- vor 2 Tagen
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SpaßTranskript
00:00Was ist das?
00:02Ja, ich hab was.
00:03Nicht, dass du mir verhungerst.
00:05Nein, nein.
00:05Wo geht es denn hier hin zu messen?
00:07In die blinde Kuh.
00:09Blinde Kuh?
00:10Kommen da blinde Rindviecher auf den Tisch, he?
00:12Ich hoffe, ihr Humor.
00:14Nein, das ist ein neuartiges Bierrestaurant.
00:17Man isst da praktisch im Dunkeln.
00:20Was ist denn das schon wieder für ein Schmarrn?
00:22Wissen Sie, da wird sozusagen der Sehnerv außer Kraft gesetzt
00:26und die restlichen Sinne explodieren förmlich.
00:29Tasche her.
00:30Also, mein Essen soll schmecken und nicht explodieren.
00:33Sie können doch den Spruch, das Auge isst mit.
00:35Man sieht, mein Bruder, was der Bauer nicht kennt.
00:39Also, viel Spaß jetzt.
00:40Danke sehr.
00:42Sie wieder aussehen frisch wie ein Sommerhauch.
00:46Der Schal, der steht hier wunderbar.
00:48Ich muss auch jetzt sagen, was ich hab, bevor es zappenduster wird.
00:55Probieren Sie es einmal, einfach nur die Augen zu machen.
00:57Ja.
00:59Jawoll.
01:01Jawoll.
01:10Das schmeckt gar nicht anders mit uns.
01:14Aber ich hab Ihnen doch gesagt, dass...
01:16Nein.
01:17Nein, das geht jetzt wirklich nicht.
01:19Schmeckt Sie denn?
01:20Ich sag's Ihnen, wenn ich das Essen gefunden hab.
01:27Ich glaube, das ist Schweinebraten.
01:29Sie müssen sich nur darauf einlassen.
01:32Ganz schön anstrengend.
01:34Da weiß man nicht, wo man mit der Gabi landet.
01:35Im Essen oder im Nachbarn...
01:39Mein Gott!
01:40Was war denn das?
01:55Ich schade aber gar nicht gut aus.
01:57Eckart.
02:02Hier.
02:03Müsste passen.
02:05Brauch ich das?
02:05Bei dem Nebel?
02:06Oh ja.
02:07Mir ist aber nicht kalt.
02:08Das wird sich legen, sobald wir im Wind liegen.
02:10Bitte.
02:11Ich bin keine Frostbeule.
02:16Hier hab ich das Kommando, Frau Ortmann.
02:19Das klingt ja geradezu so, als ob ich Sie im Büro rumkommandieren würde.
02:22Das klingt nicht nur so.
02:23Ach, kommen Sie.
02:25Anziehen.
02:26Doch nicht jetzt und hier.
02:27Doch, jetzt kühlen Sie aus.
02:28Da muss ich Sie aufwärmen.
02:29Das wollen Sie doch noch nicht.
02:30Nein.
02:31Hier.
02:37Sie lieben es, das Kommando zu haben, oder?
02:45Ihr Handy haben Sie ausgeschaltet?
02:47Wieso das jetzt?
02:48Böse Überraschungen vermeiden.
02:50Ich hab meins auch aus.
02:51Jetzt übertreiben Sie aber.
02:53Um Sie wüssten.
02:54Na Michi?
02:54Machst du gerade eine Zeugenbefragung?
02:56Ja?
02:57Das ist der Seppi.
02:58Ja.
02:59Du, Frau Doktor Kern war da, Spuse war da.
03:02Das ist ein Lokal, da essen sie einen Stock finstern.
03:05Ich weiß, Michi.
03:06Die Schwester ist auch da.
03:07Ich weiß.
03:08Mit einem Reischl.
03:09Erzähl mir mal was Neues.
03:10Sie hat gar nicht gesehen.
03:12Also gesehen hat eigentlich keiner was, weil es geht ja gar nicht.
03:14Aber da drin ist ja finstern.
03:15Ja Michi, was sind denn die zwei?
03:16Also sie ist die Frau von unserem Toten Cornelia Ziesler.
03:21Ich war draußen.
03:22Ich musste telefonieren.
03:23Das ist die von der Biosupermarktkette Gesund Essen.
03:26Genau.
03:26Der wäre schon beliefert.
03:28Und er ist der Hermann Glockner.
03:30Dem Hermann Glockner, dem gehört dieses Lokal, aber dem gehört auch das Ganze gut.
03:34Und er beliefert sie mit seinen Bioschleinen.
03:36Also die Kette.
03:37Also das Lokal, das hat er überhaupt nur so zum Spaß.
03:40Tja.
03:41Manche können sich ihm solche Späße leisten.
03:43Hör ich da einen gewissen Neid heraus?
03:46Nein, pure Missgunst.
03:48Weiß der Hansen schon Bescheid?
03:54Herr Hansen.
03:56Mein Gott sei Dank.
03:57Sie sind noch da.
04:00Sie?
04:01Ja.
04:02Aha.
04:03Entschuldigens.
04:04Es gab aber der Leich.
04:05Der Herr Hofer hat sie leider nicht erwischt.
04:07Und da ich auf dem Nachhauseweg war und zufällig in der Nähe, da dachte ich, schaue ich doch nochmal nach,
04:11ob sie noch da sind.
04:12Auf dem Nachhauseweg und zufällig gerade in der Nähe.
04:15Wie soll das gehen?
04:16Sehen Sie?
04:16Böse Überraschung, ja.
04:18Müssen Sie halt leider Ihren Bootsausflug verschieben.
04:21Ewig schade.
04:22Dann verpassen Sie was, Frau Ortmann.
04:24Ich war nämlich schon mal mit Herrn Hansen beim Siegeln.
04:27Gell?
04:32Allem Anschein nach wurde er vergiftet.
04:35Vor allem die Verfärbung der Totenflecken deuten darauf hin.
04:39Mhm.
04:40Um welches Gift es sich handelt, wenn es Gift ist, kann ich aber erst nach der Obduktion sagen.
04:44Okay.
04:45Na dann, Frau Doktor.
04:47Herr Hofer.
04:47Grüß Gott.
04:48Ich dachte, Sie lassen Ihr Handy aus, damit Sie nach Feierabend nicht gestört werden.
04:53Tja, Herr Hofer findet eben immer Mittel und Wege.
04:56Nein?
04:56Geteiltes Leid?
04:57Ja, Sie wissen schon.
04:58Ja, ja.
05:00Frau Doktor, machen Sie die Obduktion gleich.
05:03Jetzt?
05:04Gleich?
05:05Bitte.
05:06Sie lassen auch nichts aus, damit Ihr Leid geteilt wird?
05:09Hallo.
05:10Wiederschau, Frau Doktor.
05:11Tschüss.
05:13Herr Dr. Kati Udi, Sie haben das Essen nach Gift untersucht.
05:18Wird gemacht.
05:19Sie sind dann so gegangen, so gegangen und so gegangen.
05:21Also, Herr Hansen.
05:22Da habe ich das Geräusch gehabt?
05:22Der Tote heißt Edgar Ziesler, ist der Chef einer Supermarkt, also Biersupermarktkette namens
05:30Gesund Essen und der hat hier halt ein Überraschungsessen für seine Kunden veranstaltet.
05:35Auf jeden Fall hat keiner der Gäste heute hier irgendwas gesehen, weil es ja nämlich stockdunkel war.
05:39Also dürfen wir alle auf dem Präsidium verhören?
05:41Ja, aber heute nicht mehr.
05:42Ich meine, es ist ja doch schon ziemlich spät und das bringt ja nicht unbedingt noch was.
05:45Eine weise Entscheidung.
05:46Gell.
05:47Habt Sie einen Moment Zeit, bitte.
05:49Was gibt's?
05:50Das ist der Herr Tranto, Matthias Tranto und der ist Herr Kellner.
05:54Grüß Gott.
05:55Herr Tranto, gehen Sie mal zum Kollegen rüber, gell?
05:59Der Herr Tranto war der Letzte, der den Herrn Ziesler bedient hat.
06:03Und da hat er ein Parfüm gerochen.
06:05Und dieses Parfüm hat er noch nicht gerochen, wie er die Vorspeise serviert hat.
06:10Das kann doch sein, dass dieses Parfüm zum Täter gehört und dass der Täter sich da irgendwo
06:15aufgeholt hat.
06:16Um ihm das Gift ins Essen zu tun.
06:17Warum nicht?
06:18Vor seinen Augen.
06:20Wenn die Augen nichts sehen.
06:21Aber eine Nasen hat der Gute, der Tranto Matthias, weil der da den ganzen Tag im Dunkeln
06:25umeinander getappt.
06:27Nein, Michi.
06:28Du darfst auch die meiste Zeit im Dunkeln umeinander und dann riechst du das wie ein Doste nicht
06:31besser.
06:32Kein Wiener.
06:33Wir müssen dieser Spur nachgehen.
06:35Solange das noch auf eine von den Leuten drauf ist, morgen ist es wahrscheinlich weg.
06:39Sagen wir, Michi, ich muss doch nicht zum Kiegel.
06:41Nein, wieso?
06:43Weil Sie uns mit Ihrer Übereifrigkeit den Arm vermasseln.
06:46Deswegen.
06:47Oh, Herr Hansen, das Leben ist eines der schwersten.
06:56Nix?
06:57Ja.
06:58Sicher?
07:00Ja.
07:01Gut.
07:12Sie können gehen und morgen um neun Uhr sind Sie wieder hier.
07:16Das geht nicht.
07:17Da habe ich einen wichtigen Termin.
07:18Verschirmt?
07:20Geht echt nicht.
07:22Ihr könnt am Nachmittag.
07:23Nummer zwei.
07:24Ja, zwei.
07:26Ja?
07:26Okay.
07:27Auf Wiederschauen.
07:28Jetzt kommen Sie mit.
07:29Auf Wiederschauen, Herr Kahn.
07:30Geruchstest.
07:33Frau Ziesler, hat jemand Feinde gehabt?
07:36Nein.
07:37Gab es vielleicht Streit im Geschäft?
07:40Also mit dem Personal, Kunden oder Lieferanten?
07:43Nein.
07:44Obwohl, neulich da gab es Ärger mit dem Herrn Glockner.
07:49Dem Wirt von der blinden Kuh?
07:51Ja.
07:51Er hat auch eine Schweinezucht und beliefert unsere Läden mit seinem Bio-Schweinefleisch.
07:56Wissen Sie, worüber der Ärger ging?
07:58Mein Mann hatte was gesagt wie, dem Glockner werde ich so die Glocken läuten, das ihm hören
08:03und sehen vergeht.
08:04Aber warum?
08:05Ich habe keine Ahnung.
08:08Wie war Ihre Ehe?
08:10Ah, gut.
08:13Sie haben gezögert?
08:15Ach, ja.
08:17Wir hatten unsere Schwierigkeiten.
08:19Er war beruflich oft unterwegs in letzter Zeit, auf Geschäftsreisen und...
08:25Ja?
08:27Ich hatte den Verdacht, dass da eine Frau dahinter steckt.
08:30Und hat sich der Verdacht bestätigt?
08:33Er hat es abgestritten.
08:35Ich weiß nicht, auf jeden Fall haben wir uns ausgesprochen, vor ein paar Tagen.
08:39Und wir wollten einen Neuanfang versuchen.
08:43Tja.
08:43Neuanfang.
08:45Entspann dich.
08:49Du blockierst deinen Energiefluss.
08:57Atme.
08:59Friedhelm, verlass dich drauf.
09:00Das mache ich auch ohne dich.
09:04Danke.
09:05Bis morgen.
09:06Okay?
09:07So.
09:08Ihr Name bitte.
09:09Hallo.
09:11Vera Engelbrecht.
09:12Frau Engelbrecht.
09:13Kommen Sie bitte mit.
09:22So, jetzt könntest du wieder schnuppern.
09:27Ja, das war der Duft.
09:29Sicher?
09:33Ganz sicher.
09:36Sauber.
09:37Sagen wir halb drei?
09:39Mhm.
09:40Danke.
09:40Wiedersehen.
09:41Wiedersehen.
09:43Bitteschön.
09:45Bitteschön.
09:46Tag.
09:48Herr Hansen, folgt es.
09:49Sie kennen die Frau Engelbrecht.
09:51Unser Kellner, der Herr Tranto, der sagt, dass das Parfum von der Frau Engelbrecht
09:55genau das ist, was er gerufen hat beim Tisch vom Herrn Ziesler.
09:58Es gibt auch einen Herrn Engelbrecht, der war traust.
10:00Verstehe.
10:01Bitte nehmen Sie Platz.
10:04Und Sie gehen morgen bitte zum Büro vom Ziesler und schauen sich mal in seinen Geschäftsunterlagen
10:09um.
10:09Achten Sie vor allem auf den Namen Glockner.
10:11Glockner?
10:12Das ist der Wirt, gell?
10:13Der Wirt, genau.
10:15Also, wie war das nochmal?
10:18Sie saßen mit Ihrem Mann hier am Tisch.
10:21Ja.
10:21Und am anderen Ende des Lokals saß Herr Ziesler.
10:25Ja.
10:25Das ist ein verdammt langer Weg.
10:28Vor allem, wenn man bedenkt, dass Sie diese Strecke ja eigentlich blind zurückgelegt
10:31haben.
10:31Das ist ja eine artistische Leistung.
10:34Herr Hofer soll sich mal mit dem Ehemann unterhalten.
10:36Sonst sitzen wir noch Mitternacht hier.
10:38Wo ist Herr Hofer eigentlich?
10:40Das weiß ich doch nicht.
10:42Wenn Sie mal nachschauen würden?
10:43Ja.
10:47Ja, wo bleibst denn?
10:48Was ist denn?
10:49Der Hansen vernimmt gerade die Frau Engelbrecht und du sollst ja meinen Herrn Engelbrecht
10:52kümmern.
10:52Wo ist er denn?
10:53Wo soll ich das wissen?
10:54Vielleicht ist er im Klo.
10:56Dann such ihn auf dem Klo.
10:58Ja, schau.
11:00Gibt es noch was zu tun für mich?
11:01Keine Ahnung.
11:02Nein.
11:03Können nach Hause gehen.
11:04Bitteschön.
11:05Bitteschön.
11:07Sie geben also zu, zu Herrn Ziesler an den Tisch gegangen zu sein?
11:10Ja.
11:11Um ihm Gift ins Essen zu streuen?
11:13Er wurde vergiftet.
11:17Wieso sind Sie an seinem Tisch gegangen?
11:22Ich wollte ihm was sagen.
11:24Sagen Sie es mir auch?
11:26Ja, natürlich.
11:28Ich habe mich mit ihm zu einem Rendezvous verabredet.
11:32Ein Rendezvous?
11:34Hatten Sie was mit ihm?
11:36Ja.
11:37Hat Ihr Mann davon gewusst?
11:39Ja, das hat er gewusst.
11:40Und Frau Ziesler?
11:43Nein, ich denke nicht.
11:45Aber Sie sind sich nicht sicher?
11:48Eckart, also Herr Ziesler war ein sehr umsichtiger Mensch und ich denke, er hätte es mir auch
11:52gesagt, wenn sie dahinter gekommen wäre.
11:54Ihr Mann hätte es ihr sagen können?
11:56Nein.
11:57So ist Friedhelm nicht gestrickt.
12:01Also, wie darf ich mir das jetzt vorstellen?
12:07Während Frau Ziesler mit ihrem Mann am Tisch saß, sind Sie quer durchs stockfinstere Lokal getapst,
12:13um ihm was ins Ohr zu flüstern, ja?
12:16Ja.
12:17Das ist ein bisschen umständlich, finden Sie nicht?
12:19Ein Anruf mit dem Handy wäre doch einfacher gewesen.
12:23So.
12:26Der Herr Engelbrecht war auf der Toilette.
12:28Ja, danke, Michi.
12:29Grüß Gott, Engelbrecht.
12:30Nehmen Sie bitte Platz.
12:31Danke.
12:32Ich geh, danke.
12:33Nein, du bleibst.
12:33Wieso?
12:34Sie sind schon fast alle weg, gell?
12:35Genau, fast.
12:39Herr Engelbrecht, was machen Sie vom Beruf?
12:42Ich bin Heilpraktiker.
12:44Und Ihre Frau?
12:45Die ist Körpertherapeut.
12:46Was macht denn der so?
12:50Michi, in welcher Beziehung standen Sie zu Herrn Ziesler?
12:53Ich belieferte Ihnen mit exotischen Heilmitteln und Kräutertees.
12:58Hallo.
12:59Tag.
13:00Ich habe sehr gute Kontakte nach Asien und nach Südamerika.
13:02Und da hat der Herr Ziesler in seinen Läden für meine natürlichen Heilmittel spezielle Gesundheitssäcken eingerichtet.
13:08Es läuft sehr gut.
13:09Herr Hofer.
13:16Ihre Frau hat etwas mit Herrn Ziesler gehabt.
13:18Ich bin jetzt groß.
13:19Hm, das ist ja, danke.
13:21Danke.
13:22Herr Engelbrecht.
13:26Ihre Frau hatte ein Verhältnis mit Herrn Ziesler und Sie wussten davon?
13:30Ja.
13:34Wie sind Sie damit klargekommen?
13:37Am Anfang tat es sehr weh.
13:39Ich bin ein äußerst sensitiver Mensch.
13:41Aber dann habe ich gelernt, damit umzugehen.
13:45Umzugehen?
13:46Wie geht man mit sowas um?
13:48Indem man den Schmerz zulässt und ihn dann kanalisiert herauslässt.
13:52Ich war in einer Schreitherapie, die ich dann mit einer beruhigenden Lichttherapie abgeschlossen habe.
13:57Mhm.
13:58Und dann sind Sie damit klargekommen?
14:02Auch Ihr Körper trägt eine Menge Schmerz in sich, die ihn Sie mit falscher Ernährung betäuben.
14:06Diesen Schmerz müssen Sie rauslassen.
14:09Ich kann Ihnen helfen, wenn Sie möchten.
14:12Danke.
14:16Mhm.
14:18Das ist interessant.
14:20Okay.
14:21Danke, Herr Doktor.
14:22Ja.
14:23Auf Wiederhören.
14:23Servus.
14:27Isst du gar nichts?
14:28Mir liegt der gestrige Abend noch im Magen.
14:31Verkiftet im Dunkeln.
14:32Nein, im Hellen wäre das ja das Resultat des Himmel gewesen.
14:35Was anderes.
14:37Damit kennst du diesen Heilpraktiker, diesen Engelbrecht.
14:40Ja.
14:41Beim letzten Stadtfest hat er einen Stand gehabt mit seinen Kräuter und Tees und sonstigen exotischen Grafe.
14:48Ein seltsamer Vogel, ne?
14:49Der kommt aus der Esoterik-Ecken.
14:51Er hat es mit dem Schmerz rauslassen.
14:54Wieso?
14:54Hat er dir seine Fettiche genommen?
14:56Ja.
14:56Ich darf mich schlecht ernähren und sollte auch mit meinem Schmerz rauslassen.
15:00Ah, mein Bruderherz, du musst aber viel rauslassen.
15:05Außerdem habe ich dich gestern vermisst, dich und den Reischl.
15:09Jetzt auf dem Kommissariat sein sollen, wie die anderen auch.
15:11Der Reischl hat mich heimgebracht, weil ich so müde war.
15:14Müde war ich auch.
15:15Bloß weil du meine Schwester bist, hast du keine Sonderrechte, gell?
15:18Spinnst du jetzt?
15:19Glaubst du im Ernst, wir hätten was mit dem Mord zu tun, oder was?
15:22Nein, aber das muss alles seine Ordnung haben.
15:24Du und der Reischl, ihr müsst heute noch aufs Kommissariat kommen und eure Aussage machen.
15:28Ach, glaubst du das? Das haben wir doch gestern schon alles gemacht.
15:30Aber nicht auf dem Revier, das muss alles protokolliert werden.
15:32Was soll denn diese Geschachtelhuberei?
15:35Marie, ich hab die Vorschriften nicht gemacht. Das muss passieren und damit passt da.
15:38Gut, dann komm ich aber nicht zum Eikäfer.
15:41Mir da wurscht, außerdem ist das ein fauler Ausritt.
15:43Okay, gibt's heute Abend überhaupt gar nichts zum Essen.
15:46Ich soll sowieso meinen Schmerz nicht mit schlechten Ernährung betäuben.
15:49Ach, Schmarrer.
15:51Apropos Ernährung, was hat denn die Dr. Kern zu dem Gift gesagt?
15:55Ja, der Schweißbrauen war sauber.
15:57Aber sie hat einen kleinen Einstich im Nackenbereich vom Ziesel gefunden.
16:00Der Täter muss ihm ein schnell wirkendes Gift mit einer Nadel verabreicht haben.
16:04Aha, und was für ein Gift?
16:05Ein ganz ein exotisches.
16:07Ach, deswegen interessiert dich der Heilpraktiker so.
16:11Frau Dr. Kern, das ist das Gift von einem Frosch.
16:14Ein Frosch?
16:15Ja.
16:16Klein, aber obo.
16:17Der ist bloß fünf Zentimeter groß.
16:19Heißt goldener Giftfrosch, lateinisch philobatis terribelis.
16:23Das hast du da gemerkt?
16:24Ja, weil ich den Namen so schön finde.
16:26Dieser Frosch, der lebt in Kolumbien und die Indianer.
16:29Die nehmen die Pfeile streuen da über den Rücken und schon haben sie die perfekte tödliche Waffe.
16:34Wahnsinn.
16:35Und du meinst, dass der Engelbrecht seinen Schmerz nicht bloß rausgeschrien hat?
16:40Kann das sein.
16:49Herr Hansen.
16:51Ja?
16:52Ich hab selten sowas Spannendes gelesen.
16:55Mhm.
16:56Herr Hansen.
16:58Ja?
16:59Jetzt kenn ich alle Sorten von Tofu-Produkten.
17:02So.
17:04Eine kleine Abwechslung gefällig.
17:06So.
17:09Ein Engel geht durch den Raum.
17:11Guten Morgen zusammen.
17:12Morgen.
17:13Herr Hansen.
17:14Mit bestem Dank zurück, ob er nicht seinem eigentlichen Zweck gedient hat.
17:16Behalten Sie ihn doch.
17:18Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.
17:20Ja, aber wer weiß, wann wir wieder dazu kommen.
17:22Vielleicht heute Abend?
17:24Gut.
17:25Aber dann bring ich meinen eigenen mit.
17:26Okay.
17:28Tschüss.
17:29Guten Morgen, Papa.
17:30Guten Morgen.
17:34Noch ein Engel.
17:36Apropos.
17:37Der Engelbrecht ist jetzt da.
17:38Ach, dann nehm ich mir den mal vor.
17:39Nein, dann kümmere ich mich.
17:41Machen Sie ruhig da weiter.
17:42Sind das die Akten vom Glocknerwirt?
17:44Jawohl.
17:45Das hier ist der Abduktionsbericht.
17:47Ja, dann viel Spaß noch, mein Herr.
17:49Hat da schon ein Butterbrechen?
17:50Nein.
17:51Butterbrechen sind nur für dieses Klaufen.
17:53Schon recht, Sparta Plus.
17:55Na, dann werde ich jetzt mal den Herrn Engelbrecht homöopathisch behandeln.
17:59Machen Sie das.
18:02Herr Engelbrecht.
18:04Sie sind doch ein in exotischen Dingen bewandterer Mensch.
18:08Ja, ich habe das bestreben, alles Fremdartige in mich aufzunehmen.
18:11Dann sagt Ihnen doch sicher Philopathis Terribles etwas.
18:14Danke.
18:15Äh, ja, ein Frosch.
18:16Ein sehr giftiger Frosch.
18:18Hatten Sie schon mal Kontakt mit ihm?
18:19Ja, physisch nicht, sonst würde ich ja nicht hier sitzen.
18:22Korrigieren Sie mich, wenn ich etwas Falsches sage.
18:24Aber Gifte sind doch in geringen Dosen oft ein Heilmittel.
18:27Ja, in geringen Dosen, da ...
18:29Und da Sie Heilpraktiker sind und mit exotischen Mitteln hantieren,
18:33könnte sich so ein Gift auch in Ihrer Sammlung befinden?
18:35Ja, ich bin im Besitz von diesem Gift, ja.
18:37Das Gift, mit dem Eckart Ziesel ermordet worden ist.
18:40Bitte.
18:42Ach, Sie verdächtigen mich?
18:44Richtig.
18:46Ja, aber das haben Sie doch nicht wirklich.
18:48Zählen Sie mal eins und eins zusammen.
18:51Sie verlassen sich zu sehr auf Ihren Kopf.
18:53Was sagt denn Ihr Bauch dazu?
18:54Mein Bauch liegt nur dem Augenblick, nur weil es sich nach schlechter Ernährung verlangt.
19:00Was machen ja die da?
19:02Ja, arbeiten. Die haben es nicht so grübig wie du.
19:04Ja, das meinst doch bloß du.
19:07Du Hartl, die Ortmann und der Hansen, die wollten gestern zusammen segeln gehen.
19:11Was? Die sind doch sonst wie Hund und Katz.
19:13Hab ich da was versäumt?
19:14Die zuckern sich momentan auch so an?
19:16Ja.
19:18Morgen, Frau Stockel, Herr Hartl.
19:20Morgen.
19:21Pünktlich wie die Mauer.
19:22Zu jeder Aussage bereit.
19:24Aber, ich mein, was könnte ich Ihnen schon verheimlichen, oder, Frau Stockel?
19:28Willst du einen Kaffee?
19:29Ja, gern.
19:30Ja, gern.
19:32Und, Herr Hartl, wie schaut es so aus? Ich mein, einbruchsmäßig?
19:35Ja, ich kann nicht klagen, die Felle stapeln sich in schwindelregende Höhen.
19:40Ja, ja, unser Hochstapler, der Herr Hartl.
19:44Danke.
19:44Die Frau Ortmann wollte gestern segeln gehen.
19:48Na, doch nicht mit dem Hansen.
19:51Ist das was Besonderes?
19:53Ja, die beiden sind nämlich eigentlich sonst wie Feuer und Wasser.
19:58Hund und Katz.
19:59Kalter Krieg, sozusagen.
20:01Aber jetzt scheint es, ist Glasnost aus Bruch.
20:04Ach, guten Morgen zusammen.
20:05Morgen.
20:06Guten Morgen.
20:07Geht's um große Politik?
20:09Na, Spott.
20:11Segeln.
20:13Ja, wir haben uns einfach überlegt, wie das ist, wenn keine steife Brise mehr weht.
20:18Flaute.
20:23Herr Hansen.
20:25Ich weiß.
20:27Na, herkomme.
20:35Mh.
20:36Mh.
20:36Ui.
20:37Mh.
20:38Geh mal.
20:39Und was kriegen die denn so?
20:42Von Futter?
20:42Ja, ganz normales Massfutter.
20:44Also gut.
20:45Na gut.
20:46Sag die Mathe, so war auch ich hier.
20:48Schau dir.
20:48Schau dir.
20:49Guten Tag.
20:51Ihr wollt doch heute Nachmittag zu einer kommen.
20:53Ja, und jetzt sind wir bei Ihnen.
20:54Ist doch auch schön.
20:55Sagen Sie mal, ist das Polnisch, was die da sprechen?
21:01Ah ja, ein Großgeschäftspartner.
21:03Die sich Ihre Schweine anschauen wollen?
21:06Ja, genau.
21:07Nein, ich meine nicht Ihre Schweine, sondern Ihre Schweine.
21:11Die Nachfrage nach Ihrem Bio-Schwein, die war so groß, dass Sie den Bedarf nicht mehr decken konnten.
21:16Und deswegen haben Sie ein paar polnische Schweine importiert und unter biologisch-dynamischen Glücksschwein schon gemischt?
21:22Ja.
21:23Herr Ziesler ist Ihren Betrug auf die Schliche gekommen und wollte sie auffliegen lassen.
21:26Und dann wären Sie ruiniert gewesen, wenn das ins Licht gekommen wäre.
21:30Keine Saue, denen wäre irgendein Schwein abgekauft.
21:33Kommen Sie mit.
21:35Gehen wir.
21:38So, bitteschön, danke. So, jetzt du noch?
21:41Ja, Herr.
21:41Ja, dann haben wir's.
21:42Jetzt hätten wir alles schon beim Frühstück fragen können.
21:44Wir müssen alles so einfach haben.
21:47Wir wollen ja nicht, dass dem Herrn Bruder die Arbeit ausgeht.
21:49Weil er ja so gern arbeiten tut.
21:52Der 80er hätte gern den Tisch am Fenster. Ja, der kommt zum Mittagessen.
21:56Ja, danke dir auch. Einen schönen Tag. Servus.
21:59Ich bin der Schwede mit der Krömer zum Essen.
22:00Also, ich freue mich für ihn.
22:02Gibt's irgendwas Neues?
22:04Naja, der Herr 80er geht in letzter Zeit verdächtig häufig Mittagessen.
22:08Naja, andere gehen segeln.
22:11Äh, die Kollegen sind die bald zurück im Glocknerwett.
22:13Die haben angerufen, die sind gleich da.
22:16Servus.
22:16Können wir mir gehen?
22:17Servus.
22:18Wiederschau, Frau Stolz.
22:19Wiederschau.
22:20Und Herr Hofer, wen haben Sie im Verdacht?
22:22Den Herrn Engelbrecht.
22:24Der ist Heilpraktiker und hat das Gift in seinem Arzneuschrank.
22:27Der Moor fährt gerade mit ihm zu seiner Praxis, um es sicherzustellen.
22:30Motiv?
22:31Einversucht.
22:32Seine Frau hat ein Verhältnis mit dem Herrn Ziesler.
22:35Was sagt Engelbrecht dazu?
22:37Der meint, ich soll auf mein Bauchgefühl hören.
22:40Das würde mir dann sagen, dass er es nicht gewesen ist.
22:43Redet der so?
22:44Terminant.
22:45Und?
22:47Was?
22:47Was sagt ihr?
22:49Bauchgefühl?
22:50Das sagt mir im Augenblick nur, dass es Zeit fürs Mittagessen ist.
22:54Aber nach den neuesten Erkenntnissen von Herrn Hansen lässt mich mein Verstand wiederum an
22:58der Schuld von Herrn Engelbrecht zweifeln.
23:00Ja, das mit den geschmuggelten Schweinen ist natürlich auch ein Motiv.
23:04Wir haben mit seinen polnischen Geschäftspartnern gesprochen, die haben alles bestätigt.
23:07Also Glockner könnte es durchaus gewesen sein.
23:10Und wie wäre er an das Gift gekommen?
23:12Er kennt Engelbrecht gut, lässt sich von ihm behandeln.
23:14Da schau her.
23:15Und was sagt Engelbrecht dazu?
23:18Dass er dem Glockner das Gift nie gegeben hat.
23:21Naja, was nicht viel sagt, der hätte es auch gestohlen haben können.
23:24Richtig.
23:26Ja, gut.
23:27Noch weitere Verdächtige?
23:29Im Augenblick nicht.
23:30Meine Herren, das wärs dann.
23:33Guten Appetit, der Achtziger.
23:35Ja, Mahlzeit.
23:39Und?
23:40Was und?
23:42Haben Sie sich überlegt, ob Sie gestehen oder nicht?
23:46Ich weiß nicht.
23:47Das sagen alle.
23:49Sie konnten den Hals nicht vollkriegen.
23:51Also haben Sie sich mit polnischen Schweinen eingedeckt.
23:54Sie wären doch für immer ruiniert gewesen, hätte Ziesler Ihren Betrug öffentlich gemacht.
23:58Ja, ich bin verzweifelt gewesen.
24:00Und der Ziesler wollte auch nicht mit Sie reden lassen.
24:03Ja, ich habe eine Wut auf ihn gehabt.
24:05Aber ich habe immer noch gehofft, dass er mich vom Haken lässt.
24:08Das meinte, er hat gestern zur Feier finanziert.
24:10Ich?
24:14Und er war ja alle am Franken gestern.
24:16Ich habe echt gedacht, ich komme davon.
24:20Da bringe ich ihn doch nicht um.
24:22Entschuldigung, kannst du einmal kommen, bitte?
24:23Ja, Augenblick, bitte.
24:31Also, wir waren bei Ihnen.
24:33Das Froschgift ist bewahrt in einem Arzneimittelschrank auf.
24:36Er ist aber immer zugesperrt, sagt er.
24:38Und nur er hat den Schlüssel dazu, sagt er.
24:40Und?
24:40Hast du das Gift?
24:41Nein, ist es weg.
24:42Er weiß auch nicht, wo.
24:43Sagt er.
24:45Herr Engelbrecht?
24:46Ja.
24:48Sagen Sie, haben Sie eine Ahnung, wer Ihnen das Gift gestohlen haben könnte?
24:52Nein, kein Schimmer.
24:53Nicht einmal ein kleines Bauchgefühl?
24:56Nein.
24:56Sagen Sie, wann war der Herr Glockner zum letzten Mal bei Ihnen in der Praxis?
24:59Vor drei Tagen.
25:00War er krank?
25:01Ja, nicht im physischen Sinn.
25:03Wie dann?
25:04Es ging ihm nicht gut.
25:05Er wirkte irgendwie aus der Mitte gefallen.
25:08Und da kommt er zu Ihnen?
25:10Ja, man muss die Menschen da abholen, wo er steht.
25:13Haben Sie bei dieser Gelegenheit den Schrank abgeschlossen?
25:16Ich habe ihm Mittel gegeben, dessen Ingredienzien im Schrank waren, ja.
25:20Und dann bin ich zum Mischen in den Nebenraum gegangen.
25:23Und der Schrank war die ganze Zeit offen?
25:25Ja.
25:27Danke, Herr Engelbrecht.
25:28Genau.
25:30Was ist jetzt mit mir?
25:31Also, Sie schauen weiter die Akten vom Glockner durch, ne?
25:34Ah, nein.
25:34Muss das wirklich sein?
25:36Solange wir den Täter nicht haben, ist alles nötig.
25:38Ist ja depp.
25:39Sag ihn.
25:40An unangenehmen Dingen wächst der Mensch.
25:45Ich bin groß genug.
25:48Der Herr Engelbrecht hat ausgesagt, dass Sie vor drei Tagen bei Ihnen in der Praxis gewesen sind.
25:53Er hat Sie kurz mit dem Giftschrank alleine lassen müssen.
25:56Und der Schrank war offen.
25:57Sie hatten also schon die Möglichkeit, das Fläschchen an sich zu nehmen.
26:00Das habe ich aber nicht.
26:02Verdammt noch mal.
26:04Und wenn Sie sich auf den Kopf stellen, ich weiß nicht.
26:10Ja.
26:14Ich wollte nur sagen, ich wäre jetzt da.
26:16Schön.
26:17Nehmen Sie bitte raus am Platz.
26:25War das die Frau Ziesler?
26:26Ja.
26:27Die muss ich doch bei mir anmelden, sonst verliert man doch den Überblick, wer da ist, wer kommt,
26:31wer geht und wer nicht da ist.
26:32Es ist nur einfach, wenn es kompliziert geht.
26:35Hast du schlechte Laune?
26:37Was, was ich glaube, jetzt kann ich bald alle Bioprodukte rückwärts aufsagen.
26:42Das ist wunderbar, Michi, da kann man dich ja zum Einkaufen schicken.
26:58Ich habe bisher noch nie einen wichtigen Menschen auf diese Art und Weise verloren.
27:01Aber seien Sie sicher, dass ich Ihren Verlustschmerzen ein Stück weit nachvollziehen kann?
27:05Ich habe es gewusst.
27:06Was?
27:08Das mit meinem Mann und Ihrer Frau.
27:13Frau Ziesler, kommen Sie bitte einmal.
27:20Frau Ziesler, eine Frage.
27:22Der Tranto Matthias, der Kellner, hat der mir für Ihren Mann gearbeitet?
27:27Ja.
27:28Bis vor einem Jahr hat er bei ihm gearbeitet, im Lager.
27:31Ah ja.
27:32Und warum hat er gekündigt?
27:33Oh, das war eine unschöne Geschichte.
27:36Frau Ziesler, mit unschönen Geschichten sind Sie bei uns goldrichtig.
27:40Leute, ich sage jetzt gar nichts mehr.
27:42Sperrt es mich ein, klappt es mich an, dass es mir jetzt alles wurscht.
27:45Ich war es nicht und so war es.
27:46Aus, Äpfel, Arme.
27:51Gehen Sie schon ran?
27:56Komm, komm einmal.
27:57Ja.
27:57Glockner.
28:00Was?
28:02Wie viele?
28:04Von mir?
28:06Wie war der dir jetzt schon da?
28:09Der Tranto Matthias, das ist der Kellner von der Blindenkuh.
28:13Der war gestern bei uns zum Schnüffel.
28:14Ich weiß, wie der Tranto ist, also.
28:16Er war beim Ziesler angestellt.
28:18Bis vor einem Jahr, der hat bei ihm ein Label gehabt.
28:20Nein, ich kann nicht sagen, wenn ich komme.
28:22Es kann länger dauern.
28:24Vielleicht auch sehr lang.
28:26Ja, servus.
28:30Was denn?
28:33Ich treffe meine Ferkel so verreckt.
28:35Einfach so?
28:37Einfach so.
28:39Kommt so etwas öfter mal vor?
28:41Nein.
28:43Nein.
28:44Ja, tut mir leid, dass mir die Zeugenangonyen wissen.
28:49Wie war es denn im Augenblick?
28:50Viel um die Ohren.
28:51Die ganzen Beerdigungsvorbereitungen und das alles.
28:53Wann können Sie meinen Mann denn freigeben?
28:55Bald.
28:56Für einen Augenblick würde ich gerne wissen von Ihnen,
28:58was Sie mir zur Kündigung von Herrn Tranto sagen können.
29:02Ja.
29:03Der Herr Tranto, der musste seine Mutter pflegen.
29:06Die war dement.
29:07Und die Pflege und die Arbeit bei meinem Mann, das war zu viel für ihn.
29:11Der Herr Tranto hat bei Ihnen im Lager gearbeitet.
29:12Ja.
29:14Aber manchmal musste er plötzlich alles stehen und liegen lassen,
29:16weil seine Mutter ihn gebraucht hat.
29:18Und mein Mann, der hat das nicht gerne gesehen.
29:20Da gab es immer wieder Konflikte.
29:21Und einmal, da kam eine Lieferung von sehr leicht verderblicher Ware.
29:27Und der Herr Tranto musste wieder mal zu seiner Mutter?
29:29Ja.
29:29Mein Mann hat ihm verboten zu gehen.
29:31Erst musste die Ware in den Kühlraum.
29:34Und die Mutter, die war völlig verwirrt, weil ihr Sohn nicht kam
29:37und ist allein auf die Straße gelaufen.
29:39Und da wurde sie von einem Auto erfasst.
29:42Tja.
29:44Und der Herr Tranto hat ihrem Mann die Schuld am Tod seiner Mutter gegeben?
29:49Ja.
29:50Und da musste es einen sehr hässlichen Streit gegeben haben.
29:53Und der Herr Tranto hat gekündigt und hat meinen Mann verklagt.
29:57Aber das Gericht hat ihn von jeder Schuld freigesprochen.
30:00Glauben Sie, dass sich der Herr Tranto auf eigene Faust gerecht hat?
30:03Ich weiß es nicht.
30:05Aber danach kam es zu einer Serie von Anschlägen.
30:09Die Scheiben von unseren Läden wurden eingeschlagen.
30:12Das Lager wurde verbüstet.
30:13Und Sie meinen, das war der Herr Tranto?
30:15Mein Mann hat es geglaubt.
30:17Aber die Polizei konnte ihm nichts nachweisen.
30:21Schweine obduzieren.
30:23Das ist doch nicht Ihr Ernst.
30:25Doch, leider.
30:26Ich muss wissen, woran die gestorben sind.
30:29Haben Sie wenigstens eine Vermutung?
30:30Eine Vermutung, naja. Eher ein Bauchgefühl.
30:35Ein Bauchgefühl?
30:36Ja.
30:37Vielleicht wurden Sie vergiftet.
30:39Also, Sie sollen die Obduktion auch nicht vornehmen.
30:41Ich möchte Sie nur darum bitten, bei der KTU diesbezüglich ein bisschen vorzufühlen.
30:44Und warum ich?
30:47Na ja, ich habe in letzter Zeit die Kollegen stark strapaziert.
30:50Die müssen jetzt Schikane auslegen.
30:52Wenn das von Ihnen kommt, wirkt es einfach professioneller.
30:55Und wenn sich Ihre Vermutung als haltlos erweist, dann stehe ich blöd da.
30:58Also, dafür würde ich Sie dann auf einen Segeltörn um den Chiemsee einladen.
31:04Das ist mir grad mal ein Schwein wert. Sie sprachen von dreien.
31:07Dann lege ich noch ein Abendessen drauf.
31:10Und Sie tanzen doch gern.
31:11Abgemacht.
31:12Und was bekomme ich, wenn sich meine Vermutung bestätigt?
31:17Erstmal meinen Bericht.
31:23Und was ist der Traktor für einer?
31:25Ich meine, was das vorne ist.
31:26Auf den ersten Blick wirkt er recht sanftmütig.
31:29Aber, weißt du eh, kann man sich schwer täuschen.
31:33Den Einbruch in der Zeisler sein Lager haben wir ihm auf jeden Fall nicht nachweisen können.
31:39Und, braucht es noch was?
31:40Und wenn du vorbeikommst, fällt mir da immer was ein.
31:43Da fällt dir aber wenig ein.
31:45Warte, bis du wiederkommst.
31:46Da bin ich mal gespannt.
31:47Lass dich überraschen.
31:52War das jetzt ein Flirt?
31:53Das war bloß eine Weißweilbestimmung.
31:55Hast du das wieder Augen für mich?
31:57Für dich doch immer.
31:59Und sag mal, hat der Traktor den Caesar bedroht?
32:03Untergründig schon, ja.
32:05Was soll das wieder heißen?
32:07Er versteckt halt, aber seinen Zorn hast du ihm schon angemerkt.
32:10Du würdest also dem Trant deinen Mord zutrauen?
32:13Ich trau an jedem einen Mord zu.
32:16Herr Hartl, also wie bei solchen schlauen Sprüchen hab ich dich nicht zum Essen eingeladen.
32:20Kollegen?
32:21Servus.
32:22Mahlzeit.
32:23Herr Mord hat mich über die neue Spur informiert.
32:26Also zuhause, wo der Trant ist, nicht, aber um 15 Uhr fängt er zum Arbeiten an.
32:30Fangen wir zum Lokal?
32:31Machen wir.
32:32Der Trantor war übrigens auch Patient bei Engelbrecht.
32:34So ist er ja.
32:35Ja.
32:37So.
32:38Alkoholfreies.
32:39Hallo Mithi.
32:40Hallo Mithi.
32:40Herr Hansen.
32:41Wollen Sie auch was trinken?
32:43Ich nehm Wasser, bitte.
32:44Schon wieder.
32:45Trinken Sie einmal was Gescheites?
32:47Dann nehm ich doch einen Apfelschorle.
32:49Dass Sie bei solchen Getränken so gut im Saft stehen, das versteh ich nicht.
32:54Danke.
32:55Bitte.
32:57Sehen Sie?
32:58Sollte da aber sauber die Schaukstulle.
33:01Nur kurz flüssig.
33:04Schmeckt das?
33:08Die Ehefrau, ne? Die Ziesler.
33:11Was ist mit dir?
33:11Wer sagt uns eigentlich, dass er nicht doch von dem Verhältnis ihres Mannes gewusst hat?
33:15Sie hat's gesagt.
33:17Was nicht viel sagt.
33:18Kann man so sagen.
33:19Sie hat auch gesagt, dass er sich mit ihrem Mann ausgesprochen hat.
33:22Wer sagt eigentlich, dass das stimmt?
33:24Niemand.
33:25Was, wenn ihr Mann sie verlassen wollte?
33:26Und ihn deswegen umbringen wollte.
33:28Oder wie ist sie an das Gift gekommen?
33:31Keine Ahnung, aber wir sollten sie auf die Verdächtigenliste setzen.
33:34Bis jetzt haben wir sie nur wie eine Zeugin behandelt.
33:36Engelbrecht, Klopter, Trant und jetzt die Ziesler. Die liest ich aber ganz schön lang.
33:39Lieber lang als leer.
33:48Ja, stimmt.
33:49Ich hab den Ziesler-Kast.
33:52Er ist schuld, dass er mein Leben lang mit einem schlechten Gewissen rumlaufen muss.
33:55Erst haben sie ihm die Scheiben eingeworfen.
33:57Und dann den Frosch in den Hals gesteckt.
34:00Was für ein Frosch?
34:01Der Herr Ziesler wurde mit dem Gift eines südamerikanischen Frosches ermordet.
34:06Okay.
34:07Ah, ja.
34:07Doch, doch.
34:09Der Herr Engelbrecht besitzt so ein Gift.
34:12Und Sie sind sein Patient.
34:14Dann passt es.
34:15Wollen Sie mich gleich verhaften oder darf ich erst noch das Besteck auflegen?
34:18Uns wird es schon genügen, wenn Sie uns Ihren Wohnungsschlüssel geben.
34:21Sie wollen meine Wohnung durchsuchen?
34:23Allerdings.
34:26Den Schlüssel kriegen Sie erst, wenn Sie meinen Durchsuchungsbeschluss unter die Nase halten.
34:29Und keine Sekunde früher.
34:31Das gehen wir zusammen.
34:32Wir kommen wieder.
34:34Aber nicht, dass es ins Lokal aufgemacht ist, weil im Dunkeln lesen kann ich noch nicht.
34:38Wir bringen eine Taschenlampe mit.
34:40Wiedersehen.
34:48Hansen?
34:49Hallo, Frau Doktor. Und?
34:53Aha.
34:54Wirklich?
34:57Frau Doktor, ich bin Ihnen was schuldig.
34:59Doch, bin ich. Egal, ob ich recht gehabt habe.
35:01Vielen Dank erst mal.
35:04Die drei Schweine sind tatsächlich an dem Froschgift gestorben.
35:07Genau, da schau her.
35:09Also, dass der Täter das Gift an die Schweine verfüttert hat, das können wir, glaube ich, ausschließen.
35:13Also, das macht keinen Sinn.
35:14Ja.
35:15Der Herr Engelbrecht hat doch gesagt, dass das Gift in einer Fiole war, also in einem kleinen Glasfläschchen.
35:20Vielleicht wollte der Täter ja das Fläschchen nach der Tat entsorgen und hat es da ins Gatter reingeworfen.
35:25Und drei Schweine haben kein Schwein gehabt, weil sie sich an den giftigen Glasscherben verletzt und so das tödliche Gift
35:31abbekommen haben.
35:32Ja, das könnte sein.
35:33Ich rufe mir die Spurensicherung an, die sollen sich den Schweine schon anschauen.
35:36Machen Sie das.
35:37Oder Sie machen das besser.
35:38Wieso soll ich das machen?
35:39Sie haben die Idee gehabt, also haben Sie da auf den Vortritt.
35:41Mann, sind Sie großzügig.
35:43So bitte halt.
35:47Ach, jetzt verstehe ich. Sie wollen sich bei den Kollegen nicht unbeliebt machen.
35:51Wer steht schon gern mit so den Knien im Schweinedreck, richtig?
35:54Ja, Brandmeier.
35:55Der Kollege Brandmeier ruft Sie.
35:57Hallo.
35:58Herr Brandmeier, Hansen hier.
36:01Sie müssten herkommen wegen einer Sache, die hat sich im Schweinestall abgespielt und ja.
36:25Hallo.
36:27Hallo.
36:27Hallo.
36:35Entschuldigung, sind Sie auch mit Herrn Hansen verabredet?
36:38Sie auch?
36:39Ja.
36:41Zum Segeln?
36:42Nein, ich habe mein eigenes Boot.
36:44Ich war Zeuge in einem Mordfall und er hat noch ein paar Fragen.
36:47Und als ich sagte, ich bin hier am Chiemsee, da meinte er, das passt ja gut.
36:52Ja, sowas macht er gern.
36:54Was?
36:55Mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen.
36:57Ach.
37:00Hui.
37:02Ist ja ein richtiges Männerauto.
37:04Ja, das kann man wohl sagen.
37:07Hallo Frau Ortmann.
37:08Hallo.
37:10Kleine Überraschung für uns. Vielleicht halten Sie es mal eben.
37:13Soll ich auf den Bootstück warten?
37:15Ist nicht nötig. Wir gehen gleich zusammen rüber.
37:18Herr Engelbrecht, ähm...
37:19Ja.
37:19Sagen Sie, wie lange haben Sie schon von dem Verhältnis Ihrer Frau zu Herrn Ziesler gewusst?
37:25Von Anfang an.
37:27Sie hat immer mit offenen Karten gespielt.
37:30Wie lange ist von Anfang an?
37:32Zwei Jahre.
37:33Zwei Jahre? So lang ging das schon.
37:36Ja.
37:37Und haben Sie in dieser Zeit jemals mit Frau Ziesler drüber gesprochen?
37:42Nein.
37:44Nicht.
37:45Also von Ihnen hat sie nie etwas drüber erfahren.
37:48Richtig.
37:49Aber Sie hat's gewusst.
37:51Ah ja. Woher wissen Sie das?
37:53Wie Sie jetzt mal gesagt.
37:55Wann?
37:55Heute.
37:57Ja.
37:58Ja gut, danke. Das war's schon.
38:00Ach so? Ja.
38:02Gut.
38:02Ja, dann wünsche ich Ihnen Massen und Schotbruch und vielleicht sehen wir uns ja auf dem See.
38:06Ja, wünsche ich Ihnen auch. Bestimmt.
38:07Ja, und weiterhin bitte Fahrt mit Ihrem...
38:10Ja.
38:11Ja, Ihnen auch mit Ihrem.
38:13Wiedersehen.
38:15So, dann wollen wir mal.
38:16Tschüss.
38:17Tschüss.
38:17Viel Spaß.
38:18Danke.
38:18Bitte.
38:21Ähm, einen Moment noch.
38:24Herr Hofer, hallo.
38:25Ich habe eben Herrn Engelbrecht befragt.
38:28Ja.
38:28Vorsicht, Rutschi.
38:29Ja.
38:30Gut.
38:30Herr Hofer, dann wünsche ich Ihnen auch einen schönen Abend.
38:33Wiederhören.
38:36Im Büro redet man schon über uns.
38:38Was für Segeln?
38:39Bei Frau Stockel bleibt's garantiert nicht beim Segeln.
38:42Dann sollten wir Sie nicht enttäuschen.
38:43Träumen Sie weiter.
38:44Ja.
38:45Warum haben Sie die Fingernägel lackiert?
38:47Damit Sie meine Krallen besser sehen können.
38:50Der Friseur waren Sie auch.
38:51Ich muss ja dem Gegenwind trotzen.
38:58Sie verlassen jetzt festen Boden, Frau Ortmann.
39:01Da sollten Sie sich auf einiges gefasst machen.
39:04Herr Hansen, zur Not finde ich immer einen sicheren Hafen.
39:07Ja, dann.
39:11Ups.
39:15Jetzt ist die Ziesler auch noch im Club.
39:17Da haben wir vier Tatverdächtige.
39:19Alle waren zur Tatzeit und Tatort.
39:20Alle haben ein sauberes Motiv.
39:21Und wir haben keine Spur.
39:22Wir tappen dermaßen im Dunkeln.
39:24Hm.
39:25Und Sie schlagen da morgen, ha?
39:26Hm.
39:27Du, da reicht halt mal Zeit, dass in dem Dunkelrestaurant in München
39:30einige mit Nachtsichtbrillen zum Essen kämmern.
39:33Ist doch total bescheuert, oder?
39:37Nachtsichtbrillen.
39:37Man, entweder ist sie im Dunkeln oder im Hellen.
39:40Aber doch nicht im Dunkeln mit Nachtsichtbrillen.
39:42Das ist Schwachsinn.
39:43Schwachsinn, ich bin eh.
39:51Herr Jürgenrecht.
39:52Ich werde mich jetzt für den Polizeidienst einschreiben lassen,
39:54so oft wie ich hier bin.
39:55Ja, weiter, Frau Storbel, gibt es Formulare.
39:57Na, ich habe eine wichtige Frage.
39:59Haben wir Sie den Schlüssel zu Ihrem Giftschrank?
40:01Ja.
40:03Hat Ihre Frau Zugang zu dem Schlüssel?
40:04Nein, nie.
40:05War die jemals an dem Schrank?
40:06Nein.
40:07Sicher?
40:07Ja.
40:08Danke.
40:17So, Frau Engelbrecht.
40:19Ihr Mann hat mir eben bestätigt,
40:22dass nur er den Zugang zum Giftschrank hatte.
40:25und Ihnen den Schlüssel nie gegeben hat.
40:28Das heißt, Sie haben den Schlüssel gestohlen
40:30und das Gift heimlich entwendet.
40:34Das ist doch Blödsinn.
40:36Was meinen Sie, warum wir Ihre Fingerabdrücke genommen haben?
40:40Auf der Fiole befinden sich außer den Fingerabdrücken Ihres Mannes
40:44nur noch die von Ihnen.
40:45Wie sonst sollen die da hingekommen sein, Frau Engelbrecht?
40:49Sie sind überführt.
40:52Stellt sich vor, was wir im Wagen von der Frau Engelbrecht gefunden haben.
40:55Ein Nachtsichtgerät.
40:58Jetzt wissen wir auch, wie Sie den langen Weg zu Cislers Tisch
41:00durchs dunkle Lokal geschafft haben.
41:02Um ihm das Tisch zu verabreichen.
41:04Sie haben den Mord eiskalt bis ins Detail geplant.
41:11Nein!
41:13Nein!
41:16Eckert hat mir versprochen, dass er sich von seiner Frau trennen will.
41:22Er wollte sein Geschäft aufgeben und mit mir nach Kanada gehen.
41:28Wir wussten sogar schon, welches Haus wir kaufen wollten.
41:32Und dann ganz plötzlich, aus heiterem Himmel, hat er Schluss gemacht.
41:38Einfach so.
41:41Als ob die zwei Jahre nie gewesen wären.
41:44Ihre Liebe ist in Hass umgeschlagen.
41:51Frau Engelbrecht, Sie sind völlig festgenommen wegen des dringenden Tatverdachts,
41:54Eckert Cisler ermordet zu haben. Michi.
41:58Frau Engelbrecht, wenn Sie bitte mitkommen möchten.
42:00Also mit der Kollegin mitgehen möchten.
42:09Tja, Kollegen, was machen wir jetzt mit dem angebrochenen Tag?
42:11Weiter über die Schlechtigkeit der Welt trauen.
42:13Und uns dabei sinnvoll trösten.
42:15Klingt gut.
42:16Wie?
42:17Mittagessen.