- vor 5 Wochen
Heimlichkeiten anderer Art bringen den Friseurmeister Locke in eine prekäre Lage. Da Anna wieder einmal beschäftigt ist, nimmt Paul Frau Locke mit zu einem Wochenendausflug nach Potsdam. Hier entdeckt sie ihren Mann, der angeblich auf einem Lehrgang weilt, Arm in Arm mit einer anderen Frau. Frau Locke zieht harte Konsequenzen. Der Friseur muss das gemeinsame Haus verlassen, um den Ehealltag mit seiner Geliebten auszuprobieren. Vergeblich versucht er, seine Frau davon zu überzeugen, dass es sich um ein rein platonisches Verhältnis handelt. Um Schlimmeres zu verhüten, bieten Anna und Paul Herrn Locke Unterschlupf, während ihn seine Frau bei der Nebenbuhlerin glaubt. (Text: MDR)
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TVTranskript
00:00Grüßen Sie am Sonntag, da hat der Peter Bregale.
00:03Gut, wie die Gug. Schön für ein Kind, was?
00:07Ja, aber wollten wir gerne beide zusammen hingehen, aber ich kann Susannchen nicht wie sonst bei meiner Kollegin abgeben.
00:12Und da wollte ich Sie fragen.
00:13Ich?
00:13Ja.
00:15Ja, ich weiß nicht, wie gerne Sie Kinder haben.
00:17Ihnen würde ich mein Schätzchen gerne abgeben.
00:19Ja, da bringen Sie mir sie nur. Ja, meine Kollegen, ich werde sie winken wie mein Augeapfel.
00:25Aber nur, wenn Sie nicht abgefahren haben.
00:25Nee, bringen Sie mir sie, kommst du dir halt Hunger.
00:42Das kann doch wohl nicht wahr sein.
00:45Mach da nicht so ein Gesumse draus, Paul.
00:49Weißt du, was ich den ganzen Tag heute gemacht habe in der Pförtnerloge?
00:52Ja, Kreuzworträtsel gelöst, wie immer.
00:56Nein, Prospekte habe ich durchgeblättert über dem Potsdamer Park.
01:00Ich habe mich in Gedanken schon gefreut auf unseren Ausflug.
01:03Und da sagst du einfach ab, wenn du ein Kind betreuen willst.
01:06Geh doch schließlich vor.
01:08Und trink deinen Kaffee.
01:10Nee, nee, also.
01:12Dass du den Kindern nah bist, das weiß ich ja, aber was zu weit geht, das geht zu weit.
01:18Jetzt habe ich zugesagt.
01:20Ich habe es nun mal vergessen.
01:22Entschuldige.
01:23Ich habe auch zugesagt.
01:25Bei der BGL.
01:26Und haben die Plätze schon bezahlt.
01:28Soll ich sie nun verfeilen lassen, hä?
01:29Du kannst doch fahren.
01:31Wer hindert dich denn daran?
01:33Was, denn sollte ich etwa alleine fahren?
01:36Du wirst schon jemanden finden, der liebend gerne mit dir fährt.
01:40So?
01:42Und wo finde ich den?
01:44Bis Sonntag?
01:56Herr Schmidt, kommen Sie rein.
01:59Ist ja nett, dass Sie mich mal besuchen.
02:01Ja, ich wollte Sie nur fragen, ob Sie Lust haben, mit mir nach Potsdam zu fahren.
02:04Im Omnibus.
02:05Aber ja!
02:06Das ist eine Sonderfahrt vom Betrieb.
02:09Für Veteranen.
02:10Meine Frau kann nämlich nicht mit und da habe ich die Karte übrig.
02:13Kommen Sie doch rein.
02:15Wir trinken ein Likürchen und besprechen alles.
02:18Wann ist es denn?
02:19Am Sonntag.
02:21Ach, herrje.
02:22Ausgerechnet Sonntag.
02:23Da bin ich doch zum Geburtstag eingeladen.
02:25Eine Freundin von mir wird 60.
02:27Die kann ich unmöglich enttäuschen.
02:29Ich sag's ja.
02:31Wen frage ich denn nun?
02:56Guten Abend, Herr Schmidt.
02:57Guten Abend, Frau Locke.
03:08Na, Herr Schmidt, Sie sitzen ja hier so, so traurig.
03:12Mir tun bloß die Beine weh.
03:15Glauben Sie, da bin ich jetzt zwei Stunden unterwegs
03:17und frage Hinz und Kunz, ob nicht einer Lust hat,
03:20am Sonntag mit mir eine Autobusfahrt nach Potsdam zu machen.
03:22Na und?
03:24Aber jeder hat etwas anderes vor.
03:26Es ist wie verhext.
03:27Dann fährt denn Ihre Frau nicht mit?
03:28Das ist es ja gerade.
03:30Die hat mich einfach versetzt.
03:37Ach, sagten Sie Sonntag?
03:39Ja.
03:40Na, dann nehmen Sie mich doch mit.
03:43Ehrlich?
03:44Na ja.
03:45Ach, ich hätte schon mal wieder Lust zu solchem Ausflug.
03:48Mein Mann ist ohnehin zu einem Wochenendleergang
03:50und ich so alleine rumsitze,
03:52da fahre ich doch lieber mit Ihnen nach Potsdam.
03:54Das heißt, falls Sie mich mitnehmen wollen.
03:56Aber Frau Locke, mit so einer hübschen, feschen Begleitung
04:00habe ich doch gar nicht gerechnet.
04:02Herr Schmidt, das Vergnügen ist ganz auf meiner Seite.
04:06Nun sagen Sie mir, wann es losgeht und was es kostet
04:08und die Sache ist perfekt.
04:12Das hier.
04:17Paul?
04:20Bist du endlich da?
04:21Ja.
04:25Und so vergnügt.
04:29Na, haben Sie jemanden gefunden für Ihren Ausflug?
04:31Hab ich.
04:34Siehste, ich habe dir es gleich gesagt.
04:37Du bist auch wieder friedlich.
04:39Bin ich.
04:40Ich wäre ja so gerne mitgefahren, aber ausgerechnet.
04:45Na, ausgerechnet.
04:46Sehen Sie, immer kommt ausgerechnet irgendetwas dazwischen
04:49und so bringt man sich dann um die schönsten Stunden seines Lebens.
04:55Versteigt sich das Hochgruppgebiet weiter.
04:57War es schon wieder so spät?
04:59Die Navien erstreckt und damit seinen Einfluss auf unser Gebiet ausdehnt.
05:04Deshalb können wir mit einem sonnigen Wochenende rechnen.
05:07Von einzelnen Gewittern abgesehen wird es heiter Unterhalt.
05:11Frau Locker.
05:12Temperaturen im küssten Gebiets 20 bis 22, im Windenland 22.
05:16Was?
05:18Unsere Friseuse?
05:20Wie kommst du denn auf die?
05:23Wenn schon, denn schon.
05:29...
05:40Musik ...
05:42Musik ...
06:09Reisen bildet eben ungemein.
06:12Man sieht Neues und entdeckt darunter Altbekanntes.
06:16Und hat seine Freude.
06:18Nein.
06:19Wieso nicht?
06:25Na, sehen Sie doch mal da.
06:29Ein Liebespaar. Ein idealer Park für die Glücklichen.
06:32Ja, bloß der Glückliche ist mein Mann.
06:35Sehen Sie doch ohne Fernglas.
06:43Herr Locke, tatsächlich.
06:45Ja, und mir erzählt er was von einem Lehrgang.
06:47Na, warte, mein Lieber.
06:49Frau Locke, nein, nicht.
06:51Lassen Sie mich.
06:53Aber, Frau Locke, so warten Sie doch.
06:55Ich soll ihn laufen lassen, wo ich ihn so unerwartet erwischt habe?
06:59Dieser Casanova.
07:00Nichts in der ersten Erregung.
07:02Nein, nein, jetzt ist meine Wut gerade noch frisch.
07:04Ja, und die folgen deshalb unkontrollierbar.
07:08Er kann Ihnen doch nicht entkommen.
07:10Nein, trotzdem.
07:11Dann wollen Sie einen Skandal.
07:14Unsere Bittreisenden werden schon aufmerksam.
07:17Sprechen Sie sich blitzschnell rum in unserem Nest.
07:19Ihre Kundinnen, sollten über Sie lachen können.
07:23Zu einer Gemeinheit.
07:33Du weißt ja gar nicht, wie dankbar ich dir bin, Röschen, für diesen Ausflug.
07:38Oder soll ich besser sagen, Ausbruch?
07:44Aus dem Alter, der Gewohnheit und der Nüchternheit all unserer Handlungen, wenn wir dies 40 überschritten haben.
08:00Ich mache mich lächerlich mit meinem Schwärmen.
08:04Weißt du, das ist vielleicht gerade das, was mir an dir so gut gefällt.
08:08Tatsächlich?
08:11Weißt du, nüchtern sind wir alle genug, aber glücklich.
08:15Guck mal, da sitze ich Tag für Tag zwischen meinen Bücherregalen.
08:19Allerlei Träume und Fantasien aus.
08:24Und ich rechne überhaupt nicht, damit es da ein Verrückter auftaucht, mich Trose nennt, obwohl ich Elvia heiße.
08:32Und nun will ich ihn an seine erste Liebe erinnern.
08:36Ein Verrückter. Du sagst das.
08:38Und die Rose?
08:41Die Rose begnügt sich mit der kleinen Rolle, die du ihr zubierigst.
08:46Ja.
08:47Ein Ausbruch aus dem Alter.
08:51Das bist du auch für mich.
09:03Mich so zu hintergehen.
09:06Mein kleiner Seitensprung hat noch keiner Ehe geschadet.
09:09Im Gegenteil.
09:10Und sagen Sie, ausgerechnet Ihre Frau hätte das mitgemacht.
09:16Deswegen musste er so oft zu diesen, diesen Lea gehen.
09:22Und ich schaffe, ich rackre mich zu Hause und im Geschäft ab.
09:27Hey.
09:28Ich lasse mich scheiden.
09:31Entschuldigung.
09:36Frau Locke, so warten Sie doch.
09:39Es wird ja alles gut.
09:42Also, bis wann?
09:45Das hängt von dir ab.
09:48Wenn du von zu Hause wegkommst.
09:50Na ja, dann frühestens in drei Wochen.
09:52Das ist doch viel zu lange.
09:54Das ist auch gut so, weißt du.
09:57Schreib mir.
09:58Gut.
09:59Tschüss.
10:18Wenn ich Sie bloß nicht mitgenommen hätte auf diesen Ausflug.
10:21Zum Glück taten Sie es aber.
10:22Dann hätte ich ihn alleine entdeckt.
10:24Ja, und geschwiegen.
10:25Nein, nein, ich hätte ihn ordentlich ins Gebet genommen.
10:28Ach, Männer halten doch zusammen.
10:31Wenn man so eine hübsche Frau hat.
10:35Jedenfalls bin ich froh, dass ich es weiß.
10:38Rück dich, Herr Schmidt.
10:39Also, gute Nacht.
10:41Gute Nacht.
10:42Nur keine voreiligen Schritte.
10:53Guten Tag, Frau Schmidt.
10:55Kleines Dankeschön für die Betreuung gestern.
10:56Ach, es hat mir doch Spaß gemacht.
11:00Susannchen auch.
11:01Dankeschön.
11:02Das wäre wirklich nicht nötig gewesen.
11:04Sie können es auch bald mal wieder bringen.
11:05Oh, da komme ich gern drauf zurück.
11:07Tschüss.
11:07Ist gut, tschüss.
11:12Ja.
11:15Herr Locker.
11:16Ich muss Sie dringend sprechen, Frau Schmidt.
11:18Ich mische mich nicht in Ihre Angelegenheiten.
11:20Das müssen Sie schon mit Ihrer Frau allein ausmachen.
11:21Darum geht es doch gar nicht.
11:22Bitte.
11:23Na, wenn Sie es nicht stört.
11:24Ich bin gerade beim Essen.
11:26Machen.
11:26Nein, nein.
11:27Bitte.
11:28Ja, danke.
11:35Sie hat mich ausgesperrt.
11:36So, wundert Sie das.
11:39Das war doch alles ganz harmlos.
11:40Haha, das heißt es dann immer.
11:42Nein, wirklich.
11:42Rose, ich meine, die andere, das war nur eine Bekanntschaft.
11:48Das interessiert mich nicht.
11:50Ja, aber das muss Sie interessieren, Frau Schmidt.
11:52Sie müssen mir nämlich helfen.
11:54Ja, also ich habe Sie kennengelernt, als ich mir ein Buch ausliehe für meinen Lehrgang.
11:58Sie ist Bibliothekarin in Potsdam.
12:00Und Ihre Frau?
12:01Ich liebe meine Frau.
12:03So.
12:04Und mit der anderen, da bringen Sie die Wochenende.
12:07Na ja, alle paar Wochen.
12:08Ja, und wozu das Ganze?
12:10Na, um mal wieder richtig plaudern zu können.
12:12Ach.
12:13Unbeschwert und ohne bei jeder Gelegenheit und jeder Kleinigkeit unterbrochen zu werden, das Herz richtig auszubreiten.
12:18Bei Ihrer Frau können Sie das nicht.
12:21Na, Walli, so tüchtig sie ist, ist so nüchtern geworden, so sachlich.
12:25Weniger wie meine Frau, mehr wie eine Kollegin und immer gleich aufbrausend.
12:30Rose dagegen.
12:31Wie Ihre Frau sich scheiden lassen.
12:33Nein, sie hat mich für zwei Monate ausgesperrt.
12:35Ich soll zu der anderen ziehen, sagt sie.
12:37Was?
12:38Ja, mit Rose den Alltag ausprobieren.
12:42Das hieß ja, den Teufel mit Belsenbube austreiben.
12:45Nicht wahr.
12:46Ich kann doch nicht für zwei Monate Tag für Tag nach Potsdam fahren.
12:49Ich habe doch hier meine Arbeit und mein Zuhause.
12:52Nein, also das geht nicht.
12:53Ich werde mit Ihrer Frau sprechen.
12:55Ja, das nützt ja nichts.
12:56Ich habe ja den ganzen Tag mit ihr darüber diskutiert.
12:58Sie müssen mir anders helfen, Frau Schmidt.
13:01Ja, aber wie?
13:06Na, wie war der Ausflug?
13:09Sehr schön, Frau Klein.
13:10Sehr schön.
13:11Schade, dass Sie nicht mitfahren.
13:13Ja, schade.
13:15Zumal Frau Locke Ärger zu haben scheint, deswegen.
13:18Woher wollen Sie hin, muss ich wissen.
13:21Na, Sie streiten doch schon den ganzen Morgen.
13:25Ach was.
13:27Ich muss nach oben.
13:34Ja, ich muss nach unten.
13:36Ach was.
13:37Ach und mein Frau.
13:38Woher hätte ich gemischt?
13:39Hier.
13:40Ich bin vorhin weißer.
13:42Nein, ich muss mal Ihnen sagen.
13:45Nein, ich bin dankbar.
13:47Ich weiß nicht, was Ihnen natürlich ein Fieber, Juni.
13:48Was ist denn nicht passiert?
13:49Ich habe die Gartenflöten.
13:50Hallo.
13:52Na nun, Herr Locke?
13:53Wie nahm der da vor?
13:54Ja, der Herr Locke, der ist jetzt unser Untermieter für zwei Monate.
14:00Was ist er?
14:00Ja, Ihre Frau war so freundlich.
14:02Ja, das kleine Zimmerchen steht doch leer.
14:05Aber warum denn?
14:06Na, weil Sie meine Frau nach Potsdam verschleppt haben.
14:10Komm, ich habe...
14:11Nun, komm, reg dich nicht auf, mein Paulchen.
14:13Das ist alles ganz einfach.
14:16Bitte.
14:17Offiziell wohne ich in Potsdam?
14:19Ja, bei der Frau, die du gesehen hast.
14:22Insgeheim, aber...
14:23Bei uns.
14:24Prost.
14:25Prost.
14:26Aber nur, um Schlimmeres zu verhüten.
14:39Wenn ich meinen Zug nach Potsdam bekommen will, dann muss ich jetzt.
14:42Ja, bitte.
14:45Es sei denn, du hast deine Meinung geändert.
14:49Zwei Monate, habe ich gesagt.
14:51Aber bedenke doch, die Strapazen für mich.
14:53Und die Zeit, die ich verfahre.
14:56Dafür sparst du ja die Zeit fürs Briefchenschreiben.
14:59Du bist grausam.
15:01Dann bin ich 40 Sekunden.
15:05Tschüss.
15:34Ist was, Frau Locke?
15:35Nein. Gehen Sie nur ausschließlich nicht?
15:38Nein, bis morgen.
15:39Bis morgen.
15:45Merkt Ihre Frau nicht, dass Sie gar nicht nach Potsdam fahren?
15:49Oh, na, diesmal hintergehe ich meine Frau mit Reimen gewesen.
15:52Das heißt, ein Schlechtes hatte ich ja nie.
15:54Das ist unser.
15:55Hau den Pfund rein.
15:56Ja, Moment.
15:57Na, na, na, na, na, na.
15:59Weil ich Sie ja nie richtig und wirklich hintergangen habe.
16:02Ich nahm mir nur jenes Zipfelchen Freiheit, Trumpf, das auch der treueste Ehepartner braucht, um leben zu können.
16:10Was Sie nicht sagen.
16:12Oh, danke schön.
16:14Der eine geht kegeln und ich gebe, jetzt kommt Herz.
16:17Herz hat ein jeder.
16:20Guten Morgen.
16:22Guten Morgen.
16:25Mit welchem Zug bist du denn gekommen?
16:27Mit dem frühesten.
16:28Ich muss schon bald nach Mitternacht wieder aufstehen.
16:31Ach, Hans-Joachim, wir müssen Haarlack bestellen.
16:35Ja.
16:39Frau Schmidt, wie ist denn das mit meinen Oberhemden? Die müssten mal gewaschen werden.
16:43Ja, mach Ihnen alles zurecht.
16:46Dann können Sie sie im Bad waschen, spülen und aufhängen.
16:50Ich?
16:51Ja, was ist denn dabei?
16:53Dann kommen Sie mit.
16:59So.
17:00Oh.
17:06Ach, Frau Schmidt, mit mir ist der Zucker ausgegangen.
17:15Ja.
17:15Könnten Sie mir wohl mal...
17:16Kommen Sie doch bitte rein.
17:23Ist Ihr Mann schon zu Hause?
17:24Nein.
17:25Ach, mir war so, als hätte ich eben in Ihrer Wohnung eine Männerstimme gehört.
17:28Ja, es wird das Radio gewesen sein.
17:31Ach, ja.
17:33Vielen Dank, Frau Schmidt.
17:34Bitte schön.
17:36Läuft bei Ihnen im Bad etwas über?
17:43Ist da jemand in Ihrem Bad?
17:45Nein, nein, ich habe das Fenster offen.
17:47Ach so.
17:48Also, nochmals vielen Dank.
17:50Bitte schön.
17:53Wiedersehen.
17:54Wiedersehen.
18:00Morgen, Frau Stein.
18:01Herr Schmidt?
18:01Aha.
18:03Herr Schmidt, ich könnte schwören, ich sehe Herrn Locke abends in Ihrer Wohnung und morgens wieder herunterschleichen.
18:10Das wäre nicht einmal in meinen Art.
18:22Haben Sie den Maler zu Hause?
18:24Nein.
18:24Wieso?
18:25Ich dachte nur, dass Ihr Mann deshalb das Zimmer bei Schmitz als Ausweichquartier braucht.
18:33Au.
18:33Ach, entschuldigen Sie.
18:36Das hätte er doch auch mir sagen können.
18:38Da hätte er es doch noch bequemer als bei Schmitz.
18:41Vielleicht.
18:44Frau Schmidt, Sie machen aus mir noch eine perfekte Hausfrau.
18:48Da würde Ihre Frau sich ja freuen.
18:51Geteilte Arbeit ist halbierte Langeweile.
18:54Aber trotzdem, wenn ich daran denke, dass das noch sieben Wochen so weitergehen soll,
18:59das ist keine Rose der Welt wert.
19:01Zu Hause bleibt doch zu Hause.
19:02Ah, da scheint die Therapie Ihrer Frau ja zu wirken, was?
19:06Na, das würde ich meinen.
19:08Oh, ich verschwinde.
19:13Na, Paul, willst du nicht mal?
19:19Frauen denken wohl immer, sie müssen erziehen, ne?
19:21Müssen wir ja leider.
19:26Na nun, Frau Locke.
19:27Na, Herr Schmidt.
19:29Entschuldigen Sie die Störung, aber ich möchte gern mal meinen Mann sprechen.
19:34Ich gehe dann auch gleich wieder.
19:35Ihr Mann?
19:37Ja.
19:38Der wohnt doch bei Ihnen, oder?
19:41Walli, du weißt.
19:43Ja, ich weiß.
19:45Du hintergehst mich also weiter.
19:47Walli, sieh mal so, dürfen Sie das nicht sehen.
19:50Paul, jetzt sei mal bitte still.
19:52Guten Abend.
19:53Guten Abend.
19:53Frau Locke.
19:54Ich habe Ihren Mann ja aufgenommen, weil er mich darum gebeten hat.
19:59Und weil ich Ihre Heilmethode für falsch halte.
20:03Er wollte es doch so.
20:05Walli.
20:06Nein, er wollte es nicht so.
20:09Männer bedenken doch nie die Folgen, wenn sie mal der Rappel packt.
20:13Und Sie?
20:14Na, Sie wollen es doch auch nicht, oder?
20:17Wäre es Ihnen vielleicht lieber, wenn der jetzt im Potsdam sitzen würde?
20:20Bei der anderen?
20:21Oh, meine Bratkartoffeln.
20:25Na, dann soll er doch mal sehen, wie der Alltag mit ihr schmeckt.
20:29Nicht?
20:30Ich meine, soll ich mich damit abfinden, dass er bei ihr immer bloß das Parkidyll und diese Sonntagsturteleien genießt?
20:38Und bei mir, da mault er die Woche über.
20:41Wieso maule ich?
20:42Na, ist doch wahr.
20:44Die hat doch überhaupt nichts mehr gefallen.
20:46Nach Hause kommen Röhre an, latschen an, nichts mehr reden, nichts mehr unternehmen.
20:50Ich glaube kaum, dass du bei deinem Röschen so schweigsam bist.
20:53Ja, die hat auch zugehört, wenn ich ihr etwas erzählte.
20:55Du dagegen...
20:56Moment mal, Moment.
20:57Die hatte ich auch nicht tagtäglich immer mit den gleichen Geschichten, nicht?
21:00Ja, das ist eben die eheliche Langeweile.
21:03Was?
21:03Ich bin dir langweilig?
21:05So langweilig finde ich euch ja nun gerade nicht.
21:08Ihr streitet euch ja ganz prächtig.
21:10Ach so.
21:10Vielen Dank.
21:11Streiten finde ich ja immer noch viel ergebiger, als sich gar nichts zu sagen haben.
21:17Ach, auf das Rezept kann ich verzichten.
21:19Ja, das finde ich allerdings auch.
21:22Ich glaube, wir sollten doch jetzt endlich mal vernünftig miteinander reden.
21:27Ja, mit einem Versöhnungsdrunk.
21:30Zwei Monate, habe ich gesagt.
21:33Das ist doch Wahnsinn.
21:35Also, so lange brauche ich, um über meine Enttäuschung wegzukommen.
21:39Und du ja wohl auch, um von deinem Röschenrappel kuriert zu werden.
21:44Ich bin kuriert, Walli.
21:46So?
21:46Zwei Monate halte ich das nicht aus.
21:49Wir auch nicht.
21:52Warum bist du denn nicht in Potsdam?
21:54Bei deinem Röschen?
21:56Weil ich dich liebe, Schäfchen.
22:00Nach Potsdam wollte er wirklich nicht, Frau Locke.
22:05Meinst du denn, ich halte das so lange aus, du Affe?
22:09Also, darauf trinken wir jetzt ein.
22:12Ja.
22:15Röschen.
22:17Ich meine, Walli, Röschen hieß ja eigentlich gar nicht Röschen, sondern Elvira.
22:22Und du solltest eben auch ab und zu mal ein bisschen mein Röschen sein.
22:27Herr Locke, auch Röschen haben Dornen.
22:36Herr Schmitz, ich hörte Sie gerade auf dem Hof.
22:38Ich hab da was für Sie.
22:42Auch das noch.
22:44Scherben bringen Glück.
22:45Na, ist bei Ihnen alles wieder in Ordnung?
22:47Ja, dank Ihrer Hilfe bestens.
22:49Aber unser Skat-Armende war nicht übel, ne?
22:52Hier als Entschädigung für den Ärger, den Sie mit mir hatten.
22:55Zwei Karten für einen Autobusausflug für Sie und Ihre Frau.
22:58In den Spreewald?
23:00Ja, ist schön dort.
23:01Und dort finden Sie mich bestimmt nicht.
23:08Was hältst du von Spreewald, Annekin?
23:12Wieso?
23:13Weil wir demnächst dorthin fahren.
23:17Das heißt, diesmal kommst du doch mit, oder?
23:20Wird wohl das Beste sein, damit du nicht wieder Kuddelmuddel anrichtest.
23:27Ich?
23:28Wieso denn ich?