- vor 10 Minuten
Wir sprechen über das Rennen um den Senatsposten in South Carolina. Denn plötzlich sind die Demokraten hier im Rennen.
South Carolina hatte seit Jahrzehnten eigentlich kein Demokrat auf dem Schirm. Der tiefrote Bundesstaat galt lange als absolut uneinnehmbar. Jetzt scheint plötzlich Bewegung in die Sache zu kommen. Die Republikaner investieren Geld in den Wahlkampf ihrer Kandidatin und auch die Umfragen lassen die Demokraten träumen. Gelingt den Demokraten die Sensation in South Carolina, oder fällt man erneut, wie schon einmal geschehen, ziemlich böse auf die Nase? Die Analyse heute von Christian Fahrenbach, Korrespondent für den STANDARD in den USA.
Foto: AFP/KENT NISHIMURA
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South Carolina hatte seit Jahrzehnten eigentlich kein Demokrat auf dem Schirm. Der tiefrote Bundesstaat galt lange als absolut uneinnehmbar. Jetzt scheint plötzlich Bewegung in die Sache zu kommen. Die Republikaner investieren Geld in den Wahlkampf ihrer Kandidatin und auch die Umfragen lassen die Demokraten träumen. Gelingt den Demokraten die Sensation in South Carolina, oder fällt man erneut, wie schon einmal geschehen, ziemlich böse auf die Nase? Die Analyse heute von Christian Fahrenbach, Korrespondent für den STANDARD in den USA.
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NewsTranskript
00:00In wenigen Tagen finden in den USA die sogenannten Midterms statt.
00:04Wir blicken heute aus diesem Grund auf einen Bundesstaat,
00:07der in der Vergangenheit eigentlich relativ wenig Beachtung bekommen hat.
00:11Die Rede ist von South Carolina.
00:13Denn nach 30 Jahren fest in republikanischer Hand
00:16könnte dieses Mal tatsächlich die Sensation gelingen.
00:20Wir schauen uns heute das ungewöhnliche Rennen mit unserem Korrespondenten Christian Farnbach an.
00:24Ich bin Daniel Retschitz-Egger, das ist Thema des Tages der Nachrichten-Podcast des Standards.
00:33Lieber Christian, wir blicken heute nach South Carolina und schauen uns den Wahlkampf dort an.
00:38Das ist jetzt aber durchaus, würde ich mal behaupten, ein Staat,
00:41den ich zumindest auf einer Blindenkarte eher nicht sofort finden würde.
00:45Also so ein klassischer Flyover-State, glaube ich, nennt sich das auch.
00:48Nimm uns doch mal mit da in den Süden der USA. Was ist das für ein Ort?
00:51South Carolina ist für diejenigen, die mit Deutschland ein wenig sich auskennen,
00:57der Partnerstaat von Rheinland-Pfalz.
00:59Und da weiß man schon auch so ein bisschen, das ist ein etwas kleineres Bundesland
01:03oder ein etwas kleinerer Bundesstaat in den USA, hat ungefähr 5,5 Millionen Einwohner.
01:08Von der Fläche tatsächlich ungefähr so wie Österreich.
01:12Und liegt im Südosten der USA, also hat auch mehr an Küstenzugang zur Atlantikküste.
01:20Und ist ein Staat, der so, wenn man böse ist, ein bisschen unter ferner Liefen läuft hier in den USA.
01:28Denn im Norden, North Carolina hat etwas mehr Industrie.
01:32Im Westen grenzt dann schon Georgia dran.
01:35Da gibt es dann die große Metropole Atlanta mit wirklich sehr, sehr vielen großen Unternehmen wie CNN und Delta,
01:42der großen Fluglinie und Coca-Cola sitzt da und so.
01:45Und South Carolina ist so ein bisschen so vergessen in der Mitte.
01:47Hat auch größere Probleme, was zum Beispiel Müttersterblichkeit bei der Geburt angeht.
01:54Und frühen Kindstod und so.
01:55Und das klingt jetzt alles sehr, sehr böse, aber das führt uns dann schon gleich auch zu unserem Thema hin.
02:01Und ja, ist ein Bundesstaat, der sehr, sehr konservativ auch ist, sehr republikanisch wählt.
02:09Und so da, wo ich jetzt langgefahren bin, also ich war in der Hauptstadt Columbia
02:13und bin dann nach Norden weitergefahren, Greenville.
02:16Das ist auch so ein, ja, so ein kleines Örtchen, wie man es fast so aus so US-Weihnachtsfilmen fast
02:25kennt.
02:25Also da gibt es dann so eine Main Street.
02:27Und auch in Columbia gibt es einen Laden, in dem ich, ein General Store, also so einen Laden, in dem
02:34es alles gibt.
02:35Und da gab es auch dann Süßigkeiten aus Fässern noch, die nach Gewicht verkauft wurden.
02:39Und dieser Store hat 1835 aufgemacht.
02:41Und so fühlt sich da alles an.
02:43Ich bin mir noch nicht ganz sicher, wie wir jetzt die Brücke von so fürchterlichen Sachen wie dem frühen Kindstod
02:48zu unserem eigentlichen Thema schlagen werden.
02:50Aber vielleicht wirst du mich im Laufe dieses Gesprächs nochmal aufklären.
02:53Aber wenn ich dir jetzt so richtig zugehört habe, das ist so ein traditioneller, konservativer Ort,
02:57wahrscheinlich mit einigen Kirchen, großen Autos, und am Sonntag ist da relativ vor allem viel vor den Kirchen los.
03:04Richtig. Witzig, dass du das sagst, weil ich tatsächlich auch für die Reportage drauf geschaut hatte,
03:09Na, wie ist das hier in den Kirchen? Sollte ich da vielleicht irgendwo mal hingehen?
03:11Und dann ist mir aber tatsächlich an dem Sonntag, als ich rumgefahren bin, aufgefallen,
03:16auf den Parkplätzen von den Golfkursen war noch deutlich mehr los.
03:21Von den Golfplätzen, die waren sehr, sehr voll.
03:24Es ist nämlich tatsächlich auch ein Bundesstaat mit hunderten Golfplätzen.
03:28Gut zu wissen.
03:30Christian, jetzt hast du uns ein bisschen ein Bild gezeichnet von dieser Gegend.
03:33Kommen wir zur politischen Kiste.
03:35Das ist ja republikanisch durch und durch. Wer hat und hat er denn da so immer das Sagen?
03:39Bei der Präsidentschaftswahl muss man ein halbes Jahrhundert zurückgehen, um einen demokratischen Kandidaten zu finden, der da gewonnen hat.
03:46Der letzte war Jimmy Carter, 76, der auch aus dem Nachbarstaat Georgia kam und ich glaube, da so ein bisschen
03:52die Regionalkarte auch ausspielen konnte.
03:54Seitdem bei Präsidentschaftswahlen immer republikanisch und bei Senatswahlen seit gut zwei Jahrzehnten auch.
04:01Um sich so ein bisschen noch so ein aktuelles Bild zu verschaffen, bei der letzten Wahl 2024 hat Donald Trump
04:07gegen Kamala Harris mit 58 zu 40 gewonnen.
04:11Also hat er 18 Prozentpunkte Vorsprung und beim Senat gab es, ich habe es rausgesucht, 22 hatte Tim Scott mit
04:2126 Punkten Vorsprung gewonnen und 2020, damals Lindsey Graham mit 10 Punkten.
04:28Auf den kommen wir ja gleich noch.
04:29Warum ist das jetzt wichtig?
04:30Dieser Staat gilt jetzt als ein Stretch-Goal der Demokraten.
04:37Also die Umfragelage der Demokraten ist so gut, dass man glaubt, möglicherweise können wir sogar tief, tief ins konservative Land
04:46und ins konservative Lager hineinstrahlen.
04:50Also kümmern wir uns jetzt auch um South Carolina verstärkt und tatsächlich die wenigen Umfragen, die es gibt, die sind
04:56dann auch immer so ein bisschen wackelig, sehen die Republikanerinnen aktuell gerade mal so zwei, drei Prozentpunkte vorne.
05:03Das heißt, das ist ein Bundesstaat, den man bislang in der Vergangenheit von Seiten der Demokraten eigentlich mehr oder weniger
05:09ignoriert hat, weil das Geld sowieso verschwendet gewesen wäre, verstehe ich das richtig?
05:12Ja, genau. Und er ist jetzt in diesem aktuellen Zyklus, im aktuellen Wahlkampf ein Zeichen dafür, wie optimistisch die Demokraten
05:21und wie pessimistisch die Republikaner sind.
05:23Also ungefähr so, wie wenn, keine Ahnung, in Wien die ÖVP versuchen würde, den Bürgermeister zu stellen, das wäre das
05:29Geld wahrscheinlich woanders auch besser aufgestellt, aber das verstehen jetzt natürlich die deutschen Zuhörerinnen und Zuhörer überhaupt nicht.
05:34Vielleicht gibt es da ein deutsches Beispiel, das man als Vergleich herziehen kann.
05:38Egal. Christian, wie macht sich denn, und wir kommen gleich noch zur politischen Ebene, ich würde nur gerne noch ein
05:42bisschen ein greifbareres Bild von South Carolina bekommen, diese lange Dominanz der Republikaner im täglichen Leben vor Ort bemerkbar.
05:52Man kennt das von sehr vielen politischen Gegenden, wenn eine Partei sehr lange das Sagen hat, dann hinterlässt sie ihren
05:57Stempel.
05:57Ja, also mein Eindruck war, dass es vor allen Dingen dazu führt, das hat man aber, also das begegnen wir
06:04oft in den USA, aber dass es vor allen Dingen dazu führt, dass sehr viele Leute sehr unpolitisch sind.
06:09Also wenn ich bei so einer Recherchereise bin, dann frage ich einfach wild drauf los, jeder, der sich nicht schnell
06:16genug wehrt, was sie so über das Leben in ihrem Bundesstaat denken, was sie von ihrem Senator denken oder ihrer
06:24Gouverneurin oder so, je nachdem, wen es da gibt.
06:26Und in South Carolina gab es da wirklich sehr, sehr wenig. Also die Leute loben, dass es ein vergleichsweise günstiger
06:34Bundesstaat ist, also Lebenshaltung ist da etwas billiger als noch anderswo, haben aber ein großes Problem, dass es ein Krankenhaussterben
06:43im Ländlichen gibt und ein Ärztesterben im Ländlichen gibt und so.
06:46Und also der Eindruck, und das sind natürlich immer nur so erste vorläufige Eindrücke, die man so in so ein
06:54paar Tagen Reise gewinnen kann und dann mit, also die ich dann mir dann noch zusätzlich anlese.
07:01Der Eindruck ist eher so ein bisschen so ein apolitischer, ich will nicht sagen lethargisch, aber so ein bisschen so,
07:08ja, Washington ist sehr, sehr weit weg, würde ich sagen.
07:11Und ja, das ist ja immer in den USA so, wir haben aus Europa ja oft so dieses Bild im
07:17Kopf, wie kann das denn sein, dass so wenige Amerikaner sich für die Wahlen nicht interessieren?
07:21Also bei einer Präsidentschaftswahl liegt die Wahlbeteiligung ungefähr bei 65 Prozent, bei den Midterms jetzt wird sie ungefähr bei 50
07:28Prozent liegen, also sehr, sehr viel niedriger, als wir das gewohnt sind.
07:32Aber der Schlüssel ist da meines Erachtens, dass man sich klar macht, Washington für die allermeisten Amerikaner ist nicht das,
07:39was Wien ist für die Österreicher oder Berlin für die Deutschen, sondern Brüssel.
07:44Und das ist eine entfernte, bürokratische Struktur, die irgendwie einen großen Einfluss auf mein Leben hat, aber ich verstehe es
07:51nicht ganz, ich finde es auch so ein bisschen so absurd, was da läuft.
07:56Ich habe den Eindruck, da gibt es Korruption und so und am liebsten möchte ich gar nichts damit zu tun
07:59haben.
08:00Und ich glaube, so blicken sehr, sehr viele dann eben auf die Bundeshauptstadt, weil eben natürlich in vielen Bundesstaaten auch,
08:06erstens mal sind ja die USA riesig, also die Distanzen sind auch sehr groß.
08:10Und dann ist es eben in vielen Bundesstaaten so, dass der Gouverneur in der Hauptstadt des Bundesstaats, die hier sowieso
08:17größere Befugnisse haben als bei uns die Ministerpräsidentinnen, dass der einen größeren Einfluss auf das Leben hat, als dann zum
08:25Beispiel das, vermeintlich größeren Einfluss auf das Leben hat, als das, was in Washington entschieden wird.
08:30Christian, es gibt wie gesagt zwei Kandidatinnen, die sich da um diesen Senatssitz ringen derzeit in South Carolina und fangen
08:39wir vielleicht mit der demokratischen Herausforderin an.
08:41Sie heißt Dr. Annie Andrews, sehr amerikanischer Name auf jeden Fall. Aber wer ist diese Frau?
08:47Ja und in dem Fall tatsächlich ist es nicht nur ein Dünkel, dass sie einen Titel vorne anführen will, sondern
08:54sie ist tatsächlich Ärztin, also sie ist Pediatrician, Kinderärztin, hat auch selber drei Kinder.
09:00Ja, ist nicht ganz neu in der Politik, hat vor vier Jahren schon mal versucht ins Repräsentantenhaus der USA einzuziehen,
09:08ist damals ziemlich krachend gescheitert und war ihrer Herausforderung unterlegen.
09:14Und ist jetzt im aktuellen Wahlkampf schon zum Auftakt vielen aufgefallen und selbst mir hier weiter im Nordosten an der
09:26Küste aufgefallen, weil sie einen sehr klugen Clip zum Start hatte, wo sie sehr selbstbewusst gesagt hat,
09:33Okay, Lindsay Graham, der langjährige Senator des Bundesstaats, sei zu eng mit Donald Trump verbandelt, er verstehe nicht mehr die
09:43Sorgen und Bedürfnisse der einfachen Leute des Bundesstaats und sie als Ärztin erlebe jeden Tag, was familienwichtig ist, sie sehe
09:52vor Ort, was es eben mit dem Gesundheitssystem auf sich hat.
09:55So, und da sind wir dann nämlich auch wieder bei der Müttersterblichkeit. Also sie hat eben gerade bei diesen Themen,
10:00die wirklich große Probleme des Bundesstaats sind, sehr schnell und ich glaube auch erfolgreich eine Glaubwürdigkeit und auch eine Kompetenz
10:08für sich proklamieren können und so.
10:11Und das war schon so ein Auftakt. Oh wow, da ist ihr ein Clip gelungen, der dann sehr schnell sogar
10:16auch Spenden von außerhalb des Bundesstaats, also von Einzelspendern angezogen hat.
10:23Und ja, wenn man sie jetzt so sieht, dann ist die, also sie ist 45 Jahre alt. Ich war bei
10:32der TV-Debatte dabei, wo die drei Hauptkandidaten, also sie, die Republikanerin und eine von der Libertären Partei angetreten sind.
10:42Und sie hatte vor der TV-Debatte, hat der Annie Andrews dann so eine, ja, so eine Mini-Ansprache organisiert.
10:49Das war im Wesentlichen einfach eine Begrüßung und so zwei, drei Standardbotschaften aus dem Wahlkampf.
10:58Aber da kommt sie dann auch so und hat irgendwie so, ja, schüttelt allen die Hand, so wie man das
11:04auch eben so aus Filmen kennt, ja, lässt sich ein Baby in die Hand drücken und sagt, ach, so ein
11:08schönes Baby und so.
11:11Obwohl alles natürlich da so dann auch eine Nummer kleiner ist, jetzt hier bei den Midterms und so.
11:15Aber trotzdem war sie da wirklich sehr, sehr verbindlich und hatte dann auch so, da war dann so eine improvisierte
11:22Bühne, ist schon fast zu viel gesagt.
11:24Das waren einfach vier so stabile Holzboxen, auf die sie dann getreten ist und da, tatsächlich sind ihr dann auch
11:31kurz die Tränen gekommen, was aber sich als schon ein aufrichtiger Moment angefühlt hat im Sinne von, oh wow, das
11:39ist jetzt hier ein Höhepunkt dieses Wahlkampfs, in dem ich mich begeben habe, eigentlich als Underdog.
11:45Und plötzlich sieht es für mich sehr viel besser aus und hier sind jetzt einfach 200 Leute, um mir Glück
11:50zu wünschen und, ja, da wirkte sie, da wirkte sie sehr locker und auch sehr so, ja, das ist halt
12:00so ein bisschen so ein aufgebrauchtes Wort irgendwie, aber schon sehr authentisch.
12:04Im Studio selber und beim TV-Duell war es dann ein bisschen anders, können wir ja nachher noch drüber reden
12:09oder bei der TV-Debatte, aber, ja, das waren erstmal so die Eindrücke, die man so von ihr hat.
12:14Und ansonsten eben eine Kandidatin sehr zum Anfassen, sehr, sehr viel unterwegs in Altersheimen auf ihrer Healthcare-Tour, um die
12:21Leute direkt vor Ort zu treffen, im Gesundheitswesen sozusagen und, ja, macht wirklich so einen, hier sagt man Retail-Wahlkampf,
12:31also Retail wie Einzelhandel, so, ja, indem man einfach ganz viele Hände schüttelt und Menschen persönlich trifft.
12:40Ist wahrscheinlich in South Carolina auch einfacher oder im Vergleich zu, keine Ahnung, einem riesengroßen Bundesstaat wie Texas?
12:45Ja, auf jeden Fall, genau. Und ich meine, selbst da versuchen es ja dann die Kandidaten oft. Ich glaube, Texas
12:50hat so eine absurd hohe Zahl an Counties und dann machen sie immer Werbung damit zu sagen, also im Wahlkampf
12:56war ich wirklich in jedem County.
12:58Und, ja, in South Carolina ist es ein bisschen leichter, weil kleiner, aber auch da gibt es dann wirklich so
13:03Landkreise, wenn man dann später auf der Karte guckt, die wirklich so im Umkreis von 20 Meilen ziehen die vielleicht
13:09800 Wählerinnen an oder so.
13:12Also, das gibt es da auch. Da muss man schon schauen, welche Hände man schüttelt.
13:16Aber, wenn ich mir das jetzt so anhöre, eine Kinderärztin, die den Fokus auf Healthcare setzt, in einem Bundesstaat die
13:25Probleme damit haben, dass immer noch zu viele Fälle von plötzlichem Kindstod oder von Müttersterblichkeit bei Geburten auftreten.
13:33Das sind übrigens zwei Dinge, wo man sich denkt, dass es in einem entwickelten Industrieland eigentlich wirklich Dinge der Vergangenheit
13:38sein sollten, aber gut, andere Geschichte.
13:42Das klingt ja eigentlich wie ein Match, oder? Also, da ist ein Problem und da gibt es eine Person, die
13:47höchstwahrscheinlich qualifizierte Lösungen dafür hätte.
13:50Ja, klingt so. Wenn wir nicht, ein bisschen haben wir es ja schon angedeutet, über einen Staat reden würden, in
13:59dem einfach die grundsätzliche Prägung tief, tief konservativ ist.
14:03Und die Republikaner sehr, sehr erfolgreich auf Kulturkampfthemen setzen können, sehr erfolgreich sagen können, das ist eine radikal Linke.
14:12Sie wird dann eben mit Menschen wie Abdul El-Sayed von den Democratic Socialists, also von dem linken Parteiflügel, den
14:23demokratischen Sozialisten abstimmen und so.
14:26Und sie selber positioniert sich da sehr, sehr stark, auch als Kandidatin der Mitte und hat auch so eine Formel
14:33so, dieser Wahlkampf ist für sie, wenn sie eigentlich bisher immer Republikanerin waren, aber von der Partei enttäuscht sind und
14:38so.
14:39Also, er adressiert das auch sehr genau und versucht sich sehr als Kandidatin zu positionieren, vor der man keine Angst
14:45haben muss, sage ich mal.
14:47Aber eben, ja, die grundsätzliche Prägung dort geht extrem in die andere Richtung. Wie gesagt, also so, ich habe ja
14:54so ein paar Zahlen zitiert aus den bisherigen Wahlen.
14:56Es ist einfach ein Bundesstaat, der einen vielleicht so 15 Prozentpunkte Verschiebung in Richtung der Konservativen einfach hat, egal was
15:05da passiert und egal welcher Name da auf dem Zettel steht.
15:09Also ein wirkliches Uphill-Battle, was Andrews hier irgendwie gewinnen muss. Du hast jetzt gerade schon gesagt, was ihre politischen
15:15Gegner über sie sagen und wie sie den Wahlkampf anstellt.
15:18Du warst ja eben vor Ort, deswegen sprechen wir ja auch miteinander. Wie kommt das denn bei den Leuten an,
15:23zumindest mit denen du gesprochen hast?
15:24Es werden ja nicht alle 24-7 nur Kulturkampfthemen im Kopf haben.
15:28Nee, also ich glaube, dass, also wenn jemand was über sie wusste, war der Eindruck ganz oft, ja eben, also
15:35Kümmerer-Image hat die Interessen von Durchschnittsbürgerinnen im Kopf, funktioniert als jemand, der frischen Wind bringen würde, allein schon des
15:45Alters wegen.
15:46Das braucht generell eine Veränderung in unserem Bundesstaat, haben mir viele gesagt und so.
15:50Bei denjenigen, die tuned in sind, also sozusagen, die sich um den Wahlkampf kümmern, glaube ich, landet das.
15:58Aber was gerade jetzt auch nochmal so passiert Richtung Ende des Wahlkampfs ist, dass man in den USA häufig so
16:08ein Interesse des anderen politischen Lagers sehen kann, gerade während des Wahlkampfs, zu sagen,
16:15Ah, vielleicht sollte ich mal jemand anderen wählen und eigentlich wähle ich ja immer, aber vielleicht muss ich mir mal
16:19die andere Kandidatin auch anschauen.
16:21Und dann kurz vorher kriegt man doch so ein bisschen kalte Füße.
16:24Und das ist halt das, worauf die Republikaner abzielen, indem sie Andrews eben so als Radikale inszenieren und so.
16:32Und eben das Hauptargument dort ist, wollen sie wirklich so ein Risiko eingehen?
16:37Wahrscheinlich gar keine unschlaue Strategie. Wir werden sehen, wie es ausgeht. Wir werden darüber auch noch ein bisschen mehr sprechen
16:42in diesem Podcast.
16:43Du hast zuerst aber vielleicht auch noch ihre Kontrahentin, die Gegenkandidatin.
16:49Und die heißt Darlene Graham. Und bei dem Nachnamen, da klingelt ja bereits etwas.
16:53Und du hast den Namen ja auch vorher schon genannt. Wer ist sie?
16:57Ja, auch ganz witzig, weil sie diesen Nachnamen erst jetzt wieder angenommen hat oder etwas offensiver führt.
17:04Sie heißt eigentlich Darlene Nordeaux Graham, also Nordeaux nach ihrem Ehemann.
17:08Und Graham ist eben ihr Geburtsname.
17:10Und den führt sie deshalb jetzt so prominent, weil, vorhin fiel der Name ja schon ganz kurz, sie die Schwester
17:17ist von Lindsey Graham.
17:18Lindsey Graham war ganz, ganz lange hier Senator, war erst krasser Trump-Kritiker und dann sehr, sehr großer Trump-Verfechter.
17:27Lindsey Graham auch sehr, sehr wichtige außenpolitische Figur in den USA.
17:31Er war großer Unterstützer der Ukraine im Krieg gegen Russland.
17:36Und Lindsey Graham ist im Juli überraschend an einem Aortenriss verstorben.
17:44Also wirklich von einem Tag auf den anderen.
17:45Der war einen Tag aus der Ukraine gerade wieder zurück.
17:47Und dann gab es eben die Meldung seines Todes.
17:52Und beide Geschwister haben ihre Eltern verloren, als sie sehr, sehr jung waren.
17:59Innerhalb von, ich glaube, so 18 Monaten.
18:01Und ich glaube, Darlene Graham war da noch keine 15 Jahre alt oder so.
18:05Und der Bruder hat sich sehr stark um sie gekümmert.
18:07Also das heißt, sie war auch immer schon während seiner politischen Karriere sowas wie so ein Charakter.
18:14Also sie hat einfach immer wieder attestiert, was er für einen guten Charakter hat.
18:18Sie war sehr, dann, wenn sie Interviews gegeben hat, immer hat sie das eigentlich so untermauert, dass das ein integrer
18:24Typ ist.
18:27Und kurz nach dem Tod sagt dann Donald Trump, ja, also ich wäre dafür, dass dann die Schwester das jetzt
18:32übernimmt.
18:33Und alle Leute haben so ein bisschen gedacht, okay, alles klar, interimsweise.
18:39Und also bis es quasi jetzt eben dann zur Neuwahl im November kommt.
18:46Und dann war sie auf diesem Posten.
18:50Das Geraune ist natürlich auch, dass man sagt, okay, das hat er gesagt, weil er sie sich als einfach formbare
18:58Politeinsteigerin vorstellt,
19:00die einfach ihm, also ihm Trump gegenüber loyal bleibt.
19:04Und dann hat sie aber gesagt, nö, also ich würde dann auch kandidieren für die ganzen sechs Jahre.
19:09Also ich würde dann jetzt antreten.
19:11Ich würde das auch weitermachen.
19:14Und musste dann in einen Vorwahlkampf in ihrer Partei, der gar nicht so wahnsinnig gut für sie ausgegangen ist,
19:20auch weil es so einen ganz berühmten Moment dann gab in einer TV-Debatte,
19:25in der sie darauf angesprochen wurde, wie sie, was ihre Meinung ist zur Taiwan-Frage
19:29und ob sie dann eben Taiwan zu unterstützen bereit sei gegen China.
19:33Und da hat sie gesagt, also ich paraphrasiere natürlich, aber da hat sie gesagt,
19:37ja, also im Grunde Außenpolitik ist jetzt nicht so meins.
19:40Da habe ich jetzt nicht so viel Ahnung von.
19:42Und das kam natürlich als absoluter Skandal rüber, dass eben gerade die Frau,
19:49die diesen Mann, der die Außenpolitik der Vereinigten Staaten über Jahrzehnte geprägt hat,
19:54ersetzen möchte, sich anmaßt zu sagen oder sich erlaubt zu sagen,
19:59ich weiß da nicht so viel drüber, was ja schon für einen parlamentarischen Hinterbänkler
20:05ein bisschen ein Armutszeugnis wäre, aber gerade für sie natürlich nochmal ganz anders ankommt.
20:11Und sie hat dann tatsächlich diese Vorwahl unter den Republikanern erst im zweiten Wahlgang gewonnen
20:19und auch wirklich sehr knapp, also das war sowas wie 52 zu 48 oder so.
20:24Und es ist tatsächlich so, dass es jetzt auch Spekulationen darüber gibt,
20:29dass wegen dieses innerparteilichen Machtkampfs, indem man den Eindruck hatte,
20:34oh, da wurde eigentlich ihr Gegenkandidat ziemlich übergangen,
20:37weil sie da so wie bei einer Krönung eigentlich hingesetzt wurde,
20:42dass es gut möglich ist, dass Leute dann aus Protest den Namen des innerparteilichen Konkurrenten
20:48auf den Stimmzettel schreiben und eben nicht für Graham-Stimmen.
20:52Was würde das bedeuten, wenn man den falschen Namen draufschreibt?
20:54Ist es dann ungültig?
20:55Nein, nein, das ist eine offene, gültige Stimme.
20:59Aber die Regel ist ja nicht, du musst ja nicht 50 Prozent der Stimmen gewinnen,
21:03um in den Senat einzuziehen, sondern du musst nur die meisten Stimmen haben.
21:07Also eine Stimme, die eigentlich republikanisch wählen würde,
21:10also eigentlich den republikanischen Kandidaten wählen würde,
21:14aber sich dann entscheidet, statt Darlene Graham jemand ins Freifeld einzutragen,
21:18ist eine Stimme, die den Republikanern fehlt und dann natürlich damit ein Vorteil für die Demokraten.
21:23Gut, also diese Stimmen könnten sich zwischen diesen zwei republikanischen Kandidaten aufspalten.
21:28Verstehe ich das richtig?
21:29Richtig und ja, möglicherweise, wenn wir hier über eine Entscheidung reden,
21:33wo es am Ende vielleicht, also es weiß ja noch keiner, was passiert.
21:38Möglicherweise sind es am Ende auch acht Prozentpunkte Unterschied
21:40und mit diesem ganzen Podcast haben wir uns der Lächerlichkeit preisgegeben heute.
21:45Aber möglicherweise wird es auch ganz knapp und am Ende kommt es auf ein halbes Prozentpunkt an
21:52und dann liegt es an den Stimmen oder eben zum Beispiel auch an der libertären Kandidatin,
21:57die auch bei der TV-Debatte war und die möglicherweise auch zwei, drei Prozentpunkte bekommt.
22:01Also was ich damit sagen will, wenn man es umgekehrt formulieren will,
22:05Annie Andrews bei den Demokraten, es gibt immer diese These,
22:07in solchen konservativen Südstaaten, haben die Demokraten einfach eine Decke, an die sie anstoßen
22:15und da ist es nicht, funktioniert es nicht, dass sie über 50 Prozent kommen,
22:20einfach weil es nicht das Wählerpotenzial in der Bevölkerung gibt.
22:24Aber jetzt haben wir hier eben einen Wahlkampf, wo es durch die Gegenkandidatin,
22:28durch das Freifeld möglich ist, dass vielleicht am Ende auch 47 Prozent reichen,
22:32um in den Senat einzuziehen.
22:34Christian, wenn ich aufhören würde, Podcasts zu machen vor Wahlen,
22:37weil die Wahlen dann vielleicht anders ausgehen, als wir es jetzt besprechen
22:40oder wir es vermuten, dann müsste ich meinen Job beenden, es gehört einfach dazu.
22:45Siehst du, was ich hier nahelegen möchte? Siehst du, worauf ich hinarbeite?
22:49Oh je, okay.
22:51Gut, dass du diese Macht nicht hast, dieses Produkt abzudrehen.
22:55Die obliegt immer noch bei uns, Gott sei Dank.
22:57Hier in Wien nämlich und nicht in Washington oder in New York.
23:02Christian, lass uns wieder ernst werden.
23:04Ich kann mir unter Darlene Graham relativ wenig vorstellen, um ganz ehrlich zu sein.
23:09Wie gesagt, ihren bekannten, sehr berühmten Bruder kennt man sehr gut.
23:14Also ich habe dich schon gefragt, wer sie ist, aber wie gibt sie sich im Wahlkampf?
23:18Fangen wir es vielleicht so, wie kommt sie da an auch bei den Wählerinnen und Wählern?
23:21Ich habe irgendwie gehört, sie war irgendwie Chefin im mittleren Management,
23:24so Berufslaufbahn, also jetzt auch nicht irgendwie, keine Ahnung, groß hervorgestochen,
23:30sagen wir es mal so, können die Wähler mit ihr was anfangen oder es reicht schon, weil sie Republikanerin ist?
23:35Also ja, um da so ein bisschen sozusagen in die Werkstatt und ins Redaktionsstübel zu schauen.
23:42Ich habe tatsächlich auch bei meinem Artikel gedacht, so oh wow, ich müsste eigentlich viel mehr auch direkt von ihr
23:50noch an Eindrücken einbauen.
23:52Aber es ist mir einfach, es ist einfach unmöglich, diese Frau im Wahlkampf zu treffen.
23:57Also es gibt keine Webseite, auf der ihre Events stehen, die, den Sprecher, den ich kontaktiert habe, der hat überhaupt
24:04nicht geantwortet.
24:05Auch großer Unterschied dann direkt um diese TV-Debatte herum zum Sprecher der demokratischen Kandidatin, der sofort so war,
24:11so super, dass du da bist und so und irgendwie so, ja, wie das halt so ist.
24:16Und ja, extra aus Deutschland und so oder Österreich, ganz toll, extra aus Europa, da freuen wir uns und so.
24:22Und der Pressesprecher von Graham kam nach der TV-Debatte auch in den Raum, wo die dann ja nochmal so
24:30um Sympathie werben
24:32oder nochmal ihr bestimmte Aussagen verstärken wollen.
24:35Und die Libertäre-Kandidatin war da, die demokratische Kandidatin war da.
24:39Und bei Darlene Graham kam nur der Pressesprecher und hat gesagt, ja, also sie müssen dann jetzt mit mir Vorlieb
24:44nehmen,
24:45weil Gewinner kommen nicht in den Spin-Room, hat er gesagt.
24:49Und das war auch schon so, okay, alles klar.
24:53Und genau, aber trotzdem, um nochmal kurz über ihren Hintergrund zu sprechen.
24:57Also politisch wirklich ein unbeschriebenes Blatt.
25:00Da ist kein großes Parteiprogramm oder Kandidatinnenprogramm in dem Fall.
25:04Stattdessen wird eben erwartet, okay, das ist eine, die sehr, sehr der Linie der Partei folgt.
25:10Sie hat jetzt, das muss man sagen, in den vergangenen Tagen, gerade als Trump diesen Wandel hin zu Putin im
25:16Ukraine-Krieg jetzt vollzogen hat,
25:18da hat sie sich tatsächlich getraut, so, ah, ich würde das nicht machen an seiner Stelle und auch mein Bruder
25:23hätte das nicht gewollt und so.
25:24Also da baut sie so ein bisschen Distanz zu Trump auf.
25:27Ich glaube auch, weil sie da gemerkt hat, dass sie in der vergangenen Woche immer unglaubwürdiger wurde,
25:33weil sie eben gesagt hat, ja, ich möchte eben das Erbe meines Bruders fortsetzen und an der Seite von Donald
25:39Trump stehen.
25:40Und dann, man merkt eben, ja, okay, bei dem Thema ist das jetzt eben ein Widerspruch und nicht mehr möglich.
25:46Und sie war tatsächlich so in der Verwaltung tätig, unter anderem so Leiterin der Blindenbehörde des Bundesstaats.
25:53Also so, ja, halt, ja, so wie du sagst, wahrscheinlich schon eher so im mittleren Management so, ja.
25:58Ganz kurz noch zu Lindsey Graham, weil du vorgesagt hast, er ist ein Trump-Mann geworden.
26:02Da gibt es ja unterschiedliche Theorien darüber, wo Lindsey Graham wirklich stand.
26:07Und es gibt eine, ich würde nur gerne wissen, was du davon hältst, dass er ja eigentlich gar nicht so
26:10ein Trump-Mann war,
26:11aber ihm die Ukraine so wichtig ist, dass er quasi mitgespielt hat, um quasi im Bereich des Einflussbaren zu bleiben,
26:18also quasi weiterhin im Circle zu sein, um für die Ukraine zu arbeiten.
26:21Kann da was dran sein oder wünschen sich das vielleicht nur einige?
26:24Also es ist eine wohlwollende, aber vielleicht nicht unmögliche Deutung dieses Mannes.
26:32Man muss aber natürlich genauso sagen, dass der die weitesten Teile der republikanischen Politik,
26:37die sich gegen Minderheiten wendet, die für die Abschaffung der US-Entwicklungshilfe gesorgt hat,
26:45ja auch in weiten Teilen mitgetragen hat.
26:47Was aber auf jeden Fall auch eine Theorie hier ist, ist gerade in dieser Ukraine-Frage,
26:54wir sehen bei Donald Trump immer wieder, dass er sehr stark danach handelt,
26:58mit wem er zuletzt über ein Thema gesprochen hat und wer ihm zuletzt sowas so eingeflüstert hat.
27:04Und wenn dann jemand wie Lindsey Graham eine Nähe hatte und mit Trump golfen war
27:08und auch so im Weißen Haus ein- und ausgegangen ist, im Oval Office beim Präsidenten,
27:12dann ist es schon wahrscheinlich, angesichts dessen, was wir wissen über die Arbeits- und Denkweise dieses Präsidenten,
27:19dass das einen Einfluss hatte, wenn da immer wieder jemand gesagt hat,
27:22komm, du darfst jetzt dieses Land nicht aufgeben, schau, wie die kämpfen,
27:25wir müssen da Geheimdienstinformationen teilen, Waffenlieferungen sicherstellen und so.
27:31Und wenn es da jetzt plötzlich eine Leerstelle gibt und in diese Leerstelle möglicherweise
27:35einen Anruf von Wladimir Putin trinkt, ist es gut möglich, dass das einer der Gründe ist dafür,
27:43dass da sich die US-Politik gerade verändert.
27:46Gut, kommen wir damit wieder zurück nach South Carolina.
27:48Eine weitere Frage ist mir gerade noch eingefallen, weil diese Libertäre-Kandidatin,
27:53ich muss gestehen, ich habe mir keine einzige Frage zu ihr aufgeschrieben,
27:56wenn ich jetzt die richtig zugehört habe, so relevant wird sie wahrscheinlich auch nicht sein.
28:01Es geht nur darum, dass sie möglicherweise den Republikanern ein paar Stimmen wegnehmen könnte
28:04und das könnte die Waage zum Kippen bringen.
28:07Ja, genau. Also die war dann, wie gesagt, tatsächlich bei dieser Debatte eingeladen und so.
28:12Und ja, ist mal ein Thema für einen gesonderten anderen einzelnen Podcast,
28:17warum die USA in diesem Zwei-Parteien-System so feststecken.
28:21Aber es ist einfach nie möglich.
28:23Die Leute flirten manchmal ein bisschen mit solchen alternativen Kandidaten
28:27und merken dann aber ganz schnell, dass es im Grunde eine verschenkte Stimme ist
28:31und schauen dann, wo für sie das kleinere von zwei Übeln steckt,
28:36bei den Republikanern oder Demokraten dann.
28:41Dann kommen wir jetzt zu dieser TV-Debatte.
28:43Und was ich interessant daran finde, ist, dass es ja relativ ungewöhnlich ist,
28:47dass diese Debatte überhaupt stattgefunden hat,
28:49dass du da überhaupt zuschauen konntest.
28:51Warum denn? Ist doch das Normalste der Welt eigentlich in Wahlkämpfen.
28:54Ja, also erstmal im Studio selber gab es kein Publikum.
28:59Das heißt also, wir saßen dann in so einem Nebenzimmer.
29:01Wir waren vorher im Studio drin und haben auch gesehen,
29:03wie die drei Kandidatinnen reinkamen.
29:05Und da ist mir vor allen Dingen nochmal aufgefallen,
29:08so US-Wahlkampf ist auch nicht immer das große Spektakel mit Luftballons,
29:14die von der Hallendecke fallen und irgendwie Feuerwerk und so,
29:17sondern das ist, ja, also das ist einfach wie, wenn, keine Ahnung,
29:24im Stadtfernsehen, im Burgenland irgendwie drei Leute hinter so einem Pult stehen
29:29und dann, also das soll jetzt, oh Gott, das soll gar nichts gegen das Burgenland sein.
29:36Aber ich sage nur, dass das einfach da sehr so, ja,
29:40auf einer sehr viel kleineren Skala dann stattfindet.
29:46Und da waren vielleicht zehn Journalisten.
29:49Ich glaube, ich war der einzige ausländische Journalist, der dann dort war und so.
29:54Leider dann trotzdem nicht dazu geführt, dass ich hinterher eine Frage reinbekommen habe.
29:59Das ist dann tatsächlich so, dass eben die Sprecher die Leute drannehmen, die sie kennen
30:02und dann nehmen sie halt die Wahlberichterstatter hier von den Medien,
30:05die ihnen dann möglicherweise auch Stimmen bringen und so.
30:08Ja, aber in dem Fall war das tatsächlich so,
30:12dass ich eine Mail an den Pressesprecher des ausrichtenden Fernsehsenders geschrieben habe.
30:17Das ist auch hier das öffentlich-rechtliche Fernsehen.
30:20PBS ist ja auch sehr, sehr viel kleiner.
30:22Also es gab dann nicht mal Einschaltquoten dazu.
30:25Aber man muss eben sagen, diese Debatten sind ja heutzutage auch viel, viel mehr dafür da,
30:30dass man daraus 45 Sekunden für einen Online-Clip schneiden kann.
30:34Und so wie es eben im Schlechten für Graham passiert ist mit ihrer Taiwan-Antwort.
30:40Jetzt hier ist es, glaube ich, dadurch so nicht passiert.
30:44Das lag auch, wie gesagt, also jetzt zum Beispiel im Fall von Annie Andrews daran,
30:47dass sie sehr hölzern und ein bisschen so auswendig gelernt rüberkam.
30:52Da hatte sie weniger von dieser Lockerheit, die sie noch vor dem TV-Studio hatte.
30:57Und Darlene Graham hat während der Debatte sehr so Southern Drawl, nennt man das ja so,
31:03when my brother, nö, nö, nö, nö, nö, nö.
31:06Also sich in diesen Südstaaten-Akzent so reingelehnt und so und auch irgendwie,
31:11ich weiß ja, wie es ist, weil ich arm aufgewachsen bin unter meinen,
31:14und meine Eltern sind ja so früh gestorben.
31:16Also sie hat es wirklich immer wieder betont.
31:18Es geht da auch einfach wirklich darum, für die Menschen biografische Lücken noch zu schließen.
31:23Dass man sich denen vorstellt, das ist ganz oft für die der erste Moment,
31:27wo sie sich überhaupt mit den Kandidatinnen beschäftigen und so.
31:31Und es gab dann noch einen etwas absurden Moment,
31:34in dem dann Annie Andrews Darlene Graham vorgeworfen habe,
31:38dass sie ja ihren Namen gewechselt habe und so.
31:41Und da hat dann Darlene Graham gesagt, dass sie es wirklich verwerflich und also bodenlos findet,
31:47dass Annie Andrews sie jetzt damit an das Trauma des Verlusts ihrer Eltern erinnert habe.
31:53Und dass es ja rhetorisch komplett zu verurteilen sei, diese Attacke gerade.
32:03Und ja, also ich musste da kurz in mich reinschmunzeln, weil ich dachte,
32:07du hast es doch selber jetzt fünfmal gesagt, dass deine Eltern gestorben sind.
32:11Und dann, ja, also so lief dann da so ein bisschen so die Debatte.
32:14Ich kenne zumindest einen Mitarbeiter vom Burgenland heute, dem ORF-Ableger im Burgenland.
32:21Du wirst dich dann vor ihm rechtfertigen müssen, weil ich weiß, dass der uns auch gerne mal zuhört.
32:24Aber gut, ist nicht mein Problem.
32:27Christian, um wieder ernst zu werden, wir haben ja ein bisschen zu viel Spaß befürchtet.
32:31Ja.
32:32Du hast jetzt dieses Duell schon skizziert.
32:34Klingt jetzt zugegebenermaßen jetzt nicht nach dem großen politischen Schlagabtausch,
32:39der jetzt irgendwie in die Geschichte eingehen wird, um das ein bisschen polemisch zu sagen.
32:42Aber kann man denn sagen, wer hat denn dieses Duell gewonnen?
32:44Ich glaube, es war ein Unentschieden und Andy Andrews hätte einen Sieg gebraucht,
32:49also um eben diese letzte Lücke zu schließen und so.
32:53Ich glaube, in dem Duell hat jetzt wenig stattgefunden, dass so die Leute auf ihre Seite gezogen hat.
33:02Und ich glaube, wenn man grundsätzlich den Republikanern zugeneigt ist und überlegt hat,
33:10ach, bleibe ich vielleicht einfach zu Hause und lasse ich das jetzt diesmal,
33:14weil ich verstehe nicht so richtig, wer Darlene Graham ist.
33:16Ich finde es auch irgendwie nicht gut, dass sie so, wie sie so an diesen Posten gekommen ist und so,
33:21dass man vielleicht nach dem Duell dachte, ah ja, okay, das ist ja doch, die ist eine wie wir.
33:27Die, ja, fühlt sich so an, als ob sie sich eben hier auskennt und so.
33:33Und dass im Sinne von so einer, am besten keine Experimente und wir müssen unsere Südstaatenwerte in Washington vertreten sehen,
33:46Politik weiterführen würde, dass sie da möglicherweise ein bisschen punkten konnte.
33:52Christian, um auf das große Bild zu schauen, du hast die Umfragen vorher schon angesprochen.
33:56Vertiefen wir das noch?
33:57Wie realistisch oder anders gefragt, wie knapp ist denn dieser Abstand tatsächlich?
34:02Denn ich kann mich erinnern, in deinem Text unter anderem gelesen zu haben,
34:05dass man sich ja vor sechs Jahren von Seiten der Demokraten schon eine Sensation ausgemalt hat
34:11und dann ja wirklich heftig auf die Nase geflogen ist.
34:13Ich glaube, da hat man um fast zehn Prozentpunkte sogar verloren.
34:16Ja, genau. Und das war damals tatsächlich, ich meine sogar, das teuerste Senatsrennen damals,
34:22weil es damals schon die Fantasie gab, dass man doch gegen einen Graham gewinnen könnte.
34:28Also damals eben dann Lindsay Graham.
34:30130 Millionen wurden damals ausgegeben für den demokratischen Kandidaten Jamie Harrison.
34:36Und weil es eben auch Umfragen gab, wo man dachte, ja, zwei, drei Punkte,
34:39vielleicht können wir diese Lücke schließen und so.
34:42Und am Ende waren es eben dann zehn.
34:44Und man hat sich gedacht, meine Güte, das haben wir wirklich ganz schön den Kamin hochgejagt jetzt hier.
34:49Und das ist dann natürlich Geld, das in anderen Wahlkämpfen dann auch wieder fehlt,
34:54wo man vielleicht in anderen Wahlkämpfen tatsächlich leichter jemanden hätte über die Schwelle tragen können, sage ich mal.
35:01Und jetzt hier gibt es eben ähnliche Fragezeichen.
35:05Also vielleicht um so ganz kurz so einen Mini-Exkurs zu den Umfragen hier zu machen.
35:10Bei uns kennt man das ja eigentlich nur, dass politische Umfragen kommen so von drei, vier verschiedenen Instituten,
35:16die auch alle einigermaßen renommiert sind und so.
35:18Und die Umfragen fühlen sich für uns ja auch ein bisschen verlässlicher an oft.
35:23Gerade weil wir aber ja nach den Wahlen auch noch die Koalitionsverhandlungen in der Regel haben.
35:30So, dass der emotionale Eindruck zu Umfragen ein anderer ist.
35:35Hier in den USA ist das einfach ein binärer Eindruck von, haben die richtig gelegen beim Gewinne oder lag es
35:41daneben?
35:42So, ja.
35:43Aber im Grunde waren die Umfragen jetzt im Fall zum Beispiel von Hillary Clinton gegen Donald Trump,
35:47wenn man auf die reinen Prozentwerte schaut, sehr, sehr okay.
35:51So, also das waren eins, zwei Prozentpunkte, aber es waren halt die entscheidenden Prozentpunkte in der Mitte
35:55und deshalb denken alle seit Jahren, mein Gott, die Umfragen hier können ja gar nichts.
36:01Ja gut, Neil Silver ist schon wahnsinnig daneben gelegen mit seiner was, 73%igen Wahrscheinlichkeit,
36:05dass Clinton gewinnt oder 63%.
36:07Richtig, aber ja, aber da ist natürlich, also sein Argument wäre dann jetzt zu sagen,
36:12ich kann ja nichts dafür, wenn du Statistik nicht verstehst und dass eine Wahrscheinlichkeit etwas anderes ist als ein Prozentwert.
36:19Aber natürlich kann man denen da vorwerfen zu sagen, ja gut, aber dann kann ich ja der breiten Bevölkerung nicht
36:25so eine Größe geben,
36:27die man nur versteht, wenn man das studiert hat sozusagen.
36:30Denn natürlich muss ich doch im Blick haben, dass Menschen eine andere emotionale Reaktion haben,
36:35wenn sie hören, etwas hat eine 73- oder 80-prozentige Wahrscheinlichkeit,
36:41anstatt wenn sie hören, die Umfragen sagen, es steht 45 zu 43.
36:46Also das eine lässt mich zu Hause bleiben oder lässt mich denken, okay, das ist gelaufen
36:51und bei dem anderen habe ich natürlich eine ganz andere Motivation so.
36:56Ja, also von daher so, ich will da Nate Silver und die Umfrageinstitute in den USA gar nicht freisprechen.
37:04Ich finde, ja, ich finde, wenn man sich das Bild klar macht, dass ich dir eine Pistole für russisches Roulette
37:11gebe,
37:12die ja auch sechs Löcher hat und ich sage, du, es ist nur in einer, ist nur eine Patrone drin,
37:17dann wirst du auch denken, oh Gott, das würde ich ja nie machen.
37:19Und dann hättest du ein anderes Gefahrenbewusstsein dafür, dass das schief gehen kann,
37:23als wenn du nur hörst, so, ja, 80 zu 20 steht so.
37:28Aber nochmal zurück so zu den Umfragen jetzt.
37:31Die Umfragen sind sehr, sehr teuer durchzuführen
37:34und es ist wahnsinnig kompliziert geworden, überhaupt Leute dazu zu kriegen,
37:38so einem Meinungsforschungsinstitut die Meinung zu sagen.
37:41Also die Kenngröße ist, von den Leuten, die die versuchen anzurufen,
37:44von 100 Leuten nimmt einer oder nehmen zwei ab.
37:47Das war es so, ja. Und dann haben die immer das Problem,
37:50vorhersagen zu müssen, dass die Leute, die sie erreichen,
37:58bestimmte soziodemografische Merkmale erfüllen.
38:00Also die sind in der Regel besser gebildet als die, die dann später,
38:04als es dann der Durchschnitt ist, wie es sich bei der Wahl darstellt.
38:08Die sind in der Regel etwas demokratischer.
38:13Die sind in der Regel eher in Großstädten und weniger im Ländlichen,
38:16sodass dann, nachdem die die Rohergebnisse haben, müssen sie halt Filter drüberlegen
38:20und bestimmte Antworten stärker gewichten als andere.
38:23Und diese Filter sorgen halt für große, große Probleme,
38:28weil ja niemand weiß, wer dann am Ende tatsächlich zur Wahl geht.
38:31Und da, das ist jetzt ein sehr langer Bogen gewesen,
38:34kommen wir dann auch wieder zurück auf das Thema hier Annie Andrews und Darlene Graham.
38:37Ja, erstens gibt es nur kleinere Institute, die bisher Umfragen durchgeführt haben.
38:43Zweitens ist es so, dass hier auch sehr viele Umfragen veröffentlicht werden,
38:47die aus den Wahlkampagnen selber kommen.
38:50Und da muss man sich natürlich dann immer fragen, okay, was haben die für ein Interesse?
38:53Haben die ein Interesse, dass sie das Rennen enger ausschauen lassen,
38:58damit sie noch mehr Spendengelder bekommen zum Beispiel?
39:01Und drittens ist eben die große Frage,
39:05gelingt es denen wirklich realistisch abzubilden, wer am Ende wählen geht?
39:09Und da sind wir jetzt auch wieder bei South Carolina bei der interessanten Frage.
39:14Ja, natürlich haben in der Vergangenheit Menschen im ländlichen Raum eher republikanisch gewählt.
39:20Aber in einer Zeit, in der die Republikaner als Partei der Rechenzentren für KI gelten,
39:28in der die Republikaner die Gesundheitsversorgung im ländlichen zusammenstreichen,
39:32ist es dann nicht sogar möglich, dass wir nicht gerade gar nicht realistisch genug mitkriegen,
39:38wie sehr sich im ländlichen Raum auch wieder was ändert?
39:40Das wird halt wahrscheinlich wirklich eine Frage sein, die wir erst ab dem 3. November beantworten können,
39:46wenn dann tatsächlich die Ergebnisse eintrudeln.
39:48Wobei ich ehrlich gesagt nicht weiß, wann South Carolina fertig ausgezählt hat.
39:52Ist das so ein Bundesstaat, der relativ lange dauert?
39:54Gute Frage. Ich wüsste weder, dass es in die eine noch in die andere Richtung lange dauert.
39:58Also ich weiß so, Florida ist sehr schnell, Kalifornien sehr langsam.
40:01Bei South Carolina weiß ich es leider nicht.
40:02Was ich weiß, ist, dass es bei den Vorwahlen eben,
40:06als es darum geht, ob Darlene Graham die Kandidatin wird,
40:10da stand es dann am nächsten Morgen fest.
40:13Und auch am nächsten Morgen inklusive der Briefwahlstimmen.
40:16Na gut, dann gehen wir mal wahrscheinlich eben vom 3. oder 4. November aus.
40:19Wird ja nur einer von 50 Bundesstaaten sein, den wir uns genau anschauen werden.
40:24Christian, was ich interessant finde, ist, wir wissen jetzt noch nicht,
40:27ob die Umfragen richtig liegen oder vielleicht falsch oder ob irgendein Wert falsch interpretiert worden ist.
40:32Was aber offensichtlich sicher ist, ist, dass die Republikaner etwas nervös sind,
40:37weil sie plötzlich in diesem Wahlkampf, der seit, was hast du gesagt, über 30 Jahren eigentlich als gesichert gilt,
40:43mehr Geld investieren als sonst.
40:45Ja.
40:45Und das ist auch nochmal für diejenigen Hörerinnen oder Zuschauerinnen,
40:52die bis jetzt dabei geblieben sind, okay, die haben es auch schon jetzt durch viel South Carolina-Content geschafft,
40:56aber das ist auch nochmal ein wichtiger Punkt, finde ich, der insgesamt gerade für die Wahlen
41:00und für die Zwischenwahlen in den USA gilt,
41:02nämlich natürlich kommunizieren Parteien das eine und denken möglicherweise das andere
41:08und haben möglicherweise intern ganz andere Daten.
41:12Also die geben sich natürlich optimistisch, dass es für sie gut ausgehen wird,
41:16aber man kann anhand von zwei Dingen sehen, wie gerade die Stimmung innerhalb der verschiedenen Camps ist.
41:26Und im Prinzip ist es das Gleiche, nämlich wie verwenden sie ihre Ressourcen?
41:31Und die beiden Dinge sind da einmal, wo schicken sie die berühmtesten Politiker hin ihrer Partei
41:38und das andere ist, wo investieren sie Geld?
41:41Und normalerweise eben, ja, du hast es ja schon gesagt,
41:44jetzt gibt es eben größere Investitionen für die Republikaner in South Carolina
41:53und das ist dann schon ein Zeichen.
41:56Das ist noch lange nicht auf dem Niveau von dem, was sie in Texas reinstecken.
42:02Aber die Tatsache, dass die gerade massiv investieren in Bundesstaaten wie South Carolina, Texas, Kansas, Iowa, Ohio,
42:11das sind alles Staaten, die wir vor einem Jahr nicht auf der Liste gehabt hätten,
42:15dass die überhaupt erreichbar sind für die Demokraten.
42:19Geht es am Ende gut aus?
42:21Keine Ahnung.
42:22Also die, die, so der Konsens im Moment ist, dass eigentlich niemand mehr glaubt,
42:29dass die, dass das Repräsentantenhaus den Demokraten noch zu nehmen ist.
42:34Da muss man ja auch sagen, sie müssen da ja im Grunde nur drei Sitze umdrehen in ihre Richtung.
42:39Und dass es im Senat so 70-30 Chance gibt für die Demokraten.
42:45Aber wenn man dann im Detail mal hinschaut, wie da gerade so die Prozentwerte sich andeuten,
42:51da sieht man, da gibt es schon vier, fünf Rennen in der Mitte,
42:54die sich möglicherweise mit einer Differenz von weniger als zwei oder drei Prozentpunkten entscheiden.
43:00Und das kann dann einfach in die eine oder in die andere Richtung gehen.
43:03Also so der Durchschnitts, die Durchschnittsabweichung bei den Midterms,
43:07bei Senatswahlen liegt so bei ungefähr drei Prozentpunkten.
43:11Und dann sagen da die Demoskopen, ja und leider haben wir keine Chance zu sagen, in welche Richtung.
43:16Also es ist nicht so, dass man sagen kann, dass es immer zu Ungunsten der Demokraten ist
43:20oder immer zu Gunsten der Republikaner funktioniert.
43:24Oder dass einem eben dann immer unterschätzt wird, wie viele Leute konservativ wählen.
43:29Das heißt also, wir reden hier davon, dass es im Senat am Ende auch für einen knappen Fortbestand der Republikanermehrheit
43:36reichen könnte.
43:37Kann aber auch sein, dass wir am Ende bei 56, 55, 56 Kandidaten der Demokraten, also 55, 56 Senatoren der
43:46Demokraten landen.
43:47Und wenn es eine solche Welle gibt, das vielleicht noch als letztes zu den Umfragen, was wir gerade sehen.
43:54Ich habe ja vorhin so ein bisschen so von dieser Tendenz gesprochen,
43:58dass die Leute am Ende von Wahlkämpfen oft zu ihrer grundsätzlichen Prägung wieder zurückkehren.
44:05Und das hat man in dieser Saison, bei diesem Wahlzyklus auch gedacht,
44:10als die Demokraten so acht, neun Prozentpunkte vorne lagen vor zwei, drei Monaten.
44:15Und jetzt sehen wir aber gerade, dass sich diese Lücke nicht geschlossen hat.
44:20In der allgemeinen, das nennt man hier Generic Ballot, also da werden die Leute allgemein gefragt,
44:27wünschen sie sich eher eine republikanische Mehrheit oder eher eine demokratische Mehrheit.
44:32Wenn sie mal fernab ihre Kandidaten vor Ort denken, würden sie eher für den Demokraten stimmen wollen
44:37oder eher für einen Republikaner stimmen wollen.
44:39Und in dieser Frage eben lagen die Demokraten acht, neun Punkte vorne vor ein, zwei Monaten.
44:44Und eigentlich wäre die historische Erfahrung gewesen, dass sich das verengt hätte inzwischen
44:52auf vielleicht sechs bis sieben Punkte.
44:54Aber was wir stattdessen sehen, ist, dass wir eher über neun oder zehn Punkte reden.
44:57Also die Lücke wird gerade eher noch größer.
45:00Und also eben diese grundsätzliche Frage immer, liegen vielleicht die Umfragen komplett falsch?
45:06Das ist ja das eine.
45:09Aber was man auf jeden Fall ja sieht, sind ja Entwicklungen über die Zeit hinweg.
45:13Also wenn die einen Fehler haben, die Umfragen, dann ist es ja sozusagen immer der gleiche Fehler.
45:17Und da jetzt zu sehen, oh wow, es ist auf jeden Fall eine klare Verbesserung der Tendenz für Demokraten auch
45:26noch erkennbar.
45:28Zusätzlich zu dem, dass sie sowieso schon gut standen.
45:31Also die sind schon sehr, sehr optimistisch jetzt gerade.
45:33Aber wie gesagt, gerade im Senat kann es auch ganz schnell sein, dass wir da zwei, dreimal drauf schauen.
45:39Und am Ende sind es irgendwie ein paar zehntausend Stimmen.
45:43Ja und ich vermute mal gerade ein Bundesstaat wie South Carolina, wenn man den tatsächlich erobern könnte,
45:49dann hat man schon mal einen Riesenbonus, weil es so ein ungewöhnlicher Sieg ist, oder?
45:52Also dann kann man bei anderen, ja.
45:55Absolut, weil der auch wirklich ja sozusagen weit oben oder weit unten auf der Liste steht,
46:00je nachdem, wie man drauf blicken will.
46:01Also das Grundgefühl ist, also wenn sie das gewinnen, dann haben sie bis dahin auch ganz viele andere gewonnen.
46:08Und dann haben sie wirklich, wirklich eine sensationell gute Wahl, eine sensationell gute Nacht.
46:14Aber es gibt hier so ein Institut, das immer Einstufungen abgibt darüber, ob ein Rennen solide republikanisch ist
46:24oder sich nach Richtung republikanisch lient, also so anlehnt sozusagen oder in der Mitte steckt und so.
46:32Und Cook heißt es. Also es gibt mehrere Institute, aber ein bekanntes heißt Cook.
46:36Und bei Cook war neulich die Überschrift eines Analyseartikels, dass es im Grunde drei Möglichkeiten gibt für diese Midterms.
46:45Und zwar für die Demokraten könnte es eine gute, eine sehr gute oder eine sensationell gute Wahlnacht werden.
46:50Okay. Wir werden sehen. Christian, jetzt haben wir sehr viel über die Demoskopie gesprochen.
46:56Zum Abschluss vielleicht nochmal, keine Ahnung, der Bereich Astrologie oder so.
47:00Was sagt dir dein Bauchgefühl? Wie geht es aus in South Carolina?
47:03Das ist ja, also ich muss, ich liege wirklich regelmäßig sehr, sehr falsch.
47:08Also so falsch, dass es eigentlich Abo-Kündigungen auslösen müsste.
47:17Und also mein Bauchgefühl ist, dass es am Ende doch für, also es ist am Ende für Darlene Graham reicht.
47:23Und dass sie so vielleicht vier, fünf Punkte vorne liegt.
47:26Aber dann, ja, vielleicht in der Logik, dass ich so oft daneben liege, ist das ja vielleicht eine gute Nachricht
47:31für Annie Andrews.
47:32Ich bin sicher, sie wird das gebannt verfolgen, was ich mir, was ich mir hier zurechtlege.
47:37Vielen Dank für deine Zeit, Christian, und beste Grüße nach New York.
47:40Ja, vielen Dank auch, Daniel. Bis zum nächsten Mal. Tschüss.
47:43Und wenn euch Thema des Tages gefallen hat, dann abonniert den Kanal auf der Podcast-Plattform eurer Wahl oder auch
47:48auf YouTube.
47:48Da sind wir mit Videopodcasts vertreten.
47:50Einfach den Kanal abonnieren und nicht vergessen die Glocke drücken.
47:53Wenn ihr diesen Podcast unterstützen wollt, dann geht das am besten weiterhin über ein Standard-Abo.
47:57Da gibt es jetzt auch ein exklusives Angebot für euch.
48:00Das erste Monat für nur einen Euro.
48:02Link dazu in den Shownotes.
48:04Ich bin Daniel Retschezeker. Vielen Dank fürs Dabeisein und bis zum nächsten Mal.
48:10Ich bin Daniel Retschezeker.