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Transkript
00:01Sag mal, kennst du Herkules? Na klar, du Nase.
00:07Lea, kannst du nicht mal ernst bleiben?
00:19Na, ich jetzt wieder gut. Vorsicht, Ärzte.
00:27So. Seid ihr nur fieberfrei? Appetit ist wieder da, Gegenteil klappt auch?
00:33Ja, ja. Ich denke, Herr Kollege.
00:36Gut, also noch einen Tag zu Hause und dann ab in die Schule.
00:39Habt ihr gehört? Und nicht wieder über den Zaun?
00:43Nie wieder, Herr Doktor.
00:45Da werden sich die Mutti sauber freuen.
00:47Also heute noch.
00:49Mutti, aber davor kriegen wir noch einen Pudding.
00:51Ja?
00:52Na klar, mit Soße.
00:56Ihr könnt weitermachen.
00:58Aber das wäre so doll.
01:00Also.
01:04Das ist Herkules.
01:05Und das ist ein kleiner Bruder.
01:08Und der Kleene dreht sich um den Großen.
01:11Ist doch klar, so wie der Mond um die Erde.
01:14Das schon.
01:16Nur war der Kleene früher genauso groß wie sein Bruder.
01:21Und nach einer gewaltigen Explosion ist er zusammengeschrumpft, aber sein Gewicht hat er behalten.
01:28Warum soll der nicht?
01:29Ja, kapierst du denn nicht.
01:31Er ist zusammengeschrumpft.
01:33Sein Gewicht hat er behalten.
01:34Ich würde sagen, er hat eine große Dichte.
01:37Ja schon.
01:37Aber was für eine?
01:39Weiß ich nicht.
01:41Kannst du dir vorstellen, dass das Bonbon einen Zentner wiegen würde?
01:46Schwer.
01:48Aber kannst du dir vorstellen, dass das Bonbon, wie ich es hier in meiner Hand habe, 100 Tonnen wiegen würde?
01:55Mensch, ist doch mehr als eine Lok.
01:56Ja.
01:57So ein Klacks wie das Bonbon wiegt in dem Kleene Herkules etliche Milliarden Tonnen.
02:05Und das wie ist es genau?
02:07Besiegelt.
02:08Und da steht alles in dem Buch, was dein Vater mitgebracht hat?
02:11Mhm.
02:13Doppelstern Herkules X.
02:17Du, da kommt mir eine Idee.
02:18Spannend.
02:20Norbert, der konstruiert doch gerade einen Versuchsroboter.
02:23Und er sucht immer noch einen Namen.
02:24Und ich habe einen.
02:26Und?
02:27Herkules.
02:32Schnell, mein Bruder, eingeschlossen.
02:35Nun kommen Sie erst mal rein, die Tür ist offen.
02:37Äh, ja?
02:40Kommen Sie doch erst mal rein.
02:42Bitte.
02:42Schnell, Sie müssen helfen.
02:46Mein Bruder ist eingeschlossen.
02:48Eingeschlossen?
02:49Ja schon, schon zwei Stunden.
02:51Der Schlüssel ist abgebrochen.
02:53Wo denn?
02:53Um zwölf muss er seine Tabletten haben.
02:56Er hat's am Herz.
02:58Aber liebe Frau.
03:00Fräulein Zeitler heiße ich.
03:01Fräulein Zeitler, da rufen wir am besten mal gleich den Schlosser an.
03:05Manke Straße 12.
03:06Ach, da war ich schon wegen Urlaub geschlossen.
03:10Können Sie mir nicht jemanden mitgeben?
03:12Äh, mit einem, ähm, Sperrehaken.
03:15Oder einem Nachschlüssel.
03:17Es ist ja nur die Toilette.
03:19Und kein Sicherheitsschloss.
03:21Mein Bruder muss da runter.
03:23Er regt sich so schrecklich auf darin.
03:25Und der hat's doch mit dem Herzen.
03:28Wo wohnen Sie, Frau Zeitler?
03:30Auf der Toilette.
03:32Wo Sie wohnen?
03:33Ja, Moment mal.
03:35Haben Sie Ihren Personalausweis dabei?
03:37Ja, ja.
03:38Ist nur drei Ecken von hier Altstadt.
03:40Geht schnell.
03:41Genosse Oberleutnant, fernschreiben.
03:44Können Sie nicht selbst mitkommen?
03:47Moment noch.
03:49Dauert höchstens fünf Minuten.
03:53Genosse Hauptfachmeister, vor Ihrem Streifengang helfen Sie mal, Frau Zeitler, Ihren Bruder zu befreien.
03:58Fräulein!
03:58Geht in Ordnung.
04:02Ist schon zwölfe?
04:04Nee, ist noch nicht ganz.
04:06Er braucht doch seine Medizin.
04:09Bitte.
04:10Ach ja, ich mach auf.
04:16Friedhelm!
04:17So?
04:18Wir kommen!
04:26Friedhelm!
04:27Bist du noch drin?
04:28Wo soll ich denn sonst sein?
04:30Wo warst du denn so lange?
04:31Wo soll ich gewesen sein?
04:33Beim Schlosser.
04:34Hast mit?
04:36Nee.
04:37Aber die VP!
04:38Ja, was soll denn die VP hier?
04:42Ihr sollt aufschließen.
04:45Nicht aufschließen.
04:46Das versuchen wir doch auch, Herr Zeidler.
04:48Nur noch einen Moment Geduld.
04:50Ach, Geduld, Geduld.
04:52Erst schließt du mich ein und dann kannst du dich aufmachen.
04:55Ich sag's ja, immer mit Gewalt.
04:58Nun ist der Bart ab.
05:01Der Bart ist ab.
05:03Äh, der Bart ist abgebrochen, mein, mein Bruder.
05:06Nein, nein, der Bart, der ist dran.
05:08Ach, nicht doch, junger Mann.
05:10Der steckt noch drin.
05:12Der muss erst rausgefummelt werden.
05:16Herr Zeidler.
05:17Ja?
05:18Sie werden wahrscheinlich den Riegel gesperrt haben.
05:21Ich?
05:22Ha, ha, ha.
05:23Kann man die Pillen nicht vielleicht durch Schlüsselloch reinschieben?
05:28Ach, Niesfeld, was du da schabbelst.
05:30Lass doch den Kumpel erst mal aufmachen.
05:33Sei nicht so forsch, Friedhelm.
05:35Das ist ein Oberleutnant.
05:37Na, machen Sie die Sperre doch mal auf.
05:46Ach, Friedhelm.
05:49Na ja, na, Oberleutnant.
05:52Hauptwachtmeister ist er.
05:53Ja.
05:54Na ja, du hast ja keine Ahnung.
05:57Vielen Dank, Genosse.
05:58Ist schon gut, Herr Zeidler.
06:00Wenn mir mal alles so schnell ginge, ne?
06:03Bitte.
06:04Hier, nehmen Sie, Herr Wachtmeister.
06:07Dankeschön.
06:09Aha.
06:10Sie dürfen wohl nicht.
06:12Lisbeth.
06:13Ich glaube, ich muss schon wieder.
06:18Misstrauen ist ein schlechter Ratgeber.
06:21Immer ist davon auszugehen, dass wir es mit Menschen zu tun haben, die an unserem gemeinsamen sozialistischen Werk mitarbeiten.
06:30Genauso wie wir, nur an einem anderen Platz.
06:34Sie kennen ihre Rechte und sind sich ihrer Stellung in der Gesellschaft bewusst.
06:41Sie lehnen besser Wisserei und Gängelei ab.
06:44Mit Recht.
06:45So wie ich mich verhalte und wie ich reagiere, so urteilt der Bürger über mich und die gesamte Volkspolizei.
06:53Wir stehen nicht über den Werktätigen, sondern gehören zu ihnen.
06:57Handeln in ihrem Interesse.
07:01So erhält der Begriff Freund und Helfer einen ehrlichen, tiefen und eindeutigen Sinn.
07:07Einen Inhalt, der deckungsgleich ist mit unserem Klassenauftrag.
07:14Bitte, Genosse Seifert.
07:20Manchmal muss ich mit Bürgern sprechen, die gegen Rechtsnormen verstoßen haben.
07:25Das trifft nicht immer Verständnis.
07:28Es gibt Leute, die ihr Unrecht nicht einsehen wollen und mich unqualifiziert angreifen.
07:34Ja, unqualifiziert.
07:36Naja, da fällt es mir oft nicht leicht, die nötige Besonnenheit zu wahren.
07:42Ich muss mich zwingen, meine innere Erregung.
07:45Zu unterdrücken, sachlich und höflich zu bleiben.
07:48Oft wird der Betreffende auch noch laut.
07:51Zeigt sich sozusagen mutig und produziert sich vor eventuellen Zuschauern, seinen Kollegen.
07:59Man muss unterscheiden zwischen natürlicher Erregung und raudiehaften Benehmen.
08:05Oder sogar einer Provokation.
08:09Grundsätzlich ist in allen Fällen Besonnenheit geboten.
08:12Eine schnelle Analyse des Fehlverhaltens und ein kurzes Gespräch darüber.
08:18Und das muss mit überzeugenden Argumenten geführt werden.
08:24Bitte.
08:27Würden Sie bitte übernehmen, Genosse Wagner.
08:29Ich habe Besuch bekommen.
08:30Jawohl, Genosse Major.
08:31Achtung.
08:37Rührt euch.
08:40Wenn Sie sich das mal auf der Karte ansehen wollen.
08:43Uns in der Gaststättendirektion hat die Auswertung stutzig gemacht.
08:46Wenn Sie mal schauen wollen.
08:47Rübezahl.
08:49Müggelseeperle.
08:51Müggelhort.
08:53Strandbad.
08:53Palme.
08:55Riecht das Horn.
08:56Da steckt doch System.
08:57Gesellschaftshaus.
08:58Alles Gaststätten am Wasser.
09:00Also keine Spuren.
09:02Und alles in diesem Sommer.
09:05Nein, Frühjahr und Sommer.
09:08In einigen Gaststätten mehrmals.
09:10Der heißt bei uns schon Jackenklau.
09:14Mit den vielen Lederjacken könnte der eine ganze Lederwarenhandlung beliefern.
09:18Warum haben Sie sich nicht früher gemeldet, Genosse Bebbelt?
09:24Die Betroffenen haben sich ja meist selbst gemeldet.
09:27Die wohnen dann sicher nicht in Köpenick.
09:29Naja, wir wollen unsere Lokale ja nicht in einen schlechten Ruf bringen.
09:36Einige Gaststätten haben ja wohl den ABV verständigt.
09:41Außerdem, Sie wissen ja, in den meisten Gaststätten hängt ja auch das Schild.
09:45Achten Sie selbst auf Ihre Garderobel, wir übernehmen keine Haftung.
09:48Es bleibt dabei, dass jeder Bürger für seine Kleidung selbst verantwortlich ist.
09:53Aber ich werde meine Mitarbeiter entsprechend informieren.
09:57Nur wir können nicht in jede Gaststätte rund um die Uhr einen Kriminalisten setzen.
10:06Wir können nicht in jedem Momenten kümmern, sondern in jedem Momenten einen Kunde sein.
10:12Das ist das?
10:15Das ist das?
10:16Das ist das?
10:17Das ist das?
10:18Das ist das?
10:18Ich auch nicht.
10:34Also wenn morgen auch so ein Wetter ist, da hat sich die Reise von Gera nach Berlin gelohnt.
10:39Eine Borkkrone, bitte.
10:40Hoffentlich schleppst du deine Leute bei der Bullenhitze nicht wieder durch sämtliche Museenschwager.
10:45Du, darüber kann ich nicht lachen.
10:47Wann sollen die Kinder solche prägenden Eindrücke erhalten, wenn nicht jetzt nur...
10:50Bitte schön, Sie wünschen.
10:51Ja, sechs Schwarzwälder Kirsch und zwei Erdbeertorten.
10:54Und drei Brausen.
10:55Und drei Brausen.
10:56Du, das geht aber auf mich.
10:57Naja, gut.
10:59Nee, im Ernst, wo sollst du denn diesmal hingehen?
11:01Na, Kischis.
11:02Du, wenn du willst, dann nehme ich deine mit.
11:05Glaub nicht, dass die sehr begeistert werden.
11:08Bestimmt nicht so wie deine.
11:10Kann ich bei Ihnen bestellen?
11:11Ja.
11:12Dann bringen Sie hier Kaffee, ja?
11:13Nein, nein, nein, nein, was soll denn die Rangelei?
11:18Daniela sitzt in der Mitte und ihr beide rechts und links von mir.
11:20Rutsche mal rüber.
11:21Ja, rutsche mal, bitte.
11:24Wir haben uns so auf diesen gemeinsamen Nachmittag gefreut.
11:27Und ihr macht so einen Terrator.
11:28Schämt euch was.
11:30Das ging aber auch schon.
11:32Na, aber das ist was.
11:34Süßes.
11:35So, wer möchte?
11:36Ich auch.
11:37Komm, mein Kleiner.
11:38Du möchtest die?
11:39Erdbeertorten.
11:39Erdbeer, auch Erdbeer.
11:41Und wer möchte nehmen?
11:42Hier, Kirschwälder Schwarztorte.
11:45Brause.
11:46Brause auch noch eine.
11:47Daniel, na fangt an.
11:49So, guten Appetit.
11:50Na, lasst es euch schmecken.
11:52Danke.
11:53Aber Renate, deine Apfeltorte ist nach wie vor die beste.
11:55Das stimmt.
11:59Also, meine Sahne ist vorzüglich.
12:01Was ist denn jetzt bloß Daniela?
12:03Berliner Moden.
12:05Mensch, ist ja Norbert mit seiner Karre.
12:07Ja, was für eine Karre denn?
12:09Sein Motorrad, seine Maschine.
12:11Ach so.
12:12Daniela.
12:15Was macht denn die, Norbert?
12:18Mehr als sie darf.
12:19Ach, Quatsch, ich meine nur genau.
12:21Wenn die könnte, wie sie wollte, würde sie mehr als sie darf.
12:26Also, der hat nur Augen für das Bein.
12:33Mann, macht der sich mausig auf den Kocher.
12:36Neidisch, was?
12:37Höh.
12:38Ist das schon ganz elferneid?
12:40Nee, der ist mit dem Mahn.
12:41Wohnt weg.
12:42Bekrapschen ist nicht.
12:43Ist der kleinlich.
12:45Was macht denn die Mühle?
12:47Tja, wenn sie wollte, was sie könnte, würde sie mehr als sie durfte.
12:53Anni.
12:55Das also ist der Norbert.
12:58Guten Tag.
13:01Guten Tag, Herr Nolze.
13:03Lass uns anfahren.
13:04Grüß dich, Norbert.
13:06Tag.
13:06Sag mal, was macht denn eigentlich euer Herkules?
13:09Naja, wir laborieren noch zu sechs, da nicht mehr herum.
13:11Er funktioniert noch nicht ganz so, wie wir uns das vorstellen, aber bis zur MMM muss
13:15er ja fertig sein.
13:16Der klassische Herkules, eigentlich ja Herakles genannt, vollbrachte wahre Wundertaten.
13:23Daniela, bekommst du sie noch zusammen, die sogenannten zwölf Arbeiten?
13:27Wen hat Herakles besiegt?
13:30Na, den nehmischen Löwen.
13:33Die neunköpfige Hydra hat schreckt.
13:35Und dann hat er noch den Gürtel der Amazon-Königin mit aufhackt und den Stall des Augias ausgemistet.
13:43Und dann war da noch was.
13:45Oh, das ist ja eine ganze LPG.
13:46Zum Schluss hat er den Höhlenhund Cerberus besiegt.
13:50So ganz nebenbei hat er den Zetaugen betrunken gemacht und verjagt.
13:54Prometheus befreit.
13:55Na, und ne ganze Weile für Atlas im Himmel getrunken.
13:58Bitte, Zetaugen.
14:00Meine Tochter.
14:01Der konnte zwölf Arbeiten vollbringen.
14:03Aber unser, der kann 14.
14:05Ach, der Kling hat alles.
14:08Fliegen kann er nicht.
14:09Norbert, sag doch mal das Foto.
14:12Ich hab's ja schon gesehen.
14:13Also ich sag euch, ist klasse.
14:14Ja, zeigen Sie doch mal.
14:16Ja, zufällig dabei.
14:17Wer damit?
14:18Nun, wo ist denn meine Jacke?
14:20Die ist dir von runtergefallen.
14:21Ich hab sie angehängt, dort hinten.
14:24Peter, hol sie doch mal bitte.
14:26Also, im Märkischen Museum, da gibt's Automaten.
14:30Die haben noch mehr Funktion.
14:32Hängt sie nicht?
14:39Da doch nicht.
14:41Hier.
14:42Sie entschuldigen, ich suche eine braune Lederjacke.
14:44Haben Sie da was gefunden?
14:45Nee, nix gehört.
14:49Die kann doch nicht weg sein.
14:51Such doch nochmal gründlich.
14:53Ja, aber...
14:53Guck doch nochmal.
14:54Weg.
14:59Jackenklau.
15:09Warten mal noch ein Weilchen.
15:14Sehen Sie mal, das Band der Milchstraße ist heute wunderbar zu sehen.
15:20Hä?
15:21Ja, ist schön.
15:24Trotzdem bleibt mir das ein Rätsel, wie man sich da zu Hause fühlen kann.
15:28Der Kosmos ist unser Zuhause, Herr Kleiner.
15:31Ob wir das wollen oder nicht, er bewegt sich um uns und wir bewegen uns in ihm.
15:35Ich weiß.
15:36Friedrich Engels sagte, Bewegung ist die Daseinsweise der Materie.
15:39Und deshalb müssen wir uns auch darin zurechtfinden.
15:43Nichts steht fest.
15:44Auch das nicht.
15:46Im Kosmos gibt es eine ständige Entwicklung.
15:49Ja, damit kommt mir mein Sohn Peter ja auch schon immer, ne?
15:52Und das hat er ganz bestimmt von Ihnen, Dr. Schilling.
15:54In seinem Sprachschatz, da wimmelt es regelrecht von weißen Zwergen und roten Riesen, schwarzen Löchern.
16:03Ultraviolette Strahlung, Rotverschiebung und blauem Venuslicht.
16:07Die ganze Farbskala.
16:08Also für mich bleibt der Himmel schwarz-weiß und die Sterne sind ein Haufen undurchdringlicher Lichtpunkte.
16:14Das ist aber ein Rückfall.
16:26Ne, ne, lass mal zu.
16:30Ja, das ist, das ist ganz einfach.
16:35Unser Sternensystem, muss man sich vorstellen, als eine riesige, abgeflachte Diskusscheibe.
16:44Ach.
16:45Rund 100 Milliarden Sterne sind unsere unmittelbaren Nachbarn.
16:49Ha, unmittelbar ist ja gut.
16:51Ja, und wir befinden uns etwa am Rande dieses Diskus.
16:56Aha.
16:57Das deutlich schimmernde Band der Milchstraße ist also nichts anderes als die Diskusscheibe von uns aus, also von unten her
17:08gesehen.
17:09Ja, das leuchtet ja ein.
17:12Aber das Zurechtfinden?
17:14Na, da bedient man sich der sogenannten Leitlinien.
17:17Ja, die fünffere Verlängerung der Hinterwand des großen Wagens führt zum Polarstern.
17:21Und verlängert man den mittleren Deichselstern über den Polarstern hinaus, gelangt man zur Cassiopeia.
17:26Und so weiter.
17:27Wenn man es weiß, ist es ganz einfach.
17:29Kürzlich hat mir mein Junge erzählt, dass man die Planeten dadurch viel leichter findet,
17:34weil die im Gegensatz zu den Sternen nicht glitzern und funkeln, sondern ein viel ruhigeres Licht ausstrahlen.
17:39Na also, Fortschritt auf allen Linien.
17:41Na ja, der Clou ist ja, dass er sein neues Hobby, Mikroelektronik und Robotertechnik, jetzt mit der Astronomie verbinden will.
17:50Sternenhimmel und Computer.
17:52Da landet er unweigerlich bei der Raumfahrt.
17:54Doktor, wenn Sie Ihr Versprechen wahrmachen, mit den beiden fünften Klassen die Archenholzsternwarte zu besuchen,
18:00dann haben wir wohl in Kürze bei den Berufswünschen zwei Dutzend Kosmonauten.
18:06Moment mal.
18:18Was ist in Ordnung?
18:35Die Clou in Röhrung.
18:45Wäre gut, wenn wir jetzt einen Spanner hätten, der mithelfen könnte, wa?
18:48Wunschträume, fass zu.
18:54Vorsicht.
19:01Volkspolizei.
19:03Was machen Sie da?
19:05Weisen Sie sich bitte aus.
19:17Wir holen hier ein paar Tonröhren.
19:19Wir sind beschädigt, ne?
19:21Na ja, aber dazu brauchen Sie eine Genehmigung, die Sie sicher wissen.
19:25Kann ich die mal sehen?
19:28Die hab ich nicht.
19:29Wissen Sie, der Meester hat gesagt.
19:31Welcher Meester?
19:33Welcher Meester war denn das?
19:36Also Diebstahl.
19:38Diebstahl?
19:38Dann nicht gleich Diebstahl.
19:40So ein bisschen Tonröhrchen und dann ist er auch noch beschädigt.
19:43Ja, hier ein bisschen, da ein bisschen.
19:45Da gibt es Schlesien ganz einen Berg.
19:47Ich hab ihm nur geholfen.
19:48Ich hab mit der Sache gar nichts zu tun.
19:50Ja wirklich, der hat mir nur geholfen.
19:52Trotzdem muss ich Sie bitten, sich beide auszuweisen.
19:54Ja klar.
19:55Aber wie gesagt, ich.
19:58Ich hab meine Papiere im Auto.
20:02Na, dann holen wir sie doch.
20:04Na ja.
20:07Und Sie bleiben hier bei den Genossen.
20:26Und Sie bleiben hier bei den Genossen.
20:51Arbeitst du hier?
20:56Was machst du denn?
21:02Physiker.
21:04Physiker?
21:06Na, was machst du denn da?
21:14Oberflächenveredelung.
21:18Ausdruck hab ich noch nie gehört.
21:19Was ist denn das denn?
21:26Man kann
21:29normalen Werkstoffen zu neuen Qualitäten verhelfen,
21:32indem man
21:34Oberflächen
21:34Modifiziert.
21:37Modifiziert.
21:39Aha.
21:41Da bist du
21:42schon Brigadier oder sowas.
21:45Oder sowas.
21:51Sag mal,
21:52du hast doch gar keine Befugnis.
21:56Wieso?
21:58Keine Armbinde.
22:02Die Binde macht nicht den Helfer.
22:06Ich würde Ihnen raten,
22:08mehr Sorgen um sich selbst zu haben.
22:16Lag mal, warum gibst du dich für sowas her?
22:19Weil ich dafür bin,
22:21dass sich Einzelne nicht etwas
22:23unter den Nagel reißen,
22:24was uns allen gehört.
22:26Mann.
22:28Für'n Kumpel.
22:32Wer klaut,
22:33ist nicht,
22:34mein Kumpel.
22:42Sag mal,
22:43was bringt denn das?
22:45Das
22:46legt der Staatsanwalt fest.
22:53Staatsanwalt.
22:55Ärger auf alle Fälle.
22:57Ne ganze Menge.
23:04So, meine Herren,
23:05dann schaffen Sie die Röhren mal dahin zurück,
23:06wo Sie die hergeholt haben.
23:07Na, warum denn das?
23:08Na, wegen der Ordnung
23:09hier auf der Baustelle.
23:15Ich schreib mir inzwischen
23:16Ihre Personalien auf.
23:22Na, Doktor,
23:22wie sieht's denn aus?
23:24Sind Sie klargekommen?
23:25Sicher.
23:29Kann ich Ihnen helfen?
23:30Ja, danke.
23:33Na, Sie haben ja inzwischen
23:34auch schon die
23:35höheren Weinen empfangen, was?
23:37Wer hätte das vor Wochen
23:39noch gedacht?
23:40Ich nicht.
23:44Hätten Sie bei unserer
23:45Himmelsguckerei
23:46beinahe verpasst.
23:48Hm, hm.
23:50Blick auf zu den Sternen,
23:52hab Acht auf die Gassen.
23:54klingt ja wie eine Richtlinie
23:56vom letzten Plenum.
24:04Olaf hat mir eine Karte geschrieben.
24:07Olaf?
24:10Ist das nicht dieser Motorrad-Fan,
24:12der dich unbedingt heiraten wollte?
24:13Ja, vom Fleck weg.
24:16Was schreibt er denn?
24:17Ob ich mich ein bisschen
24:18freuen würde,
24:19einen strammen Soldaten
24:20Olaf geheißen
24:21wieder einmal zu sehen.
24:23Er käme nämlich
24:23dieser Tage auf Urlaub.
24:26Schön für ihn.
24:29Und dann schreibt er noch,
24:30ob du mir immer noch
24:31so nachläufst wie am Anfang.
24:32Oder ob dir schon
24:33die Luft ausgegangen ist.
24:35Muss ich nun eifersüchtig sein?
24:37Nicht mehr
24:37und nicht weniger
24:38als vorher.
24:40Eifersucht.
24:41Was ist das eigentlich?
24:45Meinst du nicht, Bernd,
24:46dass alles bei uns
24:47ein bisschen zu glatt geht?
24:48Glatt?
24:50Du, es fällt mir schwer genug,
24:52meine knappe Freizeit
24:53in dein kompliziertes
24:54Krankenhaus-Trickmuster
24:55einzuhekeln.
24:57Eine Verabredung mit dir
24:58setzt die logistischen Fähigkeiten
24:59eines Stabschefs voraus.
25:00Dann erkläre mir doch mal,
25:02wo du mich mit deinen
25:02logistischen Fähigkeiten
25:03jetzt hinschleppst.
25:05Wohlschmeckende braune Flüssigkeit
25:07mit sechs Buchstaben.
25:09Kau-Kau?
25:10Oh nein!
25:11Kaffee?
25:12Ja!
25:41Warum drinnen
25:42bei dem herrlichen Wetter?
25:45Keine Westen auf dem Kuchen,
25:47keine Fliegen im Kaffee,
25:49keine Mücken im Genick.
25:50Der platzt doch schön hier,
25:51findest du nicht?
25:53Guck mal, herrliche Aussicht
25:54nach drinnen und nach draußen.
25:59Herr Ober,
26:00zwei Kärntchen Kaffee bitte
26:02und zwei Stück Obsttorte.
26:04Mit Sahne?
26:04Ja, mit zweimal Sahne.
26:05Bitte sehr.
26:12Warum hast du denn bei dem Wetter
26:13eigentlich deine Lederjacke mitgenommen?
26:17Die haben heute Morgen
26:18noch leichte Schauer angesagt.
26:19Mit Eis und Kaupe.
26:21Da hast du aber
26:21Sender Grönland gehört.
26:24Berne, du bist heute
26:25ganz schön bissig.
26:26Bissig war ich schon immer,
26:28bloß beiß ich heute auch zu.
26:29So, bitte schön.
26:30Ja, schafften.
26:31Danke.
26:32Kaffe kommt sofort.
26:32Danke.
26:33Aber erst mal in den Kuchen.
26:35Dann vielleicht in dich.
26:48Hoffentlich bekommst du mir besser.
26:53Sag mal, hörst du mir überhaupt zu?
26:57Ist gar nicht schlecht eingefädelt.
27:01Der war nämlich schon mal hier.
27:04Fluchtweg ist offen nach draußen.
27:06Wald,
27:07Wasser,
27:09Atmen im Boot,
27:10keine Spuren.
27:12Ach so,
27:12jetzt kapier ich.
27:13Lockvogel soll ich sein?
27:15Du doch nicht,
27:15meine Jacke.
27:17Hey.
27:17Das Ding guckt er doch gar nicht an.
27:18Der nimmt nur welche aus dem Ex.
27:20Ja,
27:20danke schön.
27:22Danke,
27:22das geht schon.
27:25So wird man missbraucht
27:26für den Jackenklau.
27:28Man kann doch das Angenehme
27:29mit dem Nützlichen verbinden.
27:33Das machen im Augenblick
27:34alle so bei uns.
27:36Bis wir ihn haben.
27:39Ein richtiges
27:41Netz.
27:47Unberührt.
27:49Original.
28:04Ob sie gleich anspringt,
28:06was meinst du?
28:08Müsste kommen.
28:09Wie sie streichelst.
28:28Das ist ein Klang,
28:29was?
28:30Jack,
28:31na los,
28:31probere mal hin.
28:32Kommst du mit?
28:33Wenn du noch einen Moment wartest,
28:34kannst du mich zur Dame fahren.
28:36Was denn für eine Dame?
28:37Mann,
28:38ein Lokal an der Dame.
28:39Ein bisschen gucken,
28:40nur so.
28:41Ist vielleicht Disco oder sowas.
28:44Ist sie bon?
28:44Ich hol bloß meine Lederjacke.
28:45Ich warte.
28:49Jetzt erwarte ich aber
28:50eine zackige Meldung.
28:55Soldat Olaf Meissner
28:56auf dreitägigem Berlin-Urlaub.
28:57Keine besonderen Vorkommnisse.
28:59Bisher.
29:00Aber hoffentlich kommen noch welche.
29:02Wünsche ich dir auch, Olaf.
29:04Aber hoffentlich nur angenehme.
29:06Na, proper, proper.
29:11Wann wirst du denn gefreiter?
29:13Ach,
29:14die unteren Ränge
29:15überspringe ich glatt.
29:16Werde gleich Feldwebe,
29:17Herr Kleiner.
29:18Oder
29:18genau so, Kleiner?
29:19Oder wie sage ich ihn jetzt?
29:21Na, versuch's mal mit dem schlichten Du.
29:23Ich heiße Martin.
29:24Danke.
29:26Wie geht's denn der Kollegin
29:28Ihrer Frau,
29:30äh,
29:30deiner Frau, Gemahlin?
29:32Bärbel?
29:32Ja, Bärbel.
29:33Ja, wie geht's dir denn so?
29:34Äh, ich glaube,
29:36der Zug ist weg für dich, Olaf.
29:40So weit hab ich mir beinahe gedacht,
29:41Herr Kleiner.
29:42Ey,
29:43Martin.
29:45Bevor man
29:47sich vereinigt,
29:48soll man sich abgrenzen.
29:50Wer sagt denn so ein Quatsch?
29:51Lenin.
29:54Naja,
29:56er wird ja wohl kaum uns gemeint haben.
29:58Und außerdem sind unsere drei Schichten
30:00ja wohl Abgrenzung genug, hm?
30:01Du im Krankenhaus,
30:02ich im Revier.
30:03Ja, das kann aber auch ganz gut so sein.
30:05Die Schichten bringen auch Vorteile.
30:07Ja, das sagen sogar Monika und Martin.
30:11Arbeitsteilung in der Familie.
30:14Freiräume für,
30:15für ganz Persönliches.
30:17Nicht immer aufeinander klucken.
30:19Zeit zum Nachdenken.
30:21Zum sich finden.
30:26Sogenannte Selbstverwirklichung, hm?
30:29Ich jedenfalls
30:30will mein Selbst
30:32mit dir zusammenverwirklichen.
30:39Weißt du schon?
30:41Töne ich mal.
30:43Nicht so auffällig.
30:46Der da hinten mit der,
30:47mit dem blauen Hemd,
30:50der ist mir verdächtig.
30:53Der hat schon dreimal hergeguckt
30:55und schild immer nach der Jacke.
30:58Du, ich geh jetzt mal raus.
31:01Du, ich nimmst dich ganz unauffällig
31:04und rührst dich nicht,
31:05bis ich wiederkomme.
31:06Klar?
31:07Klar.
31:22Herr Uppmann,
31:24bitte noch einmal Sahne.
31:26Und eine Tasse Kaffee.
31:27Bitte schön.
31:28Aber die Wurst und raus.
31:30So schmeckt also wild.
31:33So schön sieht es aus.
31:36Wenn der Regal brennt,
31:40allzu warm und krün,
31:43hängt das Blut mir an,
31:46legt sich aufs Gefühl,
31:49nichts für einen Mann.
31:51Bring den Zettel mal bitte dahinter
31:53zu der Kreme in den weißen Schwarz, hm?
31:55Wo bin ich gern?
31:57Wo fühl ich mich gut?
32:01Wieder aufgetaubt.
32:03Wo fühl ich mich auch nicht?
32:05Der Geschenk.
32:06Der Zettel ist ja schon viel.
32:08Der Zettel ist ja schon viel.
32:09Der Zettel ist ja schon viel.
32:10Ob ich schätze eh,
32:12oder erst mal lieb.
32:15Such dann nicht nach Schuld.
32:18Geh auch du drei Schritte
32:21und so im Geduld.
32:24Nimm uns beide mit.
32:27Lass uns Leben lang.
32:29Geh auch.
32:42Herr O Virgin,
32:43bitte.
32:43Hat aber noch bestellt?
32:44Wir leben bis zum Ruhm.
33:08Recht sich Olaf, ich bin Polizeihelfer.
33:13Juhu!
33:27Hey, hey, hey!
33:30Mensch, dein blöder Idiot!
33:32Wird auf, hier rumzuprotzen!
33:34Blöder Angeber!
33:36Das hat aber nichts mit Eifersucht zu tun.
33:38Ja, damit du's weißt, ich bin eifersüchtig.
33:41Auf dein Krankenhaus, auf deine Kollegen und auf deinen Chefarzt.
33:44Dr. Hansen, den ja alles so anhimmelt.
33:47Ich wäre ja auch kein Mann, wenn das nicht so wäre.
33:49Ich würde dich ja nicht lieben, wenn das nicht so wäre.
33:54Bernd?
33:57Hörst du mich?
33:59Jeden Atemzug.
34:01Ich war gestern bei Dr. Hansen.
34:04Hm?
34:06Ich will mich versetzen lassen.
34:09Aha.
34:10Ja.
34:12Ich lasse, dass ich mich über meine Arbeit beklagen möchte, aber...
34:14Aber?
34:15Du hilfst doch.
34:17Sicher, ich helfe.
34:18So wie du.
34:20Du klärst den Einbruch, nicht den Beinbruch, aber...
34:23Alles ist so unpersönlich, so anonym.
34:25Unser Kontakt zu den Patienten bleibt begrenzt.
34:28Meistens sind sie nicht ansprechbar, wenn sie zu uns kommen.
34:30Wer ihnen wirklich geholfen hat, vielleicht sogar das Leben gerettet,
34:33Ärzte, Schwestern, Helfer, bleibt ihnen ewig verborgen.
34:37Rettungsstelle, Übergangsstelle.
34:38Deshalb will ich mich versetzen lassen.
34:41Und wohin?
34:44Auf die Säuglingsstation.
34:47Was?
34:47Zu den Babys?
34:49Erstens war das schon immer mein heimlicher Wunsch.
34:51Und zweitens...
34:51Aber mit denen kannst du dich doch gar nicht unterhalten.
34:53Und zweitens zieht es mich hin, weil ich bald selbst eins haben werde.
34:57Ach so.
35:01Bärbel.
35:12Ein Wunsch marines Kindle.
35:43Untertitelung. BR 2018
36:08Untertitelung. BR 2018
36:15Zitrus? Na klar. Und für den Herrn ein Bier.
36:19Viel ist ja nicht los hier. Er ist doch noch hell.
36:23Er kann doch noch werden. Immerhin noch besser als bei uns auf dem Dorf.
36:27Wie heißt es immer so schön? Geige und Klavier.
36:31Bei uns abstreicht es wie Bier.
36:33Ja.
36:50Ja.
36:52Ja.
37:07Was ist denn wieder?
37:10Wo denn?
37:11Wieder mit dem Lila Klein, die da mit dem Opa tanzt.
37:15Die hat aber was Besseres verdient.
37:19Sag mal, du warst doch früher nicht nur voll schlank, ne?
37:23Der Mensch ändert sich.
37:25Das ist Betty, Betty aus der Kaufhalle.
37:27Nein.
37:28Das war dein Witzscherfen, Junge.
37:30Mann, hat die sie rausgemacht.
37:32Du hast ja bis jetzt aber immer bloß in der Kittelschürze gesehen.
37:34Hast eben keine Fantasie, wa?
37:41Und für den Herren ein Bier, können Sie mal abnehmen.
37:43Dankeschön.
37:45So, für alle, die es noch nicht mitbekommen haben,
37:46wir haben Rhythmuswechsel, Polis und die Rocker-Rente.
37:52So, mal noch Platz auf der Fläche, kommen Sie ruhig mit nach vorne.
37:57Jörg?
38:01Guck mal.
38:03Warum nicht?
38:08Du, sei aber vorsichtig.
38:10Das ist nur nicht allzu lange her, da wollte sie verkummern, die Spree.
38:14Oh, passt ja.
38:22Genau so kleiner, Sie bleiben heute Nacht und morgen im Revier als Gehilfe des Diensthabenden.
38:28Jawohl, Genossauberatnant.
38:30Oder hatten Sie vielleicht wieder einen Leberjackensondereinsatz geplant?
38:34Alles, was bisher eingegangen ist, kann unterdürftig verbucht werden.
38:39Es hat die Kriminalisten keinen Schritt weitergebracht, im Gegenteil.
38:42Vergangene Woche hat er wieder zweimal zugeschlagen.
38:45So, la, ruhig.
38:47Eines nicht mehr fernen Tages, da fassen wir ihn doch.
39:12Eines nicht mehr fassen, da fassen wir ihn doch.
39:18Eines nicht mehr fassen.
39:20Keiner.
39:30Keiner.
39:33Keiner.
40:00Ich wäre verrückt. Der haut mit meiner Lederjacke ab.
40:03Hey, Kumpel, wo willst du mit meiner Jacke hin?
40:07Das ist meine Pelle. Zieh aus.
40:12Die haben sie wohl.
40:14Zum letzten Mal. Zieh aus.
40:18Am Arm ist sie geflickt. Da hatte ich einen Schlaz drin. Und du hast einen Schlaz am Kopf?
40:26Verschwinde.
40:28Keinen Schritt.
40:32Stopp, stopp, stopp.
40:36Stopp, stopp, stopp.
40:40Was hast du denn drin gehabt in der Jacke?
40:44Oben links. Monatskarte für den Bus.
40:48Wo du gestattest?
40:49Unten rechts Pfeife und Tabak und Taschenmesser.
40:58Aber ich brauch doch ja nicht.
41:03Na, wie ist es? Zieh es jetzt aus.
41:06Wie ist denn das mit dieser hier?
41:12Und das ist ja meine.
41:15Oh, ich habe mich total verwechselt.
41:21Moment.
41:23Was hast du denn drin in der Jacke?
41:26Innenseite Führerschein auf meinen Namen.
41:28Lothar Graf, 1055 Berlin, Greifswalder 78.
41:342078, Lothar Graf.
41:37Stimmt.
41:39Bitte, Herr Graf.
41:44Und das nächste Mal dreimal hingucken, ja?
41:58Hallo.
42:00Hallo.
42:01Na, du, das war ja der Bestrunde.
42:03Hallo.
42:06Hallo.
42:29Okay.
42:58So, noch mal ganz langsam und schöner Reihe nach.
43:01Ich habe gesehen, wie der Betrunkene kurz vor mir das Lokal verlassen hat.
43:06Er lief auf der rechten Fahrbahnhälfte und fuhr plötzlich, sprang er mitten auf die Straße.
43:21Aber um alle kümmert man sich, nicht nur mich, meine Arme.
43:26Sind Sie soweit fertig mit Ihnen?
43:27Hallo.
43:28Die Krasnähe sind aufgenommen.
43:29Ja, der Arzt hat zugelassen, dass wir ihn selber mit ins Krankenhaus nehmen.
43:32So kommen Sie bitte.
43:33Und Sie kommen auch mit, sind der einzige Zeuge, das Unfall ist.
43:36Oh, ein Taxi!
43:40Ja, danke, danke.
43:42Aua!
43:55Aua!
43:56Korto, hast du den Scheiß gesehen?
43:58Ja, er kommt gleich.
44:02Herr Schäffertz, ich habe...
44:03Sieht nicht gut aus mit den beiden Schwerverletzten.
44:06Der Taxifahrer und Torhacksverletzung.
44:09In Schnittwunden, Gesicht und an den Händen.
44:10Bei der Frau steht es schlimmer.
44:11Die ist ja vom Rückseiz nach vorne geflogen.
44:15Schädelbasisbruch und Verletzung des Schultergelenks.
44:17Der Neurochirurg von Friedrichshain ist verständigt, Herr Schäffertz.
44:20Ich komme dann gleich nach, Schwester Monika.
44:28Blut hat man ihm abgenommen.
44:29Die kleine Wunde am Arm ist versorgt.
44:32Er schläft im Sitzen und ist so gut wie nicht ansprechbar.
44:35Und sonst?
44:38Außer, dass er stinkbesoffen ist, fehlt ihm wohl nichts.
44:43Er verbleibt zur Ausnüchterung und medizinischen Kontrolle hier.
44:47Die weitere polizeiliche Bearbeitung erfolgt dann am morgigen Tag.
44:58Genosse Oberleutnant, ich musste dringend den Genossen Kleinau sprechen.
45:02Da haben Sie aber Glück, der ist nie ein Mann.
45:04Genosse Kleinau!
45:06Kommen Sie doch mal!
45:08Herr Schäffertz, Herr Oberleutnant!
45:10Ach, Jörg, Martin!
45:13Sagt dir das Foto was?
45:15Herkules!
45:16Wie heißt der Mann?
45:18Auf dem Foto, Herr Schäffertz, das ist Herkules!
45:22Das ist eine Gelenkmaschine, so eine Art Roboter.
45:25Eben, das ist unser Herkules!
45:27Der Konstrukteur!
45:30Das ist ein gewisser Norbert Nolze.
45:32Und die Lederjacke, in der dieses Foto steckte,
45:35die ist ihm in einem Lokal geklaut worden.
45:38Ihr mit eurem Jackenklau.
45:40Ich verständige auf alle Fälle Norbert noch diese Nacht.
45:42Der wird sich freuen.
45:43Wie kommst du denn über zu ihm, Foto?
45:46Dieses Foto befand sich in den Papieren eines Betrunkenen,
45:50der diese Nacht einen Unfall verursacht hat.
45:51Und ich war Zeuge.
46:03Ja, das ist mein Herkulesgenoss, Oberleutnant.
46:06Dann können wir Herrn Busse ja gleich mal reinbitten.
46:09Moment mal.
46:11Ich weiß einfach nicht.
46:16Volkspolizei?
46:17Ja.
46:19Ja.
46:21Ist ja schön.
46:23Danke, Herr Doktor.
46:27Doktor Hansen war dran.
46:28Die beiden Verletzten sind außer Lebensgefahr.
46:29Na, wenigstens das.
46:31Nehmen Sie bitte Platz da.
46:33Trotzdem, ich weiß einfach noch nicht,
46:35wie ich mich mit diesem Mann ruhig
46:38und objektiv unterhalten soll.
46:44Da bleibt eine junge Frau,
46:46vielleicht für ihr ganzes Leben,
46:48von diesem Unfall gezeichnet.
46:51Da wird ein Familienvater aus seinem Berufsleben herausgerissen.
46:55Und alles nur wegen dieser verdammten Sauferei.
46:57Genosse Oberleutnant, wenn Sie wollen, dass ich...
46:59Ich weiß, wovon ich rede, Genosse Handke.
47:01Aber trotzdem, ich würde...
47:03Ah, der Mann so reinkommen.
47:08Herr Busse?
47:14Nehmen Sie Platz, Herr Busse.
47:17Ich bin Oberleutnant Wagner
47:18und das ist Obermeister Handke, den kennen Sie ja schon.
47:20Ich protestiere, was soll ich noch hier?
47:22Ich will nach Hause.
47:23Herr Busse, Sie waren doch bisher noch gar nicht ansprechbar,
47:27weil Sie so stark betrunken waren.
47:29Und in diesem Zustand haben Sie einen schweren Verkehrsunfall verursacht.
47:33Ich war besoffen.
47:35Sie können mir gar nichts.
47:36Trunkenheit ist strafmildernd.
47:37Da täuschen Sie sich, Herr Busse.
47:40Das war mal, früher.
47:42Wer sich betrinkt, tut das bewusst
47:43und hat auch alle Folgen zu tragen.
47:46Auch in diesem Falle, Herr Busse.
47:50Doch bevor sich der Richter damit befasst,
47:52wollen wir hier noch etwas anderes klären.
47:55Bei der Feststellung Ihrer Personalien
47:57fanden wir zwischen Ihren Papieren
47:59dieses Foto.
48:02Ah, sei also nicht Justav.
48:05Ist hier Lenkmänneken.
48:07Damit habe ich ihn betrinkt manchmal angeheben.
48:09Es wäre eine Erfindung von meinem Sohn.
48:11Der ist Mechaniker.
48:11Aber das Foto, das habe ich vor kurzem gefunden.
48:14Wo?
48:15Das gehört doch nicht hierher, Herr Hauptmann.
48:19Nur Oberleutnant, Herr Busse.
48:21Aber ich denke, das gehört wohl hierher.
48:24Also, wo haben Sie dieses Foto gefunden?
48:28Wenn Sie es genau wissen wollen.
48:30Ich habe meinem Sohn zum Geburtstag eine Jacke gekauft.
48:34Eine Lederjacke.
48:35Und da habe ich das Foto gefunden
48:36zwischen Brusttasche und Futter.
48:39Wie sah die Jacke aus?
48:41Ja, das ist so eine kurze Jacke mit Bunt.
48:44So Affenjäckchen haben wir früher dazu gesagt.
48:47Und hellbraun.
48:49So eine Taschen hier.
48:50Ja, genau original, das ist sie.
48:52Was ist sie?
48:55Was meinten Sie?
48:57Wo haben Sie die Jacke gekauft?
49:00Moment.
49:04Haben Sie die Adresse noch?
49:06Kann ich mal meinen Ausweis nehmen?
49:08Bitte sehr.
49:13Hier ist sie.
49:14Zwei, vier, vier, kommen.
49:16Zwei, was gibt's?
49:17Vieren Position, kommen.
49:19Aktion beginnt.
49:21Ende.
49:23Genosse Kleinau, Sie kennen ja die Örtlichkeiten.
49:26Das hier ist die betreffende Person.
49:28Sie setzen sich möglichst unauffällig in ihre Nähe.
49:31Platz soll hier noch genug vorhanden sein.
49:33Die Jacke hängen Sie an den Ständer,
49:35der der Person am nächsten ist.
49:36Ab dann, wie besprochen.
49:38Fragen?
49:39Alles klar, Genosse Hauptmann.
50:03Guten Tag, ist hier den Platz frei?
50:04Guten Tag.
50:20Entschuldigen Sie, kann ich die Verlangen haben?
50:21Aber bitte schön, ja?
50:23Danke.
50:30Herr Ohr?
50:32Traumig, geil.
50:43So, was möchten Sie kriegen, bitte?
50:45Ein Bier, bitte.
50:45Haben Sie schon gewählt?
50:47Ich möchte einen Hackbraten mit Schaffig.
50:48Ist mit dir nicht, bitte schön.
51:02Entschuldigen Sie, ich komme gleich wieder.
51:04So, wie darfst du dein Sturz einfach durch?
51:24Bitteschön.
51:25Sie erleben es wirklich gut.
51:34Einen Moment, bitte.
51:36Der bitte?
51:38Kriminalpolizei.
51:39Kommen Sie bitte mal mit.
51:41Warum nicht?
51:42Kann sich ja nur um ein Irrtum handeln, ne?
52:02Darf ich jetzt wissen?
52:03Hauptmann Reuter.
52:05Sie haben soeben die Jacke dieses Herrn vom Garderobenständer entwendet.
52:12Unmöglich.
52:14Also, wenn wirklich, dann unabsichtlich.
52:17Ich habe nämlich die gleiche Jacke mitgebracht.
52:20Das...
52:23Tatsächlich.
52:24Also, das tut mir wirklich leid.
52:27Entschuldigung.
52:28Hoffentlich hängt jetzt meine Jacke noch am Haken.
52:30Wollen wir es abkürzen?
52:31Sie sind Frau Ingeborg Bader, 1156 Berlin, Oberlanderstraße 28, ohne Beruf geschieden.
52:38Sie haben sich seit vielen Wochen auf das Stehlen von Lederjacken spezialisiert und verkaufen die dann weiter über Annoncen oder
52:45im unerlaubten ambulanten Handel.
52:49Pech gehabt.
52:56Aber glauben Sie ja nicht, dass ich das allein schlucke.
52:59Ich nicht.
53:01Kommen Sie mit.
53:20Dort in dem roten Boot.
53:22Da liegt er drin.
53:26Der hat sich nie die Hand geschmutzig gemacht.
53:28Der hat die Jacke nicht mal angefasst.
53:31Nur abgesagt.
53:33Ausbaldorat.
53:34Mich hat er das Feuer geschickt.
53:37Gut gelebt.
53:40Andere Puppen aufgerissen.
53:42Ist mit denen im Boot spazieren gefahren.
53:46Und ich, dumme Kuh, ich hab für ihn geklaut.
53:50Oh, überall hat er mit Kellnerinnen rumgeschäkert und großartige Trinkgelder hingeschmissen.
53:57Zur Tarnung hat er gesagt.
54:00Und ich, ich häng jetzt drin.
54:03Nicht allein.
54:04Ich kann es uns den Namen nennen.
54:07Bootsführer, legen Sie an.
54:09Und ich, ich hab für dich, mein Liefer.
54:30Und ich hab für dich, mein Liefer.
54:30Ich rappen Sie an.
54:33Und ich hab mir gedacht, du bist von capacitätsgefeier.
54:38Und ich hab für dich.
54:39Bis zum nächsten Mal.

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