00:01Klappe!
00:09In Ostdeutschland aufgewachsen zu sein bedeutet für mich persönlich auch eine Konfrontation mit einer gewissen Ambivalenz.
00:17Ich würde sagen, dass ich in Gesprächen mit Leuten aus den alten Bundesländern schon merke, dass ich quasi in Ostdeutschland
00:24aufgewachsen bin.
00:26Und habe dann erst von der Perspektive von außen mit einem anderen Blick darauf geblickt und habe halt festgestellt, was
00:33es eigentlich alles gibt und wie liebenswert das für mich ist und wie viel das von mir ausmacht und wie
00:39viel das zu meiner Identität beiträgt und dass es einfach mein Zuhause ist und ich das eigentlich nicht verlassen möchte
00:46oder zumindest dem auch was zurückgeben möchte, weil es hat mir viel Positives mitgegeben.
00:51Ich denke, dass es sich hier im Osten sehr gut leben lässt.
00:54Ich glaube, dass es gerade in unserer Generation, dass es da einen größeren Konflikt gibt mit anderen Generationen als in
01:00anderen Bundesländern.
01:01Ich habe auch das Gefühl, dass auch eine Generation heranwächst, die zum einen reflektiv ist, aber auch sehr viel mehr
01:08Kultur macht.
01:09Und ich möchte auch später wieder zurück in diese Region, um das auch weiterzutreiben. Also ich denke nicht, dass das
01:17hilft, wenn alle sagen, mir gefällt es hier nicht oder hier gibt es ein krasses Problem mit Rassismus oder mit
01:23anderen Sachen.
01:24Hier ist nichts los und ich ziehe weg, sondern man kann das nur verändern, wenn man wirklich da ist und
01:29dann mit anpackt.
01:30Natürlich habe ich hier in Ostdeutschland viel mehr erlebt, was halt auch Hass betrifft. Also ich habe hier alles in
01:38einem halt kennengelernt, sag ich jetzt, obwohl Fremdenfeindlichkeit betrifft. Aber dementsprechend auch Liebe.
01:43Ich bin definitiv Sachse mit Migrationshintergrund. Diese Kategorisierung des Ostdeutschen ist definitiv in mir.
01:51Chancenreich herausfordert wegweisend, dass man hier viel aufbauen kann, dass man hier viel gestalten kann.
01:57Weil jetzt vielleicht, harte mit den kommenden Wahlen und mit der Kulturhauptstadt und dem neuen Fokus auf diese Identitäten, auf
02:06die Biografien, auf die Perspektiven, dass sich jetzt vermutlich viel entscheiden wird in den nächsten Jahren, in welche Richtung es
02:14geht.
02:15Ich glaube, dass es diese Wiedervereinigungsstand jetzt auch so noch nicht gibt. Dass es immer noch große Unterschiede gibt, dass
02:22dieser Prozess immer noch stattfindet.
02:24Es ist ein Prozess, auf dem wir schon ein paar Schritte gegangen sind, aber auf dem auf jeden Fall noch
02:29ganz viele Schritte gegangen werden müssen.
02:31Ich glaube, dieser Titel Keinheit für diesen Film passt halt perfekt. Da es halt wirklich symbolisiert, was die Fehler hier
02:38in diesem Land noch sind.
02:42Drei Wörter! Da müssen wir noch mal machen.
02:54Drei Wörter!