- vor 21 Stunden
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SpaßTranskript
00:00Musik
00:57So, Handy ausgeschaltet.
00:59Das war meine erste Aktion nach Verlassen des Büros.
01:02Gut, Sie lernen dazu.
01:04Frau Stockel wird uns auch nicht stören, wie letztes Mal.
01:07Ich habe nämlich gesagt, dass ich nach Feierabend im Times Square bin.
01:10Aber Joe könnte ja sagen, wo Sie sind.
01:12Dem habe ich gesagt, ich wäre zu Hause.
01:14Na, dann wünsche ich mir ja fast, dass ein Fall für Sie reinkommt,
01:17nur um die Stockel rotieren zu sehen.
01:19Wer wird denn so gehässig sein?
01:21Was ist denn jetzt eigentlich, wenn wirklich ein Fall reinkommt
01:24und Herr Prantl ist nicht erreichbar?
01:25Einer muss immer erreichbar sein.
01:27Heute ist es Herr Prantl.
01:28Und warum dann der ganze Aufwand?
01:31Sicher ist sicher, Frau Ortmann.
01:33Das müssten Sie doch am besten verstehen.
01:36Was haben Sie bloß für ein Bild von mir?
01:38Eigentlich ein gutes.
01:40Aber?
01:43Aber.
01:44Wollen wir segeln oder wollen wir streiten?
01:46Wir streiten doch gar nicht.
01:48Wir unterhalten uns, wie immer.
01:49Eben.
01:51Ja, so gut.
01:51Friede.
01:53So, für die anderen sind wir jetzt abgetaucht.
01:55Jetzt dürfen wir nur nicht damit abtauchen.
01:57Ich bringe Sie schon sicher in den Heimathaufen zurück, Frau Ortmann.
02:00Das will ich auch schwer hoffen.
02:01Es gehört nämlich eine Menge Vertrauen meinerseits dazu,
02:04mich mit jemandem aufs Wasser zu wagen,
02:05der bei den letzten Regatten immer nur auf den hinteren Plätzen gelandet ist.
02:08Herr Hansen?
02:11Hallo, Frau Lauer.
02:12Na, wieder Ärger mit dem Ruder?
02:14Herr Hansen, Sie müssen sofort kommen.
02:15Ich glaube, es ist etwas Schreckliches passiert.
02:19Nix mit Abtauchen.
02:21Und was machst du danach, Irmi?
02:24Vicky?
02:25Wo hin?
02:27Stadelfest.
02:28Aha.
02:29Eiklon.
02:31So.
02:32Von wem?
02:34Beppo.
02:35Aha.
02:37Wer ist das?
02:40Alter Schulfreund.
02:41Aha.
02:43Geschäftlich.
02:44Wieso geschäftlich?
02:46Der soll den Mähdresch reparieren.
02:48Den Linkl.
02:49Der ist doch neu.
02:51Den kannst du auf Garantie machen lassen.
02:53Der Beppo macht ihn auf Garantie.
02:55Herr Hansen, das ist er frei.
02:56Na dann.
02:58Eifersüchtig.
02:59I.
02:59Ja, passt schon.
03:00Aus dem Alter bin ich doch längst raus.
03:03Wie logisch, dass du bei dem da aufsitzt bist.
03:05Der redet die ganze Zeit schon mit seiner Holden.
03:06Hat sich extra einen Ersatzakku gekauft.
03:08Ja, ich weiß schon.
03:09Sie, wenn's später nix fahren, kommen wir uns doch vorbei.
03:12Ich mach ein Abschiedsessen für den Herrn Brandl.
03:13Der geht doch übermorgen wieder zurück nach Straubing.
03:15Aber wenn, verzeih das.
03:17Moment, der Hansen möchte ich sprechen.
03:20Ja, du, ich muss jetzt Schluss machen.
03:22Ja, du, viel Spaß heute Abend am Stadelfest, gell.
03:25Und treib's nicht zu bunt.
03:26Ja, du musst morgen früher wieder raus, gell.
03:28Viertig.
03:31So, da bin ich.
03:32Herr Brandl, tut mir leid, dass ich Ihren wohlverdienten Feierabend störe.
03:35Aber wie Frau Stockel zu sagen pflegt, es gebert ein Laich.
03:39Ein Laich?
03:40So spät?
03:41Ja, kann man sich hier nicht aussuchen, ne?
03:43Und da hab ich mir gedacht, fische ich sie selber raus.
03:45Fischen?
03:46Ja, eigentlich wollte ich ja segeln.
03:48Na ja.
03:49Kommen Sie?
03:49Kiemsee, Sie sind nicht weit von meinem Bootshaus entfernt.
03:52Ja, ich bin sofort da.
03:55Sofort im hoferschen Sinne?
03:56Im brandwelschen Sinne.
03:59Und die Kleider von den Toten bitte ins Labor bringen.
04:02Okay.
04:02Danke.
04:03Ja.
04:05Tatsächlich brandwelsches Tempo.
04:06So schaut's aus.
04:08Was haben wir denn?
04:09Einen Toten.
04:11Markus Richter, 39 Jahre alt, aufgewachsen in Rosenheim.
04:14Aber wissen Sie, wo der gelieft hat?
04:16Auf Mauritius.
04:17Ja, das muss wunderschön sein.
04:19Dann möcht ich das so gerne mal Urlaub machen.
04:21Der Herr Richter hat während seinem Aufenthalt in Rosenheim bei der Frau Lauer gewohnt.
04:24Sie hat ihn auch gefunden und wollte ihn zum Abendessen abholen.
04:27Sie ist Internistin von Beruf, kannte Herrn Richter von früher.
04:30Sie ist Jugendfreundin von ihm, kann man so sagen.
04:33Und damit ist er taucht.
04:35Und ist dabei ertrunken.
04:37Der Kompressor lief zwar und hat für die Sauerstoffzufuhr gesorgt,
04:40aber Herr Richter lag auf dem Seegrund und der Helm war voll mit Wasser.
04:44Wie zum Beispiel gehen die Leute auf Mauritius spazieren?
04:47Aber unter Wasser.
04:48Ja, freu mich.
04:50Was sagt die Frau Dr. Eckstein?
04:52Die ist mit ihren Untersuchungen noch nicht fertig.
04:54Aber Herzinfarkt kann man ausschließen.
04:56Und Frau Lauer hat Herrn Richter vor ein paar Tagen auf Herz und Nieren untersucht.
05:00Sie ist Ärztin, wie gesagt.
05:03Der Mann ist pumperlgesund gewesen.
05:06Und noch etwas hat die Frau Lauer gesagt.
05:07Sie hat ein Auto gesehen.
05:09Sie glaubt einen Kombi.
05:10Dunkelgrau bis hochschwarz.
05:12Jemand dringesessen.
05:14Sie konnte nicht identifizieren.
05:15Fahndung läuft.
05:17Und was ist hochschwarz?
05:18Das ist das Gegenteil von tiefschwarz.
05:19Ah.
05:22Was macht der jetzt?
05:24Er denkt, das ist bestimmt das Gegenteil von tiefschwarz.
05:28Herr Hansen!
05:34Ich wollte Herrn Wegner informieren, aber er ist nicht mehr hier.
05:37Wer ist Herr Wegner?
05:38Der Partner von Markus.
05:40Von Herrn Richter.
05:42Kommt er auch aus Mauritius.
05:43Ja, er hat auch hier gewohnt.
05:46Wie lange haben die beiden schon bei ihm gewohnt?
05:48Seit vier Wochen.
05:49Vier Wochen.
05:50Dann werden wir jetzt tauchen.
05:52Spusi war schon weg.
05:55Bitte schön.
05:56Danke.
05:59Herr Richter und Herr Wegner waren Schatzsucher.
06:02Auf Mauritius?
06:03Ja.
06:05Vor 250 Jahren war die Insel ein Piratennest.
06:09Es gibt unzählige Geschichten von versunkenen Schiffen mit Kisten von der Gold.
06:14Und danach haben die beiden gesucht.
06:18Nebenher hatten sie eine Tauchschule.
06:20Und haben diese Tauchspaziergänge für die Touristen veranstaltet.
06:23Damit haben sie ihren Lebensunterhalt bestritten.
06:26Und warum hat Herr Richter diese Tauchspaziergänge auch in Chiemsee veranstaltet?
06:31Um die Investoren zu beeindrucken.
06:33Dann haben die beiden eigentlich finanzielles gesucht für ihre Schatzsuche auf Mauritius.
06:38Deswegen waren sie hier, ja.
06:41Die Investoren haben natürlich keinen Schimmer vom Schatztauchen.
06:45Aber sowas findet ja jeder spannend.
06:48Da macht sich so ein Tauchspaziergang im Chiemsee gut.
06:51Sie hätten hier sein sollen.
06:54Da war einiges los.
06:57Frau Dr. Eckstein, hat man Sie auch aus Ihrem wohlverdienten Feierabend aufgescheucht?
07:01Nein, ich arbeite länger als Sie.
07:03Servus.
07:04Servus.
07:05Und er ist definitiv ertrunken?
07:07Ja.
07:09Irgendwelche Anzeichen von Gewalt?
07:11Nein, nichts.
07:12Die Zeugin, die ihn gefunden hat, die ist ja auch Ärztin, die hat ihn letzte Woche noch untersucht und meinte,
07:16ein Herzversagen kann man ausschließen.
07:18Nach der Obduktion wissen wir mehr.
07:20Ja, die Sie heute auch noch vornehmen.
07:22Sie arbeiten ja länger.
07:26Den Todeszeitpunkt kann ich nur grob angeben, da der man im Wasser lag und die Temperaturbestimmung dadurch ungenau wird.
07:31Ich denke mal so zwischen 17 und 18 Uhr.
07:33Wie schaut's aus mit einem Bluttest?
07:35Hatte ich sowieso vor.
07:37Aber übermessigen Alkoholgenuss können wir wahrscheinlich ausschließen.
07:40Aha.
07:40Ich habe nichts gerochen.
07:42Hat denn irgendjemand betäubt?
07:44Irgendeinen Grund muss Sie haben, warum er da unten umgefallen ist.
07:47Ja, genau, was wissen wir dann nach der Obduktion.
07:50Danke, Frau Doktor.
07:54Haben Sie auch investiert?
07:55Ja.
07:56Ich habe auch mein Haus für die Meetings zur Verfügung gestellt.
07:59Mit Meetings meinen Sie Treffen mit den Investoren?
08:02Ja.
08:03Ja, da haben Sie eine ganze Menge für den Errichter gemacht, ne?
08:05Das habe ich gern getan.
08:08Endlich mal ein wenig Abwechslung.
08:11Herr Richter und ich, wir kannten uns von klein auf.
08:13Mhm.
08:14Markus hatte schon im Sandkasten die ersten Nupfschlösser gebaut, nicht wahr, mein Schatz?
08:17Was hat er denn jetzt wieder angestellt, der Kleine?
08:20Er ist tot.
08:22Das sind Herr Hansen und Herr Mohr von der Mordkommission.
08:25Tag.
08:25Oh Gott.
08:26Das heißt also, er wurde ermordet.
08:27Weiß man noch nicht.
08:29Mein Mann.
08:30Ah ja.
08:32Sind Sie auch Arzt?
08:33Zahnarzt.
08:35Joachim Lauer.
08:37Haben Sie auch investiert?
08:40Wissen Sie, ich habe den Glauben an Piratenschätze gemeinsam mit den Glauben an den Weihnachtsmann abgelegt.
08:46Mein Mann zeichnet sich durch eine äußerst gedämpfte Begeisterungsfähigkeit aus.
08:51Wegner ist weg.
08:52Seine Sachen sind nicht mehr her.
08:54Ich weiß, ich habe ihn gehen sehen heute Mittag.
08:57Hat er gesagt, wo er hin wollte?
08:58Nein, überhaupt gar nichts, hat er gesagt.
09:00Er hat nur irgendwelche Dinge eilig in seinem Rucksack verstaut.
09:04Geldbündel, glaube ich.
09:05Am Mittag waren Herr Richter und ich in der Stadt.
09:07Hat er dir wieder was Hübsches gekauft?
09:12Hat der Richter gewusst, dass Herr Wegener weg wollte?
09:15Nein, sicher nicht.
09:16Er hatte sich mit Wegener gestritten und wollte das heute Abend wieder einrenken.
09:19Wissen Sie, wo rüber gestritten wurde?
09:21Nein.
09:2415 Jahre haben die nach Piratenschätzen gesucht.
09:27Na, verrückt, ne?
09:29Entschuldigung.
09:30Brandl.
09:31Und nie was gefunden?
09:33Bisher nicht.
09:34Da brauchst du viel glauben.
09:36Ja, und Geld.
09:37Danke, Frau Doktor.
09:38Frau Doktor Eckstein hat Gamma-Hydroxy-Buttersäure im Blut von Markus Richter gefunden.
09:43Liquid X.
09:45Was heißt das?
09:46Dass er mit K.O.-Tropfen betäubt worden ist.
09:50Entschuldigung.
09:51Brandl.
09:52Und dann hat der Täter ihm den Taucherhelm aufgesetzt und ins Wasser geworfen.
09:57Sieht ganz so aus.
09:58Pah, wer macht denn sowas?
10:00Einer mit viel Hass, weil nach Affekt sieht das nicht aus.
10:03Der Fabian Wegener ist am Münchner Flughafen verhaftet worden.
10:07Der wollte nach Mauritius fliegen.
10:08Das Geld hat er auch dabei gehabt.
10:10Er hat 150.000 Euro.
10:11Kein Pappenstiel.
10:16Moment.
10:17Ist das seine...
10:18Irmi, ja.
10:19Könnte länger daran.
10:20Irmi, ja, mich siehst du dich gut.
10:23Tanzt hast du schon.
10:25Mit diesem Beppo.
10:27Hat der ist noch nicht da.
10:29Ja, vielleicht repariert er für jemand anderes einen Mähdrescher.
10:33Jetzt kommt er gerade.
10:35Ja, dann ein schöner Abend.
10:37Ist schon klar, dass du jetzt auflegen musst.
10:47Schönen guten Morgen, Frau Stockel.
10:48Guten Morgen, Herr Hansen.
10:50Der Herr Wegener, der gestern am Flughafen verhaftet worden ist,
10:54der landet jetzt gleich im Vernehmungsraum.
10:58Wo ist Herr Mohr?
10:59Der klappert die Investoren ab.
11:02Bevor ich es vergiss, ich wollte Sie fragen,
11:04hat nicht der Herr Brandl gestern Handydienst gehabt?
11:06Ja, schon, aber Frau Lauer ist meine Nachbarin.
11:08Also, ihr Boot liegt nicht weit von meinem.
11:09Ich wollte gerade mit Frau Ort...
11:12Ach, Sie wollten mit der Frau Ortmann segeln gehen?
11:16Ja.
11:17Apropos Handy.
11:18Es kann sein, dass ich meins am Tatort habe liegen lassen.
11:21Können Sie die Spusi anrufen, fragen, ob die eins gefunden haben?
11:23Ja.
11:26Ja?
11:27Ah, Frau Ortmann, grüß Sie.
11:29Ja, schade, dass das mit dem Segeltörn gestern nicht geklappt hat, gell?
11:33Das würde ich so nicht sagen, oder?
11:35Ach, wollen Sie doch segeln?
11:39Mehr oder weniger, oder?
11:42Ähm, ja.
11:44Ja.
11:46Noch einen süßen Nachschlag.
11:57Was war jetzt das?
11:59Neue Strategie.
12:01Gib dem Affen Zucker.
12:02So ähnlich?
12:04Sie wollen Stockels Neugierde mit dem, was sie sowieso hören will, stopfen.
12:08Bis sie nicht mehr weiß, was sie glauben soll.
12:10Und das ist für Frau Stockel ein schrecklicher Zustand.
12:12Schrecklichste.
12:13Eigentlich sollten wir nachlegen.
12:14Hoppla, so verspielt kenne ich Sie ja gar nicht.
12:17Dann wird es Zeit.
12:21Ja?
12:23Frau Stockel, suchen Sie mir doch bitte mal die Spesenabrechnung Hansen von letzter Woche raus.
12:28Äh, ja.
12:29Ach, da.
12:32Ja, bitte.
12:33Danke.
12:35Ja, Sie haben natürlich recht.
12:37Also, den Postenbesprechung im Times Square können wir so nicht abrechnen.
12:40Dafür war unsere Besprechung zu privat.
12:42Na, hat sich eben so ergeben.
12:44Teilen wir uns die Kosten?
12:45Die übernehme natürlich ich.
12:47Finde ich gut.
12:51Und, äh, was ist mit der Besprechung in meinem Büro?
12:54Sie meinen das Essen, das ich vom Innerhalb kommen lassen?
12:56Ja, das sollten wir auch streichen.
12:58Das ist auch zu privat.
12:58Da lade ich Sie ein.
13:00Hm.
13:02Danke.
13:03Bitte.
13:05Tschüss.
13:26Ist gut.
13:29Polizeiobermeister Morgrippe Rosenheim.
13:31Sind Sie der Herr Koltner?
13:32Ja.
13:33Herr Koltner, eine kleine Frage.
13:34Sie sind einer der Investoren von dem Schatzsuchtprojekt von Herrn Richter und von Herrn Wegener auf Mauritius.
13:40Falsch.
13:40Ich war nur interessiert.
13:42Ich habe nicht investiert.
13:43Aha.
13:44Aber Sie waren bei dem Investorentreffen.
13:47Ja, warum fragen Sie?
13:48Das kann ich Ihnen gerne sagen.
13:50Der Herr Richter ist gestern umgebracht worden.
13:55Da waren Sie gestern zwischen 17 und 18 Uhr.
13:57Wo war ich da?
13:58Lassen Sie mich überlegen.
14:01In den Bergen.
14:04Alleine?
14:06Ja.
14:13Guten Tag.
14:16Hauptkommissar Hansen.
14:18Herr Wegener, Sie sind ja gestern Abend am Flughafen festgenommen worden.
14:23Wissen Sie warum?
14:24Nein.
14:26Nein?
14:26Nein, ich habe keine Ahnung warum.
14:28Und ich will jetzt endlich auch mal wissen, was los ist.
14:30Markus Richter ist tot.
14:35Und wie ist es?
14:38Er ist ermordet worden.
14:51Und das ist hochschwarz.
14:58Hallo, Papa.
15:00Was willst du?
15:02Ich habe gehört, du bist einer der Finanziers für diese maurizianische Schatzsucher-Geschichte.
15:06Und?
15:06Was dagegen?
15:07Wieso machst du das?
15:08Du kannst beruhigt sein.
15:10Ich habe es nicht gemacht.
15:11Es spielt sowieso keine Rolle mehr.
15:14Markus ist tot.
15:17Grüß Gott.
15:18Ist das Ihr Wagen da draußen?
15:21Ja.
15:22Waren Sie damit gestern am Chiemsee?
15:25Hat diese Frage etwas mit dem Tod von Herrn Richter zu tun?
15:28Wenn Sie bitte meine Frage beantworten möchten.
15:32Ich denke, ich sage jetzt lieber nichts mehr.
15:35Dann muss ich Sie bitten, mit mir aufs Präsidium zu kommen.
15:38Wie ist denn der Name?
15:39Kreutner.
15:41Daniel Kreutner.
15:43Mein Sohn.
15:45Das ist Ihr Bub.
15:47Ihr Herr Kreutner, da kommen Sie ja gleich mit aufs Präsidium.
15:50Meine Herren.
15:55Tja, wir haben Bargeld in Ihrem Rucksack gefunden.
15:57150.000 Euro.
15:59Das sind die Einlagen der Investoren.
16:01Mit denen Sie durchbrennen wollten.
16:03So ein Quatsch.
16:04Ich sollte mit dem Geld vorausfliegen.
16:06Ach, es war also alles mit Herrn Richter abgesprochen?
16:08Ja.
16:08Weiß nicht.
16:09Wo wollen Sie denn das wissen?
16:11Er ist tot.
16:13Sie und Richter haben sich gestern gestritten.
16:15Und Richter wollte sich abends mit Ihnen aussprechen.
16:17Über was haben Sie gestritten?
16:21Dann sage ich ja nochmal was.
16:22Sie haben einen Richter umgebracht, weil sie das Geld für sich wollte und haben das Ganze als Unfall hingestellt.
16:27So ein Blödsinn.
16:29Entschuldigen und alle von euch zur Zeit.
16:35Herr Brandl, ich habe mitgebracht den Daniel Koltner.
16:40Der Daniel Koltner fährt einen hochschwarzen Kombi Reto-Nix.
16:43Und dann habe ich mitgebracht den Ludwig Koltner.
16:46Der Ludwig Koltner ist der Vater von Daniel Koltner und einer von den Investoren.
16:50Hat aber dann doch nicht investiert.
16:51Und jetzt habe ich auf das Präsidium bestellt die Andrea Lauer, damit sie eventuell den Daniel Koltner identifiziert.
16:58Herr Mohr, Sie sind ja schnell über die Polizei erlaubt.
17:01Der Markus hatte den Glauben verloren.
17:04Wollte er aufhören?
17:05Schlimmer.
17:07Er wollte, dass wir mit dem Geld durchbrennen und sie in Australien eine schöne Zeit machen.
17:12Und Sie wollten das nicht?
17:13So eine kriminelle Schnappsidee, den habe ich keine Lust.
17:16Darum ging also der Streit?
17:18Ja.
17:19Ich wollte das Geld in Sicherheit bringen, bevor er auf dumme Gedanken kommt.
17:23Entweder er überlegt es sich und kommt nach oder er kann mir mal einen Buckle runterrutschen.
17:28Herr Koltner, waren Sie jetzt gestern am Chiemsee oder nicht?
17:33Gut, was sind Sie vom Beruf?
17:37Musiklehrer.
17:38Wo?
17:39In der Musikakademie.
17:40In der Musikakademie.
17:41Da müssten Sie unseren Herrn 80er eigentlich ganz gut kennen.
17:44Ja, das geht so.
17:45Verheiratet?
17:47Kinder?
17:48Zwei.
17:48Sie arbeiten seit 15 Jahren zusammen und plötzlich kommt der Richter auf kriminelle Ideen.
17:53Was heißt denn hier zusammenarbeiten?
17:55Meistens hat er sich mit den Touristinnen am Strand vergnügt.
17:59Nur wenn er Geld brauchte, dann hat er für mich gearbeitet.
18:01Aber für die Investorenakquise, dafür haben Sie ihn gebraucht.
18:04Er hatte die Kontakte hier.
18:06Und außerdem konnte er verdammt gut Geschichten erzählen.
18:09Genauso wie man braucht man, wenn es um Piratenschätze geht.
18:12Haben Sie den Herrn richtig gekannt?
18:13Wir waren Zuhlfreunde.
18:15Kurz nach dem Abi ging er noch Mauritius.
18:16Haben Sie ihn seitdem wieder mal gesinnt?
18:20Auch nicht gestern.
18:20Auch nicht gestern.
18:22So, jetzt war es da, die Frau Lauer.
18:25Sehr gut, Herr Mohr.
18:26Danke, Herr Koltner.
18:29Dann bringen Sie es doch bitte in den Beobachtungsraum.
18:32Wie schaut es denn aus mit der Gegenüberstellung?
18:34Die Herren stehen bereit.
18:35Gut.
18:36Ja, dann bitte ich jetzt um den Herrn Koltner Senior.
18:39Jawohl.
18:41Herr Hansen, übernehmen Sie das mit der Gegenüberstellung?
18:44Mach ich.
18:46Sagen Sie, haben Sie mein Handy irgendwo gesehen?
18:49Na, ist ja komisch.
18:51Herr Koltner, kommen Sie bitte mit.
18:55Herr Koltner, kommen Sie weit, ne?
19:03Bitte.
19:04Mein Name ist Brandl.
19:07Koltner.
19:09Herr Koltner, was machen Sie beruflich?
19:11Ich war Lehrer.
19:13Seit fünf Jahren bin ich Pensionär.
19:16Darf ich Sie fragen, wie alt Sie sind?
19:1863.
19:19Warum sind Sie schon so früh in Pension gemacht?
19:21Ich hatte zwei Herzinfarkte und leide unter Diabetes.
19:25Eins.
19:26Zwei.
19:27Drei.
19:28Vier.
19:32Herr Hansen, wir kennen.
19:33Gut.
19:34Ja, Herr Koltner, was machen Sie denn hier?
19:37Grüß Gott, Herr Aufzeiger.
19:38Ich, ja.
19:39Woher kennen Sie sich denn?
19:40Ja, Herr Koltner ist Lehrer an der Musikakademie.
19:43Können Sie mich aufklären?
19:44Ja, können wir das vielleicht verschieben?
19:46Na gut, dann kommen Sie aber gleich nachher zu mir.
19:48Nein, ich muss ja weg.
19:50Können wir uns vielleicht nach Feierabend treffen?
19:52Im Thamesquare vielleicht.
19:54Gut, das machen wir.
19:55Ja.
19:56Ja.
19:56Geh mal.
20:07Hallo, Frau Lauer.
20:08Grüß Gott.
20:09Können Sie mir sagen, ob einer von den vier Personen hier der Mann ist, der in einem Kombi gesessen hat?
20:14Die Nummer zwei kenne ich.
20:16War das doch der Mann in einem Kombi?
20:17Das weiß ich nicht. Ich habe den Mann nur schemenhaft erkannt.
20:20Diesen Herrn kenne ich von früher. Wir waren Schulfreunde. Das ist Daniel Koltner.
20:25Also Herr Richter, Sie und Herr Koltner waren Schulfreunde.
20:28Ja, wir waren eine Clique.
20:29Wir haben viel zusammen unternommen.
20:31Sie waren auch auf dem Investorentreffen.
20:34Ja.
20:34Haben aber dann doch nicht investiert.
20:36Nein.
20:37Warum nicht?
20:39Ich fand die ganze Sache nicht seriös genug.
20:42Hätten Sie denn überhaupt so viel Geld gehabt? Ihre finanzielle Situation ist ja nicht so berauschend.
20:48Ich hätte schon etwas aufgetrieben.
20:49Der Herr Richter und Ihr Sohn, das waren ja Jugendfreunde. Da haben Sie den Herrn Richter eigentlich auch gekannt.
20:54Ja.
20:55Wie war der so?
20:58Ein Aufschneider. Verzogen bis auf die Knochen. Verantwortungslos. Rücksichtslos.
21:05Warum waren Sie denn dann auf den Investorentreffen, wenn Sie eine schlechte Meinung von ihm haben?
21:12Ehrlich gesagt, ich wollte wissen, was aus ihm geworden ist.
21:17Und wie war euer Eindruck?
21:19Er hat sich zu dem entwickelt, was er immer schon war.
21:24Ja?
21:25Hallo Frau Stockl.
21:27Hallo Frau Hofer.
21:29Sagen Sie, ist der Herr Hansen da?
21:31Ul, der können wir jetzt nicht stören. Der ist gerade in einer wichtigen Gegenüberstellung.
21:34Aha. Er hat gestern Abend sein Handy bei mir vergessen. Können Sie ihm das geben?
21:38Der Herr Hansen war gestern bei Erna.
21:40Ja. Ich habe ein Abschiedsessen von Herrn Brandl gemacht und ihn eingeladen.
21:43Der war gar nicht mit der Frau Ortmann zusammen.
21:46Ortmann? Na, das Segel ist doch ins Wasser gefallen, wenn ich es im Falle.
21:49Ja, ja, ich weiß schon, aber...
21:52Was?
21:53Nix. Geben Sie es mir.
21:55Danke.
21:55Wollen Sie einen Kaffee?
21:56Sonst gern, aber ich muss. Mein Bruder kommt doch morgen Abend von seiner Städtetour zurück.
22:00Da will ich noch einkaufen.
22:02Mei, was glauben Sie, wie der sein Kalbsbrust von Metzger Mayer vermisst hat?
22:05Ja, das glaube ich. Wiederschauen.
22:07Wiederschauen.
22:08Von wegen, süßer Nachschlag.
22:10Ha, dass ich nicht lache.
22:12Ach. Sie mochten Herrn Richter wohl sehr.
22:14Er hatte viele Fehler.
22:16Aber eins war er nie.
22:18Langweilig.
22:19Hatten Sie was mit ihm?
22:21Jetzt werden Sie aber sehr intim.
22:23Ich hatte das Gefühl, Ihr Mann ist eifersüchtig.
22:25Zu einem Eifersuchtsmord ist mein Mann nicht fähig.
22:29Die höchste Form der Aggressivität ist bei ihm das Ziehen eines Backenzahns.
22:33Man kann sich da sehr täuschen.
22:35Auch die Enttäuschungen sind bei meinem Mann berechenbar.
22:37Sie sind mir noch die Antwort schuldig.
22:42Ja.
22:44Ich hatte eine Affäre mit Markus Richter.
22:47Wusste Ihr Mann davon?
22:48Nein.
22:50Aber?
22:52Aber die Affäre mit Markus
22:55hat mir die Augen geöffnet.
22:58Ich will so nicht mehr weiterleben.
23:01Ich werde mich von meinem Mann scheiden lassen.
23:02Ich werde mich von meinem Mann sehen.
23:35Ach, Sie sind ja noch da.
23:36Wie Sie das sagen.
23:37Als wenn es ein Wunder wäre.
23:39Die anderen sind alle ausgeflogen?
23:41Ja, sieht ganz so aus.
23:42Und der Herr Hansen, falls Sie den suchen,
23:44der sitzt mit dem Herrn 80er im Times Square,
23:46wenn Sie den Abend noch verzuckern wollen.
23:48Können wir uns eigentlich auch einmal unterhalten,
23:50ohne dass der Name Hansen fällt?
23:52Hm, da fällt mir als Thema
23:53nur noch Ihre Kürzungsmaßnahmen ein.
23:57Sie glauben wohl,
23:58Sie können mir jeden Bären aufbinden, oder?
24:01Bären?
24:01Ja, und ich bin so blöd und glaubt es.
24:03Frau Stockel, Sie müssen mir schon
24:04ein bisschen auf die Sprünge helfen.
24:06Ihre Zucker-Area mit dem Herrn Hansen.
24:08Ja, Sie haben mich durchschaut.
24:10Aber ich wollte nur Ihren Tag versüßen.
24:12Sie lieben doch solche Geschichten so.
24:14Zum Veräppeln müssen Sie ein bisschen
24:15eher aufstehen, Frau Ortmann.
24:17Ich werde es mir merken.
24:18Ja, bis zum nächsten Versuch.
24:19Schönen Abend noch.
24:20Ihnen auch.
24:26Und einen Riocha für den Herrn Hansen.
24:28Danke.
24:29Also, meine Herren,
24:31warum verdächtigen Sie Daniel Keutner?
24:34Er fährt einen dunkelgrauen Kombi,
24:36will nicht sagen, wo er zur Tatzeit war,
24:38und er fährt sich auch sonst irgendwie merkwürdig.
24:40Na ja, der Mann ist merkwürdig.
24:42Man kann sagen, er lebt in einer anderen Welt,
24:45aber warum sollte er diesen Schatzsucher umbringen?
24:47Tja, wir wissen nur,
24:49dass die beiden mal Schuldfreunde waren.
24:51Na ja.
24:53In seiner Jugend war er ein Wunderkind,
24:55ein vielversprechendes Klavierchemie.
24:58Aha. Und dann?
24:59Ja, dann muss irgendetwas passiert sein,
25:02das in seiner Fähigkeiten beraubt hat.
25:04Was es ist, wissen Sie nicht?
25:06Nein.
25:07Er ist ein Schöngeist.
25:09Feinnervig, sensibel,
25:11redet wenig,
25:12hat den höchsten Krankenstand
25:14in der Musikakademie,
25:16lässt niemand an sich ran.
25:17Wie gesagt,
25:18lebt in seiner eigenen Welt.
25:20Na ja, ganz sphärisch kann er auch nicht sein.
25:22Man hat immerhin zwei Kinder
25:24und ist verheiratet.
25:25Kennen Sie seine Familie?
25:26Ja.
25:27Seine Frau ist Ärztin hier
25:29im Stadtkrankenhaus.
25:31Bodenständig pragmatisch.
25:32Das genaue Gegenteil von ihm.
25:34Und seine Kinder
25:35machen auch einen ganz patenten Eindruck.
25:38Gibt es denn weitere Verdächtige?
25:40Ja, also Fabian Wegener,
25:42der Partner von Richter,
25:43der war zuerst unser Hauptverdächtiger.
25:44Wir haben vermutet,
25:46dass er mit dem Investorengeld
25:47durchbrennen wollte,
25:48aber auf Mauritius untertauchen,
25:50also da, wo er herkommt
25:51und wo man ihn in jeder Zeit
25:52ausfindig machen kann,
25:53das macht keinen Sinn.
25:55Wir haben ihn erst mal laufen lassen.
25:56Aber er muss natürlich
25:57in der Stadt bleiben.
25:58Wir konzentrieren uns jetzt
25:59auf Daniel Keutner
26:00und auf den Ehemann
26:01von der Frau Lauer.
26:03Wir haben heute erfahren,
26:04dass sie mit Richter
26:04was gehabt hat.
26:06Und so wie ich den Ehemann
26:07erlebt habe,
26:07würde ich ihm die Tat
26:08schon zutrauen.
26:09Er verabscheut Richter.
26:11Wir haben ihn für morgen
26:11einbestellt.
26:12Gut.
26:13Ja, dann kann ich mich ja
26:15bei den Kollegen
26:16von Keutner
26:17in der Musikakademie umhören.
26:19Ja, Herr Brandler,
26:20Sie verlassen uns
26:21morgen ja schon.
26:22Da sind Sie doch sicher
26:23von dem Ehrgeiz besät,
26:25bis morgen den Fall gelöst zu haben.
26:28Logisch.
26:28Gut, darauf trinken wir.
26:30Prost, meine Herren.
26:39Welche nehme ich denn?
26:43Schönen guten Morgen,
26:44Frau Stockel.
26:44Ah, guten Morgen,
26:45Herr Hansen.
26:46Äh, Herr Hansen,
26:49haben Sie das nicht vermisst?
26:50Ach, wo haben Sie es her?
26:53Von der Frau Ortmann.
26:54Das haben Sie wohl vergessen,
26:55wie Sie den süßen Nachschlag
26:57mit ihr hatten.
26:58Frau Ortmann hat das erzählt, ja?
26:59Nein, das hat die Stockel recherchiert.
27:02Die Frau Hofer
27:03hat es vorbeigebracht, gell?
27:05Jetzt habe ich Sie
27:05ganz schön erschreckt.
27:06Rache ist nämlich süß.
27:09Morgen, Stockel,
27:10schau, wer da ist.
27:11Ah, schönen guten Morgen.
27:13Guten Morgen, zusammen.
27:14Moin, Moin, Frau Ortmann.
27:16Lieber Herr Hansen,
27:18Laborergebnisse.
27:18Auf dem Hemd
27:19vom Herrn Richter
27:20sind Faserspulen entdeckt worden,
27:21und zwar von einem Pulli.
27:23Ah ja, gut.
27:24Dann veranlassen Sie bitte
27:25eine Hausdurchsuchen
27:26beim Herrn Lauer.
27:28Was ist mit dem Daniel
27:29Keutner?
27:30Aber dem auch.
27:31Gleichzeitig?
27:32Wie bitte?
27:33Sollen die Durchsuchungen
27:35der Wohnungen
27:35gleichzeitig geschehen?
27:36Ja.
27:38Das heißt,
27:38es sind zwei Teams im Einsatz.
27:40Richten Sie es doch bitte,
27:41wenn irgend möglich, ein,
27:42dass die Durchsuchungen
27:42von einem Team gemacht werden.
27:44Hintereinander.
27:45Danke.
27:47Wiedersehen.
27:49Hintereinander?
27:50Diese Frau lernt es einfach nicht.
27:52So, und jetzt ist die Welt
27:53wieder in Ordnung für mich.
27:56Ah, ah, wo wollen Sie hin?
27:58Durchsuchungen machen.
27:58Nein, Sie sollen Sie nur veranlassen.
28:00Ach so.
28:00Ja, ich brauch Sie woanders.
28:01Ja.
28:02Daniel Keutner war ein
28:04musikalisches Wunderkind.
28:05Da muss ihm irgendwas
28:05zugestoßen sein.
28:06Er hat seine Begabung verloren.
28:07Oh je.
28:08Sie fahren bitte zum
28:09Rosenheimer Tagblatt,
28:10gehen ins Archiv
28:11und besorgen sich alle Artikel,
28:12die Sie über Daniel Keutner
28:13finden können.
28:14Ja, ist echt.
28:15Rosenheimer Tagblatt.
28:16Ja.
28:16Und danach bringen Sie
28:17die Keutners hierher.
28:18Beide.
28:18Ja.
28:19Aber bitte nicht hintereinander.
28:20Nein.
28:21Wieder schon verstanden.
28:22Bitte, Michi.
28:24Ah, Herr Hansen.
28:28Ausnahmsweise mal
28:29was Süßes
28:29von der Frau Stockl.
28:33Herr Lauer,
28:34wir drehen uns im Kreis.
28:35Ja, das ist kein Wunder.
28:36Sie stellen ja auch
28:36immer die gleichen Fragen.
28:38Also.
28:39Ich habe den Richter
28:40nicht ausstehen können.
28:41Ja.
28:42Er war ein eingebildeter Fatzke,
28:43der mit meiner Frau
28:44geschlafen hat.
28:45Ja.
28:47Ich habe ihn deshalb
28:48umgebracht.
28:49Nein.
28:51Ich glaube das auch nicht.
28:52Das ist aber schön,
28:53dass du das glaubst.
28:54Der Mann war eine Gefahr
28:55für ihre Ehe.
28:56Ihre Frau erweckt sogar,
28:57sich von ihm zu trennen.
28:58Gehört das jetzt hierher?
28:59Auch so eine Sache.
29:00Stehen Sie.
29:02Glauben Sie denn im Ernst?
29:03Das kommt für mich
29:03aus heiterem Himmel.
29:05Das mit meiner Frau
29:06und mir war schon längst
29:07nicht mehr in Ordnung.
29:08Warum sollte ich denn
29:09da jetzt den Richter umbringen?
29:10Was hätte ich denn davon?
29:11Genug tun.
29:12Ah.
29:13Geben Sie mir Satisfaktion?
29:15In welchem Jahrhundert leben Sie?
29:17Ich meine, ich bitte Sie,
29:17was soll denn das?
29:18Der Richter hat Ihnen
29:19den Hörner aufgesetzt,
29:19hat Ihre Ehre abgeschnitten
29:21und Sie sind ein
29:21angesehener Zornarzt.
29:23Und vielleicht
29:23ja auch irgendwo ein Mann.
29:26Ich lasse mich
29:27nicht von Ihnen beleidigen.
29:28Sehen Sie,
29:29genau das hat
29:30mein Kollege eben
29:31hinsichtlich
29:31Ehrabschneidung gemeint.
29:33Mein Mann lässt
29:33sich vielleicht kränken
29:35aber er begeht
29:36keinen Mord.
29:38Ich brauche
29:39deine Hilfe nicht.
29:40Gut, Herr Lauer.
29:41Das war's fürs Erste.
29:42Sie können gehen.
29:43Sie bleiben bitte noch.
29:55Frau Lauer,
29:56Sie haben gestern gesagt,
29:57dass Sie,
29:58Daniel Keutner
29:59und Herr Richter
29:59damals in einer Clique waren.
30:01Ja.
30:02Ich habe erfahren,
30:03dass Herr Keutner
30:04zu der Zeit
30:05ein vielversprechendes
30:06Klaviergenie gewesen sein soll.
30:08Das ist richtig.
30:09Ja.
30:09Und plötzlich war alles vorbei.
30:11Wissen Sie, warum?
30:13Daniel Keutner
30:14hatte einen Unfall.
30:15Einen Unfall?
30:16Einen Badeunfall
30:17am Chiemsee.
30:18Den genauen Hergang
30:19weiß ich selbst nicht.
30:20Ich weiß nur,
30:21dass er seitdem
30:22unter heftigen
30:22Schwindelattacken litt.
30:24Und damit war seine Karriere
30:25als Klaviervirtuose vorbei,
30:27bevor sie richtig
30:27begonnen hatte.
30:29Du bist und bleibst
30:30in Sturthof!
30:40Was machst du hier?
30:41Ich will mit dir reden.
30:43Wer weißt du,
30:43dass ich hier bin?
30:44Ich habe mit
30:45deiner Frau telefoniert.
30:47Du warst es,
30:48nicht wahr?
30:50Was?
30:51Am See.
30:53Dich habe ich nicht erkannt,
30:54aber
30:55das da
30:56habe ich wieder erkannt.
30:59Hast du es der Polizei erzählt?
31:00Wäre ich dann hier?
31:03Auf dem Hemd
31:04vom Herrn Richter
31:05haben wir Faserspüren
31:06von einem Pullover gefunden.
31:08Und weil der Herr Lauer
31:09derzeit im Zentrum
31:10unserer Ermittlungen steht,
31:11haben wir bei ihm
31:12eine Hausdurchsuchung veranlasst.
31:13Gut.
31:14Und bei Daniel Keutner,
31:16obwohl es Frau Ortmann
31:17nicht gefällt.
31:18Warum das?
31:19Das fragen Sie lieber
31:20Frau Ortmann.
31:22Herr Mohr!
31:23Folgendes,
31:24ich war doch in diesem
31:25Zeitungsarchiv
31:26und jetzt wollte ich gerade
31:27den alten Herrn Keutner
31:28aufs Präsidium bringen.
31:29Und was sehe ich da?
31:30Ja, was sehen Sie da?
31:31Den jungen Herrn Keutner,
31:33wie er sich mit der
31:34Frau Lauer unterhält.
31:35Aber schon sehr
31:36angeregt unterhält.
31:38Und jetzt habe ich mir gedacht,
31:39vielleicht wollt ihr ja wissen,
31:40was die zwei so zum Rennen haben.
31:42Soll ich die Frau Lauer jetzt...
31:43Ja, ja, bringen Sie Frau Lauer
31:44bitte gleich mit.
31:45Und danke Ihnen.
31:49Frau Lauer hat sich mit Daniel
31:51Keutner vor dem Haus
31:52von Keutner Senior getroffen.
31:53Ist doch komisch.
31:54Kaum ist sie aus unserem
31:55Verhör draußen,
31:56schon trifft sie sich mit ihm.
31:57Tja.
31:58Jetzt kommen Sie, Frau Lauer.
31:59Sie haben gleich nach unserem
32:00Gespräch den Herrn Keutner
32:01aufgesucht.
32:03Das ist doch kein Zufall.
32:07Also wenn Sie weiterhin
32:07schweigen, Frau Lauer,
32:08dann sehen wir das als
32:09ein Indiz für eine Mittäterschaft.
32:12Also, was wollten Sie
32:13von Herrn Keutner?
32:16Er war der Mann am See.
32:19Warum haben Sie den gedeckt?
32:21Ich habe ihn nicht gedeckt.
32:23Ich habe ihn und seinen Wagen
32:24wirklich nicht erkannt.
32:26Aber nach der Gegenüberstellung
32:27habe ich den Aufkleber
32:28auf seinem Kombi gesehen
32:29und an den konnte ich mich erinnern.
32:31Und was wollten Sie von ihm?
32:33Ich wollte wissen,
32:34warum er es getan hat.
32:35Und?
32:36Nichts.
32:37Er hat die Tat abgestritten.
32:39Na gut, Frau Lauer,
32:40das war's fürs Erste.
32:41Sie können gehen.
32:53So, entschuldigt's bitte,
32:54aber die Spusi hat gerade angerufen.
32:56Die haben im Haus vom Lauer
32:57keinen Pulli gefunden,
32:58der passen könnte.
32:59Dann dürfte Lauer
33:00aus dem Schneider sein.
33:01Ja, danke, Frau Stockl.
33:03Ja, danke.
33:03Ich bin im Vernehmungsraum.
33:05Mhm.
33:07Sie verlassen uns heute,
33:08gell, Herr Brandl?
33:09Ja, leider.
33:10Ach, Herr Brandl,
33:11das leider nehme ich Ihnen nicht ab.
33:13Das ist ganz bei unserer Seite,
33:14weil Sie freuen sich ja sicher
33:15auf Ihre Irmi.
33:17Schon.
33:18Aber trotzdem, leider.
33:19Mhm.
33:31Tja.
33:34Jetzt wird's eng für Sie, Herr Koltner.
33:37Sie waren mit Ihrem Wagen am Tatbord.
33:43Wollen Sie nicht an dich reden?
33:48Bitte?
33:52Gut.
33:55Gut.
34:06Ja?
34:13Was soll das werden,
34:14wenn's fertig wird?
34:15Ich muss was lesen.
34:17Da.
34:18Ich lese ganz leise.
34:20Wieso ausgerechnet da?
34:21Wo soll ich denn sonst?
34:23Was ist denn daran so wichtig?
34:24Das ist Material aus dem Archiv
34:26vom Rosenheimer Tagblatt.
34:28Was denn für Material?
34:29Kopiertes Material.
34:30Aha.
34:30Über was?
34:31Jetzt fragen wir nicht so viel Lächeln im Bauch.
34:33Ja, mach ja den Mund auf und red mit mir.
34:35Das sind Artikel über den Daniel Koltner.
34:38Aha.
34:39Und über was geht's da?
34:40Wenn ich's gelesen hab,
34:42dann erfährst du's als Erste.
34:43Und das ist ja schön.
34:44Start.
34:45Was muss ich jetzt hier morgen noch?
34:46Bloß nicht.
34:47Hm.
34:52Der Unfall.
34:55Das war der schwärzeste Tag in meinem Leben.
34:59Daniel war mit Markus, Herrn Richter, am See.
35:02War noch jemand dabei?
35:03Ja, die Johanna.
35:05Markus und Daniel waren beide in sie verliebt.
35:09Sie veranstalteten ein Wetttauchen,
35:11um das Mädel zu beeindrucken.
35:14Johanna hat ihren Ring ins Wasser geworfen
35:16und sie mussten danach tauchen.
35:19Daniel fand den Ring zuerst und wollte auftauchen.
35:24Markus hielt ihn fest.
35:28Daniel ging die Luft aus.
35:30Er ließ den Ring los.
35:32Und der Herr Richter war der strahlende Held.
35:37Daniel kam nicht wieder an die Oberfläche.
35:40Er lag ohnmächtig auf dem Grund des Sees.
35:44Markus tauchte nach ihm und holte ihn hoch.
35:46Seitdem litt ihr Sohn an diesen Schwindelattacken.
35:48Wenn man ein weltberühmter Pianist werden will,
35:50braucht man die Kondition von einem Rennpferd.
35:53Seine reicht jetzt gerade noch für den Job
35:55als Musiklehrer an der Akademie.
36:12Michi!
36:16Michi!
36:18Was hieß denn?
36:19Du schmatzt.
36:21So ein Schmarrn.
36:27Sag einmal, wie lange willst du dich noch der Herrin lesen?
36:29Bis ich fertig bin.
36:36Stockel, ich schmatze nicht.
36:39Was wird jetzt das?
36:40So, das ist ein Diktiergerät.
36:43Damit nehme ich dich auf,
36:44damit du dir anhören kannst, wie sehr du schmatzt.
36:47Na, das sind Methoden.
36:54Willst du jetzt auch noch telefonieren, da Herrin?
36:56Das heißt eh nicht du.
36:58Weißt du was?
36:59Irgendwann baue ich dir dein eigenes Büro.
37:01Ja, ist recht.
37:01Denn vorher lässt man noch telefonieren.
37:03Und dann schmatze ich mich dann aus.
37:08Und deshalb diese Schwindelattacken.
37:12Entschuldigung, die Störung.
37:14Ich habe gerade in diesem Artikel von einem Mädchen gelesen,
37:17das damals bei dem Baden-Einfall dabei gewesen ist.
37:20Johanna.
37:21Richtig.
37:22Jetzt habe ich schon mit ihr telefoniert.
37:23Die ist natürlich mittlerweile auch eine Frau.
37:26Aber wisst ihr, wie sie jetzt heißt?
37:28Wir sind ganz ohr.
37:29Johanna Kaltner.
37:30Ah.
37:32Ist sie Daniel Kaltners Ehefrau?
37:34Seit 15 Jahren.
37:35Zwei Kinder.
37:36Das ist ja ein Ding.
37:37Tja.
37:38Ich kann mir nicht vorstellen,
37:39dass der Daniel Kaltner nur um sich zu rächen,
37:41das alles aufs Spiel setzt.
37:56Also, wir haben Zweifel, dass Sie es waren.
38:00Aber um Licht in die Sache zu bringen,
38:02müssen Sie schon Ihren Mund aufmachen.
38:09Wir haben Ihren Vater in Verdacht.
38:15Hallo?
38:16Wie viele Brücken muss ich Ihnen denn noch bauen?
38:22Also, Sie machen es einem wirklich nicht leicht.
38:30Ich war da.
38:32Herr Amsee.
38:35Ich wollte Richter sagen, dass ich ihm nicht böse bin.
38:40Von Anfang an habe ich unter meiner Besonderheit gelitten.
38:44Der Unfall gab mir die Chance,
38:45endlich ein normales Leben zu führen
38:48ohne den ständigen Leistungstruppen Wunderkind zu sein.
38:52Das wollten Sie Herrn Richter sagen.
38:57Ich wollte, dass er sich nicht mehr schuldig fühlt, ja.
39:03Dann sah ich den Schlauch, der ins Wasser führte.
39:07Er bewegte sich nicht.
39:08Ich sah seine Kleider.
39:12Ich ahnte, dass etwas Schlimmes passiert war.
39:18Tag, Herr Keutner.
39:23Schauen Sie mal.
39:24Diesen Pulli hier, den haben wir bei Ihnen gefunden.
39:27Und an Herrn Richters Hemd
39:29haben wir Faserspuren von dem Pulli entweckt.
39:31Können Sie uns erklären, wie die da hinkommen,
39:33wenn sie doch in den Bergen waren?
39:39Herr Keutner,
39:41geben Sie sich einen Ruck.
39:49Mein Sohn hatte eine glänzende Zukunft vor sich.
39:53Richter hat ihm alles kaputt gemacht.
39:55Alles.
39:57In der Konsequenz
39:58hat er Ihnen alles kaputt gemacht.
40:01Kein langweiliges Lehrer-Dasein
40:03mit schlechter Bezahlung mehr.
40:06Sie haben von einer spannenden
40:08und sorgenfreien Zukunft
40:09als Agent Ihres genialen Sohnes geträumt.
40:12Und auf einmal war alles weg.
40:14Und das haben Sie nie verwunden.
40:16Ihr Sohn hat mir von Ihrer Verbitterung erzählt.
40:19Sie haben sich gehen lassen.
40:20Sie haben psychische und physische Probleme bekommen.
40:22Das hat Sie fertig gemacht.
40:23Das hat Sie zerfressen.
40:24Schuld an allem war Markus Richter.
40:28Sie hätten ihn sehen müssen,
40:30wie er sich so großkotzig vor den Investoren aufspielte.
40:33Braun gebrannt und so verdammt gut gelaunt.
40:36Nicht mal erkannt hat er mich.
40:39Als ich ihm sagte, wer ich bin,
40:41zeigte er nicht mal einen Funken von einem schlechten Gewissen.
40:45Wie haben Sie ihm die K.O.-Tropfen verabreicht?
40:48Ich sagte ihm, ich wolle investieren,
40:49aber vorher gern noch einen privaten Unterwasserspaziergang machen.
40:55Ich hatte eine Flasche Sekt mitgebracht,
40:57zum Anstoßen auf das Geschäft.
41:01Die Tropfen habe ich ihm in das Sektglas getan.
41:05Er hat es verdient.
41:08Ja, Herr Költener.
41:11Mord ist Mord.
41:14Thomas, bitte.
41:16Herr Költener,
41:17wenn Sie bitte mit dem Kollegen mitgehen möchten.
41:30Und?
41:31War es?
41:32Ja.
41:33Na, Gott sei Dank, mit der Sohn.
41:36Und, Herr Brandl,
41:38haben Sie es jetzt recht eilig, nach Hause zu fahren?
41:41Ja, mein.
41:44Ich kann nicht abstreiten,
41:46dass es eine sehr schöne Zeit war mit Ihnen.
41:49Aber wie soll man sagen,
41:50Straubing ist Straubing.
41:52Also, Herr Brandl,
41:53dann hoffentlich bis bald.
41:55Ja, das wünsche ich mir auch, Herr Achtziger.
41:57Wiederschauen, Herr Brandl.
41:59Wiederschauen, Frau Stockl.
42:00Für dener.
42:01Für dener, Herr Moer.
42:02Tja, Herr Hansen,
42:04die Ohren steif und die Nase immer in den Wind halten, nicht?
42:07Schauen wir mal.
42:09Wiederschauen.
42:10Wiederschauen.
42:11Wiederschauen.
42:16Tja, da geht er hin, zu seiner Irmi.
42:19Gewissermaßen auch auf Schatzsuche.
42:22Wiederschauen.
42:23Wiederschauen.
42:25Vielen Dank.