- vor 2 Monaten
Nach so vielen harmonisch verbrachten Ehejahren war Chief Paul Weyer (Günter Naumann) nicht auf einen solchen Brief gefasst,wie ihn seiner Frau Barbara (Thea Elster) geschrieben hatte. Er erhielt nämlich die Forderung: „Entscheide Dich zwischen Beruf und Ehe! Beides zusammen geht nicht mehr!“ Und Paul liebt seine Frau – und seinen Beruf auf See. (Text: FF Dabei)
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00:00:19Hey, Barbara, kannst du mir mal deinen Mann ausleihen?
00:00:23Mein Gott, ohne mich, ich schwitze.
00:00:25Aber essen, ja, ja.
00:00:27Was ist denn?
00:00:29Na, guckt dir doch mal die müden Krieger an hier.
00:00:32Das sollen nun Männer in den besten Jahren sein.
00:00:35Hatst du doch nicht gewusst, dass die meisten Männer nach der Hochzeit fußkrieg werden?
00:00:38Kunststück, mein Liebling, diese Landraten sind noch verwöhnt, weil sie ihre Frauen Tag und Nacht um sich haben.
00:01:14Ach, du liebe es.
00:01:16Na gut.
00:01:32So hatte ich im Bus meine Augen, schöne Frau. So eine bedingst du ruhig schon lange.
00:01:35Ist nicht. Die Dame ist besetzt auf Lebzeit.
00:01:38Sag mal, Babs, wann fährt denn der Nutello wieder weg?
00:01:40Wird nicht verraten.
00:01:41Nein, nein, nicht. Komm her.
00:01:44Babs, ich denke, ich höre nicht recht.
00:01:46Ist das der Mann von einer Kollegin von dir oder arbeitet er auch an deinem Betrieb?
00:01:49Tja, unser Typ ist eben nach wie vor gefragt.
00:01:52Ihr Zweifeltenwanderer. Hättet ihr wohl nicht gedacht, was?
00:01:55Hast du das gehört, Eder?
00:01:57Wandererfrauen, Conja, komm, ich gehe ihn aus der Kacharanzonne raus.
00:02:04Oh, meine Tasche.
00:02:05Komm mit.
00:02:07Vorsichtig, vorsichtig.
00:02:08Da ackert man raus an der großen, weiten Weltsymbole der Familie und hier zu Hause, da schleichen inzwischen die Karte
00:02:14um unsere Frauen herum.
00:02:15Dann bleib doch da.
00:02:16Wir haben nichts dagegen.
00:02:18Genau so ist es.
00:02:19Oh, dabei macht sich drei Gräuze, wenn ich aus dem Haus bin.
00:02:23Du etwa auch?
00:02:26Keb noch mal rein.
00:02:27Paul.
00:02:28Oh, die Herren Kater sollen ruhig sehen, dass es uns gibt.
00:02:32Was, Eder?
00:02:33Und ob es uns gibt.
00:02:34Danke.
00:02:35Entschuldigung.
00:02:36Hier, meine Gute.
00:02:37Zum Wohlsein.
00:02:38Danke.
00:02:40Na dann, Prost.
00:02:41Prost.
00:02:42Dann nimm mich doch auch mit, ja?
00:02:48Na, mein Paulchen, wann geht's denn mit auf See?
00:02:51Übermorgen, ich fahre aus.
00:02:52Fünf Monate, wa?
00:02:54Na, wer sagt's denn? Du lernst ja doch noch.
00:02:57Vielleicht, hier haben Sie auch Sex?
00:02:58Würfe ich jetzt auf damit.
00:03:01Kommt, Hansen.
00:03:01Na, jetzt hab ich zwei Gläser.
00:03:05Das wollte ich nicht.
00:03:06Mir gibt dann leeres.
00:03:09Dann machen wir sie wieder voll.
00:03:29Also, ich verlass mich auf euch.
00:03:31Kohlen hochholen?
00:03:31Ja, wie immer. Kohlen werden raufgeholt, Holzjagd, Getränke angeschleppt.
00:03:36Damit's Mutti nicht mit der Wirbelsäule kippt.
00:03:38Ja, abflaschen mit dem Einkaufen helfen.
00:03:40Mach dir doch nicht immer solche Sorgen, Vati.
00:03:41Ist doch alles geregelt. Bestens.
00:03:43Abgesehen von Mathe, wie?
00:03:46Guck mal, nicht mal eine Spezialstrecke, ey.
00:03:49Dann reiß doch mal zusammen, ey.
00:03:55Patti, du hast mir noch gar nicht gesagt, was ich Mutti zu Weihnachten kaufen soll.
00:03:58Ach du, meine Güte.
00:04:01Ist auch kein Wunder bei dem Wetter.
00:04:04Ist an der Sommer.
00:04:06Hier.
00:04:08Ja, aber was?
00:04:09Psst.
00:04:10Das kriegt ihr dann besser mit als ich, was sie sich wünscht.
00:04:12Aber nicht so was Praktisches.
00:04:14Was für's Auge?
00:04:15Na, irgendwas, was sie sich selber nie kaufen würde, obwohl sie es gerne hätte.
00:04:18Und, äh, schreibt mir bald Zeiten, damit ich im Brief, ne?
00:04:22Versteht schon.
00:04:28Tja.
00:04:30Dann muss ich ja wohl.
00:04:42Wird schon werden, Mädel.
00:04:45Die paar Monate gehen auch vorbei.
00:04:50Monate summieren sich.
00:04:54Zu Jahren.
00:04:59Warst nun mal ein Seemann geheiratet?
00:05:05Es ist voll vorbei, Großer.
00:05:12Gute Fahrt.
00:05:14Und...
00:05:15Pass auf dich auf.
00:05:19Hey!
00:05:20Patti!
00:05:21Dein Taxi steht unten.
00:05:22Wenn er dich nie beeilt, fährt der in Dampfer ohne dich.
00:05:25Aber nicht ohne Chief!
00:05:26Los jetzt!
00:05:27Macht mir keine Schande, Leute.
00:05:29Bleibt anständig, sauber, wie es dir's gehört.
00:05:31Und haltet mir die Ohren steif.
00:05:35Halt!
00:05:59Hallo, Chief!
00:06:01Hallo, Bootsmann!
00:06:13Na, geben Sie mal her, die Koffer.
00:06:15Besten Dank, Bootsmann.
00:06:16Mutter, pack dir immer zu viel ein.
00:06:17Ah ja.
00:06:18So, schönen Dank.
00:06:19Wie war der Urlaub?
00:06:20Hervorragend, wie immer.
00:06:22Und was gibt's hier Neues?
00:06:23Ja, läuft alles.
00:06:25Plus Thomas, der ist am Boden.
00:06:28Hauerfall in der Familie?
00:06:29Ja, so kann man's auch nennen.
00:06:30Seine Freundin hat geheiratet.
00:06:32Seinen besten Freund.
00:06:33Vor drei Monaten.
00:06:34Seinen Freund?
00:06:35Warum denn das?
00:06:36Freundschaft.
00:06:37Der ist eben immer zu Hause und konnte Süßholz raspeln.
00:06:40Wenn sie einen braucht, der ihr mal Händchen hält, wäre sie sowieso nicht die richtige
00:06:43Seemannsfrau geworden.
00:06:44War ihm nicht die richtige.
00:06:46Na ja, mit ein paar und zwanzig bist du den Gefühlen wahrscheinlich doch noch ein bisschen
00:06:50mehr ausgeliefert als du, du alter Hase.
00:06:59Beyer, ist der Kollege Bernhard da?
00:07:01Wann kommt er zurück?
00:07:03Sagen Sie ihm bitte, er soll doch gleich mal zu mir kommen.
00:07:06Ja, es handelt sich eventuell um seinen Bericht.
00:07:07Werte Kolleginnen, alle mal herhören, ja?
00:07:10Die BGL lädt ein.
00:07:12Und zwar, am Sonnabend über acht Tage, 17 Uhr, starten wir zur letzten Fahrt ins Blaue
00:07:19dieses Jahr.
00:07:19Und wohin geht's?
00:07:21Fahrt ins Blaue, hab ich gesagt.
00:07:24Ich kann nur so viel verraten.
00:07:25Es gibt für jeden eine große Schlachteplatte.
00:07:28Und nach dem Essen wird gleich das Tanzbein geschwungen, damit wir die Kalorien wieder loswerden.
00:07:32Und zurück sind wir gegen Mitternacht.
00:07:35Also bitte rechtzeitig die lieben Großmütter für die Kleinen anfordern, ja?
00:07:39Mit Anhang oder ohne?
00:07:41Na mit natürlich.
00:07:43Erstens, gemeinsam macht's mir Spaß und zweitens, wir brauchen doch dringend Tänzer.
00:07:46Also bitte, tragt euch ein, ja?
00:07:51Also wenn in diesem Betrieb mal keine Verwendung mehr für mich ist, dann kann ich als Marktschreier
00:07:54gehen, findest du nicht?
00:07:56Ein gewisses Talent ist hier nicht abzusprechen.
00:07:59Hast du schon Post von Paul?
00:08:00Ja, zweimal.
00:08:05Geht denn Edmund am Sonnabend mit?
00:08:07Vielleicht doch.
00:08:08Vielleicht auch nicht.
00:08:09Das kommt drauf an, ob sein Dicker rechtzeitig aus der Generalreparatur kommt.
00:08:12Und wenn ja, dann muss er, glaube ich, nach Sofia oder so.
00:08:15Oh, danke schön.
00:08:17Das ist ja prima.
00:08:18Unterschreibst du mal, ich muss weiter.
00:08:23Na also, Barbara, du kannst doch nicht immer zu Hause hocken.
00:08:26Ach, dann sind meine beiden allein und das möchte ich nicht.
00:08:29Die brauchen ja nun wirklich keinen Babysitter mehr.
00:08:33Wenn's noch ohne Anhang wäre aber so, dann ist doch immer das fünfte Rad am Wagen.
00:08:38Wenn man sich so fühlen will.
00:08:42Gemeinsam macht's mir Spaß, nicht?
00:08:46Und außerdem weißt du doch selber, wie das ist.
00:08:48Nee doch, danke schön.
00:08:49Nun sei kein Froschmädel.
00:08:51Komm mit.
00:08:52Guck mal, ich geh auch.
00:08:53Auf jeden Fall.
00:08:55Dafür bist du auch in der AGL.
00:08:56Ein Froschmädel.
00:09:21Quicker!
00:09:32Schief, wir haben einen Wasserhainbock.
00:09:42Da haben wir den Salat.
00:09:44Warte.
00:09:47Soll ich es zudrehen?
00:09:49Ja, schnell ab.
00:09:51Ich drehe den Umlauf ab.
00:10:04Hallo, Brügge. Wassereinbruch.
00:10:12Ja, Karsten, Kapitän.
00:10:15Ich höre, Schief.
00:10:20Ach so, Liebeslösschen.
00:10:23Ja, was machen wir nun?
00:10:27Na, meinen Sie, Schief?
00:10:33Danke!
00:10:38Irgend ein kompliziertes Ding am Kühlwassersystem ist.
00:10:41Geht, wie der Schief sagt, in 10.000 Fällen nur einmal kaputt.
00:10:45Ja, deshalb haben wir kein Ersatzteil an Wörter.
00:10:47Na, da ist er ja in seinem Element.
00:10:50Der Schief macht draußen nichts noch was.
00:10:53Ich habe gewartet, mit meiner Frage leise Zweifel anzumelden.
00:10:56Da sagt doch, dieser Buller kommt zu mir,
00:10:58ich könnte ja von der nächsten Rufsäule den technischen Hilfsdienst anfordern,
00:11:01wenn mir das sicher wird.
00:11:03Na, was sagen Sie dazu?
00:11:05Prost!
00:11:14Wie zeige ich das jetzt schon dunkel wird?
00:11:18Also, ich brauche unbedingt einen neuen Anorak, Mutti.
00:11:21Aber einen Schicken.
00:11:23Ja, ja.
00:11:24Um nochmal drauf zurückzukommen.
00:11:25Mit dem Lehrausbild, das ist ja ganz gut und schön, Mutti.
00:11:29Aber wenn du in die einzelne Abteilung kommst...
00:11:32Ne, das haut nie hin.
00:11:34Überall?
00:11:35Ja, überall auch nicht.
00:11:37Aber meist.
00:11:37Du wirst ja immer mit dem Lehrausbilder sprechen und es ihm sagen.
00:11:40Er kann auch nicht überall sein.
00:11:43Aber du kannst mir das nicht schon in den Schrank stellen.
00:11:45Dann müsst ihr euch selber ein bisschen kümmern.
00:11:48Es sind doch keine kleinen Kinder mehr.
00:11:50Weißt doch, was Vati immer sagt.
00:11:51Einmal richtig hinsehen ist besser als hundertmal hinhören.
00:11:55Vom Hinsehen alleine wird auch nichts.
00:11:58Man muss schließlich wissen, warum und wieso.
00:12:01Na, manchmal schlaft ihr ganz schön im theoretischen Unterricht.
00:12:04Wir haben doch auch Lehrlinge.
00:12:07Vielleicht ist das bei euch anders.
00:12:09Lass ich sie erstmal fertig machen.
00:12:11Dann reden wir einen Ruhm drüber.
00:12:12Mann, ich muss zum Training.
00:12:14Hab der wieder eingeht?
00:12:16Dann reden wir morgen.
00:12:17Du entgehst dem Thema nicht.
00:12:19Wann bist du wieder da?
00:12:21Nach 10.
00:12:22Musst nicht auf mich warten, Mutti.
00:12:23Tschüss.
00:12:25Was geschah, hättest du ruhig noch in den Schrank stellen können.
00:12:29Der drückt sich auch vor, erkannt.
00:12:31Training, Heike?
00:12:33Viermal in der Woche.
00:12:34Und morgen früh, er kriegt da wieder die Augen nicht auf.
00:12:37Von nichts hört nichts.
00:12:38Und lieber viermal Training als gammeln.
00:12:51Rauchst du mich denn noch mit?
00:12:55Bist du auch weg?
00:12:58Marlies hat neue Schallplatten.
00:12:59Wir machen doch jetzt immer Disco-Treppe in der Schule.
00:13:02Marlies und ich, wir sind verantwortlich dafür.
00:13:06Schwerer ab.
00:13:12Oder soll ich nicht doch noch da bleiben, damit du nicht so alleine bist.
00:13:15Hau ab.
00:13:16Aber komm nicht so spät.
00:13:17Komm dich, Schatzin.
00:13:19Heute ist was Schönes im Fernsehen, Mutti.
00:13:20Da kannst du wenigstens in Ruhe gucken.
00:13:22Tschüss.
00:13:27Tschüss.
00:13:28Tschüss.
00:13:41Tschüss.
00:13:42Tschüss.
00:13:46Tschüss.
00:13:58Alles dicht?
00:14:00Ja.
00:14:01Na, wer sagt's denn?
00:14:08Oh, welcher Glanz in unserer verschmierten Hütte.
00:14:10Man soll mir nicht nachsagen, ich lass mir nur die Vollzugsmeldung machen.
00:14:13Dann nehme ich die Gelegenheit wahr und melde.
00:14:16Reparatur beendet.
00:14:41Das ist gar nicht so einfach, wie ihr euch vorstellt.
00:14:43Die 18 Monate gehen so schnell vorbei, Trudian.
00:14:46Ach, Mensch.
00:14:46Julia, du weißt doch, Barbara.
00:14:48Vor acht Wochen hat unsere Große geheiratet und jetzt der Junge weg.
00:14:51Der kommt doch wieder.
00:14:52Mann, mach's mal halb lang.
00:14:53Aber für wie lange?
00:14:55Du wirst sehen, dann heiratet er bestimmt bald.
00:14:57Also wie leer das gestern Abend bei uns war, das glaubst du nicht.
00:15:02Tja, das ist nun mal der Lauf der Welt.
00:15:04Und was hat dein Mann dazu gesagt?
00:15:06Ach, Julia.
00:15:06Was einer Mutter bis ans Herz geht, geht dem Vater bloß bis ans Knie.
00:15:10Sagt er doch gestern Abend zu mir, Trudchen, jetzt beginnt unser zweiter Frühling.
00:15:13Wir sind wieder unter uns.
00:15:18Das ist auch ne Art, ne Mutter zu trösten.
00:15:20Das sag ich dir.
00:15:21Ach, dich und dein Mann hat er als Beispiel hingestellt.
00:15:24Die ewigen Flitterwöchner.
00:15:26Der muss es ja wissen.
00:15:31Du wirst dich schon umgewöhnt, Trudchen.
00:15:33Ja.
00:15:35Wenn die erste Post von deinem Jungen da ist, dann kommst du bald wieder ins Gleichgewicht weg.
00:15:47Ja.
00:15:48Ja.
00:15:50Ja.
00:15:51Ja.
00:16:14Komm noch mal einen Sprung mit rein.
00:16:16Du warst nur abgesprungen, ja?
00:16:30Sind deine zwei ausgeflogen?
00:16:32Wieder ausgeflogen, musst du doch schon sagen.
00:16:34Disco-Training.
00:16:35Ich verkehre mit meiner ganzen Familie, nur noch schriftlich.
00:16:38Meine Gute, das ist nun mal so, die werden Pflücke.
00:16:41Haben wir doch auch nicht anders gemacht.
00:16:44Du trinkst nur noch einen Kaffee mit.
00:16:45Du nein, sei nicht böse, aber Edmund, der kommt jeden Moment von Fernfahrt.
00:16:49Der ist dann sauer, wenn die Wohnung leer ist.
00:16:51War das nicht wieder eine Versammlung heute?
00:16:53Wie gemalt.
00:16:54Dieser Kollege Bernhard, der macht mich noch mal wahnsinnig.
00:17:00Du lässt aber auch alles viel zu sehr an dich rankommen.
00:17:03Du nimmst immer alles gleich persönlich.
00:17:05Sagt Paul auch immer.
00:17:09Aber schließlich bin ich ja für meine Abteilung verantwortlich.
00:17:12Sicher.
00:17:13Deine Arbeit ist ja auch in Ordnung.
00:17:14Das wissen alle.
00:17:16Wenn Paul da wäre, könnte er mir vielleicht einen Rat geben.
00:17:20Naja.
00:17:22Weiß nicht recht.
00:17:25Weißt du.
00:17:29Deine Arbeit machst du schon.
00:17:30Nur...
00:17:31Nur?
00:17:33Du bist irgendwie verändert.
00:17:36Immer gleich auf der Palme.
00:17:38Das vertragen viele Leute nicht.
00:17:43Ich weiß auch nicht, was in letzter Zeit mit mir los ist.
00:17:47Manchmal habe ich das Gefühl, ich komme mit mir selber nicht mehr zurecht.
00:17:52Du hast Heike eigentlich schon einen Freund?
00:17:55Nach der Zeit, die sie neuerdings vor dem Spiegel zubringt, ist es fast anzunehmen.
00:18:04Ach, du meinst, ich habe Ärger mit den Kindern?
00:18:06Nein.
00:18:07Und Jens?
00:18:08Der hat eine neue, große Liebe.
00:18:10Ist viel dort.
00:18:11Der versteht sich gut mit ihrem Vater.
00:18:13Naja, Jungs, in dem Alter, die brauchen auch mal Männergesellschaft.
00:18:16Gönnen Sie ihm.
00:18:18Paul ist ja so wenig da.
00:18:21Komm doch nachher zu uns hoch.
00:18:22Wir machen uns einen gemütlichen Abend.
00:18:24Ausgerechnet heute Abend.
00:18:25Dafür habe ich mir mit Edmund ein bisschen alle Ewigkeit.
00:18:27Ach.
00:18:31Na, also, was ist denn?
00:18:32Ist gut gemeint, aber ich bin doch gar nicht hier stehen.
00:18:35Du belegst das noch mal.
00:18:37Edmund, da bist du ja schon.
00:18:38Na, was denn?
00:18:39Soll ich wieder gehen?
00:18:40Ich rede keine Sachen, du.
00:18:41Zu wen habe ich denn das alles eingekommen?
00:18:42Guten Tag.
00:18:43Und tschüss.
00:18:44Komm.
00:18:44Tschüss, Barbara.
00:18:49Tschüss, Barbara.
00:19:16Tschüss.
00:20:05Schief! Schief! Heimatpost! Gerade angekommen. Noch ganz frisch.
00:20:11Na, wer sagt's denn? Ein von der Mutti für den lieben Mati.
00:20:14Ja, und die ist für den lieben Thomas.
00:20:16Hey, Postulion. Lies sich besser.
00:20:19Danke schön.
00:21:12Die war eifersüchtig. Aber wie?
00:21:16Eifersüchtig und heirateten anderen. Hier.
00:21:17Na klar!
00:21:47Wenn sie mich nicht geliebt hätte,
00:21:48oder die heißen Blonden aus dem Norden?
00:21:50Oder vielleicht die sanften,
00:21:52immer zu Liebesdiensten bei Reitenausfahren aus?
00:21:54Wenn du zu Hause erzählst,
00:21:55dass du auf dem Schiff und dem Hafen immer nur ackerst!
00:21:59Ja, das glaubt dir doch keiner!
00:22:01Die wollen doch so'n Mist hören!
00:22:02Dann beschwer dich aber nicht,
00:22:03wenn sie einen nimmt, den sie ständig unter Kontrolle hat!
00:22:05Ich dachte, das wäre Arbeitszeit, meine Herren!
00:22:08Nur eine kleine erzieherische 15!
00:22:10In Sachen Liebe!
00:22:11Verlegen Sie Ihre Debatten in die Freizeit!
00:22:15Na, was ist? Geht's nun weiter?
00:22:18Oder soll ich erst eine Einladung schicken?
00:22:21Möcht wissen, was ein Ding gefahren ist!
00:22:23Der spinnt!
00:22:28Mahlzeit!
00:22:28Keine Superzeit!
00:22:30Kapitän!
00:22:31So geht das nicht weiter mit dem Schiff!
00:22:34Dauernd liegen mir die Leute in den Ohren,
00:22:36dass kein Auskommen mehr mit ihm sei!
00:22:39Herr Bootsmann war auch schon bei mir!
00:22:42Was kann denn bloß in ihn gefahren sein?
00:22:45Vielleicht ist zu Hause jemand krank?
00:22:47Oder so!
00:22:49Krank!
00:22:51Da hätte er schon mal etwas erzählt!
00:22:53Und das oder so!
00:22:56Nicht beim Schiff!
00:23:05Mahlzeit!
00:23:07Mahlzeit!
00:23:08Mahlzeit!
00:23:17Mahlzeit!
00:23:17Danke!
00:23:26Na, läuft das das?
00:23:28Natürlich!
00:23:31Warum soll es nicht laufen?
00:23:32Man muss die Jungs nur ein bisschen auf Trab bringen!
00:23:35Wenn es im normalen Rahmen bleibt?
00:23:40Normal ist, wenn während der Arbeitszeit gearbeitet
00:23:42und nicht gequatscht wird!
00:23:49Die Matrosen meinen,
00:23:52sie würden neuerdings so viel rummeckern!
00:23:56Wenn ich rummeckere,
00:23:58dann wird wohl ein Grund dafür da sein!
00:24:11Mahlzeit!
00:24:18Ja!
00:24:33Stellt es ruhig zu mir!
00:24:34Ja, ich hab heute Hunger!
00:24:53Kann ich auch eine haben?
00:24:59Danke!
00:25:22Was ist los mit Ihnen?
00:25:23Nichts!
00:25:27Nichts!
00:25:28Was soll mit mir sein?
00:25:32Machen wir uns doch nichts vor, Schief!
00:25:35Seit kurzem sind sie wie umgewandelt!
00:25:44Jeder hat mal ein paar schlechte Stunden!
00:25:48Jedem gehen mal die Nerven durch!
00:25:51Aber wenn das zu einem permanenten Zustand wird!
00:25:57Also!
00:25:59Was ist los?
00:26:02Ich werde mich zusammennehmen!
00:26:04Es wird keine Klagen mehr geben!
00:26:07Bis Rostock!
00:26:14Was heißt bis Rostock?
00:26:17Warum betonen Sie das so?
00:26:28Warum betonen Sie das so?
00:26:38So kann ich nicht weiterleben!
00:26:41Unsere Kinder gehen inzwischen ihre eigenen Wege!
00:26:43Es ist nur eine Frage der Zeit, dass sie ganz aus dem Hause gehen!
00:26:48Du verstehst, was ich damit sagen will!
00:26:51Ich brauche dich!
00:26:52Komm nach Hause!
00:26:53Für immer!
00:26:56Und damit du begreifst, wie ernst es mir mit meiner Bitte ist!
00:27:00Entweder deine Seefahrt!
00:27:03Oder ich!
00:27:11Das kommt, wie mir scheint, ziemlich überraschend für Sie!
00:27:16Haben Sie da nie miteinander darüber gesprochen?
00:27:18Wie man so darüber spricht!
00:27:20Mal nebenbei, mal im Ärger!
00:27:22Mal im Abschiedsschmerz!
00:27:25Ich habe das nie so richtig ernst genommen!
00:27:32Also Schiff!
00:27:36Sie und ohne Ihr Maschinchen!
00:27:40Ohne Schiff!
00:27:46Ich kann mir das einfach nicht vorstellen!
00:27:51Sehen Sie denn keinen Ausweg?
00:27:55Vielleicht mal für ein Jahr?
00:27:59Aussetzen?
00:28:00Nein!
00:28:02Ich bin nicht für Halbheiten!
00:28:05Außerdem ist sie am Recht!
00:28:07Die ganzen Jahre über zu Hause hat sie alles gemacht!
00:28:10Ohne zu klagen!
00:28:11Ohne zu murren!
00:28:12Ob sie an den Wochenenden alleine war mit den Kindern!
00:28:15Oder zu den Feiertagen!
00:28:17Wenn es Probleme gab in der Schule!
00:28:18Eins von den Kindern krank war!
00:28:22Wohnungsumzüge und so weiter und so weiter!
00:28:24Aber wem sage ich denn das?
00:28:25Das wissen Sie doch selber!
00:28:28Im Grunde sind wir immer sowas wie Besuch zu Hause!
00:28:31Ja!
00:28:36Sicher!
00:28:37Mein Maschinchen wird mir fehlen!
00:28:38Sehr sogar!
00:28:41Aber damit muss ich eben fertig werden!
00:28:46Meine Frau braucht mich!
00:28:47Mehr als sie!
00:28:51Jetzt bin ich eben an der Reihe, auf etwas zu verzichten!
00:28:56Ja, das ist ein weites Feld!
00:28:58Das würde der alte Fontane sagen!
00:29:03Sicher werden sie auch an Land ein Maschinchen finden, an das sie ihr Herz hängen können!
00:29:10Aber die Frage wird sein, ob sie vom Pott loskommen!
00:29:19Das ist ihr Leben!
00:29:22Manche schaffen das nie!
00:29:25Und ich fürchte, sie gehören zu ihnen!
00:29:50Und ich fürchte, sie gehören zu ihnen!
00:29:53bis zum nächsten Mal!
00:30:18Bis zum nächsten Mal!
00:30:19Das ist ein ganzes Mal!
00:30:20Ganzes Mal!
00:30:23Dann zum nächsten Mal!
00:30:23Vielen Dank, Chief, Fred.
00:30:24Wiedersehen, wiedersehen, Thomas.
00:30:31Tja, dann muss ich ja wollen.
00:30:43Machen Sie es gut, Chief.
00:30:46Und denken Sie daran, dass Sie immer wieder bei mir anheulen können.
00:31:13Warum nimmt er denn keine Taxe?
00:31:16Damit der Weg ein bisschen länger wird.
00:31:41Paul?
00:31:42Ja, da bin ich.
00:31:45Paul?
00:31:48Ist das etwa ein Empfang für den heimkehrenden Ehemann?
00:32:02Und ich hatte solche Angst. Du würdest mich nicht verstehen.
00:32:15Paul, die Kinder kommen.
00:32:18Ja.
00:32:26Tag, Mutti.
00:32:27Tag, Mutti.
00:32:28Tag, Mutti.
00:32:28Ich habe alles mit dir gebracht.
00:32:29Ey!
00:32:34Was machst du denn hier plötzlich hin?
00:32:36Mutti hat schon gedacht, du hast das Schreiben verlangt.
00:32:38Ja, ja, ja.
00:32:39Für wie lange bleibst du denn diesmal?
00:32:40Für immer.
00:32:41Für immer?
00:32:43Ja, dann bist du ja zu meinem 10-Klassen-Abschlüssel.
00:32:46Sag mal, warum bleibst du denn auf einmal?
00:32:48Hast du was ausgefressen?
00:32:50Hast du immer Schiechen gegründet und Pohnen gefahren?
00:32:51Nee, nee, nee.
00:32:52Ich hatte das Gefühl, ihr braucht endlich wieder mal eine straffe Hand.
00:32:55Ja, schon.
00:32:56Aber ich nicht.
00:32:56Nein, du nicht.
00:32:57Los, los, los.
00:32:58Wir stecken.
00:33:00Sonst verhungert hier noch jemand.
00:33:07Warum nimmst du denn das gute Geschirr, Eike?
00:33:08Na, wir haben doch Besuch.
00:34:06Tschüss Mutti, soll ich noch was erledigen?
00:34:08Einkaufen?
00:34:10Erledigt alles, Vati.
00:34:12Kannst du ihm das nicht wieder abgewinnen?
00:34:13Der Bezirk beim Einkaufen immer so das Wirtschaftsgeld.
00:34:15Das machen alle Männer so am Anfang.
00:34:17Los, los, los, ab.
00:34:18Entschuldigung.
00:34:20Kannst du?
00:34:20Und teufel, teufel für die russische Arbeit.
00:34:22Wird schon nicht so schlimm werden.
00:34:27Kannst du nicht noch ein paar Tage Urlaub nehmen?
00:34:31Mir fällt die Decke auf den Kopf, wenn ich den ganzen Tag alleine in der Wohnung habe.
00:34:34Aber Paul, drei Tage habe ich schon weg.
00:34:36Und den Rest muss ich für den Urlaub aufheben.
00:34:39Du fährst doch jetzt nicht mehr zur See.
00:34:41Wie konnte ich das nur vergessen?
00:34:43Du, ich komme zu spät.
00:34:53Mensch, Barbara, du bist zu beneiden.
00:34:55Dein Mann steht unten und wartet.
00:34:56Und das jeden Tag, du.
00:34:58Meiner dagegen ist ein richtiges Faultier.
00:35:00Erziehungssache.
00:35:01Du, ich schicke meinen auch mal zur See, wenn die da so gut erzogen werden.
00:35:05Tschüss.
00:35:05Meine Erziehung.
00:35:07Tschüss.
00:35:08Tschüss.
00:35:09Der Paul hat sich ganz gut eingelebt, nicht?
00:35:11Aber ich bin froh, dass er am Montag anfängt zu arbeiten.
00:35:13Ja?
00:35:14Der kommt nicht mehr mit sich zurecht und bringt mir den ganzen Haushalt durcheinander.
00:35:18Ob ihm das gefallen wird, du?
00:35:19Ich hoffe.
00:35:22Es sind doch wieder Maschinchen.
00:35:23Er wird es schon packen.
00:35:27Der Mensch gewöhnt sich an alles.
00:35:29Auch ins Festland.
00:35:32Hauptsache, wir sind wieder zusammen.
00:35:43Hey!
00:35:45Na hin!
00:35:47Ich lebe noch frisch.
00:35:49Solange ich auf dem Bug sitze, ja.
00:35:52Und du willst dich selbst aufmachen, habe ich gehört.
00:35:54Na ja.
00:35:56Und ich wollte in der Lohntüte verwenden, dass das ein Gerücht ist.
00:35:58Dann sieht man es überall zu Hause.
00:36:01Wie wär's denn mit dem Bier heute Abend?
00:36:02Oh, leider nicht.
00:36:03Obwohl mir der Knobel juckt.
00:36:05Ich muss noch auf große Fahrt.
00:36:06Ich wollte nur Anita Bescheid sagen.
00:36:07Ach, da kommt sie ja.
00:36:08Was machst du jetzt?
00:36:10Schichtingenieur am Montag.
00:36:12No, ist doch keine große Umstellung.
00:36:20Na ja.
00:36:33Kollegen!
00:36:34Kollegen, Kollegen, Kollegen, hört doch mal zu. Darf ich einen Moment um Aufmerksamkeit bitten?
00:36:45Hiermit möchte ich euch den neuen Kollegen Paul Weyer vorstellen.
00:36:49Er wird ab heute bei uns arbeiten, und zwar nach einer kurzen Einarbeitungszeit als Schichtingenieur.
00:36:55Ich möchte noch hinzufügen, Kollege Weyer war bisher Chefingenieur in unserer Handelsflotte.
00:37:00Er besitzt eine Menge Erfahrungen, die sicher auch uns zugutekommen werden.
00:37:05Zum anderen muss er sich natürlich umstellen auf unsere Produktion.
00:37:08Ich bitte euch, ihn kameradschaftlich in eurer Mitte aufzunehmen und ihm in jeder Weise zu helfen, Kollegen.
00:37:15Das war's dann, Kollegen. Dankeschön.
00:37:18Ihnen aber, Kollege Weyer, wünsche ich, dass Sie sich bei uns wohlfühlen und uns ein guter Mitarbeiter werden.
00:37:24Dort ist Ihr Arbeitsplatz.
00:37:25Chefingenieur und jetzt hier bei uns Schichtingenieur? Komisch, was?
00:37:29Ein Seemann. Da werden sich aber unsere Kolleginnen über Tatsachenberichte freuen.
00:37:34Die rote Laterne und so.
00:37:37Ob der mal da mit Rührer kommt, wie der so in fremden Häfen ist, oder?
00:37:40Da muss er erst mal warm werden bei uns.
00:37:4412.000 PS sind's zwar nicht, aber das war uns ganz beeindruckend.
00:37:52Willst du von den Bissen etwa satt sein?
00:37:54Natürlich. Ich bin doch kein Matrose, Vati.
00:37:57Ach, der ist doch ein Spatz mehr.
00:37:59Fang bloß mit solchem Unsinn an, von wegen schlanke Linie und so.
00:38:03Die Haare hängen dir auch fast auf den Teller.
00:38:07Mädchen essen nun mal nicht so viel.
00:38:08Und in modischen Dingen denken sie ein bisschen anders als Väter.
00:38:12Mit kurzem Hase aber hübscher, wenn mir das männliche Urteil mal gestattet sei, ja?
00:38:20So, was wollen wir denn heute unternehmen?
00:38:21Morgen ist Sonntag? Theater oder so? Wir können auch schlafen.
00:38:25Also ich muss heute zum Training.
00:38:28Und morgen, da hatte ich eigentlich was vor.
00:38:31Marlies hat Kinokarten besorgt für heute.
00:38:33Und morgen?
00:38:35Morgen hatte ich eigentlich auch schon was vor.
00:38:38Mutti?
00:38:39Also los, spürt ab.
00:38:57Steht mir kurz, ist er wirklich besser?
00:38:59Musst du mich doch nicht fragen.
00:39:02Kommt doch drauf an, was er dazu sagt.
00:39:08Wisst du, fahrt ihr schon von dem?
00:39:11Gut, die meinen Väter sind da ein bisschen komisch.
00:39:13Also soll ich ihn erst mal kennenlernen.
00:39:20Ist eine herrliche Ordnung.
00:39:22Sie laufen weg und du darfst einen Abwasch machen.
00:39:24Oh, sie waren jetzt so viele Wochenenden mit uns zusammen.
00:39:31Das wird Ihnen einfach zu langweilen.
00:39:33Du musst ja bloß nur sagen, dass unser Heike schon einen Freund hat.
00:39:36Und wenn es so wäre?
00:39:37Na, na, na.
00:39:39Soll das mal trocken werden hinter dem Rund?
00:39:41Ist ja noch ein Kind.
00:39:42So absolut würde ich das nicht sagen.
00:39:45Na, du hör mal.
00:39:51Also, Barbara, ich verstehe dich da nicht.
00:39:56In jedem Urlaub waren wir uns in Erziehungsfragen einig.
00:39:59Und jetzt noch einmal.
00:40:00Was denn?
00:40:01Na, Paulin zum Beispiel.
00:40:03Ich will mit ihnen reden und du sagst los, schwört ab.
00:40:06Na, weil du falsch mit ihnen sprichst.
00:40:08So machst du sie nur bockig.
00:40:09Ach, du tust ja gerade so, als hättest du noch nie was mit jungen Leuten zu tun gehabt.
00:40:14Ein Vorgesetzter ist was anderes als ein Vater.
00:40:17Natürlich.
00:40:18Der muss ausbügeln, was daraus in der Erziehung falsch gemacht wurde.
00:40:21Paul.
00:40:22Papa, hab ich da nicht so gemein.
00:40:29Da hast du die beiden schon prima erzogen, wirklich.
00:40:45Ich muss ein bisschen Geduld mit mir haben.
00:40:52Ich muss mich eben was drin gewöhnen.
00:41:01Kommst du auf der Arbeit schon zurecht?
00:41:03Du sprichst gar nicht davon.
00:41:04Doch, doch, das geht schon alles in Ordnung.
00:41:08Wie sagst du da immer?
00:41:10Es braucht eben alles seine Zeit.
00:41:14Manchmal hab ich Angst.
00:41:16Es könnte ein Brief von der Reederei kommen.
00:41:18Du sollst wieder aufsteigen.
00:41:20Mach dir ja nicht so dumme Gedanken.
00:41:27So, jetzt beeilen wir uns hier mal ein bisschen.
00:41:30Du machst dich hübsch.
00:41:31Ne Färme zum Alex.
00:41:33Schaufensterbummel.
00:41:35Der Teufel steckt bekanntlich im Detail.
00:41:37Aber in welchem?
00:41:41Ich glaube, es dürfte hier sein.
00:41:44Da sehen wir mal nach.
00:41:45Ich weiß nicht recht, Kollege Weyer.
00:41:47Dafür gibt's Spezialtrupps von der Firma.
00:41:49Anruf genügt.
00:41:50Na, rufen Sie an.
00:41:50Wie lange es dauert?
00:41:52Also, wenn die nicht bald kommen, dann bauen wir uns das Teil eben selber.
00:41:55Das wäre aber unökonomisch.
00:41:57Ausbauen.
00:41:58Selber bauen.
00:41:59Wieder einbauen.
00:42:01Wieder ausbauen, um dann das reguläre Ersatzteil einzubauen.
00:42:04Das mag ja auf ein Schiff angehen.
00:42:06Aber ein Land?
00:42:07Nee.
00:42:12Heute Nacht bauen Sie es ein.
00:42:13Die Spätschicht wird ganz schön sauer sein.
00:42:15Was denn heute Nacht ist?
00:42:16Und wenn wir nur selber.
00:42:18Selber?
00:42:18Ich habe ihm schon gesagt, dass das ein Land zu unökonomisch ist.
00:42:21Und außerdem wäre die Zustimmung vom technischen Direktor nötig.
00:42:24Ich bin's gewöhnt, Verantwortung zu tragen.
00:42:26Nur nicht gleich eingeschnappt sein.
00:42:27Oder hat Ihr erster Ingenieur solche Sachen ohne Ihre Einbildung machen können?
00:42:31Na ja.
00:42:32Ach, sag mal, wie wird's denn nun mit Deinem Nachwuchs?
00:42:34Hat er nun den Kocken oder nicht?
00:42:35Ja, er hat.
00:42:35Ah, fällst du uns also für 14 Tage aus?
00:42:39Tja, da die Gleichberechtigung der Väter auf diesem Gebiet noch nicht erreicht ist?
00:42:43Na ja.
00:42:45Matrosen kriegen keinen Schwangerschaftsurlaub und keine Windpocken und keinen Haushaltstag.
00:42:50Beneidenswerte Arbeitskräfteplanung hatten sie auf See.
00:42:52Aber dafür haben Sie auch kein Theater, kein Fernsehen und von der Familie nur ein Foto.
00:42:58Deutlich, nach unserer feuchten Prämienfeier.
00:43:00Da wäre mir meine Frau nur auf dem Foto aber lieber gewesen.
00:43:09Ja!
00:43:11Das ist eine große Umstellung oder bist du schon, wie man so schön sagt, integriert?
00:43:17Ja, Maschinen sind Maschinen, mal ein bisschen größer, mal ein bisschen kleiner.
00:43:27So kann man es natürlich auch sehen.
00:43:28Aber nehmen wir es nicht übel, Paul.
00:43:30Ich habe zu meinem Fahrbahnuntersatz eine, sagen wir, engere Beziehung.
00:43:34Ich bin auch fast wie zu meiner Dicken hier.
00:43:38Ja!
00:43:39Ja!
00:43:42Also, was ist noch?
00:43:44Willst du weitererzählen, was auf deiner Umleitungsstrecke passiert ist oder nicht?
00:43:47Ja, natürlich.
00:43:48Halt sie mir rein in die Umleitung?
00:43:50Oder soll man wohl mit der nicht ein Bierchen dazu trinken?
00:43:56Bier?
00:43:56Ja.
00:43:56Nee, zu kalt für meinen Magen.
00:43:59Magen?
00:43:59Wenn mir einer gesagt hätte, dass du was mit dem Magen hast.
00:44:02Dir fehlt eine echte Seemannskost, Mann.
00:44:07Du, sag mal.
00:44:09Habt ihr euch gekracht?
00:44:11Aber?
00:44:16Jungs, wir nehmen mal ein Käffchen, ja?
00:44:18Ja, ist gut.
00:44:21Äh, du bist dran.
00:44:23Also, wir reihen in die Kurve.
00:44:26Stoppfinsterne Nacht war es.
00:44:28Ungegossen hatte, sag ich dir.
00:44:29Die Scheinwischer konnten es gar nicht schaffen.
00:44:33Haut mir doch hinten ein Reifen weg.
00:44:36Direkt in der Kurve.
00:44:37Ich habe mir das alles ein bisschen anders vorgestellt mit Paul.
00:44:40Reibungslose.
00:44:42Die ersten Wochen.
00:44:43Ja.
00:44:45Aber jetzt?
00:44:46Zwei Kaffee.
00:44:48Paul ist anders geworden.
00:44:50So ganz anders.
00:44:53Es ist, als hätten wir keine Antenne mehr für den Magen.
00:44:57Das kann ich mir gar nicht vorstellen.
00:44:59Er nimmt dir doch so viel ab.
00:45:01Er ist doch nie irgendwie, wie soll ich denn sagen?
00:45:03Das ist es ja.
00:45:04Ich kann mich im Grunde genommen nicht beschweren.
00:45:06Er bemüht sich so.
00:45:07Früher?
00:45:08Früher.
00:45:09Was heißt denn bei euch?
00:45:10Früher.
00:45:11Ihr habt euch immer nur im Urlaub gesehen.
00:45:13Du mit Sonntagsgesicht.
00:45:14Er mit Sonntagsgesicht.
00:45:15Na und Streitpunkte.
00:45:16Krass.
00:45:17Wunder gleich in die Ecke gestellt.
00:45:20Im letzten Augenblick habe ich den Schlitten zum Stehen gekriegt.
00:45:23Mein Kumpel hatte schon die Augen zugemacht.
00:45:25Da dachte er, jetzt passiert es.
00:45:27Ich rausgeguckt.
00:45:29So ein Stück vom Abgrund, sag ich dir.
00:45:32Da haben erst mal alle beide tief Luft geholfen.
00:45:43Ihr Alltag ist nicht nur Sonnenschein.
00:45:46Bitte sehr, ihr Kumpel.
00:45:49Bei uns kommt es auch manchmal.
00:45:51Das habe ich auch erst gedacht.
00:45:54Wir müssen uns zusammen rauf.
00:45:56Wenn er nur mal richtig explodieren würde, dann wüsste ich, was in ihm vorgeht.
00:46:02Manchmal denke ich, ich habe ihn ja richtig gekannt.
00:46:08Und dann muss mir der Schrad wechseln.
00:46:10Bei voller Ladung.
00:46:11Bei dem Saufer, den der Dunkel hält.
00:46:13Na ja, ganz nett.
00:46:16Sag mal, hast du denn überhaupt schon mal so einen Saufer, der erlebt?
00:46:19Sturm, Wind und Regen?
00:46:20Ne, sowas gibt es auf See nicht.
00:46:26Vielleicht liebt er seine Seefahrt doch mehr als mich und die Kinder.
00:46:30Mach aber mal einen Punkt.
00:46:31Du hast gerufen und er ist sofort gekommen.
00:46:34Um zu zögern, ohne zu diskutieren.
00:46:38Meinst du, das macht man nur aus Pflichtgefühlen?
00:46:42Ja, da müsste ich eher so denken.
00:46:45Bin gar nicht so sicher, ob ich meinen Edmund so ohne weiteres von seinem Bock runterkrieße.
00:46:54Ach, lass das doch stehen.
00:46:56Das macht Heike, wenn sie aus der Schule kommt.
00:46:58Tschüss.
00:47:01Du hast doch heute Frühschicht.
00:47:02Fehlt dir was?
00:47:03Ist dir nicht gut?
00:47:05Doch, doch.
00:47:05Ich muss so eine Routineuntersuchung vom Betrieb.
00:47:08Du sag mal, Pomi, dir stimmt doch was nicht.
00:47:11Du warst schon gestern Abend so ruhig.
00:47:13Du hast gar nichts erzählt.
00:47:15Kannst du mir sagen, wovon ich was erzählen soll?
00:47:18Wovon?
00:47:22Du warst nicht, wovon ich was erzählen soll.
00:47:45Entschuldige, bitte.
00:47:48Entschuldige.
00:47:55Weiterbildung macht Spaß, was?
00:47:56Ja, von Degen. Ende April und die heizen immer noch.
00:47:59Und hinzu kommt dann noch die Raucherei.
00:48:00Was es auch immer war, mein Hals ist auch mächtig trocken.
00:48:03Auf ein Bierchen?
00:48:04Ja, also wenn das eine Einladung gewesen sein soll, Kollege Weyer, danke.
00:48:08Meine Familie wartet.
00:48:09Und dort kommt mein Bus. Tschüss.
00:48:11Tschüss.
00:48:12Wissen Sie, welche Bemerkung sich unsere werte Kollegin verkniffen hat?
00:48:15Nee, welche.
00:48:16Die Gleichberechtigung sei noch nicht so weit gediehen,
00:48:18dass auch Ehefrauen ohne vorherige Anfrage bei der Familie
00:48:22nach Dienstschluss ein Bierchen trinken dürfen.
00:48:27Ja, stimmt.
00:48:31Du, ich hab mir das eine ganze Zeit angesehen.
00:48:35Ich hab mir gedacht, nicht einmischen,
00:48:37die beiden werden schon wieder zur Vernunft kommen.
00:48:40Aber so kann das doch nicht weitergehen.
00:48:42Ich weiß auch nicht mehr, was ich machen soll.
00:48:45Was ich auch anpacke, es geht alles viel.
00:48:49Sogar mit den Kindern komme ich nicht mehr zurecht.
00:48:51Hm, ich weiß.
00:48:52Heike war neulich bei mir oben.
00:48:58Was hat sie gesagt?
00:49:00Na, kein Wort über euch.
00:49:02Aber sie wollte wissen, ob sich zwei ja noch lieben,
00:49:04die sich immer zu streiken.
00:49:07Und was hast du dir gesagt?
00:49:09Dass es da zwei Möglichkeiten gibt.
00:49:11Man kann sich streiten, weil man sich liebt.
00:49:13Man kann sich streiten, weil man sich nicht mehr liebt.
00:49:18Aber wie auch immer,
00:49:20bei beiden Möglichkeiten,
00:49:22da ist ein offenes Wort,
00:49:24das einzige Hilfsmittel, um wieder mit sich ins Reine zu kommen.
00:49:31Und wenn man Angst hat,
00:49:33man könnte eines Tages vor der zweiten Möglichkeit stehen?
00:49:38Du solltest ne Zeit lang aufhören zu arbeiten,
00:49:40damit ihr alle wieder zur Ruhe kommt.
00:49:41Ich? Aufhören?
00:49:43Na, du müsstest doch wissen,
00:49:44dass ich an einem Laden hänge.
00:49:45Seit 15 Jahren bin ich drin.
00:49:51Aufhören.
00:49:53Das ist doch keine Lösung.
00:49:57Der Mensch ist doch ein eigenartiges Wesen.
00:50:00An Bord denkt man immer,
00:50:01wie schön es da wäre,
00:50:02jeden Abend mit der Familie zusammenzusitzen.
00:50:03Und kann man es.
00:50:04Dann findet man,
00:50:05dass ein Abend beim Bier unter Männern auch nicht schlecht ist.
00:50:07Stimmt's?
00:50:07Was, denn Sie auch?
00:50:08Und ich hatte schon ein schlechtes Gewissen.
00:50:11Meine Frau trifft sich hin und wieder mal
00:50:13mit ein paar alten Freundinnen.
00:50:14Ja.
00:50:14Und dann legt sie auch keinen Wert drauf,
00:50:15dass ich dabei bin.
00:50:16Dankeschön.
00:50:19Prost.
00:50:20Danke.
00:50:24Was haben Sie eigentlich in der Freizeit
00:50:25auf dem Schiff gemacht?
00:50:26Freizeit?
00:50:28Frei Wache.
00:50:29Ich glaube, das sind zwei völlig verschiedene Dinge.
00:50:32Obwohl man in beiden Fällen nicht arbeitet.
00:50:35Na, hier geht man nach der Schicht auseinander,
00:50:36der eine dahin, der andere dorthin.
00:50:38Man sieht, man trifft sich mal außerhalb der Arbeitszeit.
00:50:41Aber an Bord ist man immer zusammen.
00:50:44Obwohl jeder auf seiner Kammer ist.
00:50:46Mal zwei Schritte.
00:50:47Mal klopft, man kann über etwas sprechen,
00:50:49was einem gerade am Herzen liegt.
00:50:5124 Stunden ist man zusammen.
00:50:53Das ist schrecklich.
00:50:55Da weiß man ja schon,
00:50:55was der andere sagen will,
00:50:56wenn er bloß den Mund aufmacht.
00:50:57Na, da ist was dran.
00:50:59Und einfach ist das nicht.
00:51:02Aber trotzdem.
00:51:04Man hat doch die gleichen Probleme,
00:51:05die gleichen Freuden,
00:51:06die gleichen Ängste.
00:51:07Und wenn die Situation mal brenzlig wird,
00:51:10man hat eine ganz tiefe Befriedigung,
00:51:13wenn man eine Situation gemeistert hat.
00:51:16Na, aus See, da kommt nicht die Reparaturbrigade
00:51:19vom Spezialbetrieb.
00:51:20Da muss man zeigen, was in einem steckt,
00:51:21was man kann.
00:51:23Wie man sich zu helfen weiß.
00:51:25Ja, wenn die Maschine hin ist,
00:51:27dann kann selbst der beste Kapitän
00:51:28nichts mehr ausrichten.
00:51:29Das lebe die Seefahrt.
00:51:31Ja.
00:51:31Denn hier am Land sind wir ja gewissermaßen
00:51:33alle nur Flaschen.
00:51:36Aber wieso denn das?
00:51:37Das habe ich doch gar nicht gesagt.
00:51:39Da muss man zeigen,
00:51:40was in einem steckt,
00:51:40was man kann.
00:51:41Sind wir an Land hier gar nichts?
00:51:43Machen wir nur immer gerade das,
00:51:45was man von uns verlangt
00:51:45und nicht ein Quäntchen mehr?
00:51:47Nein, natürlich nicht.
00:51:49Aber auf See, da ist
00:51:51das alles ganz anders.
00:51:54Man ist mehr aufeinander angewiesen.
00:51:55Anders aufeinander angewiesen.
00:51:57Das ist ein anderes Klima.
00:52:00Warum sind Sie denn da nicht da geblieben,
00:52:02wenn Ihnen das andere Klima
00:52:04so offensichtlich viel mehr zusagt?
00:52:07Meine Privatsache.
00:52:17Meine Frau
00:52:19hat das Alleinsein
00:52:20nicht mehr verkraftet.
00:52:33Haben Sie
00:52:33eigentlich im Leben
00:52:35was anderes werden wollen als Seemann?
00:52:38Nein.
00:52:41Eine Permi.
00:52:44Vielleicht aber nur am Anfang.
00:52:47Dann kann man es nicht mehr erklären.
00:52:50Das war mein Klima.
00:52:55Und Ihre Frau ist ein netter Kerl.
00:53:04Scheiß Situation, was?
00:53:08Na dann Prost, Seemann.
00:53:28Du hast deiner Frau nichts gesagt.
00:53:30Nein, nein.
00:53:31Papa denkt nämlich,
00:53:32dass ich heute in Berlin bin.
00:53:38Aber die Gelegenheit,
00:53:38mit dir nach Rostock zu fahren,
00:53:41die konnte ich einfach
00:53:42nicht an mir vorbeigehen lassen.
00:53:43kann ich nicht mehr
00:54:11nicht mehr nehmen.
00:54:11Da!
00:54:14Das ist also dein Doppel.
00:54:16Ja, das ist er.
00:54:17Mächtiges Ding, dein Wetter.
00:54:20Auf geht's.
00:54:30Chief!
00:54:32Wie geht's denn, Thomas? Alles wohl auf dem Deck?
00:54:35Ist der Kapitän an Bord?
00:54:36Ja, vor zehn Minuten gekommen, Bootmann.
00:54:37Ja, hallo, Chief.
00:54:40Ich wusste, Sie kommen wieder.
00:54:42Hallo, Chief. Mein Chief, kommen Sie wieder an Bord, Chief?
00:54:45Ja, schon ganz glass geworden, Herr Kiel.
00:54:46Es geht eben nicht um die schöne, klare Seeluft.
00:54:48Also, wir sehen uns sicher noch.
00:54:49Ich muss mich jetzt mal beim Kapitän melden.
00:54:51Ja, ja, ja, ja, wie ist die Schiffsordnung vorschein?
00:54:53Sehr schön, wenn Sie wieder kämen.
00:54:55Ja, ja.
00:55:00Herein.
00:55:02Käpt'n.
00:55:07Das kann nicht wahr sein.
00:55:09Chief!
00:55:13Das ist Edmund Kehler, Freund und Haus-Metbewohner.
00:55:16Carsten.
00:55:18Das ist unser erster.
00:55:19Schulze.
00:55:20Ich wollte Ihnen mal meine alte Wirkungsstätte zeigen.
00:55:22Wir nehmen erst mal Platz.
00:55:24Bier, Cognac.
00:55:26Was Alkoholfreies, bitte.
00:55:27Bitte.
00:55:28Nichts Alkoholfreies.
00:55:30Nichts so ungut schief.
00:55:30Doch, ich muss...
00:55:32Hat es Sie wieder hergeprägen?
00:55:34Hab ich doch geahnt.
00:55:36Sie bleiben mit einem Bein auf dem Pott.
00:55:40Die Gelegenheit hat sich ergeben.
00:55:43Na ja, dachte ich, guten Tag, sagen kannst du ja mal, ne?
00:55:45Okay.
00:55:48Wie haben Sie sich eingelebt?
00:55:50Was machen Sie jetzt eigentlich?
00:55:52Sie haben überhaupt nichts von sich hören lassen.
00:55:54Schönes Maschinchen an Land gefunden, was?
00:55:58Oh, doch.
00:56:00Ich bin Schichtingenieur.
00:56:01Ziemlich großer Betrieb.
00:56:03Ja.
00:56:03Rund 5000 Leute.
00:56:05Das klingt ja beinahe so, als hätten Sie überhaupt keine Umstellungsschwierigkeiten gehabt.
00:56:10Am Anfang schon.
00:56:14Na dann, Prost.
00:56:16Prost.
00:56:22Und Ihre Frau?
00:56:23Ihre Kinder?
00:56:24Danke.
00:56:24Alles Bestens.
00:56:26Freut mich, wie Sie schießt.
00:56:28Wir hatten allerdings immer gehofft, Sie kommen wieder.
00:56:31Ein Mann mit Ihren Erfahrungen, mit Ihrem Geschick, mit den Leuten umzugehen.
00:56:38Also, wie ist es?
00:56:40Nein, nein.
00:56:41Ich hab mich endgültig entschieden.
00:56:43Ich hab's doch bis heute noch nicht bereut.
00:56:46Man findet sich in alles rein, ich meine...
00:56:48Also doch noch mit einem Bein auf dem Pott.
00:56:52Mir machen Sie nichts vor.
00:56:54Sie sehen das falsch, Kapitän.
00:56:56Nur wenn man plötzlich wieder mal an Bord ist, dann...
00:56:59Entschuldigung, Kapitän.
00:57:00Ja.
00:57:01Eine Minute nur mal.
00:57:02Wir wollen nicht länger stören.
00:57:04Ich habe nur eine Bitte.
00:57:06Könnte ich mit meinem Freund mal...
00:57:07... einen gleich in den Maschinenraum werfen.
00:57:10Selbstverständlich.
00:57:10Danke.
00:57:11Alles Gute.
00:57:12Danke schön.
00:57:12Vieles Sinn.
00:57:13Vieles Sinn.
00:57:18Mein Angebot bleibt, Chef.
00:57:19Sie können jederzeit wieder aufsteigen.
00:57:46Das ist der Maschinen-Telegraf.
00:57:50Maschinen-Telegraf.
00:57:50Voll voraus.
00:57:51Voll zurück.
00:57:52Da könnt ihr auf der Brücke mit uns machen, was ihr wollt.
00:57:55Ja, das Maschinentagebuch.
00:57:57Da werden alle Vorgänger eingetragen.
00:58:00Unterschrieben.
00:58:04So, und hier ist das Telefon hoch zu Kommandobrücke.
00:58:06Aha.
00:58:08Ja, und da ist noch ein paar Zusatzaggregate.
00:58:14Kollege Weyer, alle Befunde OB.
00:58:16Ihre Innereien sind völlig in Ordnung.
00:58:18EKG einfach wunderbar.
00:58:20Röntgenaufnahme von der Galle und dem Magen OB.
00:58:24Also dann leide ich nicht an Magenschmerzen, sondern an Einbildung.
00:58:28Doch, da ich war Zeit meines Lebens ein kerngesunder Mensch.
00:58:32Erst seit ich hier bin.
00:58:34Irgendetwas vertrage ich nicht.
00:58:38Wie lange sind Sie zur See gefahren?
00:58:39Über 20 Jahre.
00:58:41Mir hat nie etwas gefehlt.
00:58:42Sie haben Ihren Beruf aufgegeben.
00:58:45Warum?
00:58:47Familiäre Probleme.
00:58:49Ich kann Ihnen eine Menge Pillen verschreiben.
00:58:51Aber im Prinzip helfen Sie Ihnen alle nicht.
00:58:53Sehen Sie, Kollege Weyer, es gibt nun mal Berufe,
00:58:56denen man sich mit Haut und Haar verschreibt.
00:58:58Ich meine nicht die Arbeit schlechthin.
00:59:00Berufe, von denen man nie wieder loskommt.
00:59:02Ich möchte mir das hohe Wort Berufung ersparen.
00:59:05Vielleicht trifft es besser, wenn ich sage,
00:59:08es ist genau der Beruf, den man braucht,
00:59:10um sich gewissermaßen als kompletter Mensch zu fühlen.
00:59:14Ich glaube, der Seemannsberuf gehört dazu.
00:59:16Irgendwann muss man den auch aufgeben.
00:59:18Irgendwann.
00:59:20Aber dann wäre auch der Punkt erreicht,
00:59:21wo Sie sich sagen müssten,
00:59:23ich kann ihn nicht mehr voll ausfüllen.
00:59:24Tja, und das ist etwas ganz anderes.
00:59:27Wenn man so lange in einem Beruf zufrieden,
00:59:30na sagen wir ruhig, glücklich war,
00:59:31dann ist eine Umstellung sehr schwer.
00:59:33Aber ich muss damit ja fertig werden.
00:59:34Irgendwann, eines Tages.
00:59:36Tja, wenn bei mir nachts das Telefon klingelt,
00:59:40da möchte ich manchmal das Kopfkissen draufpacken,
00:59:42aber wenn ich mir vorstelle,
00:59:44es könnte nicht mehr klingeln,
00:59:47da stehe ich doch lieber auf.
00:59:49Nur Sie sind im Vorteil.
00:59:51Ihr Bett bleibt nicht monatelang leer.
00:59:58Tja, da wäre ich auch mal.
01:00:00Tja, da war ich auch mal.
01:00:02Tja, da war ich auch mal.
01:00:06Tja, da war ich auch mal.
01:00:07Schlaf gut.
01:00:51Tja, da war ich auch mal.
01:01:04So geht's nicht weiter mit uns, Paul.
01:01:08Wir müssen uns endlich mal aussprechen.
01:01:14Worüber denn?
01:01:16Wenn du nicht jedes Wort auf die Goldfrage legen würdest,
01:01:19dann brauchten wir auch nicht zu viel zu reden.
01:01:20Paul, ich tue doch alles,
01:01:22damit du dich zu Hause wohlfühlst.
01:01:23Oh ja, du tust alles.
01:01:25Alles wie die ganzen Jahre davor.
01:01:28Du bestimmst, was gemacht wird.
01:01:29Dich fragen die Kinder, wenn sie was wollen.
01:01:31Wenn ich was sage,
01:01:32dann sehe ich das nicht richtig.
01:01:35Wenn ich was durchsetzen will,
01:01:36dann bin ich autoritär.
01:01:38Was hast du dir eigentlich
01:01:39unter einem gemeinsamen Familienleben vorgestellt?
01:01:43Oh ja, euer Familiensystem ist wunderbar.
01:01:46Das hat nur einen Fehler.
01:01:47Ich passe nicht rein.
01:01:51Ich bin überflüssig.
01:01:55Und ich, Idiot, habe gedacht,
01:01:57ihr braucht mich.
01:02:05Hast du einmal darüber nachgedacht,
01:02:08ob ich auch Vorstellungen
01:02:09von meinem Leben habe?
01:02:22Dass ich mir vielleicht ein Familienleben
01:02:24anders vorstelle als du.
01:02:27Ach, du verstehst mich ja doch nicht.
01:02:31So siehst du das.
01:02:35Und ich habe 20 Jahre lang gedacht,
01:02:37du liebst mich.
01:02:39Du brauchst mich.
01:02:40Du brauchst uns.
01:02:42Wie wir dich brauchen.
01:02:48Warum sagst du denn da nicht ehrlich,
01:02:50dass du für mich nichts mehr übrig hast?
01:02:54Dass du ungebunden sein möchtest.
01:02:56Oh nein, das habe ich nicht gesagt.
01:02:57Unterstell mir nichts.
01:02:58Ich habe meinen Teil versucht,
01:03:00weil ich dich liebe.
01:03:02Weil ich die Kinder liebe.
01:03:05Aber der Mensch kann nicht 24 Stunden
01:03:07nur von Liebe reden.
01:03:08Der Mensch braucht mehr.
01:03:10Du genauso wie ich.
01:03:27Dankeschön.
01:03:37Erst holst du ihn vom Schiff,
01:03:38weil du ohne ihn nicht mehr leben kannst.
01:03:41Und jetzt wirst du dich scheiden lassen?
01:03:42Wir gehen einander kaputt.
01:03:45Die Kinder eingeschlossen.
01:03:48Heike hat schon gesagt,
01:03:49es war besser, als er noch zur See fuhr.
01:03:51So weit ist das schon.
01:03:53Jetzt pass mal auf.
01:03:55Wenn du dich wirklich scheiden lassen willst,
01:03:57dann musst du das tun.
01:03:57Das ist deine Sache.
01:04:00Aber der Richter wird sich mit deinen Erklärungen
01:04:02nicht zufrieden geben.
01:04:05Warum geht er denn einander kaputt?
01:04:07Das muss doch Ursachen haben.
01:04:10Barbara,
01:04:11es ist nie einer allein schuld.
01:04:17Er liebt die Semi als uns.
01:04:18Ach, nun mach dich doch nicht kleiner.
01:04:19Du weißt genau, dass das nicht stimmt.
01:04:24Aber wenn du dich nun schon beklagst,
01:04:26dass Paul sich verändert hat,
01:04:29überleg doch mal.
01:04:30Vielleicht
01:04:32ist er nur mit seinem Beruf
01:04:33der Mann, den du liebst.
01:04:43Du musst mal mit Edmund sprechen.
01:04:44Der war doch neulich mit Paul in Rostock.
01:04:46Auf seinem Schiff.
01:04:55Nun sag doch klar,
01:04:56was du denkst.
01:04:58Ich hätte ihn nicht vom Schiff holen dürfen.
01:05:03Wahrscheinlich nicht.
01:05:15Wenn du wüsstest,
01:05:17wie oft ich darüber nachgrüble.
01:05:19Nächte lang.
01:05:22Aber dann denke ich immer daran,
01:05:23wie er das ist,
01:05:24wenn er nicht da ist.
01:05:26Wenn er wochenlang
01:05:27nicht da ist.
01:05:29Monatelang.
01:05:34immer wenn die anderen
01:05:35mit ihren Männern zusammen sind.
01:05:41Ich stehe das nicht mehr durch.
01:05:43Und ganz ohne ihn leben,
01:05:44das kannst du?
01:05:47Oder?
01:05:49Was denkst du denn,
01:05:51wird nach der Scheidung sein?
01:05:53Du hast gut reden.
01:05:55Edmund ist öfter zu Hause.
01:05:57Aber
01:06:00entscheidend ist einzig und allein,
01:06:02ob du ihn liebst.
01:06:05Paul braucht seine Seefahrt.
01:06:07Dich
01:06:08und die Kinder.
01:06:10Und wenn da eins fehlt,
01:06:12ist sein ganzes Leben nicht in Ordnung.
01:06:14Anita, hör auf,
01:06:15das weiß ich selbst.
01:06:17Aber ich bin doch auch mal ein Mensch.
01:07:05und ich bin doch ein Mensch.
01:07:10Janu, im Mantel?
01:07:12Was machst du denn da?
01:07:15Ich schreibe einen Brief.
01:07:18Und ich glaube, er ist für uns alle sehr wichtig.
01:07:36Gibst du bitte meine Brücke?
01:07:39Danke.
01:07:40Post für dich.
01:07:42Danke.
01:07:52Danke.
01:08:19Danke.
01:08:21Danke.
01:08:27Danke.
01:08:29Danke.
01:08:39Danke.
01:08:39Danke.
01:08:42Danke.
01:08:42Danke.
01:08:56Danke.
01:08:57Die Rederei fragt an, ob ich wieder aufsteigen würde.
01:09:12Nein.
01:09:16Verdammt nochmal.
01:09:24Und du?
01:09:27Danke.
01:09:32Danke.
01:09:34Danke.
01:09:38Danke.
01:09:41Danke.
01:09:46Danke.
01:09:53Danke.
01:09:54Danke.
01:09:55Danke.
01:09:56Danke.
01:09:56Danke.
01:09:58Danke.
01:09:59Danke.
01:10:00Danke.
01:10:02Danke.
01:10:08Danke.
01:10:09Danke.
01:10:14Danke.
01:10:17Danke.
01:10:18Danke.
01:10:20Danke.
01:10:21Danke.
01:10:22Danke.
01:10:24... von deinem hochherzigen Angebot Gebrauch.
01:10:26Wie auf einem Pulverfass würde ich sitzen.
01:10:34Immer auf den nächsten Brief warten, in dem steht, komm nach Hause oder...
01:10:38Nein, das will ich nicht noch mal durchmachen.
01:10:46Oder denkst du, dein Leben wäre auf einmal anders als vorher?
01:10:52Leichter, unkomplizierter?
01:10:55Es ist und bleibt das Leben einer Seemannsfrau.
01:11:00Aber eins steht doch auch fest, Paul.
01:11:02So wie jetzt.
01:11:04So können wir doch nicht mehr leben, ohne dass wir die Achtung voreinander verlieren.
01:11:13Und die Liebe zueinander.
01:11:28Barbara, was quälst du dich denn so?
01:11:31Es bleibt, wie es ist.
01:11:34Ich steig nicht wieder auf.
01:11:50Schieß.
01:11:52Kapitän?
01:11:56Wenn Sie mich fragen, welches das stärkere Geschlecht ist, dann würde ich sagen, in unserem Beruf.
01:12:04Das, was damit besteht.
01:12:16Die Reederei hatte da mal einen Brief bekommen.
01:12:18Den soll ich ihm geben, Schief.
01:12:22Die Handschrift kennen Sie ja wohl.
01:12:23Das, was damit du nicht mehr so hochkommst.
01:12:36Das ist ja wohl.
01:12:42Die Handlung ist ja wohl.
01:12:43Das ist ja wohl.
01:12:43Das ist ja wohl.
01:12:46Das ist ja wohl.
01:12:52Ja, dann wollen wir mal.