„Dir hat es doch an nichts gefehlt.“ Den Satz kennst du, oder? Ein eigenes Zimmer, ein voller Kühlschrank, Kuchen zum Geburtstag – und trotzdem das Gefühl, dass etwas gefehlt hat, das du nicht benennen kannst. Das hat einen Namen: emotionale Vernachlässigung. Und die Antwort darauf, wer diesen Satz zuerst gesagt hat, beginnt lange vor deinen Eltern.
In Akte Nummer 6 öffnen wir einen Fall, in dem nichts Schlimmes passiert ist und der trotzdem Spuren hinterlässt. Wir sehen, was die Psychologin Jonice Webb unter emotionaler Vernachlässigung versteht, was Edward Tronicks „Still-Face“-Experiment mit Babys zeigt und was Hartmut Radebold und Sabine Bode über Kriegskinder und Kriegsenkel herausgefunden haben. In einer repräsentativen Umfrage in Deutschland (2.504 Befragte) berichteten 12 Prozent von körperlicher Misshandlung und 49,5 Prozent von emotionaler Vernachlässigung, meist in leichter Form. Am Ende steht keine Schuldfrage, sondern drei konkrete Schritte.
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📂 KAPITEL
0:00 Wie vermisst man, was man nie hatte?
1:21 Iss erst mal was
3:03 Was nicht passiert ist
5:04 Das stille Gesicht
7:51 Eltern, die alles gaben
9:02 Der Satz ist älter als du
12:32 Doch
📚 QUELLEN
• Winfried Häuser, Gabriele Schmutzer, Elmar Brähler, Heide Glaesmer (2011): „Misshandlungen in Kindheit und Jugend: Ergebnisse einer Umfrage in einer repräsentativen Stichprobe der deutschen Bevölkerung“, Deutsches Ärzteblatt PP, 5: 231–238
• Edward Tronick, Heidelise Als, Lauren Adamson, Susan Wise, T. Berry Brazelton (1978): „The infant’s response to entrapment between contradictory messages in face-to-face interaction“, Journal of the American Academy of Child Psychiatry, 17(1): 1–13
• Jonice Webb (2012): „Running on Empty: Overcome Your Childhood Emotional Neglect“, Morgan James Publishing
• Hartmut Radebold (2004): „‚Kriegskinder‘ im Alter: Bei Diagnose historisch denken“, Deutsches Ärzteblatt, 27/2004: A 1960–1962
• Sabine Bode (2009): „Kriegsenkel. Die Erben der vergessenen Generation“, Klett-Cotta
Die Szenen im Video sind fiktive Beispiele. Dieses Video dient der Information und ersetzt keine psychologische oder psychotherapeutische Beratung.
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