00:00Mit dem neuen Toyota Land Cruiser FJ erweitert der japanische Hersteller seine traditionsreiche
00:05Geländewagenfamilie um ein kompakteres Modell, das trotz seiner vergleichsweise handlichen
00:11Abmessungen keine Kompromisse bei den Geländeeigenschaften eingehen soll. Im Mittelpunkt
00:16stehen eine robuste Leiterrahmenkonstruktion, ein speziell abgestimmtes Fahrwerk und eine
00:22hohe Achsverschränkung. Damit richtet sich der FJ an Fahrer, die einen echten Offroader suchen.
00:28Der auch abseits befestigter Straßen überzeugen kann. Übrigens, wenn du regelmäßig über neue
00:35Fahrzeuge, spannende Technik und aktuelle Entwicklungen informiert werden möchtest,
00:40abonniere unser Automagazin und verpasse keine Neuigkeiten. Die technische Grundlage des
00:45Toyota Land Cruiser FJ bildet ein klassischer Leiterrahmen, wie er seit Jahrzehnten bei
00:51besonders widerstandsfähigen Geländewagen eingesetzt wird. Toyota greift dabei auf eine Plattform aus der
00:57bewährten IMV-Fahrzeugfamilie zurück, die für den kompakteren Aufbau überarbeitet wurde. Durch
01:04zusätzliche Verstrebungen und den verkürzten Radstand konnte insbesondere die seitliche
01:10Steifigkeit des Rahmens verbessert werden. Diese Konstruktion ist im Gelände von Bedeutung,
01:16da bei starken Verwindungen erhebliche Kräfte auf das Fahrzeug wirken. Gleichzeitig soll der
01:21Leiterrahmen auch bei langfristiger Belastung eine hohe Widerstandsfähigkeit bieten. Besonders
01:26interessant ist das Fahrwerkskonzept. An der Vorderachse verwendet Toyota eine hoch angeordnete
01:34Doppelquerlenkeraufhängung, während hinten eine starre Achse mit vier Längslenkern und einem zusätzlichen
01:39Querführungsstab zum Einsatz kommt. Diese Kombination verbindet eine präzise Radführung an der Vorderachse mit
01:46der Robustheit einer klassischen Starrachse im Heck. Gerade bei schwierigen Geländepassagen besitzt
01:52eine Starrachse konstruktive Vorteile, weil sich die beiden Hinterräder über den gemeinsamen
01:58Achskörper miteinander bewegen. Dadurch lassen sich große Verschränkungsbewegungen realisieren,
02:04die auf stark unebenem Untergrund entscheidend sein können. Toyota gibt an, dass die Achsverschränkung
02:11des neuen Landcruiser FJ das Niveau der besonders geländetauglichen Landcruiser 70 Baureihe erreicht.
02:18Das ist bemerkenswert, denn die 70er-Serie gilt als ausgesprochen robustes Arbeitsgerät für schwierige
02:25Einsatzbedingungen. Eine hohe Verschränkung bedeutet, dass die Räder auch dann möglichst lange
02:31Bodenkontakt behalten, wenn sich das Fahrzeug beispielsweise diagonal über größere Hindernisse
02:37bewegt. Dadurch bleibt mehr Traktion erhalten, während die Gefahr eines frei in der Luft hängenden
02:43Rades reduziert wird. Gerade auf ausgewaschenen Waldwegen, felsigen Strecken oder tiefen
02:49Verschränkungsrampen kann dieser Vorteil entscheidend sein. Auch die Abmessungen wurden
02:54bewusst auf gute Geländeeigenschaften ausgelegt. Mit 4,6 Metern Länge und knapp über 1,8 Metern Breite
03:03fällt der FJ deutlich kompakter aus als der Landcruiser 250. Besonders relevant ist der
03:09Radstand von lediglich 2,6 Metern, der gegenüber dem größeren Modell um 270 Millimeter verkürzt
03:16wurde. Dieser Unterschied wirkt sich unmittelbar auf die Wendigkeit und das Verhalten beim Überfahren
03:22von Hindernissen aus. Ein kürzerer Radstand reduziert grundsätzlich die Gefahr, dass das Fahrzeug
03:29zwischen Vorder- und Hinterachse auf einer Geländekuppe aufsetzt. Gleichzeitig lassen sich
03:35enge Kurven und verwinkelte Passagen leichter bewältigen. Mit einem minimalen Wendekreisradius
03:41von 5,5 Metern unterstreicht Toyota den Anspruch, ein besonders bewegliches Geländefahrzeug anzubieten.
03:48Das ist nicht nur beim Rangieren auf engen Waldwegen hilfreich, sondern auch bei anspruchsvollen
03:54Offroad-Manövern zwischen Bäumen, Felsen oder anderen Hindernissen. Hinzu kommen eine
03:59Bodenfreiheit sowie Böschungswinkel, die laut Hersteller auf dem Niveau des Landcruiser 250 liegen
04:06sollen. Konkrete Zahlen nennt Toyota in den vorliegenden Angaben allerdings nicht.
04:12Entscheidend ist letztlich das Zusammenspiel aus Bodenfreiheit, Radstand, Böschungswinkeln und
04:18Reifen, das bestimmt, welche Hindernisse tatsächlich überwunden werden können. Für
04:23den notwendigen Vortrieb sorgt ein zuschaltbarer Allradantrieb, der mit einer elektrisch betätigten
04:29Hinterachs-Differenzialsperre kombiniert wird. Eine solche Sperre ist besonders dann hilfreich,
04:35wenn eines der Hinterräder auf rutschigem Untergrund kaum noch Haftung findet. Im gesperrten Zustand
04:40werden beide Hinterräder mit gleicher Drehzahl angetrieben, wodurch das Rad mit besserem Bodenkontakt
04:46weiterhin Antriebskraft übertragen kann. Auf losem Geröll, tiefem Schlamm oder stark
04:53ausgewaschenen Wegen kann diese Funktion entscheidend sein, um schwierige Abschnitte ohne fremde Hilfe
04:59zu bewältigen. Zusätzliche Unterstützung liefern elektronische Assistenzsysteme. Die
05:05Bergabfahrhilfe Downhill Assist Control übernimmt bei steilen Abfahrten die gezielte Regelung der
05:11Bremskraft und soll verhindern, dass einzelne Räder blockieren. Dadurch kann sich der Fahrer
05:16stärker auf die optimale Fahrspur konzentrieren. Die Berganfahrhilfe Hill Start Assist Control
05:23wiederum reduziert das unerwünschte Zurückrollen beim Anfahren an Steigungen. Gerade auf losem
05:29Untergrund können solche Funktionen den Unterschied zwischen einem kontrollierten Manöver und einem
05:35misslungenen Fahrversuch ausmachen. Trotzdem bleiben eine angepasste Geschwindigkeit und die richtige
05:41Einschätzung des Untergrunds unverzichtbar. Unter der Motorhaube arbeitet ein freisaugender 2,7 Liter
05:48Vierzylinder Benziner mit 120 Kilowatt bzw. 163 PS und einem maximalen Drehmoment von 246 Newtonmetern.
05:59Die Kraftübertragung übernimmt eine sechsstufige Super ECT-Automatik. Toyota legt bei dieser Kombination
06:06weniger Wert auf beeindruckende Leistungsdaten als auf eine gleichmäßige Kraftentfaltung und
06:12zuverlässige Funktion. Besonders bei langsamer Fahrt über Hindernisse ist eine feinfühlige Dosierung
06:18des Antriebs wichtig. Auch bei Bergabfahrten soll die Abstimmung eine kontrollierbare Geschwindigkeit
06:24ermöglichen. Allerdings bleibt abzuwarten, wie souverän der vergleichsweise moderate Drehmomentwert
06:31bei hoher Zuladung oder besonders anspruchsvollen Steigungen ausreicht. Neben der eigentlichen
06:37Fahrwerkstechnik spielt der Schutz wichtiger Fahrzeugkomponenten eine wesentliche Rolle.
06:43Deshalb besitzt der Landcruiser FJ serienmäßig einen Unterfahrschutz im Frontbereich, der Motor und
06:50Getriebe bei Geländefahrten vor Beschädigungen schützen soll. Die Stoßfänger sind an den Ecken
06:55mehrteilig konstruiert, sodass beschädigte Elemente einzeln ersetzt werden können. Das ist
07:01bei einem Fahrzeug, das regelmäßig über unbefestigte Strecken bewegt wird, ein praktischer Vorteil.
07:06Ergänzend bietet Toyota spezielle Offroad-Zubehörteile von ARB an, darunter zusätzliche
07:13Unterfahrschutzkomponenten, robuste Seitenschweller und einen Dachgepäckträger. Auch die Karosseriegestaltung
07:20unterstützt den Geländeeinsatz. Die kantige Form erleichtert das Einschätzen der Fahrzeugabmessungen,
07:26während die vergleichsweise niedrige Fensterlinie und das flachgehaltene Armaturenbrett die Sicht
07:32auf den Untergrund verbessern. Eine serienmäßige Rundumsichtkamera unterstützt zusätzlich beim
07:38Rangieren und beim Erkennen von Hindernissen. Das außen an der Heckklappe montierte Ersatzrad passt
07:45nicht nur zur traditionellen Landcruiser-Optik, sondern ist bei längeren Fahrten durch abgelegene
07:50Regionen auch funktional sinnvoll. Insgesamt zeigt der Landcruiser Effioi, dass echte Geländetauglichkeit
07:58nicht zwangsläufig große Außenabmessungen voraussetzt. Der steife Leiterrahmen, die hintere
08:03Starrachse, die hohe Verschränkung, der kurze Radstand und die zuschaltbaren Offroad-Hilfen ergeben
08:09ein technisch interessantes Gesamtpaket. Ob der kompakte Geländewagen seine ambitionierten
08:15Versprechen auch unter extremen Bedingungen vollständig einlösen kann, müssen praktische
08:20Tests zeigen. Die konstruktiven Voraussetzungen dafür sind jedenfalls vorhanden.