Zum Player springenZum Hauptinhalt springen
#ddrarchiv #ddrfilm #ddrfilme #ddrkino #ddrserie #ddrsendung #ddrvideo #ddrserien #ddrvideos #ddrdoku #ddrdokumentation #ddrgeschichte #geschichte_ddr #fernsehenddr #ddrfernsehen #deutscherfernsehfunk #dff1 #dff2 #ddrtv #ddrunterhaltung #defafilm #defafilme #defaklassiker #defaspielfilm #defadoku #ostfilm #ostkino #ddralltag #ddrkultur #ostalgie #lebeninderddr #damalsinderddr #ddrnostalgie #defaschauspieler #ostblock #ddrpropaganda #aktuellekamera #schwarzerkanal #ddrsport #ddrmusik #ddrwerbung #sandmännchenddr #ddrkinder #ddrjugend #volksarmee #pioniereddr #palastderrepublik #ddrmuseum

Kategorie

🎈
Spaß
Transkript
00:00:00Musik
00:00:41Musik
00:01:09Musik
00:01:41Musik
00:02:27Wir werden uns einschränken.
00:02:30Inge muss mit ihrem Stipendium auskommen. Andere können das auch.
00:02:33Ich frag mich nur, warum immer wir?
00:02:35Warum nicht mal die anderen?
00:02:39Haben wir das nötig?
00:02:43Sorgen.
00:02:49Verstehst du das?
00:03:00Musik
00:03:15Inge!
00:03:22Möchtest du mir vielleicht erklären, was das zu bedeuten hat?
00:03:27Hauptsache, du fühlst dich mal wieder im Recht.
00:03:30Fristlos entlassen. Aber im Recht.
00:03:34Du warst bei Jensen.
00:03:37Deine Ermahnung kannst du dir sparen. Geschenkt verstehst du.
00:03:40Musik
00:03:51Aha.
00:03:54Ich verstehe.
00:03:56Der künftige Herr Schwiegersohn hat sicherheitshalber die Tochter erst einmal mit abgeschrieben.
00:04:01Ein feiner Zug, das muss man ihm lassen.
00:04:06Auch geschenkt?
00:04:17Musik
00:04:27Herr Solter zu Hause?
00:04:28Ich entschuldige.
00:04:31Sie sind Herr Solter?
00:04:33Sie wünschen?
00:04:34Kriminalpolizei.
00:04:36Machen Sie sich fertig.
00:04:39So sieht das also aus.
00:04:42Das klappt ja wie bestellt.
00:04:43Machen Sie keine Schwierigkeiten mit.
00:04:44Rühren Sie mich nicht an.
00:04:46Kommen Sie mit.
00:05:11Ach, Sie sind's Kindchen.
00:05:13Kommen Sie ruhig rein.
00:05:45Was ist mit meinem Vater?
00:05:55Deinem Vater haben sie die Beine weghauen.
00:05:58Allen werden sie die Beine weghauen.
00:06:05Was hat er getan?
00:06:13Der Scheller ist ein Friedensfreund.
00:06:18Dein Vater ist ein Friedensstörer.
00:06:22Er hat dem Fahrer seinen Frieden gestört.
00:06:34Weißt du, wenn er dann stirbt?
00:06:43Der Mensch stirbt lange, bevor er stirbt.
00:06:50Lange.
00:06:55Vater ist verhaftet.
00:07:22Sie sind Heinz Solter, 39 Jahre, Ingenieur, zuletzt Abteilungsleiter VEB Energieversorgung,
00:07:29verheiratet.
00:07:31Aus der Ehe ist deine Tochter hervorgegangen.
00:07:36Nach dem Ingenieurexamen melden sie sich 1942 als Kriegsfreiwilliger, zuletzt Leutnant
00:07:42zur See, der faschistischen Kriegsmarine.
00:07:461944 in Irland interniert.
00:07:48Nach einem zeitweiligen Aufenthalt in der britischen Besatzungszone kehrten sie Ende 1945 in die
00:07:53damals sowjetisch besetzte Zone zurück.
00:07:56Anfänglich als Arbeiter in der städtischen Gaswerke, ab 1948 als Ingenieur eingestellt.
00:08:01Sie sind Mitglied des FDGB und der Betriebssektion der Kammer der Technik.
00:08:06Irgendwelche gesellschaftlichen Funktionen üben sie nicht aus, einer Partei gehören sie
00:08:10ebenfalls nicht an.
00:08:11Das weiß ich.
00:08:13Dürfte ich nun endlich erfahren, warum ich hier bin?
00:08:18Es liegt eine Anzeige gegen Sie vor.
00:08:20Verbrechen gemäß § 1 Wirtschaftsstrafrechtsverordnung und gemäß § 36 Strafrechtsergänzungsgesetz.
00:08:26Die Einzelheiten der Beschuldigung sind Ihnen ja wohl bekannt.
00:08:29Was haben Sie zu Ihrer Entlastung vorzutragen?
00:08:36Wie Sie wollen, Herr Solter.
00:08:59Ich möchte Ihnen nur mitteilen, dass ich hier weggehe.
00:09:04Soll das heißen, Sie wollen exmatrikuliert werden?
00:09:10Weshalb?
00:09:16Mein Vater ist verhaftet.
00:09:18Ich fragte Sie nach dem Grund für Ihre Exmatrikulation.
00:09:22Mir ist nicht bekannt, dass Sie mit der Angelegenheit Ihres Vaters auch nur das Geringste zu tun hätten.
00:09:28Sie können gut reden.
00:09:32Ach so, die liebe Eitelkeit.
00:09:34Ein paar Schwachköpfe könnten darüber reden.
00:09:37Sie sind gemein!
00:09:50Als sozialistische Erzieher stellen wir hohe Anforderungen an die uns anvertrauten Schüler.
00:09:56Die höchsten aber an uns selbst.
00:10:02War das nur für eine gute Note geschrieben?
00:10:05Ich habe Ihnen übrigens eine Zwei dafür gegeben.
00:10:08Ich nahm an, das wäre Ihr Programm als künftige Lehrerin.
00:10:11Und das sozialistische Menschenbild ist das Schönste und einen Volkstaat haben wir auch.
00:10:15Die beste und gerechteste Ordnung, die es bisher gegeben hat.
00:10:19Mein Vater wurde verhaftet, aber was kümmert das Sie?
00:10:22Oder war es etwa nicht der Mann, der ihn angezeigt hat?
00:10:28Für heute sind Sie vom Unterricht befreit.
00:10:35Inge.
00:10:36Inge.
00:11:01Staatsanwalt Burger, bitte.
00:11:03Hier, Luise Faber.
00:11:05Genosse Burger?
00:11:07Ich muss Dich unbedingt sprechen.
00:11:29Ich bitte Sie, diesen Brief an meine Tochter weiterzuleiten.
00:11:43Sie möchten, dass Ihre Tochter Sie besucht.
00:11:45Das verstehe ich.
00:11:48Aber Sie werden auch verstehen, dass es wesentlich von Ihnen abhängt, wann Besuchserlaubnis erteilt werden kann.
00:11:56Reden Sie endlich, Herr Solter.
00:11:58Und alles Weitere wird sich finden.
00:12:00Sie sind gesetzlich verpflichtet, den Brief weiterzuleiten.
00:12:03Er enthält nichts, was mit meiner Angelegenheit auch nur das Geringste zu schaffen hat.
00:12:07Und warum schweigen Sie?
00:12:11Hören Sie gut zu.
00:12:14Was zwischen mir und Faber steht, ist nicht Sache der Staatsanwaltschaft.
00:12:18Kann ich nur meine Tochter sprechen oder nicht?
00:12:21Ich kenne meine Vorschriften, Herr Solter.
00:12:24Und was Ihre Angelegenheit betrifft, die klären wir auf.
00:12:27Notfalls ohne Ihre Hilfe.
00:12:28Die Vernehmung ist beendet.
00:12:34Ja.
00:12:36Ja.
00:12:40Ja.
00:12:46Ja.
00:12:48Ja.
00:12:59Ja.
00:13:00Ja.
00:13:09Wir sind uns also einig. Sie nehmen die Leitung ab. In Betriebnahme morgen früh, 8.30 Uhr.
00:13:17Sie wissen so gut wie ich, dass ich die Leitung ohne Ausnahmegenehmigung nicht abnehmen darf.
00:13:22Kollege Wiesen, wie finden Sie das? Hätten Sie nicht so zügig gearbeitet, dann wäre sie schon hier drin?
00:13:28Was sind Sie eigentlich, Kollege Solter? Ein Bürokrat oder ein Sozialist?
00:13:34Beschaffen Sie die Ausnahmegenehmigung. Vorher darf ich die Leitung nicht abnehmen. Das ist Vorschrift.
00:13:39So. Aber eine einsatzfähige Leitung 14 Tage lang still liegen lassen, Ihren Betrieb um den sauer verdienten Planvorsprung bringen, das
00:13:45können Sie.
00:13:47Na schön. Kollege Faber wird sich jedenfalls freuen.
00:13:52Hoffentlich haben Sie sich auch überlegt, wie Sie Ihr Verhalten den Arbeitern gegenüber erklären wollen.
00:14:02Einz.
00:14:04Na ja, schön gut.
00:14:34Ausnahmöns.
00:14:52Ich sage Ihnen ein Mor上.
00:15:23Bringen Sie Cognac.
00:15:27Für alle?
00:15:28Natürlich für alle.
00:15:30Doppelte?
00:15:31Doppelte.
00:15:32Sowjetische natürlich.
00:15:34Ja, sowjetischen.
00:15:36Ganz schön in Vaterhalte, was?
00:15:39Na, Meister Wiesen?
00:15:41Doch nicht etwa müde?
00:15:4416 Tage von früh bis spät,
00:15:46plus 16 Nächte von spät bis früh,
00:15:49macht zusammen 32.
00:15:51Hoffentlich vergisst Sie die Buchhaltung nicht.
00:15:56Gestatten.
00:15:57Dankeschön.
00:16:01Also, um was soll ich lange reden?
00:16:04Auf das Wohl der Aktivisten.
00:16:12Eigentlich müsste es mir ja noch verkneifen.
00:16:15Gestern hat in Berlin die Wettbewerbskommission getagt.
00:16:18Mehrmann war dort.
00:16:19Ob Sie es gerne hatten oder nicht, wir sind durch.
00:16:22Republik Sieger im vierten Quartal.
00:16:2435.000 MDN kommen hinterhergerollt.
00:16:27Leute, diesmal waren harte Bandagen im Spiel.
00:16:29Mensch, Dicker, die wängst du doch ab wie ein Sandsack.
00:16:31In meiner Haut würdest du anders reden.
00:16:33Ach was, Leistung muss man bringen.
00:16:35Daran kommt keiner vorbei.
00:16:36Hallo, Ursuline.
00:16:37Welcher Sturm hat dich denn reingefehlt?
00:16:39Was doch sieben, wenn's recht ist.
00:16:41Noch einen Cognac für die Kollegin.
00:17:04Unsere neue NW 500 ist auf dem Abschnitt Bergfeld-Fürstenfeld eingefroren.
00:17:10Ich brauche nicht zu erklären, was das für die Gasversorgung im Nordrum der Republik bedeutet.
00:17:17Ich weise an.
00:17:18Es ist sofort mit dem Bau einer Umgehungsleitung zu beginnen.
00:17:22Es ist jetzt 15.16 Uhr.
00:17:24Um 15.40 Uhr sind alle Mitglieder des Operativstabes zur Einsatzbesprechung bei mir.
00:17:29Ich möchte zahlen.
00:17:35Drei Schichten ist das Mindeste, womit wir rechnen müssen.
00:17:42Der Frühling braucht Zeit.
00:17:45Dafür kommt er auch ganz von selbst.
00:17:47Wie?
00:17:50Hast du mein Streichholz?
00:17:52Bis oben!
00:17:59Wenn's nur mal einer vom Bomben der Erkenntnis wär!
00:18:06Doch mal 75 Meter, Kollege Solter!
00:18:10Landen!
00:18:17Moment mal!
00:18:18Wegen der Erkenntnis!
00:18:22Ja, egal!
00:18:28Hübsch, wie?
00:18:36Begreifst du nicht?
00:18:39Der gefrorene Apfel scheint dir nicht zu bekommen.
00:18:42Dampf!
00:18:43Mensch, halt's mit Dampf machen wir die Leitungsrotten.
00:18:45Aha.
00:18:46Du kennst doch Fawas Anweisungen.
00:18:50Ja, ja.
00:18:53Achtfahrig Verwandte.
00:18:59Schwiegermutter.
00:19:10Sie wünschen?
00:19:14Entschuldigen Sie, Kollegin, ich muss den Bahnhofsvorsteher sprechen.
00:19:18Schon möglich.
00:19:19Sein Dienst beginnt 0700.
00:19:26Rufen Sie schon an.
00:19:29Mein Name ist Solter.
00:19:30Ingenieur Solter von der Baustelle Ferngasleitung.
00:19:39Da ist die dritte Schicht auf den Beinen.
00:19:41Kollege Lehmann, Carola Stark hier.
00:19:44Entschuldigen Sie bitte.
00:19:46Hier sind zwei...
00:19:49Alles in Ordnung, Chef.
00:19:50Zwei Loks im Schuppen.
00:19:52Wie für uns bestellt.
00:19:55Moin.
00:19:56Nein, drei Männer.
00:19:57Ja.
00:19:58Kommen Sie sofort.
00:20:01Sagen Sie, kommen heute Nacht noch Züge vorbei?
00:20:03Fahrplanning draußen.
00:20:10Was geht Ihnen hier vor?
00:20:12Kollege Lehmann, wir brauchen Ihre Hilfe.
00:20:15Worum handelt es sich denn?
00:20:17Jensen, Bezirkskatastrophenkommission.
00:20:20Meine Legitimation.
00:20:23Es handelt sich um nicht mehr und nicht weniger
00:20:25als um die Gasversorgung im Nordraum der Republik.
00:20:28Wir brauchen eine Lok.
00:20:30Ja, aber...
00:20:31Können wir das besser in Ihrem Dienstzimmer besprechen?
00:20:35Ja...
00:20:36Natürlich, meine Herren.
00:20:38Selbstverständlich.
00:20:39Bitte.
00:20:51Hey, Nilpferd, Sie stören hier.
00:21:00Hey!
00:21:01Langsam vormeln lassen!
00:21:02In Ordnung!
00:21:13Alles anhalten, die Lok kommt!
00:21:16Ozzie!
00:21:23Jake!
00:21:31Cody!
00:21:45Jensen!
00:21:46Arzt vom Krankenwagen!
00:21:48Keine Ordnung nach jetzt.
00:21:50Anschluss einbauen.
00:21:50Wir haben fünf Stunden maximal.
00:21:58Fertig!
00:22:19Was sind Sie eigentlich, Kollege Solter?
00:22:21Ein Bürokrat oder ein Sozialist?
00:22:25Eins!
00:22:26Ob Sie es gerne hatten oder nicht, wir sind durch.
00:22:29Na, Meister Wiesen?
00:22:31Doch nicht etwa müde?
00:22:34Republikssieger im vierten Quartal.
00:22:35Ich weise an.
00:22:36Es ist sofort mit dem Bau einer Umgehungsleitung zu Beginn.
00:22:3935.000 MDN kommen hinterhergerollt.
00:23:04Was ist denn?
00:23:06Was ist denn?
00:23:11Was soll schon sein?
00:23:15Nichts wird sein.
00:23:32Der Dampf kommt! Der Dampf kommt!
00:23:35Was ist denn?
00:23:37Mama!
00:23:56Kommst!
00:23:57Du bist!
00:24:23Menschenskind-Solter, wie haben Sie das Bus geschafft?
00:24:27Gehen Sie doch weg, Sie Trampel!
00:24:29Selber Trampel!
00:24:40Wie viel Temperatur, Liebe?
00:24:4342.
00:24:52Weißt du eigentlich, dass ich am Morgenassistent bei Fahrer bin?
00:24:58Ich sag dir nur eins, der Mann ist ein Katapult, ein Schuss in die Sonne.
00:25:08Ökonomische Konferenzen sind nicht dazu da, wenn ich das richtig verstanden habe, um sich gegenseitig schöne Worte zu sagen, sondern
00:25:16um den Stier bei den Hörnern zu packen.
00:25:19Das heißt für mich, in der augenblicklichen Situation unseres Betriebes, den Elan der Frostperiode auf die gesamte Arbeit zu übertragen.
00:25:27Ich sage es ganz offen.
00:25:29Wenn es uns in den nächsten Wochen nicht gelingt, mit jeder Schluderei, mit jeder Nachlässigkeit rücksichtslos aufzuräumen, auch den letzten
00:25:39wachzurütteln, dann sind all unsere Pläne und Aufholpläne einen fetzen Papier wert.
00:25:45Ich will damit nicht andeuten, dass die Kollegen, die für Fehler verantwortlich zeichnen, nun gleich, wie es so schön heißt,
00:25:52unangespitzt und im Boden gestampft werden.
00:25:55Andererseits muss einmal mit aller Klarheit und Deutlichkeit zum Ausdruck gebracht werden, und das mit Namen und Adresse, was die
00:26:02Stunde geschlagen hat.
00:26:05Zum Beispiel, ist es nicht an der Zeit, mit derselben Hartnäckigkeit, mit der man nach objektiven Schwierigkeiten sucht,
00:26:15noch einmal die Frage der regelmäßigen Wartung und Instandhaltung der Ferngasleitungen durch den zuständigen Meisterbereich,
00:26:22nämlich durch den Gasmeister Wiesen zu stellen, und das mit allem Ernst.
00:26:25Kollege Faber, ich habe drei Fragen.
00:26:36Ich verrate Ihnen sicher kein Geheimnis, dass man in der Hauptverwaltung große Pläne hegt, was Ihren Garten anbetrifft.
00:26:41So?
00:26:49Kennen Sie die Kleine?
00:26:50Mhm. Sie ist eine meiner besten Schülerinnen.
00:26:53Was Sie nicht sagen?
00:26:55Inge Solder.
00:26:57Was denn? Die Tochter von?
00:26:59Genau die.
00:27:06Erstens. Halten Sie es für richtig, solche schwerwiegenden Beschuldigungen, wie die gegen den Kollegen Wiesen,
00:27:11in seiner Abwesenheit und ohne vorherige Rücksprache mit seinem Vorgesetzten zu erheben.
00:27:17Zweitens.
00:27:19Beabsichtigen Sie damit die zweifelsohne notwendig gewordene allseitige Untersuchung der Störungsursache
00:27:25von vornherein auf ein bestimmtes Gleis zu schieben?
00:27:29Drittens.
00:27:30Warum verschweigen Sie, dass ich bereits Mitte Dezember, also fast drei Wochen vor der Störung,
00:27:38die unverzügliche Einstellung der Einspeisung aus den örtlichen Gaswerken in das Verbundnetz gefordert habe?
00:27:43Ja. Der Kollege Solder wird sicherlich nicht von mir verlangen, dass ich seine Fragen
00:27:48und die darin enthaltenen Behauptungen, die ich ja erst überprüfen muss, aus dem Handgelenk beantworte.
00:27:52Aber eins kann ich ihm versichern. Die Ursachen der Störungen auf dem Abschnitt Bergfeld-Fürstenfeld
00:27:57werden wir aufdecken. Allseitig. Und ohne Rücksicht auf die Person.
00:28:01Ist das richtig so, Kollege Dr. Kranz?
00:28:04Entschuldige, Kollege. Miss. Miss.
00:28:13Prost, Kollege Solder! Auf die, die immer Recht haben wollen.
00:28:19Aber man kann nicht immer Recht haben, meine Liebe.
00:28:27Habe ich Recht, Genosse Parteisekretär?
00:28:30Na ja. Sie sind Parteisekretär geworden, Kollege Kuhlmay?
00:28:33Ist das sehr schlimm?
00:28:35Nein, nein, natürlich nicht. Entschuldigen Sie.
00:28:37Unseren Kuhlmay musst du nämlich wissen. Unseren Kuhlmay, den haben wir uns gewählt.
00:28:43Prost.
00:28:47Tschüss.
00:28:52Die Zollte schon?
00:28:53Ja.
00:28:53Die Zollte schon?
00:29:04Die Zollte schon?
00:29:05Ja.
00:29:08Die Zollte schon?
00:29:09Die Zollte schon?
00:29:09Sie mit calm-dang warst.
00:29:11Die Zollte schon?
00:29:29Kollege Solter, steigen Sie ein, ich war Sie nach Hause.
00:29:37Natürlich, Sie haben völlig recht.
00:29:40Frische Luft ist gut für uns.
00:29:43Na, dann wollen wir mal.
00:29:46Warum arbeiten Sie gegen mich, Kollege Solter?
00:29:49Ich arbeite nicht gegen Sie.
00:29:52Sie wissen doch ebenso gut wie ich, dass Wiesn nun schuldig ist.
00:29:55So? Weiß ich das?
00:30:01Warum spielen Sie Schellhorn-Spiel?
00:30:03Den interessiert doch nur, wer der Hauptverwaltung möglichst schnell einen Sündenbock präsentieren kann.
00:30:07Selbst wenn Sie recht hätten.
00:30:09Wissen Sie überhaupt, was ein Mann wie Schellhorn für uns bedeutet, oben in der Hauptverwaltung?
00:30:14Sie kennen mich, Solter. Ohne Schmus.
00:30:18Leute wie Sie haben wir verdammt nötig in der Energieversorgung.
00:30:22Ihnen fehlt nur eins, der Blick fürs Ganze.
00:30:25Wir produzieren keine Kochtöpfe, in denen jeder rumrühren kann.
00:30:28Und es wird immer ein großer Unterschied bleiben, ob man einen Betrieb von unten nach oben oder von oben nach
00:30:32unten betrachtet.
00:30:34Ich weiß nicht.
00:30:35Was wir brauchen, sind klare, unmissverständliche Weisungen. Darauf kommt es an.
00:30:39Und nicht, ob sich jemand zu Recht oder meinetwegen auch zu Unrecht auf den Schlips getreten fühlt.
00:30:43Für einen Betrieb wie den unsrigen gilt immer noch das alte Napoleon-Wort.
00:30:47Ordre, Kontraordre, Desordre.
00:30:51Und wenn die Weisungen falsch sind?
00:30:53Wenn die Weisungen falsch sein sollten, was ich noch sehr bezweifeln möchte,
00:30:58dann bedeutet in unserem Falle die Gegenanweisung nicht mehr und nicht weniger als Fehler Nummer zwei.
00:31:03Und der allgemeine Schlamassel folgt so sicher wie das Amen in der Kirche.
00:31:07Entschuldigen Sie, Kollege Faber, anscheinend bin ich doch nicht der richtige Mann für Sie.
00:31:12Mit Ihrer alternative Ordnung oder Gerechtigkeit, verschieben Sie da nicht die Gewichte?
00:31:17Ihre Rechtschaffenheit ehrt Sie.
00:31:19Nur für mich ist sie ein bisschen zu weit aus der Welt.
00:31:23Als ich im Winter 49 sozusagen noch ein halber Plenni in Frankfurt-Oder eintrudelte,
00:31:29meinen Sie, ich verstand auch nur das Schwarz unter dem Fingernagel von Energiewirtschaft?
00:31:33Darauf kam es auch gar nicht an.
00:31:35Worauf es ankam war etwas ganz anderes.
00:31:38Eine straffe Ordnung musste eingeführt werden.
00:31:40Und die haben wir eingeführt.
00:31:42Wären wir anders verfahren, ich wüsste nicht, wo wir heute ständen.
00:31:46Wissen Sie, was sollte?
00:31:49Schreiben Sie den Bericht über die Störungsursachen.
00:31:51So, wie Sie ihn für richtig halten.
00:31:54Allseitig und objektiv.
00:31:56Ist das ein Angebot?
00:32:02Menschenskind sollte.
00:32:04Nun schieben Sie doch endlich Ihr ewiges Misstrauen beiseite.
00:32:07Wo leben wir denn?
00:32:09Gut, ich schreibe.
00:32:10Na sehen Sie, ich wusste doch, dass ich mich in Ihnen nicht getäuscht habe.
00:32:14Bringen Sie den Kollegen Solter nach Hause.
00:32:16Morgen früh wie immer.
00:32:18Gute Nacht, Solter.
00:32:27Das ist ein Claudium.
00:32:29Nicht mehr.
00:32:37Sub!venth...
00:32:43Viedsens
00:32:45mainties. Viedsens
00:33:09Du auch?
00:33:11Nein.
00:33:24Warum hast du mich heute Abend einfach sitzen lassen?
00:33:29Deine Aktentasche hast du noch nie vergessen.
00:33:31Das kommt bei dir nicht vor.
00:33:37Tut mir leid.
00:33:39Ich bin nun mal kein Privatier.
00:33:45Verstehst du mich nicht, Luise?
00:33:48Vor zwei Jahren bin ich in diesem Betrieb delegiert worden.
00:33:51Warum wohl?
00:33:53Wenn ich heute nach Berlin fahre, dann kommt nicht irgendjemand.
00:33:56Dann kommt der Genosse Faber, der früher im Ministerium gesessen hat.
00:33:59Und dieser Genosse Faber hat binnen zweier Jahre
00:34:01aus einem Saustall einen Spitzbetrieb im Republikmaßstab gemacht.
00:34:05Ich habe Freude an dieser Arbeit.
00:34:08Ich spüre förmlich, wie es vorwärts geht.
00:34:11Im Sommer schon wird die Zentrale Energiebehörde eingerichtet.
00:34:14in Prag oder in Warschau.
00:34:18Ich weiß, was du jetzt denkst.
00:34:20Natürlich reizt mich das.
00:34:22Warum soll ich nicht ehrgeizig sein?
00:34:25Ein Fachmann, der sich in der Praxis auskennt
00:34:27und auf höchster Leitungsebene, den gibt es nicht alle Tage.
00:34:30Da steckt doch Arbeit hinter.
00:34:32Schufterei, wenn du willst.
00:34:34Ein Hubschrauber, das wäre das Richtige für dich.
00:34:36Warum nicht?
00:34:39Weißt du, wo wir dann hinfliegen würden?
00:34:42Nach Saratow.
00:34:44Mein Gott, die Wolga dort, 45, 46.
00:34:48Und eine Kälte.
00:34:52Mit lächerlichen Fäustlingen und ein paar Krampen
00:34:54haben wir das Holz aus den Kähnen gezerrt.
00:34:55Baumstimme, so dick, rund und gesund wie dreimal Gas.
00:34:58Was?
00:35:01Falls du es vergessen haben solltest.
00:35:03Ich bin 35 Jahre alt.
00:35:06Fühlst du dich nicht manchmal etwas zu sicher?
00:35:14Wie meinst du das?
00:35:17Das Schlimme ist keineswegs, dass du ein aufreibendes Leben führst.
00:35:21Das geht mir oft genug nicht anders als dir.
00:35:25Das Schlimme ist, dass du ohne dieses aufreibende Leben
00:35:27nicht mehr existieren kannst.
00:35:29Und je öfter du mir vorjammerst, wie überansprucht du bist,
00:35:33desto großartiger kommst du dir vor.
00:35:35Ein Mann wie Faber, ein Organisator, ein wahrer Held.
00:35:42Ich musste unbedingt mit Solter sprechen.
00:35:44Was denn? Mitten in der Nacht?
00:35:47Was soll ich tun?
00:35:49Doktor Kranz ist fertig.
00:35:51Jensen ist mir noch nicht selbstständig genug.
00:35:53Solter ist für mich das Heute.
00:35:55Aber es ist wie eine Wand zwischen uns.
00:35:57Er ist voller Misstrauen, hat ständig Vorbehalt.
00:35:59Er hält sich an Kleinigkeiten fest.
00:36:01Ihm fehlt ganz einfach der Blick für das Ganze.
00:36:03Aber ich brauche diesen Fachmann.
00:36:05Eins sage ich dir.
00:36:06Solter und ich in einem Gespann.
00:36:07Wir ziehen jeden Karren aus dem Dreck.
00:36:09Jeden!
00:36:10Das kannst du mir glauben.
00:36:13Kommst du jetzt?
00:36:26Ja.
00:36:26Diesmal wird's ernst, mein Lieber.
00:36:28Nun, wenn schon.
00:36:30Erst in Ordnung, dann anpfiff heute im Fresco, morgen.
00:36:34Ich kenne doch Farbe.
00:36:38Schellhorn sucht einen Sündenbock.
00:36:42Weißt du, seit diesem komischen Unfall frage ich mich immer,
00:36:49wozu braucht der Mensch einen großen Zeh?
00:36:51Offenbar nur, damit die andere drauf rumlatschen.
00:36:54Aber mein Zeh ist ab.
00:36:56Fein, säuberlich, abgetrennt.
00:37:00Einer schon.
00:37:06Farbe hat gestern verkündet,
00:37:08den beispielhaften Elan der Frostperiode
00:37:10auf die gesamte tägliche Arbeit zu übertragen.
00:37:13Zu gut Deutsch, es wird weiter gewurscht und weiter gehetzt.
00:37:18Dieser Mensch braucht weder Meister noch Ingenieure.
00:37:20Der braucht nur eins.
00:37:21Tausend Heinzelmännchen, die haargenau das tun,
00:37:23was er sich gerade ausgedacht hat.
00:37:25Und was dabei schief läuft,
00:37:27machen sie durch pausenlosen Einsatz wett.
00:37:31Dr. Kranz ist der Erste, der dabei auf der Strecke geblieben ist.
00:37:35Andere werden folgen.
00:37:38Mit keiner Maschine geht man so um wie Farbe mit seinen Leuten.
00:37:44Ich soll ihm den Bericht über die Störung schreiben.
00:37:46Ausgerechnet.
00:37:50Was willst du tun?
00:37:53Rudi,
00:37:54fühlst du dich verantwortlich für die Störung?
00:37:57Ich meine, fühlst du dich schuldig?
00:37:58Bist du verrückt?
00:38:01Wenn Farbe uns schon wie Figuren durch die Landschaft schiebt,
00:38:03soll er gefälligst auch für die Folgen aufkommen,
00:38:05nicht nur für die Erfolge.
00:38:06Du fühlst dich also nicht schuldig?
00:38:09Woran siehst du den Sinn der Einspeisung in den Verbund?
00:38:13Planprozente, Wettbewerbssieg.
00:38:15Und sonst gibt es keinen noch so verborgenen Grund.
00:38:18Manchmal sehen doch eure Leute in der Partei da Zusammenhänge auf,
00:38:21die kein gewöhnlich Sterblicher kommt.
00:38:25Die Einspeisungen waren also volkswirtschaftlich überflüssig.
00:38:28Überflüssig, wie mein kaputter Zeh.
00:38:32Wir haben also für 35.000 Mark Wettbewerbsprämien
00:38:35und eine Wanderfahne eine halbe Million zum Fenster hinausgeworfen.
00:38:39Hast du schon mal erlebt, dass einem im ersten Quartal danach gefragt wird,
00:38:42womit der im vierten Quartal eine Siegerung hat?
00:38:43Ich nicht.
00:38:45Streue die Asche aufs Haupt und erkläre, dass du es nicht verstanden hast,
00:38:48mit dem Einsatz einer ganzen Person, etc.
00:38:51Ich lege eine schriftliche Erklärung bei.
00:38:55Dafür gibt es einen Verweis, der niemandem weh tut.
00:38:57Und alles bleibt beim Alten.
00:39:00Das kann doch wohl nicht wahr sein.
00:39:12Guten Morgen.
00:39:13Guten Morgen.
00:39:21Solta, kommen Sie allein.
00:39:25Guten Tag.
00:39:25Guten Tag.
00:39:26Entschuldigen Sie, Kollege Dr. Kranz, aber die Türen standen offen.
00:39:30Ich dachte schon, es wäre der Fahrer.
00:39:32Dankeschön.
00:39:38Ja.
00:39:39So ist das nun mit mir.
00:39:41Wenn Fader nicht seinen Wagen zur Verfügung gestellt hätte,
00:39:45ich wüsste nicht einmal, wie ich ins Sanatorium kommen sollte.
00:39:49Aber nichts für ungut. Sie trinken doch sicher einen Kaffee.
00:39:52Nein, Dankeschön.
00:39:55Sie können ja nicht ahnen, wie das ist.
00:39:58Plötzlich dieses Gefühl ausrangiert.
00:40:02Gewiss, ich habe mich immer öfter nach Ruhe gesehnt.
00:40:06War müde geworden, so als Puffer zwischen den Gewalten.
00:40:10Wem sagen Sie das?
00:40:12Aber sollte Sie mit Ihrer klugen Hartnäckigkeit
00:40:17oder sollte ich besser hartnäckige Klugheit sagen?
00:40:21Sie haut doch so schnell nichts um.
00:40:24Wissen Sie eigentlich, wie sehr Sie mir damit imponiert haben?
00:40:29Was ist's denn?
00:40:30Ach ja, legen Sie die Sachen nur hin.
00:40:33Herr Faber hat ausdrücklich bestellt das.
00:40:35Ach ja, der Wagen ist doch noch gar nicht hier.
00:40:43Dr. Kranz, bevor Sie abreisen,
00:40:47warum haben Sie Faber damals nichts von meinen Forderungen gesagt,
00:40:50die Einspeisungen in das Verbundnetz einzustellen?
00:40:57Ich wusste, dass Sie mir eines Tages diese Frage stellen würden.
00:41:02Klug und hartnäckig, nicht wahr?
00:41:05Ich hatte mir sogar eine Antwort vorbereitet.
00:41:09Heute sage ich mir, Ausflüchte sind das.
00:41:14Nichts als billige Ausflüchte.
00:41:19Sie hätten darauf bestehen müssen.
00:41:22Haben Sie eine Ahnung?
00:41:24Faber, das war ein Vulkan, ein feuerspeiender Krater.
00:41:29Planprozente, Kohlenkähne, Wegbewerb.
00:41:32Etwas anderes hatte der Mann doch nicht im Sinn.
00:41:35Glauben Sie, der hätte mich auch nur ausreden lassen,
00:41:37wenn ich mit Ihren abstrakten Befürchtungen gekommen wäre?
00:41:42Und wenn das abstrakt war, der Schlamassel in Fürstenfeld.
00:41:47Wissen Sie, worüber ich mich heute am meisten schäme?
00:41:52Wissen Sie, dass es in diesen Jahren, Tage, ja Wochen gegeben hat,
00:41:57in denen ich allen Ernstes geglaubt habe, Faber wäre ihm recht.
00:42:02Ist ein Ingenieur gewisse nicht längst vergangener Plunder?
00:42:07So ein Fossil, das zwar nicht mehr lebt, doch partout nicht verwesentlich.
00:42:14Wissen Sie, nicht einmal zur Kur lässt er mich in Ruhe fahren.
00:42:20Und oben rein muss ich ihm noch dankbar sein dafür.
00:42:23Gehen wir.
00:42:29Die Eintellung der Brigaden ist doch wohl Ihre Angelegenheit. Ende.
00:42:39Ja, schaut sie Euch nur an.
00:42:41Lange wird sie sowieso nicht mehr bei uns zu finden sein.
00:42:44Und warum? Das werdet ihr gleich erfahren.
00:42:49Hört gut zu.
00:42:50Das rücksichtslose Streben der Werkdirektion,
00:42:53durch einen hohen Stand der Gaserzeugung den Wettbewerbssieg zu erringen,
00:42:57führte faktisch zur Desorganisation des normalen Betriebsablaufes.
00:43:01Zur übermäßigen Anreicherung des Verbundnetzes mit Kondensaten aus den örtlichen Einspeisungen
00:43:05und schließlich, nachdem der Bodenfrost in die Tiefe gedrungen war,
00:43:09zum Ausfall der Ferngasleitung auf dem Abschnitt Bergfeld-Fürstenfeld.
00:43:12Nun wisst Ihr es also. Die Direktion ist an allem schuld.
00:43:16Aber es kommt noch besser.
00:43:18Es darf nicht länger geduldet werden, dass die Direktion,
00:43:21anstatt ihre eigene Verantwortlichkeit selbst kritisch einzuschätzen,
00:43:24andere, wie zum Beispiel den Meisterbereich von Gasmeister Wiesen,
00:43:28mit ihrer Verantwortung belasten will.
00:43:30Und so weiter und so weiter. Unterschrift Solter.
00:43:38Ich habe einen Durchschlag an die Hauptverwaltung weitergeleitet.
00:43:41Sagen Sie sehen, wie Sie damit fertig werden.
00:43:43An Schellhorn?
00:43:45An Schellhorn, jawohl. Das ist doch wohl der zuständige Mann, oder?
00:43:50Offen gesagt, Kollege Solter, ich hatte Sie bisher für klüger gehalten.
00:43:54Ich entsinne mich nicht, den Bericht an Sie adressiert zu haben.
00:43:57Wissen Sie, was ich Sie zuallererst fragen würde?
00:43:59Falls es aufgrund Ihres Berichtes zur Einsetzung einer Untersuchungskommission kommen sollte.
00:44:04Ich würde Sie fragen, warum, Kollege Solter, erwähnen Sie eigentlich in diesem Ihrem Bericht
00:44:09mit keinem Wort, dass die Leitung genau dort eingefroren ist,
00:44:13wo drei Leitungstiefpunkte ohne die nötigen Sicherheitseinrichtungen geblieben sind.
00:44:20Warum verschweigen Sie uns die immerhin bemerkenswerte Tatsache, dass Sie es waren, der diese Leitung abgenommen hat?
00:44:26Die Vorschriften waren Ihnen doch bekannt.
00:44:33Raus!
00:44:34Mein lieber Solter, es gibt bekanntlich Leute, die schreien Zeta und Mordio, wenn Ihnen einer auf den Zahn fühlt, weil
00:44:42der Zahn faul ist.
00:44:44Raus, habe ich gesagt!
00:45:03Wie?
00:45:13Wie?
00:45:16Ist gut.
00:45:25Der Herr Marineleutnant AD hat den Genossen Schellhorn aus dem Zimmer geprügelt.
00:45:31Solter?
00:45:33Ja, Solter.
00:45:34So, wie er es bei den Nazis gelernt hat.
00:45:37Genossen, ich denke, wir brechen die Sitzung ab.
00:45:39Aber das geht doch nicht.
00:45:41Was geht nicht, Genosse Kohlmeier?
00:45:43Ehrlich gesagt, manchmal habe ich das verdammte Gefühl, wir reden uns selber blind.
00:45:47Solter ist seit 1948 im Betrieb.
00:45:49Ein Fachmann.
00:45:51Korrekt bis dort hinaus.
00:45:52Ein schöner Fachmann, der nichts anderes im Kopf hat, als den Betrieb zu desorganisieren.
00:45:57Jawohl, desorganisieren nenne ich das.
00:45:59Dahinter steckt doch das System.
00:46:02Also, in einer Stunde wieder bei mir, klar?
00:46:04Mehrmann und Jensen, die brauche ich noch.
00:46:08Ich möchte doch lieber bleiben.
00:46:12Wenn du Werte auflegst.
00:46:15Genossen Direktor, eigentlich müsste ich noch mal.
00:46:19Bist du nun BGL-Vorsitzender oder nicht?
00:46:30Sie haben mich rufen lassen.
00:46:33Was haben Sie mir zu erklären?
00:46:35Ihnen?
00:46:37Nichts.
00:46:43Na gut.
00:46:49Herr Solter, wegen grobem Verstoßes gegen die Arbeitsordnung entlasse ich Sie hiermit fristlos.
00:46:54Ihre Dienstgeschäfte übergeben Sie unverzüglich dem Kollegen Jensen.
00:46:59Ab 16 Uhr haben Sie Hausverbot.
00:47:09Sonst noch was?
00:47:12Die Zustimmung der BGL.
00:47:14Was?
00:47:17Die Entlassung bedarf noch der Zustimmung durch die Betriebsgewerkschaftsleitung.
00:47:22Herr Solter, es gibt bei mir Dinge, da hört die Gemütlichkeit auf.
00:47:27Oder wollen Sie mir vielleicht weismachen, Sie hätten den Leitungsabschnitt Bergfeld-Fürstenfeld im Schlaf abgenommen?
00:47:31Darüber.
00:47:34Darüber hat unter den jetzigen Umständen...
00:47:39Ich meine, darüber wird die Konfliktkommission zu entscheiden haben.
00:47:42Vielleicht soll Sie auch noch darüber entscheiden, ob in unserem Betrieb das Faustrecht wieder eingeführt werden soll. Wie?
00:47:48Ich denke, der Sachverhalt ist klar. Im Übrigen steht es Ihnen frei, das Arbeitsgericht in Anspruch zu nehmen.
00:47:52Sie können jetzt gehen.
00:48:06Verstehst du das?
00:48:08Tu mir den Gefall und halt jetzt keine Maul auf den Pfeil. Schaff mir den Schellhorn ran.
00:48:12Jensen, ich benötige auf dem schnellsten Wege eine genaue Aufstellung der Gesamtschadensamme.
00:48:16Ja.
00:48:16Moment noch.
00:48:19Sagen Sie mal, Jensen, wussten Sie eigentlich von der Leitungsabnahme?
00:48:25Ich?
00:48:26Na schön. Also sehen Sie zu, dass die Aufstellung morgen früh klar ist.
00:48:30In Ordnung.
00:48:34Hat sich Genosse Schellhorn in der Zwischenzeit gemeldet?
00:48:37Nein.
00:48:38Geben wir doch mal den Bericht von Solta.
00:48:49Bitte sehr.
00:49:27Wenn Sie auf Inge warten, die Mädchen sind schon seit einer halben Stunde aus dem Haus.
00:49:36Ist gut, danke.
00:50:33Untertitelung des ZDF für funk, 2017
00:51:00Tanz mit mir!
00:51:07Wie viel Temperatur, Liebe?
00:51:13Hier 37, aber hier mindestens 42.
00:51:21Bleibst du heute?
00:51:23Ich hab mit dir zu reden, Ege.
00:51:26Ich glaube, es geht mit uns aufwärts.
00:51:31Bleib doch.
00:51:42Dein Vater kann heilfroh sein bei rund einer halben Million.
00:51:45Lies den Bericht ruhig zu Ende.
00:51:51So ist es nun mal.
00:51:53Ab mit Schaden.
00:51:57Aber den Schaden hat unser eins.
00:52:00Ja, ja.
00:52:06Auf die rote Rose.
00:52:09Komm.
00:52:12Musstest ausgerechnet du diesen Bericht schreiben?
00:52:16Mir reicht's, dass ich die Superausläufe muss, die uns dein Alter eingebrockt hat.
00:52:20Trotzdem brauchtest du diesen Bericht nicht zu schreiben.
00:52:22Unsinn.
00:52:29Wenn es Mayer oder Schulz betrefe, wäre es dir doch auch egal.
00:52:33Außerdem, am Sachverhalt ändert der Bericht sowieso nichts.
00:52:36Meinst du?
00:52:39Denk doch mal an unsere Zukunft.
00:52:42Also an deine.
00:52:44Du verstehst mich nicht.
00:52:46Doch, sehr gut.
00:52:48Der Mann ist ein Katapult, ein Schuss in die Sonne.
00:52:53Mit dir geht's auch aufwärts.
00:52:55Aber vorwärts?
00:52:58Inge, warum streiten wir uns immer um Dritte?
00:53:01Wir haben uns doch lieb.
00:53:03Wir sind doch eins.
00:53:07Ich glaube fast, wir waren immer nur gemeinsam einsam.
00:53:12Aber Inge.
00:53:27Inge.
00:53:30Inge.
00:53:34Inge.
00:53:45Inge.
00:53:46Inge.
00:53:57Inge.
00:53:59Inge.
00:54:01dass Inge ausgerechnet heute so lange bei ihrer Freundin bleiben musste.
00:54:07Entschuldige, ich krieg kein Wissen oder da.
00:54:11Ob's bei der Entlassung bleibt? Ich mein...
00:54:13Wir werden uns einschränken.
00:54:17Inge muss mit ihrem Stipendium auskommen. Andere können das auch.
00:54:23Ich frag mich nur, warum immer wir?
00:54:25Warum nicht mal die anderen?
00:54:28Und wie das nötig?
00:54:33Sorgen.
00:54:34Tim und Dank.
00:54:37Was willst du machen?
00:54:46Mauer früge ich zur Partei.
00:54:51Verstehst du das?
00:55:02Inge!
00:55:06Würdest du mir vielleicht erklären, was das zu bedeuten hat?
00:55:09Hauptsache, du fühlst dich mal wieder im Recht.
00:55:14Fristlos entlassen.
00:55:16Aber im Recht.
00:55:46Kommen Sie mit.
00:56:01Ja?
00:56:10Na, Solta.
00:56:11Was machen wir denn nun mit ihm?
00:56:15Warum haben Sie meine Tochter nicht zu mir gelassen?
00:56:17War das nötig?
00:56:19Ihre Tochter?
00:56:20Bei mir hat niemand Besuchsgenehmigung verlangt.
00:56:25Und das heißt, Ihre Frau will Sie am Mittwoch besuchen.
00:56:35Warum haben Sie mir verschwiegen, dass Sie bereits vor Weihnachten von Dr. Kranz die Einstellung dieser...
00:56:38Wie sagt man doch?
00:56:41Einspeisung und den Verbund gefordert haben.
00:56:45Warum haben Sie mir verschwiegen, dass Schellhorn Sie faktisch zur Leitungsabnahme genötigt hat?
00:56:48Dass er Ihnen eine Ausnahmegenehmigung zusicherte?
00:56:55Na schön.
00:56:57Dr. Kranz und Kollege Wiesen haben mir also einen Bären aufgebunden.
00:57:09Warum verschweigen Sie mir, dass es ausgerechnet Schellhorn war, der Ihnen aus dem Fehlen der Ausnahmegenehmigung einen Strick drehen wollte?
00:57:20Diese Aussage verdanken Sie übrigens dem jungen Mann, den Sie ebenfalls hinausgeworfen haben.
00:57:25Tut mir leid.
00:57:26Was Ihnen leidtut, interessiert mich überhaupt nicht.
00:57:28Mich interessiert die Aufdeckung des objektiven Tatbestandes, so wie alle Umstände, die dazu geführt haben.
00:57:34Also, Schellhorn bringt Sie dazu, die Leitung entgegen den gültigen Vorschriften abzunehmen.
00:57:40Bei einsetzendem Frost fordern Sie die Einstellung der Einspeisung und den Verbund.
00:57:44Dr. Kranz kommt Ihren Forderungen nicht nach.
00:57:47Nachdem das Kind in den Brunnen gefallen ist, holzt ausgerechnet Schellhorn auf, um Sie zum Sündenbock zu stempeln.
00:57:53Aber immerhin, 547.000 Mark volkswirtschaftlicher Schaden sind kein Pappenstiel.
00:58:00Und Vorschriften sind dazu da, dass sie eingehalten werden.
00:58:05Ich muss also Anklage erheben.
00:58:07Was Ihre Anklage betrifft, könnte ich mir einiges dazu denken.
00:58:10Und das wäre?
00:58:12Mich klagen Sie an, weil ich die TGL-Vorschriften übergangen habe.
00:58:15Dr. Kranz bringen Sie vor Gericht, weil er gleichfalls gegen alle Vorschriften meine Forderungen nicht der Werkdirektion vorgetragen hat.
00:58:21Wiesen setzen Sie auf die Anklagebank, weil er seinen Wartungs- und Instandhaltungsvorschriften zuwider die Leitung drei Wochen lang sich
00:58:26selbst überlassen hat.
00:58:27Wenn dann alle Energieversorgungsbetriebe durch Delegationen im Gerichtssaal vertreten sind und Direktor Faber zum gesellschaftlichen Ankläger bestellt wird, garantiere ich
00:58:35einen durchschlagenden Erfolg.
00:58:37Alle künftigen Ferngastörungen werden somit wirkungsvoll bekämpft.
00:58:43Die Schuldigen hätten Sie dann allerdings nicht auf der Anklagebank.
00:58:46Die haben nämlich gegen keine Vorschrift verstoßen.
00:58:49Die haben nur getan, was sie seit Jahr und Tag tun.
00:58:52Mit einem Unterschied allerdings.
00:58:55Diesmal ist es schiefgegangen.
00:58:57Wie soll ich das verstehen?
00:58:59Machen Sie den Prozess!
00:59:00Schluss jetzt!
00:59:00Warum wollte Faber zuerst Wiesen der Hauptverwaltung als Sündenbock präsentieren und ihm gleichzeitig die halbe Million großzügig verzeihen?
00:59:08Wo ich doch der Sündenbock sein soll!
00:59:11Und warum erweist man sich dann mir gegenüber als ganz und gar nicht fein?
00:59:14Etwa deshalb, weil meine Beweisführung den Kern der Sache trifft?
00:59:23Ich hatte übrigens nie die Absicht, Faber in der Gitter zu bringen.
00:59:27Nicht aber Schellhorn hätte ich das an den Hals gewünscht.
00:59:29Aber die Störung ist eingetreten!
00:59:31Und der Verantwortliche für die Leitungsabnahme sind Sie!
00:59:34Wäre Dr. Kranzmanns genug, auch öffentlich zu bekennen, was er insgeheim denkt,
00:59:37dann würde Ihnen das alles weniger unglaubhaft vorkommen.
00:59:40Dr. Kranz...
00:59:41Jawohl, Dr. Kranz!
00:59:44Ihr Fach sind Gesetze und Verordnungen.
00:59:47Mein Fach ist Ferngas.
00:59:49Und wenn ich Ihnen sage, dass diese angeblich fehlenden Sicherungseinrichtungen überflüssig sind,
00:59:52dann können Sie mir das glauben!
00:59:53Und Ihr Streit mit Schellhorn wegen der Ausnahmegenehmigung?
00:59:56Zwischen mir und Schellhorn war Streit, ist Streit und wird immer Streit sein!
01:00:01Und warum?
01:00:04Ich kann eben nicht mit Leuten zusammenarbeiten, die nur Wettbewerbsstatistiken und Erfolgsberichte im Kopf haben.
01:00:14Ist der Wagen da?
01:00:17Gut.
01:00:19Also, schön, Herr Sollte, machen wir für heute Schluss.
01:00:23In einer halben Stunde tagten wir im Betrieb eine sogenannte Operativkommission Frosterauswertung.
01:00:28Wer leitet die?
01:00:30Kollege Faber.
01:00:33Ich verlange eine Gegenüberstellung.
01:00:36Falls Sie es vergessen haben, Sie befehlen sich in Untersuchungshaft.
01:00:43Unter diesen Bedingungen bin ich bereit, die Funktionssicherheit zu garantieren.
01:00:48Ich...
01:01:21Das ist der Genosse Staatsanwalt Bürger.
01:01:23Ich hatte den Genossen Staatsanwalt eingeladen, zwecks umfassender Einsichtnahme.
01:01:32Uns interessieren vor allem Ihre Schlussfolgerungen, Kollege Jensen.
01:01:39Die Überprüfung hat also ergeben, dass außer den drei Leitungstiefpunkten auf der Strecke Bergfeld-Fürstenfeld
01:01:47weitere 25 ohne entsprechende Sicherungseinrichtungen geblieben sind.
01:01:51Zu Ihrem Einbau werden außerplanmäßige Mittel in Höhe von etwa 45.000 Mark benötigt.
01:02:10Ich denke der Sachverhalt ist eindeutig.
01:02:13Der durch die gesetzwidrige Leitungsabnahme entstandene Schaden ist mit einer halben Million nicht abgedeckt.
01:02:18Wie sich inzwischen herausstellte, kommt eine beträchtliche Summe hinzu.
01:02:22Die Frage ist, ob und inwieweit wir diese Mittel durch innerbetriebliche Einsparungen aufbringen,
01:02:28beziehungsweise verringern können.
01:02:31Dazu bitte ich um Wortmeldungen.
01:02:40Sagen Sie es doch laut, Kollege Wiesen. Wir möchten alle davon profitieren.
01:02:43Ich habe nur gemeint, wofür wir so viel Mittel brauchen für Stellen, die gar nicht eingefroren sind.
01:02:50Gelder als im letzten Winter wird es ja wohl kaum werden.
01:02:53Ich muss doch um Ernsthaftigkeit bitten. Die TGL-Vorschriften haben für uns Gültigkeit.
01:02:57Auch wenn nicht anders aus dem Jahre 26 stammen, als es noch gar keinen Verbund gegeben hat.
01:03:02Wohin Unverantwortlichkeit in diesen Dingen führt, dürfte inzwischen klar geworden sein.
01:03:06Weitere Wortmeldungen?
01:03:15Kollege Nölling.
01:03:16Wenn ich sozusagen vom Standpunkt des Kontrolleurs mit der Maik
01:03:20einige grundsätzliche Bemerkungen beisteuern möchte,
01:03:23dann vor allem, weil die finanzielle Seite der Angelegenheit,
01:03:27wenn ich Kollege Faber richtig interpretiert habe, hier von erstrangiger Bedeutung ist.
01:03:32Entschuldigen Sie. Es wurde schon gesagt.
01:03:35Ich bin eigentlich nur hier, um mir im Untersuchungsverfahren sollte ein besseres Urteil bieten zu können.
01:03:39Bevor Sie zu der finanziellen Seite vordringen, hätte ich gern noch einen anderen Aspekt geklärt.
01:03:44In meinen Unterlagen befindet sich eine Aussage Ihres erkrankten technischen Direktors.
01:03:48Sie gestatten doch, Kollege Faber, dass ich die Aussage zur Kenntnis bringe.
01:03:51Bitte.
01:03:56Ich, Dr. Rudolf Kranz, 63 Jahre, technischer Direktor des VEB Energieversorgung zur Zeit Heiligen Damm Sanatorium,
01:04:05bekannt gemacht mit den Unterlagen des Ermittlungsverfahrens gegen Herrn Solter, gebe zu Protokoll.
01:04:11Erstens, ich halte es für ausgeschlossen, dass Ingenieur Solter die Ferngasleitung Bergfeld-Fürstenfeld bewusst zum Schaden der Volkswirtschaft entgegen den
01:04:21gültigen TGL-Vorschriften abgenommen hat.
01:04:23Ich kenne Ingenieur Solter als einen aufrechten Charakter, dem ich vertraue.
01:04:29Zweitens, was die Ferngasstörung anlangt, so bin ich daran nicht ohne Schuld.
01:04:36Ohne mir über die möglichen Folgen im Klaren zu sein, habe ich eine rechtzeitige Warnung von Ingenieur Solter nicht der
01:04:42Werkdirektion zur Kenntnis gebracht.
01:04:44Die Gründe dafür sind bei mir selbst zu suchen.
01:04:48Ich fürchtete, im Leitungskollektiv als überkritisch und rückständig angesehen zu werden.
01:04:54Drittens, die Frage einer möglichen Ausnahmegenehmigung beantworte ich mit Ja.
01:05:01Unter der Voraussetzung, dass A, die Einspeisung aus den örtlichen Gaswerken ein bestimmtes Maximum nicht überschreitet
01:05:09und B, eine regelmäßige Wartung des Netzes gewährleistet ist.
01:05:13Heiligendamm, der 6. April 1963, gezeichnet Dr. Rudolf Kranz.
01:05:21Zwei Auffassungen stehen sich also gegenüber.
01:05:25Kollege Jensen gibt den fehlenden Sicherungseinrichtungen die Schuld.
01:05:28Damit spricht der Herr Solter schuldig.
01:05:31Herr Solter hingegen führt die Störung auf schwere Versäumnisse in der Leitungstätigkeit zurück.
01:05:36Dafür macht er in erster Linie den Kollegen Faber verantwortlich.
01:05:39Zu diesem Fragenkomplex interessieren mich Ihre Meinungen.
01:05:46Eigentlich sind wir ja aus einem anderen Grunde zusammengekommen.
01:05:50Sehr richtig.
01:05:52Dass unser Ferngas trocken ist, weiß ja jeder Lehrling im Betrieb.
01:05:56Aber die Lehrlinge waren es ja wohl nicht, die das nasse Gas eingespeist haben auf Teufel komm raus.
01:06:01Planprozente, Wettbewerbssieg, um jeden Preis.
01:06:03Trotzdem haben wir die Vorschriften zu respektieren.
01:06:06Die Verantwortung trage schließlich ich.
01:06:09Ach, nee.
01:06:11Außerdem unterliegen diese Fragen nicht der Kompetenz dieses Gremiums.
01:06:14Können wir ja gehen, damit wieder um den heißen Brei herum geredet wird.
01:06:17Nee, mein Lieber. Hier und heute.
01:06:19Vielleicht sollten wir doch besser zum Thema kommen.
01:06:21Mich würde die Meinung des Kollegen Solter interessieren.
01:06:26Warum nicht?
01:06:29Ich will versuchen, persönliche Gesichtspunkte zu vermeiden.
01:06:37Im Grunde ist alles einfach.
01:06:39Neue Technik und alter Leitungsstil mischen sich nicht.
01:06:44Entweder man nimmt die Hinweise der Fachleute ernst,
01:06:46oder man wurstelt weiter mit alten, überholten Vorschriften,
01:06:49macht weiter Kampagnen um Wettbewerbssiege, Wanderfahren und so weiter.
01:06:54Natürlich kann man sich daran berauschen.
01:06:56Man kann eine halbe Million und weitere 45.000 Mark dafür verschleudern.
01:07:01Wer fragt schon danach?
01:07:02Sie vielleicht die Kontrolleur mit der Mark?
01:07:04Zur Sache.
01:07:05Ihre Einstellung zum sozialistischen Wettbewerb ist uns zur Genüge bekannt.
01:07:09Zum sozialistischen Wettbewerb?
01:07:11Die dürfte Ihnen kaum bekannt sein.
01:07:14Der Kollege Jensen mag das belächeln oder nicht.
01:07:18Es gibt so etwas wie das Gewissen eines Ingenieurs.
01:07:22Dass 2x24 ist, glaubt uns jeder.
01:07:25Aber schon Quadratwurzeln haben 2 Lösungen.
01:07:28Und je tiefer wir in die Natur der Dinge eindringen,
01:07:30umso mehr Lösungen bieten sich an.
01:07:32Richtige und falsche.
01:07:34Optimale und minimale.
01:07:35Ich verlange vom Kollegen Jensen gar nicht, dass er meine Variante akzeptiert.
01:07:39Aber was ich von ihm verlange ist, dass er die Problematik respektiert,
01:07:41die sowohl mit seiner wie auch mit meiner Auffassung verbunden ist.
01:07:46Vorschriften sind keine Dogmen.
01:07:49Sie sind auch kein Ruhekissen, auf dem es sich bequem leben lässt.
01:07:54Sie haben nur einen Sinn, wenn sie gewährleisten, wozu sie geschaffen sind.
01:07:58Von Ingenieuren übrigens, wie Sie und ich.
01:08:05Vielleicht sollen wir noch auswürfeln, wer recht hat.
01:08:09Hat jemand einen besseren Vorschlag?
01:08:14Es gäbe einen Weg.
01:08:16Und der wäre?
01:08:19Ich könnte mir vorstellen, dass wir als Kommission eine Empfehlung beschließen.
01:08:23Etwa so.
01:08:24Nach anhörenden Berichten empfiehlt die Operativkommission,
01:08:28die gegenüber dem Kollegen Solter verfügte Entlassung rückgängig zu machen.
01:08:32Sie schlägt vor, sobald Kollege Solter dem Betrieb wieder zur Verfügung steht,
01:08:37ihn vorerst kommissarisch mit der Wahrnehmung der Funktion des technischen Direktors zu beauftragen.
01:08:42Das wäre mein Vorschlag.
01:08:44Ist das dein Ernst?
01:08:45Lass abstimmen.
01:08:46Über Provokationen gullte ich keine Abstimmung.
01:08:48Das ist deine Sache, Genosse Faber.
01:08:51Ich bestehe darauf.
01:08:52Namentlich.
01:08:53Merkwürdig.
01:08:54Sehr merkwürdig, möchte ich sagen.
01:08:56Du warst schließlich selbst bei der Entlassung dabei.
01:08:59Aber bitte schön, wenn du darauf bestehst, wer ist für diese sogenannte Empfehlung?
01:09:12Niemand sonst hier noch mitspielt?
01:09:15Also, drei Stimmen dafür.
01:09:17Vier.
01:09:18Die schriftliche Erklärung von Dr. Kranz ist meines Erachtens eindeutig.
01:09:22Von mir aus vier.
01:09:24Stimmen dagegen?
01:09:34Ich möchte eine Erklärung abgeben.
01:09:38Ich bin dafür, dass Kollege Solter wieder in den Betrieb kommt.
01:09:41Entsprechend seinen Fähigkeiten.
01:09:44Das hat nichts damit zu tun, dass ich die Art seines Vorgehens gegen den Werkdirektor nach wie vor für unkollegial
01:09:48halte.
01:09:49Bist du für die Empfehlung oder dagegen?
01:09:51Ich sagte bereits...
01:09:53Also wieder mal jein.
01:09:54Ich bin für die Empfehlung.
01:09:55Aber gegen soll das Angriff?
01:09:56Hier steht die Empfehlung zur Abstimmung.
01:09:59Also von mir aus dafür.
01:10:01Also fünf für, drei dagegen.
01:10:05Stimmenthaltungen?
01:10:06Bei fünf Stimmenthaltungen.
01:10:08Damit wäre die Empfehlung angenommen.
01:10:10Ich denke, Genosse Faber wird sich danach richten.
01:10:13Beschlossen wird hier sowieso nichts.
01:10:15Wer in diesem Betrieb technischer Direktor wird, bestimme nach wie vor ich.
01:10:18Genosse Faber, du erst.
01:10:20Das bestimmt die Arbeiter- und Bauernmacht.
01:10:23Nach wie vor.
01:10:24Der persönlich verantwortliche Einzelleiter bin ich.
01:10:27Das Gesetz und Recht der Arbeiter- und Bauernmacht, Genosse Parteisekretär.
01:10:30Eben, Genosse Direktor.
01:10:32Und wer sind wir?
01:10:34Genosse Kuhlmeier.
01:10:36Ich frage dich.
01:10:37Ich habe mir dafür gekämpft.
01:10:39Verrannt hast du dich.
01:10:41Niemand wird dir unterschieben, dass du dich ernstlich vor Leute wie Solda stellst.
01:10:46Das Beste wird sein...
01:10:47Doch!
01:10:48Sind unsere Kollegen für den Sozialismus da oder umgekehrt?
01:10:52Mit mir nicht!
01:10:54Schließe die Sitzung.
01:11:14Na und was wird mit der halben Million?
01:11:17Kollege Solda.
01:11:20Ich wollte Ihnen nur sagen...
01:11:22Ich arbeite gern mit Ihnen zusammen.
01:11:41Es wird nicht leicht werden für Sie mit Faber.
01:11:51Was sagten Sie?
01:11:53Ich meine, es wird nicht einfach werden für Sie mit Faber.
01:11:58Mit Faber?
01:12:02Wir werden sehen.
01:12:06Befehle.
01:12:21Sehr schön.
01:12:22Ich habe das mit Faber.
01:12:22Befuss discipline!
01:12:30Ich habe das mit Faber!
01:12:30Wir sind doch gar nicht sicher.
01:12:31Ich habe das mit Faber.
01:12:31Ich habe das mit Faber- und Faber meine Reise.
01:13:01Untertitelung. BR 2018
01:13:12Untertitelung. BR 2018

Empfohlen