- vor 13 Stunden
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SpaßTranskript
00:06Sieht traurig aus.
00:09Er ist einsam.
00:13Schwäne suchen sich eine Gefährtin, mit der sie ihr Leben lang zusammenbleiben.
00:18Nur er durfte das noch nicht.
00:19Warum nicht?
00:21Ach, das ist eine uralte Geschichte.
00:24Ein Märchen?
00:27Vielleicht.
00:30Wenn in dem Jahr, in dem den Wellinghoffs ein Sohn geboren wird,
00:34nur ein einziger männlicher Schwan auf diesem See zur Welt kommt,
00:38dann werden die Schicksale der beiden auf geheimnisvolle Weise miteinander verwoben.
00:43Der Schwan ist dann dazu verurteilt, so lange allein zu bleiben,
00:47bis der Sohn der Wellinghoffs seine Liebe gefunden hat.
00:49Der arme Schwan.
00:52Es ist der letzte Sommer, in dem er einsam sein wird.
00:55Du meinst, der Sohn der Wellinghoffs hat seine große Liebe gefunden?
00:59Ja, ich weiß es.
01:04Der Sohn der Wellinghoffs, das bin ich.
01:12Ich bin ein Verkaufs, das bin ich.
01:42So, das heißt, dass du nicht Eddie bist, der Chauffeur.
01:46Ich bin Oliver Wellinghoff.
01:51Verzeih mir.
01:54Ändert das was zwischen uns?
01:57Alles.
02:03Gibt mir Zeit, darüber nachzudenken.
02:05Warum fängt es ausgerechnet mit einer Lüge an?
02:07Ein Leben voller Versprechungen, voller Hoffnung, voller Liebe.
02:11Das war mein Wunsch.
02:12Ausgerechnet er, dessen Gesicht so offen, so verletzlich ist.
02:15Und ich dachte, ich kenne die Menschen.
02:17Ich dachte, ich hätte im Gefängnis gelernt, in ihren Gesichtern zu lesen.
02:27Da ist er.
02:28Ach, ihr Gott.
02:33Hoch sollst du leben, hoch sollst du leben.
02:37Drei Mal hoch.
02:40Reich sollst du werden.
02:42Reich sollst du werden.
02:44Drei Mal reich.
02:48Herzlichen Glückwunsch nachträglich, Eddie.
02:50Aber der Kuchen sieht doch noch okay aus, oder?
02:52Tina.
02:54Champagner?
02:55Lieber nicht.
02:56Hat mir gestern kein Glück gebracht.
02:57Siehst aus, als könntest du ein Bier gebrauchen.
03:08Ich habe beschlossen, meine Diät mit kiwifreien Cocktails zu beginnen.
03:14Am zweiten Tag dann nur Weißwein.
03:20Die Herzogin von York sagte immer, zwei Dinge gibt es im Leben einer Lady nicht.
03:25Zu dünn und zu reich.
03:29Sieht ziemlich leer aus.
03:31Ich gehe morgen mal einkaufen, kochen und was.
03:33Ich weiß leider viel zu wenig über ihn.
03:37Vielleicht ist er ja der Typ, der auf Rundungen steht.
03:41Naja, bis ich das rausgefunden habe, müsste es mir eigentlich gelingen, so in der Mitte zu bleiben.
03:46Figürlich meine ich.
03:48Ohne dabei völlig zu verarmen.
03:51Deine Kaufsliste schreiben habe ich ewig nicht gemacht.
03:55Kennst du das Gefühl, von Anfang an zu wissen, dass jemand genau der Richtige für dich ist?
04:02Ich meine, der Mann deines Lebens.
04:07Vielleicht, aber er ist nicht der Richtige.
04:10Hör es doch erst mal ab.
04:13Wahrscheinlich hast du im Frauenknast nur verlernt, wie man für Männer empfindet.
04:18Du liebst den Falschen.
04:21Mensch, Matthias, Erdbeerthorte.
04:23Vierstrei nimmt nur doch den Chardonnay zum Steinburt.
04:26Wir haben gut zu tun.
04:28Wir kommen trotzdem auf keinen grünen Zweig.
04:29Kaum ist ein Loch gestopft, tut sich ein neues auf.
04:33Wir brauchen einen neuen Lieferwagen.
04:35Was ist mit dem alten?
04:36Hat den Geist aufgegeben.
04:37Eine außerplanmäßige Investition, zu der jedes mittelständische Unternehmen in der Lage sein müsste.
04:42Eigentlich.
04:43Mach dir keine Sorgen.
04:44Wie ich so aus?
04:45Nein, aber ich finde, man könnte mit Oliver drüber reden.
04:48Meinst du nicht?
04:50Zwei Birne.
04:55Wenn, dann wollen wir was Anständiges.
04:57Das kostet.
04:5830.000 mindestens.
05:00Für die wir auf keinen Fall bei unserem besten Freund einen Kredit aufnehmen möchten.
05:05Auch wenn Tina da andere andere ist.
05:07Schien mir auch so.
05:09Noch eins.
05:11Auf die Frauen.
05:19Oliver vereint alle Vorzüge, die ein Mann besitzen muss, damit eine Frau dahin schmilzt.
05:26Er ist charmant.
05:27Er ist witzig.
05:29Schüchtern.
05:30Gar nicht schlecht im Bett.
05:32Und nun gut, ich gebe es zu, er ist nicht unvermögend.
05:35Was vieles erleichtert.
05:38Eddie Behringer ist Oliver Wellinghoff.
05:49Wer ist der Chauffeur?
05:51Der Mann, den du liebst.
05:53Er heißt Eddie Behringer und nicht Oliver Wellinghoff.
05:59Das glaube ich jetzt nicht.
06:02Die haben sich ein ziemlich dummes Spiel mit uns erlaubt.
06:06Die spinnen doch.
06:08Ach komm Cousinchen, jetzt nimm es nicht so ernst.
06:13Komm, was soll ich aufschreiben?
06:15Gummibärchen?
06:18Unbedingt Cousinchen.
06:19Und wenn ich eins unter Kontrolle habe, dann mein Gewicht.
06:28Heihe!
06:57Hallo Eddie, ich bin's.
06:59Oliver, alles okay bei dir?
07:01Naja, geht so.
07:04Ich bin im Fisch.
07:05Willst du nicht vorbeikommen auf ein Bier?
07:08Ja, okay.
07:09Ich bin gleich da.
07:22Du?
07:24Ich hab dich gar nicht kommen hören.
07:26Weil ich ein Gespenst bin.
07:28Mama, bitte.
07:30Das Gespenst, zu dem mich alle machen.
07:33Hier lebt jeder sein Leben.
07:36Du willst noch weg?
07:38Ja, ins Fisch.
07:39Ich treffe Eddie.
07:40Ach ja.
07:41Wie war denn sein Geburtstag?
07:42Habt ihr gefeiert?
07:43Mhm.
07:44Aber wohne ich ausgiebig genug.
07:45Er hat Nachholbedarf.
07:47Du musst dich nicht entschuldigen.
07:50Ich hab nicht von dir verlangt,
07:51dass du heute Abend bei mir bleibst.
07:55Tja.
07:56Hast du deinen Vater heute Nachmittag gesehen?
07:58Er wollte eigentlich nach Hause kommen.
08:01Vielleicht ein Geschäftsessen?
08:03Ja.
08:04Vielleicht.
08:06Vielleicht aber auch nicht.
08:07Bestimmt kommt er noch.
08:11Vielleicht.
08:12Vielleicht aber auch nicht.
08:15Vielleicht aber doch.
08:18Mach dir einfach einen gemütlichen Abend.
08:21Natürlich.
08:23Und grüß bitte Matthias von mir.
08:25Ja?
08:26Mhm.
08:27Mach ich.
08:37Elf Uhr, Sitzung im Bankhaus.
08:38Der Aufsichtsrat.
08:4013 Uhr Mittagessen mit dem Vorstand.
08:42Und 15 Uhr Prüfung des Geschäftsberichtes.
08:44In welcher Runde?
08:45Die große.
08:46Das kann ewig dauern.
08:47Und am Abend der Empfang war Brinkmanns.
08:49Ich habe doch gesagt, nichts Privates mehr die Woche.
08:52Mehr ein informelles Treffen.
08:53Es geht um ihre neue Fondsstrategie.
08:56Ich könnte dich begleiten.
08:58Um deine Stimmbänder zu schonen.
09:00Wer ist alles dabei?
09:03Scharnweber, Mühlberg und Keuferts.
09:06Eine ungenutzte Möglichkeit kehrt oft als harte Arbeit zurück.
09:09Gut, ich gehe hin.
09:11Mit Ariane.
09:14Wegen Baumgarten?
09:15Maren.
09:17Du erinnerst dich sicherlich, dass Ariane und ich letztes Jahr mit den Keuferts in Venedig war.
09:21Seitdem verstehen die beiden Frauen sich ausgezeichnet.
09:24Frau Keufert hat Ariane gerade zu uns Herz geschlossen.
09:26Keine überflüssigen Erklärungen, bitte.
09:29Du musst an deine Stimmbänder denken.
09:31Noch so ein Treffen mit dem Konsortium Umwelt überstehe ich nicht.
09:35Manche Leute haben ein unsägliches Talent für überflüssige Fragen.
09:38Du warst wunderbar.
09:39Brillant, überzeugend.
09:43Nur mit meinen Händen bin ich manchmal ungeschickt.
09:47War ich schon immer.
09:47Ein Spruch.
09:48Das finde ich nicht.
09:51Und auch nicht nach all den Jahren.
09:54Und das weißt du.
09:56Du weißt, dass ich manchmal etwas begriffsstutzig bin.
10:00Besonders am Ende eines langen Arbeitstages.
10:05Oder wie du ganz richtig sagtest, eine ungenutzte Gelegenheit kehrt oft als harte Arbeit zurück.
10:17Es ging mir ja gar nicht darum, über Nacht die First Lady zu werden.
10:21Ich war echt verliebt in ihn.
10:23Was hat sich daran geändert?
10:25Dass er meine Gefühle schamlos ausgenutzt hat.
10:27So einem Mann kann man doch nicht vertrauen.
10:29Ich wüsste wirklich gerne, was sich die beiden von dem Spiel versprochen haben.
10:32Naja, bei dem Chauffeur ist doch klar.
10:34Bei dem anderen, da weiß man es nicht so genau.
10:38Hat er schlechte Erfahrungen gemacht?
10:40Meinst du, dass man ihn nur wegen seiner Millionen liebt?
10:42Naja, das kann ich mir nicht vorstellen.
10:45Heutzutage läuft doch keine Frau mehr, ein Mann hinterher, nur weil er Millionen hat.
10:51Sieht aus, als wenn wir hier ganz schön auf dem Trocknen sitzen würden.
10:54Wenn ich jetzt mal einfach sagen könnte.
10:57Was hältst du von einem kewifreien Cocktail?
11:00Hey, ich bin müde.
11:01Wann hast du denn das letzte Mal richtig gute Cocktails getrunken?
11:04Wann bist du denn das letzte Mal überhaupt richtig ausgewiesen?
11:07Ist schon was her.
11:11Was ist das denn?
11:14Mein Einkaufszettel.
11:16Also morgen gibt's...
11:18Ente?
11:23Wenn mir das klar ist, die Sache mit dem Lieferwagen bleibt unter uns.
11:26Kein Wort davon zu Oliver.
11:28Ehernsache.
11:31Hallo Oliver.
11:32Hallo Tina.
11:33Wenn, dann sag ich es ihm selber irgendwann.
11:36Die Sache von eurem Unentschieden habe ich gehört.
11:39Du musst ein Bier?
11:41Erstmal einen Kaffee, danke.
11:42Sie schnallen mich dir beim Weinberaten hin.
11:50Ich hab's Bianca gesagt.
11:52Und?
11:53Wie hat sie es aufgenommen?
11:55Naja.
11:59Kathi wird denken, ich hätte die Situation schamlos ausgenutzt.
12:03Und?
12:04Hast du?
12:09Die angeregte Unterhaltung in meinem Zimmer hab ich dir sowieso nicht abgenommen.
12:16Das ist aber nett von Tina.
12:18Ich weiß gar nicht, womit ich das verdient habe.
12:25Kennst du das Gefühl, einen Riesenfehler gemacht zu haben?
12:28Mhm.
12:29Kenn ich.
12:31Etwas, wofür man sich unbedingt entschuldigen muss?
12:34Kommt mir bekannt vor.
12:43Mist.
12:47Du gehst doch noch weg?
12:50Quatsch.
12:51Ich meine ja, mir die Füße vertreten.
12:56Den schon?
12:57Nein.
12:59Naja, ja, ich muss sie einlaufen.
13:00Für den Ball im Tennisclub nächste Woche.
13:05Weißt du, was das Besondere an Gespenstern ist?
13:07Ja.
13:09Ich meine nein.
13:11Du kannst sie schamlos belügen.
13:14Sie werden dich niemals zur Rede stellen.
13:17Ganz einfach.
13:19Weil sie nicht existieren.
13:21Mama, komm schon.
13:22Was soll denn das jetzt?
13:23Du bist ja schon wieder so traurig.
13:34Sophia, ich habe nicht von dir verlangt,
13:36dass du heute Abend bei mir bleiben musst.
13:38Sophia, ich habe nicht von dir verlangt,
13:40dass du heute Abend bei mir bleiben musst.
13:59Na, sieh mal einer an, wer da ist.
14:07Lass uns lieber gehen.
14:08Wir bleiben.
14:09Oder willst du dein neues Leben gleich damit beginnen,
14:11dass du dich von zwei arroganten Schnösel einschüchtern lässt?
14:15Folgen Sie mir unauffällig.
14:22Hallo.
14:22Guten Abend.
14:23Hallo.
14:24Was darf es denn sein?
14:26Eine Flasche Champagner und vier Gläser.
14:29Katja.
14:29Und das Ganze auf die Rechnung dieses jungen Herren dort, bitte.
14:33Katja, bitte.
14:34Sie müssen nämlich wissen, wir feiern nach,
14:36weil gestern haben wir höchstwahrscheinlich
14:38auf das falsche Geburtstagskind eingestoßen.
14:41Champagner also?
14:42Champagner.
14:43Das schmeckt mir zu dir sehr gerne.
14:45Selbstverständlich.
14:46Eddie.
14:47Ich glaube, du hast Besuch bekommen.
14:50Ebenfalls hat eine sehr attraktive Dame
14:52soeben Champagner auf deinen Namen gestellt.
14:58Das geht in Ordnung, Tina.
15:01Eine Flasche Champagner und vier Gläser.
15:07Meine Augen waren auch schon mal besser.
15:09Lass das doch, Mama.
15:12Ich glaube, die größte Leistung meiner Augen war,
15:15sich deinen Vater auszusuchen.
15:17Das ist doch nun wirklich nicht so wichtig.
15:20Das ist jetzt fast 30 Jahre her.
15:28Ist es dir eigentlich peinlich,
15:29dass ich schon deine Brille tragen muss?
15:34Deinem Vater ist es unangenehm.
15:37Sobald ich sie aufsetze,
15:39sieht er mich nicht mehr an.
15:43Ich glaube,
15:44die Brille macht mich noch älter,
15:45als ich sowieso schon bin.
15:46Autsch.
15:53Nichts ist mir peinlich.
16:03Du fragst dich sicher,
16:05warum ich ihn nicht verlasse?
16:09Manchmal.
16:11Ja.
16:15Natürlich könnte ich mich scheiden lassen
16:17oder mir einen Liebhaber nehmen.
16:20Warum machst du das nicht?
16:25Weil ich ihn liebe.
16:32Und weil mir unsere Familie wichtig ist.
16:38Ich finde deine Brille hübsch.
16:40Weil
16:43du bist meine Mutter.
16:45und ich hab dich so lieb.
16:55Auf Eddie Behringer.
17:04Kati.
17:07Täusch ich mich
17:08oder war unser Anstoßen gestern
17:10auf Oliver Wellinghoff
17:11irgendwie
17:12lockerer,
17:12unbeschwerter
17:13Eddie?
17:17Eigentlich hättest du mir eine
17:18knallen sollen.
17:20Dieser dämliche Rollentausch
17:21war schließlich meine Idee.
17:22Dämlich.
17:23Das ist schön gesagt.
17:25Eddie und ich sind zusammen
17:26aufgewachsen.
17:27Ich hab mich schon als Kind
17:28gerne in einen unserer Wagen
17:29gesetzt und Chauffeur gespielt.
17:31In einen unserer Wagen
17:32geht's noch großkotziger.
17:34Ich würde jetzt gerne nach Hause.
17:35Ich nicht.
17:36Ich könnte euch nach Hause bringen.
17:38Ich verstehe gar nicht,
17:40warum du in der Mehrzahl sprichst.
17:42Ich glaube,
17:42Oliver und ich
17:44Entschuldigung,
17:45Eddie
17:45und ich
17:46haben noch was zu bereden
17:47unter vier Augen.
17:48Oder, Eddie?
17:49Natürlich, wenn du möchtest.
17:51Oder war das alles
17:52nur ein Missverständnis
17:53und als Eddie
17:53sind plötzlich deine Gefühle
17:54zu mir erkaltet?
18:01Komm, ich fahr dich.
18:04Wie es sich
18:05von echten Gentleman gehört.
18:15Tut mir leid.
18:22Und was, wenn ich jetzt schwanger bin?
18:25Du hast nicht mal gefragt,
18:26ob ich die Pille nehme.
18:28War dir denn überhaupt
18:29irgendwas an mir wichtig,
18:31außer...
18:38Ich glaube, du wirst nie begreifen,
18:45wie sehr du meine Gefühle
18:46verletzt hast.
18:48Ich glaube,
18:49du weißt gar nicht,
18:49was Gefühle sind.
18:57Kann ich das irgendwie
18:58wieder gut machen?
19:01Kann ich das irgendwie wieder gut machen?
19:08Mandeltee?
19:09Mhm, gern.
19:24Danke fürs Nachhause bringen.
19:26Ich würde mich freuen,
19:27wenn du meine Entschuldigung annimmst.
19:29Du würdest dich freuen.
19:30Und noch mehr würde ich mich freuen,
19:31wenn es zwischen uns
19:32nichts geändert hätte.
19:34Was war das für dich?
19:35Ein Gesellschaftsspiel?
19:36Spielt man das in deinen Kreisen?
19:39Jetzt hätte ich also doch verletzt.
19:41Obwohl ich nicht verstehe, warum.
19:43Es war ein dummer Spaß.
19:44Es hat nichts bedeutet.
19:46Bin ich deswegen für dich
19:47ein anderer geworden?
19:48Warum hast du es mir nicht einfach gesagt,
19:50bevor ich mich bei euch beworben habe?
19:51Hättest du dich dann bei uns beworben?
19:55Siehst du?
19:56Du hättest nicht.
19:57Du wärst so stolz dafür gewesen.
20:00Ich wollte,
20:01dass du dir deinen möglichen Arbeitsplatz
20:02wenigstens mal ansiehst.
20:04Unabhängig davon,
20:05wie wir beide zueinander stehen.
20:08Und dann
20:10habe ich einfach nicht mehr
20:11den richtigen Moment
20:12für die Wahrheit gefunden.
20:16Ich wollte dich nicht gleich wieder verlieren.
20:19Ich wünsche,
20:20du hättest es mir trotzdem gesagt.
20:22Und ich wünschte,
20:24dass du meinen Versuch,
20:25dich um Verzeihung zu bitten,
20:26annimmst.
20:28Egal wie ungeschickt er vielleicht war.
20:34Es scheint dir unmöglich zu sein.
20:42Ich glaube,
20:43dann gehe ich jetzt besser.
21:04Köstlich.
21:05Ja?
21:07Vom Backen versteht Tina was.
21:10Na ja,
21:11wenigstens hat dir meine Geburtstagstorte geschmeckt,
21:13ne?
21:15Denk ja nicht,
21:15dass du mich so einfach abspeisen kannst.
21:18Das, was du mir angetan hast,
21:19das war wirklich das Allerletzte.
21:21Ich weiß.
21:23Ich wüsste allerdings einen Weg,
21:25wie du das wiedergutmachen könntest.
21:26Ich brauche einen Job.
21:28Einen Job?
21:29Mhm.
21:29Ich bin gefeuert worden,
21:31da, wo ich vorher wohnte.
21:32Deswegen bin ich da auch weggezogen.
21:34Könnte die Leute einfach nicht mehr sehen.
21:36Alles Lügner.
21:37Nimmst du eigentlich die Pille?
21:38Gleichzeitig will der Vermieter
21:39die Kaution für die Wohnung.
21:41Verstehe.
21:44Eddie,
21:47wenn ich von dir schwanger wäre,
21:49ich...
21:51ich hätte unser Baby gewollt.
21:56Aber keine Angst,
21:58ich nehme die Pille.
21:59So,
22:00und jetzt könnte ich einen Chauffeur gebrauchen.
22:03Den Chauffeur hast du,
22:04aber fahren kann er heute nicht mehr.
22:06Ich ruf dir ein Taxi.
22:08Und ich soll das bezahlen?
22:09Nein.
22:21Was immer zwischen uns passiert ist,
22:26lass uns Freunde bleiben.
22:30Das wird nicht einfach.
23:07Aufstehen, Frau Berger.
23:08Tüten kleben.
23:10Morgen.
23:11Morgen.
23:13Eddie,
23:14habe ich vielleicht die Leviten gelesen?
23:17Es fehlte nicht viel
23:18und er hätte eine Selbstanzeige aufgegeben
23:20wegen Vergewaltigung.
23:22Sag mal,
23:22man muss denn da heute eigentlich antanzen?
23:25Ich habe es mir überlegt,
23:26ich nenne die Stelle nicht an.
23:27Wie bitte?
23:29Bist du dir zu schade für den Job?
23:32Was glaubst du denn,
23:33was sonst so auf dich wartet?
23:34Eine Karriere als Sozialarbeiterin?
23:36Darum geht es nicht.
23:402000 bis 2004,
23:42Aufenthalt in der Justizvollzugsanstalt.
23:45Dazu soll ich mein freundlichstes Lächeln aufsetzen
23:47und sagen, dass ich unschuldig bin?
23:49Stimmt.
23:50Sieht scheiße aus.
23:54Justizvollzugsanstalt.
23:55Kann man das irgendwie abkürzen?
23:58JVA.
24:00JVA.
24:04Jagdschloss von Ahlsberg.
24:06Das klingt doch schon viel besser, oder?
24:08Vier Jahre hast du dort,
24:10sagen wir mal,
24:11als Hausdame verbracht.
24:12So was gibt es noch?
24:13Ja, Gott sei Dank.
24:15Denn dafür braucht man keine spezielle Qualifikation.
24:17Nur ein paar menschliche Fähigkeiten
24:19und die kann dir keiner abstreiten.
24:22Dein Vertrag lief,
24:24sagen wir mal,
24:25auf Zeit.
24:26Der ist jetzt abgelaufen
24:27und jetzt brauchst du einen Job,
24:29um deinen Diplom als Betriebswirtin zu schreiben.
24:31Warum sollte ich mein neues Leben
24:32ausgerechnet mit einer Lüge anfangen?
24:34Lügen sind in dieser Gegend üblich.
24:37Außerdem hast du keine andere Chance.
24:40Ich war immer ehrlich,
24:41auch wenn mir keiner geglaubt hat.
24:43Kopf hoch.
24:44Gib dir einen halben Tag Probezeit.
24:46Schau, wie sich's anfühlt.
24:49Wenn du dein Leben nicht lebst,
24:51leben es andere.
24:56Hast du den Bericht für die Sitzung mit?
24:58Nein, aber ich weiß genau, wo er liegt.
25:01Und natürlich möchtest du nicht,
25:02dass ich mitkomme, um ihn zu holen.
25:04Deine Frau könnte sonst denken,
25:05werden die Nacht zusammen verbracht.
25:07Mann,
25:08ich stehe zu dir,
25:09soweit es mir möglich ist.
25:12Du meinst, du entscheidest,
25:13welcher Frau du welchen Teil
25:14deines Lebens schenkst, hm?
25:18Ich werde also,
25:20wie gewöhnlich,
25:21mit meinem Wagen in die Bank fahren,
25:23während du dir ein Taxi nimmst,
25:25um auf gut Wellinghoff
25:26deine Unterlagen zu holen.
25:28Ich würde die Sitzung vorher
25:29gerne noch mit dir besprechen.
25:31Das wäre allerdings ein Grund,
25:33warum du mich aus meinem Büro,
25:35wo ich heute übernachtet habe,
25:36mit deinem Wagen nach Hause fahren könntest,
25:38für eine Besprechung.
25:41Fahren wir.
25:46Vergiss nicht, dich anzuziehen.
25:49Es könnte sonst unklapphaft wirken.
26:08Guten Morgen.
26:09Morgen.
26:14Es tut mir leid,
26:15wenn ich dich gestern so gedrängt habe,
26:16mir zu verzeihen.
26:17Es war albern.
26:17Ich war albern.
26:19Und es war wirklich kein billiger Trick,
26:20um mit deinen Gefühlen zu spielen.
26:22Das hoffe ich.
26:25Dann verzeihst du mir?
26:26Oh Mann, so schlimm war es gar nicht.
26:28Ich war einfach
26:29total übermüdet.
26:31Ich wollte dich auch nicht
26:32unter Druck setzen.
26:33Ich wollte nicht,
26:34dass du mit dem Gefühl anfängst,
26:35mir ewig dankbar sein zu müssen,
26:37nur weil ich dich bei Georg
26:37durchgedrückt habe,
26:39äh, mich
26:40für dich eingesetzt habe.
26:43Weißt du, wo Herr Behringer ist?
26:44Ich muss ihm noch
26:45meine Unterlagen geben.
26:47Wer kommt da?
26:50Guten Morgen.
26:51Guten Morgen.
26:52Oliver, was machen Sie denn schon hier?
26:53Oh, ich habe Frau Berger
26:55nur gerade erklärt,
26:56dass es sich bei dem
26:57Personalfragebogen
26:57um eine reine Formalität handelt.
27:00Wir stellen nach dem Herzen ein.
27:03Ich hoffe,
27:03Sie haben dafür Verständnis.
27:09Stimmt was nicht, Frau Berger?
27:10Das stimmt alles.
27:12Alles ist richtig.
27:13Meine Unterlagen.
27:14Danke.
27:18Ich fange dann schon mal an.
27:21Ja.
27:29Du bist schon auf?
27:32Schon lang.
27:37Hast du meine Unterlagen gesehen?
27:39Ich habe mit Ihnen geschlafen.
27:42Und mit wem hast du die Nacht verbracht?
27:47Ariane, bitte.
27:49Ich habe bis spät gearbeitet
27:50und im Büro geschlafen.
27:52Das war abgesprochen,
27:53ich habe telefoniert.
27:54Und nun machst du mir eine Szene.
27:58Wie nennt man das?
27:59Wenn der Mann die eine Nacht
28:00mit seiner Gattin schläft
28:02und die andere Nacht
28:03mit seiner Geliebten.
28:05Sagt man dazu nicht
28:06Ehebruch?
28:07Denkst du an die Einladung
28:09bei Brinkmanns heute Abend?
28:10Käufer sind auch da.
28:12Die Frau kann mich doch
28:13eigentlich gar nicht leiden.
28:15Komm bitte trotzdem mit.
28:24Um ein exzellentes Taboulet zu machen,
28:26braucht man vor allen Dingen eins.
28:28Petersilie und Minze.
28:29Aber was sage ich Ihnen?
28:30Sie kennen sich ja aus.
28:32Wer eine so exzellente Empfehlung bekommt
28:34von so hoher Stelle.
28:35Sind das genug Zwiebeln?
28:37Georg erwähnte,
28:38dass Sie auf einem Jagdschloss Hausdame waren.
28:40Fiel da die Küche in Ihren Bereich?
28:42Ich denke,
28:43für ein Taboulet dürfte es reichen.
28:49Sag ich ja.
28:50Augenmaß ist alles
28:51für den Vollblutkoch.
28:52Fehlt nur noch die Petersilie.
28:54Sven wollte sie holen.
28:56Ich kann das machen.
29:00Ich will ja nicht persönlich werden,
29:01aber
29:03gefällt es Ihnen bei uns nicht?
29:05Sie wirken so bedrückt.
29:06Ich habe nur schlecht geschlafen.
29:07Da hilft nur eins.
29:09Frische Luft.
29:10Ab in den Kräutergarten
29:11und lassen Sie sich ruhig
29:12ein bisschen Zeit.
29:18So.
29:19Jetzt habe ich alles zusammen.
29:21Die Akte lag also
29:22in Ihrem Schlafzimmer.
29:24Du schläfst noch mit ihr?
29:28Ich sollte anfangen,
29:30dir Ohrringe zu schenken.
29:32Der entscheidende Ring fehlt noch.
29:34Es war schön heute Nacht.
29:36Du bist schön.
29:40Das finde ich zum Kotzen.
29:42Würde Sophia in ihrer neuen Art,
29:44sich auszudrücken,
29:45jetzt wohl sagen.
29:46Guten Morgen, Frau Wellinghoff.
29:50Ich werde nicht mehr
29:51die heilige Familie spielen.
29:52Vor niemandem.
29:54Ich werde heute Abend
29:55nicht mit zu dem Empfang
29:56bei Bringmanns kommen.
29:57Schade für dich.
29:59Dann wird Frau Heilmann
30:00mich eben begleiten.
30:01Ich wünsche dir
30:02einen schönen Tag, Ariane.
30:10Und warte heute Abend
30:11nicht auf mich.
30:21Soll es Sie heute Abend
30:22hier hinstecken?
30:23Oder lieber ins Haar?
30:25Ich weiß nicht, was du hast.
30:26Du wolltest mich
30:27auf den Empfang begleiten.
30:28Nicht als Dummy.
30:29Jetzt übertreibst du.
30:32Alexander,
30:32meine Wünsche
30:33sehen anders aus.
30:35Auch wenn es heute Nacht
30:36schön war mit dir.
30:37Es ist nicht mehr wie früher.
30:39War ich nicht zärtlich genug?
30:42Früher hast du alles getan,
30:43um mit mir ein paar Tage
30:44zu verreisen.
30:45Du kennst meinen Terminkalender.
30:46Du weißt,
30:47wie meine Wochenenden aussehen.
30:48Oh ja, zufällig weiß ich es
30:49für das Nächste sehr genau.
30:51Du hättest Zeit.
30:54Maren,
30:55ich muss dich um etwas bitten.
30:57Könntest du die Sitzung
30:58allein leiten?
31:02Willst du dich
31:03mit deiner Frau versöhnen?
31:04Das, was gerade
31:05in der Halle geschah,
31:06war ein Affekt.
31:10Der sogenannte Eheaffekt, hm?
31:12Ich glaube,
31:13ich sollte das wieder
31:14gerade biegen.
31:15Umso größer sind unsere Chancen,
31:17mal wieder miteinander
31:18zu verreisen.
31:22Ich werde sie würdig vertreten.
31:24Was soll ich sagen?
31:27Familienangelegenheiten.
31:42Liebe dich.
32:03Was machst du denn hier?
32:06Petersilie pflücken.
32:08Und du?
32:09Ich bin der Landschaftsgärtner.
32:11Ich das neue Hausmädchen.
32:13Bianca.
32:14Sven, hallo.
32:15Eigentlich habe ich
32:16auf jemand anderes gewartet.
32:17Auf deine Kollegin Denise.
32:19Ich dachte,
32:20Bärbe schickt sie,
32:20wenn ich nicht rechtzeitig
32:21mit der Petersilie komme.
32:23Dann ist die Rose
32:24wohl für Denise.
32:25Wahrscheinlich hätte sie
32:26sie gar nicht angenommen.
32:28Vielleicht hätte sie
32:28ihr den Kopf abgerissen
32:29oder sie aufgegessen.
32:31Denise hat viele Gesichter.
32:34Ich weiß, wie das ist,
32:35wenn man jemanden
32:36zu kennen glaubt
32:37und dann ist er ganz anderer.
32:38Du findest bestimmt
32:39noch eine andere Gelegenheit,
32:40ihr die Rose zu schenken.
32:42Für dich.
32:44Du bist irgendwie sympathisch.
32:46Danke.
32:50Ich habe ewig nicht gebrochen.
32:52Magst du keine Rosen?
32:54Doch.
32:56Aber wo ich vorher war,
32:57fand man sie nicht so wichtig.
32:59Rosen sind wichtig.
33:15Oh, schon ein Verehrer?
33:17Ich glaube,
33:18er ist unglücklich verliebt.
33:19Wer ist das nicht?
33:20Ich warte immer noch
33:21auf den Richtigen
33:22seit zehn Jahren,
33:23obwohl ich glücklich
33:24mit meinem Beruf
33:24verheiratet bin.
33:26Frau Kraus,
33:26ich war gestern
33:27nicht ganz ehrlich zu Ihnen.
33:28Ich kann nicht wirklich kochen.
33:30Jedenfalls auf keinen Fall
33:31so gut wie Sie.
33:32Das können nur wenige.
33:36Es tut mir wirklich leid.
33:38Ich wollte das eigentlich
33:39früher richtig stellen,
33:40aber dann habe ich einfach
33:41nicht mehr den richtigen Moment gefunden.
33:43Naja,
33:45Zwiebeln schneiden Sie
33:46jedenfalls ausgezeichnet.
33:50Geben Sie mal her
33:51und stellen Sie Ihre Rose
33:52ins Wasser.
33:54Wenn mich etwas traurig macht,
33:55dann sind das Geschöpfe,
33:56die den Kopf hängen lassen.
33:58Ich finde,
33:59jeder Mensch hat seine Fähigkeiten
34:00und man kann immer dazulernen.
34:02Zum Beispiel
34:03Taboulet
34:03für unser vegetarisches Fräulein.
34:08Vegetarisches Fräulein?
34:09Sophia.
34:10Seit einem halben Jahr
34:11bildet sie sich ein,
34:12Vegetarierin zu sein,
34:13weil ihr die Tiere
34:14so leid tun
34:15und weil sie sich selber
34:16für eine Art Säugetier hält.
34:18Ich fürchte,
34:19es ist eher was Sexuelles.
34:22Im Gegensatz zu ihr
34:24ist Oliver unkompliziert.
34:26Wenn ich ihn frage,
34:27was er essen möchte,
34:28ach Bärbelchen,
34:28das weißt du doch,
34:29Nudeln mit rotem Pesto.
34:32Nudeln mit rotem Pesto.
34:34Das könnte ich jeden Tag
34:35für ihn machen.
34:37Nudeln mit rotem Pesto.
34:39Das esse ich auch am liebsten.
34:41Ich brauche noch zwei Zwiebeln.
34:43Jetzt haben wir schon
34:44Lieblingsessen zusammen.
34:49Zwei Zwiebeln, bitte.
34:51Ja.
34:55Jetzt passen Sie,
34:56du hast es wirklich hingekriegt.
35:06Kann ich dich kurz allein sprechen?
35:08Nein.
35:09Soll ich gehen?
35:11Du kannst bleiben,
35:12weil ich deiner Mutter
35:14etwas sehr Wichtiges
35:14zu sagen habe.
35:19Ariane,
35:20was hältst du davon,
35:21wenn wir mal wieder
35:22etwas für die Familie tun?
35:25Ich komme nicht mit
35:26zu dem Empfang bei Brinkmanns,
35:27wenn du das meinst.
35:28Nein, das meine ich nicht.
35:29Aber
35:31irgendetwas anderes.
35:33was zum Beispiel?
35:34Was zum Beispiel?
35:35Vielleicht
35:37eine kleine Reise?
35:40Ein
35:41gemeinsames Wochenende?
35:45Ich weiß nicht.
35:47Warum nicht nach Paris?
35:48Was hältst du davon, Mama?
35:50Warum Paris?
35:51Weil's geil ist.
35:52Sophia.
35:55Na, was sagst du?
35:58Wenn du's wichtig findest?
36:00Ja.
36:02Sehr wichtig.
36:08Bärbel?
36:10Bärbelchen, hilfst du mir bitte?
36:12Du weißt doch, wie ungeschickt
36:13ich mit den Händen bin
36:14und dein Krauseknoten
36:15ist einfach unschlagbar.
36:20Ich hab gedacht, Bärbel...
36:21Gut, Möhren im Garten.
36:26Kannst du vielleicht
36:26einen Krawattenknoten?
36:27Ich weiß so wenig von dir.
36:37Gefällt's dir bei uns?
36:39Gefällt es Ihnen?
36:43Ich weiß, das kam sehr unvermittelt,
36:45aber
36:46bitte, Bianca.
36:47Du musst das verstehen.
36:48Für Sie, Frau Berger.
36:50Ich wusste in dem Moment
36:51nicht, wie ich dich anreden sollte,
36:52ohne Georg zu irritieren.
36:54Als ich dich vorgestellt habe,
36:55da hab ich von deiner Frau Berger gesprochen.
36:57Und da wär's irritierend gewesen,
36:58mich plötzlich beim Vornamen zu nennen?
37:01Bitte.
37:02Es ist doch nur,
37:02weil wir nie wirklich Zeit gefunden haben,
37:04miteinander zu reden.
37:06Ah, meine Hände riechen nach Zwiebeln.
37:10Bianca, bitte.
37:14Oliver, ich weiß, was du für mich getan hast
37:15und ich bin dir sehr dankbar.
37:18Aber ich kann das nicht.
37:19So ein Versteckspiel, das liegt mir nicht.
37:25Störe ich?
37:26Nein.
37:29Frau Berger, sind Sie so nett,
37:30Georg zu sagen,
37:31dass er hier unten auf mich warten soll?
37:32Ich muss mit ihm reden.
37:33Es geht um ein Missverständnis.
37:35Ich werde es ihm ausrichten,
37:37Herr Wellinghoff.
37:38Ich werde es ihm ausprobieren.
38:10Hallo, mein Lieber.
38:11Hi.
38:11Wie steht's mit dem Job?
38:12Ich kümmere mich drum.
38:14Weißt du,
38:14es ist nämlich schon ein bisschen eilig.
38:16Der Vermieter will morgen Nachmittag vorbeikommen.
38:18Und wenn ich ihm dann sage,
38:19dass ich immer noch ohne Arbeit bin,
38:21dann werden Bianca und ich vermutlich rausfliegen.
38:23Rausfliegen?
38:24Mein Cousinchen hat zwar etwas Geld im Rücken von unserer Oma,
38:27aber es wäre mir natürlich schrecklich peinlich,
38:29sie anzupumpen.
38:30Das verstehst du doch, oder?
38:31Natürlich.
38:32Ich hoffe,
38:33dass ich dir nicht wieder umsonst vertraut habe.
38:34Du wirst doch was unternehmen.
38:35Versprochen, was versprochen.
38:37Na dann.
38:39Bis später.
38:50Also, ich denke,
38:51wir sollten die Ruine instand setzen lassen.
38:54Vorige Woche wollten Sie sie abreißen.
38:56Oh, das war sicher nur ein Missverständnis.
38:58Ich wollte nur wissen,
38:59was so ein Abriss kostet.
39:01Na, kosten wird es so oder so.
39:03Ich hole mal das Baugutachten.
39:05Herr Behringer,
39:06Frau Krause lässt fragen,
39:08wer heute die Tischdekoration übernehmen soll.
39:10Denise oder ich?
39:11Ach, machen Sie das doch.
39:13Erstmal für die nächste Woche.
39:18Was meintest du vorhin damit?
39:20Du kannst kein Versteckspiel spielen.
39:22Ich weiß nicht,
39:23ob ich bleiben kann.
39:24Warum?
39:26Weil du den Sohn des Hauses ein,
39:27wie hat deine Freundin es genannt,
39:30Großkotz findest?
39:32Nein, das ist es nicht.
39:35Es ist, weil...
39:37der Erhalt der Ruine
39:38wird sie ruinieren.
39:42Das ist dieser Ort mir wert.
39:48Sicher haben dort viele Liebespaare
39:50unter Schlupf gefunden.
39:52Wir könnten sie Liebesruine nennen
39:55und Touristenbusse kommen lassen.
39:58Was halten Sie davon, Frau Berger?
40:01Liebesruine.
40:02Das klingt schön.
40:04Schön?
40:07Ich kümmere mich jetzt
40:08um die Tischdekoration.
40:18Alles hat seinen Platz.
40:20Alle wissen,
40:20wohin sie gehören.
40:22Herr und Frau Wellinghoff,
40:23Sophia und Oliver.
40:25Sie leben ein sicheres
40:26und geordnetes Leben.
40:28Und ich?
40:29Hasse ich überhaupt
40:30in diese perfekte Welt?
40:34Meine eigene ist so zerrissen
40:36und dunkel.
40:38Oliver weiß nichts
40:39von meiner Vergangenheit.
40:40Weiß nicht,
40:40dass ich die letzten vier Jahre
40:41im Gefängnis war,
40:42eingesperrt für ein Verbrechen,
40:43das ich nicht begangen habe.
40:46Muss er das wirklich wissen?
40:51Jede noch so kleinste Entscheidung
40:52verändert dein Leben.
40:54Doch woher weiß man,
40:55welche die richtige ist?
40:57Wenn man es herausgefunden hat,
40:58ist es meistens schon zu spät.
41:11Meinst du das wirklich ernst?
41:13Du willst uns verlassen?
41:19bloß, weil ich einen Fehler gemacht habe?
41:22Und dann noch einen?
41:24Und noch einen?
41:26Lauter kleine Fehler?
41:31Bianca, es waren ein paar falsche Worte.
41:34Sonst nichts.
41:36Unsicherheiten.
41:41Glaubst du mir so wenig?
41:45Warum?
41:53Vertraust du deinem Herzen nicht?
41:57Ich glaube, ich muss jetzt gehen.
42:02Ich glaube, ich muss dich jetzt küssen.
42:07Ich konnte nicht anders.
42:09Ich musste ihm einfach ausweichen.
42:11Obwohl er mich geküsst hat.
42:13Die Kaution und die erste Miete
42:15sind immer noch nicht eingegangen.
42:17Wirklich nicht?
42:17Sehe ich so aus,
42:18als könnte man nicht mal mit mir reden?
42:20Plötzlich scheint alle Welt
42:21vor mir wegzulaufen.
42:22Du bist echt in Ordnung.
42:24Schon gut, Kati.
42:26Du hast dich in Oliver Wellinghoff verliebt.
42:29Ich habe einen Fehler gemacht.
42:30Ich habe einen Tisch.
42:36Untertitelung des ZDF, 2020