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  • vor 13 Minuten
Der Dokumentarfilm „Gehörlos“ von Anita Lackenberger wurde im Stadtsaal Groß‑Enzersdorf präsentiert und löste tiefe Betroffenheit aus. Gleich zu Beginn konfrontiert der Film mit dem historischen Schock der 1938 verschwundenen gehörlosen Kinder – ein Moment, der das Publikum sichtbar erschüttert hat.

Mader und Huber geben im Film zentrale Einordnungen: Mader beleuchtet die historischen Hintergründe, Huber schildert die aktuellen Reaktionen und neuen Wortmeldungen Betroffener. Auch die Gebaerdenwelt und der Behindertenrat betonen die gesellschaftliche Bedeutung des Projekts.

Staatssekretärin Königsberger‑Ludwig würdigte den Film öffentlich als wichtigen Beitrag zur Inklusion. „Gehörlos“ zeigt eindrucksvoll, wie weit der Weg zur vollständigen Anerkennung gehörloser Menschen noch ist – und wie dringend Sichtbarkeit und Respekt gebraucht werden.
Transkript
00:04Musik
00:48Der Dokumentarfilm Gehörlos von Anita Lackenberger beginnt mit einem historischen Schockmoment,
00:55dem Verschwinden gehörloser Kinder im Jahr 1938.
01:00Ein Ausgangspunkt, der das Publikum im Stadtsaal Groß Enzersdorf spürbar erschüttert hat.
01:06Und viele hatten einfach Angst.
01:08Also sie wussten, dass das SS-Zeichen Harnoser war als dieser Truttenkopf.
01:14Und dann ist der Lehrer, der Direktor und eben dieser Mann mit dem Truttenkopf gut gekommen.
01:20Und dann wurde mit dem Zeigefegen auch gewisse Schülerinnen gezeigt.
01:23Man hat nicht gewusst, was damit gemeint ist.
01:25Und man hat dann einfach die Namen dieser Personen geschrieben und dann hat man einen Bericht bekommen.
01:30Es kommt eine schöne Ferienzeit auf sie zu.
01:33Sie sind eingeladen und dieser Brief, der dann von ihm auch angenommen wurde,
01:37diese Personen sind dann auch wieder zurückgekommen.
01:41Ein Satz, der den Raum für Sekunden zum Stillstand brachte.
01:45Lackenberger zeichnet in ihrem Film den jahrzehntelangen Kampf um Anerkennung und Gleichberechtigung von Menschen mit Gehörbeeinträchtigung nach.
02:09Ein Weg, der bis heute nicht vollständig abgeschlossen ist.
02:13Die Filmemacherin konnte krankheitsbedingt nicht anwesend sein.
02:17Doch ihre Arbeit sprach für sich.
02:19Die konnten dann eher nicht aussprechen.
02:22Ich musste Wacker burgen, was schlugte mich an meiner Berichterstattung.
02:27Die Bergein musste ich...
02:56Musik
02:57Im Film kommen zentrale Stimmen zu Wort.
03:01Historiker Marder ordnet die Ereignisse von 1938 ein und zeigt, wie systematische Ausgrenzung über Generationen fortwirkte.
03:11Huber schildert die heutigen Reaktionen auf den Film und berichtet von neuen Wortmeldungen Betroffener, die sich erstmals öffentlich äußern.
03:20Auch die Gebärdenwelt hat den Film klar positioniert, als wichtiges Dokument über die Lebensrealität einer Community,
03:27deren Perspektiven in der Öffentlichkeit oft übersehen werden.
03:31Der Behindertenrat betont die politische Dimension und die Notwendigkeit, strukturelle Barrieren endlich konsequent abzubauen.
03:41Staatssekretärin Königsberger Ludwig würdigte das Projekt öffentlich als bedeutenden Beitrag zur Inklusionsarbeit in Österreich.
03:50Ihre Anerkennung unterstreicht, dass Gehörlos nicht nur ein Film ist, sondern ein gesellschaftlicher Impuls.
03:57Die Gäste im Staatssaal waren sichtlich bewegt.
04:00Der Film zeigt Lebenswelten, die vielen Menschen kaum vorstellbar sind und erinnert daran, dass Gehörlosigkeit jeden treffen kann, jederzeit und
04:09ohne Vorwarnung.
04:10Anerkennung, Teilhabe und Respekt sind keine Sonderrechte, sondern Grundrechte.
04:16Gehörlos macht sichtbar, wie selbstverständlich das eigentlich sein müsste.
04:31Anerkennung, Teilhabe und Respekt sind keine Sonderrechte.
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