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00:07Die deutsche Freiheit, für die wir Deutschen heute im Vollgefühl unserer weltgeschichtlichen
00:16Aufgabe eintreten, ist himmelweit verschieden von der Freiheit, die unsere Gegner uns und
00:25sich rühmen.
00:26Unsere Freiheit wurzelt in der eigenen Brust, in der Freiheit des Christenmenschen, die
00:35Lothar, die uns gelehrt hat.
00:38Wir wollen unbeirrt durch Zeitgeist, Mehrheit, öffentliche Meinung, durch Druck von oben
00:46oder unten unseren eigenen Weg gehen, nur unserem Gott verantwortlich und unserem Gewicht
00:56in dieser Freiheit wurzelt jene schöne Blüte der Persönlichkeit, wie sie sich uns in Goethe
01:09am herrlichsten vertört.
01:13Bei ihm entfaltet und vollendet sich der Mensch erst dadurch, dass er entspacht.
01:21Damit aber war für Bismarck die Grundlage gefassen, auf der er weiter bauen konnte.
01:32Der große Kanzler hat es vermocht, den einzelnen Deutschen zum Staatsgefühl zu erziehen, hat es
01:44dahin gebracht, dass sich dessen unseres Volkes entschlossen, ihre oft eigensinnige Individualität
01:55freudig dran zu geben, freudig dran zu geben, an das große Ganz.
02:01Eben die Einheit dieser in sich gefesteten, oft eigenbrödlerischen, geistigen und sittlichen Individualität.
02:15Eben diese Einheit mit dem großen nationalen Staat und Gesamtgefühl bedeutet heute unsere Stärke.
02:27Und nur wenn es uns Deutschen gelingt, diese unsere eigenste innere Freiheit gegenüber den
02:35verlockenden Sirenenrufen des Auslandes, die uns zur Demokratie herüberziehen wollen, innerlich
02:44mit ganzer Seele festzuhalten, nur dann sind wir berufen, die Pfeile einer neuen Welt zu bilden
02:53und diese rückständige gesellschaftliche Zivilisation Westeuropas in feichender freien Persönlichkeit zu
03:05flagen, die wir dank Luther, dank unseren Plassikern und Romantikern als höchstes Erdenziel vor allen
03:15anderen Völkern würdigen gelernt haben.
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