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Die Galerie Wienartig in Wien widmet dem Klosterneuburger Künstlerehepaar Michael Fuchs und Cornelia Hagen-Fuchs eine Sonderausstellung. Michael Fuchs, Sohn von Ernst Fuchs, einem Mitbegründer der Wiener Schule des Phantastischen Realismus, ist Maler, Grafiker, Architekt und Dichter. Er gilt als Meister alter Renaissance- und Barocktechniken und zeigt Ölporträts, Radierungen und mythologische Motive. Cornelia Hagen-Fuchs, ausgebildet in der Meisterklasse von Rudolf Hausner, ist bekannt für Stillleben, Blumenbilder und Allegorien, in denen sie mit Trompe-l’œil-Effekten räumliche Illusionen erzeugt. Die Ausstellung ist bis 31. Oktober 2026 zu sehen, die Finissage findet am 30. Oktober statt.
Transkript
00:03Ein Ehepaar, zwei Handschriften, eine gemeinsame Leidenschaft, die Malerei.
00:08Michel Fuchs und Cornelia Hagenfuchs leben und arbeiten in Kloster Neuburg.
00:12Jetzt zeigt die Galerie Wienartig in Wien ihre Werke in einer gemeinsamen Sonderausstellung.
00:17Michel Fuchs, 1952 in Paris geboren, ist der Sohn von Ernst Fuchs,
00:23einem Mitbegründer der Wiener Schule des fantastischen Realismus.
00:27Doch der Sohn hat längst seinen eigenen Weg gefunden, als Maler, Grafiker, Architekt und Dichter.
00:34Er gilt als Meister alter Techniken aus Renaissance und Barock.
00:38Großformatige Ölportraits, Radierungen, Lithographien, mythologische Szenen und Motive aus der Natur prägen sein Werk.
00:46Cornelia Hagenfuchs studierte zunächst Grafik in Kiel, dann Malerei an der Wiener Akademie in der Meisterklasse von Rudolf Hausner.
00:53Dort lernte sie Michael Fuchs kennen.
00:561980 haben die beiden geheiratet.
00:59Ihre Domäne sind Stillleben, Landschaften, Blumen und Allegorien, gemalt in Öl und Aquarell.
01:05Mit der Technik des Trompeleu täuscht sie das Auge.
01:08Was flach auf der Leinwand liegt, scheint plötzlich in den Raum zu treten.
01:12Kunst ist bei den Fuchs Familien Sache.
01:15Auch die Kinder Clemens Maria und Leni sind künstlerisch tätig.
01:18Ein Haus voll Kunst, so hieß nicht zufällig eine Familienausstellung in Kloster Neuburg.
01:24In der Galerie Wien-Artig stehen nun die Eltern im Mittelpunkt.
01:27Zu sehen noch bis 31. Oktober.
01:30Die Finissage findet am 30. Oktober statt.
01:34Ja, mir gegenüber stehen zwei wunderbare KünstlerInnen.
01:39Eine ganz tolle Sache, ganz tolle Bilder.
01:42Ich darf einmal bei der Gattin anfangen.
01:44Draußen ist ein Stilleben bewundert und ich wollte immer versuchen, die Kugel festzuhalten,
01:48weil das so plastisch ist, dass ich glaube, die Kugel fällt drunter.
01:51Ja, also wie gesagt, das ist eine Art, die sich Trombleu-Malerei nennt und das hat mich
01:59immer schon sehr fasziniert und es ist eine Art der Augentäuschung, Trombleu, das ist
02:06die französische Art der Darstellung.
02:11Es geht darum, dass man das Gefühl hat, die Gegenstände in dem Bild sind greifbar, sind
02:19haptisch und das hat mich immer fasziniert.
02:23Das fing schon in der Antike an.
02:26Das heißt ja, Trombleu heißt ja auch, täusche die Augen.
02:30Ja, Augentäuschung.
02:31Sie sind getäuscht.
02:33Ja, ja.
02:34Im positiven Sinn.
02:35Ja, gerne.
02:36Jetzt weiß ich, dass diese Bilder ganz besonders entstehen.
02:40Es wird aufgebaut, das Ganze.
02:42Das heißt, ich weiß das nicht von mir, weil ich so gescheit bin, sondern weil wir schon
02:45vorher geplaudert haben.
02:46Ich glaube, das ist auch eine Art, etwas zu platzieren.
02:49Ja, es wird aufgebaut.
02:53Ich habe einen bestimmten Platz dafür.
02:55Das sind drei Holzkisten, die aber dann, wenn sie aufgebaut sind, das gleiche Format haben
03:03wie die Leinwände selber.
03:05und dann platziere ich die Gegenstände in diese Holzkisten hinein und dann fange ich an und
03:16die Staffelei mit der Leinwand, die auch das gleiche Format hat wie die aufgebauten drei Holzkisten,
03:28das stelle ich nicht ganz direkt daneben.
03:31Es ist nicht eine ganz hundertprozentige Size-Technik, so wie man das bei unseren beiden Porträts hat.
03:39Aber es ist ziemlich identisch und es ist auch von der Größe her, also es ist eigentlich
03:45eins zu eins, kann man sagen.
03:47Und das heißt so, dass ich erst einmal fange ich an mit, also ich gehe nicht ins Detail,
03:53sondern ich fange erst mit großflächigen Einteilungen an und im Laufe der Tage und auch der Wochen,
04:02also das sind ja Bilder, die nicht von heute auf morgen entstehen, sondern das braucht auch eine Zeit,
04:09fange ich immer mehr an, ins Detail zu gehen und natürlich auch die Plastizität herauszuholen.
04:16Mit, das sind reine Ölbilder, also es ist keine Mischtechnik, so wie Eiltemperer und Öl,
04:22sondern es sind reine Ölbilder.
04:24Fantastische Sachen.
04:25Jetzt ist das eigentlich eine ganz tolle Sache, muss ich sagen,
04:28weil wir haben in diesem Fall ein Ehepaar, das zwei verschiedene Stilrichtungen hat.
04:32Die Gattin macht eben Stilbilder und sie machen Menschen oder machen nicht die Menschen,
04:39sondern malen Menschen und was mir gleich aufgefallen ist, ich habe es zur Gattin gesagt,
04:44sie malen die Frauen so, dass man sofort das Gefühl hat, dieser Künstler hat Respekt vor Frauen.
04:50Ja, es ist ja, ich glaube so, dass der Schöpfer, Gott hat sehr viel von seiner Schönheit in der Frau
05:03eingegossen
05:04und dass die Frau als Gipfel der Schönheit in der Natur ist.
05:14Vielleicht kann man sagen, dass man die Schönheit Gottes malt durch die Schönheit der Frau dargestellt.
05:24Also schöner kann man schon wirklich nicht mehr sagen, was die Frauen betrifft.
05:28Für mich ist es auch eine ganz wichtige Sache, weil als Fan von Fuchs, vom Vater, muss ich sagen,
05:36also es ist wirklich ganz wichtig, dass diese Art von Kunst auch weitergetragen wird.
05:39Ja, das ist eine Erbe, die ich angetreten habe und auch die Cornelia angetreten habe,
05:46weil sie ist ja auch in diesem Kreis der jungen Maler und Malerinnen gewesen,
05:51die mit Hausner, mit Rudolf Hausner und Ernst Fuchs sehr viel gelernt haben
05:58und sozusagen als Jünger und Jüngerinnen diese zwei Künstler waren.
06:03Und das ist also ganz bewusst eine Erbe, die wir antreten und weiterführen.
06:09Auch was mir sehr gut gefällt in der Ansprache, dieses State
06:21und es auf sich wirken lassen soll.
06:23Und ich glaube, das ist das Tolle bei der bildenden Kunst,
06:25dass man sich seine eigene Vorstellung machen kann bei jedem Bild.
06:29Ja, es gibt natürlich die objektive Wirklichkeit des Bildes,
06:36aber dann gibt es die jeweilige Empfindung über das Bild, das subjektiv ist.
06:43Es ist ja so wie alles andere in der Natur.
06:46Zwölf Leute können die gleiche Landschaft anschauen
06:51und jedes Mal empfindet der Mensch das leichter an das.
06:55Das ist Kunst.
06:56Ja, ja, das ist Kunst.
07:00Ein schöner Kunst verkündet einerseits die Schönheit,
07:05andererseits der Mensch empfindet das ein bisschen leicht anders
07:10wie ein anderer Mensch,
07:13nimmt aber die objektive Wirklichkeit der Kunst in sich auf.
07:18Ich würde einfach sagen, das ist fast eine göttliche Fügung,
07:21dass zwei Menschen so unterschiedliche Bilder malen und doch so gleich sind.
07:27Ja, also das ist schon auch.
07:29Also wie gesagt, wir haben ja offensichtlich die gleichen Empfindungen
07:35und Intentionen und auch Vorstellungen gehabt,
07:40wie ein Bild zu sein hat
07:42oder wie man etwas auf die Leinwand projiziert sozusagen.
07:48Ja, das ist eine große, lange Tradition schon.
07:52Ja, ja, ja.
07:52Wir sind total in diese Tradition eingebettet.
07:55Insofern waren wir beide oder war ich auch sehr froh,
07:58dass ich nach Wien gekommen bin.
08:00Ja, ja, das ist ja sicher.
08:01Dass ich nach Wien gekommen bin, um eben beim Hausner zu lernen,
08:07erst mal die Mischtechnik und dann in weiterer Folge
08:11habe ich dann die Fabresto-Technik, also die reine Ölmalerei übernommen,
08:16auch durch unseren Sohn, der ja auch in Florenz malerisch ist
08:22und dort diese Methode auch übernommen hat.
08:26Und nachdem ich dann auch viele Jahre pausiert habe,
08:31habe ich dann wieder sehr intensiv begonnen
08:33und habe dann diese…
08:35Das sind ja drei Generationen praktisch jetzt.
08:39Drei Generationen, mein Vater, dann wir zwei
08:41und dann unsere Kinder, die auch malen.
08:43Und diese drei Generationen wirken hin und her aufeinander.
08:47Ja, ja.
08:47Also aus der…
08:48Befruchtender Prozess, kann man sagen.
08:50Ja, es ist eine…
08:52Natürlich, der Vater ist ja nicht mehr am Leben,
08:56aber ich…
08:58Aber so lange er gelebt hat,
09:01gab es auch eine gewisse Einfluss seitens seiner Söhne auch.
09:04Ja, er wurde…
09:06Das war so wie Rubens und Van Dijk.
09:09Der Rubens, der Van Dijk, der ja der Schüler war von Rubens,
09:14hat dann den Rubens auch beeinflusst.
09:18Es freut mich ganz besonders, dass wir hier dabei sein durften.
09:21Bei dieser Ausstellung sind wirklich wunderbare Bilder
09:23und ich muss ehrlich sagen, wunderbar, man soll sich so anschauen
09:26und danke, dass wir dabei sein durften.
09:28Ja, vielen Dank.
09:30Dankeschön.
09:31Dankeschön.
09:31Danke jetzt.
09:36Danke jetzt.

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