Zum Player springenZum Hauptinhalt springen
  • vor 1 Tag
Der Vienna City Gallery Walk machte am Samstag, 10. Oktober, auch Station in der Galerie Wienartig in der Josefsgasse in Wien-Josefstadt. Dort war am Donnerstag zuvor, am 9. Oktober, die Sonderausstellung des Künstlerehepaars Michael Fuchs und Cornelia Hagen-Fuchs eröffnet worden.

Der Vienna City Gallery Walk lädt dazu ein, Wiens Galerien und Ausstellungsräume gemeinsam zu entdecken. Nach sieben Tagen mit mehr als 50 Ausstellungen vom 28. September bis 3. Oktober stand am 10. Oktober ein besonderer Tour-Tag auf dem Programm. Die Galerie Wienartig war dabei eine der Stationen.

Michael Fuchs, Sohn des Malers Ernst Fuchs und Mitbegründer der Wiener Schule des Phantastischen Realismus, präsentiert gemeinsam mit Cornelia Hagen-Fuchs eine Ausstellung, die Tradition, Familie und eigene künstlerische Bildsprache verbindet. Die Schau ist noch bis 31. Oktober in der Galerie Wienartig, Josefsgasse 1/2, 1080 Wien, zu sehen.
Transkript
00:03Der Vienna City Gallery Walk verwandelt Wien für einige Tage in einen offenen Kunstraum.
00:10Galerien öffnen ihre Türen, Besucherinnen und Besucher wandern von Ausstellung zu Ausstellung
00:15und begegnen Kunst dort, wo sie entsteht und wirkt.
00:19Eine der Stationen des besonderen Tourtages am 10. Oktober war die Galerie Wienartig in der Josefsgasse.
00:26Erst am Donnerstag zuvor war hier die Ausstellung des Künstler-Ehpaars Michael Fuchs und Cornelia Hagen-Fuchs eröffnet worden.
00:35Michael Fuchs, Sohn des legendären Ernst Fuchs, verbindet in seinen Arbeiten malerische Tradition,
00:42fantastischen Realismus und alte Renaissance- und Barocktechniken.
00:47Neben ihm zeigt Cornelia Hagen-Fuchs ihre eigene künstlerische Sprache.
00:51So wurde die Galerie Wienartig beim Gallery Walk nicht nur zu einer Station auf dem Weg durch die Stadt,
00:58sondern zu einem Haus voller Kunst, Familie und Wiener Kulturgeschichte.
01:02Es ist nicht weit von der nächsten Station weg.
01:07Es ist wirklich, und das habe ich gestern, ja, das ist ja schön auch gesagt, das erste Mal,
01:14nein, es ist eigentlich das zweite Mal, aber speziell in dieser Form ist es das erste Mal,
01:19wo dieser Raum sich, was die Werke betrifft, so zurückhaltend
01:25und dann aber doch wieder mit einer Anzahl von Bildern zeigt,
01:33wo ich mir denke, auch das Ausmalen, das geschehen ist, passt jetzt in gewisser Form.
01:39Es ist ein Ehepaar, der sich werkmäßig hier präsentiert, in zwei verschiedenen Aspekten.
01:46Und der zweite Grund, der sicherlich der wichtigere ist,
01:53beide Künstlerinnen haben eine ganz feine Art, ihre Werke zu gestalten.
02:02Das heißt, der Michael Fuchs hat das gestern auch erwähnt,
02:05für sich spielt das Schöne eine große Rolle.
02:09Sie haben eine Liebe daran, ihre Werke in einer gewissen Schönheit zu machen.
02:17Und das ist ja eine lange Diskussion, darf die Kunst schön sein.
02:22Es geht dann in der Diskussion ja oft in die Gefälligkeit.
02:26Auf der anderen Seite, wenn jemand von uns sich diese Lust und Laune leistet,
02:34Kunst in seine Wohnräume zu platzieren,
02:39dann ist eine gewisse Schönheit, eine gewisse Gefälligkeit,
02:43die einem konsequent ins Auge geht, ja nichts Unanständiges und nichts Schlechtes.
02:50Aber gerade in der Zeit nach 1945 hat sich mit der Abstraktion,
02:57hat sich mit einem neuen Verständnis aus der Gegenständigkeit herauszugehen,
03:05natürlich ein ganz anderer Kultus entwickelt.
03:07Und beide haben Anleihen,
03:14sowohl was den Michael Fuchs betrifft, an seinem Vater Ernst Fuchs,
03:18er war der vierte, das vierte Kind,
03:22hat sicherlich auch immer wieder eine gewisse Konkurrenz zum Daniel Fuchs,
03:27seinem Bruder, der älter ist,
03:30der noch stärker im fantastischen Realismus verhaftet ist,
03:34als eben der Michael Fuchs, der kann das auch,
03:38aber der hat sich im Grunde genommen dann sehr stark in das Thema des Forträts verlegt.
03:44Und seine Frau, die in Oldenburg geboren ist, in Niedersachsen,
03:49die er auf der Akademie kennengelernt hat,
03:52sie haben beide bei Hausner aufstudiert.
03:56Seine Frau hat das Dileben als ihre große Zuneigung entwickelt.
04:05Und da muss ich sagen, wenn man sich jetzt im unteren Raum die Vorhänge anschaut,
04:13wenn man sich die Gestaltung der Blumenwelt in Verbindung mit dem,
04:20was in einem Raum sonst noch vorhanden ist,
04:23dann hat mich gestern auch diese Feinheit und diese Genauigkeit schon ein bisschen eingenommen.
04:36Und deswegen darf ich Sie einladen.
04:38Vielleicht noch ein bisschen was zur Erklärung.
04:41Hier haben sich die beiden gegenseitig im Porträt für uns sozusagen dargestellt.
04:52Sie, die normalerweise gar nicht im Porträt ist,
04:56die Cornelia Hagenfuchs, die ihren Mann gezeichnet oder gemalt hat
05:01und hier im üblichen Aspekt seiner Porträt ist seine Frau.
05:08Wir können Sie heute nicht bei uns hier im Raum haben,
05:14weil Sie eine Reise angetreten haben.
05:15Sie sind nicht da.
05:17Sie haben einen Termin.
05:18Und trotzdem habe ich mir gedacht, wir müssen diesen Zwischenstopp machen,
05:21weil es ist für mich schon auch wieder etwas an Zeitgeschichte hier.
05:25Der Ernst Fuchs war sicherlich der bemühteste
05:30und mit dem Herrn Hausner wohl der erfolgreichste der fantastischen Realisten.
05:34Die haben es grundsätzlich schwer gehabt.
05:36Das war nicht einfach in der Zeit der 60er, 70er Jahre
05:40da gegen alle anderen Strömungen immer wieder anzukämpfen.
05:43Aber es sind uns nicht nur die Namen Hausner und Fuchs,
05:48sondern auch der Arik Bauer zum Beispiel,
05:51der Anton Lehmtner, ein Begriff, wo wir im Frühjahr bei den Ausstellungen waren,
05:54im ersten Bezirk bei Kowalczyk und Zeta.
05:57Und da passt es dann irgendwie schon in das Bild,
06:00dass man immer wieder was von diesen fantastischen Aspekten erkennt
06:05und auf der anderen Seite aber feine, schöne Zeichnungen hat,
06:10die nach meiner Meinung nach einfach eine Qualität zeigen.
06:16Muss nicht jedermann gefallen, nicht jeder Frau gefallen,
06:19aber sie zeigen einfach eine schöne, technische, feine Art der Umsetzung.
06:24Und das hat mir große Freude gemacht,
06:26dass das hier seit gestern präsentiert ist,
06:28noch bis Mitte im November, glaube ich.
06:31Bis Ende Oktober.
06:33Ah, bis Ende Oktober, entschuldige.
06:34Alles gut, ja.
06:35Bis Ende Oktober.
06:36Bis Ende Oktober.
06:38Also noch drei Wochen, ja.
06:39Genau.
06:39Das ist immer eine gute Zeit.
06:41Und ich habe mir gedacht,
06:42wir schauen es halt ein bisschen herum,
06:44um einfach auch diese wunderbaren Vorhanggestaltungen anzuschauen.
06:50Auch da spürt man wieder ein bisschen diesen Aspekt des Fantastischen,
06:54immer wieder so leicht aufleuchten.
06:57Also es ist auch eine zeithistorische Perspektive.
07:02Und was für mich immer ganz erstaunlich ist,
07:05die Brüder haben es bei diesem starken Vater Ernst Fuchs
07:09wirklich nicht einfach gehabt.
07:11Und sie haben immer um die Geltung gehungen.
07:13Verschiedene Mütter.
07:15Michael Fuchs ist zum Beispiel in Amerika mit seiner Mutter aufgewachsen.
07:18Und man merkt es auch an seiner Sprache,
07:21die immer noch sehr von Englischen heraus beeinflusst.
07:24der leichte Akzent oder der gar nicht so leichte Akzent.
07:28Und ist dann aber auch wieder nach Wien zurückgekommen,
07:31als es seinem Vater im Grundalter dann nicht mehr so gut ging.
07:35Gestern habe ich seinen Bruder miterlebt.
07:37Der musste, glaube ich, fünfmal in seiner Rede des Bruders
07:40immer wieder dazwischen funken.
07:42Das geht das eigentlich heute nicht.
07:43Also irgendwie auch ein komplexer Aspekt,
07:47wie sie dann alle doch ihre Malerkarriere gemacht haben.
07:53Und man sieht das in Wien nicht mehr so oft.
07:56Man sieht diese Protagonisten und Kinder der Protagonisten
08:00eines wichtigsten Aspekts des letzten Jahrhunderts,
08:03der Kunstmachtung von Hetzel sieht man nicht so oft.
08:06Und deswegen finde ich es auch schön,
08:08dass das zustande geworden ist.
08:10Vielen Dank.

Empfohlen