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  • vor 2 Tagen

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Spaß
Transkript
00:00Musik
00:39Musik
01:12Ja, Mama, das ist eine neue Therapie. Morgen fängt's an.
01:17Ich weiß doch auch nicht, ob das was nützt. Wir werden sehen.
01:21Mama, Mama, Mama, nein.
01:31Mama, Oliver ist hier mit den Medikamenten. Ich muss Schluss machen.
01:35Ich melde mich später nochmal. Ja, versprochen.
01:46Die Kinder sollten einfach nicht vor ihren Eltern sterben.
01:50Ines, sag sowas nicht.
01:51Ist doch wahr. Ist, wie's ist.
01:55Du darfst nicht aufgeben.
01:57Ich geb doch nicht auf. Ich versuch, nur, es zu akzeptieren.
02:07Henson? Ja, einen Moment.
02:12Was ist denn?
02:14Ich hab's jetzt.
02:15Endlich. Sind Sie sich auch ganz sicher? Ich brauche hundertprozentige Gewissheit.
02:20Natürlich bin ich sicher. Wo treffen wir uns?
02:22Kennen Sie den alten Fehrmann an der Trawe?
02:24Kenn ich.
02:25Gut. Heute Abend um zehn.
02:27Nein, jetzt gleich.
02:29Ich komm hier grad nicht weg.
02:31Mal zu gut. Zehn Uhr.
02:32Ich komm hierifal.
02:43Ich bin dwell.
02:47Ich gehe.
02:56Ich gehe.
03:01Entschuldigung, Mama.
03:11Moin, Moin, Lars.
03:13Moin, danke schön. Sie können jetzt gehen, danke.
03:15Unser Opfer ist eine junge Frau, circa Mitte 30. Papiere, Fehlanzeige.
03:19Und die beiden haben Sie gefunden?
03:21Ja, wollten ein Hochzeitsfoto machen mit romantischer Flusslandschaft im Hintergrund.
03:24Auf alle Fälle ein unvergesslicher Tag. Moin, Strahl. Was hast du?
03:29Ich kann keine Gewalteinwirkung oder Verletzungsmerkmale feststellen.
03:33Wahrscheinliche Todesursache, ertrinken.
03:35Todeszeitpunkt?
03:36Es gibt keine postmortalen Veränderungen oder Treibspuren.
03:39Lange im Wasser gelegen hat sie nichts, so zwischen 6 und 10 Stunden.
03:42Das heißt so zwischen 22 und 0 Uhr.
03:45Hier, den Rucksack haben die Streifenkollegen auf der Bäckerbrücke gefunden.
03:48Drei Kilometer flussaufwärts.
03:50Danke.
03:50Hier ist ein Personalausweis.
03:53Ja, ja, das ist sie. Elke Buchau, 35 Jahre alt.
03:58Wohnen auf den Lübeck-Kansumanns-Straße.
04:02Okay, vielleicht Selbstmord?
04:03Das ist ja von der Bäckerbrücke.
04:05Ja, warum denn nicht?
04:06Zu niedrig.
04:07Ist da sowas wie ein Abschiedspief drin?
04:09Warte mal.
04:11Nee, den Brief sehe ich nicht.
04:14Schauen Sie mal.
04:16Noch ein Hochzeitsfoto.
04:18Gemacht in Las Vegas.
04:19Scheint noch ein Ehemann auf uns zu warten irgendwo.
04:34Ja, Kripo Lübeck.
04:36Hier ist ja wieder mein Name.
04:36Das ist mein Kollege Lars Englund.
04:38Herr Buchau.
04:39Jäger.
04:40Hagen Jäger.
04:41Sind Sie nicht der Ehemann von Elke Buchau?
04:44Nein.
04:45Doch.
04:45Also irgendwie.
04:47Kriminalpolizei.
04:49Dürfen wir vielleicht reinkommen.
04:52Bei Elke ist es schon auf der Arbeit, oder etwa nicht?
04:56Ist was mit ihr?
04:58Können wir uns vielleicht irgendwo setzen?
04:59Was ist passiert?
05:07Wie?
05:10Wir haben hier einen Rucksack auf einer Brücke gefunden.
05:13Und wir gehen davon aus, dass sie von dort aus ins Wasser gelangt ist.
05:16Wie gelangt?
05:18Gesprungen, oder was?
05:19Das wissen wir noch nicht.
05:23Sie haben hier einen Rucksack gefunden.
05:26War da was drin?
05:28Was meinen Sie damit, war da was drin?
05:30Ein Abschiedsbrief?
05:33Ja.
05:35Können Sie sich denn vorstellen, dass Ihre Frau sich das Leben nehmen wollte?
05:38Nein, nein, nicht Elke.
05:41Und sie ist auch nicht meine Frau.
05:44Aber ich dachte, Sie hätten weniges geheiratet.
05:47Ja.
05:49Aber die Ehe ist erst gültig, wenn man sie hier amtlich bestätigen lässt.
05:54Wir wollten das nächste Jahr nachholen.
05:57Mit allem Drum und Dran.
06:00Zwischen Ihnen war also alles okay.
06:03Ja, sicher.
06:05Wir waren glücklich.
06:07Wir müssten uns die persönlichen Sachen Ihrer Partner hat mal ansehen.
06:14Ja.
06:15Natürlich.
06:19Hier?
06:20Nein, das ist mein Büro.
06:21Elke hat Ihre Sachen im Wohnzimmer.
06:24War das was ungewöhnliches, dass Ihre Freundin nachts nicht nach Hause kam?
06:28Manchmal arbeitet sie abends länger als morgens schon weg, wenn ich hier aufstehe.
06:32Und wo arbeitet sie?
06:35Als pharmazeutisch-technische Assistentin in der Wagner-Apotheke, das ist in der Innenstadt.
06:39Darf ich?
06:40Und Sie?
06:41Ich arbeite von hier aus, von zu Hause, als Webdesigner.
06:44Am Arbeitsplatz Ihrer Freundin, gab es da irgendwelche Probleme?
06:47Ich meine, Mobbing mit den Kollegen oder Stress mit dem Chef?
06:51Wir müssen ja hier einiges mitnehmen, um es auszuwerten.
06:54Hätten Sie vielleicht mal einen Karton?
06:57Ich schau mal nach.
07:02Webdesigner.
07:03Und in seinem Büro fehlt der Computer.
07:05Und hier, lauter Mahnung an ihn, hat im Moment keinen guten Lauf, der Mann.
07:12So, Schröter, hier sind die persönlichen Unterlagen der Toten und die Bankauszüge.
07:16Wir checken Sie das alles mal auf Unstelligkeiten.
07:18Ah, alles klar.
07:19Also Sie gehen nicht von einem Suizid aus?
07:22Nee, das passt alles nicht zusammen.
07:23Es gibt keinen Abschiedsbrief, die viel zu niedrige Bäckerbrücke.
07:26Der Freund schließt das auch aus.
07:28Und als Apothekerin habe ich doch ganz andere Möglichkeiten, mir das Leben zu nehmen.
07:32Gift zum Beispiel?
07:33Ja, würde ich einen Sprung von der Brücke vorziehen.
07:35Frau Weiß, gibt es was Neues vom Handy der Toten?
07:37Ja.
07:37Bis jetzt lässt sich nichts auf einen depressiven Charakter schließen.
07:40Sie hat ganz normale Postings in den sozialen Netzwerken.
07:43Aber Ihr Partner hat ja gestern viermal auf die Mailbox gesprochen und das klang nach Beziehungsstress.
07:48Das ist ja seltsam.
07:49Und seitdem er erzählt hat, das war alles in Butter.
07:51Und so was?
07:52Ja, es gab noch einen Anruf von einem Oliver Hensen.
07:55Oliver Hensen?
07:56Lassen Sie mal hören.
08:00Frau Burau, Oliver Hensen hier.
08:02Ich warte jetzt schon seit einer Stunde.
08:04Melden Sie sich doch bitte.
08:06Ja, das ist er.
08:08Der Staatsanwalt Hensen.
08:13Das ist aber schön hier bei Ihnen.
08:15In der anderen Klinik saß man in so einem fensterlosen Raum.
08:19Freut mich, dass es Ihnen bei uns gefällt, Frau Hensen.
08:21Nehmen Sie gerne Platz.
08:26Ach, können Sie mir ein Glas Wasser holen?
08:28Sehr gerne.
08:29Ich bin sofort wieder da.
08:32Sag ihr doch bitte mal, warum wir hier sind.
08:37Inis, das hatten wir doch schon.
08:39Die haben ja einen exzellenten.
08:41Den hatte die andere Kliniker auch.
08:44Da hätte es wenigstens mal mit mir reden können, anstatt mich hier einfach anzumelden.
08:47Inis, nicht jetzt, ja?
08:51Bitteschön.
08:52Danke.
08:54Sie waren bei Professor Doktor König, oder?
08:58Seit acht Monaten.
09:00Acht Monate Chemo?
09:02Glückwunsch.
09:04Meine Haare sind schon nach dem ersten Zyklus weg gewesen.
09:07Aber besser mehr Glatze und weniger Tumor als umgekehrt, sage ich immer.
09:12Ich wollte nichts Falsches sagen.
09:15Sieht schlimm aus.
09:19Naja, bei einem wirkt die Chemo beim anderen nicht.
09:22Oder noch nicht.
09:26Wir werden sehen.
09:28Noch nicht aufgeben.
09:32Entschuldige.
09:33Ensen.
09:34Ja, guten Morgen, Frau Zobel.
09:37Also, im Augenblick habe ich noch einen Termin, aber danach hätte ich Zeit.
09:41Ja, ist gut. Bis dann.
09:52Bis dann.
09:57Danke, dass Sie so schnell kommen konnten.
09:59Kein Problem. Worum geht's?
10:00Um Elke Burau.
10:02Ihre Leiche wurde heute Morgen am Ufer der Trawe angeschwemmt und auf ihrer Mobilbox war eine Nachricht von Ihnen.
10:08Das darf nicht wahr sein. Sie ist tot.
10:10Wie?
10:11Vermutlich ertrunken. Suizid nicht ausgeschlossen.
10:14Und jetzt interessiert uns natürlich, in welchem Verhältnis Sie zu Elke Burau standen.
10:18Oh Gott, wo fange ich da an?
10:22Vor einem Jahr wurde bei meiner Frau Krebs diagnostiziert.
10:26Normalerweise schlägt die Chemotherapie bei diesem Krebstyp besonders gut an.
10:30Nur nicht bei meiner Frau.
10:32Sie wird wohl an der Krankheit sterben.
10:35Das tut mir leid.
10:40Die Chemo zeigte überhaupt keine Wirkung.
10:43Ich dachte, irgendwann da ist was mit den Medikamenten.
10:46Abgelaufene Verfallsdaten, falsche Lagerung, irgendwas.
10:50Also bin ich zu der Apotheke gegangen, die die Klinik beliefert hat.
10:53Die Wagner-Apotheke.
10:54Frau Buraus' Arbeitsplatz.
10:55Richtig.
10:56Das ist eine sogenannte Schwerpunkt-Apotheke.
10:59Keine klassische mit Ladenlokal, sondern das ist ein Labor.
11:02Und dort sind Sie ihr begegnet.
11:03Richtig.
11:04Und einige Zeit später ruft sie mich überraschend an mit einer ungeheuerlichen Behauptung.
11:08Die Wagner-Apotheke würde in großem Stil gepanschte Chemotherapien vertreiben.
11:13Gepanscht heißt?
11:15Diese Medikamente sind extrem teuer.
11:17Und wenn man sie streckt, dann kann man sie mehrfach abrechnen.
11:20Nur dann sind sie absolut wirkungslos.
11:23Das wäre ein ziemlich schwerer Vorwurf.
11:25Mir war klar, dass ich handfeste Beweise brauche.
11:27Und die wollte Ihnen Frau Burau geben?
11:29Ja.
11:29Gestern Abend.
11:31Ich habe ungefähr eine Stunde lang auf Sie gewartet und dann habe ich auf Ihrer Mailbox gesprochen.
11:39Das hilft allerdings ein neues Licht auf dem Fall.
11:48Das ist eine echte Tragödie.
11:51Frau Burau war eine meiner besten Mitarbeiterinnen.
11:54Bei Ihnen im Labor?
11:55Ja.
11:56Wir sind eine von 200 Schwerpunkt-Apotheken hier in Deutschland.
11:59Ein exklusiver Kreis, wenn Sie so wollen.
12:02Das heißt?
12:02Dass wir für fast alle Kliniken hier im Raum Lübeck Krebsmedikamente zusammenstellen.
12:07Dann laufen die Geschäfte gut.
12:10Kann nicht klarten.
12:12Wir würden uns das gerne mal ansehen, wenn Sie dies dagegen haben.
12:14Na, gerne.
12:15Kommen Sie.
12:21Bitte.
12:22Okay.
12:24War Frau Burau auch in der Herstellung von Krebsmitteln beteiligt?
12:27Mal ja, mal nein.
12:29Wir stellen hier alle möglichen Medikamente her.
12:31Nicht nur zur Krebstherapie.
12:33Gab es da auch mal Beschwerden?
12:35Jetzt muss ich aber doch fragen, was das alles damit zu tun hat, dass Frau Burau ertrunken ist.
12:40Ach.
12:41Aber wissen Sie denn, dass Frau Burau ertrunken ist?
12:45Sie haben sie doch an der Trafe gefunden, sagten Sie.
12:48Also gab es Beschwerden?
12:50Nein.
12:52Doch.
12:52Warten Sie, dieser Staatsanwalt Hansen, Hensen oder so, der allerdings hat sich beschwert.
12:57Weshalb? Worum ging es?
12:59Er war ziemlich aufgebracht, regelrecht verzweifelt.
13:02Er wollte wissen, warum die Chemo bei seiner Frau nicht gewirkt hat.
13:06Warum hat sie nicht gewirkt?
13:08Gibt keine Garantie.
13:10Krebs ist nicht kalkulierbar.
13:11Bei dem einen wirkt es, bei dem anderen nicht.
13:13So tragisch das auch ist.
13:15Frau Burau hat kurz vor Ihrem Tod Kontakt zu Staatsanwalt Hansen aufgenommen.
13:19Wussten Sie davon?
13:20Nein.
13:22Weswegen?
13:22Frau Burau hat behauptet, dass Sie hier wirkungslose Medikamente vertreiben.
13:28Wir haben eine hohe Dokumentationspflicht.
13:31Und wir sind ein Traditionshaus.
13:33Wir können uns Unregelmäßigkeiten dieser Art gar nicht leisten.
13:37Wo waren Sie denn, Kissen Abend?
13:39Zwischen 22 und 24 Uhr, Herr Wagner?
13:42Fragen Sie etwa nach einem Halibi?
13:47Ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll.
13:49Ich war hier, im Labor, bis tief in die Nacht.
13:53Und kann das jemand bezeugen?
13:54Wir sind gesetzlich verpflichtet, Überwachungskameras zu installieren.
14:03Hier.
14:05Da müsste man eigentlich sehen, wann ich hier gestern reingegangen bin und wann wieder raus.
14:11Sehr gut.
14:12Die müssten wir mitnehmen zur Überprüfung.
14:14Danke sehr.
14:15Also, ähm, hat sich Frau Burau an diesen Staatsanwalt Hensen gewandt?
14:20Herr Wagner, darüber dürfen wir leider keine Auskunft geben.
14:22Hören Sie, ich habe ein Recht zu wissen, ob da jemand wirres Zeug verbreitet.
14:26Hier steht mein guter Ruf auf dem Spiel.
14:28Herr Wagner, das verstehen wir auch.
14:30Aber das sind laufende Ermittlungen.
14:31Es tut uns leid.
14:33Wiedersehen.
14:40Sag mal, ist dir aufgefallen, wie heftig der Wagner auf den Vorhof der Medikamentenpanscherei reagiert hat?
14:46In Nullkommanix hat er sich als Opfer dargestellt.
14:48Ja, das stimmt schon.
14:49Andererseits hat er ja recht.
14:51Wenn sich rumspricht, dass in seiner Apotheke Medikamente gepanscht werden, dann kann er den Laden zumachen.
14:56Frau Weiß, was gibt's?
14:58Sie hat uns ja die Finanzen von Frau Burau ansehen.
15:00Da gibt's ein paar Auffälligkeiten.
15:01Sie hat innerhalb des letzten Jahres mehrfach das doppelte monatliche Gehalt von der Apotheke ausgezahlt bekommen.
15:08Schröter hat auch noch was.
15:09Geht um eine andere Überweisung an Frau Burau.
15:12Und zwar von Oliver Hensen im Staatsanwalt.
15:14Ganz frisch, zwei Tage alt.
15:162000 Euro.
15:17Danke, Schröter.
15:19Hensen hat Elke Burau vor zwei Tagen 2000 Euro überwiesen.
15:23Na ja, vielleicht wollte Hensen die Aussage gegen den Apotheker ja kaufen.
15:28Ich meine, er verbeißt sich in die Idee, dass sie Apotheke schuld hat.
15:30Hat aber nichts in der Hand.
15:32Und so überweist er die Burau 2000 Euro, damit sie ihren Chef belastet.
15:36Und sie macht einen Rückzieher oder fordert mehr und er stößt ihm affekt die Brücke runter?
15:41Immerhin möglich.
15:42Ja, das machen wir ihn jetzt am besten selber.
15:47Schade, dass Sie nicht hier sein können, Trainerin.
15:50Anna, ihr schafft das doch auch ohne mich.
15:51Also reißt euch zusammen und bringt mir den Pokal mit.
15:54Verstanden.
15:55Wir wären nicht hier ohne Sie.
15:57Das tut uns allen so leid.
15:59Jetzt hört mal, ihr dürft euch davon nicht ablenken lassen.
16:02Wer sind die Besten?
16:04Wir sind die Besten!
16:06Ihr seid die Besten, ganz genau.
16:07Trainerin, wenn jemand so einen Kampf gewinnen kann, dann sind Sie das.
16:13Danke euch. Viel Glück.
16:21Oh, die Spritze.
16:23Was soll ich dir was sagen? Die kann ich halt wirklich gut brauchen.
16:26Was meinst du?
16:29Dass es mir das erste Mal richtig schlecht ist nach der Chemo.
16:33Ja, aber das ist doch ein gutes Zeichen.
16:35Das zeigt, dass die Chemowirkung zeigt.
16:40Warte mal, ich bin gleich wieder da.
16:50Na, Anna, kommen Sie rein.
16:54Konnten Sie irgendwas rausfinden?
16:56Herr Hensen, warum haben Sie ihr Geburt aus 2000 Euro überwiesen?
17:00Ach das?
17:02Ja, sie hatte offensichtlich Geldprobleme und wollte, ich sag mal, Naht, Aufwandsentschädigung.
17:09Aufwandsentschädigung, interessant.
17:11Und wofür genau?
17:12Als sie mich anrief, hatte sie nur einen Verdacht und ich hab sie gedrängt, ein bisschen aktiver zu werden.
17:17Auch wenn es nicht ganz legal sein sollte.
17:19Was genau sollte sie denn machen?
17:21Sie sollte aus Wagners Apotheke eine Gewandsteinfusion besorgen.
17:25Tag.
17:26Du, sag mal, Wagners Apotheke, hat das was mit meiner Chemo zu tun?
17:31Was ist denn da los?
17:38Ines, es besteht der Verdacht, dass du die ganze Zeit über unwirksame Medikamente bekommen hast.
17:45Was?
17:48Eine Mitarbeiterin aus der Wagners Apotheke hat sich gemeldet.
17:51Herr Wagner soll Medikamente gestreckt haben.
17:54Gestreckt?
17:55Wie gestreckt? Warum?
17:58Aus meiner Geldgeber zum Beispiel.
18:01Die Rechnung ist ganz einfach.
18:02Aus einer teuren Infusion macht man so viele teure Infusionen.
18:06Ah.
18:08Deshalb ist die Kriminalpolizei hier.
18:12Sag mal, wie...
18:13Wie lange hast denn du diesen Verdacht schon?
18:16Das konnte einfach nicht sein, dass die Chemo nicht anschlägt.
18:20Warum hast du mir denn nichts gesagt?
18:25Oli, was bin ich für dich?
18:26Ein kleines Kind?
18:38Der hat mich quasi umgemacht.
18:40Das ist wirklich toll.
18:42Das ist wirklich großartig.
18:46Wenn es noch ist nichts verloren...
18:48Oh, nee.
18:49Lass mich in Ruhe.
18:51Lass mich in Ruhe.
18:59War es das?
19:00Also, ich muss mich jetzt mal um meine Frau kümmern.
19:02Natürlich, selbstverständlich.
19:04Eine Frage hätten wir noch.
19:07Wo waren Sie eigentlich gestern Abend?
19:08Zwischen 22 und 24 Uhr.
19:11Das ist jetzt nicht Ihr Ernst.
19:14Wo stehen wir denn bei meinem Kollegen?
19:16Für die Tatzeit hat er scheinbar ein Alibi bestätigt von seiner Frau.
19:20Naja.
19:21Ein Alibi von der eigenen Frau ist eher schwach.
19:24Das heißt, wir können ihn als Täter noch nicht ausschließen.
19:27Einerseits ja.
19:28Andererseits, wenn es den Beweis für die Panscherei wirklich gegeben hat,
19:31dann hätte er doch keinen Motiv, eine Zeugin umzubringen.
19:33Aber was machen wir jetzt mit diesem Wagner?
19:35Ich meine, wir müssen den Mann noch so schnell wie möglich das Handwerk legen.
19:38Solange der Weiterwachen ist einer Panscherei, gibt es doch immer mehr Opfer.
19:40Und zwar Tag für Tag.
19:41Ja, das stimmt.
19:43Aber ich habe nichts in der Hand, womit ich eine Durchsuchung rechtfertigen kann.
19:46Können Sie nicht wenigstens die Praxen wahren, dass die keine Medikamente mehr von Wagner anwenden?
19:50Auf den bloßen Verdacht hin? Heikel.
19:53Ja, aber wir können doch nicht nichts tun.
19:55Was ich tun kann, ist alles so vorzubereiten, dass wir gegebenenfalls alle Maßnahmen sofort ergreifen können.
20:00Sie sehen zu, dass wir so schnell wie möglich etwas juristisch Verwertbares bekommen, ja?
20:05Strahle, die Obduktionsergebnisse.
20:10Unsere Tote ist nicht ertrunken. So viel steht fest. Kein Wasser in der Lugge.
20:14Sie starb vorher in Herzversagen.
20:15Herzversagen.
20:16Das heißt, wir können Fremdverschulden ausschließen?
20:19Eine so junge Frau ohne erkennbare kardiale Probleme und ein Herzversagen?
20:24Am Nacken unter dem Haarensatz. Siehst du es?
20:29Das ist ein Einstich.
20:31Ich habe bei der ersten Standardblutuntersuchung keine Hinweise auf Betäubungsmittel entdeckt.
20:36Ich habe dann ein paar Extratests gemacht und dann ging es eigentlich recht schnell.
20:43Und das ist was?
20:44Das wird normalerweise nur von Anästhesisten bei großen OPs benutzt.
20:47Das ist schwer nachweisbar. Eigentlich nur, wenn man gezielt danach sucht.
20:50Bei Überdosierung droht Herzversagen, so wie bei unserem Opfer.
20:53Wird nur bei großen OPs benutzt, sagst du?
20:55Richtig. Um da dran zu kommen, musst du Anästhesist sein.
20:59Anästhesist oder Apotheker?
21:04Ja, Schröter, was gibt's?
21:07Ja, sind die gleich fertig? Dann kommen wir rüber.
21:10Schröter hat sich das Überwachensvideo der Wagner-Apotheke angeschaut.
21:13Und scheint, er was Interessantes entdeckt.
21:16Sehr gut, Streil.
21:42Jetzt kommt bitte, jetzt lass es gut sein.
21:54Henson.
21:58Ich danke Ihnen.
22:00Ja.
22:02Danke. Vielen Dank.
22:09Es war die Kriminalpolizei.
22:12Elke Borau ist eindeutig ermordet worden.
22:15Dieses Schwein.
22:18Schreckt wohl gar nichts zurück.
22:21Noch ist ihm das nicht nachzuweisen.
22:28Wir kriegen den.
22:32Und was, wenn nicht?
22:36Was machst du dann?
22:46Ich hab das Alibi-Wanglers überprüft.
22:48Es scheint zu stimmen.
22:50Man sieht auf dem Video, wie er am Dienstag, also am Tag des Mordes,
22:53um 20.30 Uhr das Labor betritt.
22:55Und um 0.30 Uhr geht er wieder.
22:58Gibt's denn noch andere Zugänge oder Hintertüren?
23:00Ja, hab ich alle überprüft.
23:02Nein.
23:03Okay, dann hat er also ein Alibi.
23:06Aber er hat ein Motiv, die Mittel.
23:08Vielleicht hat er sowas wie ein Kompliz, ein Angestellten aus der Apotheke.
23:12Das war noch nicht alles hier.
23:14Das wird Sie interessieren.
23:16Zwei Stunden vorher.
23:20Ach, nee.
23:22Das ist sagen Jäger.
23:23Der Partner von der Burau.
23:25Was macht der, der kurz vor dem Mord?
23:28Ich hab zu diesem Jäger mir noch Informationen eingeholt.
23:32Das ist Spielsüchtiger.
23:33Der hat so viel Spielschulden,
23:35dass er in allen Casinos in Schleswig-Holstein und Hamburg gesperrt ist.
23:38Spielt wahrscheinlich illegal weiter.
23:40Na, jetzt wird's interessant.
23:42Gute Arbeitsschuld, bitte.
23:43Ich hab auch noch was.
23:44Ich hab mir den SMS-Verlauf von Jäger und unserem Apfer angesehen.
23:46Und es gibt hier eine SMS.
23:49Mach das nicht, Hagen.
23:50W ist cleverer, als du denkst.
23:52Bitte.
23:53W wie Wagner.
23:54Ich glaube, das reicht.
23:55Holen wir Hagen Jäger her.
23:58Ja, gepanscht.
24:01Vermutlich die ganze Zeit, ja.
24:04Ich wollte Sie nur informieren.
24:06Nichts, nicht zu danken.
24:10Ines, lass das.
24:13Was denn?
24:15Ich muss doch die anderen Patienten warnen.
24:18Sag mal, wie viele hast du schon angerufen?
24:22Nerverst alle, die ich aus der Chemo bei Professor König kenne.
24:25Das geht nicht.
24:26Das ist Verleumdung.
24:28So spielst du dem Wagner nur in die Hände.
24:32Olli,
24:33wenn du auf deine Art nichts ausrichten kannst,
24:37ich kann jedenfalls nicht hier rumsitzen und nichts tun.
24:40Wer sagt denn, dass ich nichts ausrichten kann?
24:45Was soll das?
24:47Warum bin ich hier?
24:49Sie sind hier, weil wir glauben,
24:50dass Sie uns in manchen Punkten nicht die Wahrheit gesagt haben,
24:52Herr Jäger.
24:53Ah ja?
24:54Ja, zum Beispiel über das Verhältnis zu Ihrer Partnerin.
24:56Das war gar nicht so gut, wie Sie uns glauben machen wollten.
24:59Und wie kommen Sie darauf?
25:00Durch den SMS-Verkehr zwischen Ihnen beiden
25:02in den letzten Tagen.
25:05Ja, Streit gibt's doch überall.
25:07Das ist schon klar.
25:09Aber dann erklären Sie uns doch das hier bitte mal.
25:12Mach das nicht, Hagen.
25:14W ist cleverer, als du denkst, bitte.
25:16Und das bitte mit drei Ausrufezeichen.
25:18Und dass W für Wagner steht,
25:20das ist ja wohl unbestreitbar.
25:21Das sagen Sie.
25:23Der Chef Ihrer Partnerin
25:25hat ihr mehrmals das doppelte Gehalt bezahlt.
25:29Wofür war das?
25:31Schweigegeld?
25:31Wovon reden Sie?
25:33Wir reden davon,
25:34dass Ihre Partnerin herausgefunden hat,
25:35dass in dieser Apotheke
25:36illegale Geschäfte gemacht werden.
25:37Und um darüber stillschweigen zu wahren,
25:39hat sie Geld bekommen.
25:40Schweigegeld.
25:41Was ja ganz praktisch für jemanden ist,
25:43der Spielschulden hat wie Sie.
25:45Das Geld ging für Ihre Sucht drauf.
25:46Aber dann wollte sie plötzlich
25:48zur Staatsanwaltschaft.
25:49Ihre Quelle drohte zu versiegen.
25:53Also, was wollten Sie dann von Wagner?
25:56Gar nichts.
25:57Ich kenne ihn überhaupt nicht.
25:59Das hier sind Bilder der Überwachungskamera.
26:02Und das sind ja wohl eindeutig Sie.
26:06Also, was wollten Sie bei Wagner?
26:08Mittlerweile steht fest,
26:09dass es kein Suizid war.
26:10Ihre Freundin wurde ermordet.
26:12Und Sie sind im Moment derjenige,
26:14der am ehesten in Frage kommt.
26:15Also, was wollten Sie von Wagner?
26:18Hat er Ihnen Geld geboten?
26:19Hat er Sie angestiftet?
26:20Wie angestiftet?
26:22Ich soll Sie ermordet haben.
26:23Sagen wir es mal so,
26:24im Augenblick haben Sie ein echt
26:25beschissenes Blatt auf der Erde.
26:26Nein, nein, nein, nein, Quatsch.
26:27Das war anders.
26:29Das Geld, das war ein Kredit
26:30wegen meiner Spielschulden,
26:32den Elke bei Wagner für mich aufgenommen hat.
26:34Aber von dem Medikamentenschwindel
26:36hat sie doch damals noch gar nichts gewusst.
26:38Seit wann wusste sie denn davon?
26:39Erst als der Staatsanwalt aufgetaucht ist.
26:41Da hat sie angefangen, näher hinzuschauen.
26:42Und als sie mir davon erzählt hat,
26:45Ich dachte, es ist eine Chance.
26:47Das kann ich nutzen.
26:49Eine Chance?
26:50Das heißt, Sie wollten Wagner erpressen?
26:53Aber Ihre Freundin war dagegen.
26:55Und deshalb die SMS.
26:57Sie wollte Sie vor Wagner warnen.
26:59Ich bin so ein Idiot.
27:05Frau Borau hat sie mir nie vorgestellt.
27:09Worum geht es?
27:12Darum.
27:13Und das ist was?
27:15Eine Infusion.
27:17Mit Ihren Fingerabdrücken drauf.
27:19Und was da drin ist,
27:20oder besser gesagt, was nicht drin ist,
27:22das können Sie sich ja vorstellen.
27:28Was wollen Sie?
27:3050.000.
27:31In bar.
27:34Andernfalls?
27:36Andernfalls geht Elke zur Staatsanwaltschaft.
27:38Und wenn ich das verhindern soll,
27:40dann sollten Sie auf meine Forderung eingehen.
27:43Sie sind der Spieler.
27:46Richtig.
27:49Für den ich Frau Burows Gehalt
27:51zwischendurch aufgebessert habe.
27:55Sieht so Dankbarkeit aus.
28:02Moment, Sie wollen behaupten,
28:03dass Wagner Sie getötet hat?
28:05Ja, und nun,
28:05ich habe ihn doch erst drauf gebracht,
28:06dass Elke Beweise gegen ihn in der Hand hat.
28:08Das Problem ist nur, Herr Jäger,
28:10dass Wagner ein Alibi hat.
28:12Er blieb noch lange im Labor,
28:13nachdem Sie längst weggegangen waren.
28:16Was?
28:17Verstehe ich nicht.
28:17Ich will dir die Überwachungskamera beweisen,
28:19dass Sie am Dienstag,
28:20am Tag des Mordes,
28:21zwei Stunden vorher da waren.
28:23Quatsch, ich war am Montag bei Wagner.
28:26Am Dienstag war ich spielen.
28:28Der Laden heißt Little Vegas.
28:30Sie haben auch Überwachungskameras.
28:32Gehen Sie hin, überzeugen Sie sich.
28:37Von mir wäre das doch alles überhaupt nicht passiert.
28:47Sie glauben also,
28:48Wagner hat das Datum der Überwachungskamera manipuliert?
28:50Mit der richtigen Software überhaupt kein Problem.
28:52Außerdem haben wir die Aussage von Jäger,
28:54dass Wagner das Strecken der Medikamente zugegeben hat.
28:56Das dürfte reichen,
28:57den Mann aus dem Verkehr zu ziehen
28:58und die Apotheke stillzulegen.
29:00Gute Arbeit, meine Herren.
29:01Ich werde alle betroffenen Kliniken und Praxen informieren
29:03und die Vergabe der Medikamente stoppen
29:05und Sie nehmen Wagner fest.
29:06Endlich.
29:07Das müssen Sie sich ansehen.
29:09Es sind Gerüchte über die Wagner-Apotheke
29:10auf Patienten vorhin aufgetaucht.
29:12Also hat jemand geredet.
29:14Naja, hat die Buche wahrscheinlich
29:15nur andere Patienten informiert.
29:16Könnte ich gut verstehen.
29:17Ja, aber das können hunderte Patienten sein,
29:18die davon betroffen sind.
29:19Ich will gar nicht wissen,
29:20wie viel davon auf Rache aus sind.
29:22Tja, dann hat der Wagner Glück
29:23wir ihn vorher festnehmen.
29:24Komm.
29:27Ja, nur eine Person.
29:31Nein.
29:32Nein, kein Rückflug.
29:35Ja.
29:37Als Online-Ticket, bitte.
29:40Danke.
29:56Wagner?
29:58Das ist eine üble Verleumdung.
30:00Woher haben Sie das?
30:03Nein, verdammt,
30:04ich habe keine Medikamente gestreckt.
30:07Glauben Sie doch nicht alles,
30:08was Sie hören.
30:11Sie wollen mir drohen.
30:40G�
30:49Das war's.
31:18Erlebt.
31:20Wir brauchen Notarztwagen hier, schnell.
31:22Wagner-Apotheke. Angeschossene Person, schwer verletzt.
31:32Danke. Wagner hat die OP überstanden.
31:35Er wird wohl überleben. Da sind wir gerade noch rechtzeitig gekommen.
31:37Ja, die Software, mit der man das Datum der Überwachungskamera manipulieren kann, habe ich gerade gefunden.
31:43Das heißt, dein Alibi ist nachweislich falsch.
31:46Schritter, wir brauchen irgendwas Schriftliches, was die Puncherei belegt.
31:49Ich schaue meinen Lieferschein nach, was ich sonst noch finde.
31:52Suchen Sie nachher einen Beweis für die Diskrepanz zwischen dem, was angeliefert wurde und was der Wagner ausgeliefert hat.
31:56Hängen Sie sich daran.
31:57Alles klar. Ich wusste, dass es spät wird.
31:59Und? Wir sind hier fast fertig.
32:02Wir haben die Protonenhülsen und die Projektile.
32:05Zwei glatte Durchschüsse. Gingen direkt in die Wand da hinten.
32:08Der Täter muss aus kürzester Distanz geschossen haben.
32:10Habt ihr mal nach Ihnen gefälschte Medikamenten gesucht?
32:14Alles Zytostatika-Infusionen.
32:16Hier, alle leer.
32:17Ich vermute mal, es wird schwierig, hier noch irgendwas zu finden.
32:20Was ist denn mit den Koffern hier?
32:23Hey, die könnten zu diesem, zu diesem Elektronik-Online-Ticket passen.
32:28Brasilien, One-Way.
32:30Hast du eben noch gesagt?
32:31Vielleicht sind wir gerade noch rechtzeitig gekommen.
32:50Ich habe gerade mit der Klinik telefoniert.
32:53Wegen der letzten Befunde.
32:57Dann weißt du jetzt Bescheid?
33:02Du kennst schon seit gestern das Ergebnis.
33:08Ja, Oliver.
33:15Bis gestern hatte ich noch im Funken Hoffnung, dass die neue Chemo was nützt, aber es ist vorbei.
33:20Die Mittesthasen sind quasi überall.
33:47Und da ist es, dass die neue Chemo was nützt.
33:53Guten Morgen, Herr Gieselwetter.
33:55Ja, wir sind jetzt im Krankenhaus angekommen.
33:58Wagner ist wohl gerade wach geworden.
34:00War wohl eine kurze Nacht für Sie.
34:01Ja, das kann man wohl sagen.
34:02Haben Sie schon eine Spur, wer auf ihn geschossen hat?
34:04Ja, nachdem jemand die Gerüchte im Internet verbreitet hat,
34:07kommen da einige in Frage.
34:08Wir checken jetzt mal, ob Wagner was gesehen hat.
34:13Danke, dass Sie mich gerettet haben.
34:16Sie hatten großes Glück.
34:18Das hatten viele Ihrer Kunden nicht.
34:20Herr Wagner, können Sie irgendwelche Angaben zum Täter machen?
34:23Eine Kapuze und so eine dunkle Jacke.
34:28Mehr weiß ich nicht, das ging alles sehr schnell.
34:31Wollten Sie endlich verreisen?
34:33In Ihrem Labor standen zwei gepackte Koffer.
34:36Ja, zu meiner geschiedenen Frau übers Wochenende.
34:40Mit einem One-Way-Ticket nach Brasilien, alles klar.
34:43Sie wollten einfach nur abhauen.
34:44Herr Wagner, Sie sind vorläufig festgenommen.
34:46Sie sind dringend tatverdächtig im Mordfall Elke Burau.
34:49Was?
34:51Wieso?
34:52Ihr Alibi sowie das Überwachungsvideo aus der Tatnacht
34:55wurden offensichtlich manipuliert.
34:56Wir haben die Software gefunden.
34:58Haben Sie irgendwas dazu zu sagen?
35:01Wir haben die Aussage von Hagen Jäger.
35:04Der behauptet, Sie erpresst zu haben.
35:06Außerdem sagt er, Sie hätten vor ihm zugegeben,
35:08dass Sie Medikamente gestreckt haben.
35:10Beweise.
35:11Sie haben doch gar keine Beweise.
35:13In diesem Augenblick wird Ihr Labor durchsucht.
35:15Meinen Sie nicht, dass das nur eine Frage der Zeit ist?
35:19Gehen Sie jetzt bitte.
35:39Da sind Sie ja.
35:40Ich habe mich ja in der Nachbarschaft der Wagner-Apotheke umgehört,
35:43ob jemandem was aufgefallen ist.
35:45Und ein Anwohner hat tatsächlich was bemerkt.
35:47Gestern Abend zur Tatzeit hat ein SUV seine Einfahrt blockiert.
35:50Er hat ein Handyfoto gemacht, weil er denjenigen anzeigen wollte.
35:52Und das Fahrzeug ist zugelassen auf Oliver Hensen.
35:55Und ein Staatsanwalt.
35:58Danke.
36:00Staatsanwalt übt selbst Justiz aus.
36:02Solche Schlagzeilen können wir hier gar nicht gebrauchen.
36:04Ja, noch ist es ja nicht so weit.
36:05Aber die Fakten können wir auch nicht leugnen.
36:07Noch sprechen wir hier von einem Verdacht, nicht von Fakten.
36:09Und ich kann es mir nicht vorstellen,
36:11Hensen ist überhaupt nicht der Typ dazu.
36:13Versetzen Sie sich doch mal in die Lage dieses Mannes.
36:14Er muss damit klarkommen, dass seine Frau todkrank ist.
36:17Dann erfährt er, dass das einzige Medikament,
36:19das sie vielleicht hätte retten können, von Wagner gepanscht wird.
36:21Und dann wird auch die einzige Zeugin ermordet.
36:24Wie würden Sie sich fühlen?
36:25Wie viele Tiefschläge muss denn man noch wegstecken?
36:28Staatsanwälte sind auch nur Menschen.
36:30Ach, vielen Dank.
36:32Aber ich verstehe, was Sie meinen.
36:34Also, nehmen wir Hensen jetzt fest?
36:37Ich mache das schon.
36:39Ich rufe ihn an, ich bestelle ihn hierher.
36:42Er wird schon kommen.
36:55Ich schaffe das schon.
36:57Sag mal, warum musst du jetzt eigentlich hier hin?
36:59Die könnten doch auch zu uns kommen.
37:01Ich habe keine Ahnung.
37:02Die Kollegin Zobel meinte, es wäre wichtig.
37:03Ich kann dich auch noch schnell nach Hause fahren, wenn du willst.
37:07Nee, ich will es ja auch wissen.
37:09Okay, es dauert bestimmt nicht lange.
37:15Ah, Frau Dr. Zobel.
37:17Dr. Hensen.
37:18Meine Frau.
37:20Freut mich sehr.
37:21Worum geht es? Ist klein eilig.
37:22Das besprechen wir jetzt gleich mit dem Kollegen Kiesewetter und Engel.
37:26Frau Hensen, Sie können hier Platz nehmen.
37:28Gehen wir nicht in Ihr Büro?
37:30Ab hier machen die Kollegen weiter.
37:33Ich dachte, es geht um neue Erkenntnisse im Fall Wagner.
37:35Genau darum geht es auch. Bitte.
37:37Bitte.
37:42Herr Hensen, gestern Abend wurde ein Anschlag auf den Apotheker Lutz Wagner verübt.
37:46Ein Anschlag?
37:47Ja.
37:48Können Sie uns was dazu sagen?
37:49Ist er tot?
37:50Nein, er liegt im Krankenhaus.
37:54Besitzen Sie eine Waffe?
37:56Ja.
37:57Welches Kalibe?
38:00Neun Millimeter Walter.
38:04Neun Millimeter aus einer Walter.
38:08Damit wurde er auf den Apotheker geschossen.
38:11Werden die zu Ihrer Waffe passen?
38:18Ihr Auto wurde zur Tatzeit am Tatort gesehen.
38:25Halse?
38:30Ja, die werden wohl zu meiner Waffe passen.
38:35Sie geben also zu, auf Lutz Wagner geschossen zu haben.
38:43Ich möchte ein Geständnis ablegen.
38:47Es darf nicht mehr so losgerechnet, Ehe.
38:52Er ist auch nur ein Mensch.
38:56Das habe ich heute so oft gehört.
38:58So einfach kann man Sie es nicht machen.
39:00Ja.
39:02Entschuldigung, ich...
39:03Verzeihung Sie, Frau Weiß, Sie haben wunderbare Arbeit geleistet.
39:05Und ich danke Ihnen.
39:08Dann sage ich jetzt Ihnen ist Hensen Bescheid, ja.
39:10Ja.
39:22Dauert es noch lange?
39:25Ja, es könnte noch da sein, ja.
39:30Wieso? Was ist denn los?
39:35Frau Hensen, Ihr Mann...
39:38Ja?
39:42Ihr Mann hat gestanden, auf den Apotheker Wagner geschossen zu haben.
39:49Was?
39:51Mein Mann bringt doch niemanden um.
39:53Wagner hat den Anschlag überlegt und liegt im Krankenhaus.
40:06Das war ein Idiot.
40:12Frau Hensen, soll sie jemand nach Hause bringen?
40:17Frau Hensen?
40:18Ist schlecht.
40:19Haben Sie vielleicht ein Glas Wasser?
40:21Ja, natürlich.
40:40Frau Weiß, schicken Sie bitte ein KTU-Team zum Haus der Henses.
40:44Die soll die Waffe sicherstellen.
40:46Minus Hensen hat mir gerade einen Schwächeanfall vorgespielt,
40:48nachdem ihr gesagt habt, dass ihr Mann gestanden hat.
40:50Und hat sie gerade davongerascht.
40:54Die wusste Bescheid, natürlich.
41:02Herr Hensen, noch mal zu Ihrem Beständnis.
41:04Ich habe nichts mehr hinzuzufügen.
41:05Wie weit entfernt standen Sie von Wagner, als Sie auf ihn geschossen haben?
41:12Kann ich mich nicht mehr erinnern.
41:15Ich hatte einiges getrunken vorher.
41:17Und Ihre Waffe ist zu Hause?
41:19Ja, klar, zu Hause.
41:21Und die Skimaske, die Sie getragen haben?
41:27Die werde ich wahrscheinlich weggeworfen haben.
41:32Hansen, der Täter trug keine Skimaske.
41:34Er hat dann eben keine Skimaske.
41:35Was soll der ganze Zirkus?
41:36Warum verlässt Ihre Frau fluchtartig das Gebäude,
41:38nachdem sie erfahren hat, dass Sie ein Geständnis abgelegt haben?
41:41Sie ist gerade losgefahren, als sie das von meiner Kollegin erfahren hat.
41:46Weil Sie etwas gestanden haben, was Ihre Frau getan hat.
41:49Richtig?
41:54Was hat Ihre Frau vor?
41:58Entschuldigung.
41:59Ich habe einen Fehler gemacht.
42:01Ich habe Ihnen, Herr Hensen, erzählt, dass Wagner überlebt hat und im Krankenhaus schlitt.
42:07Ihre Frau versucht wohl jetzt das zu verhindern, was sie gestern Abend angefangen hat.
42:14Hier, das müssen Sie sich ansehen.
42:16Schauen wir uns das Auto an.
42:26Jetzt müssen wir den doch tatsächlich zum zweiten Mal retten.
42:29Haben wir nur noch die Vorstellung, dass der Mistkerl mit dieser Medikamentensache durchkommt.
42:32Wenn wir nichts gegen ihn in der Hand haben.
42:36Guck mal, ob er Schöne herausgefunden hat.
42:41Na also, wir haben ihn.
42:45Gib Gas.
42:49Guck mal, ob er Schöne herausgefunden hat.
43:41Wer sind Sie?
43:46Niemand.
43:49Nur eine Nummer auf einem Lieferschein.
43:50Irgendeine Nummer.
43:54Irgendeine von den Patienten, die Sie um Ihre Chance auf Heilung gebracht haben.
44:02Warum?
44:04Warum?
44:06Warum haben Sie das gemacht?
44:08Wegen Geld?
44:10Brauchen Sie einen neuen Sportwagen?
44:17Bleiben Sie stehen!
44:18Frau Hansen, tun Sie das nicht.
44:19Helfen Sie mir.
44:20Nehmen Sie die Waffe runter.
44:24Bis gestern wollte ich mein Schicksal noch akzeptieren.
44:28Ich weiß es, man kann nicht jeden Kampf gewinnen.
44:33Aber ich hatte einfach keine Chance.
44:38Und der soll damit durchkommen, einfach so.
44:42Ich gestehe.
44:44Ich gestehe, was Sie wollen.
44:46Halten Sie mich für blöd!
44:48Wir brauchen sein Geständnis nicht.
44:50Wir haben genug Beweise.
44:52Wir haben Belege.
44:54Wir haben Lieferscheine.
44:55Wir haben sogar ein verstecktes Konto gefunden.
44:57Frau Hansen, wenn Sie ihn jetzt töten,
45:00dann gibt es keinen Prozess, keine Aufklärung.
45:03Denken Sie an die anderen Patienten.
45:09Geben Sie mir die Waffe.
45:28Komme ich jetzt ins Gefängnis?
45:30Das hängt von der Staatsanwaltschaft ab.
45:33Aber ich glaube nicht.
45:36Alles Gute für Sie.
45:41So, und jetzt zu Ihnen, Herr Wagner.
45:45Ich sage nichts mehr.
45:47Sie haben doch schon alles.
45:49Nicht ganz.
45:51Da wäre noch der Mord an Ihrer Angestellten, Elke Burau.
45:54Das ist schon was anderes,
45:55so einen Menschen selber zu töten, ha?
45:58Bei den Patienten, da konnten Sie sich ja noch was vormachen.
46:01Aber einem Menschen so direkt das Leben nehmen,
46:04hören Sie auf.
46:05War es das wirklich wert?
46:07Was hätte ich denn tun sollen?
46:12Ich konnte doch nicht zulassen,
46:13dass sie zur Staatsanwaltschaft geht.
46:23Frau Burau.
46:25Herr Wagner.
46:26Hallo.
46:27Was machen Sie denn hier?
46:30Ich wollte zu Ihnen.
46:31Okay, und worum geht's?
46:35Können wir uns vielleicht im Wagen unterhalten?
46:37Nee, ich habe jetzt keine Zeit.
46:39Das muss bis morgen warten.
46:40Tut mir leid.
46:40Ja, entschuldigen Sie.
46:42Dann machen wir es morgen.
46:43Okay.
46:57Dann fuhr ich zur Bäckerbrücke
47:01und habe sie in die Trave geworfen.
47:05Das war's.
47:09Dann fuhr ich.
47:35Was dieser Mann an Unheil angerichtet hat, ist ja nicht kaum zu fassen.
47:39Wahrscheinlich werden wir nie erfahren, wie viele Menschen er wirklich auf dem Gewissen hat.
47:43Wenn er so weitergemacht hätte.
47:45Wir haben heute viele Menschenleben gerettet.
47:47Oder zumindest ihnen ein Überlebensfonds verschafft.
47:50Einer, die Innoissensen nicht bekam.
47:52Was passiert denn mit dir?
47:53Aber ich habe mit dem Richter vereinbart, dass man den Prozess auf den Herbst verlegt und so lange bleibt sie
47:58auf freiem Fuß.
47:59Das heißt, U-Haft wegen Fluchtgefahr...
48:01Habe ich nicht beantragt.
48:03Ja, wenigstens diese Fairness hat sie verdient.
48:35Ja, wenigstens diese Fairness hat sie verdient.
48:38Ja, wenigstens diese Fairness hat sie verdient.
48:39Ja, wenigstens diese Fairness hat sie verdient.
48:39Vielen Dank.
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