- vor 2 Monaten
Paul kommt unverhofft zu etwas Geld und möchte Anna davon einen Plattenspieler zum Hochzeitstag kaufen. Um so mehr ärgert sich Paul, als er herausfindet, dass Anna ebenfalls ein solches Gerät besorgt hat. Es ist gegen den Willen des Schwiegersohnes als großzügiges Geburtstagsgeschenk für Enkelin Gabi gedacht. Die Geheimniskrämerei der beiden Eheleute verdirbt Paul nicht nur seine Überraschung, er verzichtet auch ein wenig voreilig auf das Geld. (Text: MDR)
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TVTranskript
00:10Ja, Moment, komme!
00:19Ich muss Ihnen was erzählen, Frau Schmidt.
00:22Ich bin gerade beim Bügeln.
00:23Das macht nichts. Sachen erlebt man.
00:26Ist dir mal nicht zu Hause?
00:27Na, der arbeitet unten auf dem Hof.
00:29Ach, schade. Ich wäre gespannt, was er dazu sagt.
00:32Wozu denn?
00:33Wollen Sie einen Schluck Kaffee? Sie sehen ja ganz mitgenommen aus.
00:36Ja, gerne.
00:37Na, dann kommen Sie mal.
00:40Herr Schmidt, ich bringe Nachschuh.
00:42Ach, Herr Locke, fast war ich fertig.
00:45Dann lassen Sie es doch stehen.
00:46Nein, ich mach das schon.
00:48Ich bewundere, wie Sie das immer so ordentlich machen.
00:52Sie verschönern die Köpfe und ich unseren Hof.
00:55Ich bin nur froh, dass Sie einen Friseur laden und kein Fischgeschäft haben.
00:59Ja, ich auch.
01:00Ach, vor allem weise. Guten Tag.
01:02Herr Schmidt, haben Sie mal einen Moment Zeit für mich?
01:05Seit wann haben Rentner Zeit?
01:07Aber für Sie nehme ich mir welche.
01:09Kinderwagen raufbringen?
01:11Nee, was anderes.
01:12Ich habe eine Überraschung für Sie.
01:15Kommen Sie mit hoch.
01:32Ich dachte sofort an Einbrecher.
01:35Na, was würden Sie denken, wenn Sie vom Einkaufen nach Hause kommen und hören in Ihrer Wohnung jemanden rumoren?
01:42Dass es Ihr Untermieter ist.
01:44Mein Herr Dietrich?
01:46Ja.
01:46Ach, nein.
01:48Er ist zur Schicht.
01:52Ein so fleißiger Mensch, wie das ist.
01:55Erst wollte ich Alarm schlagen.
01:57Aber dann dachte ich mir, warte.
02:03Schnapp mir das Beil aus der Küche.
02:06Schleich mich rüber.
02:08Reiß die Tür auf.
02:12Und stehe vor diesem Fräulein Weise aus der Mansarde.
02:17Na, sehen Sie.
02:18Ganz harmlos.
02:20Harmlos, Frau Schmidt?
02:21Was hat diese Person doch zu schaffen?
02:24Ja, was hatte sie denn zu schaffen?
02:26Sie räumte seine Wäsche ein, die sie gewaschen hatte.
02:29Na, sehen Sie.
02:30Es ist doch harmlos.
02:32Ich habe an Herrn Dietrich vermietet.
02:34Nicht an dieses Fräulein Weise.
02:36Und wenn sie schon meinen Herrn Dietrich verführt hat und ein Kind von ihm hat.
02:40Och, die ist ja so raffiniert, diese Person.
02:44Die wickelt alle Männer ein.
02:45Auch ihren Mann, wenn es drauf ankommt, Frau Schmidt.
02:48Nein, das glaube ich nicht.
02:51Herr Schmidt, wir haben gewonnen.
02:54Was denn?
02:55Über 4000 Mark.
02:57Ich war eben auf der Post und habe das ganze Geld abgeholt.
03:01Hier, fünf Richtchen.
03:03Ist das eine Wucht?
03:04Freue ich mich auch.
03:05Na, und ich erst.
03:06Das ist die gesamte Wohnungseinrichtung.
03:08Und solche Gardinen.
03:09Wissen Sie, solche leichten Duftchen.
03:11Ach, Herr Schmidt, ich bin so glücklich.
03:15Herr Schmidt, und Sie kriegen 400 Mark ab.
03:20Bitte schön.
03:21Warum denn?
03:22Na, für die fünfte Zahl.
03:24Na, wissen Sie nicht mehr, neulich auf dem Postamt.
03:26Sie haben mir doch die fünfte Zahl gesagt.
03:28Natürlich weiß ich das.
03:29Ja, sehen Sie, ich hätte eine andere Zahl getippt.
03:32Das wäre nur ein Vierer geworden.
03:33Ganze 300 Mark.
03:34Ja, und ich nur eine einzige richtige Zahl.
03:37Hätte ich nicht mal den Einsatz zurückgekriegt.
03:39Ach.
03:40Behalten Sie mal Ihr Geld.
03:42Nö, das kommt nicht in Frage.
03:45Sie wollen sich doch eine Wohnungseinrichtung kaufen, ne?
03:47Ja, aber so teuer wird die nicht.
03:49Haben Sie ja eine Ahnung, was da alles auf Sie zukommt.
03:55Wann die heiraten, möchte ich wissen.
03:58Die Hauptsache ist doch, die beiden wissen es.
04:01Wie kann denn das nun wieder sein?
04:03Ich gehe auch.
04:04Ich muss das nur loswerden.
04:06Frau Klein, ich hoffe, Sie verstehen, dass ich ganz anders drüber denke.
04:09Und ich bleibe dabei.
04:11Solange die nicht verheiratet sind,
04:13hat dieses Fräulein nichts allein in meiner Wohnung zu schaffen.
04:15Übrigens, ich bin erst zwei Jahre nach der Heirat meiner Eltern geboren worden.
04:20Na und? Sieht man Ihnen das heute noch an?
04:24Ja.
04:29Ach, meine Gabi.
04:30Da, mein Schatz, komm rein.
04:33So.
04:34Tag, Frau Klein.
04:34Tag, Gabi.
04:36Jetzt hätte ich in der Aufregung fast vergessen.
04:39Die Kinokarten für die Rentnervorstellung übermorgen Nachmittag.
04:43Ja.
04:43Es soll ein sehr schöner Film sein.
04:45Schönen Dank, Frau Klein.
04:47Wiedersehen.
04:47Wiedersehen.
04:52Na komm.
04:53Willst du ein Stück Kuchen?
04:54Nein.
04:55Ich will nur den Entsafter von der Mitte.
04:57Ach, das wäre doch nicht so eilig gewesen.
05:01Na?
05:02Ist was?
05:03Siehst so traurig aus.
05:05Hm?
05:06Nein.
05:07Na?
05:09Tja, wenn Sie das Geld durchaus nicht wollen, Herr Schmidt,
05:13dann gebe ich es Ihrer Frau.
05:16Also gut, 200 Mark, aber auf gar keinen Fall mehr.
05:20Weil wir nämlich demnächst unseren 40. Hochzeitstag feiern.
05:24Da kann ich meiner Anna ein hübsches Geschenk machen.
05:27Wissen Sie schon was?
05:28Oh ja, ein Plattenspieler.
05:31Aber nichts verraten.
05:32Ach, wo werde ich denn?
05:34So, mein Brei?
05:36Ja, ne, dann werde ich mal wieder.
05:38Ich habe mich schon lange genug verschwitzt.
05:40Herr Schmidt, Moment.
05:43Hier.
05:44Beinahe vergessen.
05:45Vielen Dank.
05:46Bitte.
05:48Herr Schmidt, ich finde Sie prima.
05:51Sie und Ihre Frau.
05:56Ich finde Sie eigentlich auch ganz brill.
06:00Tschüss.
06:02Tschüss.
06:04Na, meine Süße.
06:06Je wieder verliebe ich mich.
06:08Nie wieder.
06:10Ach, ach, ach.
06:12Alle Männer sind falsch.
06:14Alle.
06:14Stell dir doch mal vor.
06:16Die Hälfte der Menschheit ist falsch.
06:20Ist das nicht entsetzlich?
06:22Ja.
06:23Entsetzlich.
06:25Gabi.
06:26Wenn der Holger nun mal Gärtner werden will
06:29und dazu auf die Schule nach Werder muss.
06:31Ihr beide seid doch noch viel zu jung,
06:33um nicht ausschließlich an euren Beruf zu denken.
06:36Aber muss das mit bis zum letzten Tag weimlichen?
06:41Naja, vielleicht wolltet ihr es leichter machen.
06:44Teimlichkeiten macht man es da auch nicht leichter.
06:46Auch manchmal schon.
06:49Gabi, du wirst noch so viele nette junge Männer kennenlernen,
06:54dass du den Holger bald vergessen hast.
06:56Ich will keinen mehr kennenlernen.
06:59Aber zu deinem 16. Geburtstag,
07:01da lädst du trotzdem die nettesten Jungs von Neustadt ein.
07:05Und den allernettesten, den suchen wir dann für dich aus, ja?
07:10Na also.
07:11Du sag mal, was wünschst du denn dir eigentlich zum Geburtstag?
07:14Hm, einen Plattenspieler.
07:16Naja, aber Papa hat schon gesagt,
07:18solange die zwei Vierner bekomme ich den nicht.
07:19Und wenn er es ist, einmal sagt?
07:23Oh.
07:25Da würde ich mich überraschen lassen.
07:33Warum musst du denn ausgerechnet jetzt mit mir mitlaufen?
07:35Wir waren heute noch gar kein bisschen zusammen, mein Annekin.
07:40Ach, ach, ach.
07:42Du bist mir viel zu langsam.
07:44Bei mir muss das Einkaufen husch, husch, husch gehen.
07:46Na dann husch mal weiter, mein Annekin.
07:53Schöner Plattenspieler, ne?
07:54Ja, sehr schön.
08:01Ich muss jetzt einkaufen gehen.
08:03Das reicht.
08:03Ich kehre rum.
08:05Das machen wir.
08:12Das machen wir.
08:4150, 100, 50, 200, 20, 30.
08:45Danke, Frau Stöck.
08:46Wiedersehen.
08:47Schöne Grüße zu Hause.
08:48Wiedersehen.
08:48Jedenfalls.
08:49Tschöne Grüße zu Hause.
08:59Tschöne Grüße zu Hause.
09:08Tschöne Grüência.
09:12Tschöne Grüße.
09:25vegetable maison.
09:55Musik
10:05Anna, Anushka, wo sind denn die bequemen Braunen?
10:19Die liebe Anna hatte den gleichen Gedanken.
10:24Aber wo hat sie denn das Geld her?
10:28Mensch, die wird doch nicht etwa.
10:31Natürlich, die kleine Weise hat sie ihr auch noch 200 Mark gegeben.
11:02Paul?
11:05Na rein, ist offen.
11:16Ach, Sie sind's, Herr Nachbar.
11:17In den Eilen muss das Kind noch füttern und dann zur Spätschicht.
11:20Sie wissen ja, Wohnungsbau duldet keinen Aufschub.
11:23Ich will nichts stören. Ich wollte ja auch eigentlich zu Ihrer Frau.
11:26Nee, die ist doch nicht da. Die kommt erst heute später. Die hat Versammlung.
11:30Ach, hoffentlich brennt mir das Essen nicht an.
11:31Ja, lass sie mal. Ich helfe Ihnen.
11:33Ja.
11:35Die Kindernahrung, die darf aber nicht heiß werden.
11:37Ich weiß.
11:39Drei Kinder und fünf Enkel, da hat man so gewisse Erfahrungen.
11:42Tja, sicher mehr als ich.
11:45Meine Mann, ich hätte mir das alles nicht so kompliziert vorgestellt.
11:49Ein Dachumdecken ist ein Kinderspiel gegen das Babywickeln, sage ich Ihnen.
11:53So einfach stelle ich mir das auf dem Dach auch nicht vor.
11:59Ha, das ist alles geworden, Herr.
12:02Eben.
12:08Ich glaube, jetzt ist es gut.
12:12So.
12:13Mhm.
12:14Ja.
12:16Na ja, dann wäre ich mal schnell.
12:17Nein, nein, nein, nicht schnell. Bereiten Sie sich mal ruhig auf Ihre Schicht vor.
12:21Ich würde das Kind.
12:22Danke.
12:23Wenn Sie es wollen.
12:26Ja.
12:27Ja.
12:27Ja, da wollen wir mal.
12:29Ja, da wollen wir mal, ne?
12:30Jo, dann komm.
12:32Oh, la la la la la la.
12:35Jo.
12:36Man ist ja prima ein Nachbarn.
12:40Aber was, wen sind Sie denn eigentlich gekommen?
12:43Ach, äh, ich weiß nicht, ob Ihnen Ihre Frau davon erzählt hat.
12:48Ich bin, äh, ja ziemlich unbedeutend an Ihrem Lottogewinn beteiligt gewesen.
12:54Ach, na ja, das hat sie mir erzählt.
12:56Ja, und da, ne?
12:57Geh ich hin auf.
12:58Ah.
13:00Ja, und da hat mir Ihre Frau etwas von dem Geld abgegeben.
13:03200 Mark.
13:05Ja, noch mal.
13:07Ah.
13:10Nun hat sie aber meiner Frau auch 200 Mark gegeben.
13:15Und da, da meine ich nun, das ist zu viel, nicht?
13:19Mhm, mhm, na ja, davon weiß ich nichts.
13:25Ja, ja, und deshalb möchte ich Ihnen jetzt hier meine 200 Mark zurückgeben.
13:31Diese Heimlichkeiten.
13:33Ja, da sagen Sie Ihrer Frau aber, dass das meine 200 Mark sind.
13:38Aber ganz bestimmt.
13:39So, na ja, dann wäre ich mal schnell, nicht?
13:42Ach so, na ja, Mann, ich muss ja das Kind doch noch schlafen legen.
13:45Ne, ne, lassen Sie mal.
13:47Ich bring's schon ins Bett.
13:48Na gut, danke.
13:49Das ist ein Möhrchen gemacht.
13:51Hauen Sie die Tür einfach ran.
13:52Vielleicht kann ich mich mal revanchieren, der Nachbar.
13:54Baby schaffe ich mir deshalb trotzdem nicht an.
13:58Na, kommt noch ein Haps.
14:00Na, sagt mein Kleines?
14:04Na, komm.
14:05Ju, ja, schöner.
14:14Oh, guten Tag, Herr Nachbar.
14:16Bitte nehmen Sie auch Platz.
14:17Durfte ich mal eben telefonieren, Herr Locke?
14:19Ja, aber natürlich.
14:21Obwohl ich dachte, Sie kommen zum Verschönern.
14:23Oder nächstens Ihr Hochzeitstag.
14:25Das hab ich gehört.
14:26Erinnern Sie mich bloß nicht daran.
14:28Ja, ja, auch das Feiern hat so seine Probleme.
14:30Wenn ich schon mal eine Überraschung bereiten will, alles schief geht.
14:33Na ja, nun setzen Sie erst mal hierher und überlassen Sie sich meinen Künsten.
14:37Nee, Herr Locke.
14:39Doch, doch, was glauben Sie, wie das beruhigt?
14:41So ein schöner Messerformschnitt mit einer Kopfmassage, Haarwasser und so weiter.
14:45Ja, aber ich bin doch kein Grössungs.
14:48Über den Preis reden wir nicht, Herr Schmidt.
14:50Sie sind immer hilfsbereit.
14:51Das trägt die PGH.
14:53Na, wenn das so ist.
14:59Nein, Herr Schmidt.
15:00Ganz kann man die Heimlichkeiten auch nicht ablehnen.
15:03Wenn man immer so ausspräche, was man denkt.
15:06Was glauben Sie, was ich bei manchen Kunden so auf der Zunge habe?
15:09Und in der Ehe erst und in der Liebe überhaupt?
15:11Ganz ohne Heimlichkeiten?
15:13Also, was das für Folgen hätte?
15:14Und in der Wirtschaft Patente und so, ganz geheim.
15:17Chef, Kasse, bitte.
15:19Äh, einen Moment, bitte.
15:25So, vielen Dank.
15:27Auf Wiedersehen.
15:30Die Haare würden uns zu Berge stehen, wenn wir immer alles wüssten.
15:34Apropos Haare, was nehmen wir für Haarwasser?
15:36Schuppe?
15:37Ist mir egal.
15:38Egal, ist recht.
15:39Jeder Mann steht unter einem Pantoffel,
15:42sei es neben der Frau, der Geliebte oder der Schwiegermutter
15:44oder auch nur unter dem, der Tochter.
15:46Und wenn er Pech hat, unter allen Vieren,
15:48da braucht man schon eine gewisse Geheimdiplomatie.
15:52Schwiegermutter und Geliebte fallen bei mir schon mal weg.
15:54Oh, das sagen Sie nicht, Herr Schmidt.
15:55Wenn Sie meinen Salon verlassen,
15:57dann reißen sich die Frauen um Sie.
15:59Wie Sie meinen?
16:00Ja.
16:01Mir ist alles egal.
16:02Hauptsache, es wird nicht zu teuer.
16:03Aber nur mal im Ernst,
16:04was schenken Sie denn Ihrer Frau zum Hochzeitstag?
16:07Ja, wenn ich das wüsste.
16:08Eigentlich wollte ich Ihren Plattenspieler schenken,
16:09aber damit ist die mir zuvor gekommen.
16:11Na ja, für das Geld kriegen Sie auch einen schönen Ring oder so.
16:14Geld ist ja jetzt auch weg.
16:15Mir geht eben alles schief.
16:16Ja, wie viel könnten Sie denn so anlegen?
16:1910, 20 Mark.
16:20Na ja, dann mache ich Ihnen doch einen Vorschlag.
16:22Ich packe Ihnen ein schönes Präsent ein
16:24mit allem, was eine Frau begeistert.
16:27Haarwasser und Seife, Shampoo und so weiter.
16:29Und das lasse ich Ihnen alles zum Großhang mitfragen.
16:31Das ist ein Wort.
16:32Na bitte.
16:53Du probierst ihn aus, Annikin?
16:56Du weißt, dass ich ihn habe?
16:59Ich habe ihn entdeckt.
17:01Ja, vor dir ist aber auch nichts sicher.
17:03Nein, zufällig.
17:04Ach, zufällig.
17:06Und ein Glück.
17:07Sonst hätte ich nämlich auch noch einen gekauft.
17:09Für wen denn?
17:11Na, für uns.
17:13Wozu brauchen wir denn einen Plattenspieler?
17:16Ich dachte, du wolltest ihn mir zum Hochzeitstag schenken.
17:18Aber Paul, das Geld brauchen wir doch für Wichtigeres.
17:22Und für wen ist der?
17:24Der ist für meine Gabi zum Geburtstag.
17:27Karl-Heinz hat gesagt, solange das Mädchen vor lauter Schussigkeit zwei Vieren hat,
17:31kriegt sie keinen Plattenspieler.
17:32Das weiß ich, das weiß ich.
17:34Aber ich schenke Ihnen ja.
17:36Es geht doch Karl-Heinz nichts ein.
17:37Aber hör mal, du kannst doch der väterlichen Autorität nicht einfach so in den Rücken faden.
17:43Worin hat es denn die Vieren?
17:46Mathe und Physik.
17:48Ui, da kann ich ja auch nicht mehr helfen.
17:55Ich hole mir jetzt einen Topf Kaffee.
17:58Beim Friseur kriegt man nämlich Durst.
18:00Leid und Leid
18:04Bringt manche Spur
18:09Wie dich in dem Herzen traut
18:22Oh ja.
18:28Hast mir einen ganzen Spaß verdorben.
18:32Mich interessiert nur, wo du die 200 Mark her hast.
18:38Ich habe auf der Post ausgeholfen.
18:41Jetzt bei der Krippewelle.
18:43Sie hatten mich drum gebeten und da bin ich eben manchmal in die Briefverteilung gegangen.
18:50Da habe ich doch gar nichts von gemerkt.
18:52Na ja, immer angeblich, wenn ich zur Kurzwelle ging.
18:58Und wann warst du zur Kurzwelle?
19:02Na, eins ging doch nur.
19:06Also du machst Geschichten und das alles hinter meinem Rücken.
19:12Und das Schlimmste ist, dass dieser Plattenspieler doppelt so teuer ist.
19:17Wieso?
19:20Weil ich das Geld dafür auch schon mal hatte.
19:24Das verstehe ich nicht.
19:25Dann will ich es dir erklären.
19:27Moment.
19:28Da werde ich mir erst auch mal einen Topf Kaffee holen.
19:35Wo willst du noch hin?
19:36Mal sehen.
19:37Vielleicht noch die Altstoffe wegbringen.
19:39Halt.
19:41Setz deine Mütze aufs Kalt heute.
19:43Ich war heute beim Friseur.
19:44Na und?
19:44Deine Schönheit ist keine Erkältung mehr mehr.
19:46Und deine Gesundheit keinen Plattenspieler.
19:48Du ärgerst dich doch bloß, weil er für Gaby sein sollte.
19:51Mich ärgert, dass wir nach 40 Jahren Ehe noch Heimlichkeiten voreinander haben.
19:54Glaubst du, sonst hätten wir es 40 Jahre miteinander ausgehalten?
19:58Nein, nein, mein Alter.
20:00So ein Zöpfelchen Freiheit, die muss man sich schon noch erlauben können.
20:04So, und setz deine Mütze wieder auf.
20:06Habe ich doch schon mal gehört.
20:07Na ja, dann glaubst du doch endlich auch.
20:09Mich schmerzt zutiefst, dass du Heimlichkeiten vor mir hast.
20:12Ach, ach, ach.
20:13Nun hör doch endlich damit auf.
20:14Du weißt doch ganz genau, dass du dich auf mich verlassen kannst.
20:17Aber deshalb lasse ich mir doch nicht unentwegt in die Karten kommen.
20:20Na und, was hat es uns eingebracht?
20:23Ärger, Verluste, unnötige Geldausgaben.
20:25Und alles nur deshalb, weil...
20:27Hat geklingelt.
20:28Das habe ich auch gehört.
20:30Guten Tag.
20:31Spöre ich?
20:32Nein, im Gegenteil.
20:33Mein Mann wollte zwar gerade weggehen, aber...
20:35Ist nur ein Moment, ja?
20:36Bitte kommen Sie doch.
20:37Dankeschön.
20:41Bitte nehmen Sie Platz.
20:42Dankeschön, Herr Schmidt.
20:45Waren Sie beim Friseur?
20:47Sieht man es?
20:48Ja.
20:49Schön.
20:51Herr Schmidt, ich glaube, da ist ein kleines Missverständnis aufgekommen.
20:54Peter hat mir gerade erzählt, dass Sie Ihren Gewinnanteil zurückgebracht haben.
20:57Ja, ich glaube, es ist besser so.
20:59Ja.
21:00Ja, aber da haben Sie doch gar nichts.
21:02Also reden wir nicht lange drum herum.
21:04Ich habe das Geld mit...
21:05Wir wollen es nicht, wirklich nicht.
21:07Ja, aber...
21:09Sie wollten doch Ihrer Frau was zum Hochzeitstag schenken.
21:14Das war keine gute Idee.
21:36Nee.
21:40Fertig?
21:41Ja, Peterchen, fast, fast beinahe.
21:43Ja, guck, nur...
21:44Ach, na ja, fast beinahe, Arike, Mann, wir haben es eilig.
21:47Ja, soll ich das vielleicht anziehen?
21:48Du bist doch sehr hübsch.
21:49Na, weiß ich doch nicht.
21:51So weiß ich nicht.
21:53Mann, wir wollen doch den Korb nicht im D-Zucht-Temper abliefern.
21:56Ja.
21:58Du hast ja immer eilig.
22:00Siehste.
22:02So.
22:03Schon drinne.
22:10Tata.
22:11Föderchen.
22:12Na.
22:14Guck mal, Föderchen.
22:15Wir wollen das mal noch mit reintun, ne?
22:17Was ist denn das?
22:18Ach, das sind die 200 Mark aus meinem Gewinn.
22:20Das will mir nicht in den Kopf, dass die beiden leer ausgehen sollen.
22:23Naja, und der Korb?
22:24Das ist so für gute Nachbarschaft.
22:27Rieke, merk dir endlich, das ist unser Gewinn.
22:30Das ist mein Gewinn.
22:31Den habe ich gewonnen.
22:33Mit der Hilfe von Opa Schmidt.
22:34Und was ich damit mache, ist meine Sache.
22:36So, wenn ich es aus dem Fenster schmeiße.
22:38Sag mir mal vorher Bescheid, dass ich dich unten hinstelle und es auffange.
22:41Hahaha, ja.
22:46Fett, hau ab, du Schock.
22:47Hau ab, wenn du bloß scharf auf mein Geld füßt.
22:50Oh, bin ich scharf.
22:52Fett, wir haben keine Zeit, hast du selber gesagt.
22:55Mach Schleife, los.
22:57Ich will ja nur, dass es zwischen uns jetzt gar nicht mit diesen Heimlichkeiten anfängt.
23:03Das merkst du dir mal, du.
23:05Loh mich, du.
23:14So.
23:16Guten Tag.
23:17Na, na.
23:17Unseren herzlichen Glückwunsch zum Hochzeitstag.
23:19Aber das ist doch wohl nicht möglich.
23:21Kommen Sie rein, Anna, Anna.
23:22Nein, nein, nein, wir müssen noch zum Bahnhof und wollen vorher noch die Kleine von der Krippe holen.
23:26Ja, ja.
23:26Guten Tag.
23:27Guten Tag.
23:27Wir wollen nur unseren Glückwunsch loswerden.
23:29Herzlichen Glückwunsch.
23:31Weil wir unseren ersten Hochzeitstag noch vor uns haben, da sind Sie uns sozusagen ein leuchtendes Beispiel.
23:36Ja, dass wir uns immer so gut verstehen wie Sie beide.
23:38Bitte schön.
23:40Danke.
23:41Also dann, tschüss.
23:42Tschüss.
23:43Tschüss.
23:44Tschüss.
23:44Untertitelung. BR 2018