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Mehr als zehntausend Geflüchtete blicken in der spanischen Exklave Ceuta weiterhin in eine ungewisse Zukunft. Während ihnen die Spanierin Sabah hilft, empfinden viele Einwohner der Stadt die Migranten als Belastung.

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Transkript
00:01Ceuta, spanisches Staatsgebiet an der marokkanischen Küste.
00:05Immer wieder versuchen afrikanische Migranten hier europäischen Boden zu erreichen.
00:11Doch sie landen nur in einer Sackgasse. Die Spannungen nehmen zu. Wie verkraftet das die Stadt?
00:18Irgendwas stimmt da nicht. Marokko öffnet die Grenze und Spanien reagiert nicht.
00:23Und wird halt die Rechnung? Wir Bürger.
00:26Und die Migranten glauben, dass sie aufs spanische Festland gebracht würden.
00:30Und jetzt hängen sie hier fest. Kein Asyl, nichts.
00:35Bis zu 14.000 Geflüchtete sollen sich derzeit in der spanischen Exklave Ceuta aufhalten.
00:41Eine große Belastung für die kleine Stadt.
00:45Sabahamed Mohamed ist Spanierin mit marokkanischen Wurzeln.
00:49Sie engagiert sich für die Migrantinnen und Migranten.
00:53Wenn ich all die Kinder sehe, die alleine sind, oder jemanden ohne Schuhe, dann zerreißt es mir das Herz.
01:00Wir sind doch privilegiert.
01:02Die 65-Jährige hilft seit Jahren, wo sie kann.
01:06Kocht für Geflüchtete, bietet ihnen Unterkunft, so wie anfangs viele.
01:11Die meisten haben geholfen. Sie haben ihre Wohnungen zur Verfügung gestellt, Lebensmittel.
01:17Alles Lebensnotwendige haben die Bürger gestellt.
01:23Schon 2021, beim ersten Massenansturm auf Ceuta, ist sie im Einsatz,
01:28als an einem Tag 8.000 Menschen von Marokko aus die spanische Grenze überwinden.
01:33Sabah verteilt Corona-Masken, Kleidung, Essen.
01:392021 war das erste Mal, dass so viele Leute gekommen sind, aber bei weitem nicht so viele wie jetzt.
01:45Und diesmal sind auch viele Gewaltbereite gekommen.
01:51Einer von denen, die sich ganz friedlich ein neues Leben aufbauen wollen, ist Beshir Maimouni.
01:57Der 21-Jährige sagt, er wolle in Europa Geld verdienen, um seiner Mutter in Marokko zu helfen.
02:03Bei Sabah hat er Unterschlupf gefunden und packt hier mit an.
02:10Ich gehe nicht viel raus auf die Straße. Ich will keine Probleme. Mit niemandem.
02:16Ich will einfach nur eine Chance haben für meine Zukunft.
02:22Weil aber so viele Flüchtlinge hier festsitzen, fühlen sich die meisten Einwohner unsicher.
02:28Überall zeigen sie die Fahnen von Spanien und Ceuta, auch aus Angst, dass ihre Exklave marokkanisch werden könnte.
02:37Die schlagen sich irgendwie durch. Aber man muss das doch regeln, mit Papieren. Nicht so.
02:44Das ist gefährlich für unsere Stadt und unser Land. Das ist eine Invasion.
02:48Und die Regierung hat keine handfesten Entscheidungen getroffen.
02:54Die aktuelle spanische Regierung ist in der Krise. Hat Neuwahlen angekündigt.
02:59Omar Saib macht das Hoffnung. Er vertritt die Nachbarschaftsvereinigungen von Ceuta.
03:07Wir wollen, dass der, der die Wahlen gewinnt, endlich was tut. Irgendwas, das er uns nicht alleine lässt.
03:15Die Lage eskaliert. Ende Juli 2026. Diesmal sind es 80.000 Menschen, die von Marokko aus die Grenze überwinden.
03:24Viele schwimmen an der Küste entlang nach Ceuta. Die Polizei völlig überfordert.
03:32Danach hat die spanische Regierung eine 500 Meter lange schwimmende Barriere installiert.
03:37Aber viel zu spät, sagt selbst Polizeigewerkschafter Eduardo Garcia.
03:43Der Staat habe zwar hunderte Polizisten nach Ceuta geschickt. Die seien aber ständig am Limit.
03:49Und für Eduardo hat nicht nur Spanien versagt. Auch Marokko.
03:55Eines ist klar. Die Polizei und das Militär von Marokko haben nicht das Geringste unternommen, um diese Menschenmassen zu bremsen.
04:02Es ist unmöglich, das nicht zu bemerken.
04:07Im September kommt es in Ceuta erneut zu Unruhen, als spanische Sicherheitskräfte Migranten in ein Camp überführen wollen.
04:15Viele wehren sich, wollen sich nicht registrieren lassen, aus Angst dann nach Marokko abgeschoben zu werden.
04:23Wenn solche informellen Camps wie hier aufgelöst werden, flüchten viele in die Berge.
04:31Dann bleibt das Problem. Und man kann es nicht lösen.
04:39Es ist soweit. Beshir verteilt das Essen. Einen Eintopf aus Kartoffeln, Kichererbsen und Fleisch.
04:45Doch die Rationen reichen nicht. Es gibt einfach zu viele Bedürftige.
04:49Und Sabah glaubt, dass sich die Lage nicht bessern wird. Daran würden auch die spanischen Neuwahlen nichts ändern.
04:57Alle haben sie jetzt große Pläne. Aber mal sehen, ob auch Taten folgen.
05:02Jede neue Regierung kommt durch Versprechungen an die Macht. Aber vieles löst sich dann in Luft auf.
05:09Ständiger Druck. Kaum Aussicht auf Besserung. Woher nimmt Sabah die Kraft, immer wieder den Geflüchteten zu helfen?
05:19Ich habe Kinder. Ich bin Mutter, Schwester. Und das könnten doch auch unsere Geschwister sein. Unsere Kinder. Denen muss man
05:28doch helfen.
05:32Die Arbeit geht wohl nicht aus. Der nächste Ansturm, glaubt Sabah, sei nur eine Frage der Zeit.
05:46Der nächste Ansturm, glaubt Sabah.

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