00:00Nürnberg, 1944. Ein Prozess für die Geschichtsbücher, zwölf Nachfolgeprozesse bis 1949, fast 200 Angeklagte aus Wirtschaft, Medizin, Militär, Justiz und
00:13Politik.
00:14Im Hauptprozess, zu dem ich schon ein Video gemacht habe, gab es 5.330 offizielle Dokumente, die als Beweismittel zugelassen
00:22wurden.
00:237.300 Meter Filmmaterial von der Befreiung der Konzentrationslager durch die Alliierten.
00:29Hinzu kamen über 200 mündliche Zeugenaussagen im Hauptkriegsverbrecherprozess und über 140 schriftliche Zeugenaussagen.
00:37Erdrückende Beweise. Wie sollte man da eine Verteidigung aufbauen?
00:41Die deutschen Verteidiger hatten einen genialen Trick. Sie riefen, Siegerjustiz, ein Kampfbegriff, der bis heute wirkt.
00:49WUTOS I. Die Lüge von der Siegerjustiz. Rechte Netzwerke und Verschwörungsideologen rufen es täglich in ihre Kameras.
00:57Die da oben machen die Regeln. Damals wie heute. Die westlichen Systemparteien würden das Recht nach Belieben beugen.
01:04Das Argument der NS-Verteidiger klang erst einmal logisch. Sie sagten, man kann uns nicht verurteilen.
01:10Das Gesetz gegen einen Angriffskrieg gab es damals noch gar nicht. Rückwirkungsverbot? Kein Verbrechen ohne Gesetz.
01:17Klingt fair, oder? Ist es aber nicht. Das war eine zynische Schutzbehauptung.
01:23Die Verbrechen der Nazis waren so barbarisch. Ihr Ausmaß so groß. Es gab einfach keinen Maßstab für diese Verbrechen.
01:30Noch nie wurde in derartiger Form ein Vernichtungskrieg gegen die Zivilbevölkerung geführt.
01:34Der Rechtsgelehrte Gustav Radbruch fand die Lösung. Die Radbruchsche Formel.
01:40Sie besagt, wenn ein Gesetz die Menschenwürde bewusst mit Füßen tritt, dann ist es kein Recht. Es ist Unrecht.
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01:55Wissen und Fakten statt Hass und Hetze.
01:57Wissen und Fakten stattfindet St.
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