Zum Player springenZum Hauptinhalt springen
  • vor 2 Monaten
Die Antonov AN 225 war das größte Flugzeug der Welt

Kategorie

📚
Lernen
Transkript
00:01Ein Gigant liegt am Boden. Nur wenige Tage nach Kriegsbeginn, im Februar 2022, wird das einzige jemals fertiggestellte Exemplar, der
00:13Antonov 225, zerstört.
00:16Das größte Flugzeug der Welt liegt im Trümmer.
00:21Damit endet auch ein einzigartiges Kapitel in der Luftfahrtgeschichte.
00:25Diese Reportage erzählt die Geschichte der AN-225 von den Anfängen und begleitet den Giganten der Lüfte und seine Besatzung
00:35zu einem seiner größten Projekte nach Südamerika.
00:49Die Antonov 225 war das größte Flugzeug der Welt.
00:54Wenn der Pilot Schub gab, vibrierte die ganze Maschine.
00:59Die Antonov konnte enorme Lasten transportieren. Immer wieder stellte sie neue Rekorde auf.
01:06Für ihre Spezialeinsätze flogen sie und ihre Crew rund um den Globus.
01:27Aber an einer jahrzehntealten Frachtmaschine gab es auch immer etwas zu reparieren.
01:37Das beste Flugzeug braucht das beste Werkzeug.
01:39Der Spitzname des Riesenfliegers, Nja, Traum.
01:43Es ist ein Traum für alle Piloten, in dieser Crew zu sein.
02:03Der Flughafen Gostomel in der Ukraine bei Kiew war jahrzehntelang der Heimatflughafen des Giganten.
02:10Die Menschen im Land kannten und liebten den Riesenflieger.
02:15Die Antonov 225 war auch Symbol der Eigenständigkeit der Ukraine.
02:25Die Maschine war das größte Flugzeug der Welt.
02:29Noch größer als der Airbus A380.
02:33Und sie war einmalig.
02:35Denn weltweit existierte tatsächlich nur ein einziges flugfähiges Exemplar.
02:42Die Ausmaße waren unvorstellbar.
02:4484 Meter Länge, Spannweite der Tragflächenbetrug 88 Meter und mit ihren 18 Metern Höhe war sie so hoch wie ein
02:53sechsstöckiges Haus.
02:56Die AN 225 war mehr als ein Frachtflugzeug.
03:00Sie war der Schwertransporter der Lüfte.
03:03Bis zu 250 Tonnen Ladung.
03:06Dabei erreichte sie ein Startgewicht von bis zu 640 Tonnen.
03:12Und sie hatte noch eine Besonderheit.
03:14Als weltweit einziges Flugzeug hatte sie sechs Triebwerke unter ihren Tragflächen.
03:20All das klingt nach Hightech.
03:21Aber in Wirklichkeit steckte in der Maschine jahrzehntealte sowjetische Ingenieurskunst.
03:27Das Cockpit versprühte den Retro-Charme einer längst vergangenen Zeit.
03:43Gebaut wurde das Flugzeug eigentlich für nur einen einzigen Zweck.
03:47Es sollte die sowjetische Raumfähre Buran Huckepack von ihrem Landeplatz zurück zum Weltraumbahnhof Baikonur nach Kasachstan transportieren.
03:58Am 21. Dezember 1988 hatte die AN 225 ihren Erstflug.
04:061989 stellte sie im Rahmen einer Flugerprobung 106 Gewichts-, Strecken- und Höhenweltrekorde auf.
04:23Alexander Golunenko war leitender Testpilot, als Antonov Airlines die AN 225 entwickelt hat.
04:31Den ersten Flug wird er nie vergessen.
04:36Nach dem Flug, klar, da waren wir stolz, dass unsere Entwickler so einen Flieger gebaut haben.
04:45Der erste Flug ist so reibungslos verlaufen, dass ich dem Chefentwickler danach aus Spaß gesagt habe,
04:52wenn er jetzt nur noch so gute Maschinen entwickelt, dann werden wir keine Testpilot mehr brauchen.
05:05Die Sowjetunion war stolz auf ihre AN 225.
05:09Das Flugzeug wurde ein Leuchtturm im bröckelnden Ostblock.
05:13Mit dem Zerfall der Sowjetunion endete auch das Raumfahrtprogramm Buran.
05:18Der fliegende Schwertransporter wurde überflüssig und eingemuttet.
05:28Eine zweite Maschine befand sich gerade im Bau.
05:32Dieser wurde gestoppt und die Maschine nicht mehr fertiggestellt.
05:42Im Jahr 2001 hatte Antonov Airlines die AN 225 erstmals wieder in die Luft geschickt.
05:49Nicht mehr als Raumfährentransporter, sondern als ziviles Frachtflugzeug.
05:56Seitdem kam die Maschine immer dann zum Einsatz, wenn extrem schwere Luftfracht transportiert werden musste.
06:03Zudem war ihr Innenraum auch für besonders große und sperrige Ladung geeignet.
06:20Die AN 225 basierte auf ihrem kleineren Vorgänger, der AN 124.
06:28Dieses vierstrahlige Flugzeug kann Ladungen bis zu 150 Tonnen transportieren.
06:34Erst wenn die Fracht schwerer ist, kommt die AN 225 zum Einsatz.
06:40Das größte Flugzeug der Welt schafft noch einmal 100 Tonnen Zuladung mehr.
06:50In dieser Reportage geht es nach Chile.
06:54Hier wurde die AN 225 wieder einmal gebraucht.
06:58Fernab vom Heimatflughafen in der Ukraine.
07:02Die Männer von Antonov Airlines sind nach Südamerika geflogen.
07:06Für das Riesenflugzeug sollte es das größte Projekt aller Zeiten werden und für ihre letzte Besatzung eines der größten Abenteuer.
07:16Es mussten sechs sogenannte Bensen-Abhitzekessel transportiert werden.
07:21Von Chile nach Bolivien.
07:24Ein Abhitzekessel wiegt allein mehr als 300 Tonnen.
07:28Das ist ein gigantisches Gewicht.
07:32Deshalb wurde jeder Abhitzekessel in zwei Teilen geliefert.
07:37Für den Transport sind also zwölf Hin- und Rückflüge nötig.
07:41Dazu jeweils ein Tag, Be- und Entladen.
07:44Und all das in einem Zeitraum von gerade einmal vier Wochen.
07:51Mitten im Dschungel von Bolivien wurden drei Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerke erweitert.
07:56Ein Mammutprojekt.
07:58Hier wurden die Abhitzekessel gebraucht.
08:01Die Teile wurden aus der ganzen Welt angeliefert.
08:05Per Schiff.
08:12Auf dem Landweg.
08:21Mit dem Flugzeug.
08:44Lefgen Golovnov ist zu diesem Zeitpunkt bei Antonov Airlines der Verantwortliche für diesen Transport.
08:50Als Projektleiter laufen bei ihm alle Fäden zusammen.
08:54So ein Mammutprojekt erfordert monatelange Vorbereitungen.
09:00Jetzt sollte alles ohne Probleme klappen.
09:02Sein Job scheint einfach zu sein.
09:06Aber die Zeitfenster für jeden Flug sind knapp.
09:10Es geht von Iquique im Norden Chiles bis nach Chimoré im Dschungel von Bolivien.
09:16Dazwischen liegen die Anden.
09:17Die reine Flugzeit beträgt zwar nur knapp eineinhalb Stunden, aber beim Entladen muss später jeder Handgriff sitzen.
09:25Denn der Flughafen im Dschungel ist spärlich ausgestattet.
09:29Bei Dunkelheit dürfen hier keine Flugzeuge starten oder landen.
09:33Wenn das Ent- und B-Laden zu lange dauert, sitzt die Antonov über Nacht fest.
09:41Deshalb ist bereits morgens um 5 Uhr Abflugzeit.
09:44So können die Männer später in Bolivien das Tageslicht voll ausnutzen.
09:49Aber am Tag zuvor muss erstmal der riesige Abhitzekessel in das Flugzeug geladen werden.
09:57Dafür haben die Verantwortlichen wochenlang getüftelt und ein spezielles Schienensystem entworfen.
10:03Die schweren Stahlteile müssen die Männer jedoch immer wieder mühevoll von Hand auf- und wieder abbauen.
10:11Für das Beladen öffnen die Arbeiter die gigantische Bubklappe.
10:16Auch sie hat riesige Ausmaße.
10:18Der Durchmesser beträgt 6,5 Meter.
10:21Das Hochklappen geschieht vollautomatisch und fast ohne Geräusche.
10:44Dann wird es lauter.
10:45Denn hinter der Bubklappe befindet sich die riesige Laderampe.
10:49Um die herunterzufahren, muss zuerst das Buchfahrwerk abgesenkt werden.
10:54Der Riesenflieger geht quasi in die Knie.
10:58Der Motor für das Absenken verursacht ein lautes Kreischen.
11:03Die Bedienung erfolgt mit wenigen Knopfdrücken.
11:06Ähnlich wie bei der Hebebühne eines LKW.
11:15Damit das Flugzeug stabil steht, fahren die Männer als nächstes die Stützen aus.
11:27Auch wenn hier eine gewisse Routine herrscht, das 175 Tonnen schwere Flugzeug abzusenken, erfordert immer wieder allerhöchste Konzentration.
11:38Die Crew beobachtet deshalb die Bewegung des Flugzeugs ganz genau.
11:42Allen voran Lademeister Sergei Onopchenko.
11:45Eine kleine Unachtsamkeit könnte sofort einen Schaden in Millionenhöhe verursachen.
11:51Das Buchfahrwerk ist nun vollständig abgesenkt und hängt sogar leicht in der Luft.
11:56Die Antonov 225 steht jetzt nur noch auf den beiden Stützen.
12:02Nun wird die Laderampe ausgeklappt.
12:04Zum Vorschein kommt der riesige Schlund des Flugzeugs, in dem später die 150 Tonnen schwere Ladung verschwinden soll.
12:13Die Mannschaft geht langsam und behutsam vor.
12:31Damit die Rampe später das Gewicht der Fracht tragen kann, sind weitere Stützen notwendig.
12:37Die montieren die Männer von Hand, teilweise während sie unter der Rampe liegen.
12:44Lademeister Sergei Onopchenko beobachtet alles ganz genau.
12:48Stütze für Stütze wird die Laderampe stabilisiert.
12:52Millimeter Arbeit unter Zeitdruck.
13:08Die Rampe steht.
13:10Jetzt müssen die Arbeiter das Schienensystem aufbauen.
13:14Die Einzelteile dafür lagern im Frachtraum des Flugzeugs.
13:18Die Elemente sind schwer.
13:21Vier Mann sind nötig, um eines der Teile an die richtige Position zu tragen.
13:26Dort werden sie miteinander verschraubt.
13:32Ein Gabelstapler bringt die nächsten großen Stahlelemente.
13:36Er hält sie so lange in der richtigen Position, bis die Stützen darunter hundertprozentig passen.
13:49Beim Verschrauben kommt es auf Präzision an.
13:52Darum müssen die Männer ständig nach.
13:54Wenn die Konstruktion nicht sauber verbaut ist, kann sie schnell ins Wanken geraten.
13:59Es wäre eine Katastrophe.
14:03Das Hantieren mit schweren Teilen ist immer gefährlich.
14:09Aber ich hoffe, alle passen gut auf.
14:18Die tonnenschwere Ladung wird später auf diesen orangefarbenen Schlitten abgestellt.
14:23Seilwinden ziehen dann die Ladung in den Flugzeugbauch.
14:36Jetzt fahren Mobilkrane vor.
14:46Verladenmitarbeiter dirigieren sie in Position.
14:51Um den Abhitzekessel auf die Schienen zu heben, sind zwei Mobilkrane notwendig.
15:01Einer allein könnte die 150 Tonnen nicht heben.
15:06Damit die Krane nicht umfallen, montieren die Arbeiter als nächstes Gegengewichte.
15:13Das dauert.
15:17Erst wenn alles genau austariert und gecheckt ist, sind die Krane einsatzbereit.
15:26An dem 30 Jahre alten Frachtflugzeug gibt es immer irgendetwas zu reparieren.
15:31Die Männer von Antonov Airlines sind auch darin Spezialisten.
15:36Kleinere und auch etwas größere Schäden können sie fast immer selbst beheben.
15:41Dafür benötigen sie allerdings gutes Werkzeug.
15:49Projektleiter Levgen Golovnov war im 30 Kilometer entfernten Baumarkt.
15:54Jetzt überrascht er die Crew mit einem nagelneuen Werkzeugset.
15:59Das sind alles Technikfreaks.
16:01Die freuen sich über gutes Werkzeug.
16:03Das beste Flugzeug braucht das beste Werkzeug.
16:07Heute gibt es ein Problem mit der Flugzeugtür.
16:10Die wird normalerweise mit einer elektrischen Drahtseilbinde zugezogen.
16:15Aber das Drahtseil ist gerissen und die Halterung an der Tür gebrochen.
16:19Das Team hat ein Ersatzdrahtseil dabei.
16:22Bei der Halterung müssen die Männer improvisieren.
16:25Hier ist Teamwork gefragt.
16:28Auch Projektleiter Levgen Golovnov greift zum Werkzeug.
16:46Nach zwei Stunden ist die Tür repariert.
16:55Rechtzeitig vor dem Abflug funktioniert die elektrische Seilbinde wieder.
17:09Das Team hat die Tür repariert.
17:13Jetzt müsste sie wieder funktionieren.
17:20Der Tieflader mit der Ladung setzt sich in Bewegung.
17:24Direkt vor dem Flugzeug ist zu wenig Platz zum Rangieren.
17:28Deshalb fährt der Truck einmal um die Antronow herum.
17:32Dabei zeigen sich die gigantischen Ausmaße des Riesenfliegers.
17:49Der Tieflader hält genau zwischen den beiden Kranen.
17:57Dann beginnen Arbeiter damit, die Stahlschäkel der Kranseile an dem Transportbehälter zu befestigen.
18:05Nun heben ihn die Krane vorsichtig an.
18:09Die Herausforderung dabei?
18:12Die beiden Kranfahrer müssen die Fracht exakt gleichzeitig anheben.
18:17Ansonsten gerät die Ladung ins Ungleichgewicht und könnte außer Kontrolle geraten.
18:30Nachdem die Fracht sicher in der Luft hängt, kann der Tieflader darunter wegfahren.
18:42Die Männer sind Profis und arbeiten hochkonzentriert.
18:45Das Umsetzen auf die Schienen klappt reibungslos.
18:51Ganz sanft setzen die 150 Tonnen auf den Schlitten auf.
18:57Alles geschieht langsam und bedacht.
19:01Dennoch haben die Männer Zeit im Nacken.
19:07Wir wollen heute natürlich so früh wie möglich fertig werden.
19:13Weil morgen geht's sehr früh los.
19:16Und da müssen wir ausgeschlafen sein.
19:24Jetzt muss das Team die Ladung auf dem Schienensystem sichern.
19:28Das geschieht mit Ketten und Stahlseilen.
19:33Erst wenn die Fracht ordentlich auf den Transportschlitten befestigt ist, können die beiden Krane loslassen.
19:46Das ist jetzt geschehen.
19:49Die Arbeiter entfernen nun die schweren Halterungen.
19:52An ihnen waren die Kranseile befestigt.
19:55Mit den Anbauten wäre der Abhitzekessel zu hoch und würde nicht durch die Frachtluke der Antonow passen.
20:08Die Stahlseile, an denen die Ladung hängt, sind mit zwei Seilwinden verbunden.
20:14Die ziehen sie jetzt Zentimeter für Zentimeter in den riesigen Flugzeugbauch.
20:27Damit sich das Seil nicht nur einseitig aufwickelt, helfen die Männer nach.
20:33Auf Brettern stehend, balancieren sie die Stahlseile sauber auf die Seilwinde.
20:40Zwei Männer heben außerdem die Stahlseile leicht an.
20:44So verhindern sie, dass sie sich an den Schienelementen verhaken.
20:47Die Antonow-Crew ist angespannt.
20:51Wenn jetzt nichts schief geht, haben sie es gleich geschafft und können morgen planmäßig starten.
21:05Während der Stahlkoloss langsam im Flugzeug verschwindet, fangen die Männer draußen schon an, das Schienensystem abzubauen.
21:13Auch der Chef fasst mit an. Obwohl sein Job als Projektleiter nach eigener Aussage bedeutet, nichts zu tun.
21:23Nichts heißt für mich nichts Spezielles. Ich versuche den anderen zu helfen und sie zu unterstützen, wo es geht.
21:30Also im Grunde heißt nichts in Wirklichkeit eine ganze Menge.
21:36Alevgen Golovnov ist selbst kein Pilot.
21:40Trotzdem kennt er die AN-225 in- und auswendig.
21:44Im Cockpit sitzen immer sechs Personen, Pilot und Co-Pilot.
21:49Dahinter zwei Flugingenieure auf der einen, ein Navigator und ein Funker auf der anderen Seite.
21:54Die jahrzehntealte sowjetische Technik funktioniert noch immer zuverlässig.
22:00Zwar wird sie ständig den neuesten Vorschriften angepasst, aber trotzdem bleibt vieles analog.
22:07Wir wollen so viel wie möglich selbst kontrollieren, weil das Flugzeug ist einzigartig.
22:18Und deshalb ist es umso wichtiger, selbst alles genau im Blick zu haben und das nicht Computern zu überlassen.
22:28Hinter dem Cockpit befindet sich der Aufenthaltsbereich für die Crew.
22:33Normalerweise gilt auch hier Gurtpflicht.
22:36Zudem hängen Seile an der Decke.
22:38Wenn man schnell nach hinten an die Technik muss, dann kann man sich hier festhalten.
22:45Unter den Tragflächen befindet sich das Herz der Antonov, die Technik.
22:49Hier gibt es keine Technikschränke.
22:52Sämtliche Kabel und Drähte liegen offen.
22:55Die Ingenieure können sie so schnell erreichen, ohne sich erst umständlich Zugang schaffen zu müssen.
23:01Und jetzt versuchen wir mal in die Tragflächen zu klettern.
23:06Lev Gengolovnoff öffnet eine Luke und steigt in das Innere der Tragfläche.
23:12Hier verläuft die Steuermechanik.
23:14Die Piloten kontrollieren alles vom Cockpit aus mechanisch über Drahtseilwinden.
23:19Auch in diesem Bereich werden immer wieder einzelne Verschleißteile erneuert.
23:26Die tragenden Teile des Rumpfes sind aber noch Original-Baujahr 1988.
23:35Lev Gengolovnoff öffnet eine weitere Luke.
23:39Über die gelangt er auf das Dach der Antonov.
23:43Hier befinden sich Spuren der Vergangenheit.
23:48Auf diesen beiden Höckern wurde damals die Raumfähre Pura transportiert.
23:56Zwei starke hier vorne.
23:58Und noch mehrere kleine auf dem hinteren Teil des Flugzeugs.
24:05Eine weitere Besonderheit an der Konstruktion ist das Leitwerk.
24:10Im Gegensatz zu anderen Flugzeugen sitzt es nicht einzeln in der Mitte.
24:15Weil der Huckepack Transport der Raumfähre starke Luftverwirbelungen verursacht hat,
24:20haben es die Konstrukteure nach außen versetzt.
24:23Als einziges Flugzeug auf der Welt verfügt die AN 225 über 6 sogenannte Mantelstromtriebwerke.
24:32Jedes einzelne leistet 230 Kilo Newton Schub.
24:36Die Tragflächen müssen enorme Kräfte aushalten.
24:39Auch sie sind gigantisch.
24:42Zusammen haben sie eine Fläche von 900 Quadratmetern.
24:45Das entspricht einer Größe von zwei Basketballfeldern.
24:50Unten im Frachtraum ist der aufwendigste Teil des Projekts fürs Erste geschafft.
24:55Der Abhitzekessel ist eingeladen.
24:58Jetzt sichert ihn die Crew mit schweren Ketten.
25:02Wenn die 150 Tonnen während des Fluges verrutschen,
25:06würde das höchstwahrscheinlich in einer Katastrophe enden.
25:13Dann werden die Einzelteile des Schienensystems verladen.
25:17Die Teile kommen mit nach Bolivien.
25:21Dort müssen die Männer am nächsten Morgen die Schienen wieder aufbauen,
25:25um das Flugzeug zu entladen.
25:33Zum Schluss wird noch aufgetankt.
25:37Zwei Flughafenmitarbeiter fahren mit einem Servicefahrzeug vor.
25:49Zunächst wird das Erdungskabel angeschlossen.
25:55Das Kerosin lagert in unterirdischen Tanks.
26:01Die Bodenöffnung markieren die Männer mit einer Fahne.
26:06Das Tankfahrzeug pumpt dann den Treibstoff in das Flugzeug.
26:10Die Tanks der Antonov fassen bis zu 350 Tonnen Kerosin.
26:16Für den verhältnismäßig kurzen Flug von Chile ins Nachbarland Bolivien reichen jedoch 30 Tonnen.
26:25Nach 15 Minuten ist das Auftanken beendet.
26:34Die Antonov zieht ihre Laderampe ein.
26:39Und einer der Bordmechaniker schließt die riesige Bubklappe.
27:08Das Beladen des Riesenfliegers ist erledigt.
27:12Die Männer machen Feierabend.
27:19Am nächsten Morgen geht es früh los.
27:22Bereits um 4 Uhr ist die Antonov-Crew wieder am Flughafen.
27:25Die letzten Vorbereitungen vor dem Flug.
27:28Im Cockpit fahren die Flugingenieure die Systeme hoch.
27:45Draußen auf dem Rollfeld bringt sich der Push-Truck in Position.
27:50Er schiebt das Flugzeug später aus seiner Parkposition hinaus in Richtung Startbahn.
28:00Die Schubstange wird an den beiden Flugfahrwerken befestigt.
28:05Die Crew muss einige Zeit rütteln, bis sie richtig sitzt.
28:13Dann sichern sie die Stange mit Bolzen.
28:17Den Push-Truck hat die Crew extra aus Kiew mitgebracht.
28:21Denn die hier am Flughafen vorhandenen Fahrzeuge sind zu schwach für das größte Flugzeug der Welt.
28:29Im Frachtraum bringt Projektleiter Levgen-Golovnov an der Ladung einen Sensor an.
28:44Damit messen wir die G-Kräfte an der Fracht während des Fluges und während Start und Landung.
28:51Der Abhitzekessel sieht zwar sehr robust aus, aber er beinhaltet empfindliche Technik.
28:57Deshalb werden die Kräfte, die während des Transports auf ihn wirken, mit einem Laptop dokumentiert.
29:08Die Piloten treffen ein.
29:10Der Chefpilot trägt zufälligerweise den gleichen Namen wie sein Flugzeug.
29:15Dmitro Antonov.
29:17Nur sechs Piloten bei Antonov Airlines dürfen dieses Flugzeug fliegen.
29:23An Bord sind immer zwei Pilotenteams, die sich jeweils abwechseln.
29:29Wie immer gehen die Piloten vor jenem Flug einmal um das Flugzeug herum und begutachten die wichtigsten Bauteile.
29:37Mit der Taschenlampe untersuchen sie die Triebwerke und Tragflächen, Bugklappe, Fahrwerk und Leitwerk.
29:47Bei diesem Riesenflieger dauert das etwas länger.
29:51Denn beim Umrunden des Flugzeugs legt man etwa 250 Meter zurück.
30:03Keine Beanstandungen, keine Beschädigungen.
30:07Gleich kann es losgehen.
30:13Im Frachtraum checkt ein Mechaniker noch einmal, ob die 150 Tonnen Ladung ordentlich gesichert ist.
30:21Und Projektleiter Levgen Golovnov überprüft die Frachtpapiere.
30:26Die sind soweit vollständig.
30:34Im Cockpit sind die Startvorbereitungen abgeschlossen.
30:38Der zweite Pilot, Viktor Goncharov, wird die Maschine heute nach Bolivien fliegen.
30:48Draußen auf dem Rollfeld entfernen die Männer die Bremsklötze vor den Reifen und ziehen die Schutzüberzieher von den Tensoren.
31:00Dann kann der Push Truck mit seinen 448 PS den Riesen aus seiner Parkposition manövrieren.
31:10Die sechs Triebwerke darf das Flugzeug erst auf der Startbahn anlassen.
31:15Eine Vorgabe des Flughafens.
31:20Deshalb schiebt der Push Truck die AN-225 über das gesamte Vorfeld.
31:28Die Crew begleitet ihr Flugzeug über die gesamte Strecke.
31:35Die Männer passen genau auf, dass keine Kleinteile auf dem Boden liegen, die die Reifen beschädigen können.
31:45Das Cockpit ist zu hoch.
31:47Von hier aus können die Piloten das nicht erkennen.
31:51Erst recht nicht bei Dunkelheit.
32:18Nach und nach verschwindet die AN-225 in der Dunkelheit.
32:26Nun starten die Piloten die sechs Triebwerke.
32:29Jedes einzelne liefert 230 Kilo Newton Schub.
32:33Die enorme Kraft der Triebwerke lässt das Flugzeug zittern.
32:36Es dauert vier Minuten, bis die Triebwerke auf Temperatur sind.
32:42Dann geben die Piloten vollen Schub.
32:45Die AN-225 in der Radurkrollen über 50 Tonnen Fracht hebt ab in Richtung Bolivien.
33:12Tagesanbruch in Bolivien.
33:15Der Flughafen von Chimoré liegt mitten im Dschungel.
33:19Normalerweise landen hier nur kleine Sportflugzeuge.
33:26Heute bereiten sich die wenigen Flughafenangestellten auf etwas ganz Besonderes vor.
33:33Denn sie erwarten gleich die Landung des größten Flugzeugs der Welt.
33:40Alles ist vorbereitet.
33:42Die Krane für das Entladen der Maschine stehen schon bereit.
33:48Auch die Flughafenfeuerwehr bringt sich sicherheitshalber in Position.
33:59Dann schwebt die riesige Maschine ein.
34:05Kapitän Viktor Goncharov manövriert die Maschine sicher über die Baumwipfel.
34:13Im schmielwärmen Morgenklima zieht ein Ton noch dicke Kondensstreifen hinter sich her.
34:25Die Landebahn des Urwald von Paris ist mit über 4000 Metern Länge gerade mal lang genug.
34:32Am Ende der Bahn wendet Viktor Goncharov die Maschine und rollen zur Parkposition.
34:59Die Antonov 225 ist angekommen mitten im bolivianischen Dschungel.
35:10Dann muss es schnell gehen.
35:12Als erstes sichern die Männer das Flugzeug mit schweren Bremsklötzen gegenwegrollen.
35:16Schon in weniger als acht Stunden soll die Antonov wieder abheben, wenn alles klappt.
35:22Viel Verzug darf es nicht geben, denn hier wird es schon am späten Nachmittag dunkel.
35:27Und auf dem Dschungelflughafen gilt dann ein Start- und Landeverbot.
35:31Ein Mechaniker geht einmal um das Flugzeug herum und untersucht es auf mögliche Schäden.
35:36Die Cockpit-Crew geht von Bord.
35:39Kapitän Dimitro Antonov und seine Kollegen haben jetzt erst einmal frei.
35:44Sie werden den Tag in einem Hotel in der Nähe verbringen.
35:49Währenddessen öffnet ein Arbeiter die Bugklappe.
35:52Und die Antonov geht wieder in die Knie.
36:13Danach fährt die Rampe aus.
36:24Dann lädt ein Gabelstapler die ersten Teile für das Schienensystem aus dem Flugzeugbauch.
36:29Die Männer legen sich gewaltig ins Zeug.
36:32Der Zeitplan ist eng.
36:35Projektleiter Levjen Golovnov geht es nicht schnell genug.
36:39Er übernimmt den Gabelstapler.
36:53Im Frachtraum lösen die Arbeiter in der Zwischenzeit die schweren Ketten am Transportbehälter.
37:03Das Team ist eingespielt.
37:06Alle arbeiten schnell, aber trotzdem konzentriert.
37:12Sie wissen, einen Fehler können sie sich auch beim Ausladen nicht erlauben.
37:26Schon nach rund eineinhalb Stunden ist das Schienensystem einsatzbereit.
37:38Wir liegen gut in der Zeit.
37:42Normalerweise dauert es zwei Stunden, das Schienensystem aufzubauen.
37:47Aber wir haben eine echt gute Mannschaft.
37:53Und deshalb steht das System heute schon nach nur eineinhalb Stunden.
37:59Nun bringen sich wieder zwei große Mobilkrane in Position.
38:10Dann kommt der Tieflader und wird an das Flugzeug herangefahren.
38:15Mit diesem Gefährt soll der Abhitzekessel später zur Baustelle gebracht werden.
38:19Aber noch hat er die Gegengewichte für die Mobilkrane geladen.
38:26Jetzt lässt die Antonov Crew die Fracht langsam aus dem Flugzeugbauch herausgleiten.
38:31Zentimeter für Zentimeter bewegen sich die 150 Tonnen auf den Schienen nach draußen.
38:45Währenddessen drehen die Krane ihre Ausleger vorsichtig in Richtung Flugzeug.
39:11Die Ladung ist am Ende des Schienenstrangs angekommen.
39:17Die Arbeiter befestigen die Kranseile an der Fracht.
39:21Gleich sollen die 150 Tonnen wieder an nur zwei Kranhaken hängen.
39:26Ein riskantes Manöver.
39:30Das weiß auch Levkin Golovnov.
39:33Er will auf Nummer sicher gehen.
39:36Höchstpersönlich weist er die Kranfahrer ein.
39:39Nur ein kleiner Fehler und das Flugzeug samt Fracht könnten ernsthaft beschädigt werden.
39:44Als Projektleiter ist er verantwortlich für das sichere Ein- und Ausladen.
39:51Die Ladung hängt jetzt in der Luft.
39:54Damit ist der Transportauftrag für Levkin Golovnov erledigt.
39:58Die Verantwortung für die Fracht liegt von nun an beim Kunden.
40:15Jetzt lasse ich mir die Empfangsbestätigung unterschreiben.
40:21Wie ein überdimensionaler Paketzusteller lässt sich auch ein Tonhoff Airlines die Übergabe der 150 Tonnen Fracht fitilen.
40:32Der Kunde ist zufrieden.
40:34Wie ein Tonhoff Crew hat das Paket ordnungsgemäß ausgeliefert.
40:49In der Zwischenzeit hieven die Kran und die Fracht auf den Tieflager.
40:54Alles ist gut gegangen.
40:56Die Fracht steht sicher auf dem Hänger.
41:04Und jetzt muss wieder alles ganz schnell gehen.
41:07Die Flugzeugmannschaft beginnt das Schienensystem wieder zurückzubauen und im Flugzeug zu verstauen.
41:15In wenigen Stunden geht die Sonne unter.
41:19Dann darf die Antonov nicht mehr starten.
41:21Denn auf dem Dschungelflughafen in Bolivien herrscht Nachtflugverbot.
41:26Projektleiter Levkin Golovnov fast wieder selbst mit an.
41:29Er fährt den Gabelstapler.
41:34Für die Menschen in Bolivien ist das Riesenflugzeug eine Sensation.
41:39Aus den umliegenden Dörfern kommen sie mit Kind und Kegel.
41:43Und Hund.
41:48Auch wenn der Zeitplan eng ist, für ein paar Fotos mit Schaulustigen nimmt sich die Crew immer Zeit.
41:55Alles ist eingeladen und sicher verstaut.
41:58Jetzt kann die Rampe eingefahren und die riesige Bugklappe geschlossen werden.
42:03Dem pünktlichen Rückflug steht jetzt eigentlich nichts mehr im Wege.
42:22Aber Levkin Golovnov ist nervös.
42:25Die Maschine ist startklar.
42:27Nur die Cockpit-Crew rund um Chefpilot Dimitro Antonov ist noch nicht eingetroffen.
42:32Und sie ist nicht erreichbar.
42:34Das Handynetz hier im Dschungel ist schlecht.
42:43Endlich tauchen die Männer auf.
42:48Es hatte Verzögerungen mit dem Hotel-Shuttle gegeben.
42:52In der Zwischenzeit haben bolivianische Drogenfahnder mit einem Hund das Flugzeug durchsucht.
42:57Auch das Gepäck der Cockpit-Besatzung beschnüffelt der vierbeinige Kollege.
43:02Drogenschmucken ist ein großes Problem in Südamerika.
43:06Deshalb machen die Fahnder auch beim größten Flugzeug der Welt keine Ausnahme.
43:11Alles ist sauber.
43:12Jetzt dürfen auch die Piloten und Bordingenieure einsteigen.
43:17Letzte Flugvorbereitungen im Cockpit.
43:19Alle Systeme werden hochgefahren und gecheckt.
43:22Die Crew ist jetzt äußerst angespannt.
43:28Als letzter Mann geht Levkin Golovnov an Bord.
43:31Hinten im Flugzeug nehmen die Mechaniker ihre Plätze ein.
43:41Dann rollt die Maschine von ihrer Parkposition in Richtung Startbahn.
43:45Dabei wirbeln die sechs Triebwerke jede Menge Start auf.
43:51Auf dem Weg lässt Kapitän Dimitro Antonov die Triebwerke nach und nach warm laufen.
43:57Ihre Kraft lässt die gesamte Maschine stark mitleeren.
44:02Einen Taxi-Away gibt es auf dem Dschungelfrughafen nicht.
44:05Deshalb muss die Maschine auf der Startbahn wenden.
44:18Es geht los.
44:20Die Antonov 225 erhält ihre Startfreigabe.
44:24Kapitän Dimitro Antonov gibt auf alle sechs Triebwerke voll Schuhe.
44:46Der Riesenflieger hebt ab.
44:48Jetzt geht es zurück nach China.
45:05Wasser im Winter subscribers auf alle sechs Triebwerke auf alle sechs Triebwerke.
45:27Den kurzen Flug nutzen die Arbeiter zum Ausruhen.
45:31Seit drei Uhr morgens sind sie auf den Beinen.
45:35In der Kabine wird es ruhig.
45:41Währenddessen überfliegt die Antonov wieder die 6500 Meter hohen Berge der Anden.
45:47Durch dieses Gebirge verläuft die Grenze zwischen Bolivien und Chile.
45:52Nach knapp eineinhalb Stunden beginnt Kapitän Dimitro Antonov den Landeanflug auf den Flughafen von Iquique.
46:00Der kleine Flughafen liegt direkt am Pazifik. Auf der Landseite ist er von der Atacama-Wüste umgeben.
46:28Routiniert landet der Pilot seiner Maschine.
46:31Mit der zum Teil jahrzehnte alten sowjetischen Technik immer wieder ein kleiner Kraftakt.
46:47Das Riesenflugzeug ist zurück am Ausgangsflughafen.
46:50Die AN-225 hat wieder Luftfahrtgeschichte geschrieben.
46:55Die Besatzung mit Ausdauer, Präzision und Erfahrung.
46:58Die tonnenschwere Ladung an den Zielort befördert.
47:02Die Antonov 225 war ein technisches Meisterwerk.
47:07Angetrieben von selbst Triebwerken und beladen mit hunderten Tonnen Material,
47:11ist das Flugzeug unzählige Male um die Erde geflogen.
47:15Diese Geschichte ist jetzt zu Ende.
47:20Die Trümmer am früheren Heimatflughafen Gostommel werden nicht mehr zusammengefügt werden.
47:27Die Zerstörung ist zu groß.
47:39Aber die Antonov 225, Spitzname im Jahr, der Traum,
47:45wird wohl ewig als der Gigant der Lüfte in Erinnerung bleiben.
48:19Untertitelung des ZDF für funk, 2017
48:34Untertitelung des ZDF für funk, 2017
Kommentare

Empfohlen