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  • vor 1 Woche

Kategorie

🐳
Tierwelt
Transkript
00:00:07Der größte Raubfisch der Erde
00:00:14Der weiße Hai
00:00:25Eine Begegnung mit dem Herrscher der Meere in seinem Reich wäre ein Albtraum für die meisten
00:00:32Kaum jemand würde so ein gefährliches Rendezvous suchen
00:00:38Doch es gibt Ausnahmen
00:00:47Im Reich der Tiefe
00:00:51Abenteuer in den Tiefen der Ozeane, wie es sie noch nie gab
00:01:02Eine Begegnung mit der Welt unter den Wellen
00:01:05Mit Tauchern, die zu Unterwassermenschen werden
00:01:10Auf den Meeren dieser Welt arbeiten sie mit Wissenschaftlern zusammen
00:01:14Um den Ozeanern ihre Geheimnisse zu entlocken
00:01:25Tief unter der Wasseroberfläche
00:01:28Lautlos, ohne zu atmen
00:01:32Nur wenn ein Mensch zum Fisch wird
00:01:34Kann er den Bewohnern der Meere auf eine völlig neue Weise begegnen
00:01:45Im Reich der Tiefe
00:01:47Die Entdeckung einer anderen Welt
00:01:59Drei außergewöhnliche Taucher
00:02:01Auf dem Weg zu einem nie dagewesenen Versuch
00:02:04Er startet in den berüchtigten Jagdgründen eines der größten Raubtiere dieses Planeten
00:02:09Vor der Insel Guadalupe
00:02:13Dieses Team von hochmotivierten Spezialisten hat ein Ziel
00:02:16Die Wissenschaft bei der Suche nach der Wahrheit über den von Mythen umgebenden Jäger zu unterstützen
00:02:32Der einzige Schutz der Männer
00:02:33Ihre Erfahrung und Selbstbeherrschung
00:02:40Wir zeigen den Leuten wirklich kraftvolle Bilder
00:02:43Dadurch können wir die Meinung der Menschen verändern
00:02:49Man fühlt, dass er der Herr der Meere ist
00:02:51Er ist der perfekte Jäger
00:02:52Er ist an der Spitze der Nahrungskette
00:02:54Und er fürchtet niemanden
00:02:56Er ist einer der Spitzenjäger der Welt
00:03:00Und er verkörpert den Mythos
00:03:04Ich habe mehr Angst davor, in einer Welt ohne Haie zu leben
00:03:07Als sie im Wasser zu treffen
00:03:15San Diego, Kalifornien
00:03:17An Bord der Eiländer werden die letzten Vorbereitungen für die Expedition getroffen
00:03:21Unter der Crew sind drei der besten Apnoe-Taucher der Welt
00:03:25Frederic Bouy, Belgier
00:03:27Ehemaliger Weltrekordhalter, der sich nun der Unterwasserfotografie widmet
00:03:31Der kanadische Rekordtaucher William Winrem
00:03:34Und Pierre Froula aus Monaco
00:03:37Weltmeister im Apnoe-Tauchen mit 127 Metern Tiefe
00:03:55250 Kilometer vom mexikanischen Festland entfernt
00:03:59Liegt einsam im Pazifik die Insel Guadeloupe
00:04:01Bei gutem Wetter in einem Tag mit dem Schiff zu erreichen
00:04:12Zeit für Erfahrungsaustausch
00:04:14Zwischen Kameramann Christian Petron
00:04:16Und den Apnoe-Tauchern
00:04:18Er bringt fast 50 Jahre Erfahrung
00:04:20Als Unterwasserkamerauern mit
00:04:24Im Morgenlicht taucht am Horizont
00:04:26Guadeloupe auf
00:04:27Was die Insel zur Bedeutung kam
00:04:29Liegt an ihren natürlichen Bewohnern
00:04:31See-Elefanten und Robben
00:04:33Die bis ins 19. Jahrhundert hier zahlreich zu finden waren
00:04:38Die ersten Besucher der Insel waren Jäger
00:04:40Die diese Tiere fast komplett ausrotteten
00:04:43Das karge Aussehen Guadeloupes ist ebenfalls eine Folge der Jagd
00:04:47Die Jäger brachten auf ihren Schiffen Ziegen mit
00:04:50Die die Insel bald kahl fraßen
00:04:54Im Schutz der unübersichtlichen Felsenküste
00:04:56Konnten glücklicherweise einige wenige der See-Elefanten und Seebären überleben
00:05:01Die Bestände haben sich inzwischen wieder erholt
00:05:04Heute ist die Insel ein streng kontrolliertes Naturschutzgebiet
00:05:08Gejagt werden darf hier nur noch von einer Spezies
00:05:12Den großen weißen Hai
00:05:18Was neu ist in Guadeloupe ist die Menge der Haie
00:05:20Es gibt mehr Haie
00:05:22Sie sind einfacher zu finden
00:05:25In Südafrika müssten wir lange Bootsfahrten machen
00:05:27Und stundenlang warten, um Haie zu sehen
00:05:31Wahrscheinlich gibt es mehr als 150 Haie in dieser großen Bucht
00:05:34Das sind eine Menge Tiere
00:05:36Und irgendwann werden sie uns über den Weg laufen
00:05:39Das ist also der Hauptunterschied zu Südafrika
00:05:42Außerdem kann man hier wesentlich besser sehen
00:05:45Die meisten Leute sagen, dass die Haie hier schneller und aggressiver sind als in Südafrika
00:05:49Wahrscheinlich wegen der guten Sichtverhältnisse
00:05:52Das würde nicht zu unserem Vorteil sein
00:05:54Denn es würde heißen, dass der Hai uns von sehr tief unten sehen könnte
00:05:58Und dann nach oben schießen könnte
00:06:01Meiner Meinung nach wird das nicht passieren
00:06:03Denn der weiße Hai ist an der Spitze der Nahrungskette
00:06:07Er würde nie ein Risiko eingehen, um Beute zu fangen
00:06:12Er wird erst zu uns kommen und schauen, wer wir sind und wie wir reagieren
00:06:17Ich glaube nicht, dass wir uns Sorgen wegen der Sichtverhältnisse machen müssen
00:06:21Aber da eine Menge Leute uns das gesagt haben, werden wir bei den ersten Tauchgingen sehr vorsichtig sein
00:06:29Im leichten Seegang liegt die Eiländer in der nördlichen Bucht gut geschützt vor Anker
00:06:37Aber die Mannschaft ist noch nicht komplett
00:06:39Der mexikanische Meeresbiologe Dr. Mauricio Hoyos erwartet schon ungeduldig die Taucher
00:06:49Er ist Spezialist für die weißen Haie vor Guadalupe und verbringt jedes Jahr fünf Monate hier
00:07:08Mauricio Hoyos erkundet das Jagdverhalten der weißen Haie
00:07:11Und möchte mit Hilfe der Abnoe-Taucher mehr über ihr natürliches Verhalten in Küstengewässern erfahren
00:07:17Werden sie die Taucher als Bedrohung empfinden, werden sie angreifen oder werden sie die Eindringlinge in ihrer Nähe dulden
00:07:27Das Experiment ist sehr riskant
00:07:33Sicherheitstaucher Luke Tippel betreut die Planung für die Tauchgänger
00:07:36Er hat für die außergewöhnliche Reise eine spezielle, offene Unterwassertauchplattform konstruiert
00:07:42Die frei hinter dem Schiff in zehn Metern Tiefe schwimmt
00:07:44Von dort aus starten die Tauchgänger
00:07:47Und von dort aus beobachten die Kameraleute die Abnoe-Taucher
00:07:50Die frei im offenen Wasser auf die Haie warten werden
00:07:57Luke wird nun den Kameraleuten unter Wasser den Rücken frei halten
00:08:00Für die Abnoe-Taucher gibt es weder einen Käfig noch einen anderen Schutz
00:08:07Kapitän Shane Slaughter sorgt sich um die Taucher
00:08:10Wenn ihr die Haie in der Tiefe seht und wenn ihr seht, dass sie schräg schwimmen, als wenn sie zu
00:08:14euch raufschauen
00:08:14Das ist ein Warnsignal
00:08:16Und wenn sie nicht hochkommen, sondern ein bisschen seitlich unter euch schwimmen
00:08:19Beobachten sie euch aus einem bestimmten Grund
00:08:21Das ist ein Anzeichen, dass sie plötzlich hochschießen können
00:08:23Also, achtet darauf
00:08:27Noch etwas, das uns helfen kann?
00:08:30Außer nicht ins Wasser zu gehen ohne einen Käfig?
00:08:35Zum ersten Mal wird Lukes Haiplattform zusammengebaut
00:08:38Luke passt auf, dass auch jede Verbindung sitzt
00:08:45Tauchkäfige werden überall auf der Welt eingesetzt, um eine Begegnung mit Haien zu ermöglichen
00:08:49Um den Hai in die Nähe eines Käfigs voller Touristen zu locken, werden normalerweise Blut und Fischabfälle ins Wasser geworfen
00:08:56Ein Nervenkitzel, denn die Haie werden dann sofort aggressiv
00:09:01Ein billiges Schauspiel ohne Risiko für Touristen, die so den vermeintlich aggressiven Killer im wilden Jagdrausch erleben
00:09:12Der Hai kommt von unten aus dem Schatten des Bootes
00:09:19Wenn wir den Käfig und die Käfighalterung vom Boot entfernen, können wir den Hai früher entdecken
00:09:30Ich kommuniziere mit ihnen über meinen Stab
00:09:32Ich schlage den Stab gegen Metall, um ihre Aufmerksamkeit zu bekommen
00:09:36Und dann benutzen wir Signale wie
00:09:38Zwei Haie
00:09:39Und sie bestätigen
00:09:40Zwei Haie
00:09:41Wenn ich sage drei Haie und sie sagen zwei Haie, heißt, dass es einen Hai mehr gibt, den sie nicht
00:09:47sehen, den sie aber sehen sollten
00:09:49Das ist eine meiner primären Aufgaben dort unten, neben der Aufgabe, nach den Kameramännern zu sehen
00:09:55Ich muss sicher gehen, dass ich das Stückchen tiefer sehe, als sie können
00:09:59Diese 13, 14, 15 Fuß Sicht können den Unterschied zwischen zwei Haien und fünf Haien machen
00:10:08Notfallsanitäterin Tiffany Poetker ist auch ein wichtiges Mitglied der Mannschaft
00:10:12Sollten Haie angreifen, könnte sie die einzige Überlebenshoffnung der Taucher sein
00:10:16Und sie weiß nur zu genau, wie gravierend solche Verletzungen sein können
00:10:22Als Vorbereitung versuche ich, mich auf ein Worst-Case-Szenario einzustellen
00:10:26Wir sind einige Stunden zu weit draußen, um in Reichweite der Küstenwache zu sein
00:10:31Bei einem Unfall müssen wir umkehren und erst ein paar Stunden fahren, um sie auf dem Weg nach San Diego
00:10:37zu treffen
00:10:38Das Worst-Case-Szenario wäre ein Haiangriff
00:10:41Angenommen, die Wunde wäre an einem Schenkel, hier
00:10:44Dann setze ich den Verband darüber und unterbreche den Blutkreislauf des Beins
00:10:49Das wäre der Versuch
00:10:50Ich würde zwar versuchen, das Bein zu retten, aber Leben geht über das Bein
00:10:55Ich hoffe, dass ich nicht arbeiten werde, aber ich weiß, dass die Chancen gut stehen, dass ich es muss
00:11:01Alles ist für einen ersten Tauchgang bereit
00:11:05Werden die Haie kommen? Wie lange wird es dauern?
00:11:10Dann, die Crew entdeckt einen Schatten im Wasser
00:11:21Einen großen Schatten
00:11:33Höchste Zeit für Christian Petron und seine Film-Crew, sich bereit zu machen
00:11:46Wenn ein Hai einen Freitaucher sieht, ist es für ihn dasselbe, wie wenn er einen Taucher sieht, der die Rebreather
00:11:52-Technologie benutzt, wie ich
00:11:57Wir machen keine Blasen, also auch keinen Lärm
00:12:06Ein klassischer Taucher mit Pressluftflaschen macht eine Menge Blasen und Lärm und wird den Hai stören
00:12:15Freitaucher und Rebreather machen keinen Lärm
00:12:22Diese Technik ist nicht ungefährlich
00:12:24Wenn der Apparat versagt und nicht genügend Sauerstoff in die wieder aufbereitete Luft gemischt wird
00:12:29Schläft der Taucher unter Wasser ein, für immer
00:12:40Alle wissen, worauf sie sich einlassen
00:12:45Aber was jetzt passiert, kann niemand voraussagen
00:13:00Dr. Mauricio Ojos verfolgt gespannt jede Bewegung
00:13:07Wenn man taucht, muss man die Luft anhalten
00:13:09Denn wenn du Blasen ausstößt, wird der Hai wegschwimmen
00:13:12Wir waren gestern tauchen und der Hai war wirklich sehr nah
00:13:16Aber als er die Blasen gehört hat, ist er weggeschwungen
00:13:19Wir wollten Bilder machen, aber es ging nicht, wegen der Blasen
00:13:23Aber mit Freediving klappt es super, denn es macht keinen Lärm
00:13:26Also fühlt sich der Hai nicht bedroht
00:13:32Die erste Überraschung
00:13:33Der Hai, der eben noch das Boot umkreist hat, ist verschwunden
00:13:37Als hätte es ihn nie gegeben
00:13:40Selbst im kristallklaren Wasser des Pazifiks kann das Tier aus dem Nichts auftauchen und wieder verschwinden
00:13:46Ein Grund mehr, jede nur erdenkliche Vorsicht walten zu lassen
00:13:53Pierre macht sich auf die Suche
00:14:10Abnoetaucher können im freien Meer mit Flossen über 130 Meter tief tauchen
00:14:14Und sieben Minuten und länger unter Wasser bleiben
00:14:16Das sind allerdings Rekordwerte
00:14:23Bei Tauchgängen wie diesen halten sie sich ohne Mühen in Tiefen von 50 Meter auf
00:14:28Und können dort bis zu 5 Minuten lang bleiben
00:14:30Es ist eine Kombination aus extremem körperlichen Training
00:14:34Und höchster mentaler Selbstbeherrschung, die den Atemreflex zu überwinden hilft
00:14:42Da, eine vorsichtige Bewegung tief unter ihnen
00:14:46Ist der Hai zurückgekehrt, um die Taucher näher zu untersuchen?
00:14:51Er nähert sich nicht
00:14:52Für William ein Grund, sich dem Hai zu nähern
00:14:55Wie wird er reagieren?
00:15:00Aber der Hai nimmt die Herausforderung nicht an
00:15:02Er verschwindet im Blau des Ozeans
00:15:13Tatsächlich
00:15:14Das große Raubtier lässt die Taucher nicht in seine Nähe
00:15:21Er, der mit einem Biss jeden dieser Männer töten könnte, bestimmt die Spielregeln
00:15:25Er bestimmt, wie nah man ihm kommen darf
00:15:29Keine Droge werden gegenüber den Tauchern
00:15:32Aber auch keine Angst vor ihnen
00:15:34Gegen alle Erwartungen zeigen sich die weißen Haie als vorsichtige, sogar scheue Tiere
00:15:39Wenn man vor ihnen ist, können sie ängstlich werden
00:15:44Sie nehmen dann Abstand, einen Sicherheitsabstand
00:15:48Jedes Tier hat seinen Sicherheitsabstand
00:15:50Für die großen Haie ist das neu, mit Freitauchern zu schwimmen
00:16:00Dr. Mauricio Ojos arbeitet schon seit Jahren mit den Haien
00:16:03Er markiert die Haie mit Sendern, durch die er ihre Bewegungen genau verfolgen kann
00:16:13Letztes Jahr habe ich drei Empfänger in dieser Bucht platziert und Haie mit Sendern versehen
00:16:19Mit den Sendern kann man nur sehen, ob der Hai da ist oder nicht
00:16:23Ich habe die Haie im Oktober getaggt und danach gesehen, dass sie im Oktober, November, Dezember, Januar und Februar hier
00:16:31waren
00:16:31Jedenfalls die meisten
00:16:32Aber plötzlich sind sie verschwunden
00:16:34Mit anderen Satellitentransmittern hat man herausgefunden, dass die Haie bis nach Hawaii reisen können
00:16:39Außerdem zu einem Platz zwischen Hawaii und Guadalupe
00:16:42Dort bleiben sie für ungefähr 160 Tage und dann kommen sie wieder nach Guadalupe
00:16:47Mit diesen Transmittern kann man also sehen, wo sie die Robben fangen, wie sie sie fangen und sogar wo sie
00:16:54sich im Wasser befinden
00:16:56Exakt, die Jagdbewegungen, wenn der Hai Robben verfolgt
00:16:59Vielleicht kann ich sehen, ob mehrere Haie zusammen sind, ob sie zusammen jagen
00:17:03Denn eine Theorie ist, dass weiße Haie zusammen jagen können
00:17:08Denkst du, dass wir dir helfen können? Mit unseren Tauchgängen, dem Hai und unseren Kameras?
00:17:13Denkst du, dass wir irgendwie helfen können?
00:17:14Ja, es wäre wirklich wichtig für mich, die Haie zu identifizieren
00:17:19Wenn ihr also nach ihren Eigenschaften, wie zum Beispiel Geburtsmale, Narben oder sogar Pigmentmuster auf den Kiemen, den Bauchflossen und
00:17:26auf den Schwänzen sehen könntet, wäre das toll
00:17:29Wenn ihr Bilder von der rechten und der linken Seite machen könntet, das wäre fantastisch
00:17:33Vielleicht könnten wir sogar, wenn ihr versuchen könntet, die Haie zu taggen
00:17:38Ich meine, das ist das, was ich im Moment brauche, denn von der Wasseroberfläche aus ist das unmöglich
00:17:49Der nächste Tag bringt schlechtes Wetter
00:17:51Ein Sturm zieht auf
00:17:53Keine guten Bedingungen, um nach Haien zu suchen
00:18:00Plötzlich hat der Wind gedreht, vom Tal in diese Richtung und jetzt sieht es so aus
00:18:07Die Taucher müssen das Wasser verlassen
00:18:12Der Käfig droht gegen das Schiff zu schlagen und wird aus dem Wasser gehoben
00:18:23Erste Arbeit für die Rettungssanitäterin
00:18:25In den Wellen hat Pierre eine Qualle übersehen, eine sehr schmerzhafte Begegnung
00:18:31Ich brauche einen Sanitäter
00:18:37Gefährlich, die See, so gefährlich
00:18:49Der Sturm nimmt zu und der Anker droht sich loszureißen
00:18:52Er muss eingeholt werden
00:18:54Wir fahren zur Südspitze, mal sehen, ob wir da aus diesem Wind rauskommen
00:18:57Höchste Zeit, eine windgeschützte Bucht aufzusuchen
00:19:07Während sie auf die Haie warten, macht Pierre andere Bekanntschaft mit der Tierwelt von Guadalupe
00:19:11Ein Wellenläufer hat sich nachts auf das Boot verirrt
00:19:20Die Vögel sehen nachts die Lichter vom Schiff und sie kommen her
00:19:23Er ist sehr, sehr klein und er ist nass
00:19:28Er muss trocken werden
00:19:30Scheint in keiner guten Verfassung zu sein
00:19:35Er braucht Hilfe
00:19:36Er kann nicht fliegen
00:19:37Schau
00:19:38Er will sich bewegen, aber er kann nicht fliegen
00:19:41Wir werden versuchen, ihm zu helfen
00:19:43Ihn füttern
00:19:44Und wir werden sehen
00:19:47Erstmal gehen wir an einen wärmeren Ort, um ihm zu helfen
00:19:50Schau ihn dir an
00:19:51Wir könnten ihm helfen
00:19:54Könnte Spaß machen
00:19:56Der Himmel klart auf und die Wellen beruhigen sich
00:19:58Pierre ist mit seiner neuen Aufgabe vorlauf beschäftigt
00:20:05Während des Sturms haben sich die Fische in tiefere Gewässer zurückgezogen
00:20:08Unerreichbar für die Taucher
00:20:10Es ist frustrierend, aber sie haben keine andere Wahl als zu warten
00:20:17Ich denke nicht, dass die Haie im Wasser lauern, um Menschen zu fressen
00:20:20Ich glaube, dass sie jederzeit aktiv sind
00:20:23Immer auf der Jagd
00:20:25Wenn du dich am selben Ort, zur selben Zeit
00:20:27Und in derselben Weise, wie ihre Beute präsentierst
00:20:30Werden sie dich vielleicht probieren
00:20:36Ich war im Wasser mit Tigerhaien
00:20:38Und vielen anderen Hai-Alben
00:20:40Sie scheinen eher interessiert an uns
00:20:43Als aggressiv zu sein
00:20:50Auf der Suche nach den verschwundenen Haien gibt es eine mögliche Spur
00:20:54Ihre Hauptbeutetiere
00:20:56So unwirtlich das abgelegene Eiland auf Menschen wirken mag
00:20:59Für manche Lebewesen ist es ein Paradies
00:21:02Und ein rettender Zufluchtsort
00:21:06Die nördlichen See-Elefanten lassen das sich hier gut gehen
00:21:09Nur hier haben sie die Jagd durch die Menschen überlebt
00:21:24See-Elefanten sind die größten Robben der Welt
00:21:26Die rüsselartig vergrößerte Nase der Männchen
00:21:29Haben der Gattung ihren Namen gegeben
00:21:31Ein Bulle kann 6,5 Meter lang werden
00:21:34Und bis zu 3,5 Tonnen schwer
00:21:40Trotz ihres behäbigen Aussehens an Land
00:21:42Sind sie geschickte Jäger unter Wasser
00:21:46Ihre Nahrung sind Fische und Tintenfische
00:21:49Die sie bis in 600 Meter Tiefe verfolgen
00:21:51Aber dort werden die Jäger zu Gejagten
00:21:57Dieses Tier ist erst kürzlich knapp einem Angriff entkommen
00:22:01Es muss ein Hai gewesen sein
00:22:02Die großen Raubtiere sind offensichtlich zurück in den Küstengewässern
00:22:12Die Blutspur zeigt, wo das verletzte Tier an Land gekommen ist
00:22:15Aber es wird trotzdem überleben
00:22:23Viele Tiere tragen hier Narben
00:22:26So hilflos diese Tiere den Menschen erscheinen
00:22:29Der Eindruck täuscht
00:22:30Sie tragen einen Panzer
00:22:31Einen Panzer aus Fett
00:22:36Die dicke Schicht bietet den Tieren nicht nur Schutz vor Kälte und Hunger
00:22:40Sondern auch vor Haizähnen
00:22:56Christian Petron und die Crew machen sich bereit
00:22:58Der verletzte See-Elefant hat gezeigt
00:23:01Dass wieder die Chance besteht, die Haie zu finden
00:23:03Bei den Robbenkolonien
00:23:06In kleinen Booten geht es näher an die unwirtlich felsige Küste heran
00:23:10Die den Tieren vor knapp 200 Jahren Schutz vor den Menschen bot
00:23:18Unter Wasser werden sie zunächst von anderen sehr neugierigen Bewohnern Guadalupas begrüßt
00:23:23Den Seebären
00:23:25Sie sind die seltenste Art ihrer Gattung und streng geschützt
00:23:35Sie sind blitzschnelle Jäger
00:23:37Ohne Angst vor den Tauchern
00:23:39Und Fred, William und Pierre
00:23:41Sind wahrscheinlich die ersten Menschen
00:23:43Die sie jemals aus der Nähe gesehen haben
00:24:02Die See-Elefanten wiederum lassen es gemütlicher angehen
00:24:08Angst haben auch sie nicht
00:24:11Vielleicht halten sie die Abnoe-Taucher für entfernte Verwandte
00:24:14Und völlig falsch liegen sie damit nicht
00:24:33Wir sind wie sie, denn wir atmen an der Oberfläche
00:24:36Sie haben das zur selben Zeit wie wir getan
00:24:39Dann haben wir die Köpfe unter die Oberfläche getaucht und uns angesehen
00:24:43Es war sehr lustig
00:24:45Denn wir sind wie sie, wir atmen und wir tauchen
00:24:48Dieselbe Art von Tieren
00:24:49Vielleicht haben wir längere Flossen und andere Anzüge
00:24:52Aber es ist dasselbe
00:24:54Auch im flachen Küstengewässer haben die Taucher noch keinen Hai sehen können
00:24:59Aber aufgeben steht nicht auf der Tagesordnung
00:25:02Nach einer kurzen Pause und Kontrolle der Ausrüstung soll es weitergehen
00:25:06Dann kommt unerwarteter Besuch
00:25:13Die mexikanische Marine ist plötzlich an Bord
00:25:16Schwer bewaffnet
00:25:19Christian Petron ist sehr beunruhigt
00:25:21Was wollen die Soldaten?
00:25:23Könnte das das Ende der Expedition bedeuten?
00:25:28Die Eiländer wird von oben bis unten durchsucht
00:25:31Alle Papiere überprüft
00:25:32Alle Genehmigungen gecheckt
00:25:34Niemand hält sich hier ohne ausdrückliche Erlaubnis auf
00:25:37Guadalupe ist eines der am besten geschützten Naturreservate der Welt
00:25:41Alle sind nervös
00:25:42Besorgt warten sie auf die Entscheidung des mexikanischen Kommandanten
00:25:46An ihm könnte die ganze Expedition jetzt noch scheitern
00:25:52Wir haben die Aufgabe die Küsten zu überwachen
00:25:55Um Drogenschmuggeln und verbotene Aktivitäten wie Haifischen zu unterbinden
00:25:58Manchmal ist es nötig Personen zu kontrollieren
00:26:01Die zu einem Fernsehsender oder Magazin gehören
00:26:03Und filmen wie ihr
00:26:04Aber sie haben keine Erlaubnis
00:26:10Alles in Ordnung
00:26:12Große Erleichterung an Bord der Eiländer
00:26:14Die Soldaten ziehen ab
00:26:25Das Team verschwendet keine Zeit
00:26:27Wer weiß wie lange das Wetter diesmal hält
00:26:30Noch haben sie keine Haie vom Brot aus gesichtet
00:26:33Aber die Taucher wollen sie suchen
00:26:43Pierre versucht die Neugier der Haie herauszufolgen
00:26:46Was andere Schwimmer in Haigewässern unter allen Umständen zu vermeiden suchen
00:26:50Könnte ihm jetzt helfen
00:26:52Signale auszusenden, die die Haie anlocken
00:26:57Jeder der drei hält den anderen den Rücken frei
00:27:00Sollte ein Hai kommen, dann soll das keine Überraschung werden
00:27:04Und er kommt
00:27:11Ein einzelner Taucher soll sich jetzt dem Hai nähern
00:27:13Nicht mehr alle drei auf einmal
00:27:15Und diese Taktik hat Erfolg
00:27:35Ein weiterer Hai nähert sich
00:27:43Verfolgt von einem vorwitzigen Seebären
00:27:45Er ist einfach zu schnell und wendig
00:27:47Um durch den Hai gefährdet zu sein
00:27:49Nur durch Überraschungsangriffe könnte es dem Hai gelingen
00:27:52Einen Seebären zu fangen
00:28:01Langsam scheinen die Tiere sich an die Taucher zu gewöhnen
00:28:04Sie werden zunehmend neugieriger
00:28:06Auf beiden Seiten herrscht Respekt
00:28:10Wenn du sehen willst, wie sich ein Tier verhält
00:28:13Musst du beobachten, wie es sich unter realen Bedingungen verhält
00:28:16Wenn du einen Käfig oder Geräte benutzt, veränderst du alles
00:28:31Jetzt können die drei Abnoetaucher endlich nahe genug an die Haie herankommen
00:28:35Und sie genauer für die Katalogisierung fotografieren
00:28:53Die Wachsamkeit darf allerdings nie nachlassen
00:28:55Denn nicht immer ist der Hai, den die Taucher vor sich sehen, der einzige Hai in der Nähe
00:29:12Eine Schrecksekunde ist der einzige Preis, den William bezahlen muss
00:29:18Die Medizinerin lässt die Taucher, die von Hai umkreist werden, keine Sekunde aus den Augen
00:29:31Nicht weit entfernt will Mauricio Ojos die Chance nutzen, einzelne Haie mit Sendern auszustatten
00:29:36Er hofft dadurch Hinweise zur Entschlüsselung des Jagdverhaltens der Haie zu bekommen
00:29:45Die weißen Haie fressen Robben und ähnliche Tiere
00:29:49Wenn sie diese Tiere nicht kontrollieren, werden sie wie eine Plage, eine Menge Tiere
00:29:54In der Cortessee gibt es viele kalifornische Seelöwen, weil es dort keine Bullenhaie oder andere Haie gibt
00:29:59Und diese Seelöwen sind ein großes Problem für die Fischer
00:30:04Mein Käpt'n ist ein Fischer und er hat mir erzählt, dass es ein großes Problem ist, dass alle Fische,
00:30:09die sie mit dem Netz einholen
00:30:10Von Seelöwen gebissen wurden
00:30:13Es gibt hunderte von ihnen, aber man darf nichts dagegen tun, weil die verschiedenen Spezies unter Schutz stehen
00:30:19Aber es gibt wirklich hunderte von ihnen und das alles nur, weil es keine Haie in der Cortessee gibt
00:30:26Auge in Auge mit einem Hai, weit draußen im Ozean, braucht man eine unglaubliche Selbstbeherrschung bis ins Innere
00:30:34Es ist möglich, dass Haie sogar den elektrischen Impuls des Herzmuskels ihrer Beute wahrnehmen können
00:30:39Wer hier Panik zeigt, fordert den Hai zum Angriff heraus
00:30:45Die Handeln ist ein kleines Schuerte, für eine Menge Einbekämpfung mit dem
00:30:54Die Handeln verfolgen wird ein kleines Schuert, für eine Menge Schuerte, für eine Menge Schuerte verfolgen
00:31:20Der große weiße Hai ist ein Jäger.
00:31:23Ein großer Weißer nähert sich immer im Schatten, nützt immer den Vorteil seiner Tarnung.
00:31:29Man muss also sehr auf seine Position achten und Augenkontakt herstellen. Dann ist es kein Problem.
00:31:37Probleme gibt es, wenn du keinen Augenkontakt mit ihm hast.
00:31:41Jedes Mal, wenn ich ein wenig überrascht war von einem großen Weißen, war es, weil ich nicht gesehen habe, wie
00:31:47er sich genähert hat.
00:31:51Immer wieder tauchen die Haie plötzlich aus dem Nichts auf und steuern direkt auf die Taucher zu.
00:31:57Erst im letzten Moment drehen sie ab.
00:32:15Weltweit werden pro Jahr zwischen 60 und 70 Angriffe von Haien auf Menschen gemeldet.
00:32:20Aber nur fünf der Angriffe waren im Jahr 2009 tödlich.
00:32:29Die Taucher kommen den Haien näher und näher.
00:32:34Der Grundstein für einen Fotokatalog, mit dem man die verschiedenen Individuen erkennen und unterscheiden kann, ist gelegt.
00:32:42In den letzten Jahren ist die Erforschung der großen weißen Haie auf ganz neue Erkenntnisse gestoßen.
00:32:48Lange nahm man an, dass die Raubfische den größten Teil ihres Lebens in Küstennähe verbringen, wo sie Seelöwen und Robben
00:32:54jagen.
00:32:57Die moderne Forschung mithilfe von Hightech-Sendern, deren Daten von Satelliten aufgefangen werden, zeigt, dass die Tiere über Tausende von
00:33:05Kilometern durch die Ozeane wandern.
00:33:07Dabei halten sie sich zumeist in Tiefen zwischen 300 bis 500 Metern auf.
00:33:12Beobachten können die Forscher sie aber nur an der Wasseroberfläche.
00:33:15Den Rest ihres Lebens umgibt ein Geheimnis.
00:33:32Eine Pause für die Taucher. Allzu lange sollen sie nicht im Wasser bleiben, denn dann lässt die Aufmerksamkeit zu sehr
00:33:38nach.
00:33:47Er hat die Gelegenheit genutzt, von unten zu kommen.
00:33:53Denn wenn man ihn nicht von unten kommen sieht, kommt er wirklich auf dich zu.
00:33:57Und er hält nicht an. Erst 50, 60 Zentimeter vor dir dreht er. Wirklich toll.
00:34:07Der Erfolg der letzten Tage hat das Selbstbewusstsein des Teams gestärkt.
00:34:11Die nächste Phase der Expedition kann beginnen. Das Anbringen von Sendern an den Haien.
00:34:17Mauricio Ojos eigene Versuche sind misslungen. Die Taucher sind nun für ihn die letzte Chance.
00:34:26Er hat in drei Buchten mit Robbenkolonien Empfänger angebracht, die jeden mit Sender ausgestatteten Hai, der in die Nähe kommt,
00:34:32registrieren.
00:34:33Die Empfänger werden nach einem Jahr wieder geborgen und deren Daten ausgewertet.
00:34:39Mauricio will mit diesen Daten seine Theorie beweisen, dass die größten Weibchen auf Robbenjagd gehen, weil sie viel Energie brauchen.
00:34:45Und die bekommen sie aus der dicken Fettschicht der Robben.
00:34:48Wenn er recht hat, werden die Empfänger nur die Signale der großen Weibchen registrieren und nicht die von Jungtieren und
00:34:55Männchen.
00:34:58Befestigt werden die fingerlangen Sender mit Widerhaken nahe der Rückenflosse.
00:35:02Fred, Will und Pierre präparieren sorgfältig die Schnur, die die Sender an den Haken hält.
00:35:11Die Sender sind teuer. Sollten sie verloren gehen, ist das ganze wissenschaftliche Projekt gefährdet.
00:35:18Um die extrem feste Haihaut zu durchdringen, wird der Widerhaken mit einer Harpune abgeschossen.
00:35:25Nur langjährige Erfahrung im Umgang mit Harpunen ermöglicht exaktes Zielen und Treffen.
00:35:31Es ist ein riskantes Unternehmen. Niemand weiß, wie die Haie reagieren werden.
00:35:41Biologe Mauricio Ojos hofft auf möglichst viele Exemplare.
00:35:47Aber je mehr es sind, desto riskanter wird es für die Taucher.
00:35:56Wieder derselbe Ablauf.
00:36:02Zuerst müssen sich die Tiere an die Männer im Wasser gewöhnen.
00:36:14William wird erst ein Foto machen. Dann soll Pierre den Sender anbringen.
00:36:21Alles läuft nach Plan. Pierre erreicht die ideale Schussposition. Aber er zögert.
00:36:30Dann lässt er den Hai ziehen.
00:36:36Fred unterrichtet Mauricio Ojos.
00:36:41Mauricio, da ist ein Hai mit so etwas Ähnlichem wie einem Sender. Aber ich glaube, es ist kein Sender.
00:36:49Hat er Parasiten dran?
00:36:50Ja, ja. Dann ist es vielleicht die Halterung eines früheren Senders.
00:36:57Sollen wir ihn taggen?
00:36:58Ja, ja, ja. Okay.
00:37:05Die Taucher starten einen zweiten Versuch. Aber kurz vor dem Abdrücken bemerkt Pierre die Gefahr.
00:37:11William ist direkt vor dem Hai. Wenn das Tier durch den Schuss aggressiv wird, ist William direkt gefährdet.
00:37:18Wieder muss Pierre den Hai ziehen lassen.
00:37:26Das Unternehmen entpuppt sich als äußerst schwierig.
00:37:32Aber ein erfahrener Jäger muss Geduld haben. Und so lassen die Männer sich Zeit.
00:37:50Vielleicht spürt der Hai ihre Anspannung. Vielleicht beunruhigen ihn die langen Harpunen.
00:37:55Er ist vorsichtig. Dann hat Pierre eine neue Chance.
00:38:01Treffer.
00:38:02Doch dann?
00:38:04Der Biederhaken hat nicht gegriffen. Der Sender fällt an der Leine in die Tiefe und der Hai verschwindet.
00:38:19Will hat ein anderes Exemplar entdeckt und startet schussbereit.
00:38:23Während Pierre den Sender rettet und wieder nach oben bringt, gelingt Will der Schuss.
00:38:28Aber der Winkel ist ungünstig. Die Leine löst sich nicht.
00:38:34Endlich. Die Leine löst sich. Der Hai kann davon schwimmen.
00:38:40Ein aggressiver, nervöser Hai ist unberechenbar.
00:38:46Das hätte auch böse ausgehen können.
00:38:51Der Sender sitzt.
00:38:54Jetzt geht es Schlag auf Schlag. Zwei große Weibchen bekommen ihre Sender.
00:39:16Habt ihr ihn getaggt? Das große Weibchen?
00:39:20Das große.
00:39:21Perfekt. Es ist ein Weibchen, oder?
00:39:23Oh ja, riesig.
00:39:25Exzellent.
00:39:27Die andere Schuss ist hier.
00:39:28Sie ist nicht da. Sie ist zurück.
00:39:31Habt ihr Bilder von dem Transmitter?
00:39:33Will hat ein Video. Und jetzt machen wir Fotos.
00:39:42Dieser Schuss hatte den perfekten Winkel. Ohne Probleme löst sich der Sender von der Harpunenliner.
00:39:50Ein voller Erfolg. Dr. Mauricio Hoyos ist mehr als zufrieden.
00:39:55Ja, natürlich. Das ist ein großes Weibchen. Ich denke, dass sie die Robben fressen, die großen Weibchen.
00:40:00Ich habe das schon beobachtet. Das ist perfekt für die Funkempfänger, die ich vor ein paar Tagen gesetzt habe.
00:40:08Es ist eine unglaubliche Leistung. Näher kann man dem großen weißen Jäger nicht kommen.
00:40:40Moricio Hoyos ist daran interessiert, mehr von den Tauchern zu erfahren.
00:40:48Oh, ist das der Transmitter? Perfekt. Ein perfektes Tagging.
00:40:55Und schaut euch den Sender an. Er sieht so winzig aus.
00:40:59Aber wir haben das Setzen des Senders auch gefilmt.
00:41:03Dieses Weibchen kenne ich nicht. Vielleicht ist es neu hier.
00:41:06Wir haben noch ein großes Weibchen gesehen. Ein neues. Es hatte keinen Sender, aber wir konnten noch keinen mehr anbringen.
00:41:12Größer als dieses?
00:41:12Selbe Größe, aber nicht so fett.
00:41:15Vielen Dank für eure Hilfe.
00:41:18Das Team ist überzeugt, mit den Bildern dieser Expedition den Ruf der weißen Haie als gnadenlose Killer bekämpfen zu können.
00:41:27Man kann den Menschen zeigen, dass das tolle Tiere sind.
00:41:30All diese Bilder, die man in Filmen sieht von weißen Haien, zeigen immer das aufgerissene Maul.
00:41:34Aber man muss wissen, das machen sie, weil jede Menge Blut und Köder ins Wasser geworfen wurden.
00:41:40Manchmal ist sogar der Köder direkt auf der Kamera oder am Käfig, um spektakuläre Bilder zu bekommen.
00:41:44Aber wenn kein Köder da ist, sind sie bloß neugierig.
00:41:47Sie wollen sehen, wer wir sind und bleiben 15, 20 Minuten, dann sind sie verschwunden.
00:41:52Aber sie reißen nie das Maul auf.
00:41:56Das einzige Mal, dass ich ein bisschen Angst hatte, war, als William den Hai tagte.
00:42:01Als ich den Hai sah, oh mein Gott, er könnte beißen.
00:42:06Aber zum Glück ist er freigekommen.
00:42:08Das war das einzige Mal.
00:42:11Weil die Haie eigentlich scheusen.
00:42:15Diese Insel ist ein wichtiger Ort für den großen weißen Hai.
00:42:19Vielleicht einer der letzten.
00:42:21Die Menschen müssen die Meereslebewesen schützen.
00:42:25Und Wassermenschen wie wir sollten zeigen, dass die Haie nicht wirklich gefährlich sind.
00:42:30Sie sind eher neugierig.
00:42:32Und?
00:42:33Er ist im Wasser, in seiner Heimat.
00:42:35Und wir haben das zu respektieren.
00:42:38Wir sind hier nur Besucher.
00:42:41Im nächsten Jahr wird Dr. Mauricio Hoyos die Daten der Sender auswerten,
00:42:45die die Taucher an den Haien anbringen konnten.
00:42:48Vielleicht wird es dann eine zweite Expedition geben.
00:42:51Die Taucher würden keinen Moment zu sehen.
00:43:00Das Mittelmeer.
00:43:02Ein Garten Eden.
00:43:07Seit Jahrtausenden teilt es seinen Reichtum mit den Menschen.
00:43:14Voll von geheimnisvollen Orten.
00:43:18Und Spuren vergangener Schicksale.
00:43:22Ein Universum, das in seinen blauen Tiefen immer noch viele Wunder verbirgt.
00:43:27Und die Menschen das Staunen nicht verlernen lässt.
00:43:36Im Reich der Tiefe.
00:43:40Abenteuer in den Tiefen der Ozeaner, wie es sie noch nie gab.
00:43:51Eine Begegnung mit der Welt unter den Wellen.
00:43:55Mit Tauchern, die zu Unterwassermenschen werden.
00:43:59Auf den Meeren dieser Welt arbeiten sie mit Wissenschaftlern zusammen,
00:44:03um den Ozeanern ihre Geheimnisse zu entlocken.
00:44:13Tief unter der Wasseroberfläche.
00:44:16Lautlos, ohne zu atmen.
00:44:21Nur wenn ein Mensch zum Fisch wird, kann er den Bewohnern der Meere auf eine völlig neue Weise begegnen.
00:44:34Im Reich der Tiefe.
00:44:36Die Entdeckung einer anderen Welt.
00:44:44Ein außergewöhnlicher Taucher.
00:44:47Auf einer aufsehenerregenden Suchexpedition.
00:44:50Das Mittelmeer.
00:44:52Seit Jahrtausenden vom Menschen als Kloake missbraucht.
00:44:55In welchem Zustand befindet es sich?
00:44:58Wie hat der Mensch diese Welt verändert?
00:45:00Wie vergeht die Zeit in den Tiefen des Meeres?
00:45:04Herausragende Fähigkeiten, Wut und natürliches, rücksichtsvolles Verhalten lassen diesen Taucher zum Teil der Unterwasserwelt werden,
00:45:12die ihm ihre spektakulären Geheimnisse offenbart.
00:45:18Nur ein Taucher, der sich verhält wie ein Fisch, kann den Fischen nahe kommen.
00:45:24An Orten, die jedem anderen Taucher verschlossen sind, wird er lautlos und unglaublich wendig auf die Suche gehen.
00:45:32Nach Leben in seinen vielfältigsten Formen.
00:45:39Auf der Suche nach dem Paradies, das das Mittelmeer einst war.
00:46:01Die Gare-la-Ban an der französischen Mittelmeerküste.
00:46:0750 Kilometer vor Marseille, am Beginn ihrer dreiböchigen Expeditionsfahrt.
00:46:18An Bord ein außergewöhnliches Team.
00:46:22Der weltberühmte Unterwasserkameramann Christian Petron und zwei der weltbesten Apnoetaucher.
00:46:29Christian Petron arbeitete als Unterwasserkameramann für Luc Besson im Film Im Rausch der Tiefe.
00:46:36Der Belgier Frédéric Buil ist einer der ersten Menschen, die ohne Pressluftflaschen tiefer als 100 Meter tauchten.
00:46:42Und sein Sicherheitstaucher, der kanadische Rekordtaucher William Winram.
00:46:47Ich habe schon von vielen Leuten gehört, dass es nicht mehr viel Leben im Mittelmeer gibt.
00:46:53Ich bin nur bei Nizza getaucht und an ein paar anderen Plätzen.
00:46:57Da waren nicht viele Fische zu sehen.
00:47:00Ich weiß nicht, was uns erwartet.
00:47:02Du wirst überrascht sein.
00:47:04Christian und ich zeigen dir die schönsten Plätze.
00:47:06Das wird deine Meinung über das Mittelmeer für immer ändern.
00:47:09Wirklich? Ich lasse mich überraschen.
00:47:12Die Garlabon macht sich auf die Reise nach Osten.
00:47:15Ihr erstes Ziel, das Frag der Donator, vor der Küste der Insel Porqueroll.
00:47:20Die Donator war ein Frachter, der nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs auf einer Mine lief und sank.
00:47:26Für Taucher sind Wracks ein beliebtes Ziel.
00:47:28Der Mythos des Geheimnisvollen und Gefährlichen umgibt sie.
00:47:35Dieser Tauchgang ist für mich Apnoetauchen in Rheinform.
00:47:39In 50 Metern Tiefe, mit Strömung, kaum Sicht, nur auf die eigenen Sinne angewiesen.
00:47:47Manchmal braucht man einen sechsten Sinn, um einen Wrack zu finden.
00:47:52Man weiß eben nicht exakt, wo es liegt.
00:47:55Helden, wie fühlst du diese große metallische Masse auf dem Grund der See?
00:48:00Das ist Freitauchen pur.
00:48:02Ich denke, das ist die Essenz der Freitagung.
00:48:09Heute Morgen tauchen wir zur Donator.
00:48:12Sie ist kurz nach dem Zweiten Weltkrieg gesungen.
00:48:16Ein tolles Wrack.
00:48:20Wir brauchen einen guten Tauchplan.
00:48:25William und ich können vier Tauchgänge machen, nicht mehr.
00:48:29Wenn wir unten ankommen, treffen wir vielleicht große Fischschulen, Brassen und andere Fische.
00:48:36Wir müssen sehr leise sein, wenn wir an Deck des Wracks ankommen, sonst vertreiben wir sie.
00:48:43Wenn sie da sind, ist es wirklich sehr spektakulär.
00:48:47Du wirst eine Menge Fische sehen.
00:48:49Das Problem ist, dass es im Kanal in der Mitte zwischen diesen beiden Inseln liegt.
00:48:54Das bedeutet, dass es dort eine starke Strömung gibt.
00:48:57Deshalb ist dort viel Leben.
00:48:58Aber gleichzeitig ist es ein schwieriger Tauchgang.
00:49:05Die Donator liegt nicht weit entfernt vom Ankerplatz der Gala Bon, die in einer geschützten Bucht wartet.
00:49:13Die Wetterbedingungen sind gut.
00:49:16Allerdings sagen sie nichts aus über die Bedingungen unter Wasser.
00:49:19Die Strömung, die Sicht, die Wassertemperatur.
00:49:23Für Tauchgänge wie diese in größerer Tiefe müssen alle Faktoren stimmen.
00:49:27Auch für erfahrene Taucher.
00:49:45Die Wetterbedingungen sind gut.
00:50:24Überall in diesem toten Schiff ist Leben.
00:50:40Fast scheint es, als ob die Natur hier den Menschen etwas zeigen möchte.
00:50:45Dass sie aus eigener Kraft Schrott in neue Paradiese verwandeln kann.
00:51:14Erst im Scheinwerferlicht offenbaren sich die Farben.
00:51:17Die sonst in diesen blauen Tiefen dem menschlichen Auge verborgen bleiben.
00:51:38Die Belastung der Taucher ist groß.
00:51:41Schon allein für Hin- und Rückweg müssen sie 100 Meter bewältigen.
00:51:46Am Wrack selbst müssen sie mit ihrer Kraft haushalten, um auf dem Rückweg nicht zu riskieren, einen Blackout zu bekommen.
00:51:56Riffe sind für Meeresbewohnerinseln in der Weite der See.
00:51:59Hier finden sie Unterschlupf, Schutz und Nahrung.
00:52:04Das Wrack der Donator ist ein künstliches Riff, das allerdings schon über 60 Jahre alt ist.
00:52:13Das Wrack der Donator ist ein künstler.
00:52:43Untertitelung des ZDF, 2020
00:52:53Das Wrack lockt viele Taucher an. Fred und Will müssen beim Auftauchen sehr vorsichtig sein, um nicht von den Booten
00:53:01verletzt zu werden.
00:53:02Eine Schiffsschraube kann zur tödlichen Gefahr werden.
00:53:20Die Welt unter Wasser ist eine Welt der Stille. Bis die Presslufttaucher kommen.
00:53:27Unter Wasser ändern sich die Bilder dramatisch. Die Horde Luftblasen ausstoßender Taucher nimmt das Wrack in Besitz.
00:53:34Das Schlamm wird aufgewirbelt. Die Fische ziehen sich zurück.
00:53:57Für Fred gibt es hier nichts mehr zu sehen.
00:54:27Untertitelung des ZDF, 2020
00:54:33Da unten ist die Hölle los. Es sind schon 110 Taucher da. Wenn das Boot dort hinten ankommt, werden es
00:54:38150 sein. An einem einzigen Tauchplatz. Es ist nur noch verrückt.
00:54:46Zeit für die Taucher, sich zu erholen.
00:54:52Für Christian Petron ist diese Mission Teil seiner Lebensaufgabe. Der Schutz des Mittelmeers.
00:54:58Bereits vor 25 Jahren filmte er die katastrophale Umweltverschmutzung an der französischen Mittelmeerküste.
00:55:09Diese Bilder haben wir vor 25 Jahren gedreht. Von Marseille.
00:55:15Damals gab es keine Klärung der Abwässer. Absolut nichts.
00:55:20Absolut nichts. Die Abwässer der Toiletten von 300.000 Menschen.
00:55:26Direkt ins Meer. Alles ging ins Meer.
00:55:28Es war eine echte Kloake. Wir wollten die Schäden zeigen, die vor der Küste entstanden sind.
00:55:43Dort war alles tot. Fische. Tot. Es war ein Desaster.
00:55:57Nicht zuletzt aufgrund dieser Bilder ist eines der engagiertesten Umweltprojekte im Mittelmeer entstanden.
00:56:03Ein riesiges künstliches Riff in der Wucht von Marseille.
00:56:07Sandrine Ruiton von der Université de la Méditerranée begleitet das Projekt wissenschaftlich.
00:56:13Bei ihr informiert sich Frederik über den Stand des Projektes.
00:56:19Es ist vergleichbar mit der Wiederaufforstung einer Wüste.
00:56:26An diesem künstlichen Riff gibt es zwei Ökosysteme. Sie liegen dicht beieinander. Dadurch gibt es einen Austausch zwischen den Arten.
00:56:33Es wird einen Austausch geben?
00:56:35Ja, es wird einen Austausch geben.
00:56:39Im Inneren der Körbe stecken Betonkästen. Durch diese komplexe Struktur schaffen sie unterschiedliche Wohnräume für verschiedene Arten.
00:56:49Die Boje soll den Tauchern Orientierung geben.
00:56:53Die Neubausiedlung für Meeresbewohner ist von hier oben nicht erkennbar. Sie liegt in einer Tiefe zwischen 20 und 30 Metern.
00:57:01Für Freizeittaucher und Fischer ist dies eine verbotene Zone. Jede Störung soll vermieden werden.
00:57:07Die Technik der Abnoe-Taucher ist hierfür ideal.
00:57:24Vorsichtig nähert sich Fred dem künstlichen Riff. Sein Besuch in der Stadt der Fische soll ihre Einwohner möglichst nicht vertreiben.
00:57:32Aber die Sichtbedingungen sind schlecht. Fred muss nah herantauchen. Er ist vollkommen lautlos. Nur so hat er eine Chance, die
00:57:41scheuen Fische zu entdecken.
00:57:52Fred erklärt Sondrin, was er gesehen hat.
00:57:57Ich näherte mich vom Boden her und habe das Riff von unten her angetaucht. Über dem Riff waren einige Brassen.
00:58:08Ein Schwarm von Brassen, das hatte ich nicht erwartet. Dann hast du sicher auch noch kleine gesehen.
00:58:16Ja, aber ich habe sie nicht gestört.
00:58:29Sondrin wird nun ein paar Fotos von den Organismen schießen, die das Riff besiedelt haben.
00:58:35Algen und Würmer sind die ersten. Sie stehen am Anfang der Nahrungskette.
00:58:46Das Riff ist eine große Konstruktion. Viele Fische schwimmen darüber.
00:58:51Als die Fische mich bemerkten, sind sie nicht erschrocken.
00:58:56Selbst als ich näher an das Riff herankam, schwammen sie langsam ins offene Wasser.
00:59:02Aber es ist wirklich interessant zu sehen. Es funktioniert.
00:59:06Diese Konstruktion beherbergt viele Fische.
00:59:08Es ist wirklich interessant.
00:59:12In allen Einzelheiten wird die Entwicklung dokumentiert.
00:59:16Viele Faktoren haben Einfluss, ob das Projekt ein Erfolg wird.
00:59:19Strömungen, die Tiefe, die Struktur des Aufbaus.
00:59:35Aber die beiden Taucher bekommen nicht nur Eindrücke von der Besiedlung des Riffs.
00:59:40Sondrin findet ein Fischernetz, das sich verfangen hat.
00:59:43Ein eindeutiger Beweis, dass die Fischer sich nicht um das Fangverbot kümmern.
00:59:52Künstliche Riffe sind nur ein Teil der Bemühungen, das Leben in die Küsten gewässert zurückzubringen.
00:59:58Erst durch den Bau von Kläranlagen hat sich die Wasserqualität entscheidend verbessert.
01:00:06Sondrin zeigt Fred die kleinen Fortschritte bei der Besiedlung der Konstruktion.
01:00:11Die ersten Fische suchen sich hier ihre Wohnung.
01:00:14Sie werden später die Nahrung der größeren Fische sein.
01:00:18Die Menschen haben ebenfalls einen direkten Vorteil von dieser Entwicklung.
01:00:22Die Fischer von Marseille können sich dann wieder ihren Lebensunterhalt direkt vor der Stadt erarbeiten.
01:00:28Es wird noch viele Jahrzehnte dauern, bis sich das Meer wieder vollständig erholt hat.
01:00:33Aber die Hoffnung ist da.
01:00:37Die nächste Etappe ist Korsika.
01:00:40Korsika ist für Fred sehr interessant, weil es ihm als Apnoetaucher erlaubt ist, in den Naturschutzgebieten zu tauchen.
01:01:00Die Rote Koralle ist hier streng geschützt.
01:01:02Als begehrter Schmuck seit Jahrtausenden geschätzt, sind die Bestände dramatisch zurückgegangen.
01:01:19Die Schönheit der Korallen zeigt sich dem am besten, der sie lebend bewundern kann.
01:01:38Manchmal findet sich auch eine rein weiße Koralle.
01:01:42Wären hier die Scharen von Tauchern, die die Donator besuchen, dann wäre dies das Ende der Korallenkolonien.
01:02:03Langzeitbeobachtungen in den geschützten Gebieten zeigen, dass sich hier die Korallenbestände langsam wieder erholen.
01:02:19Auf Korsika hat das Ernten von Korallen eine lange Tradition.
01:02:24Außerhalb der Schutzgebiete ist es allerdings nur noch wenigen professionellen Korallentauchern erlaubt.
01:02:29Im Süden Korsikas trifft Fred Jean-Philippe Giordano, einen der letzten Männer, der diesen Beruf ausübt.
01:02:36Er ist nicht nur Taucher, sondern verarbeitet die Korallen selbst zu Schmuck.
01:02:40Ein sehr selten gebordener Beruf, der Koralleur.
01:02:44Bis heute kommen die schönsten Korallen für Schmuckzwecke immer noch aus dem Mittelmeer.
01:02:49Der Sage nach entstanden die Korallen aus den Blutspritzern der Medusa, als Perseus ihr den Kopf abschlug.
01:03:08Zurück vor der französischen Mittelmeerküste besucht Fred eines der ältesten Schutzgebiete, die Insel Port-Cro.
01:03:15Hier wachen die Parkranger streng über die Einhaltung der Schutzbestimmungen.
01:03:211963 wurde die Insel zum französischen Nationalpark Port-Cro erklärt.
01:03:26Der erste Nationalpark Europas, der Land und Meer vereint.
01:03:30Rund um die Insel wurde eine Schutzzone von 600 Metern eingerichtet, in der noch vorgelagerte kleine Inseln liegen.
01:03:38Vormals in Privatbesitz überschrieb die damalige Eigentümerfamilie die Insel dem französischen Staat.
01:03:43Mit der Bedingung, die Schönheit und die Natur der Insel zu erhalten und den Bau von Hotelburgen für immer zu
01:03:49verbieten.
01:03:51Fred trifft den Sprecher der Parkverwaltung, Nicolas Gerardin.
01:03:55Er ist besonders stolz darauf, dass sich die Bestände der Zackenbarsche in seiner Schutzzone langsam erholen.
01:04:01Die Population der Zackenbarsche hat stark zugenommen.
01:04:081985 haben wir in Lido-la-Gabarnière 40 Zackenbarsche gezählt.
01:04:13Heute sind es etwa 200 Stück.
01:04:17Insgesamt leben etwa zwischen 500 und 600 Zackenbarsche rund um die Insel.
01:04:231985 hatten wir etwa 40 Zackenbarsche und 1200 Tauchgänge jedes Jahr.
01:04:30Wenn man 1200 Taucher und 1200 Fotoblitzlichter auf 40 Zackenbarsche loslässt, werden die in ein paar Monaten verrückt.
01:04:41Das hält niemand aus.
01:04:44Das andere Problem ist, es ist einfacher, ein Foto von einem Zackenbarsch zu machen, wenn du ihn anlockst, als wenn
01:04:52du versuchst, ihn zu jagen.
01:04:54Die Fische lieben gekochte Eier.
01:04:5840 Zackenbarsche kommen auf 1200 gekochte Eier.
01:05:03In ein paar Wochen wären die Fische krank, wenn jeder Eier mitbringen würde.
01:05:08Also müssen wir vermeiden, dass die Taucher den Fischen Essen mitbringen.
01:05:11Unabhängig von den Fischen müssen wir die biologische Nahrungskette unterstützen und nicht unterbrechen.
01:05:22Ich denke, der Nationalpark von Pogro war der erste, der mit Apnoe und Freitauchern bei wissenschaftlichen Arbeiten zusammengearbeitet hat.
01:05:31Das Freitauchen ist der beste und natürlichste Weg des Tauchens.
01:05:34Außerdem ohne jegliche Geräusche im und außerhalb des Wassers.
01:05:38Ohne das Atmen mit Sauerstoffflasche und der ganzen Logistik, die dahinter steckt.
01:05:49Wer vor Pogro tauchen möchte, benötigt eine Genehmigung der Nationalparkverwaltung.
01:05:54Für die Zählung der heimischen Zackenbarsche arbeiten die Ranger mit Apnoe-Tauchern zusammen.
01:05:59Schutz und Respekt vor der Natur können so am besten verwirklicht werden.
01:06:08Der Zackenbarsch mit den gezackten Rückenflossen gehört zu den gefährdeten Arten.
01:06:14Er ist nicht scheu und leicht zu jagen.
01:06:45Untertitelung des ZDF für funk, 2017
01:06:54Die träge wirkenden Männchen zeigen sich zur Paarungszeit übrigens durchaus von ihrer kämpferischen Seite.
01:07:07Unter der Wasseroberfläche erwartet den Besucher eine Vielfalt von Landschaften.
01:07:12Felsige Gebirge und lichtdurchflutete Täler, bewachsen mit Seegras.
01:07:24Die Seegraswiesen sind die Heimat für viele Tiere und Pflanzen.
01:07:28Ihre dicht verflochtenen Wurzeln stabilisieren den Meeresgrund.
01:07:33Leider reißen immer wieder Schleppnetze oder Schiffsanker Lücken in diesen empfindlichen Teppich.
01:07:39Da Seegras nur langsam nachwächst, ist schnell die gesamte Wiese gefährdet und mit ihr der natürliche Lebensraum aller hier lebenden
01:07:46Arten.
01:08:15Die Seegraswiese
01:08:35Aber es gibt noch eine ganz andere Welt unter Wasser.
01:08:40Fred und Will machen sich bereit für eine Herausforderung der besonderen Art.
01:08:43Ein Tauchgang, auf dessen Weg sich keine Chance bietet, die rettende Wasseroberfläche zu erreichen.
01:08:58Höhlen. Dunkel, verborgen, geheimnisvoll.
01:09:22Eine Welt, die hohe Anforderungen an das Können der Taucher stellt.
01:09:2920 Meter in der Tiefe liegt der Eingang einer Höhle, die ein bizarres Innenleben offenbart.
01:09:36Stalaktiten und Stalagmiten zeugen von den Urzeiten, als diese Höhle noch über dem Wasserspiegel lag.
01:10:05Was allerdings, wenn die Luft für die Taucher knapp wird?
01:10:08Mitten in dieser Höhle aufzutauchen, ist unmöglich.
01:10:21Da! Ein mit Luft gefüllter Hohlraum.
01:10:26Allerdings ist auch hier höchste Vorsicht geboten.
01:10:29Denn der Sauerstoffgehalt dieser Luft ist gering.
01:10:32Die Taucher dürfen die kostbare Luft nicht verbrauchen. Sie benötigen sie noch für den Rückweg.
01:10:41Von hier aus können die Taucher kleine Erkundungstauchgänge starten.
01:10:45Für die beweglichen Abnoe-Taucher birgt dieses Gitter aus Gestein keine Gefahr.
01:10:51Ein Taucher mit sperrigen Pressluftflaschen dagegen könnte hier stecken bleiben.
01:11:00In der Dunkelheit finden sie kein Leben.
01:11:08Die Luft wird knapp. Es wird Zeit, den Tauchgang zu beenden und zum Höhleneingang zurückzukehren.
01:11:25Die Luft wird sie nicht verlaufen, die jetzt gehen.
01:11:33Die Luft wird sie noch mit educationern.
01:11:37Die Luft ist gebrauchen.
01:11:59Können und absolute Kontrolle über den Körper sind die Voraussetzungen, ein solches Abenteuer zu überleben.
01:12:06Tiere und Pflanzen ließen sich dort unten kaum aufspüren.
01:12:22Die Gare-Lavon macht sich auf den Weg nach Marseille.
01:12:32Im Ozeanologischen Institut der Universität forschen Wissenschaftler seit wenigen Jahren an bestimmten Schwammorganismen, die in den Höhlen leben.
01:12:42Diese Schwämmer produzieren starke Gifte. Die Wissenschaftler hoffen, dass auf deren Basis Medikamente gegen Krebs und Aids entwickelt werden könnten.
01:13:02Gestern sind wir in der Tripri-Höhle getaucht. Es war wunderschön mit den Stelaktiten.
01:13:07Ich würde gerne mehr über das Leben in der Unterwasserhöhle wissen.
01:13:12Ich konnte keine Fische sehen, also wette ich, dass es da andere Formen von Leben gibt, die sehr interessant sind.
01:13:21Es gibt große und kleine Höhlen. Und diese ist eine von den großen in der Umgebung.
01:13:30Außerdem gibt es noch andere Höhlen wie die 3PP-Höhle in La Ciota, die nach unten abfällt.
01:13:36Wenn du dort hinuntertauchst, merkst du, dass das Wasser kälter wird, je tiefer du kommst, aufgrund der höheren Dichte.
01:13:45Weil das Wasser schwerer ist, bleibt es in den unteren Teilen der Höhle.
01:13:54Diese Höhlen sind sehr interessant. Dort ist es wie in der Tiefsee, ohne Licht, keine Strömung.
01:14:01Und dort kommt keine Nahrung für die Tiere an, die dort leben.
01:14:04Wir haben nicht oft die Gelegenheit, die Tiefsee zu erkunden.
01:14:08Und diese Höhle bietet eine Möglichkeit, mit Pressluftflaschen die dort lebenden Tiere zu studieren.
01:14:27Unter normalen Umständen wäre das nur mit Hilfe von U-Booten oder Robotern möglich.
01:14:32In dieser Höhle werden die Luftblasen der Pressluftflaschen zum Problem.
01:14:37Die großen Luftblasen zerstören die Umgebung auf verschiedenste Art und Weise.
01:14:43Eigentlich gibt es dort keine Strömungen.
01:14:46Aber durch die Luftblasen entstehen sie und stören das empfindliche Gleichgewicht der Höhle.
01:14:54Es wäre für uns interessant, wenn du dort vorsichtig und ohne die Umwelt zu stören Proben sammeln könntest.
01:15:05Ich werde morgen in der Höhle tauchen.
01:15:07Vielleicht können wir ja zusammentauchen gehen.
01:15:10Leider kann ich morgen nicht mitkommen, aber vielleicht meine Assistentin Livia.
01:15:15Kannst du mal herkommen?
01:15:17Sie kann dich aufs Boot begleiten und die gesammelten Proben ins Labor bringen.
01:15:21Dann wird sie die Sample zurückbringen und sie zurückbringen.
01:15:28Okay, wunderbar.
01:15:38Die Bucht von La Siotan.
01:15:40Hier befindet sich die Höhle.
01:15:42Eine gründliche Einsatzbesprechung ist jetzt lebensnotwendig.
01:15:47Also, wir tauchen gleichzeitig?
01:15:49Dann kannst du filmen und wir leuchten, denn sonst haben wir nicht genügend Licht.
01:15:54Dieses Licht kommt über deine linke Seite von hinten?
01:15:56Ja, perfekt.
01:15:58Wir haben uns gegenseitig im Blick.
01:16:00Und du signalisierst mir, wenn du nicht mehr genügend Luft hast.
01:16:03Ich mach das auch.
01:16:05Wir passen auf dem ganzen Weg aufeinander auf.
01:16:07Dann sollte es klappen.
01:16:11Okay, Christian sorgt für die Sicherheit.
01:16:16Ich warte vor der Höhle und achte auf die Zeit.
01:16:21Wenn es ein Problem gibt, kommst du nach zwei bis drei Minuten rein.
01:16:25In der Höhle nicht länger als 1,5 Minuten.
01:16:29Wir werden mehr als zwei Minuten brauchen.
01:16:31Also halte ich bereit.
01:16:35Okay.
01:16:38Der gesamte Tauchgang von der Oberfläche und wieder zurück sollte nicht mehr als drei Minuten dauern.
01:16:43Maximum.
01:16:44Aber wir versuchen, dass es nicht länger als drei Minuten dauert.
01:16:47Nach zwei Minuten komme ich in die Höhle.
01:16:51Das Wichtigste ist, dass wir nicht zu tief und nicht zu hoch tauchen.
01:16:56Wenn wir zu tief kommen, wirbeln wir den Meeresboden auf.
01:16:59Wenn wir zu hoch tauchen, riskieren wir, irgendwo anzustoßen.
01:17:03Ich versuche, dich mit dem Licht anzuleuchten.
01:17:06Dann kann ich dich filmen, aber auch nach vorne, damit du alles klar sehen kannst.
01:17:13Christian Petron hält das Risiko für hoch.
01:17:18Trotz allem ist es ein gefährliches Unternehmen.
01:17:21Es ist gut organisiert.
01:17:23Das sind ja Profis, die sind sich der Gefahr bewusst.
01:17:27Dann kann man den Versuch wagen.
01:17:32Für Laien ist das unmöglich.
01:17:33Man darf nicht vergessen, der Eingang der Grotte liegt 17 Meter tief.
01:17:40Dann muss er 50 Meter bewältigen.
01:17:43Und wenn er in der Grotte ist, kann er nicht an die Oberfläche zurück.
01:17:48Dann muss er den Schwamm einsammeln und wieder die 50 Meter zurücktauchen.
01:17:52Alles zusammen macht 140 Meter.
01:17:56Davon 100 Meter, bei denen es absolut keine Möglichkeit zum Auftauchen gibt.
01:18:01Wenn er länger als zwei Minuten drin bleibt, komme ich in die Grotte und schaue nach, was los ist.
01:18:06Ich werde sehen, wie es passiert ist.
01:18:34Okay, Christian.
01:18:36Okay, Christian.
01:18:37Wir werden höchstens drei Minuten tauchen.
01:18:40Aber bleib nicht länger als anderthalb Minuten in der Höhle.
01:18:44Wir versuchen, den Schwamm zu bekommen.
01:18:48Ich bleibe außerhalb der Höhle, warte auf euch, achte auf die Zeit und nach anderthalb Minuten schwimme ich in die
01:18:53Höhle.
01:18:57Wir versuchen, es so schnell wie möglich zu schaffen.
01:18:59Okay.
01:19:17Okay.
01:19:20Okay.
01:19:21Okay.
01:19:51Untertitelung des ZDF, 2020
01:20:21Untertitelung des ZDF, 2020
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