Hillinger. Das weiß ich vom Herrn Schretzmeier, der war gerade bei mir.
16:51Ah, wegen den Blumen für die Frau Thumblinger?
16:54Nein, wegen dem Herrn Hillinger. Also, die beiden waren wohl recht gute Bekannte.
16:58Sagen Sie doch bitte den Kommissaren, dass ich Sie sprechen will. Äh, heute noch.
17:02Ja, hat jetzt der Schretzmeier die Rosen bezahlt oder nicht?
17:05Was meinst du denn da mit den Blumen? Ist doch vollkommen nebensächlich jetzt.
17:08Nur weil der Schretzmeier so ein Großkopferter ist, mohnt er, kann sie alles erlauben.
17:13Ja, da haben Sie natürlich nicht ganz unrecht.
17:15Also.
17:21Ja?
17:21Herr Hansen, Stockl am Apparat.
17:23Hallo, liebe Frau Stockl, wir wollen gerade zurück ins Präsidium.
17:26Und das ist sehr gut, da geht es als erstes gleich zum Herrn Achtziger, der will Sie nämlich dringend sprechen.
17:30Und heute stoppt zweitens.
17:32Der Hillinger war vorgestern Abend in einer Nobeldiskothek in eine beinahe Schlägerei verwickelt.
17:38Ein anderer Gast ist ihn angegangen.
17:39Aha. Sagt wer?
17:41Sagt der Rosenheimer Anzeiger und die Frau Kaiser war auch dabei.
17:45Na gut, danke Frau Stockl.
17:46Bitte, Herr Hansen.
17:49Der Hillinger hatte vorgestern Nacht eine Schlägerei in einem Club.
17:51Frau Kaiser war auch dabei.
17:53Rieser, ja.
17:54Oh, Frau Kaiser, hätten Sie noch mal einen Moment Zeit für uns?
17:58Ja, natürlich.
18:00Folgendes, warum haben Sie uns nichts von einem kleinen Vorfall vorgestern Abend erzählt?
18:04Sie meinen die Sache im JJK.
18:06Na genau, was war da los?
18:07Ich war mit einem Bekannten dort, Brian Davis, ein Galerist aus New York.
18:12Herr Davis hatte geschäftlich in München zu tun.
18:14Und bei der Gelegenheit hat er auch mal in Rosenheim vorbeigeschaut.
18:17Hat Herr Davis den Herrn Hillinger geklagt?
18:19Flüchtig. Aber wie gesagt, ich war an dem Abend mit Herrn Davis unterwegs.
18:23Herr Hillinger kam es später dazu.
18:25Und warum ist Herr Davis auf Herrn Hillinger losgegangen?
18:27Es war spät. Die beiden hatten getrunken.
18:29Ich kann mich noch nicht einmal mehr erinnern, warum es bei dem Streit überhaupt gegangen ist.
18:33So, so. Wo ist der Herr Davis jetzt?
18:36Der ist wieder zurück in New York.
18:38Na prima.
18:38Toll.
18:45Hallo, Frau Stockl.
18:46Ah, grüß dich. Warst du jetzt schon beim Herrn 80er?
18:49Nein, zu dem gehen wir gleich.
18:51In der Zwischenzeit gibt es ein Siebwitzchen für uns was recherchieren.
18:54Ja, es geht um einen gewissen Brian Davis.
18:56Das ist ein Bekannter von der Frau Kaiser, der den Streit mit Herrn Hillinger in die Disco gehabt hat.
19:00Ja, und laut Frau Kaiser ist Herr Davis gestern Vormittag um 10.35 Uhr von München aus nach New York
19:06geflogen.
19:07Ach so, und jetzt soll ich rausfinden, ob er tatsächlich geflogen ist.
19:10Genau, genau. Danke.
19:12Gibt es bei Ihnen was Neues?
19:13Äh ja, ich habe mit dem Nachlassgericht telefoniert.
19:16Es liegt kein Testament vom Hillinger vor.
19:18Das ist mit der Telefonliste von seinem Handy.
19:21Herr Hofer, die kommt schon noch.
19:23Der Graf ist auch leer, oder?
19:24Den mache ich schon noch.
19:25Schön.
19:26Ja, und dann müssen wir noch dringend mit Herrn Schätzmeier sprechen.
19:29Der Herr Schätzmeier war gerade da beim Herrn 80er, wegen dem Herrn Hillinger.
19:33Wie bitte? Ich glaube es ja nicht.
19:35Warte schon wieder schneller als wir.
19:36Naja.
19:39Folgendes.
19:39Der Herr Schätzmeier hat seine Mithilfe bei den Ermittlungen angeboten.
19:43Er und der Herr Hillinger waren offensichtlich unbekannt miteinander.
19:47Der Herr Schätzmeier?
19:49Ja.
19:50Die beiden haben sich in Kitzbühel beim Eisstockschießen kennengelernt und zusammen große Pläne geschmiedet.
19:55Tja.
19:56Ein internationales Poloturnier in Ganting.
20:00Ich bin da ja auch eher skeptisch, aber wer weiß, mit dem Geld und den Beziehungen von Herrn Hillinger.
20:06Darum geht es aber hier gar nicht.
20:07Es ist nur so, dass uns die Frau Kaiser, die persönliche Assistentin vom Herrn Hillinger, ganz was anderes erzählt hat.
20:14Was denn?
20:15Na, sie hat erzählt, beim Eisstockschießen hätte Herr Schätzmeier dem Herrn Hillinger nur mehr oder weniger kurz die Hand gegeben.
20:20Danach gab es wohl nur ein paar kurze Telefonate. Das war's.
20:23Und von der Idee mit dem Poloturnier sei der Herr Hillinger alles anderes begeistert gewesen.
20:28Meine Herren, Sie halten mich auf den Affen.
20:30Selbstverständlich.
20:31Natürlich.
20:31Hallo.
20:41Herr Achtziger.
20:42Störe ich.
20:43Na, na, was geht's denn?
20:44Ja, der Herr Schätzmeier war gerade bei mir.
20:47Gehen's weiter. Hat er die Blumenzeit?
20:49Also, Ihre Rosenliebe, Frau Hofer, sind jetzt weniger mein Thema.
20:53Ah, und was ist dann Ihr Thema?
20:55Naja, Sie als Stadträtin kennen doch Gott und die Welt.
21:00Vielleicht können Sie mir was erzählen über den Herrn Hillinger?
21:04Äh, wer ist denn der Hillinger?
21:06Gut, danke.
21:10Eine Minute.
21:11Toll.
21:14Servus, Minard.
21:15Na, wo?
21:16Die Stöckel hat mir erzählt, dass der Schätzmeier beim 80er gewesen ist.
21:20Das wissen wir bereits.
21:22Äh, Frau Stöckel, haben Sie den Herrn Schätzmeier erreicht?
21:24Ja, aber nur die Mailbox.
21:26Aber ich hab den Herrn Davis gecheckt und der ist tatsächlich gestern Vormittag nach New York geflogen.
21:31Ah, dann kann das schon mal nicht gewesen sein.
21:32Was mit Kaffee?
21:34Eine Minute.
21:35Herr Mohr, gibt's wie seins bei Ihnen was Neues?
21:37Ja, also den japanischen Dolch, den haben wir noch nicht, aber ich weiß was über den Hillinger.
21:43Wer war's damit?
21:44Der Hillinger hatte eine Geliebte.
21:47Ja, da schau her.
21:49Es war ja so, ich hab doch mit den Nachbarn geredet.
21:52So, ich glaub, wir gehen bis so rüber.
21:53Ach so, ja, also keiner hat was gesehen, keiner hat was gehört, aber der Herr Spenzl hat mir erzählt.
21:59Wer ist Herr Spenzl?
21:59Der Spenzl, der wohnt oben drüber.
22:01Ach, der.
22:02Dass der Hillinger regelmäßig Besuch von einer jungen Dame bekommen hat.
22:07Und diese junge Dame ist auch über die Nacht geblieben.
22:10Ah ja, hat er die junge Dame beschreiben können?
22:12In der Zwanzig mit einem Auto, hat auf dem Auto steht drauf Maßschneiderei Waldhof.
22:19Ah, da will ich doch mal vorschlagen, wir zwei Hübschen fahren zur Frau Waldhof und du kennst dich dabei an
22:23das Alibi von der Frau Kaiser.
22:25Sie hat behauptet, sie wäre zur Tatsache im Hotel Goldener Löwe gewesen.
22:28Ja, ist recht.
22:30Danke.
22:31Goldener Löwe.
22:31Goldener Löwe.
22:32Bald, da lang geht's doch mal in die Höhle des Löwe.
22:35Das weiß ich schon.
22:36Aber der Kaffee ist gerade fertig und ich möchte einen trinken.
22:54Na, und er sagt mir noch, wie sehr er sich freut.
22:58Groß Gott.
22:58Guten Tag, Herr Kollege Hansen von der Kripp-Rosenheim, mein Kollege Herr Hofer.
23:02Grüß Gott.
23:03Wir hätten gerne mit Frau Waldhof gesprochen.
23:07Ich gebe Ihnen...
23:09Frau Waldhof.
23:10Frau Waldhof.
23:11Was ist denn?
23:12Die Herren, die sind von der Polizei.
23:14Die Herren, die sind von der Polizei.
23:14Die Polizei?
23:16Grüß Gott, Herr Tofer.
23:17Das ist mein Kollege Hansen.
23:19Es geht über den Hillinge.
23:20Können wir sich irgendwo ungestört sprechen?
23:22Äh, ja, natürlich.
23:25Ja.
23:26Wir gehen zu mir ins Büro rüber.
23:29Gut.
23:30Gut.
23:30Entschuldigung.
23:33Ja?
23:34Frau Stockel, ganz kurz, ich habe noch einen Termin außer Haus.
23:39Bin ungefähr in einer Stunde wieder da.
23:40Das ist schon recht.
23:41Also, es tut mir leid, Sie, aber ich habe wirklich keine Ahnung, wer sowas tun könnte.
23:48Wann haben Sie den Herrn Hillinge zum letzten Mal gesehen?
23:52Persönlich, ja, das ist schon eine Weile her, weil, dass der Herr Hillinge persönlich erschienen ist,
23:58das war jetzt eher selten.
24:00Obwohl er Ihr Stammkunde war?
24:01Na, eben drum, die Maße habe ich im PC, wenn er was brauchte, rief er an oder er gab es
24:08einfach online in Auftrag.
24:10So wie für die vier Maßanzüge, die er sich von Ihnen hat schneidern lassen.
24:14Also, Sie meinen jetzt die von neulich, ja, die hat die Frau Schnell letzte Woche, hat sie die geliefert.
24:21Wer ist die Frau Schnell?
24:23Frau Schnell ist meine engste Mitarbeiterin.
24:25Also, sie betreut zusammen mit mir natürlich unsere Kunden.
24:29Die junge Dame, die Sie vorhin in Empfang genommen hat, das...
24:34Frau Waldorf, wir suchen eine junge Frau, die in einem Auto unterwegs ist, das für ihre Maßschneiderei Werbung macht.
24:39Mhm, ja, also, da kommt jetzt nur die Frau Schnell in Frage.
24:45Sie fährt einen Firmenwagen, der steht ja auch privat zur Verfügung und...
24:49Aber warum interessiert Sie das jetzt?
24:51Das würde man gerne mit der Frau Schnell persönlich besprechen.
24:54Der Herr Hillinge und ich mir...
24:56Wir haben seit einem halben Jahr eine Affäre gehabt.
24:58Aber ich habe es niemand mehr erzählt, weil...
25:00Weil ich nicht wollte, dass Sie Frau Waldorf davon erfährt.
25:02Was ist das Problem?
25:05Frau Waldorf ist strikt gegen private Beziehungen zu Kunden und ich habe einen super Job hier.
25:09Den will ich auf gar keinen Fall verlieren.
25:12Wann haben Sie in Hillinge das letzte Mal gesehen, sagen Sie mal?
25:15Gestern Nachmittag bei Erndahorn.
25:18Bin ungefähr um...
25:19Um fünf angekommen und um sechs bin ich wieder gefahren.
25:22Es war circa zwei Stunden, bevor der Herr Hillinge ermordet worden ist.
25:26Ist Ihnen da nichts Besonderes aufgefallen?
25:28Ja, doch.
25:30Sauerbarer.
25:30Auf wen?
25:32Auf die Frau Kaiser.
25:33Warum?
25:34Wegen ihrer Affäre mit dem Herrn Davis.
25:36Weil er eifersüchtig war.
25:37Ja.
25:39Weil sie ihm nicht mehr exklusiv zur Verfügung standen ist.
25:42Und deswegen wollte er sich von ihr trennen.
25:44Ah.
25:44Beruflich.
25:46Wollen Sie gestern Abend zwischen, sagen wir mal, 20 und 21 Uhr?
25:50Wollen wir daheim?
25:51Gibt es dafür Zeugen?
25:52Nein.
25:53Ich lebe allein.
25:58Die Herren, ich hoffe, damit ist alles zu Ihrer Zufriedenheit jetzt beantwortet.
26:04Schauen wir mal.
26:06Und Sie halten sich zu unserer Verfügung, falls wir doch noch weitere Fragen haben.
26:10Selbstverständlich.
26:11Gut.
26:11Danke.
26:12Frau Waldorf, das mache ich.
26:15Danke, Frau Schnell.
26:17Eine Frage hätte ich allerdings noch.
26:19Wie kommt es eigentlich, dass eine so exklusive Maßschneiderei sich ausgerechnet hier in Rosenheim befindet?
26:24Schauen Sie, mein Atelier lebt ja nicht von Laufkundschaft, sondern von persönlicher Empfehlung.
26:30Da spielt die Lage eigentlich überhaupt keine Rolle.
26:33Weil abgesehen, darf man jetzt überhaupt nicht nach Rosenheim kommen, weil das wäre kein Thema.
26:38Wir fahren ja auch zum Kunden.
26:41Wo werden Ihre Sachen eigentlich geschneidert?
26:43Ich habe gar keine Nimmerschen hingesehen.
26:45Das ist richtig.
26:46Ich habe ein eigenes Lehrstudio.
26:49Schön.
26:49Dann scheint es ja für Sie sehr gut zu laufen.
26:51Jetzt einmal abgesehen davon, dass ich mir mein 25-jähriges Geschäft zulebe.
26:57Sie, ich sage es Ihnen, das habe ich mir ein bisschen anders vorgestellt.
27:00Weil, also dieser Tod vom Herrn Hellinger, ja, der hat einfach alles überschattet.
27:05Die meisten von meinen Gästen, die kennen ihn ja, also persönlich.
27:10So zum Beispiel auch Herr Bürgermeister Schretzmeier.
27:13Wie kommen Sie jetzt auf den?
27:15Na, wir haben gedacht, dass der Herr Schretzmeier auch eine übe Stammkunde wäre.
27:20Nein.
27:22Er ist Neukunde.
27:23Ach so?
27:29Herr Schretzmeier hat sich da bisher nur einen einzigen Janker machen lassen.
27:33Okay, und mir sagt er noch, er wäre Stammkunde bei der Frau Waldhoff.
27:37Ich dachte wenigstens, die Geschichte wird stimmen, aber Herr Schretzmeier.
27:41Frau Stockl, ich bin wieder in meinem Büro.
27:43Alles klar.
27:44Meine Herren.
27:44Herr Achtziger, Frau Stockl, wann kommt denn nun der Herr Schretzmeier?
27:47Nein, ich habe ihm zweimal auf die Mailbox gesprochen, aber er hat sich nicht zurückgemeldet.
27:52Übrigens, die Anrufliste vom Hillinger habe ich euch auf dem Schreibtisch gekriegt.
27:56Super, danke.
27:57Servus, Benjamin.
27:58Servus, Michi.
27:59Sie haben etwas sehr Interessantes über die Frau Kaiser herausgefunden.
28:01Ja, die schon.
28:02Ja, die Frau Kaiser hat im Goldenen Löwen eine wunderschöne Suite bewohnt.
28:07Da bezahlt hat dieses Suite der Herr Hillinger, aber nur bis gestern in der Früh.
28:13Da hat der Hillinger nämlich im Hotel angerufen und gesagt, dass die Frau Kaiser dieses Suite
28:17ab sofort selber bezahlen muss.
28:19Ah, dann stimmt das wohl, was so schnell erzählt hat der Hillinger, hat Frau Kaiser von
28:22die Tür gesetzt.
28:23Er hat die eiskalt abserviert.
28:25Und warum?
28:26Warum?
28:27Weil sie es gar nicht vom Hillinger erfahren hat, sondern vom Hotelportier.
28:30Und da war es natürlich gestingert.
28:32Ja, was?
28:32Gestingert?
28:33Was?
28:34Sauer.
28:34Was ist eigentlich mit dem Alibi?
28:36Die Frau Kaiser hat da behauptet, sie wäre zur Tatzeit in ihrem Zimmer, also respektive
28:40in ihrer Suite gewesen.
28:41Tja, das kann stimmen, muss aber nicht.
28:43Also?
28:44Nee.
28:44Also das hier ist auch nicht ganz uninteressant.
28:46Laut Anrufliste hat der Herr Hillinger auf seinem Handy das letzte Mal in der Tatnacht
28:50um 20.43 Uhr telefoniert.
28:52Das ist genau, wie es die Frau Maik gesagt hat.
28:55Ich will es sagen, wie es war.
28:56Der Hillinger hat sich gerade mit seinem Handy beschäftigt, da ist der Täter gekommen
28:59und zack.
28:59War das so, ja?
29:00Ja.
29:01Das Gespräch hat aber nur drei Sekunden gedauert.
29:03Er hat eine Nummer gewählt, die ja unter Claudia abgespeichert wird.
29:07Claudia Kaiser.
29:10Ja, ich kann mich erinnern, dass gestern Abend mein Handy geklingelt hat.
29:14Aber ich stand gerade im Hotel unter der Dusche, darum bin ich nicht dran.
29:18Na ja, Frau Kaiser, das könnte man auch ganz anders sehen.
29:21Sie waren wütend auf den Herrn Hillinger, weil er sie praktisch über Nacht vor die Tür
29:26gesetzt hat.
29:27Es kommt zum Streit, sie stechen zu.
29:29Ja, und um hinterher behaupten zu können, Sie wären im Hotel gewesen, haben Sie sich
29:33selbst angerufen mit dem Handy von Herrn Hillinger.
29:35Das ist doch Wahnsinn.
29:36Ich habe mit dem Mord an Herrn Hillinger nichts zu tun.
29:38Gut, dann erzählen Sie uns am Abend, was genau passiert ist, nachdem Sie erfahren haben,
29:43dass der Herr Hillinger ihr Hotel hinbezahlt.
29:45Ich bin zu ihm gefahren und habe ihn gefragt, was der Quatsch soll.
29:49Und er hat Ihnen erklärt, dass Sie ihren Job los sind und dass er jemand anderen gefunden
29:52hat?
29:53Ja, aber ich habe ihm klar gemacht, dass er mich nicht einfach so rausschmeißen kann.
29:56Acht Jahre lang war ich rund um die Uhr für Herrn Hillinger im Einsatz.
29:59Er hätte noch nicht einmal einen Flug buchen können ohne mich.
30:02Und trotzdem hat er sich quasi von heute auf morgen rausgeschmissen.
30:05Weil er sauer war, vom Abend vorher.
30:08Sie meinen den Streit in der Nobeldisco, den Sie sich bedauerlicherweise nicht mehr erinnern
30:12können.
30:12Ich habe Brian, ich meine, Herrn Davis versprochen, ihn da nicht mit reinzuziehen.
30:18Schön, was genau ist da passiert.
30:20Herr Davis ist ausgerastet, weil Herr Hillinger ihn provoziert hat.
30:24Und Herr Hillinger hat mir übergenommen, dass ich Partei für Herrn Davis ergriffen habe.
30:28Na gut, was ist danach passiert?
30:29Ich meine, nachdem Sie Herrn Hillinger klargemacht haben, dass er ohne Sie keinen Flug buchen
30:33kann?
30:34Er hat eingesehen, dass es wohl besser wäre, wenn ich erstmal für ihn weiterarbeite,
30:38bis ich meine Nachfolgerin übernehmen kann.
30:41Ihre Nachfolgerin?
30:42Wer sollte das werden?
30:43Keine Ahnung.
30:44Aber er hatte wohl schon jemanden im Auge.
30:51Ja?
30:53Grüß Gott, Frau Stockl.
30:55Ach, der Herr Schrenzmeier.
30:56Ach, ist das das Trachtenjopperl, was Ihnen die Frau Waldorf geschneidert hat?
31:00So, hat sich das schon rumgesprochen?
31:02Das geht bei uns ganz schnell.
31:04Sie möchten bestimmt die Kommissare sprechen?
31:06Ja, und mehr press ich jetzt ein bisschen.
31:08Ja, da müssten Sie im Büro warten, weil die sind gerade in einer Vernehmung.
31:10Äh, Entschuldigung, dass wir uns da richtig verstehen.
31:13Die beiden Herren wollten mich so bald als möglich sprechen.
31:15So, da bin ich.
31:16Wenn Sie Ihnen also bitte Bescheid geben würden.
31:19Entschuldigung, ich kann zwar viel, eine Vernehmung kann ich aber leider nicht unterbrechen.
31:22Gut, dann machen wir das eben ganz anders.
31:38Herr Achtziger?
31:38Herr Kaiser, von wann bis wann noch Ihr Gespräch mit dem Herrn Hellinger gedauert?
31:43Ich bin so gegen 10.30 Uhr zu ihm gefahren und um circa 12.30 Uhr wieder gegangen.
31:49Na gut, und danach hatten Sie keinen Kontakt mehr zu ihm?
31:52Nein, ich hatte den Rest des Tages frei.
31:53Gibt es Zeugen für dieses Gespräch?
31:55Ich war mit Herrn Hellinger alleine.
31:57Aber Sie werden doch bestimmt mit jemandem darüber gesprochen haben.
31:59Ich meine, es ging um Ihre berufliche Zukunft.
32:01Ich war danach wandern, um den Kopf freizukriegen.
32:04Und am Abend fiel ich todmüde ins Bett.
32:06Gut, dann müssen wir noch einmal über den Herrn Schretzmeier sprechen.
32:10Der behauptet, der wäre ein guter Bekannter von Herrn Hellinger gewesen.
32:14Wie kommt er denn auf die Idee?
32:16Das haben Sie komplett missverstanden, Herr Achtziger.
32:19Was gibt es denn da misszuverstehen, Herr Schretzmeier?
32:22Sie haben ja doch wortwörtlich gesagt, dass Sie und Herr Hellinger sich brillant verstanden hätten.
32:28Und die Frau Kaiser sagt, dass Sie sich gerade einmal die Hand gegeben haben.
32:31Was ich damit sagen wollte, ist, der Herr Hellinger und ich, wir waren auf der gleichen Wellenlänge.
32:36Das habe ich sofort gespürt.
32:38So wie Sie es auch gespürt haben, dem Herrn Hellinger, seine Begeisterung für Ihr Projekt.
32:42Ja, gut, da war jetzt, das muss ich zugeben, der Funke jetzt noch nicht so ganz übergesprungen.
32:48Darum wollte ich ja heute noch einmal mit ihm reden.
32:50Ja, bei der Frau Waldhof, wo Sie ja mit Ihrem einen Janker bereits Stammkunde sind.
32:54Aber fast. So ein Trachtenjanker, das ist ja immerhin ein Anfang.
32:58Den Zweiter, Herr Schretzmeier.
32:59Den Janker, den haben Sie sich doch bloß gekauft, um dem Herrn Hellinger sagen zu können,
33:03auch Sie lassen bei Frau Waldhof schneidern.
33:06Und was hätte das bringen sollen?
33:08Um sich in den Augen vom Herrn Hellinger aufzuwerten, damit es vielleicht doch noch klappt,
33:12mit Ihrem prestigeträchtigen Poloturnier.
33:42Hofer?
33:42Frau Hofer?
33:44Gut, dass ich Sie gleich erwisch.
33:47Ich müsste ganz dringend mit Ihnen sprechen.
33:50Ja, das ist gerade schlecht wissen. Sie binden mich schon auf den Hof und...
33:54Das macht nichts. Ich komme jetzt gleich zu Ihnen raus.
33:57Wiederhören, Frau Hofer.
33:59Äh, Momental.
34:01Herrschaftszeiten, der hat mir gerade noch gefeiert.
34:09Ja, die Frau Kaiser haben wir jetzt erst mal in Gewahrsam genommen.
34:12Sie hat kein Alibi und ist immer noch tatverdächtig.
34:14Das heißt, die Frau Kaiser bleibt erst einmal bei uns?
34:16Ja, genau.
34:18Und in der Zwischenzeit sollen sich die Spuse im Hotel ja die Kleider vornehmen.
34:22Vielleicht finden Sie ja Blutspuren von Herrn Hellinger drauf.
34:26Soll ich unten Beschätzung?
34:27Unbedingt.
34:28Das ist wichtig.
34:29Eben.
34:33Frau Stockl, was ist mit Herrn Schretzmeier?
34:35Haben Sie den erreicht?
34:36Äh, der ist schon da gewesen. Der war beim Achtziger. Dann ist er wieder weg.
34:50Ja, Herr Schretzmeier.
34:52Grüß Gott, Frau Hofer.
34:56Moment. Ich habe noch was für Sie.
34:58Aha.
35:01Da schauen Sie her.
35:04Ui, ist das jetzt der Ersatz für die Rosen, die ich Ihnen heute in der Früh gegeben habe?
35:07Nein, das hat überhaupt nichts damit zu tun. Der ist wirklich nur für Sie.
35:11Dankeschön. Ja, da bin ich einmal gespannt, womit ich die wohl verdient habe, bitte.
35:15Um es gerade rauszusagen, Frau Hofer, ich mache mir Sorgen um mein Ansehen beim Herrn Achtziger.
35:22Ach, wie geht Ihre Sache mit dem Hellinger?
35:24Ja, was haben Sie ihm denn da auch für einen Schmarrn verzählt? Der Achtziger hat mich schon angerufen.
35:29Das ist doch alles nur ein einziges großes Missverständnis, Frau Hofer. Und der Herr Achtziger weiß das auch.
35:35Trotzdem habe ich das Gefühl, dass mein Verhältnis zu ihm, das ja immer ein hervorragendes war, trotzdem einen leichten Kratzer
35:45abgekriegt hat.
35:46Und da kommen Sie jetzt zu mir.
35:48Vielleicht haben Sie einen Tipp für mich, was ich vielleicht machen könnte, um ihn sozusagen wieder zu versöhnen.
35:53Sie kennen ihn doch besser als ich.
35:56Probieren Sie es doch einfach einmal mit einer Flasche Champagner. Und wenn das nicht hilft, kann ich ja auch noch
36:00ein gutes Wort für Sie einlegen.
36:02Champagner, ein Wort.
36:03Was?
36:05Hervorragend.
36:17Da seid's, grüß Gott beinahmt.
36:19Guten Morgen, Herr Hofer.
36:20Meine Kollege, Frau Stuckert hat gerade erzählt, dass der Hillinge und die Frau Schnell in der Tatnacht zum Essen verabredet
36:26waren.
36:26Und zwar in Baton Rouge. Das ist ein piekfeiner Franzose, wo es wahnsinnig schwierig ist, einen Tisch zu kriegen.
36:31Sagt wer?
36:32Sagt der Wirt von Baton Rouge. Der hat vorher gerade angerufen und hat gesagt, dass er stinksauer auf den Hillinge
36:36gewesen ist,
36:37weil er dem zwei Stunden einen Tisch freigehalten hat und der Hillinge ist nicht gekommen.
36:41Kein Wunder, wenn er ermordet worden ist.
36:43Ja, der Clou ist aber, der Tisch war schon um 19.30 Uhr reserviert. Das heißt, Hillinge hat er noch
36:47gelebt.
36:47Die Frage ist also, warum ist er mit Frau Schnell nicht essen gegangen?
36:50Und warum hat uns die Frau Schnell nichts davon erzählt?
36:52Fragen über Fragen.
36:54Nicht so knapp.
36:55Ja, okay, wir haben gerade recht.
36:57Stuck, ich möchte dich nicht vertreiben.
37:00Schöne Grüße von der Spusi.
37:01Keine Blutspuren auf den Kleidern von der Frau Kaiser. Sollen wir es raumschicken?
37:05Nein, wir sprechen uns zuerst einmal mit der Frau Schnell.
37:10Ja, das stimmt. Wir waren öfter in Baton Rouge was essen. Das war sozusagen unser Lokal.
37:15Warum nicht in der Tatnacht? Der Herr Hillinge hat ja dann bereits einen Tisch bestellt.
37:19Was spielt denn das jetzt für eine Rolle?
37:20Naja, vielleicht war er mit jemand anderem verabredet. Vielleicht mit der Dame, der den Job von Frau Kaiser anbieten wollte.
37:26Und sie war ein bisschen eifersüchtig.
37:27So ein Unsinn. Den Job hat er doch mir angeboten gehabt. Und ich habe er gleich zugesagt.
37:31So, und wann war das?
37:33Als ich vorgestern bei mir in der Wille war.
37:35Und das fällt Ihnen jetzt erst ein, ja?
37:37Wie stehe ich denn vor der Frau Waldhoff da, wenn die erfährt, dass ich bei ihr kündigen wollte?
37:41Am Ende bin ich den Job bei ihr auch noch los.
37:52Ja?
37:53Hallo, liebe Frau Stockel.
37:55Sagen Sie, könnte ich bei Ihnen schnell einen Tassel Kaffee abstauben?
37:58Ich habe gleich eine Besprechung mit Herrn Achtziger.
38:00Selbstverständlich. Der Herr Schretzmeier kommt auch gleich.
38:02Ich weiß auch warum.
38:03Es gab doch gestern eine kleine, wie soll ich sagen, Unstimmigkeit zwischen den zwei.
38:09Werden Sie wahrscheinlich auch mitgekriegt haben.
38:10Allerdings. Die Wellen sind ganz schön hochgeschlagen.
38:13Mhm. Und deswegen wollte der Schretzmeier und Herrn Achtziger eine Flasche ein Champagner vorbeibringen.
38:18Und wegen der Rosen für die Frau Tomblinger wollte er sich auch noch was einfallen lassen.
38:22Schauen wir mal. Dankeschön.
38:24Bitteschön.
38:25Hallo Frau May.
38:27Guten Tag Frau Hofer.
38:33Die Herren Kommissare?
38:35Die Herren Kommissare sind nicht da, wie Sie sehen.
38:38Aber ich kann ja noch was ausrichten.
38:40Sagen Sie noch bitte, dass ich Sie ganz dringend noch mal wegen dem...
38:42Ah, hallo Frau May.
38:44Grüß Gott Frau May.
38:45Zu Ihnen wollte ich gerade.
38:47Es geht um die Anzüge von Herrn Hellinger.
38:49Aha.
38:50Mhm.
38:52Lieber Herr Achtziger, Sie wissen ja, wie das ist.
38:56Wenn zwei Häuptlinge aufeinandertreffen, dann fliegen halt auch mal die Federn.
39:01Trotzdem hoffe ich, dass Sie mir auch in Zukunft gewogen bleiben.
39:04Und da ist jetzt eine Friedenspfeife drin, oder was?
39:06Ah, geh.
39:08Champagner.
39:09Darf ich leider nicht annehmen.
39:11Ja, man denkt, bevor er was kauft, was sie nicht mögen.
39:13Eben.
39:14Weiß doch keiner, sich doch keiner.
39:16Ja.
39:17Ah, da nehmen wir ihn.
39:19Oh, äh, nochmal herzlichen Dank, Frau Uwe.
39:22Gern.
39:22Passt zu, wieder schon.
39:24Achtziger?
39:25Ach, Frau Tuglinger.
39:27Sie sind gar nicht mehr auf Mallorca.
39:29In Rosenheim.
39:31Ja, natürlich.
39:32Kommen wir gerne, Ihnen zu gratulieren.
39:34Wann?
39:3517 Uhr?
39:37Ja, wunderbar.
39:38Dann bis heute Nachmittag.
39:39Wieder her.
39:40Herein.
39:42Bein zu kurz.
39:44Frau Uwe, neugierige Frage.
39:46Hat er dir der Schretzmeier jetzt das Geld zurückgegeben?
39:48Nein, aber dafür hat die Frau Tuglinger gerade angerufen.
39:51Sie ist wieder im Lande.
39:52Heute Nachmittag um 17 Uhr dürfen wir ihr gratulieren.
39:55Das ist aber, jetzt habt ihr überhaupt keinen Blumenstrauß.
39:57Ja, dann nehmt ihr doch die Flasche Champagner.
39:59Ja, das ist doch eine hervorragende Idee.
40:02Das machen wir.
40:07Frau Walter, bei der Untersuchung der Blutspuren auf ein Hillingers Anzug
40:10haben wir festgestellt, dass der Anzugstoff zum Großteil aus Kunstfasern besteht.
40:15Aber laut Etikett besteht der Stoff hauptsächlich aus hochwertigen Naturfasern.
40:19Ach, das muss er versehen sein.
40:22Äh, äh, ausgeschlossen.
40:23Bei den anderen Anzügen von Herrn Hillinger ist es genauso.
40:25Viel günstigere Stoffe als die, die auf dem Etikett stehen.
40:28Das heißt, Sie haben den Herrn Hillinger übers Ohr klauen?
40:30Ja, und nicht nur den Herrn Hillinger.
40:32Sie sind der Sache weiter nachgegangen, das Nähstudio,
40:35von dem Sie uns so stolz erzählt haben.
40:37Das existiert gar nicht.
40:40Weil Sie billig in Asien vorfertigen lassen
40:42und dann brauchen Sie die Anzüge bloß noch in Rosenheim
40:44den Maßen Ihrer Kunden anpassen.
40:46Sie haben also nicht nur mit den Stoffen getrickst,
40:48sondern auch bei der Herstellung.
40:49Geben Sie es zu, Frau Walter.
40:51Sie haben seit über einem Jahr Ihre Kunden systematisch betrogen.
40:55Und der Herr Hillinger ist ihm dahinter gekommen.
40:58Gar nichts ist ja dahinter gekommen.
41:00Meine engste Mitarbeiterin, die hat sich im Gesteckt,
41:04die Scheinheilige Frau, schnell, die Scheinheilige.
41:07Ich wollte ja auch sofort die ganze Angelegenheit
41:10mit ihm in Ordnung bringen.
41:13Also aber doch diskret und unter uns.
41:15Der wollte mich blamieren bis auf die Knochen.
41:18Der wollte mein ganzes Atelier ruinieren.
41:21Und deshalb haben Sie den Dolch genommen und zugestoßen?
41:24Ich, ich wollte bloß sagen, dass er ruhig ist.
41:29Wo genau ist dieser Dolch jetzt?
41:31Irgendwo.
41:33In Innenhagen geschmissen.
41:35Frau Walter, Sie sind folglich festgenommen,
41:37wegen des Dringenden Tatwirtarzt Thomas Willinger
41:39ermordet zu haben.
41:41Marietta, sei so gut.
41:43Kommen Sie bitte mit.
41:45Was?
41:46Bitte.
41:54Das hätte es nicht besser laufen können.
41:57Ein Geständnis wie maßgeschneidert.
41:58Von Frau Reuthoff.
42:00Und diesmal hochwertig.
42:01.