- vor 18 Stunden
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SpaßTranskript
00:02AOT
00:30AOT
01:03AOT
01:30Hilfe! Hilfe!
01:36Was ist passiert?
01:38Da, da, da, da...
01:40Iana!
01:43Iana!
01:44Oh mein Gott!
02:04Oh!
02:07Hier in der Straße hat früher mal ein Schwarm von mir gewohnt.
02:11Naja, die Häuser sind auch schon in die Jahre gekommen, was?
02:13Ja, nicht nur die Häuser, du.
02:16Und die werden genauso wie ich immer wertvoller.
02:19Da sind wir die Immobilienpreise angeguckt, dann wird ja verschwindelig.
02:21Das hier ist echtes Betongold.
02:24Nicht unsere Preisliga.
02:25Naja, nicht.
02:26Moin, Strahlemann.
02:27Moin, ich bin gleich bei euch.
02:30Moin.
02:31Moin.
02:32Moin.
02:33Also, beim Opferhandel ist es sich um Jana Sasse, 41 Jahre alt, Architektin aus Hamburg.
02:38Sie wurde niedergeschlagen, sie lebt, aber stellt eine Lebensgefahr.
02:42Was genau hat sie hier abgespielt?
02:44Ist doch relativ unklar.
02:45Sie wollte ihren Vaters zum Geburtstag besuchen, die Mutter war noch unterwegs
02:48und als sie zurückkam, fand sie ihre Tochter leblös im Garten.
02:51Sie weiß nicht, was passiert ist.
02:52Und sie hat auch den Rettungswagen gerufen?
02:54Ja.
02:55Und der Notarzt hat sofort die Polizei verständigt, weil er ein Gewaltverbrechen nicht ausschließen konnte.
03:00Und wo war der Vater?
03:01War der nicht im Haus?
03:02Doch, aber der hat nach Angaben seiner Frau einen Mittagsschlaf gemacht.
03:06Sieht so aus, als hätte hier ein Kampf stattgefunden.
03:09Ja.
03:11Was ist mit den Nachbarn?
03:13Haben die irgendwas gesehen oder gehört?
03:15Bisher haben wir keine Zeugen, nein.
03:19Wie geht es ihr?
03:21Nicht gut.
03:23Schwere Schädel, Herr Traumer.
03:25Da konntest du dir schon ein Bild von den Verletzungen machen.
03:28Kurz. Der Täter hat sie von vorne kommt links an der Schläfe verletzt.
03:31Der Notarzt reanimiert sie im Rettungswagen.
03:34Die Tatwaffe?
03:39Die hier haben wir in einem Gebüsch gefunden.
03:42Gartenhacke.
03:43Der Täter muss sie nach der Tat einfach weggeworfen haben.
03:46Wir prüfen, ob das Blut zum Opfer gehört.
03:48Die Schlagfläche passt auf alle Fälle zur Verletzung.
03:52Wo sind denn die Eltern des Opfers?
03:55Joachim und Brigitte Wegmann sind noch im Haus, stehen aber beide unter Schock.
04:08Frau Wegmann?
04:10Die Kripo Lübeck.
04:12Mein Name ist Lars Englern, das ist der Kollege Kiesewetter.
04:14Ich brauche das nicht.
04:20Fühlen Sie sich schon in der Lage, uns ein paar Fragen zu beantworten?
04:22Wie geht es meiner Tochter?
04:24Der Notarzt versucht sie zu stabilisieren.
04:27Ich kann das alles überhaupt nicht verstehen.
04:30Aber sie wird es doch schaffen, oder?
04:33Ihr seid spät dran.
04:37Wie bitte?
04:37Ja, die Rosen liefern sich nicht von alleine aus.
04:40Die Herren sind nicht wegen der Rosen da, Achim.
04:43Ja.
04:44Ja, was bezahle ich sie denn?
04:48Mein Mann ist Gärtner.
04:50Er musste die Gärtnerei vor drei Jahren abgeben, die Krankheit.
04:55Alzheimer?
04:56Ja.
04:58Unsere älteste Tochter Anne führt jetzt die Gärtnerei.
05:01Sie haben drei Töchter?
05:02Ja.
05:03Und die sind alle auf der Geburtstagsfeier eingeladen gewesen?
05:06Ja, für den Nachmittag.
05:07Jana muss früher gekommen sein.
05:09Haben Sie doch andere Gäste erwartet?
05:10Nein, nein, wir wollten das im kleinen Kreis halten.
05:14Seinetwegen.
05:16Was genau haben Sie denn vorgefunden, als Sie nach Hause gekommen sind?
05:20Ich kam mit der Geburtstagstorte nach Hause, bin gleich in den Garten und da lag sie.
05:25Und ich habe sofort den Notruf gewählt.
05:28Ach, und die Polizei haben Sie nicht informiert?
05:30Ja, warum sollte ich denn?
05:31Das war ein Unfall.
05:33So ein Garten ist doch voller Stolperstellen.
05:36Seit mein Mann krank ist, komme ich da nicht mehr hinterher.
05:39Als Sie in den Garten gegangen sind, haben Sie da irgendwas Ungewöhnliches gehört?
05:42Oder jemanden gesehen?
05:44Nein.
05:47Und Ihr Mann?
05:49Wo war Ihr Mann?
05:51Im Haus.
05:52Um die Zeit macht er immer seinen Mittagsschlaf.
05:55Als ob ich für sowas Zeit hätte.
05:57Doch, doch, er war im Haus und hat tief geschlafen.
06:00Red doch nicht so einen, einen, einen, einen, einen...
06:04Du redest immer so einen, einen...
06:05Beruhigen Sie sich, ja.
06:09Was sind denn das für Flecken auf Ihrem Ärmel?
06:14Das sieht aus wie Blut.
06:15Nein, nein, das ist doch kein Blut.
06:17Nicht anfassen.
06:18Das ist kein Blut.
06:19Das muss untersucht werden.
06:21Kann ich euch mal kurz sprechen?
06:29Es wirkt fast so, als wollen Sie die Polizei lieber raushalten.
06:33Ich habe mit dem Kollegen gesprochen.
06:35Es ist so, dass Joachim Wegmann in den letzten Monaten achtmal den Notruf gewählt hat.
06:38Immer wegen vermeintlicher Einbrecher.
06:40Lass mich mal raten.
06:41Immer falscher Alarm.
06:44Ja, vielleicht hat er gar nicht geschlafen, sondern eine vermeintliche Einbrecherin überrascht.
06:49Joachim Wegmann hat er dann Alzheimer.
06:52Kann sein, dass er seine Tochter gar nicht erkannt hat.
06:54Ja, wie du sagst, seit Monaten fühlt er sich von Einbrechern bedroht und plötzlich steht eine für ihn völlig Fremde
06:59im Garten.
07:00Das heißt, er schlägt seine eigene Tochter nieder und hat im nächsten Moment alles wieder vergessen?
07:05Das ist eine Scheißklinge.
07:07Ich glaube, Sie ahnt, dass er es gewesen ist und will es deshalb raushalten.
07:24Frau Wegmann, der Anblick Ihrer verletzten Tochter hat Sie sicher vorhin sehr schockiert.
07:32Ist Ihnen vielleicht in der Zwischenzeit irgendwas eingefallen?
07:36Sind Sie sicher?
07:38Ja.
07:41Dann gehen Sie jetzt.
07:44Ja.
07:46Ihren Mann müssen wir allerdings mitnehmen.
07:50Hören Sie, uns ist bewusst, in welchem Zustand er ist.
07:52Aber er war zum Tatzeitpunkt hier im Haus.
07:55Wir müssten ihn auf dem Kommissariat befragen.
07:57Das ist unmöglich. Können Sie das nicht hier machen?
08:00Nein, das geht nur auf dem Kommissariat, da die Kriminaltechniker ihn untersuchen müssen.
08:04Das wird ihn doch nur noch mehr aufregen.
08:06Brigitte, schmeiß Sie endlich raus. Sie sollen arbeiten.
08:08Sehen Sie?
08:10Frau Wegmann, es tut mir leid, aber ich muss Ihnen sagen, dass wir eine Tatbeteiligung Ihres Mannes nicht ausschließen können.
08:15Nein, nein, nein, das ist doch seine Jüngste. Er würde Ihnen nie etwas antun.
08:20Frau Wegmann, Sie können Ihren Mann auch gerne begleiten.
08:40Und Herr Wegmann, er kommt mit aufs Kommissariat. Nehmen Sie Sie mit?
08:43Machen wir so.
08:47Entschuldigung, können Sie mir sagen, was hier passiert ist?
08:50Wer sind Sie?
08:52Maike Wegmann. Das ist das Haus meiner Eltern.
08:55Tut uns leid, Ihre Schwester Jana, sie wurde im Garten niedergeschlagen.
08:59Was? Wie geht es ihr?
09:04Ihr Zustand ist leider kritisch. Sie ist auf den Blick ins Krankenhaus.
09:09Und haben Sie schon jemanden? Ich meine, wissen Sie schon, wer es war?
09:13Nein, noch nicht. Aber wir werden Ihren Vater als Zeugen befragen.
09:15Mein Vater? Der vergisst doch immer alles.
09:23Halten Sie sich bitte zur Verfügung, falls wir noch Fragen haben, ja?
09:33Ich habe es gerade gehört. Es ist alles so furchtbar.
09:36Wieso furchtbar? Die Polizei will doch nur, dass ich Ihnen was zu den Einbrechern erzähle.
09:41Geh schon mal ins Auto, Achim. Ich komme gleich.
09:45Soll ich nicht mit Papa fahren? Dann kannst du zu Jana ins Krankenhaus.
09:49Das ist lieb, Maike, aber ich muss damit.
09:52Okay, wenn du meinst. Ruf du deine große Schwester an. Ich habe sie nicht erreicht.
10:05Anne, hier ist Maike. Es ist was passiert. Ruf mich einfach zurück. Es ist wichtig.
10:17Was guckst du da?
10:19Ja, wie man mit Demenzkranken umgeht. Wir können ja auch im Wegmann nicht wie einen Gesunden vernehmen.
10:24Auf jeden Fall ist sie der erste Verdächtige mit wirklich echten Gedächtnislücken.
10:30Wie sollen wir vorgehen?
10:32Augenkontakt halten, möglichst klare Fragen stellen und das Ganze mit einer sanften Stimme.
10:38Mit einer sanften Stimme. Dann ist es wohl besser. Ich übernehme das Verhör.
10:43Mhm.
10:48Was passiert jetzt?
10:50Die Kollegen der KT werden ihren Mann auf Spuren untersuchen und dann werden wir ihm ein paar Fragen stellen.
10:56Machen Sie sich keine Sorgen. Wir gehen berufsam fort.
10:59Es ist sicher nicht einfach zu sehen, wie die Krankheit einen Menschen so verändert.
11:02Ja, was soll ich machen? Irgendwie muss es weitergehen. Ohne mich ist er völlig hilflos.
11:08Unterstützen Ihre Töchter Sie nicht?
11:10Jana ist in Hamburg und sie war nie so. Der Familienmensch hält sich eher raus.
11:15Meine Große ist mit der Gärtnerei ausgelastet und Maike tut, was sie kann.
11:20Wie weit ist die Krankheit denn fortgeschritten?
11:22Manchmal ist er wie früher und im nächsten Moment, es ist als ob er immer mehr verschwindet.
11:30Hat er denn manchmal Schwierigkeiten, Sie oder Ihre Töchter zu erkennen?
11:34Nein. Nein. Und deshalb kann er auch Jana nicht niedergeschlagen haben. Kann ich jetzt zu meinem Mann?
11:40Ja, sicher. Bitte.
11:45Also laut dem Bericht der KTU sind auf der Tat Waffe Fingerabdrücke von Joachim Wegmann aber eben auch andere.
11:50Tja, ist ja nichts Ungewöhnliches bei einer Gartenhacke.
11:53Jana saß, sie trug mir Fitnessuhr. Ich habe die Vital da an ausgelesen.
11:57Anhand der Pulswerte können wir davon ausgehen, dass sie um 12.43 Uhr niedergeschlagen wurde.
12:01Ja, das deckt sich mit der Aussage von Brigitte Wegmann, also was den Zeitrahmen angeht.
12:06Was ist mit dem Blut auf dem Hemd des Vaters?
12:08Das stammt eindeutig vom Opfer.
12:11Tja, vielleicht ist das Ganze wirklich ein klarer, aber tragischer Fall.
12:20Mach dir keine Sorgen, es wird alles gut. Ich pass auf dich auf.
12:24Danke. Danke.
12:33Herr Wegmann, wissen Sie, warum Sie hier sind?
12:36Ich hoffe, Sie wissen, warum wir hier sind.
12:39Sie haben in den letzten Wochen mehrmals die Polizei gerufen, richtig?
12:43Ja.
12:44Da hat er sich getäuscht.
12:45Frau Wegmann, bitte.
12:47Lass mich doch ausreden. Meine Frau hält mich ja für verrückt, aber die haben es auf unser Haus abgesehen.
12:54Die Einbrecher.
12:55Wer denn sonst? Und wenn Sie als Polizei mein Eigentum nicht schützen wollen, dann werde ich es eben selber verteidigen.
13:02Mussten Sie das heute Morgen auch machen? Ihr Eigentum verteidigen?
13:09Nein.
13:10Herr Wegmann, Ihre Tochter Jana wurde heute in Ihrem Garten niedergeschlagen.
13:15Jana?
13:27Ich erinnere mich.
13:30Jana lag da im Gras.
13:32Und da war Blut.
13:36Und da war Blut.
13:43Sie glauben, ich war das?
13:51Ist das möglich?
13:53Ich...
13:54Ich hab ja...
13:55Oh nein.
13:58Sind Sie hier zufrieden?
14:02Wir machen eine kurze Pause.
14:04Ja.
14:09Nein, Moment. Achin, nein, nein. Ich war das nicht. Ich kann das gar nicht gewesen sein.
14:17Nein?
14:18Nein.
14:19Ich war doch im Anker.
14:22Im...
14:23Im Anker?
14:26Das war seine Stammkneipe.
14:32Gut, die Kollegin wird sich in der Zwischenzeit um Sie kümmern.
14:36Valentina, kommst du bitte.
14:40Guten Tag.
14:41Guten Tag.
14:43War er wirklich in dieser Kneipe oder bildete sich das nur ein?
14:47Wenn es stimmt, was er sagt.
14:48Also, deine Frau wird denn nicht überzeugt?
14:51Die Indizien sprechen gegen ihn.
14:53Das Blut, die Tatwaffe und die vermeintlichen Einbriche.
14:57Ja, seine Aussage ist nicht sehr zuverlässig, schon klar.
14:59Aber ich finde, wir sollten wie bei jedem anderen Verdächtigen auch vorgehen.
15:02Und sein Alibi überprüfen?
15:03Ja.
15:05Also, wirklich, so leid er mir tut.
15:07Ich glaube, er hat das schon vergessen, was er uns vor zwei Minuten erzählt hat.
15:10Ja, das kann ja sein.
15:11Aber Lina hat auch recht.
15:13Wir sollten das checken.
15:14Komm, ich weiß, wo die Kneipe ist.
15:16Okay.
15:29Hier war ich ja schon ewig nicht mehr.
15:31Ja, bin ich mal gespannt.
15:38Oh, sieht so aus, als richte sich das Angebot der Kneipe an eine ziemlich junge Zielgruppe, hm?
15:44Ja, vielleicht war er ja trotzdem hier.
15:46Und hat mit der Bärenband auf seinen Geburtstag angestoßen?
15:50Blödsinn.
15:50Komm, wir haben wieder ab.
15:53Finn, was soll das denn jetzt?
15:55Ja, es kann doch sein, dass Joachim Wegmann in seinem Zustand völlig vergessen hat, dass die Kneipe nicht mehr existiert.
16:00Theoretisch kann es auch sein, dass der alte Wirt, der jetzt als Kindergartenerzieher arbeitet, plötzlich die Tür aufmacht.
16:08Moin.
16:09Moin.
16:10Kripo Lübeck.
16:12Kiesewetter, mein Name, das ist mein Kollege Englin.
16:16Ist denn was passiert?
16:17Nein, nein.
16:18Wir gehen nur einer Aussage nach.
16:20Haben Sie diesen Mann vielleicht heute gesehen?
16:22Ja, allerdings.
16:23Der taucht hier immer mal wieder auf.
16:25Er tut mir ein bisschen leid.
16:26Er hält uns wohl für seine Kneipe.
16:27Aber wir sind schon seit zwei Jahren hier.
16:28Können Sie uns sagen, wann genau er hier war?
16:31Mittags.
16:32Die Kinder hatten gerade mit dem Essen angefangen, also muss es ziemlich genau halb eins gewesen sein.
16:36Okay, vielen Dank.
16:37Das war's auch schon.
16:38Danke für Ihre Hilfe.
16:41Also wenn er wirklich um halb eins hier war, dann kann er es nicht gewesen sein.
16:47Nina, Joachim Wegmann hat ein Alibi.
16:49Wir müssen völlig neu denken.
16:50Wir brauchen also mehr Hintergrundinformation zum Opfer.
16:54Alles klar.
16:55Ja.
17:02Ich hab's Ihnen ja gesagt, mein Mann war's nicht.
17:05Sie hatten doch selber Zweifel.
17:07Oder warum haben Sie uns verschwiegen, dass Ihr Mann Ihre Tochter gefunden hat?
17:12Ihre Tochter Jana.
17:13Wissen Sie, ob sie mit irgendjemandem Streit hat?
17:16Nein.
17:18Achim, komm, wir fahren jetzt.
17:20Ja.
17:23Danke.
17:27Sie wird irgendwie erleichtert, hm?
17:30Ja, das wärst du doch auch.
17:31Tja, ich wär aber auch beunruhigt.
17:34Ja, wenn der Mann es nicht gewesen ist, irgendjemand muss es ja gewesen sein.
17:44Also, ich glaube nicht, dass wir es mit einem Einbrecher zu tun haben.
17:48Ja, was sollte derjenige auch klauen im Garten?
17:50Kuchengabel? Im Haus führte auch nichts.
17:53Gibt's was Neues aus dem Krankenhaus?
17:55Jana Wegmann liegt immer noch im künstlichen Koma.
17:56Sobald sie vernehmungsfähig ist, werden wir benachrichtigt.
17:59Wir haben was.
18:11Wir haben das Handy des Opfers ausgewertet und sind auf eine ziemlich interessante Sprachnachricht gestoßen.
18:17Jana, du falsches Miststück. Erst lässt du uns mit allem alleine und jetzt das?
18:22Sag mal, hast du gedacht, das kommt nicht raus? Das wirst du noch bereuen.
18:26Das ist Anne, die älteste Schwester, die die Gärtnerei übernommen hat.
18:30Von wann ist denn die Sprachnachricht?
18:32Von heute Morgen.
18:33Haben wir die Adresse der Gärtnerei?
18:34Ja.
18:35Schick sie mir aufs Handy.
18:36Mach ich.
18:44Was hat die Polizei gesagt? Ist alles in Ordnung?
18:47Ja, Papa hat damit nichts zu tun.
18:50Ja, und wer dann?
18:52Ich weiß es nicht.
18:53Hat die Polizei schon eine Ahnung?
18:56Nein.
18:58Hast du Anne erreicht?
19:00Die geht nicht ran.
19:03Wo ist denn der Kuchen?
19:14Ja.
19:16Hier muss man wohl erstmal für Ordnung sorgen.
19:20Was soll ich denn noch alles alleine machen?
19:22Kinder kann die schlechte Laune verbreiten, ja?
19:25Gibt's gar keinen Kuchen?
19:27Gleich.
19:28Mama, was machst du denn da?
19:31Papa, sein Geburtstagstisch.
19:34Weißt du, dass das eine gute Idee ist?
19:35Du weißt doch, wie wichtig Papa sein Geburtstag ist.
19:39Ich will, dass alles so ist wie immer.
19:43Mama, es wird nicht mehr wie immer.
19:46Papa ist krank.
19:47Und Jana ist im Krankenhaus.
19:49Das musst du mir nicht sagen.
19:52Ich weiß, tut mir leid.
19:55Ich bin nur nicht sicher, ob er überhaupt noch weiß, was wir hier feiern.
20:00Das kann keiner wissen.
20:03Aber vielleicht bringt ihn das hier.
20:06Und für diesen einen Moment zurück.
20:31Du hast recht, es hat keinen Sinn.
20:33Du hast recht, es hat keinen Sinn.
20:37Ruf Anna an.
20:39Sag ihr, dass wir zu ihrer Schwester ins Krankenhaus fahren.
21:27Was denkst du, Hörl? Warum ist Anne so sauer auf ihre Schwester?
21:32Vielleicht ist sie überfordert mit dem Familiendrama und dem kranken Vater.
21:37Jana hat sich nach Hamburg verzogen, weg von der Familie.
21:40Das ist natürlich emotionaler Stress, aber ist Jana deswegen gleich ein falsches Miststück?
21:47Nina?
21:48Wir haben ein paar interessante Hintergründe zu Anne Wegmann.
21:51Als Anne die Gärtnerei übernahm, hatte die schon eine ordentliche finanzielle Schlagseite.
21:55Sie musste sofort Land verkaufen und scheint auch jetzt wieder in Geldnöten zu sein.
21:58Wie kommt ihr darauf?
21:59Heute Morgen musste eine Streife zu einem Einsatz in einer Bank.
22:03Eine Frau hat randaliert, weil ihr einen Kredit verweigert wurde.
22:06Anne Wegmann?
22:07Exakt.
22:08Die Kollegen vor Ort haben einen Platzverweis ausgesprochen und sie sei dann sauer davon gefahren.
22:13Also, Anne randaliert in einer Bank, weil sie keinen Kredit bekommt.
22:18Anschließend droht sie ihrer Schwester. Warum? Wo ist da der Zusammenhang?
22:21Ja, das klingt doch plausibel.
22:23Einen Kredit gibt es nur gegen Sicherheit.
22:24Vielleicht ging es um das Familienerbe.
22:25Ja, das Haus der Eltern ist oft Streitpunkt bei einer Erbschaft.
22:30Danke, Nina.
22:32Das Betongold.
22:35Vielleicht ist der Streit der Schwestern um das Haus eskaliert.
22:44Nichts.
23:01Rampen!
23:19Hey, was soll'n das?
23:21Sind Sie Anne Wegmann?
23:23Heute ist geschlossen.
23:26Fippo Lübeck, Kiesewetter, mein Name, das ist mein Kollege Englin.
23:33Und?
23:35Sie waren heute Morgen in der Bank.
23:41Ich hab nur einen Ständer mit Prospekten umgestattet.
23:45Ich hab keinen Safe ausgeräumt. Was wollen Sie denn noch?
23:50Was haben Sie anschließend gemacht?
23:53Ich bin nicht rumgefahren.
23:55Rumgefahren? Vielleicht zum Haus Ihrer Eltern?
23:59Und Ihre Schwester Jana getroffen?
24:01Worauf wollen Sie denn überhaupt hinaus?
24:04Jana ist im Garten Ihrer Eltern niedergeschlagen worden.
24:07Und schwer verletzt.
24:09Jana?
24:13Aber warum denn?
24:16Wie geht's Ihr?
24:17Sie liegt im Koma.
24:18Sie haben mir heute eine Sprachnachricht geschickt.
24:23Ach, und jetzt...
24:25Jetzt denken Sie, dass ich...
24:28Ich hab Sie in dem Moment echt gehasst, aber...
24:31Es war doch nicht ernst gemeint.
24:33Warum waren Sie denn so wütend auf Ihre Schwester?
24:37Haben wir einen Kram.
24:39Darüber können Sie uns in der Vernehmung aufklären.
24:41Ich möchte Sie bitten, mit uns als Kommissarjahr zu kommen.
24:46Hey, alles in Ordnung? Sollen wir einen Arzt rufen?
24:49Geht schon, aber...
24:52Ich...
24:53Entschuldigung.
25:04Danke, wiederhören.
25:06Das war das Grundbuchamt.
25:08Und?
25:09Das Haus gehört gar nicht mehr Brigitte und Joachim Wegmann.
25:11Die haben das vor zwei Wochen verkauft.
25:14Hey, das machst du nicht so spannend. An wen denn?
25:19Ah, dann lagen wir mit unserem Verdacht richtig. Danke.
25:23Die Eltern haben das Haus tatsächlich vor kurzem verkauft.
25:26Und zwar an ihre jüngste Tochter Jana.
25:28Was?
25:30Also, wenn das hinter Ennis Rücken passiert ist,
25:32dann könnte ich mir vorstellen, warum die Haus geflippt ist.
25:34Geld.
25:35Ja, das ist ja der Grund schlechthin, warum sich Familien zerstreuten.
25:38Manchmal bis aufs Blut.
25:49Was?
25:50Weißt du was?
25:50Das dauert mir jetzt zu lang. Ich geh mal nachschauen.
26:04Finn!
26:04Ich will abhauen!
26:21Annah, er hätte sich schon davor geprast!
26:23Dein Motor irgendwie leicht!
26:25Kommt nochmal!
26:28Enne Wegmann ist mit ihrem Pick-up auf der Flucht.
26:31Großverhandlung sofort!
26:38Die Kollegen kontrollieren alle Ausfallstraßen.
26:41Bisher gibt es keine Spur von Enne Wegmann.
26:43Okay, danke Nina.
26:44Wohin kann sie schliessen?
26:46fliehen. Und wenn sie gar nicht auf der Flucht ist, vielleicht will sie auch nur zur einzigen
26:54Tatzeugin. Du meinst, sie will verhindern, dass ihre Schwester aus dem Koma aufwacht?
26:59Ja.
27:08Kripo Lübeck, verbinden Sie mich bitte mit der Intensivstation. Sofort!
27:16Was ist los? Die Polizei hat ja angerufen. Ich will zu Jana.
27:37Ist hier alles in Ordnung?
27:39Sieht das aus, als ob hier alles in Ordnung wäre. Sag mal, hast du getrunken?
27:45Ja. Aber noch nicht genug.
27:49Wie redest du denn mit deiner Mutter?
27:54Nur wegen dir habe ich damals die Gärtnerei übernommen. Du musst Papas Geschäft retten,
27:59hast du gesagt. Ich habe alles für dieses wargode Geschäft geopfert. Und was machst du?
28:03Es reicht, Anne. Du gehst jetzt sofort hoch auf dein Zimmer.
28:10Du hast dir recht.
28:13Warum sagst du denn nicht mal was? Du könntest doch auch meine Mund aufmachen.
28:17Du hast keine Ahnung, was Papa und ich für euch getan haben. Wir haben uns selber nie etwas
28:22gegönnt. Wir wollten immer, dass es dir und deinen Schwestern gut geht. Aber du kennst ja nur
28:25ein Wort. Ich, ich, ich. Das sagt ausgerechnet die, die hier alle verarscht.
28:31Hey, hey, hey. Kommen Sie. Kommen Sie, wir gehen jetzt. Kommen Sie.
28:35Geh schon mal vor.
28:42Haben Sie eine Minute?
28:51Papa, wir bleiben bei Jana, Papa, oder?
28:56Ja.
29:12Danke.
29:19Anne ist ganz schön wütend.
29:22Ja, die ist immer geradeaus, wenn sie sich ungerecht behandelt fühlt.
29:28Nicht ganz grundlos, oder?
29:34Wir mussten das Haus verkaufen.
29:37Mein Mann wegen seiner Selbstständigkeit hat nur eine kleine Rente und ich brauche das
29:41Geld, um das Haus umzubauen für eine Pflegekraft rund um die Uhr.
29:46Aber warum haben Sie nur an Jana verkauft?
29:50Anna ist pleite.
29:52Maike hat einen Aushilfsjob im Baucenter.
29:56Jana ist die Einzige, die sich das Haus leisten kann.
29:59Und Sie haben mit Ihren anderen Töchtern nicht darüber geredet?
30:02Nein.
30:05Warum nicht?
30:12Meinem Mann ist sein Verfall peinlich, auch vor den Kindern.
30:17Ich habe ihm versprochen, immer für ihn da zu sein.
30:20Nur ich, verstehen Sie, aber zum ersten Mal in meinem Leben kann ich nicht mehr.
30:32Ja, das kann ich gut verstehen.
30:45Also bitte erst mal zum Erkennungsdienst und dann soll der Amtsarzt bitte eine Blutprobe machen, ja?
30:56Ah, diese Familientröge, die hätte man vielleicht verhindern können.
30:59Ach ja? Und wie?
31:01Ja, indem die Eltern offen mit ihren Kindern über die Krankheit reden und die Konsequenzen.
31:06Hört sich in der Theorie ganz gut an, aber ich kann die Eltern trotzdem verstehen.
31:11Ich meine, wer macht sich schon gerne Gedanken darüber, was passiert, wenn man wirklich nicht mehr kann?
31:15Also verdrängt man es lieber, bis es zu spät ist?
31:18Das Höchste der Gefühle meiner Eltern war, eine Patientenverfügung zu unterschreiben.
31:22Das ist doch gut.
31:23Aber immer, wenn ich mit Ihnen darüber reden will, was passiert, wenn Sie wirklich pflegebedürftig werden, dann blocken Sie ab.
31:28Dann bleib hartnäckig.
31:30Nicht so einfach.
31:32Mir macht die Vorstellung von Pflege, Krankheit oder Tod meiner Eltern auch Angst.
31:36Sowas bespricht man nicht beim Kaffeegrenzchen.
31:38Ja, das verstehe ich ja, aber...
31:40Ich mache das schon. Ich kümmere mich drum.
31:52Das war das Letzte.
31:58Warte.
32:17Danke, Maike.
32:19Ich muss nochmal zurück in die Gärtnerei.
32:23Ohne mich bricht da wieder das Chaos aus.
32:27Du musst nicht in die Gärtnerei.
32:30Anne führt sie seit drei Jahren.
32:33Was redest du denn da?
32:35Du bist krank.
32:38Ach ihm, Alzheimer. Deshalb vergisst du auch alles.
32:42Es zerreißt mich, aber ich schaffe das nicht mehr alleine.
32:47Wir müssen darüber reden.
32:49Mit den Mädels.
32:54Und was machen wir jetzt?
33:01Du musst gar nichts machen.
33:23Danke.
33:24Kaffee?
33:26Danke.
33:28Sind Sie schon in der Lage, uns ein paar Fragen zu beantworten?
33:31Klar. Geht schon.
33:34Was wollten Sie im Krankenhaus?
33:36Das haben Sie doch gesehen.
33:38Und meiner Schwester Kraft spenden.
33:39Genau wie der Rest der Familie.
33:41Frau Wegmann, Jana liegt im künstlichen Koma auf der Intensivstation.
33:45Ich weiß.
33:46Es tut mir so leid.
33:48Was tut Ihnen leid?
33:50Ihre Attack auf Jana?
33:51Das war ich nicht.
33:54Sie stehen unter enormen finanziellen Druck.
33:56Druck.
33:58Enormen Druck.
33:59Die Gärtnerei ist pleite.
34:02Sie bekommen keinen Kredit mehr.
34:05Und der wird Ihnen nur deswegen verweigert,
34:08weil Sie dank Ihrer Schwester nichts mehr erben werden.
34:10Ich hab mir für diesen scheiß Drecksladen den Arsch aufgerissen!
34:13Wir verstehen Ihre Wut.
34:15Glauben Sie mir.
34:19Was meine Mutter gesagt hat vorhin, das stimmt nicht.
34:23Ich war nie egoistisch.
34:26Ich mein, wer kümmert sich denn um alles?
34:29Ich kümmere mich um die Gärtnerei.
34:31Maike kümmert sich um Papa.
34:33Und Jana, die kümmert sich um nix.
34:36Und zum Dank darfst du das Elternhaus kaufen.
34:38150.000 unter dem Verkaufswert.
34:41Das wissen wir inzwischen von der Bank.
34:43Ja, zeig doch.
34:45Die macht sich irgendwann schön die Taschen voll.
34:47Und genau darüber sind Sie in Streit geraten.
34:50Ein Wort gibt das andere und Sie flippen aus.
34:53Ich habe nur eine Nachricht geschickt.
34:56Ja, gut, die war heftig, aber...
34:59Haben Sie Geschwister?
35:02Was meinen Sie, was wir uns schon alles an den Kopf geschmissen haben gegenseitig?
35:06Und trotzdem lieben wir uns.
35:10Obwohl Sie sie so heftig hintergangen hat?
35:15Ich habe Jana nicht angerührt.
35:18Wo waren Sie heute zwischen 12 und 13 Uhr?
35:22Als die mich aus der Bank geschmissen haben, wie so eine Schwerverbrecherin, da bin ich zum nächsten Supermarkt gefahren.
35:30Ich habe mir eine Flasche Wein gekauft und mich noch gleich auf dem Parkplatz volllaufen lassen.
35:34Könnte es irgendjemand bezeugen?
35:40Nee, das nehme ich hier nicht ab.
35:42Wie lange hat sie sich denn dazulaufen lassen?
35:44Komm schon, die hatte ordentlich einsitzen.
35:46Sie hat sich Mut angetrunken.
35:48Du weißt doch, wie oft Alkohol im Spiel ist, wenn es um Gewalttaten geht.
35:51Was ist denn mit Fingerabdrücken auf der Tatwaffe?
35:53Also die von Enne sind definitiv nicht drauf.
35:56Vielleicht hat sie Arbeitshandschuhe getragen.
35:57In ihrem Pickup wurden ein paar sichergestellt.
35:59Das ist ja alles möglich.
36:01Wir überprüfen auf jeden Fall ihr Alibi.
36:03Angeblich hat sie sich auf einem Parkplatz von einem Supermarkt in der Nähe der Bank volllaufen lassen.
36:08Okay, dann check ich mal, ob es da Überwachungskameras gibt.
36:18Verdammt.
36:19Hab ich vergessen.
36:29Meike?
36:31Ja?
36:32Hast du heute Mittag Papa die Tabletten?
36:38Papa schläft.
36:40Was hab ich?
36:43Nichts alles okay.
36:45Sag mal, kannst du noch bleiben?
36:47Ja.
36:48Ich hab eh heute Nachmittag frei wegen Papas Geburtstag.
36:51Ich hab dich lieb, mein Schatz.
36:54Okay.
36:57Wo willst du denn jetzt hin?
37:00Kümmer dich um Papa.
37:02Ich hab nur was zu erledigen.
37:17Und wann ist die Aufnahme?
37:1912.39 Uhr.
37:21Damit ist Enne Wegmann raus.
37:22Sie kann niemals drei Minuten später versucht haben, ihre Schwester umzubringen.
37:25Aber irgendjemand muss es ja gewesen sein.
37:28Wir sollten mal checken, ob die Mutter wirklich zur Tatzeit in der Konditorei war.
37:31Bei dir ja jetzt nicht wirklich ein Motiv für die Tat hat, oder?
37:34Nein, ein Motiv nicht.
37:35Aber sie hat den Grund für die Tat geliefert.
37:37Mit der Entscheidung, das Haus nur an die jüngste Tochter zu verkaufen.
37:43Und das erfährt Enne Wegmann in der Bank, wo sie versucht, einen Kredit zu bekommen, um das Familienunternehmen zu retten.
37:48Genau, da platzt die erste Bombe.
37:51Ja, aber sie richtet die Wut ja gegen sich selbst.
37:53Sie betrinkt sich.
37:54Das macht die alles mit sich allein aus?
37:56Ich meine, ich würde es doch loswerden wollen, mit irgendjemandem reden.
37:59Vielleicht hat sie das ja getan und hat die Person informiert, die unter dem Verkauf des Elternhauses genauso leidet wie
38:05Sie.
38:06Ihre Schwester, Maike Wegmann.
38:08Mit wem haben Sie gesprochen, als Sie aus der Bank rausgeflogen sind?
38:12Warum?
38:13Ganz konkret.
38:14Haben Sie Maike gesagt, dass ihr Erbe futsch ist?
38:17Ja, das betrifft Sie doch ganz genauso.
38:23Sie glauben doch nicht, dass Maike Jana...
38:26Kollegin, komm gleich.
38:27Wir brauchen noch die Unterschrift unter Ihrer Aussage und dann können Sie gehen.
38:30Aber Hände weg vom Steuer.
38:31Glauben Sie mir, Maike wäre dazu nie in der Lage.
38:34Wirklich nicht.
38:37Okay, danke.
38:41Hey, was ist los?
38:42Wir müssen zu Maike Wegmann.
38:43Wir sollten vorher noch mit jemand anderem reden.
38:45Was?
38:46Ihre Mutter ist hier.
38:47Sie will eine Aussage machen.
38:49Und wenn die nochmal herkommt, dann muss das wichtig sein.
38:52Na, da bin ich jetzt mal gespannt.
38:54Was haben Sie uns denn zu sagen?
38:57Ich...
38:59Haben Sie doch jemanden am Tatort beobachtet?
39:02Da war niemand.
39:04Ich war's.
39:06Ich habe meine Tochter niedergeschlagen.
39:08Niedergeschlagen.
39:10Aha.
39:14Und warum haben Sie das getan?
39:18Ich kam mit der Torte zurück.
39:21Und da war Jana schon da.
39:25Ein seltener Gast.
39:27Das habe ich ihr auch genauso gesagt.
39:30Sie waren also sauer, weil Jana Sie zu selten besucht?
39:34Ja.
39:36Ein Wort gab das andere.
39:39Ich weiß nicht, was in mich gefahren ist.
39:41Aber als Jana mir vorwarf, ich sei der Grund für alle Konflikte in der Familie...
39:48Sind Sie ausgerastet?
39:50Genau.
39:51Es kam also zum Gerangel.
39:54Sie haben Sie geschubst und das Geschirr ging zu Bruch.
39:58Ja, ich griff blind eine Vase und schlug zu.
40:01Mein Mann kam dazu und hielt Ihren blutenden Kopf in den Händen.
40:07Sie haben Ihre Tochter nicht angegriffen, Frau Wegmann.
40:11Jana wurde mit einer Gartenhacke verletzt.
40:15Und zum Tatzeitpunkt, da waren Sie beim Konditor.
40:19Dafür gibt es sicherlich Zeugen.
40:21Sie haben sich vor Ihren Mann gestellt, jetzt wollen Sie Ihre Tochter schützen.
40:27Und Maike war im Haus?
40:29Warum sind Sie sich da so sicher?
40:31Sie hat mittags meinem Mann seine Tabletten gegeben.
40:34Danke.
40:41Ja, Maike Wegmann überprüft.
40:43Die hat ihre Arbeit im Baumarkt heute um kurz nach zwölf verlassen.
40:46Und wo ist sie jetzt?
40:47Laut Handyordnung wahrscheinlich im Haus ihrer Eltern.
41:01Warum richtet sich Maikes Zorn nur gegen ihre Schwester?
41:05Nicht gegen die Mutter, nicht gegen den Vater.
41:07Die haben schließlich das Haus verkauft.
41:09Eifersucht?
41:12Konkurrieren Geschwister nicht immer um die Liebe der Eltern?
41:15Wahrscheinlich.
41:17Das sind Sie schon fertig, Papa.
41:20Ich will, dass Brigitte das macht.
41:22Mama ist unterwegs.
41:23Ich will, dass meine Brigitte das macht.
41:25Ja, ja.
41:27Mama kennt alles besser als ich.
41:29Oder?
41:31Alle können alles besser als ich.
41:35Anna zum Beispiel.
41:37Anna ist eine gute Gärtnerin.
41:38Ja, du hast dir auch alles beigebracht.
41:41Mhm.
41:43Und Diana?
41:45Was ist mit der?
41:47Diana hat studiert.
41:50Genau, das hat sie.
41:52Und jetzt hat sie einen tollen Job.
41:55Sie ist ja so perfekt.
41:58Deine Diana.
42:02Und ich?
42:08Was ist das denn?
42:12Wollen Sie mich vergiften?
42:15Raus hier!
42:16Raus!
42:17Raus aus meinem Haus!
42:21Raus aus meinem Haus!
42:38Herr Wegmann, ist alles in Ordnung?
42:42Was dürfen wir?
42:52Was ist hier passiert?
42:54Oh, das...
42:55Frau Wegmann?
42:58Meike?
43:00Meike!
43:06Sind Sie verletzt?
43:10Ich musste nur meinem Vater aus dem Weg gehen.
43:13Frau Wegmann, wir wissen, dass Sie Ihre Arbeit heute früher verlassen haben.
43:18Wir haben die Aussage Ihres Chefs.
43:20Und Ihre Mutter kann bezeugen, dass Sie
43:22heute Mittag Ihrem Vater die Tabletten gegeben haben.
43:28Gerade als ich ankam, rief Anna an.
43:31Sie war betrunken.
43:32Moment, nicht so schnell.
43:35Ich hör dir doch zu.
43:36Ich hab dich nur nicht verstanden.
43:38Also, was ist los?
43:39Ich konnte es kaum glauben.
43:41Meine Eltern sollten was?
43:43Unser Elternhaus ist weg.
43:44Ja, das war ein Ganner verkaufen.
43:45Ohne mit Anne oder mir darüber zu reden.
43:48Du hast ja in der Aufregung bestimmt was falsch verstanden.
43:50Unmöglich.
43:51Anne!
43:53Anne, jetzt beruhig dich doch mal!
43:55Anne war auf 180.
43:57Ich war eigentlich noch ruhig.
44:00Hab gehofft, dass sich das alles irgendwie aufklärt.
44:04Und bin ins Haus.
44:08Papa!
44:09Du musst doch deine Pillen nehmen!
44:20Sag mal, ist der nicht ein bisschen schick für deinen Mittagsschlaf?
44:23Ich bin im Ankerva abredet.
44:25Alles klar.
44:26Aber erst mal nimmst du deine Tabletten.
44:28Hm?
44:29Mund auf.
44:31Ja, ja, ja.
44:40Super.
44:41Sag mal, hat Mama was erzählt?
44:44Gibt's irgendwas Neues wegen dem Haus?
44:46Hallo!
44:48Jemand zu Hause?
44:50Jana!
44:51Wie immer wunderschön!
44:53Welches Haus?
44:54Ich bin dann sofort raus zu ihr.
44:58Und was ist dann passiert?
45:11Maike!
45:13Wo ist denn das Geburtstagskind?
45:15Papa muss jetzt deinen Mittagsschlaf machen.
45:18Wenn du öfter hier wärst, wirst du das.
45:20Oh!
45:21Wollen wir uns direkt streiten?
45:23Sag mal, stimmt das?
45:26Stimmt was?
45:27Gehört ihr jetzt zu unser Haus?
45:29Anne hat's dir erzählt.
45:31Sie hat mir eine ziemlich wüste Nachricht hinterlassen.
45:35Was ist das wirklich wahr?
45:36Ja, aber es ist halb so wild.
45:38Ich werde das eine Mal in Ruhe erklären.
45:40Und das ist mit mir?
45:42Ja.
45:43Dir natürlich auch.
45:45Du hast Mama bequatscht.
45:47Hast sie über den Tisch gezogen?
45:49Jetzt komm mal runter.
45:50Mama ist auf mich zugekommen, weil sie Geld braucht.
45:53Wofür denn?
45:53Sie schafft das nicht mehr allein mit Papa.
45:55Aber ich bin doch da.
45:56Papa braucht eine richtige Pflegekraft.
45:59Und zwar 24-7.
46:00Und das Geld dafür kommt von mir.
46:02Oder hättest du es dir leisten können?
46:04Ich kümmere mich um Papa.
46:05Und zwar schon immer.
46:07Und was habe ich davon?
46:09Keine Ahnung.
46:10Mutter-Theresa-Syndrom.
46:12Ihre Selbstgefälligkeit.
46:18Das war zu viel.
46:20Ich habe einfach rot gesehen.
46:27Jetzt werden mich alle hassen.
46:31Niemand hasst dich.
46:33Ihre Mutter hat sogar versucht, sie mit einem falschen Geständnis zu schützen.
46:40Das hat sie getan?
46:43Es gibt gute Nachrichten aus dem Krankenhaus.
46:46Ihre Schwester ist aus dem Koma erwacht.
46:50Danke.
47:01Und vor allem bin ich mal gespannt, ob die Familie Wegmann das nochmal hinbekommt.
47:06Warum nicht?
47:07Wenn sie in Zukunft ehrlich miteinander umgehen?
47:12Du meinst, wenn sie keinen Bogen mehr um unangenehme Themen machen, wie Erbe oder eventuelle Pflegebedürftigkeit der Eltern?
47:19Ich habe es verstanden.
47:21Und bevor du jetzt noch weiter nervst, am Wochenende, da treffe ich mich mit meinen Eltern.
47:26Ach, und sie haben sogar versprochen, nicht wegzulaufen.
47:29Ich hoffe, du machst das auch nicht.
47:30Niemals, Mutter kocht.
48:06Ich hoffe, du möchtest.