- vor 2 Wochen
Teil 1 – Der verfluchte Amethyst**
In einem Museum in London wird tief im Lager eine längst vergessene Schatulle entdeckt. Darin befindet sich ein geheimnisvolles Amethyst-Schmuckstück und ein Schriftstück mit einer eindringlichen Warnung. Als die Rechercheure den Begleitbrief untersuchen, stoßen sie auf den Namen **Edward Heron-Allen**. Der Brief behauptet, der Edelstein sei einst aus einem Tempel in Indien gestohlen worden – und mit einem Fluch belegt.
Doch warum wurde der Stein versteckt? Und was geschah mit den Menschen, die ihn zuvor besaßen?
**Teil 2 – Der Fluch der Familie Leeds**
Die Spur führt anschließend in die USA, nach New Jersey. Hier hält sich seit Jahrhunderten die Legende von der **Familie Leeds** und einem geheimnisvollen Fluch. Über Generationen hinweg sollen sich unheimliche Ereignisse und Unglücksfälle innerhalb der Familie ereignet haben.
Die Rechercheure suchen nach den historischen Ursprüngen der Geschichte und stellen die entscheidende Frage: Wo endet die überlieferte Legende – und wo beginnt eine möglicherweise reale Geschichte?
**Teil 3 – Der Fluch des Arskan-Clans**
Im dritten Teil führt die Spur zurück ins Schottland des 12. Jahrhunderts. Ein Augustinerkloster soll seine Steine für den Bau eines Herrenhauses zur Verfügung stellen müssen. Der Überlieferung zufolge widersetzt sich der Abt dieser Enteignung und spricht einen Fluch über den damaligen Lord und den **Arskan-Clan** aus.
Der Fluch soll nicht mit dem Tod des Lords enden, sondern Generation für Generation weiterwirken.
Drei Orte, drei Geschichten und drei Flüche, die über Jahrhunderte weitergegeben wurden. **Handelt es sich lediglich um Legenden, die durch die Zeit immer weiter ausgeschmückt wurden – oder gibt es eine Verbindung zwischen den geheimnisvollen Steinen, ihren Besitzern und den Schicksalen der Menschen, die sie berührten?
In einem Museum in London wird tief im Lager eine längst vergessene Schatulle entdeckt. Darin befindet sich ein geheimnisvolles Amethyst-Schmuckstück und ein Schriftstück mit einer eindringlichen Warnung. Als die Rechercheure den Begleitbrief untersuchen, stoßen sie auf den Namen **Edward Heron-Allen**. Der Brief behauptet, der Edelstein sei einst aus einem Tempel in Indien gestohlen worden – und mit einem Fluch belegt.
Doch warum wurde der Stein versteckt? Und was geschah mit den Menschen, die ihn zuvor besaßen?
**Teil 2 – Der Fluch der Familie Leeds**
Die Spur führt anschließend in die USA, nach New Jersey. Hier hält sich seit Jahrhunderten die Legende von der **Familie Leeds** und einem geheimnisvollen Fluch. Über Generationen hinweg sollen sich unheimliche Ereignisse und Unglücksfälle innerhalb der Familie ereignet haben.
Die Rechercheure suchen nach den historischen Ursprüngen der Geschichte und stellen die entscheidende Frage: Wo endet die überlieferte Legende – und wo beginnt eine möglicherweise reale Geschichte?
**Teil 3 – Der Fluch des Arskan-Clans**
Im dritten Teil führt die Spur zurück ins Schottland des 12. Jahrhunderts. Ein Augustinerkloster soll seine Steine für den Bau eines Herrenhauses zur Verfügung stellen müssen. Der Überlieferung zufolge widersetzt sich der Abt dieser Enteignung und spricht einen Fluch über den damaligen Lord und den **Arskan-Clan** aus.
Der Fluch soll nicht mit dem Tod des Lords enden, sondern Generation für Generation weiterwirken.
Drei Orte, drei Geschichten und drei Flüche, die über Jahrhunderte weitergegeben wurden. **Handelt es sich lediglich um Legenden, die durch die Zeit immer weiter ausgeschmückt wurden – oder gibt es eine Verbindung zwischen den geheimnisvollen Steinen, ihren Besitzern und den Schicksalen der Menschen, die sie berührten?
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TVTranskript
00:00Schon immer waren die Menschen von Gegenständen fasziniert, die verflucht sein sollen.
00:06Manche Schauergeschichten verbreiten noch heute Angst und Schrecken.
00:17So soll einem ganz besonderen Edelstein eine unheimliche Kraft inne wohnen, dessen Fluch niemand brechen kann.
00:32Es schien, als habe er einen eigenen Willen und wolle Heron Allen für den Rest seines Lebens verdammen.
00:39Ein mysteriöses Wesen versetzt die Bewohner New Jerseys in Angst und Schrecken.
00:47Es schien Hörner und Hufe zu haben.
00:51Sämtliche Hausbewohner kamen ums Leben.
00:54Oder der Fluch eines schottischen Abts, der ganze Generationen belegt haben soll.
01:03Alle sollten für die Taten ihres Vorfahren büßen.
01:08Schwarze Magie, Flüche. Der Abt stellte sich gegen alles, woran die Kirche glaubte.
01:15Die Kirche glaubte.
01:39London, 1972.
01:42Im Natural History Museum entdeckt ein Mitarbeiter im Archiv eine geheimnisvolle Schatulle.
01:49Vorsichtig hebt er den Deckel und erblickt weitere ineinander verschachtelte Kassetten.
01:57Die siebte enthält schließlich ein Schmuckstück.
02:05Ein wunderschöner, tiefvioletter Edelstein in einer silbernen Fassung.
02:11Auf den ersten Blick war der Stein nicht außergewöhnlich.
02:15Aber seine Fassung und die Art der Aufbewahrung waren bemerkenswert.
02:21In der Schatulle liegt ein Brief mit dem Namen des kostbaren Steins.
02:26Der violette Deli Saphir.
02:28Die Bezeichnung war irreführend.
02:33Denn die Mineralogen des Museums stellten fest, dass der Edelstein ein Amethyst war.
02:44Warum wurde er so aufbewahrt?
02:47Um ihn zu schützen?
02:50Oder um den Menschen vor dem Stein zu beschützen?
02:56Die Antwort findet sich in dem Brief seines letzten Eigentümers.
03:01Eindringlich warnt der vor dem Besitz des Juwels.
03:05Dieser Stein ist dreifach verflucht.
03:08Befleckt mit dem Blut und der Schande all jener, die ihn je besaßen.
03:12Wer die Schatulle öffnet, soll erst diese Warnung lesen und dann nach eigenem Ermessen mit dem Juwel verwahren.
03:19Und er zeichnet Edward Heron Allen.
03:25Edward Heron Allen war ein viktorianischer Universalgelehrter.
03:32Er war Anwalt, Musiker und Schriftsteller.
03:38Heron Allen war schon zu Lebzeiten eine berühmte Persönlichkeit.
03:43Heute gibt es eine nach ihm benannte Gesellschaft, die sich mit seinem Werk beschäftigt.
03:52Was bringt einen Gelehrten wie Edward Heron Allen dazu, an den Fluch des lilafarbenen Edelsteins zu glauben?
04:06Stimmte es, was in dem Brief stand?
04:09Woher hatte der Stein diese bösen Kräfte?
04:14Dem Begleitbrief zufolge wurde der Amethyst aus einem Tempel in Indien gestohlen.
04:23In Delhi und anderen Teilen des Landes wurden Edelsteine verwendet, um Tempel zu dekorieren.
04:30Ein Zeichen dafür, dass sie den Göttern gehörten.
04:36Edelsteinen wird einer besondere Kraft zugesprochen.
04:39Sie sind nicht nur kostbar und schön, ihr immaterieller Wert geht darüber hinaus.
04:45In seinem Brief beschreibt Heron Allen, wie der Amethyst aus einem Tempel gestohlen wird.
04:51Der Kavallerist Colonel Ferris soll ihn nach England gebracht haben.
04:58Es gibt viele Geschichten über gestohlene Reliquien, die mit einem Fluch belegt sind.
05:05Eine Art göttliche Vergeltung für begangenes Unrecht.
05:10Zurück in England bekommt Colonel Ferris gesundheitliche Probleme.
05:15Mehrere Fehlinvestitionen treiben seine Familie in den finanziellen Ruin.
05:20Als Ferris' Sohn den Amethyst erbt, wird auch der krank und verarmt.
05:30Flüche auszusprechen ist wie eine Art Warnung vor Dieben.
05:34Damit sagt man, du kommst nicht ungestraft davon.
05:37Es gibt diese höhere Macht, die dich beobachtet und für deine Tat büßen lässt.
05:46Doch das Unglück beschränkt sich nicht nur auf den Dieb und dessen Angehörigen.
05:51Nachdem Colonel Ferris' Sohn den Amethyst einem Freund schenkt, begeht dieser wenig später Suizid.
06:00In seinem Testament verfügt er, der Edelstein soll an Ferris' Sohn zurückgehen.
06:05So beginnt eine Reihe mysteriöser Ereignisse, die als Fluch des Violetten Saphirs von Delhi geschehen sein sollen.
06:18Warum glaubten die Menschen an den Fluch?
06:20Hatten sie Schuldgefühle, weil sie wussten, dass der Edelstein von einem heiligen Ort stammte?
06:27Ferris Jr. ist schwer vom Tod seines Freundes getroffen.
06:31Er will den Amethyst so schnell wie möglich loswerden und verkauft ihn 1890 an den Sammler Edward Heron Allen.
06:42Es wundert nicht, dass jemand mit so vielen Interessen von der Geschichte des Edelsteins fasziniert war.
06:49Und auch von den Tragödien, die dem Stein zugeschrieben wurden.
06:54Die meisten Menschen glauben erst dann an Flüche, wenn sie selbst betroffen sind.
07:04Der universalgelehrte Edward Heron Allen glaubt nicht an die Existenz von Flüchen und erkauft Ferris den Amethyst ab.
07:16Doch schon bald darauf, so behauptet Heron Allen, bekommt er die unheimliche Energie des Steins, am eigenen Leib zu spüren.
07:27In einem Brief schreibt er.
07:32Sobald er in meinem Besitz war, verfolgte mich das Unglück.
07:38Wie Colonel Ferris vor ihm, habe er gesundheitliche und finanzielle Schwierigkeiten bekommen.
07:49Seine Probleme schienen unmittelbar mit dem Amethyst zusammenzuhängen.
07:57Heron Allen hielt die Sünden des Vorbesitzers für den Auslöser des Fluchs.
08:06Um den Fluch zu brechen, brachte er den Stein zu einem Juwelier.
08:12Dort lässt er das Juwel in Silber fassen.
08:15Glaubte er, Silber wirke gegenüber natürliche Kräfte?
08:20Im okkulten Weltbild kann Silber das Böse abwehren.
08:25Der neue Besitzer geht noch einen Schritt weiter.
08:30Heron Allen versuchte, die Wirkung des Juwels mit religiösen und esoterischen Symbolen zu neutralisieren.
08:401902 glaubte Heron Allen, der Fluch des Edelsteins sei gebannt.
08:47In den folgenden Jahren bleibt er von weiterem Unglück verschont.
08:51Doch dann, so berichtet Heron Allen, habe er eine unheimliche Begegnung.
08:56Ihm erscheine der Geist eines Hindus, der nach dem gestohlenen Edelstein suche.
09:04Später schreibt er, der Mann habe in einer Ecke seiner Bibliothek gekauert und versucht mit den Händen den Boden aufzuwühlen.
09:12Was geht da vor sich? Ist dies etwa eine Folge des Fluchs?
09:16Der Wissenschaftler glaubt nicht daran.
09:22Als der Fluch gewandt schien, lieh er das Juwel einer Freundin.
09:27Kaum hatte sie ihn an sich genommen, hatte sie eine Pechsträne.
09:34In seinem Brief schreibt Heron Allen, ihr seien alle möglichen Katastrophen widerfahren. Welche verschweigt er?
09:45Er fragte sich, ob der Fluch zurückgekehrt war und jetzt jeden verfolgen würde, der den Stein berührte.
09:53Um den Amethyst loszuwerden, wirft Heron Allen ihn 1903 in den Regents Canal.
10:04Überraschenderweise wurde er drei Monate später gefunden und zu einem Juwelier gebracht.
10:10Diese erkannte das Schmuckstück und brachte es Heron Allen zurück.
10:17Was für ein Zufall. So kehrte der Stein zurück zu Heron Allen.
10:23Eine unglaubliche Geschichte. Heron Allen hatte den Edelstein weggeworfen.
10:28Trotzdem kam er zu ihm zurück.
10:31Als habe er einen eigenen Willen und wolle den Besitzer für den Rest seines Lebens verfluchen.
10:39Dann leidt Heron Allen den Amethyst einer befreundeten Sängerin.
10:47Der versagt bei ihrem nächsten Auftritt die Stimme.
10:55Laut Heron Allens Brief singt sie danach nie wieder.
11:04Aaron Allen wusste nicht, was er mit dem Juwel machen sollte.
11:08Nach der Geschichte mit dem Kanal behielt er ihn weitere 40 Jahre.
11:12Allerdings bewahrte er ihn nach der Geburt seiner Tochter nicht mehr zu Hause auf.
11:16Das erschien ihm zu gefährlich.
11:18Die einzige Lösung war, ihn wegzuschließen.
11:20Er verwahrte den Stein in einem Bankschließfach, das über seinen Tod hinaus versiegelt bleiben sollte.
11:29Ich spüre, dass er einen bösen Einfluss auf meine Tochter ausübt.
11:34Also lege ich den Stein in sieben Schatullen, die erst 33 Jahre nach meinem Tod geöffnet werden durften.
11:421904 wandert der Amethyst zusammen mit dem Brief Heron Allens in ein Schließfach.
11:48Rund 40 Jahre später, im Jahr 1943, stirbt Edward Heron Allen eines natürlichen Todes.
11:56In den Jahrzehnten, in denen der Amethyst weggeschlossen ist, bleiben er und seine Familie von weiteren Tragödien verschont.
12:06Der Stein sollte bis 1976 unter Verschluss bleiben, aber seine Tochter Aether hielt sich nicht dran.
12:15Keine zwölf Monate nach Heron Allens Tod nimmt sie den Amethyst aus dem Schließfach.
12:24Seine Tochter schenkte den Edelstein dem Natural History Museum, wo er in den Archiven verschwam.
12:32Die Jahrzehnte ziehen ins Land. Bis im Jahr 2000 die Heron Allens Society, das Natural History Museum, kontaktiert.
12:42Sie wollen den Amethyst für ihr jährliches Symposium ausleihen.
12:48Ab 2000 versuchte der Kurator John Whittaker vom Natural History Museum mehrmals den Stein zur Heron Allens Society zu bringen.
12:58Doch jedes Jahr kam etwas dazwischen. Einmal erkrankte er, ein anderes Mal geriet er in ein schweres Unwetter.
13:07Im dritten Jahr hatte er schlimme Krämpfe. Er litt an Nierensteinen. Ein Beweis dafür, dass der Fluch bis heute wirkt?
13:19Die Geschichte des Edelsteins ist der perfekte Stoff für einen Film oder einen Roman.
13:24Deshalb glauben manche, Heron Allens habe alles frei erfunden. Denn die einzige Informationsquelle ist sein Brief.
13:341921 erscheint das düstere Buch, der purpurne Saphir.
13:41Es erzählt die Geschichte eines verfluchten, violetten Edelsteins, der den Besitzern Unglück, Leid und Tod bringt.
13:50Autor ist ein gewisser Christopher Blair, zufällig das Pseudonym Edward Heron Allens.
14:02Die Frage ist, imitiert hier die Kunst das Leben oder das Leben die Kunst?
14:11Hatte er alles frei erfunden, um seinem Buch Glaubhaftigkeit zu verleihen?
14:16Um die Leute neugierig auf den Edelstein zu machen?
14:22Oder basierte das Buch auf wahren Unglücksfällen, aus dem Umfeld des Amethysten?
14:31Wir werden es nie erfahren, denn alles, was wir haben, ist sein Brief.
14:36Es gibt gute Gründe, in der Geschichte zu zweifeln.
14:40Aber es haben sich auch Leute an das Museum gewandt und berichtet, wie der Fluch ihre Vorfahren getroffen hat.
14:47Und Heron-Erons Familie will bis heute nichts mit dem Stein zu tun haben.
14:54Zumindest in den Köpfen vieler Menschen lebt der Fluch also fort.
15:00Heute kann der violette Deli Saphir im Natural History Museum in London bestaunt werden.
15:06Fluch oder pure Fantasterei?
15:10Die Wissenschaft ist überzeugt, dass an der Legende um den Edelstein nichts Wahres ist.
15:21Unsere nächste Geschichte ereignet sich im US-Bundesstaat New Jersey.
15:27Winter 1909.
15:29Eine seltsame Kreatur hinterlässt ihre Spuren.
15:32Es häufen sich Berichte über eine lange, zurückliegende Legende aus dem 18. Jahrhundert, dem Jersey Devil.
15:42Rätselhafte Hufspuren erscheinen auf Feldern, in Gärten und sogar auf Hausdächern.
15:48Sie können keiner bekannten Tierart zugeordnet werden.
15:52Die Spuren waren mysteriös.
15:55Sie fanden sich nicht nur am Straßenrand oder auf Feldern, sondern auch in Hinterhöfen, auf Dächern und an anderen merkwürdigen
16:03Orten.
16:04Die ersten Berichte kommen aus der Stadt Woodbury.
16:08Sie beschreiben Spuren, die aussehen, als stammten sie von einem kleinen, allerdings zweibeinigen Pferd.
16:15In den folgenden Tagen berichten immer mehr Zeitungen darüber.
16:19Auch aus dem Nachbarstaat Pennsylvania gibt es Meldungen.
16:29Doch schon bald bleibt es nicht allein bei den Hofspuren.
16:38E.P. Whedon, ein Stadtrat aus Trenton, erzählte Reportern, er sei von einer riesigen Kreatur geweckt worden.
16:47Sie habe vor seinem Schlafzimmerfenster mit den Flügeln geschlagen.
16:53Am nächsten Morgen habe er gespaltene Hufabdrücke im Schnee entdeckt.
16:58Die Zeitung Trenton Times berichtet über die seltsamen Vorfälle.
17:05Ein unbekanntes Tier, das Anwohner für einen einbeinigen Vogel halten, treibt sich in der Stadt herum.
17:15Angst macht sich breit. Für eine Woche ist ganz New Jersey im Ausnahmezustand.
17:21Einige machen sich auf die Suche, um die rätselhafte Kreatur zu finden.
17:26Andere verbarrikadieren sich zu Hause.
17:30Es war nicht das erste Mal, dass in der Gegend seltsame Wesen gesichtet wurden.
17:35Seit Jahrhunderten gab es Gerüchte über mythische Kreaturen.
17:38Gibt es vielleicht einen wahren Kern?
17:42Viele glauben, bei dem Wesen handele es sich um ein Kind, das sich durch einen Fluch in eine Bestie verwandelt
17:48habe.
17:49Bekannt ist die Kreatur heute als Jersey Devil.
17:58Vor dem 20. Jahrhundert wurde der Jersey Devil auch Leeds Devil oder Devil of Leeds genannt.
18:06Die Geschichte des Leeds Devil hatte ihren Ursprung in Leeds Point, wo der Nachname Leeds weit verbreitet war.
18:14Der Name könnte sich also auf den Ort oder eine Familie beziehen.
18:19In fast allen Versionen der Erzählung geht es um eine Frau, die aufgrund eines Fluchs ein monströses Kind zur Welt
18:28bringt.
18:29Die Details der Legende variieren.
18:35Eine Version der Geschichte spielt im Jahr 1778, zur Zeit der amerikanischen Revolution.
18:43Eine Amerikanerin soll sich in einen britischen Soldaten verliebt haben.
18:49Daher wurde sie von ihrer Gemeinde verflucht.
18:53Als sich die amerikanischen Kolonien von Großbritannien lossagen, werfen die Bewohner von Leeds Point der jungen Frau Verrat vor.
19:00Als sie von dem britischen Liebhaber schwanger wird, eskaliert die Situation.
19:05Sie wird verflucht und bringt dem Mythos nach einen Dämon zur Welt, den Leeds Devil.
19:13Wie so häufig in der Geschichte mussten Frauen oft als Sündenböcke herhalten.
19:20Die Frage ist, wird auch in diesem Fall eine Frau für das Unglück einer Stadt verantwortlich gemacht?
19:31Diese Variante der Geschichte ist eigentlich eine Metapher.
19:35Das Kind war für viele monströs, weil es aus der Verbindung einer Amerikanerin mit einem britischen Soldaten hervorging.
19:44Auch in einer anderen Version der Erzählung soll eine Frau das Böse in die Welt gebracht haben.
19:53Darin war eine Frau als Mother Leeds bekannt. Sie lebte mit ihren zwölf Kindern in bitterer Armut.
19:59Ihr Mann war ein Trinker.
20:051735 ist jene Mother Leeds zum 13. Mal schwanger. Sie ist verzweifelt.
20:15Dass das 13. Kind als Monster gesehen wird, entspricht numerologischen Vorstellungen.
20:23Die Zahl 13 gilt in vielen Kulturen als Unglückszahl.
20:31Es heißt, Mother Leeds streckt die Hände zum Himmel und schreit,
20:35möge dieses Kind der Teufel sein.
20:40Wird sie ihre Worte bald bereuen.
20:45Nach der Geburt wirkte das Kind zunächst menschlich.
20:52Um Mother Leeds standen der Ehemann, mehrere Hebammen und die zwölf Kinder, als Nummer 13 zur Welt kamen.
21:00Für einen kurzen Moment war alles ruhig.
21:07Doch dann soll sich das Neugeborene vor den Augen der Anwesenden verändert haben.
21:19Als sie das Kind ansah, verwandelte sich der Kopf in den eines Pferdes.
21:27Der Körper war mit Fell bedeckt und auf seinem Rücken wuchsen Fledermausartige Flügel.
21:35Dann bildete sich ein Schwanz.
21:38Es schien Hörner und Hofe zu haben.
21:42Einige sagen, die Ablehnung der Mutter für ihr 13. Kind sei der Grund für die Verwandlung gewesen.
21:49Andere glauben, die Götter haben Mother Leeds eine grausame Lektion erteilen wollen.
21:55Nach der Verwandlung soll das Wesen über seine Eltern und Geschwister hergefallen sein und sie allesamt getötet haben.
22:04Einige meinen, dass die Bestie anschließend in Richtung der Pine Barons flüchtet.
22:09Ein bewaldetes Gebiet an der Atlantikküste New Jerseys.
22:13Dort, im Schatten der dichten Kiefern, soll sich die Kreatur bis heute verstecken.
22:25Im Laufe der Zeit verbreitete sich diese kleine lokale Geschichte in der ganzen Region.
22:37Allmählich häuften sich die Meldungen über den Jersey Devil im ganzen Staat.
22:42Selbst wenn ein Huhn von einem Fuchs gerissen wurde, verdächtigte man nun den Jersey Devil.
22:47Die Presse sorgte für eine Art Massenhysterie.
22:52Ereignisse mit natürlichen Ursachen wurden nun dem Jersey Devil zugeschrieben.
23:02Im Laufe der Zeit wird die Legende vom Jersey Devil zum festen Bestandteil der lokalen Überlieferung.
23:10Im 18. und 19. Jahrhundert gab es vereinzelt Berichte über den Jersey Devil.
23:18Die Leute sahen huschende Schatten, hörten grässliche Schreie.
23:25Eine Sichtung galt als schlechtes Omen.
23:27Es hieß, der Jersey Devil würde das Vieh reißen.
23:33Die Leute machten ihn aber auch für schlechte Ernten, Kriege oder andere schreckliche Ereignisse verantwortlich.
23:44Die Legende des Jersey Devils ist eng mit der Region verknüpft.
23:50Einer der Orte, die mit dem Jersey Devil in Verbindung gebracht wurden, sind die Pine Barrens.
23:58Die Pine Barrens im Südosten New Jersey sind ein schwer zugängliches, von Sümpfen umgebenes Gebiet.
24:07Früher versteckten sich in dieser Gegend entlaufene Sklaven.
24:12Auch für Kriminelle war sie ein Zufluchtsort.
24:14Wer nicht von hier stande, sah auf diese Menschen herab.
24:21Sie waren Verstoßene.
24:26Einige Bewohner der Pine Barrens nutzen ihren zwielichtigen Ruf.
24:30Sie erfinden Schauermärchen und Gerüchte, halten Fremde auf Abstand.
24:39In den Pine Barrens versteckten sich Gesetzlose und Kriminelle.
24:43Vielleicht wollten sie mit der Legende vom Jersey Devil die Polizei und andere Menschen fernhalten.
24:49Die Pine Barrens waren ihr Revier.
24:55Es gibt die Theorie, dass die ausgegrenzten Bewohner der Pine Barrens das Fabelwesen aus Selbstschutz erfanden.
25:06Damit drohten sie der Gesellschaft, kommt nicht hierher.
25:14Ich bin in New Jersey aufgewachsen.
25:17Als Kinder drohte man uns mit dem Jersey Devil, damit wir uns nicht zu weit in die Wildnis wagten.
25:22Wenn man Angst hatte, schaute man sich um und vermutete bald überall Gefahren.
25:30Dann, 1909, greift eine regelrechte Jersey Devil Panik um sich.
25:36Innerhalb einer Woche erscheinen mehr als 1000 Berichte über mögliche Sichtungen der Kreatur.
25:48Es kam zu einer Art Hysterie in den Pine Barrens, wo der Jersey Devil besonders oft auftauchte.
25:57Immer mehr Leute fanden Hufabdrücke, zertrampeltes Getreide oder glaubten sogar, den Jersey Devil selbst gesehen zu haben.
26:05Davon erzählten sie dann ihren Nachbarn oder der Presse.
26:09An den Häusern endet die Spur abrupt, als hätte das Wesen sich in Luft aufgelöst.
26:20Die ganze Woche lang gab es Berichte über gerissenes Vieh.
26:24Die Schulen blieben geschlossen, alle hatten Angst, ihr Haus zu verlassen.
26:30Dann befasst sich die Wissenschaft mit dem Phänomen.
26:33Ein Experten-Team des Smithsonian-Institutes hält den Jersey Devil für ein prähistorisches Wesen aus der Blüterzeit der Dinosaurier.
26:44Hat es womöglich in den nahegelegenen Kalksteinhöhlen überlebt?
26:52Wissenschaftler aus New York glauben gar, es handele sich um ein fleischfressendes Tier.
27:00Forschende der Akademie der Naturwissenschaften in Philadelphia kommen zu dem Schluss,
27:05die Beschreibung des Jersey Devils passe zu keiner lebenden oder ausgestorbenen Spezies.
27:12Der Jersey oder Leeds Devil ist ein sogenannter Kryptid, also ein Wesen, für dessen Existenz es nur schwache Beweise gibt.
27:19Oft werden sie mit bestimmten Orten in Verbindung gebracht, wie das Ungeheuer von Loch Ness.
27:28Wie bei anderen Kryptiden sind einige Merkmale des Jersey Devil biologisch plausibel und passen zu einem echten Tier.
27:36Dazu kommen dann übernatürliche Aspekte. So soll er schlechtes Wetter verursachen oder Ernten verderben.
27:45Skeptiker führen das Jersey Devil Phänomen auf die Verachtung der Städter gegenüber der Landbevölkerung zurück.
27:51Möglich sind Verwechslungen mit anderen Tieren. Doch welches Wesen haben die Menschen beobachtet?
28:07Der wahrscheinlichste Kandidat ist der früher in New Jersey heimische Kanada-Kranich.
28:14Ein großer, schlanker Vogel mit einer Flügelspannweite von zwei Metern.
28:21Er hat zwei kräftige Beine, kann aber auch fliegen, was die Spuren in Feldern und auf Hausdächern erklären würde.
28:34Die Kranich-Theorie ist durchaus plausibel. Wenn man diesem Vogel im Dunkeln begegnet, könnte man ihn tatsächlich für ein Fabelwesen
28:43halten.
28:48Soziologen führen die Jersey Devil-Hysterie im Januar 1909 auf ein kollektives psychologisches Phänomen zurück.
29:01Handelte es sich um eine Art Massenhysterie?
29:06Glaubten die Menschen wirklich, dass der Jersey Devil existierte und in der Gegend sein Unwesen trieb?
29:19Als soziale Wesen sind wir emotional miteinander verbunden. Wenn Mitglieder einer Gruppe in Panik geraten, stecken sie andere damit an
29:27und die Angst breitet sich immer weiter aus.
29:33Bis heute gibt es Menschen, die auf der Suche nach dem Jersey Devil nachts durch die Wälder der Pine Barrens
29:38streifen.
29:42Doch das, was wie der Schrei einer mystischen Kreatur klingt, ist wohl nur das Heulen des Windes.
29:55Ob tief in unserer Psyche oder tief in den Wäldern, in New Jersey lauert der Teufel. Und so wird es
30:03immer bleiben.
30:13Schauplatz der nächsten Legende ist der Ort Stirling in Schottland.
30:17Mitte des 16. Jahrhunderts schickt der einflussreiche Adlige Earl of Mar, Lord Erskine, Soldaten und Steinmetze zu der Abtei Cambus
30:25Kenneth.
30:26Sie sollen die baufällige Anlage bis auf die Grundmauern abtragen.
30:32Cambus Kenneth Abbey ist eine von vielen Klosterruinen, die die britische Landschaft prägen.
30:41Im 12. Jahrhundert war das Kloster ein Zentrum des Augustiner Ordens, eines Bettelordens, der den Regeln des heiligen Augustinus folgte.
30:51Als der Abt von den Plänen erfährt, ist er zutiefst verärgert.
30:56Schon während der schottischen Reformation wird das Bauwerk schwer beschädigt.
31:00Nun sind er und die verbliebenen Mönche obdachlos.
31:06Lord Erskine nutzte die Steine des Klosters für den Bau eines neuen Herrenhauses.
31:12Doch für den Raub der Steine soll der Erskine-Clan einen hohen Preis zahlen.
31:17Einer Legende nach wird das Herrenhaus Mars Walk mit einem Fluch belegt, der die Familie über Generationen hinweg verfolgt.
31:27Den Erskins wird ein kometenhafter Aufstieg vorhergesagt, auf den der Untergang folgen werde.
31:34Mit jedem Stein, den Lord Erskine von der Abtei abtragen lässt, besiegelt er das Schicksal seiner Nachfahren.
31:44Von wem ging dieser Fluch aus? Was genau sagte er voraus? Und wird die Familie ihn je wieder loswerden?
31:56Bei der schottischen Reformation Mitte des 16. Jahrhunderts werden Kirchen und Klöster im ganzen Land zerstört.
32:03Auch die Abtei Cambus Kenneth erleidet schwere Schäden.
32:09Während der schottischen Reformation wurde die Macht der römisch-katholischen Kirche gebrochen.
32:15An ihrer Stelle trat der Protestantismus mit kalvinistischer Ausprägung.
32:21Der Papst, Abte und Bischöfe verloren ihre Autorität.
32:28Und all die wohlhabenden, prachtvollen Klöster sollten dem Erdboden gleichgemacht werden.
32:37Für die Mönche in den Klöstern und Abteien ist die Reformation eine Zeit des Schreckens.
32:47Cambus Kenneth Abbey war auch als Stirling Abbey bekannt, da sie in Sichtweite von Stirling Castle lag.
32:57Über den Abriss gibt es verschiedene Versionen. Eine besagt, das Kloster sollte im Zuge der Reformation abgebrochen werden.
33:06Eine andere Version besagt, das Kloster wäre verschont geblieben, hätte John Erskine nicht den Abriss angeordnet, um an Baumaterial für
33:14sein Herrenhaus zu kommen.
33:22Erskine war der Regent von Schottland. Sein neues Anwesen sollte dieser Position gerecht werden. Es sollte sich mit Stirling Castle
33:30messen können.
33:32Als John Erskine sein neu erworbenes Land begutachtete, fiel ihm die Klosterruine auf.
33:39Es erschien ihm sinnvoll, die Steine der alten Abtei für den Bau des neuen Anwesens zu verwenden.
33:50Dass sich die Erskines das Kloster aneigneten, war für die Katholiken ein Sakrileg.
33:58Der Abt von Cambus Kenneth ist fassungslos. Wütend reist er zum Familiensitz der Erskines, wo er den Earl of Marr
34:07zur Rede stellt.
34:14Eines Nachts tauchte Patrick, der letzte Abt der zerstörten Abtei, bei Lord Erskine auf und hämmerte an die Tür.
34:24Der Abt verkündete, welches Schicksal ihn und seine Familie erwarten würde.
34:30Seine obskuren Warnungen sind bekannt als Doom of Marr, Untergang von Marr.
34:38Eure Tat soll die Menschen lehren, dass dem, der sich grausam und hochmütig über die heiligen Ruinen erhebt, kein Erfolg
34:50vergönnt ist.
34:54Es heißt, der Abt verflucht den Erskine-Clan mit mehreren unheilvollen Prophezeiungen.
35:04Er verfluchte nicht nur Lord Erskine, sondern auch dessen Kinder und Enkelkinder.
35:12Generationen von Nachfahren sollten für Erskines Verbrechen büßen.
35:20Er sagte der Familie einen steilen Aufstieg voraus, gefolgt von einem tiefen Fall.
35:26Das Herrenhaus würde nie fertiggestellt werden.
35:30Ihr ganzer Besitz sollte in die Hände Fremder fallen.
35:35Ein Nachfahre werde erleben, wie der Familiensitz mit seiner Frau darin in Flammen aufgehe.
35:41Drei seiner Kinder sollten nie das Tageslicht sehen.
35:44Die große Halle würde zum Pferdestall und das Audienzzimmer zur Webstube.
35:52Der Fluch werde erst gebrochen, wenn nach all dem eine Esche auf dem Familiensitz wachse.
36:02Der Earl of Mar verwahrt sich der Legende nach gegen die Drohungen.
36:06Er verweist ihn ab des Hauses und ignoriert die düsteren Prophezeiungen.
36:15Für ihn sind sie nichts als Wichtigtuerei des verbitterten Klerikers. Sollte er recht behalten?
36:25Es gab keine Katastrophen in John Erskins Leben. Der Fluch schien wirkungslos.
36:32Der Earl of Mar steigt sogar zu einem der mächtigsten Männer Schottlands auf.
36:39König Jakob war noch ein Kind, als er den Thron bestieg.
36:43Er brauchte einen Regenten, jemanden, der die Verantwortung übernahm, bis er alt genug war.
36:48Diese Aufgabe übernahm der Earl of Mar. Und der herrschte dann de facto über Schottland.
36:55Ist die steile Karriere des Lords bereits Teil des Fluchs?
36:59Ihr, Herr von Mar, sollt immer mächtiger werden, bis ihr an der Stelle des Königs sitzt.
37:07Ihr sollt herrschen und zerstören. Doch euer Haus sei verflucht und soll nie vollendet werden.
37:14Und tatsächlich, als der Earl of Mar 1572 stirbt, ist sein Herrenhaus Mars Warg nicht fertiggestellt.
37:25Aber Generationenflüche sind Verwünschungen, die in der Familie weitergegeben werden.
37:34Ihr sollt zu Reichtum und Ruhm gelangen, eurem Herrscher treu sein und sein Banner auf dem Schlachtfeld erheben.
37:45Jahrhundertelang genießen die Erskins Macht und Ansehen.
37:48Dann wendet sich das Blatt, als die im Exil lebende Stuart-Familie Anfang des 18. Jahrhunderts Anspruch auf den britischen
37:56Thron erhebt.
38:031715 schloss sich der 6. Earl of Mar, James Stuart, an und wurde Anführer des 1. Jakobitenaufstands.
38:11Doch die Rebellion scheiterte.
38:15Der Fluch des Abts geht weiter.
38:19Euer Untergang kommt, wenn ihr ganz oben seid, auf dem Höhepunkt eurer Macht.
38:25Euer Land wird Fremden übergeben und euer Clan wird in der Bedeutungslosigkeit versinken.
38:34Wegen seiner Verbindung zu den Aufständischen verlor der Earl of Mar sämtliche Titel und seinen Adelsstand.
38:42Ein schwerer Schlag für die Familie.
38:45Dieser Fluch war eine schreckliche Strafe.
38:48Schlimmer als direkt die ganze Linie auszulöschen.
38:51Denn nun mussten alle für die Sünden ihres Vorfahren büßen.
38:55Gemäß der christlichen Überzeugung, die Schuld der Väter rächt sich an den Söhnen.
39:03Einige glauben, man könne einen Generationenfluch nur mit spiritueller Hilfe und Gebeten brechen.
39:08Hier wurden die Gebete offenbar nicht erhört.
39:161801 erfüllt sich eine weitere Prophezeiung, mehr als 200 Jahre nachdem der Abt die Erskins verflucht hatte.
39:24Die Frau des siebten Earl of Mar stirbt bei einem Feuer auf dem Familienanwesen.
39:33Der Zweig, der von euch entspringt, soll sein Haus bei einem Feuer verlieren, dem auch seine Frau zum Opfer fällt.
39:41Drei seiner Kinder sollen nie das Tageslicht sehen.
39:49Mit dem siebten Earl of Mar schien sich der Fluch endgültig zu erfüllen.
39:55Er hatte drei blinde Töchter, die niemals das Tageslicht sehen würden.
40:00Seinen Söhnen gelang es nicht, den guten Ruf der Familie wiederherzustellen, und sie verschuldeten sich.
40:09Fast alle Prophezeiungen des Abtes erfüllen sich. Auch die letzte Weissagung tritt ein.
40:20Der Fluch sagte vorher, das Anwesen werde sich in einen Stall verwandeln.
40:26Wir wissen, dass Kavallerieoffiziere zeitweise in einem Trakt ihre Pferde unterstellten.
40:33Der Familiensitz verkam zum Pferdestall und ein obdachloser Weber fand in der Ruine Unterschlupf.
40:40Es hieß, der Fluch würde enden, wenn eine Esche auf der Ruine sprießt. Acht Generationen später ist genau das passiert.
40:54Im Laufe der Jahrhunderte zieht es immer wieder Neugierige zum sagenumwobenen Familiensitz, die nach einem Eschensprössling Ausschau halten.
41:04Um 1815 ist es soweit. Auf der Ruine des alten Turms sprießt zartes Grün.
41:11Endlich haben sich alle Vorhersagen des Abtes erfüllt.
41:20Es dauerte mehr als 200 Jahre, bis alle Prophezeiungen des Fluchs erfüllt waren.
41:31Einige halten den Fluch für frei erfunden.
41:34Vielleicht von Gegnern der katholischen Kirche, die den Abt und seinen Orden in ein schlechtes Licht rücken wollen.
41:40Vielleicht macht diese Legende aber auch das tragische Schicksal der Erskins für viele erklärbar.
41:51Für andere wiederum hat die Geschichte einen wahren Kern.
41:55Denn in den Ruinen von Mars Walk wurden Steine aus der Abtei Cambus Kenneth gefunden.
42:07Die Geschichte hatte propagandistischen Nutzen. Schaut nur, was die Kirche und ihre Vertreter machen.
42:13Sie verfluchen die Leute und praktizieren Hexerei.
42:20Wir werden nie erfahren, ob die Erskins wirklich verflucht waren. Auf jeden Fall brachte ihnen der Bau des Herrenhauses kein
42:28Glück.
42:30Die Familiengeschichte der Erskins weist erstaunliche Parallelen zu den Prophezeiungen des Abtes auf.
42:37Zufall? Oder ein Beweis für die Wirkmacht eines Fluchs?
42:41Sicher ist, im Stammbaum jeder Familie finden sich Erfolgsgeschichten und Schicksalsschläge.
42:48Und oft ist Aberglaube die Erklärung für das Unbegreifliche.
42:57Ob ich an den Fluch glaube? Für mich haben Orte und Geschichten durchaus eine gewisse Macht. Also, wer weiß.
43:17Untertitelung des ZDF für funk, 2017