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00:00faszinierende Wirkung aus. Man weiß natürlich, dass man im Grunde genommen
00:03nur bedrucktes Papier in der Hand hat. Dennoch geht von diesem Papier ganz
00:09offensichtlich eine geheime Kraft aus. Eine Kraft, die gelegentlich auch von
00:13kriminellen Zeitgenossen ausgenutzt wird. Da tritt zum Beispiel im süddeutschen
00:17Raum seit einiger Zeit eine Tätergruppe auf, die mit solchen Geldbindeln,
00:21allerdings mit Geldbindeln ganz besonderer Art, ihr kriminelles Gewerbe betreibt.
00:26Wie viele andere Täter haben auch Sie es, vor allem auch ältere Leute
00:30abgesehen, von denen Sie annehmen, dass Ihre Ersparnisse nicht auf der Bank,
00:34sondern zu Hause in einer Schublade liegen.
00:43Guten Tag. Entschuldigen Sie, wohnt hier die Frau Guschinski?
00:48Guten Tag. Wie war der Name?
00:51Guschinski.
00:52Guschinski? Nie gehört.
00:54Ja, aber die soll hier wohnen.
00:57Hier in der Straße?
00:58Ja.
00:59Ja, wissen Sie ja nicht die Hausnummer.
01:01Doch, 23.
01:02Ja, das ist hier. Aber da wohnt keiner, der Guschinski heißt.
01:08Jetzt laufen wir schon zwei Stunden hier rum. Immer das Geld in der Tasche.
01:12Ich weiß, aber was willst du machen?
01:14Also mir wird das langsam zu gefährlich. Ich kriege schon Angst.
01:17Wissen Sie, wir sollen bei der Frau Guschinski eine Wohnung kriegen.
01:22Ah ja. Tja, da kann ich Ihnen leider auch nicht helfen.
01:26Ach hören Sie, Sie sind so ein netter Mann. Könnten Sie nicht wenigstens unser Geld so lange aufbewahren,
01:31bis wir die Frau gefunden haben?
01:33Was ist das denn für ein Geld?
01:38Hier.
01:399000 Mark in Hundertern.
01:41Und das schleppen Sie so einfach mit sich rum?
01:44Das ist es ja.
01:45Ich habe schon direkt Angst.
01:47Das haben wir heute bekommen von der Stadt.
01:49Als Entschädigung.
01:51Ach ja.
01:52Weil unsere Eltern im KZ umgebracht worden sind.
01:55Oh Gott, das tut mir leid.
01:57Aber wieso haben Sie das Geld denn erst jetzt bekommen?
02:00Das ist so, wir waren lang in Amerika und sind jetzt erst zurückgekommen.
02:04Wir haben gar nicht gewusst, dass man das beantragen kann.
02:06Ah ja, der Formularkram.
02:08Da kennt sich kaum einer richtig aus.
02:10Wie ist es? Helfen Sie uns?
02:12Ja, wie stellen Sie sich das denn vor?
02:15Ich kann doch nicht einfach für wildfremde Leute Geld aufheben.
02:18Ach bitte, nur für eine Stunde, dann holen wir es wieder ab.
02:21Nur damit meine Schwester keine Angst mehr zu haben braucht.
02:24Sie sehen so vertrauenswürdig aus.
02:26Bei Ihnen ist das Geld ganz bestimmt gut aufgehoben.
02:29Ja, meine Dwegen, da kommen Sie mal mit rein.
02:32Das ist sehr lieb von Ihnen.
02:34Da fällt uns ein Stein vom Herzen.
02:35Bitte.
02:36Danke.
02:39So.
02:41Dankeschön.
02:42Dankeschön.
02:46Das muss aber ganz sicher sein, damit ich beruhigt bin.
02:48Ja, ja, wir können Sie da drüben im Wohnzimmerschrank deponieren.
02:59Da habe ich mein Geld auch und meine ganzen Papiere.
03:12Oder hier.
03:13Da gibt es doch sicher ein Geheimfach.
03:15Nein, nein.
03:16Ein Geheimfach gibt es da nicht.
03:18Schade.
03:19Ich dachte nur, es sieht so antik aus.
03:21Ah, das ist ein Erbstück.
03:28Mir wäre es auch lieber, wir würden das Geld da reintun.
03:30Dann gibt es nämlich keine Verwechslung.
03:32Na gut, dann geben Sie her.
03:34Aber Sie holen es dann nachher bestimmt wieder ab.
03:36Nicht, dass ich dann drauf sitzen bleibe.
03:38Keine Sorge, in einer Stunde sind wir wieder da.
03:40Hier sind die 9000 Mark.
03:44Es ist sehr nett von Ihnen, dass Sie uns helfen.
03:46So, jetzt müssen wir uns aber beeilen,
03:49dass wir die Frau Goschinski finden.
03:51Hoffentlich haben Sie Glück.
03:52Wir klappern halt nochmal die anderen Häuser ab.
03:54Wiedersehen.
03:55Wiedersehen.
04:00Bis zum nächsten Mal.
04:35Das gibt es doch nicht.
04:42Leider doch.
04:43Ich habe hier eine solche Pralinen-Schachtel.
04:46Auf den ersten Blick ist sie wirklich einem echten Geldbündel zum Verwechseln ähnlich.
04:51Auch der Hersteller dieser Pralinen hat also die Faszination,
04:55die von einem Geldbündel ausgeht, für seine Zwecke benutzt.
04:59In seinem Fall natürlich völlig legitim.
05:04Zum nächsten Thema, das in dieser Woche wieder besonders aktuell ist.
05:09Jahr für Jahr wechseln in der Bundesrepublik rund 6 Millionen gebrauchte Personenwagen die Eigentümer.
05:14Eine große Rolle spielt dabei der direkte Verkauf von Privat an Privat.
05:19In vielen deutschen Städten haben sich in den vergangenen Jahren an den Wochenenden spezielle Automärkte etabliert.
05:31Wer sein Auto verkaufen will, muss eine kleine Gebühr entrichten.
05:35Dafür bekommt er ein Verkaufsschild und zwei Kaufverträge.
05:45An einem Sonntag im vergangenen Herbst versucht auch der Busfahrer Holger Stephan aus Mainz,
05:51seinen alten Opel Kadett zu verkaufen.
05:53Der Wagen ist gut gepflegt und verfügt auch über einige Extras.
05:59Holger Stephan will versuchen, mindestens 3000 Mark dafür zu bekommen.
06:03Weil auf solchen Märkten erfahrungsgemäß gehandelt wird,
06:07setzt er den Preis vorsichtshalber ein bisschen höher an.
06:32Nee, unter 3000 geht da überhaupt nichts.
06:35Tut mir leid.
06:36Dann halt nicht.
06:38Einen erinnern wir mich schon.
06:40Ach, wir finden bestimmt noch einen Eingang.
06:43Es dauert nicht allzu lange, bis ein ernsthafter Interessent auftaucht.
06:51Scheint ganz gut in Schuss zu sein.
06:53Wie viele Kilometer hat er denn?
06:54Etwas über 40.000.
06:56Baujahr 82.
06:57TÜV bis Oktober 88.
06:59Der rechte Scheinwerfer ist nicht in Ordnung.
07:01Da ist Wasser dran.
07:02Das wollte ich noch reparieren lassen, aber ich habe es nicht mehr geschafft.
07:05Kann ich mich mal in Steuer setzen?
07:06Aber natürlich, klar.
07:12Der Mann scheint etwas von Autos zu verstehen.
07:19Bevor er sich über die Preisforderung äußert,
07:22inspiziert er den Opel Kadett auf Herz und Nieren.
07:24Sicher doch.
07:38Können Sie mal den Motor anlassen?
07:39Ja, ja, gerne.
07:49Läuft schön rund.
07:50Kann man nicht anders sagen.
07:51Kann ich wieder ausmachen?
07:52Ja, ja, danke.
07:593,5 wollen Sie dafür haben.
08:00Ja, das ist so meine Vorstellung.
08:02Ich glaube, das ist ein fairer Preis.
08:04Tja, also, das Auto ist okay, aber 3,5.000, so viel wollte ich eigentlich nicht ausgeben.
08:11Viel Spielraum ist da aber nicht.
08:14Wie weit könnten Sie denn runter?
08:17Ich habe den gerade erst noch durchchecken lassen.
08:19Und das Radio lasse ich ja auch drin.
08:223,2, könnten wir uns darauf einigen?
08:24Das sind ja fast 10 Prozent.
08:27Also, für 3,200 nehme ich ihn.
08:31Na gut, sei es drum.
08:33Ich habe so einen Kaufvertrag da.
08:36Schneller als gedacht wird Holger Stephan seinen Wagen los.
08:403,200.
08:41Und insgeheim freut er sich riesig, dass der Kaufpreis sogar über seinen Mindestvorstellungen liegt.
08:53So, jetzt brauche ich nur noch Ihren Namen und Ihre Adresse.
08:56Günter Worringen.
08:57Worringen mit zwei R.
08:59Heinrich-Heine-Straße 47.
09:01Worringen.
09:02Bei aller Freude über den schnellen Verkauf bleibt Holger Stephan aber vorsichtig.
09:07Er weiß, dass auf solchen Automärkten auch schräge Typen verkehren.
09:13Entschuldigung, aber haben Sie vielleicht Ihren Ausweis dabei?
09:15Es soll ja kein Misstrauen sein.
09:17Ja, verstehe ich.
09:22Also, für mich ist das in Ordnung.
09:30Mit dem Bezahlen, wie wollen wir das machen?
09:33Soll ich das Geld überweisen?
09:35Na, kommt drauf an, ob Sie den Wagen gleich mitnehmen wollen.
09:38Das wollte ich eigentlich schon.
09:39Ich brauche ihn nämlich dringend.
09:41Na, dann geht überweisen nicht.
09:42Da müsste ich das Geld schon gleich haben.
09:45Ah, so viel Geld habe ich natürlich nicht dabei.
09:47Ich könnte Ihnen was anzahlen und den Rest per Scheck.
09:55400 könnte ich Ihnen geben, das andere per Scheck.
09:58Na ja, das müsste gehen.
09:59Ich habe ja Ihre Personalien.
10:04Holger Stephan glaubt, kein Risiko einzugehen.
10:07Die Anzahlung und die ganz selbstverständlich überlassenen Personalien bestärken ihn in der Meinung,
10:13es mit einem seriösen Kunden zu tun zu haben.
10:29Gute Fahrt.
10:31Danke.
10:32Wiedersehen.
10:33Wiedersehen.
10:35Wiedersehen.
10:56Herr Stetscher.
10:57Tag.
10:57Stellen Sie sich vor, ich bin den Wagen losgefahren.
10:59Auf Anhieb.
11:00Das ist ja schön.
11:01Und?
11:01Für wie viel?
11:023.200.
11:03Hier ist der Scheck.
11:05Das ist ganz gut, ich wäre sogar auf 3.000 runtergegangen.
11:07War aber nicht nötig.
11:09Oh, alles auf einen Scheck.
11:12Kennen Sie den Käufer?
11:14Nein, wieso?
11:15Na ja, bei Schecks über größere Summen ist das immer so eine Sache.
11:19Ich habe doch die Anschrift.
11:20Er hat mir den Ausweis gezeigt.
11:22Na, ich kann ihn ja mal überprüfen.
11:24Von der Sparkasse Mannheim.
11:25Da müsste ich mal anrufen.
11:27Na, ich bin ein bisschen in Eile.
11:28Könnten Sie mir zu Hause Bescheid sagen?
11:29Ja, gern, mache ich.
11:30Danke.
11:31Wiedersehen.
11:31Wiedersehen, Herr Stefan.
11:40Das könnte die Bank sein.
11:47Stefan?
11:49Ah, Sie sind's.
11:51Und, wie sieht's aus?
11:55Nein, Sie machen Witze.
11:57Das kann doch nicht wahr sein.
12:00Geklaut?
12:02Folgewoche?
12:03Und inzwischen gesperrt?
12:05Zur Polizei?
12:07Ja, das mache ich, natürlich.
12:10Zum Glück habe ich ja die Adresse.
12:12Trotzdem, vielen Dank und auf Wiederhören.
12:16Du, der Scheck ist geplatzt.
12:19Der Kerl kann was erleben.
12:21Hoffentlich war wenigstens der Ausweis in Ordnung.
12:25Diese Hoffnung ging leider nicht in Erfüllung.
12:27Ausweis und Scheck, es handele sich nicht um einen Euro, sondern um einen gewöhnlichen Verrechnungsscheck, erwiesen sich als gestohlen.
12:35Die Täter gehörten offensichtlich zu einer von mehreren Banden, die sich auf diese Betrugsmethode spezialisiert haben.
12:42Insbesondere in Norddeutschland haben sie private Autoverkäufer reihenweise hereingelegt.
12:48Die Autos verschwinden in aller Regel auf Nimmerwiedersehen.
12:51Die Ermittlungen der Polizei haben ergeben, dass sie oft noch am selben Tag ins Ausland verschoben werden.
12:57Zu statten kommt den Betrügern, dass sie Schecks am Wochenende nicht überprüfen lassen.
13:02Das gilt natürlich auch für Postchecks, die von diesen Canoven ebenfalls gerne verwendet werden.
13:08Also, Vorsicht bei Schecks, die man nicht sofort überprüfen lassen kann.
13:12In so einem Fall ist es besser, die Übergabe des Autos auf den nächsten Wochentag zu verlegen.
13:19Kein Risiko geht man mit Euro-Schecks ein, wenn man die versicherte Summe von 400 Mark pro Scheckformular beachtet.
13:27Bei größeren Beträgen lässt man sich entsprechend mehr Schecks ausstellen.
13:33So, und nun zu einem weiteren aktuellen Thema.
13:36Sie wissen sicher, in diesen Tagen und Wochen um Ostern herum wird überall im Lande Konfirmation oder Kommunion gefeiert.
13:43Für die Familien, besonders für die Kinder, meist ein großes Fest.
13:47Ein Fest, auf das sich aber auch eine ganze Reihe zwielichtiger Gestalten eingerichtet hat.
13:55Es ist üblich geworden, den Kindern zur Konfirmation oder zur Kommunion Geld zu schenken.
14:00Verwandte und Freunde beteiligen sich an diesem Brauch genauso wie viele Nachbarn.
14:06Der hat ja auch was geschenkt bekommen.
14:12In den Briefkästen der betreffenden Familien landen deshalb an den Tagen vor dem Fest nicht selten Beträge von mehreren hundert
14:19Mark.
14:21Nun, ich glaube, meine Damen und Herren, sieh an bereits, wie die Geschichte weitergeht.
14:25Denn es gibt nun einmal Menschen, die keine Skrupel haben, wenn sie ans Geld anderer Leute kommen können.
14:49Der Schaden, der in den letzten Jahren jeweils um die Osterzeit entstanden ist, geht sicher in die Hunderttausende.
14:54Genaue Zahlen gibt es nicht.
15:11Niemand, dessen Briefkasten aufgebrochen worden ist, weiß, wie viele Freunde und Verwandte und Nachbarn den betreffenden Kindern etwas zugedacht haben.
15:19Hier ein paar fast gleichlautende Zeitungsinserate, die für sich sprechen.
15:25Zitat
15:35Sie sehen, meine Damen und Herren, man sollte Geld wirklich nicht im Brief verschicken, auch dann nicht, wenn man den
15:41Brief selbst in den Kasten wirft.
15:43Da ist es schon besser, zu klingeln und den Umschlag persönlich abzugeben oder eben den sicheren Weg der Post-
15:50und Banküberweisung zu benutzen, wenn es dann schon unbedingt ein Geldgeschenk sein muss.
15:56Der nächste Beitrag, Zielgruppe Wohnungsinhaber.
16:01Davor ein paar Zahlen.
16:03In der Bundesrepublik werden jährlich weit über zwei Millionen Diebstähle registriert.
16:07Etwa 200.000 dieser Straftaten sind Einbrüche in Häuser und Wohnungen.
16:12Der Schaden weit über 600 Millionen Mark.
16:16Das Thema Sicherheit für Haus und Hof erhält also von Jahr zu Jahr einen größeren Stellenwert.
16:22Aber, wie das so ist, immer wenn etwas in Mode kommt, wenn sich ein Trend abzeichnet, dann springen auch Nepper,
16:29Schlepper und Bauernfänger auf diesen Zug auf.
16:31Im folgenden Fall geht es um dubiose Firmen, die ihre Hilfe anbieten, ausgerechnet bei der Sicherung von Haus- und
16:38Wohnungstücken.
16:39Ja, so müsste das dann funktionieren.
16:41Und bei den Schlössern, wie sieht es denn da aus?
16:44Tja, da gibt es eine Menge Möglichkeiten.
16:47Kommt ganz darauf ein, was die ausgeben wollen.
16:49Ach, hätten Sie vielleicht ein paar Prospekte für mich, dann kann ich mir das Ganze zu Hause in Ruhe mal
16:54durchsehen.
16:54Aber gerne, ich gebe Ihnen mal ein bisschen was mit.
16:57Oh, danke.
17:03Sagen Sie, ist da eigentlich auch Ihre Adresse drauf und Telefonnummer?
17:07Aber natürlich, hier.
17:09Sehen Sie, Haushalt und Eisenwaren, Koch, Adresse, Telefon, alles drauf.
17:13Okay.
17:13Der Fachhandel berät jedermann gern.
17:16Das Informationsmaterial, das er dabei ausgibt, wird gelegentlich aber auch für einen raffinierten Schwindel benutzt.
17:24Für einen Schwindel, bei dem der gute Name seriöser Fachhändler schamlos missbraucht wird.
17:30Besonders in den großen Wohnanlagen, in denen in neuerer Zeit sehr häufig Tageseinbrecher unterwegs sind,
17:36haben die Schwindler leichtes Spiel.
17:44Mit einer gewissen Vorliebe haben Sie es auf Frauen abgesehen, die entweder allein zu Hause sind oder aber ohnehin allein
17:52leben.
17:52Die Namensschilder geben darüber oft schon erste Auskunft.
18:13Tag, Frau Hübernitz.
18:14Ich komme wegen der Tür.
18:16Wegen was für einer Tür?
18:17Na, diese hier. Ihre Wohnungstür.
18:20Na, Sie haben doch sicherlich den Aussagen von der Hausverwaltung gelesen.
18:23Die Firma Koch hat den Auftrag, alle Türen zu überprüfen.
18:26Na, wegen der Sicherheit.
18:27Nein, also, ehrlich gesagt, den habe ich nicht gesehen.
18:30Oh, bitte. Sie können sich das gerne mal in Ruhe durchlesen.
18:33Ich schaue mir inzwischen schon mal das Schloss an.
18:36Na ja, gut, dann machen Sie mal.
18:39Ach, da habe ich noch was.
18:42Es hat dieser Tage gerade in der Zeitung gestanden.
18:45Da hat es wieder so eine Einbruchsserie gegeben.
18:48Die Täter haben sich ausschließlich Türen mit alten Schlössern ausgesucht.
18:52Ja, genau wie Ihres hier.
18:55Auch Clara Wibranetz ist ein leicht zu gewinnendes Opfer.
18:59Der Brief der Hausverwaltung tut seine Wirkung.
19:01Dass dieses Schreiben gefälscht ist, bemerkt die alte Dame nicht.
19:05Und der Zeitungsartikel beeindruckt Sie zusätzlich.
19:12Na, wie sieht's aus?
19:14Also, nee.
19:16Das Schloss hier, das können Sie vergessen.
19:18Na, da können Sie die Tür praktisch gleich offen stehen lassen für einen Einbrecher.
19:21Ja, um Gottes Willen.
19:22Ja, da hilft nur eins.
19:25Auswechseln.
19:26Und eine Rosette auf dem Zylinder.
19:28Ja, und dann kann keiner mehr hier rein?
19:30Nee.
19:31Dann ist das absolut sicher.
19:32Und von innen noch eine Sicherheitskette vorlegen?
19:34Na, dann können Sie wieder ruhig schlafen, ne?
19:36Meinen Sie?
19:37Ganz sicher.
19:39Ja, das machen wir doch gleich.
19:41Ich hab doch alles dabei, was?
19:43Es kommt mir alles ein bisschen plötzlich.
19:45Aber, wo Sie schon mal da sind, wie lange dauert das denn?
19:49Ich muss nämlich nur einkaufen.
19:51In einer guten halben Stunde ist alles erledigt.
19:53Ich brauch ja wohl nicht dabei zu stehen, oder?
19:55Ich war nämlich grad beim Spülen.
19:57Nein, nein.
19:58Ich mach das schon.
19:59Na gut.
20:00Wenn Sie was brauchen, dann rufen Sie mich.
20:02Ach hier, das brauchen Sie ja noch.
20:04So.
20:05Danke.
20:08Wieder einmal ist der angebliche Sicherheitsfachmann am Ziel.
20:25Der Mann arbeitet dann recht schnell und routiniert.
20:28Das Schloss, das er einbaut, ist allerdings bei weitem nicht so gut und so stabil, wie er das behauptet.
20:45Hallo?
20:47Frau Wibrandens?
20:49Ich werde uns so weit.
20:58Oh, das geht ja wirklich flott.
21:03Da kommt jetzt keiner mehr ran von außen.
21:05Und eine stabile Sache ist das auch.
21:07Ach ja, und wegen der Sicherheitskette, da gucke ich bei Gelegenheit nochmal vorbei.
21:11Die hab ich nämlich heute nicht mit.
21:13Ja.
21:14Schließt sich gut.
21:15Ach ja, und dann bekomme ich von Ihnen noch 269,61, Frau Wibrandens, wenn Sie das Blatt passend hätten.
21:23Ja wie, das, das soll ich bezahlen? So viel?
21:26Tja, aber Sie haben doch den Brief gelesen von der Hausverwaltung.
21:29Sie müssen das Geld vorlegen und es wird dann mit der nächsten Miete verrechnet.
21:34So genau hab ich das nicht verstanden.
21:37Oh, bitte, ich kann's Ihnen gerne nochmal zeigen.
21:39Nein, nein, ist schon gut.
21:41Ich weiß nur nicht, ob ich so viel Geld da hab.
21:43Wie viel war das nochmal genau?
21:45269,61.
21:47Moment mal.
21:54Eigentlich schon ein starkes Stück von der Hausverwaltung und so zu überfallen.
21:58Wenn ich das Geld nur nicht da hätte.
22:00Tja, Frau Wibrandens, dann könnte ich Ihnen leider die Schlüsse nicht übergeben.
22:05Das wäre ein Ding.
22:07Danke.
22:08So, und da hab ich noch ein Prospekt von Ihrem neuen Schloss.
22:13Aha.
22:14Wenn mal irgendwas sein sollte.
22:15Firma Koch, Adresse und Telefonnummer steht drauf.
22:18Naja, kennen Sie ja bestimmt.
22:19Ja.
22:20Jederzeit bereit.
22:21Ihr Wechselgeld.
22:22Ja, danke.
22:24Ich bedanke mich auch.
22:26Wiedersehen, Frau Wibrandens.
22:27Ja, wiedersehen.
22:30Ich brauche sicher nicht mehr viel zu erklären, meine Damen und Herren.
22:33Der Mann hat weder etwas mit den Eisenwagengeschäften zu tun, deren Prospekte er verteilt hat,
22:39noch mit ortsansässigen, seriösen Schlüsseldiensten.
22:42Er gehört vielmehr zu den schwarzen Schafen der Branche.
22:46Und das wissen Sie ja.
22:48Nur um solche geht es in dieser Sendereihe.
22:50Deshalb sind auch die Namen von Firmen und Personen hier stets geändert.
22:57Manche dieser betrügerischen Schlossverkäufer bedienen sich im Übrigen einer geradezu unglaublichen
23:02Variante.
23:03So als sei es die selbstverständlichste Sache der Welt, machen Sie sich geräuschvoll an
23:08fremden Wohnungstüren zu schaffen.
23:10Vornehmlich dann, wenn Sie sich halbwegs sicher sind, dass jemand zu Hause ist.
23:14Und dann nützen Sie den Überraschungseffekt geschickt für Ihre schrägen Geschäfte aus.
23:41Und dann geht die Geschichte im Prinzip so weiter, wie Sie sie vorhin gesehen haben.
23:46Für viel Geld wird der Frau ein minderwertiges Schloss eingebaut.
23:50Treppenterrier werden Gauner dieses Typs übrigens im Milieu genannt.
23:56Wieder einmal kann ich nur daran erinnern.
23:58Bei Geschäften an der Haustür ist eigentlich immer Vorsicht geboten.
24:02Und wenn jemand behauptet, er käme von der Hausverwaltung, einer Firma oder einer Behörde
24:08und man selbst weiß nichts davon, dann empfiehlt es sich, sich bei der entsprechenden Stelle
24:13kurz telefonisch zu vergewissern.
24:18Unser letzter Fall ist wieder einmal eine Geschichte, die einen gewissen Schmunzeleffekt auslösen könnte.
24:24Allerdings nur dann, wenn man selbst nicht der Betroffene ist.
24:28Schauen Sie sich es also an.
24:30Eine ganz alltägliche Szene in einem Kaufhaus irgendwo in Deutschland.
24:36Ein Ehepaar erledigt ein paar Einkäufe.
24:38Das nächste Ziel der beiden, nennen wir sie Marion und Günther Althoff, ist die Elektroabteilung.
24:51Zunächst aber gibt es noch eine kleine Verzögerung.
24:54Du Günther, ich verschwinde gerade mal eben.
24:56Wie?
24:56Du kannst dich ja schon mal alleine umsehen.
24:58Ach so, na klar.
24:59Ich gucke mal hier ein bisschen rum.
25:01Und sonst bin ich drüben bei den Kaffeeautomaten.
25:09Dass man auf einer öffentlichen Toilette nicht allein ist, das weiß man.
25:14Und so rechnet natürlich Frau Althoff nicht damit, dass die Frau, an der sie vorbeigeht,
25:19sich hier mit der Absicht aufhält, das stille Örtchen für ihre Zwecke zu entfremden.
25:34Rasch und offensichtlich geübt, kommt die Frau in der Nachbar-Toilette dann zur Sache.
25:48Hey, was soll denn das? Was machen Sie denn da?
25:50Hunger, hör!
25:52Halt!
25:53Meine Tasche, halt!
25:56Frau Althoff hat in ihrer gehandicapten Situation gar nicht die Chance,
26:01schnell genug zu reagieren.
26:07Günther! Günther!
26:10Meine Tasche ist weg!
26:12Geklaut aus der Toilette!
26:18Auch Herr Althoff konnte nicht mehr helfen.
26:21Die Trickdiebin war im Kaufhaustrubel verschwunden.
26:24Das Ganze wirkt vielleicht wie ein Witz,
26:26aber wenn man sich einmal in die Situation der Betroffenen versetzt,
26:30vergeht einem eigentlich sehr schnell das Lachen.
26:33Was bleibt, ist die Empfehlung,
26:35Handtaschen und Wertsachen immer in Reichweite zu behalten,
26:39auch dort, wo man sich normalerweise sicher und unbeobachtet fühlt.
26:44Tja, meine Damen und Herren,
26:46das war eine weitere Ausgabe unserer Sendereihe
26:48Vorsicht Falle.
26:49Ich hoffe, dass auch für Sie etwas Nützliches und Wissenswertes dabei war.
26:55Guten Abend.
26:56Guten Abend.