00:03Der Vienna City Gallery Walk verwandelt Wien für einige Tage in einen offenen Kunstraum.
00:10Galerien öffnen ihre Türen, Besucherinnen und Besucher wandern von Ausstellung zu Ausstellung
00:15und begegnen Kunst dort, wo sie entsteht und wirkt.
00:19Eine der Stationen des besonderen Tourtages am 10. Oktober war die Galerie Wienartig in der Josefsgasse.
00:26Erst am Donnerstag zuvor war hier die Ausstellung des Künstler-Ehpaars Michael Fuchs und Cornelia Hagen-Fuchs eröffnet worden.
00:35Michael Fuchs, Sohn des legendären Ernst Fuchs, verbindet in seinen Arbeiten malerische Tradition,
00:42fantastischen Realismus und alte Renaissance- und Barocktechniken.
00:47Neben ihm zeigt Cornelia Hagen-Fuchs ihre eigene künstlerische Sprache.
00:51So wurde die Galerie Wienartig beim Gallery Walk nicht nur zu einer Station auf dem Weg durch die Stadt,
00:58sondern zu einem Haus voller Kunst, Familie und Wiener Kulturgeschichte.
01:02Es ist nicht weit von der nächsten Station weg.
01:07Es ist wirklich, und das habe ich gestern, ja, das ist ja schön auch gesagt, das erste Mal,
01:14nein, es ist eigentlich das zweite Mal, aber speziell in dieser Form ist es das erste Mal,
01:19wo dieser Raum sich, was die Werke betrifft, so zurückhaltend
01:25und dann aber doch wieder mit einer Anzahl von Bildern zeigt,
01:33wo ich mir denke, auch das Ausmalen, das geschehen ist, passt jetzt in gewisser Form.
01:39Es ist ein Ehepaar, der sich werkmäßig hier präsentiert, in zwei verschiedenen Aspekten.
01:46Und der zweite Grund, der sicherlich der wichtigere ist,
01:53beide Künstlerinnen haben eine ganz feine Art, ihre Werke zu gestalten.
02:02Das heißt, der Michael Fuchs hat das gestern auch erwähnt,
02:05für sich spielt das Schöne eine große Rolle.
02:09Sie haben eine Liebe daran, ihre Werke in einer gewissen Schönheit zu machen.
02:17Und das ist ja eine lange Diskussion, darf die Kunst schön sein.
02:22Es geht dann in der Diskussion ja oft in die Gefälligkeit.
02:26Auf der anderen Seite, wenn jemand von uns sich diese Lust und Laune leistet,
02:34Kunst in seine Wohnräume zu platzieren,
02:39dann ist eine gewisse Schönheit, eine gewisse Gefälligkeit,
02:43die einem konsequent ins Auge geht, ja nichts Unanständiges und nichts Schlechtes.
02:50Aber gerade in der Zeit nach 1945 hat sich mit der Abstraktion,
02:57hat sich mit einem neuen Verständnis aus der Gegenständigkeit herauszugehen,
03:05natürlich ein ganz anderer Kultus entwickelt.
03:07Und beide haben Anleihen,
03:14sowohl was den Michael Fuchs betrifft, an seinem Vater Ernst Fuchs,
03:18er war der vierte, das vierte Kind,
03:22hat sicherlich auch immer wieder eine gewisse Konkurrenz zum Daniel Fuchs,
03:27seinem Bruder, der älter ist,
03:30der noch stärker im fantastischen Realismus verhaftet ist,
03:34als eben der Michael Fuchs, der kann das auch,
03:38aber der hat sich im Grunde genommen dann sehr stark in das Thema des Forträts verlegt.
03:44Und seine Frau, die in Oldenburg geboren ist, in Niedersachsen,
03:49die er auf der Akademie kennengelernt hat,
03:52sie haben beide bei Hausner aufstudiert.
03:56Seine Frau hat das Dileben als ihre große Zuneigung entwickelt.
04:05Und da muss ich sagen, wenn man sich jetzt im unteren Raum die Vorhänge anschaut,
04:13wenn man sich die Gestaltung der Blumenwelt in Verbindung mit dem,
04:20was in einem Raum sonst noch vorhanden ist,
04:23dann hat mich gestern auch diese Feinheit und diese Genauigkeit schon ein bisschen eingenommen.
04:36Und deswegen darf ich Sie einladen.
04:38Vielleicht noch ein bisschen was zur Erklärung.
04:41Hier haben sich die beiden gegenseitig im Porträt für uns sozusagen dargestellt.
04:52Sie, die normalerweise gar nicht im Porträt ist,
04:56die Cornelia Hagenfuchs, die ihren Mann gezeichnet oder gemalt hat
05:01und hier im üblichen Aspekt seiner Porträt ist seine Frau.
05:08Wir können Sie heute nicht bei uns hier im Raum haben,
05:14weil Sie eine Reise angetreten haben.
05:15Sie sind nicht da.
05:17Sie haben einen Termin.
05:18Und trotzdem habe ich mir gedacht, wir müssen diesen Zwischenstopp machen,
05:21weil es ist für mich schon auch wieder etwas an Zeitgeschichte hier.
05:25Der Ernst Fuchs war sicherlich der bemühteste
05:30und mit dem Herrn Hausner wohl der erfolgreichste der fantastischen Realisten.
05:34Die haben es grundsätzlich schwer gehabt.
05:36Das war nicht einfach in der Zeit der 60er, 70er Jahre
05:40da gegen alle anderen Strömungen immer wieder anzukämpfen.
05:43Aber es sind uns nicht nur die Namen Hausner und Fuchs,
05:48sondern auch der Arik Bauer zum Beispiel,
05:51der Anton Lehmtner, ein Begriff, wo wir im Frühjahr bei den Ausstellungen waren,
05:54im ersten Bezirk bei Kowalczyk und Zeta.
05:57Und da passt es dann irgendwie schon in das Bild,
06:00dass man immer wieder was von diesen fantastischen Aspekten erkennt
06:05und auf der anderen Seite aber feine, schöne Zeichnungen hat,
06:10die nach meiner Meinung nach einfach eine Qualität zeigen.
06:16Muss nicht jedermann gefallen, nicht jeder Frau gefallen,
06:19aber sie zeigen einfach eine schöne, technische, feine Art der Umsetzung.
06:24Und das hat mir große Freude gemacht,
06:26dass das hier seit gestern präsentiert ist,
06:28noch bis Mitte im November, glaube ich.
06:31Bis Ende Oktober.
06:33Ah, bis Ende Oktober, entschuldige.
06:34Alles gut, ja.
06:35Bis Ende Oktober.
06:36Bis Ende Oktober.
06:38Also noch drei Wochen, ja.
06:39Genau.
06:39Das ist immer eine gute Zeit.
06:41Und ich habe mir gedacht,
06:42wir schauen es halt ein bisschen herum,
06:44um einfach auch diese wunderbaren Vorhanggestaltungen anzuschauen.
06:50Auch da spürt man wieder ein bisschen diesen Aspekt des Fantastischen,
06:54immer wieder so leicht aufleuchten.
06:57Also es ist auch eine zeithistorische Perspektive.
07:02Und was für mich immer ganz erstaunlich ist,
07:05die Brüder haben es bei diesem starken Vater Ernst Fuchs
07:09wirklich nicht einfach gehabt.
07:11Und sie haben immer um die Geltung gehungen.
07:13Verschiedene Mütter.
07:15Michael Fuchs ist zum Beispiel in Amerika mit seiner Mutter aufgewachsen.
07:18Und man merkt es auch an seiner Sprache,
07:21die immer noch sehr von Englischen heraus beeinflusst.
07:24der leichte Akzent oder der gar nicht so leichte Akzent.
07:28Und ist dann aber auch wieder nach Wien zurückgekommen,
07:31als es seinem Vater im Grundalter dann nicht mehr so gut ging.
07:35Gestern habe ich seinen Bruder miterlebt.
07:37Der musste, glaube ich, fünfmal in seiner Rede des Bruders
07:40immer wieder dazwischen funken.
07:42Das geht das eigentlich heute nicht.
07:43Also irgendwie auch ein komplexer Aspekt,
07:47wie sie dann alle doch ihre Malerkarriere gemacht haben.
07:53Und man sieht das in Wien nicht mehr so oft.
07:56Man sieht diese Protagonisten und Kinder der Protagonisten
08:00eines wichtigsten Aspekts des letzten Jahrhunderts,
08:03der Kunstmachtung von Hetzel sieht man nicht so oft.
08:06Und deswegen finde ich es auch schön,
08:08dass das zustande geworden ist.
08:10Vielen Dank.