- vor 3 Minuten
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SpaßTranskript
00:04Musik
00:29Guten Morgen allerseits.
00:31Guten Morgen.
00:33Morgen.
00:33Ach gut, dass du wieder einer vernünftigen Beschäftigung nachgehst.
00:37Man verblödelt im Alter, wenn man keine Aufgabe hat.
00:40Also Mama, du bist wirklich der einzige Mensch, den ich kenne, der einem was Nettes sagen kann
00:44und einen trotzdem dabei beleidigt.
00:46Ich weiß, das ist jahrelange Übung.
00:48So, Nora Siebert, unsere neue Anwältin, kennst du ja vielleicht schon.
00:52Moin.
00:53Guten Morgen.
00:53Die Altlast.
00:54Bitte?
00:55Verzeiht, dass mal frischer Wind in den Laden kommt.
00:57Naja, du hast doch nur frischen Wind reingebracht.
00:59Mama, wo du schon mal da bist, kannst Frau Siebert vielleicht mal zeigen, wo die Teller sind?
01:03Ach danke, ich weiß, wo die Teller stehen.
01:05Aber wenn ich Geschirr benutze, dann muss ich das ja auch wieder wegbringen und abwaschen
01:08und einräumen und ein ewiger Kreislauf und Verschwendung meiner Arbeitskraft.
01:11Ja, aber die Lebensmittel auf dem Schreibtisch, die machen wirklich keinen guten Eindruck auf unsere Mandanten.
01:16Ja, wenn mal Mandanten da wären, ne?
01:18Also Ihr Partner hat mir ja versprochen, dass ich hier gleich in die Vollen gehen kann.
01:22Also, wann kriege ich meinen nächsten Fall?
01:24Jetzt kriegen Sie erstmal einen Teller.
01:27So, hier, das ist wichtig.
01:29Bitte nicht wieder in die Ablage.
01:35Ist die immer so etipetete?
01:38Ja.
01:41Unmöglich.
01:42Ich hab dir ja gesagt, die ist etwas ungeschliffen.
01:54Bist du irgendwie sauer?
01:56Nein.
01:59Ich fasse es nicht, dass ihr das so habt schleifen lassen.
02:03So, könntest du mich mal bitte auf den aktuellen Stand bringen?
02:06Eigentlich weißt du alles schon.
02:08Mein ehemaliger Freund Robert hat Baumaschinen an Investoren verkauft, die es gar nicht gab.
02:13Als das ganze mehr und mehr aus dem Ruder gelaufen ist, da wollte er, dass ich ihm helfe, da irgendwie
02:17wieder rauszukommen.
02:18Aber dann hätte ich mich ja an dem Betrug beteiligt.
02:21Und zum Dank habe ich jetzt ein Strafverfahren wegen Mandantenverrat am Hals.
02:25Allerdings.
02:28Ich habe deine Akten gelesen.
02:31Ja, als du nicht da warst.
02:33Dafür hat er keine Beweise.
02:35Aber das Problem ist, dass es ja früher schon entsprechende Vorwürfe gegen unsere Kanzlei gab.
02:40Dazu kommt, dass Heckner, der zuständige Staatsanwalt ist.
02:43Ja, der bewirbt sich außerdem gerade wieder um den Posten als Oberstaatsanwalt.
02:48Der braucht Erfolge.
02:50Das Ganze, das kann mich auch vor als Anwaltsgericht machen.
02:52Ja, und deswegen müssen wir ja auch dagegen vorgehen.
02:56Was habt ihr denn bisher unternommen?
02:58Nichts.
03:00Barbara wird aussagen, dass sie keinerlei Unterlagen von mir bekommen hat.
03:05Das ist jetzt nicht dein Ernst, oder?
03:07Ich meine, du kannst doch nicht deine Existenz und die Existenz unserer Kanzlei davon abhängig machen, ob das Gericht deiner
03:13Freundin glaubt.
03:15Du musst den Vorwurf entkräften.
03:32Hallo.
03:36Kann ich Ihnen helfen?
03:39Ich glaube, ich brauche einen Anwalt oder Anwältchen oder sowas.
03:45Guten Tag, Nora Lieberhard.
03:48Hallo.
03:49Hallo.
03:50Setzen Sie sich doch.
03:51Ja.
03:52Worum geht's denn?
03:56Mein Vermieter will in meine Wohnung, aber ich will das nicht.
04:00Ich habe das nicht so gern, wenn fremde Leute in meine Wohnung kommen.
04:04Die bringen immer alles durcheinander, aber er besteht darauf.
04:07Darauf bestehen kann er gern. Rein darf er trotzdem nicht. Nicht ohne triftigen Grund.
04:13Danke, ich spreche gerade mit der Mandantin.
04:15Ich wollte doch nur helfen.
04:18Ja, ist tatsächlich so. Ohne triftigen Grund darf der Vermieter die Wohnung gar nicht betreten.
04:22Ja.
04:23Hat er denn dann angegeben?
04:24Er hat nur gesagt, dass er sich vom Zustand der Wohnung überzeugen will.
04:29Darf er nicht?
04:31Darf er nicht.
04:32Machen Sie sich keine Sorgen. Wir werden Schreiben an den Vermieter aufsetzen
04:35und ihm bei Strafandrohungen untersagen, die Wohnung ohne triftigen Grund zu betreten.
04:40Dazu bräuchte ich seine Anschrift und am besten auch gleich seine Telefonnummer.
04:44Können Sie mir vielleicht hier einfach aufschreiben.
04:45Ja.
04:50Was tut die hier?
04:51Hä?
04:52Hä?
04:52Äh...
04:53Nein, die Mutter da.
04:54Achso, die hat hier mal gearbeitet.
04:56Ja, wahrscheinlich Heimweh.
04:58Ja. Auch eine Anwältin?
04:59Nein, aber bei verdeckten Recherchen und Ermittlungen unschlagbar.
05:03Wie viele Überraschungen habt ihr noch in der Hinterhand?
05:06Ähm, da kommen noch einige.
05:07Hallo, äh, Charlie, äh, Mama, könnt ihr mal reinkommen? Wir brauchen eure Hilfe.
05:13Machen Sie dem Vermieter die Hölle eins.
05:15Ja, mach ich.
05:20Danke.
05:22Sie müssen sich keine Sorgen machen. Wir, wir kümmern uns sofort drum.
05:24Achso, wir brauchen, äh, noch eine Vertretungsvollmacht.
05:28Einmal hier unterschreiben.
05:33Ich sag ja nur, dass ich nicht verstehe, warum ihr das alle so auf die leichte Schulter nehmt.
05:37Weil der Vorwurf komplett an den Haaren herbeigezogen ist. Da ist nicht das Geringste dran.
05:42Das ist ja schön, dass du das so siehst. Das reicht aber nicht. Wir müssen das Gericht davon überzeugen.
05:47So, wir müssen jetzt mal loslegen und zwar mit Tempo. Sonst verlierst du nämlich deine Zulassung und wir die Katze.
05:54Ja. Toll, danke.
05:57Ich ruf sie an, ja?
06:07Und was schlägst du vor?
06:09Ja, vielleicht redest du mal mit deinem Ex-Freund.
06:12Meine Rede?
06:13Das versuch ich ja die ganze Zeit, aber der geht nicht ans Telefon und der ruft nicht zurück.
06:16Och, dann streng dich doch mal an. Du weißt doch wohl, wo er wohnt, oder?
06:21Irgendwie warst du netter, bevor du deine Auszeit genommen hast.
06:24Finde ich auch.
06:26Ich mache mir...
06:28Was sollen wir tun?
06:30Ja, das, was ihr schon längst hättet machen sollen.
06:33Ich meine, wenn wir davon ausgehen, dass Markus, der Staatsanwaltschaft, diesen Tipp nicht gegeben hat
06:38und dass ein ehemaliger Freund sich das auch nicht bloß ausgedacht hat, ja, da muss der Tipp ja von irgendwem
06:44gekommen sein.
06:44Ja klar, aus seiner Firma. Aber die ist inzwischen abgewickelt und die Leute sind in alle Winde verstreut.
06:51Charlie, versuchen Sie mal rauszufinden, wo die arbeiten. Und dann versuchen Sie die auszuhorchen, ja?
06:59Äh, ich soll mit den Menschen reden? Hm?
07:01Das ist ja nicht so mein Ding. Das hat sich nicht geändert.
07:04Ach, das kann ich dann ja tun.
07:06Ja, und was machst du? Uns rumscheuchen?
07:09Ich versuche, das Ding zu gewinnen. Auch wenn ihr nichts rauskriegt.
07:14Äh, warte. Bitte kein Wort zu der Neuen.
07:17Das finde ich nicht gut. Wir fangen gerade an, gut zusammenzuarbeiten.
07:21Glaubst du, wie lange sie hier noch arbeitet, wenn sie mitbekommt, dass wir den Laden vielleicht dicht machen müssen?
07:31Hello? Family?
07:33Wo, Mami? Wo?
07:43Alles in Ordnung?
07:45Ja, klar.
08:10Robert!
08:11Was fällt dir ein, mir hier aufzulauern?
08:12Du rufst ja nie zurück.
08:14Weil ich nicht mit dir reden will. Wenn du was zu besprechen hast, tu das mit meinem Anwalt.
08:17Ich dachte immer, wir sind befreundet.
08:19Befreundet? Ja, das dachte ich auch, bevor du mich verraten hast.
08:22Was?
08:23Ach, Scheiße!
08:25Verraten? Das hab ich nicht.
08:26Hättest du mich für völlig verblödet.
08:29Ich war bei dir zu Hause und hab dir meine Unterlagen gegeben.
08:32Und als ich gegangen bin, hast du Besuch bekommen.
08:35Und inzwischen weiß ich, dass das Staatsanwältin Barbara Geldermann war, mit der du zusammen bist.
08:40Und ein paar Tage später werd ich vorgeladen und die wussten jede Menge Details.
08:44Das kann doch genauso gut jemand aus deiner Firma...
08:46Keiner in der Firma wusste irgendwas davon!
08:49Mann, ich hab nicht mal die Unterlagen da aufbewahrt.
08:51Die waren bei mir zu Hause im Safe, ja?
08:55Da hatte keiner Zugriff drauf.
08:56Niemand außer dir kannte die Details, mit denen die Staatsanwaltschaft mich konfrontiert hat.
09:03Robert!
09:08Wissen, mit deiner Hilfe hätte ich das vielleicht geschafft, mich aus dieser Klemme zu befreien.
09:13Aber dazu bist du ja zu fein gewesen, ja!
09:16Jetzt hab ich alles verloren.
09:18Nicht nur meine Firma, sondern auch meine Frau.
09:20Ja, hat sie von mir getrennt.
09:22Was?
09:22Ist zusammen mit meiner Tochter ausgezogen.
09:28Jetzt werd ich dafür sorgen, dass du auch alles verlierst.
09:34Was kann ich doch für dich machen?
09:35Weiß ich!
09:37Ist alles okay?
09:39Sag du's mir!
09:42Kanzlei Brede und Gellert, was kann ich für sie tun?
09:46Ja.
09:47Günter.
09:49Kann ich Ihnen helfen?
09:52Ja, ich wollte eigentlich...
09:54Also ich dachte mir, dass...
09:56Noch einer, der nicht mit mir redet.
09:58Ja, nö.
09:59Ja, das hab ich notiert. Vielen Dank.
10:01Tschüss.
10:03Onno, hi.
10:05Hey, Charlie.
10:07Ich war gerade in der Gegend und da dachte ich, ich komme vorbei und wollte fragen...
10:17Warum ich eigentlich noch keine Rechnung bekommen hatte.
10:19Also, weil die hab ich noch nicht.
10:20Ach so.
10:21Ja.
10:23Ja, wir haben gerade viel zu tun.
10:24Aber die kommt noch.
10:25Ja, super. Dann weiß ich ja Bescheid und dann kann ich wieder gehen.
10:31Nee, also wenn ich erst schon mal hier bin, dann kann ich bei der Gelegenheit vielleicht auch fragen,
10:35ob wir vielleicht mal zusammen einen Kaffee trinken gehen wollen würden.
10:40Ah.
10:41Ja, wir haben gerade wirklich sehr, sehr, sehr, sehr viel zu tun.
10:45Okay.
10:49Gut. Ähm, sorry. Ähm.
10:52Ja, dann. Schönen Tag.
10:56Warum hast du den denn so abblitzen lassen?
10:59Ich meine, du bist ja im Moment ganz schön gefragt.
11:02Ja, wir haben ihn gerade wegen Körperverletzung verteidigt.
11:04Aber ich dachte, ihr habt bewiesen, dass das Notwehr war.
11:07Ja, aber geprügelt hat er sich ja damals trotzdem. Das brauch ich nicht.
11:11Warum probierst du's nicht wenigstens mal, wenn du den anderen schon gegostet hast?
11:16Also, vielleicht ist er ja ganz in Ordnung.
11:26Wann genau wollten Sie mir sagen, dass Sie auf einem untergehenden Schiff angeheuert habt?
11:30Woher wissen Sie denn das? Hat Charlie was gesagt?
11:33Nee, nee, hab ich bei Ihrer Krisensitzung durch die Scheibe gesehen. Ich kann sie nicht gut lippenlesen.
11:38Einer meiner Brüder ist gehörlos.
11:40Als der Lippenlesen und Gebärdensprache gelernt hat, da hab ich einfach mitgelernt.
11:44Aber das ist ja jetzt auch kaum das Thema. Sie haben mich angeschmiert.
11:47Sie haben mir einen Job in einem Laden angeboten, der wahrscheinlich bald geschlossen wird.
11:49Wir setzen uns für unsere Mandanten ein, soweit es geht und manchmal auch darüber hinaus.
11:53Dadurch sind wir angreifbar und unser Ruf ist nicht unbedingt der beste.
11:56Aber in diesem Fall bin ich unschuldig und das werden wir nachweisen.
12:05Gut, dann werde ich Ihnen helfen, wenn ich irgendwie kann.
12:08Gut.
12:17Sind die für mich?
12:18Ja, ja, ja.
12:19Das ist aber lieb.
12:20Ich geh mal grad mit Teddy.
12:23Komm.
12:35Brauchst dich nicht mehr anstrengen, ich weiß längst Bescheid.
12:40Tut mir leid, dass ich es dir nicht gleich gesagt habe.
12:42Schon okay.
12:45Der Vermieter war in meiner Wohnung, während ich hier bei Ihnen war und jetzt habe ich eine fristlose Kündigung.
12:52Was?
12:53Warum?
12:57Ich habe Ihnen vorhin nicht alles gesagt.
13:04Wann spricht man von Messi? In Ihrem Artikel geht es um Sie?
13:07Ja, ich weiß, ich hätte nicht mit der Journalistin reden sollen, aber meine Therapeutin hat mir dazu geraten.
13:15Ich meine, da ist mein Name geändert und alles, aber der Vermieter hat mich wohl durch gewisse Details erkannt.
13:23Du, also der Vermieter ist auf jeden Fall dran wegen Hausfriedensbruch.
13:26Aber wenn wir die Kündigung abwenden wollen, dann müssen wir die Wohnung sehen.
13:36Bitte, das wäre mir nicht so richtig.
13:38Ja, ich verstehe das, aber ich glaube, anders geht es nicht.
13:42Wir werden auf keinen Fall ein Urteil über Sie fällen.
13:47Wir sind auf Ihrer Seite.
14:16Da, da bitte, bitte nicht rein.
14:18Und wir versuchen und wir arbeiten.
14:39Wir fahren!
14:40Danke.
14:56Gut. Ich muss Sie das fragen. Wären Sie in der Lage, das, was hier angesammelt ist, nach und nach zu
15:03reduzieren?
15:03Nee, das kann ich nicht. Ich bin erst ein halbes Jahr in Therapie. Ich habe erst nach und nach gelernt,
15:12alles sauber zu halten, aber mich von irgendwelchen Sachen zu trennen, das geht nicht, das kann ich nicht.
15:18Okay. Gut. Danke.
15:30Also ich hoffe, Ihr wisst, mein Opfer zu würdigen. Ich sage nur Currywurst.
15:34Oh. Aber ansonsten habe ich Glück gehabt. Ja?
15:38Und gleich drei ehemalige Angestellte sind in die gleiche Firma gewechselt. Ich habe sie zu ihrem Mittagessen verfolgt und sie
15:45dann in ein unverfängliches Gespräch verwickelt.
15:48Mama.
15:50Ja, also alle drei haben mir gesagt, dass sie aus allen Wolken gefallen sind, als sie erfahren haben, dass ihr
15:56Chef ein Betrüger ist.
15:58Aber die haben das erst begriffen, nachdem die Polizei die Firma durchsucht und alle Unterlagen mitgenommen hat.
16:05Und da gab es nicht irgendwelche Gerüchte, dass die Firma in einer Schieflage ist?
16:09Also nach dem, was die drei mir erzählt haben, hat keiner in der Firma irgendwas geahnt.
16:16Markus.
16:17Ja?
16:20Schlechte Neuigkeiten.
16:26Äh, noch was. Wir müssten auf jeden Fall ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag geben.
16:33Ich bin nicht verrückt.
16:34Natürlich nicht.
16:36Wenn ich öffentlich für verrückt erklärt werde, kann ich meinen Job verlieren.
16:38Aber es geht in dem Gutachten nicht darum, sie für verrückt zu erklären, sondern es muss festgestellt werden, dass sie
16:43ihr Verhalten nicht einfach so ändern können.
16:46Bitte vertrauen sie uns.
16:49Ich hoffe, sie sind hier, um Frau Wichert beim Auszug zu helfen.
16:52Ja.
16:52Wobei, die Möller-Frau wahrscheinlich besser wäre.
16:55Also wir sind tatsächlich hier, um Frau Wichert zu helfen.
16:57Nora Siebert, ich bin die Anwältin von Frau Wichert. Sie können sich schön auf eine Klage wegen Hausfriedensbruch gefasst machen.
17:02Und wegen der fristlosen Kündigung werden wir uns vor Gericht ziehen.
17:04Und da sie ja offenbar einen Nachschlüssel für die Wohnung haben, was ja illegal ist, wird Frau Wichert das Schloss
17:08auf ihre Kosten austauschen lassen.
17:09Hm.
17:12Das werden wir sehen, ja?
17:13Ja, das werden wir ja noch sehen.
17:30Dann haben sie es aber gezeigt.
17:33Aha.
17:33Das war erst der Anfang.
17:36Moin.
17:37Moin.
17:37Moin.
17:40Moin.
18:05Moin.
18:11Moin.
18:26Moin.
18:27Moin.
18:55Moin.
18:57Moin.
18:59Moin.
19:08Moin.
19:20Moin.
19:20Moin.
19:22Moin.
19:23Moin.
19:24Moin.
19:38Moin.
19:41Moin.
19:51Moin.
20:05Moin.
20:36Moin.
20:36Moin.
20:38Moin.
21:04Moin.
21:06Moin.
21:07Moin.
21:09Moin.
21:19Moin.
21:21Moin.
21:23Ich habe nicht mehr gewusst, wie ich mit der ganzen Situation umgehen soll.
21:26Also haben Sie den Angeklagten um Hilfe gebeten, um anwaltliche Hilfe.
21:30Ja.
21:32Sie sind also davon ausgegangen, dass alles, was Sie ihm sagen und was Sie ihm zugänglich machen, der anwaltlichen Schweigepflicht
21:37unterliegt.
21:38Natürlich.
21:40Was ist dann passiert?
21:43Ich habe ihm meine Unterlagen dagelassen.
21:46Sehr detaillierte Unterlagen.
21:48Er hat sie ein paar Tage behalten.
21:50Dann hat er mir gesagt, dass er meinen Fall nicht übernehmen kann.
21:56Ein paar Tage später habe ich eine Vorladung von der Staatsanwaltschaft bekommen.
22:00Dort hat man mich mit Fakten konfrontiert, die Wort für Wort aus meinen Unterlagen stammen.
22:06Hätte die Staatsanwaltschaft auf andere Art an diese Informationen kommen können?
22:10Niemand außer mir hatte Kenntnis von dem, was ich getan habe.
22:14Auch nicht in meiner Firma.
22:15Gegen Sie läuft ein Verfahren wegen Betrug und Insolvenzverschleppung.
22:19Ja.
22:20Ist neben Ihnen noch jemand anders angeklagt?
22:23Oder gibt es einen Kronzeugen aus Ihrer ehemaligen Firma, der über den Betrug informiert war und aussagen wird?
22:29Nein.
22:30Das heißt, es gab tatsächlich niemanden, der Bescheid wusste, außer dem Angeklagten.
22:36Ja.
22:37Nur um das klarzustellen.
22:39Mein Mandant ist ein alter Freund von Ihnen.
22:43Das dachte ich, ja.
22:44Und Sie wollten nicht etwa, dass er Ihnen hilft, bei einer möglichen Anklage wegen Betrugs,
22:49sondern Sie wollten, dass er Ihnen hilft, den Betrug zu verschleiern und die Tatsache, dass die Firma längst pleite war.
22:58Ja, schon.
22:59Ich frage mich jetzt, ob Sie ihn nicht vielleicht nur deshalb angezeigt haben, um sich an ihm zu rächen?
23:06Frau Anwältin, Sie sollen hier nicht sich fragen, sondern den Zeugen.
23:09Gut, dann frage ich mal ganz konkret.
23:13Ich habe alles verloren.
23:16Jetzt werde ich dafür sorgen, dass du auch alles verlierst.
23:19Haben Sie das zu meinem Mandanten gesagt?
23:21Ich wollte nur...
23:23Das ist eine klare Ja-oder-Nein-Frage. Haben Sie das gesagt oder nicht?
23:31Ich konnte einfach nichts wegwerfen.
23:32Am Anfang gab es noch Freunde, die versucht haben, mir zu helfen.
23:37Aber allein schon der Gedanke daran, mich von irgendwelchen Sachen zu trennen,
23:42hat mich völlig durcheinandergebracht.
23:48Also, habe ich mich lieber von den Freunden getrennt.
23:51Nach und nach.
23:54Konnte ja niemand mehr in meine Wohnung lassen.
23:57Ich bin seit einem halben Jahr in Therapie und versuche, meine Situation zu verbessern.
24:03Aber das geht nur in kleinen Schritten.
24:07Das verschwindet nicht einfach.
24:13Ich möchte in diesem Zusammenhang auf das psychiatrische Gutachten hinweisen.
24:17Das belegt, dass es sich bei dem sogenannten Messi-Syndrom um eine Zwangsstörung handelt.
24:23Außerdem darauf, dass das Messi-Syndrom seit 2013 offiziell als Krankheitsentität anerkannt wird.
24:29Außerdem möchte ich zu bedenken geben, dass der Verlust der Wohnung ein Einschnitt wäre,
24:34der nicht nur die Therapie gefährden, sondern für meine Mandantin auch bedeuten könnte,
24:38dass sie bei der aktuellen Wohnungsmarktlage in Hamburg keine andere Wohnung mehr bekommt.
24:44Ja, danke, Frau Siewert.
24:47Das Gericht wird das berücksichtigen.
24:49Was machst du denn hier?
24:51Bist du auch vorgeladen?
24:52Nein.
24:53Ich dachte, du könntest ein bisschen moralische Unterstützung brauchen.
24:56Danke.
24:57Aber du erfreust dich bestimmt auch daran, dass Markus fertig gemacht werden soll, oder?
25:00Nicht, wenn du dabei mit Uli Deredo kommst.
25:03Außerdem, Gellert ist gar nicht so übel, wie ich dachte.
25:06Auch wenn ich seine Methoden nicht mag.
25:08Das ist dir jetzt aber nicht leicht gefallen.
25:12Jetzt geht los.
25:14Es ist ein komisches Gefühl, auf der anderen Seite zu stehen.
25:17Du machst das.
25:19Drück mir die Daumen.
25:21Mach ich.
25:26Sie wollen also, dass wir glauben, dass Sie in der Wohnung des Angeklagten waren,
25:29der gerade von einem groß angelegten Betrug erfahren hat, an dem er, wie wir erfahren haben,
25:34nicht beteiligt sein wollte und er hat nicht einmal eine Andeutung gemacht?
25:39Nein.
25:41Geht's ein bisschen ausführlicher?
25:43Sie haben gefragt, ob Herr Gellert eine Andeutung gemacht hat.
25:47Hat er nicht.
25:48Also lautet die Antwort, nein.
25:50Er ist mit Ihnen verabredet und Sie finden bei ihm einen Fremden vor.
25:55Und da fragen Sie nicht mal, wer war denn das?
25:56Was wollte der?
25:57Ich nehme an, der Angeklagte war noch mit dem beschäftigt, was ihm sein Freund gerade erzählt hat.
26:02Und das wollen Sie nicht bemerkt haben.
26:04Nicht mal nachgefragt.
26:05Bedrückt dich was?
26:06Hat das was mit dem Mann zu tun, der gerade da war?
26:10Nein.
26:12Na, irgendwas werden Sie ja besprochen haben.
26:14Ja, natürlich.
26:16Was?
26:18Eine private Unterhaltung, die mit diesem Verfahren nichts zu tun hat.
26:22Ich muss Sie, die Staatsanwältin, doch wohl nicht darauf hinweisen, dass Sie hier als Zeugin die Wahrheit sagen müssen?
26:28Ich denke nicht, dass Sie das müssen, Herr Staatsanwalt.
26:31Es sei denn, Sie wollen die Zeugin einschüchtern.
26:34Auf mich wirkt sie nicht besonders eingeschüchtert.
26:37Aber auch nicht besonders ehrlich.
26:40Warum?
26:41Weil Sie nicht die Antworten bekommen, die Sie gerne hätten.
26:43Nein, weil alles gegen Sie spricht.
26:45Auch die Art und Weise, wie sie hier nur das Nötigste sagt, um bloß nichts preiszugeben.
26:48Herr Staatsanwalt, ich muss doch bitten, Staatsanwältin Guedermann ist ja als Zeugin und nicht als Angeklagte.
26:52Und Sie sollten Sie mit dem Respekt behandeln, den Sie als Zeuge auch erwarten würden.
26:56Tut mir leid, Herr Vorsitzender, aber ich bin sicher, dass die Zeugin hier Wesentliches verschweigt.
27:01Deswegen beantrage ich, Sie zu vereidigen.
27:06Das wird das Gericht am Ende der Aussage entscheiden.
27:08Ich hätte meinerseits noch ein paar Fragen an die Zeugin.
27:12Bitte.
27:13Wie lange hat das Gespräch an diesem besagten Abend mit dem Angeklagten gedauert?
27:19Ungefähr drei Minuten.
27:22Hm, warum so kurz?
27:23Also eigentlich war ich gerade erst angekommen, als es an der Tür geklingelt hat und eine Mandantin mit Herrn Gellert
27:30sprechen wollte.
27:31Und ich bin dann lieber gegangen, weil ich den Eindruck hatte, dass das Ganze sehr dringend sei.
27:37Lass uns einfach wann anders sprechen, ja?
27:40Also hätte er gar keine Zeit gehabt, Ihnen irgendwelche Details zu verraten.
27:45Ja, vor allen Dingen, weil er ja auch gar keine Muße hatte, sich vorher mit den Unterlagen zu beschäftigen.
27:49Ja, das ist doch Haarspalterei.
27:51Dann hat er es ihr eben am nächsten Tag erzählt, nachdem er Zeit hatte, die Unterlagen zu studieren.
27:55Also, Herr Staatsanwalt, jetzt müssen Sie sich aber mal entscheiden.
27:58Sie befragen die Zeugin explizit zu diesem Abend, wo das Zusammentreffen stattfand.
28:04Und jetzt spielt es plötzlich keine Rolle mehr.
28:06Ja, jetzt kann er es ihr plötzlich auch an irgendeinem anderen Tag erzählt haben.
28:10Oder vielleicht hat es auch irgendjemand anderem erzählt.
28:13Vielleicht hat es sogar Ihnen erzählt.
28:15Oder auch niemanden.
28:17Ich meine, Beweise liegen bis jetzt nicht vor.
28:19Ich möchte die Anwälte doch sehr bitten, diese Wortgefechte zu unterlassen.
28:23Ach.
28:25Gibt es noch Fragen an die Zeugin?
28:27Nein.
28:28Ich bleibe bei meinem Antrag, die Zeugin zu vereidigen.
28:37Angesichts der Bedeutung der Aussage der Zeugin stimmt das Gericht zu.
28:40Wählen Sie die religiöse oder die nicht-religiöse Eidesformel?
28:44Die religiöse, bitte.
28:45Dann stehen Sie bitte auf und heben die rechte Hand.
28:48Sie schwören bei Gott, dem Allmächtigen und Allwissenden,
28:51dass Sie nach bestem Wissen die reine Wahrheit gesagt und nichts verschwiegen haben?
28:54Ich schwöre es, sobald mir Gott helfe.
28:58Gut.
29:10Ich habe diesen Zeitungsartikel hier gelesen.
29:12Die Beschreibung einer Messifrau.
29:15Ihr Alter, dass sie Bibliothekarin ist.
29:17Ich war mir sicher, dass es sich um Frau Wichert handelt.
29:19Also habe ich ihr gesagt, dass ich in die Wohnung möchte.
29:21Und als sie sich geweigert hat, da war mir klar, dass ich richtig liege.
29:25Aber Sie haben weiter darauf bestanden, die Wohnung zu begehen.
29:29Ja.
29:30Hören Sie, ich habe schließlich eine Verantwortung allen Mietern gegenüber.
29:33Und wenn denen erst mal das Ungeziefer durch die Leitungsschächte marschiert,
29:37dann haben alle ein Problem.
29:39Also haben Sie ohne Einwilligung Ihre Wohnung betreten, ja?
29:43Ich weiß, dass das nicht in Ordnung war.
29:45Ich wusste mir nicht anders zu helfen.
29:47Und was ich da gefunden habe, das bestätigt mich nur.
29:51Dann gib mir eindeutig recht.
29:53Mhm.
29:58Ich beantrage diese Fotos nicht als Beweismittel zuzulassen,
30:01weil sie illegal aufgenommen wurden.
30:04Herr Golds.
30:07Sie haben gerade ausgesagt, was Sie in der Wohnung vorgefunden haben, habe Ihnen recht gegeben.
30:13Aber da liegen Sie falsch.
30:15Was Recht und was Unrecht ist, das entscheiden nicht Sie, das entscheidet der Gesetzgeber.
30:20Außerdem haben Sie dadurch, dass Sie die Lebenssituation meiner Mandantin fotografiert
30:24und hier durch das Vorlegen bei Gericht öffentlich und mit Ihrer Person in Verbindung gebracht haben,
30:28die Persönlichkeitsrechte meiner Mandantin verletzt.
30:30Das stimmt zwar, Frau Anwältin, ist aber nicht Gegenstand dieses Verfahrens.
30:34Ja, ich dachte nur, es wäre gut, dem Zeugen, der hier so selbstgerecht auftritt,
30:37klarzumachen, dass er im Gegensatz zu meiner Mandantin gegen das Gesetz verstoßen hat
30:41und mit einer entsprechenden Klage rechnen muss.
30:42Ich denke, Sie haben Ihren Standpunkt klargemacht.
30:44Aber hier geht es darum, zu klären, ob das Verhalten der Klägerin für die anderen Mieter unzumutbar ist.
30:50Und deshalb die Kündigung rechtens ist.
30:52Die Fotos sind nicht nur unrechtmäßig entstanden.
30:55Sie geben auch die Situation in der Wohnung meiner Mandantin nicht angemessen wider.
31:00Deshalb bitte ich das Gericht um einen Ortstermin.
31:04Was?
31:05Das, das, nein, bitte nicht, das kann ich nicht.
31:08Bitte, bitte.
31:09Ich schaffe es nicht.
31:09Das ist wahrscheinlich Ihre einzige Chance.
31:13Bitte.
31:18Glaubst du wirklich, dass dieser Ortstermin eine gute Idee ist?
31:21Ja, absolut.
31:21Ja, man hat automatisch so ein Bild von Messis im Kopf, wo so Männer in weißen Schutzanzügen
31:26die Wohnung von Dreck und Ungeziefer befreien müssen.
31:28Und dann war ich echt überrascht, dass die Wohnung zwar, also klar chaotisch,
31:31aber sauber war und noch nicht mal schlecht gerochen hat.
31:34Stimmt, das ging mir auch so.
31:35Ja, und der Richterin will es auch so gehen.
31:37Und das hilft dann uns und unserer Mandantin.
31:40Clever.
31:41Klar.
31:42Also ich bin absolut dagegen, dass du aussagst.
31:45Sie hat recht.
31:47Heckner wartet nur darauf.
31:49Ich weiß nicht, ob es euch aufgefallen ist, aber Richter Helmer hat ja nicht geglaubt,
31:52sonst hätte er nicht bereitwillig deiner Vereidigung zugestimmt.
31:55Dir wird er auch nicht glauben.
31:56Ich kann sehr überzeugend sein.
31:59Ach, wie halten Sie das aus?
32:00Ja, das frage ich mich auch regelmäßig.
32:02Bis jetzt hat Heckner nicht wirklich was vorzureisen.
32:05Also jetzt liefere du ihm nicht den Strick, an dem er dich aufhängen kann.
32:08Erinnere dich, was du von Mandanten hältst, die nicht auf ihren Anwalt hören.
32:15Ist ja schön, euch mal einig zu sehen.
32:17Aber wie so oft bin ich meiner Meinung.
32:19Richter Helmer, den kenne ich schon so lange.
32:21Dem wird meine Aussage helfen, sich auf meine Seite zu stellen.
32:25Also, normalerweise würde ich sagen, mach doch, was du willst.
32:29Es ist ja deine Beerdigung.
32:30Aber es ist nicht nur deine Beerdigung.
32:34Also, nein, du wirst nicht aussagen.
32:37Robert Hartwig hat mich mit seinem Anliegen zu Hause überfallen.
32:41Dann hat mir seine Unterlagen ja förmlich aufgedrängt.
32:45So richtig gelesen habe ich die erst am nächsten Tag.
32:47Und dann habe ich erst mal vermieden, mit ihm zu reden,
32:49weil ich wusste, dass ihm das, was ich ihm sagen würde, nicht gefallen wird.
32:53Aber dann habe ich ihm gesagt, was ich für ihn tun kann.
32:56Nämlich, ihn bei seinem Verfahren wegen Betrug und Insolvenzverschleppung zu verteidigen,
33:01wenn er sich freiwillig den Behörden stellt.
33:04Erst als er mir gesagt hat, dass er das nicht will,
33:06sondern vorhat, den Betrug fortzusetzen und die Leute weiter zu schädigen,
33:10da habe ich ihm gesagt, dass ich sein Mandat nicht annehme.
33:14Danach war die Sache für mich erledigt.
33:16Sie wussten, dass Ihr Freund weiterhin Leute um viel Geld betrügen will
33:21und wollten dagegen nichts unternehmen?
33:23Das ist nicht der Markus Gellert, den ich kenne.
33:25Ist das eine Frage?
33:28Ist Ihre Kanzlei nicht dafür bekannt,
33:30sich weit über das übliche Maß für Ihre Mandanten einzusetzen?
33:34Naja, und in diesem Fall war mein Freund Robert der Mandant.
33:37Auch wenn ich ihn letztlich nicht vertreten wollte.
33:40Ja, aber Ihre Kanzlei ist auch dafür bekannt, für die Gerechtigkeit zu kämpfen.
33:44Ich sehe da keinen Widerspruch.
33:46Sicher?
33:46Ich würde sehr gerne wissen, auf was der Herr Staatsanwalt hinaus will.
33:50Das wüsste ich ehrlich gesagt auch gerne.
33:52Mir geht es darum, darzulegen, dass die Kanzlei schon früher Mandanten verraten hat.
33:57Das ist ja schon wieder so eine haltlose Unterstellung.
34:00Ach, Frau Anwältin, das müssten Sie als Teil der Kanzlei doch besser wissen.
34:04Der Fall Daniel Bienert. Klingelt da was?
34:11Es gab niemals eine Klage in diesem Fall. Außerdem hat das ja überhaupt gar nichts mit unserem Verfahren zu tun.
34:19Doch. Es zeigt ein Muster auf.
34:22Stimmt es, dass Sie im Fall Bienert das Mandat niedergelegt haben und Ihre Kanzlei dann Material weitergegeben hat, das Ihren
34:28ehemaligen Mandanten belastet hat?
34:30Und sagen Sie jetzt besser die Wahrheit, sonst werde ich Ihre Verteidigerin in den Zeugenstand rufen und ebenfalls unter Eid
34:35aussagen lassen.
34:43Ja.
34:44Und zu einer Anzeige ist es nur nicht gekommen, weil Sie dem Geschädigten ein Schweigegeld gezahlt haben, oder nicht?
34:51Ja.
34:54Danke.
34:55Ich habe keine Fragen mehr.
34:59Ja, Teddy, du hast völlig recht.
35:03Es tut mir leid, dass ich nicht auf dich gehört habe, aber damit habe ich nicht gerechnet.
35:07Woher hat er plötzlich diese Information? Ist doch ewig her.
35:10Da ist doch nichts plötzlich.
35:12Ich meine, der sammelt doch schon seit dem ersten Moment, wo wir uns mit ihm angelegt haben, alles, was er
35:19bei uns finden kann.
35:20Mir geht aber im Moment was ganz anderes im Kopf rum.
35:25Ockhams Rasiermesser.
35:26Das bedeutet, dass...
35:27Ich weiß, was Ockhams Rasiermesser ist. Die Theorie, dass von mehreren Erklärungen für ein und denselben Sachverhalt die einfachste wahrscheinlich
35:35die richtige ist.
35:36Und?
35:37Ja.
35:38Dein Freund, der hat gesagt, dass in der Firma niemand was von dem Betrug wusste.
35:43Und dass er die Unterlagen nur bei sich zu Hause hatte.
35:47So.
35:48Was folgt daraus?
35:49Ganz logisch.
35:51Ja.
35:52Ja, dass die Information aus seinem Haus kam.
35:54Das macht doch überhaupt keinen Sinn.
35:57Warum hätte seine Frau der Staatsanwaltschaft Informationen geben sollen, die ihren Mann und damit die ganze Familie ruinieren?
36:04Ich zitiere jetzt mal Sherlock Holmes.
36:07Wenn man das Unmögliche ausgeschlossen hat, dann ist das, was übrig bleibt, die Wahrheit.
36:13So unwahrscheinlich sie auch klingen mag.
36:16Ich meine, du hast mir doch gesagt, dass seine Frau sich von ihm getrennt hat, oder?
36:19Ja, und?
36:21Das macht man doch nicht.
36:23In so einer Situation, da hält man doch zusammen, wenn die Ehe in Ordnung ist.
36:28Das heißt doch nicht, dass sie ihn bei der Staatsanwaltschaft angeschwärzt hat.
36:33Auf jeden Fall müssen wir mit ihr reden.
36:40Hallo, komm doch rein.
36:42Danke, dass du uns so spät noch empfängst.
36:45Gerne.
36:46Hey.
36:46Hey.
36:48Aber wie ich dir am Telefon schon gesagt habe, ich weiß nichts über die Arbeit von Robert.
36:52Das hat er immer für sich behalten.
36:56Ach, hallo.
36:57Sophie.
36:58Er wollte das nicht mit nach Hause bringen.
37:01Setzt euch bitte.
37:02Danke.
37:06Er hat aber etwas mit nach Hause gebracht.
37:10Unterlagen mit allen Details über seine illegalen Transaktionen.
37:15Und angeblich hat in seiner Firma niemand Zugriff auf dieses Wissen gehabt.
37:20Und plötzlich taucht dieses Wissen bei der Staatsanwaltschaft auf und er wird jetzt mit der Anklage konfrontiert.
37:26Ja, ich weiß.
37:29Wollt ihr was trinken?
37:31Nein, danke.
37:33Aber hast du der Staatsanwaltschaft diese Informationen zukommen lassen?
37:39Nein.
37:40Warum hätte ich das tun sollen?
37:43Außerdem, wenn die Sachen in unserer Wohnung waren, dann hat er sie in seinem Safe und darauf hatte ich keinen
37:48Zugriff.
37:55Nach diesen Betrugsvorwürfen und dem folgenden Insolvenzverfahren haben Sie sich ja getrennt von Ihrem Mann.
38:01Darf ich Sie mal fragen, warum?
38:04Das hatte Sie schon lange angebahnt.
38:07Wir hatten es einfach auseinandergelebt.
38:11Sophie, was ist?
38:12Ach, nichts.
38:23Sophie?
38:31Ja, ich war das.
38:32Ich habe Papa angezeigt.
38:34Der konnte sich die Safe-Kombination nicht merken und ich wusste, wo er den Zettel hat.
38:38Und dann habe ich den Ordner gefunden und alles über seine Betrügereien gelesen.
38:42Aber daran lag es nicht mal.
38:44Papa war zu Hause nicht der, der er vorgegeben hat zu sein.
38:47Der war im Dauerstress und das hat er dann alles an uns rausgelassen.
38:50Sophie!
38:51Nein, Mama.
38:52Schlimm genug, dass du das allen verschwiegen hast.
38:55Er hat Mama geschlagen, auch wenn sie das nie zugegeben und immer irgendwelche Unfälle vorgetäuscht hat.
39:00Ich habe versucht, Mama davon zu überzeugen, sich endlich von ihm zu trennen.
39:03Aber sie hat halt Angst gehabt.
39:05Wegen dem Verlust der gesellschaftlichen Stellung und des guten Standes und sowas.
39:08Und als ich dann die Unterlagen gesehen habe, da wusste ich, dass mein Vater das mit diesem scheiß gesellschaftlichen Stellung
39:14und blöden gesellschaftlichen guten Leben und so sowieso verkackt hat.
39:18Und dann dachte ich, dass das der Schub sein könnte, den Mama braucht, um sich endlich von ihm zu befreien.
39:29Würdest du das vor Gericht auch sagen?
39:31Nein, auf keinen Fall!
39:41Wenn in der Sache der Staat gegen Markus Gellert keine weiteren Beweisanträge vorliegen,
39:45bitte ich die Anwälte um ihre Schlussvorträge.
39:47Herr Vorsitzender, wir würden gerne noch eine weitere Zeugin hören, bevor die Beweisaufnahme abgeschlossen ist.
39:53Ich protestiere. Es steht kein weiterer Zeuge auf der Liste.
39:56Es ist eine sehr wichtige Zeugin, die wir gestern Abend erst gefunden haben.
40:00Es handelt sich um die Tochter von Herrn Hartwig.
40:03Nein, das können Sie nicht machen!
40:05Nein!
40:18Guten Tag!
40:18Guten Tag, Frau Wichert!
40:21Vielen Dank!
40:27Ja, bitte filmen Sie alles.
40:30Auch hier in den Zimmern.
40:31Bitte!
40:32Entschuldigung!
40:33Ja, das ist eine einzige Zumutung.
40:34Aber das wäre mir nicht zu...
40:35Da kann noch kein Mensch leben hier. Sehen Sie das?
40:37Oder hier.
40:39Was ist das? Müll!
40:40Das ist doch alles Müll!
40:41Entschuldigung!
40:42Hier, Frau Richterin!
40:45Müll!
40:46Herr Golds!
40:49Frau Richterin!
40:50Es würde Wochen dauern, um hier vernünftig sauber zu machen.
40:53Herr Golds, ich bin hier, um mir selbst mein Bild zu machen.
40:56Ihre Aussage habe ich bereits gehört.
40:59Ja?
41:00Okay.
41:07Sie haben alles aufgenommen?
41:09Ja.
41:10Auch hinten ist das Zimmer.
41:18Ich protestiere nochmal mit Nachdruck.
41:20Die Tochter kann nicht gezwungen werden, hier gegen Ihren Vater auszusagen.
41:24Sophie Hartwig besteht ausdrücklich darauf auszusagen.
41:28Und ich nehme an, das Gericht wird Sie darauf hinweisen,
41:31dass Sie als Zeugin die Wahrheit sein müssen,
41:34aber nichts sagen müssen, mit dem Sie sich selbst belasten.
41:36Und in dem Fall auch nichts aussagen müssen, womit Sie Ihren Vater belasten.
41:50Aber ich darf Ihren belasten, wenn ich das möchte.
41:56Ja, sicher.
41:58Also, was haben Sie uns zu sagen?
42:07Dass ich es war, die meinen Vater wegen seinen Betrügereien angezeigt hat.
42:10Sophie!
42:11Das ist doch absurd.
42:13Kennst du den Angeklagten?
42:14Hat er dich gebeten, das auszusagen?
42:16Also, ich kenne Herrn Gellert, weil er mit meinem Vater befreundet war,
42:19aber er hat mich um nichts gebeten, außer hier die Wahrheit zu sagen.
42:24Nachdem, was wir gehört haben, hatte Ihr Vater die Unterlagen in seinem Safe.
42:27Ja, war kein Problem, da ranzukommen.
42:31Und warum?
42:34Mein Vater hatte sich verändert.
42:36Und ich wollte rauskriegen, woran das lag.
42:40Als ich seine Unterlagen gesehen habe, wusste ich es.
42:44Aber warum haben Sie ihn angezeigt?
42:53Er hat...
42:58Er hat meine Mutter geschlagen.
43:04Aber ich...
43:09Sie...
43:10Aber meine Mutter hat sich nicht getraut, ihn anzuzeigen.
43:15Und ich dachte, wenn...
43:17Wenn er...
43:18Wenn er wegen etwas anderem vor Gericht landet, dann...
43:22Dann schafft sie es endlich, sich von ihm zu trennen.
43:25Und es hat funktioniert.
43:39Und es war für Sie kein Problem, diese hochkomplexen Unterlagen zu verstehen?
43:44Nee, ich habe vor, nach dem...
43:47Nach dem Abi BWL zu studieren.
43:49Und wenn ich fragen darf, woher wussten Sie so genau, wem Sie die Informationen schicken müssen?
43:57Im...
43:57Im Internet da.
43:59Da gibt es ein Organigramm des LKA Hamburg.
44:01Da kann man sehen, welche Abteilung für Betrugs- und Wirtschaftskriminalität zuständig ist.
44:05Hat denn der Herr Gellert irgendetwas mit der Sache zu tun?
44:11Also, ich meine, haben Sie ihn um Rat gefragt, bevor Sie die Unterlagen weggeschickt haben?
44:17Nein.
44:19Herr Gellert war ja mit meinem Vater befreundet.
44:21Und ich dachte auch, dass er ihn als Anwalt vertritt.
44:25Er wäre der Letzte gewesen, an den ich mich gewandt hätte.
44:28Es ergeht folgendes Urteil.
44:31Es wird festgestellt, dass das Mietverhältnis zwischen der Klägerin und dem Beklagten über die Wohnung in der Leopoldstraße 21
44:39nicht durch die fristlose Kündigung des Beklagten beendet wurde, sondern fortbesteht.
44:46Da erstens die in der Kündigung behauptete Belästigung der anderen Mieter durch die Krankheit der Klägerin
44:52und zweitens die Verletzung der baulichen Substanz der Wohnung nicht ausreichend nachgewiesen werden konnten.
44:59So, jetzt zur Begründung.
45:01Im Namen des Volkes ergeht folgendes Urteil.
45:03Der Angeklagte wird freigesprochen.
45:06Die Kosten des Verfahrens fahren der Staatskasse zur Last.
45:09Gegen dieses Urteil kann innerhalb von einer Woche Berufung eingelegt werden.
45:13Oh, siehste.
45:15Gott sei Dank.
45:17Ja, Gott sei Dank.
45:26Vielen, vielen Dank.
45:28Gerne, sehr gerne.
45:29Nicht nur dafür, dass sie dafür gesorgt haben, dass ich in meiner Wohnung bleiben kann.
45:33Auch, dass sie mich nicht wie ein Freed behandelt haben.
45:37Wir sind auch welche.
45:42Ja.
45:44Danke.
45:49Ich finde, als Rechtsanwältin bist du ziemlich gut.
45:51Mhm, danke.
45:53Ja.
45:53Aber deine Versuche so zu tun, als seist du cool und abgebrüht und als würde es dir nur ums Gewinn
45:57gehen.
45:57Ja, ich weiß, daran muss ich nur arbeiten.
45:59Definitiv.
46:02Barbara.
46:09Meinen herzlichen Glückwunsch.
46:10Ja, danke.
46:11Danke.
46:12Ich gratuliere.
46:13Danke.
46:14Ich will die Party gar nicht lange stören.
46:17Darf ich dich noch einen kurzen Moment sprechen?
46:19Äh, schon gut.
46:20Wir sehen uns später.
46:22Gut.
46:27Was ist da?
46:32Ich denke, wir haben was zu erledigen.
46:38Was ist das?
46:40Wie ist dir alles in Ruhe durch?
46:42Wenn du einverstanden bist?
46:46Unterschrei mir beide.
46:51Woher kommt das plötzlich?
46:55Ich kämpfe so gerne um dich.
46:58Aber ich weiß, was noch wichtiger ist.
47:03Ich will, dass du glücklich bist.
47:05Ja.
47:11Ja.
47:24So.
47:26Danke.
47:27Na, der ist doch hoffentlich nicht wieder Alkoholfrei.
47:29Doch, leider, Marc.
47:30Das macht ein Elend.
47:31Du hättest das Gesicht von Heckner sehen sollen, als er den Freispruch für mich fordern musste.
47:37Das war...
47:37Da hast du aber Nora verpasst.
47:38Die hat den Vermieter so richtig fertig gemacht.
47:41Oh.
47:42Hallo.
47:42Hallo.
47:43Ich weiß, eigentlich feiern wir meinen Freispruch und die Rettung der Kanzlei.
47:48Aber ich möchte das ausnutzen.
47:51Nora Sievert, unsere neue Anwältin hier, willkommen zu heißen.
47:55Auf, Nora.
47:57Prost.
47:58Zum Wohl.
47:59Zum Wohl.
47:59Auf dich.
48:00Zum Wohl.
48:00Danke.
48:02Gefällt es Ihnen denn allmählich bei uns?
48:04Ich glaube, ich werde dich hier sehr, sehr wohl fühlen.
48:06Ja?
48:07Das guckt mich sehr.
48:09Das ist aber schön.
48:12Tobias und ich, wir werden uns scheiden lassen.
48:15Man muss ja erst mal gucken, wo man gelangt ist.
48:17Was?
48:18Ja, das stimmt.
48:19Ich wäre auch vorsichtig.
48:20Ich habe nur ein Flachmann in der Tasche.
48:23Schmeckt doch nicht so schlecht.
48:24Ich schmecke überhaupt keinen Unterschied.
48:25Ja, eben.
48:26Schmeckt gut.
48:27Ähm.
48:27Uw!
48:28Ah.
48:29Ah.
48:37Ah.
48:39Ah.
48:40Ah.
48:41Ah.
48:42Ah.
48:43Ah.
48:44Ah.
48:54Ah.
48:55Ah.
48:56Untertitelung des ZDF für funk, 2017