- vor 2 Tagen
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SpaßTranskript
00:00.
00:34Der Ausweis?
00:36Hier ist mein Ausweis.
00:38Dankeschön.
01:15Dankeschön.
01:58Dankeschön.
02:16Hallo, Herr Reuter.
02:17Frau Schölder, bitte.
02:18Was ist denn passiert?
02:20Ich bin hier reingekommen und genau hier einfach zusammengebrochen.
02:23Kannten Sie denn den Toten?
02:24Ja, es war wie ein Schumann, Rechtsreferendar.
02:27Er hat gerade seine Anwaltsstation in der Kanzlei von Dr. Strelleck gemacht.
02:31Wissen Sie, woran er gestorben ist?
02:34Ich hoffe, dass Frau Dr. Dabandi uns das demnächst erklären wird.
02:36Der Tod ist auf dem Weg in die Rechtsmedizin.
02:39Herr Dr. Strelleck?
02:41Ja?
02:41Entschuldigung, haben Sie einen Moment?
02:43Einen Moment, bitte.
02:45Herr Reuter, ich sagte Ihnen doch bereits, ich bin gleich bei Ihnen.
02:47Und Sie wollen wahrscheinlich von mir wissen, was hier passiert ist?
02:50Ich habe keine Ahnung.
02:54Wie immer sehr sympathisch.
02:56So ist er einfach.
03:02Hallo.
03:04Hallo.
03:04Einen kleinen Moment.
03:08So.
03:10Wie kann ich Ihnen helfen?
03:11Wir würden gerne mit Elias Schumann sprechen.
03:13Der arbeitet doch hier, oder?
03:16Krepo Wiesbaden.
03:17Schröder.
03:17Das ist mein Kollege Herr Witter.
03:20Was ist denn passiert?
03:23Das fragt uns jetzt wer?
03:26Tanja Wiese, seine Chefin.
03:28Und gute Freundin.
03:32Es geht um seinen Bruder.
03:50Hallo, Frau Dr. Dabandi.
03:53Hallo, Herr Reuter.
03:55Ein junger Kollege von Ihnen.
03:57Kannten Sie ihn gut?
03:58Ich kannte ihn überhaupt nicht.
04:00Aber ich hätte ihn heute kennengelernt in meiner Verhandlung.
04:03Wenn er nicht vorher an einem Herzstillstand gestorben wäre.
04:06Also natürlicher Tod.
04:07Na ja.
04:08Nicht wirklich.
04:12Ah, Drogen.
04:14Kokain.
04:15Und ein angeborener Herzfehler.
04:18Ventrikel-Septum-Defekt.
04:19Ein Loch in der Herzscheidewand.
04:21Ungute Kombination.
04:22Also Tod in Folge Drogen missbrauchst.
04:25Vielleicht wusste er nichts von seiner Erkrankung.
04:27Aber es deutet auch nichts auf einen regelmäßigen Drogenkonsum hin.
04:32Das Kokain wurde außerdem oral eingenommen.
04:34Zusammen mit einem Frühstück.
04:35Bestehend aus einer Mehlspeise und Früchten.
04:37So alles sei ja ungewöhnlich bei Kokain.
04:40Vielleicht hat es ihm jemand verabreicht.
04:42Wann hat er denn gefrühstückt?
04:44Ähm, also nach Verdauungsgrad des Mageninhalts.
04:49In einem Zeitfenster von 10 bis 30 Minuten vor seinem Tod.
04:54Könnte eine raffinierte Methode sein, um einen Mord zu vertuschen.
04:58Man lässt es einfach in einer Überdosis aussehen.
05:00Ja, also die Proben sind im Labor.
05:02Sobald ich was genaueres über die Zusammensetzung der Droge erfahre,
05:05melde ich mich bei Ihnen.
05:06Okay.
05:07Danke Ihnen.
05:30Leute, bitte.
05:34Ja.
05:37Sorry, das Fahrrad haben wir schon verkauft.
05:40Aber wir haben noch ein ähnliches Modell hier.
05:44Hallo?
05:45Äh, gleich.
05:47Herr Schumann?
05:49Hm?
05:51Julia Schröder, Kripo Wiesbaden.
05:54Es geht um Ihren Bruder Fabian.
05:59Er ist heute Morgen unter bisher ungeklärten Umständen zu Tode gekommen.
06:08Okay.
06:11Mein herzliches Beileid.
06:14Das ist mein Kollege Herr Witte.
06:17Mein Beileid.
06:19Dann dürfen wir Ihnen ein paar Fragen stellen?
06:25Wissen Sie, ob Ihr Bruder Kokain konsumiert hat?
06:34Ähm, Herr Schumann, ich habe Sie gefragt, ob Sie wissen, ob Ihr Bruder...
06:37Ich kann nicht laufen, aber ich kann hören.
06:41Nein.
06:42Mein Bruder hat mit Drogen nichts zu tun gehabt.
06:48Lass ihn erst mal.
06:50Herr Reuter, wie Sie wissen, ist die Einnahme leistungsfördernder Substanzen der Referendaren leider nichts Ungewöhnliches.
06:56Auch Kokain.
06:58Nicht jeder kommt mit dem Druck gut zurecht.
07:00Da trennt sich die Spreu vom Weizen.
07:02Wollen Sie einen Kaffee?
07:03Äh, nein, vielleicht.
07:04Sorry, machen Sie mir das besser.
07:05Sehr gerne.
07:05Danke.
07:07Wollen Sie damit andeuten, dass Herr Schumann seinen Job nicht gut gemacht hat?
07:10Nein.
07:12Talentiert, klug, lernfähig.
07:15Er hätte ein guter Jurist werden können, bitte.
07:18Aber?
07:19Naja.
07:21Sein erstes Staatsexamen hat er nur so mit Ach und Krach hingelegt.
07:25Seine Proportion hat er abgebrochen.
07:29Wissen Sie warum?
07:30Hat er ja vielleicht private Probleme?
07:34Private.
07:36Die Referendare sind bei uns zum Arbeiten und zum Lernen.
07:39Privates interessiert mich nicht.
07:43Wir kümmern uns um den juristischen Nachwuchs.
07:45Meist haben wir drei, manchmal sogar vier Referendare gleichzeitig.
07:49Und die übernehmen Sie dann auch alle nach dem zweiten Staatsexamen?
07:52Nein.
07:53Die besten.
07:55Konkurrenz belebt das Geschäft.
07:57Konkurrenz und Fleiß.
07:59Gut.
08:00War Herr Schumann vor der Verhandlung noch hier in der Kanzlei?
08:05Meines Wissens ist er direkt ins Gericht gekommen.
08:08Und bevor Sie fragen, wo er vorher war, weiß ich nicht.
08:13Wie war eigentlich sein Verhältnis zu den anderen Referendaren und Referendarinnen hier in der Kanzlei?
08:18Herr Reuter, das fragen Sie doch besser die Frau Dr. Anger und Frau Dr. Berg persönlich.
08:22Allerdings glaube ich, dass Sie im Moment gerade noch im Gericht sind.
08:26Herr Schumann hatte hier doch sicher einen eigenen Rechner.
08:28Den würde ich gern mitnehmen zur Auswertung.
08:32Nicht Ihr Ernst.
08:34Ohne richterlichen Beschluss nehmen Sie hier gar nichts mit.
08:44Er ist im sechsten Stock.
08:47Gibt's keinen Fahrstuhl?
08:58Also gefrühstückt hat Schumann hier schon mal nicht.
09:12Der Laptop ist Passwort geschützt.
09:14Da läuft dann wohl die Technik dran.
09:31Die Brüder scheinen ja doch ein ganz gutes Verhältnis gehabt zu haben.
09:44Hier ist ein Rezept.
09:47Biso P100 Plus.
09:51Also wenn es ein Herzmittel ist, dann hat Schumann von seinem Herzfehler gewusst.
09:55Und ich hätte da ein mögliches Motiv.
09:58Eine Sammlung von Drohungen und Beleidigungen.
10:02Mails, anonyme SMS.
10:06Zum letzten Mal, du Arschloch.
10:09Lass deine dreckigen Finger von ihr.
10:12Oder ich hau dir aufs Maul, wenn du sie nochmal anmachst.
10:25Hallo Frau Dr. Anna.
10:28Reuter, Staatsanwaltschaft. Erinnert Sie sich?
10:30Ja, natürlich. Hallo Herr Reuter.
10:32Meine Station bei der Staatsanwaltschaft war sehr interessant bei Ihnen.
10:36Freut mich. Danke.
10:38Frager, ich hab ein paar kurze Fragen zu Ihrem Kollegen Fabian Schumann.
10:45Kannten Sie Herrn Schumann gut?
10:50Ja, wir waren Freunde seit dem ersten Semester.
10:55Wissen Sie, ob er irgendwas mit Drogen zu tun hatte?
10:58Auf gar keinen Fall.
11:00Er hätte nie was genommen.
11:02Er hatte was am Herzen.
11:04Ach, von der Erkrankung wussten Sie.
11:09Ja.
11:11Er hat es nicht an die große Glocke gehängt, aber bei der letzten Semesterfahrt ist er umgekippt und das hat
11:17natürlich jeder mitbekommen.
11:20Er wollte sich eigentlich operieren lassen.
11:23Was hast du eigentlich?
11:26Ja, er hat es immer vor sich her geschoben, wegen seinem Bruder.
11:29Fabian war es wichtig, für seinen Bruder da zu sein.
11:32Die Eltern sind bei einem Autounfall gestorben, das war alles nicht leicht.
11:39Warum fragen Sie das eigentlich alles?
11:43Der Grund für den Tod von Herrn Schumann scheinen kann natürlicher zu sein.
11:50Okay.
11:54Teresa, ich warte die ganze Zeit draußen auf dich.
11:57Ja, sorry, ich komm gleich.
11:59Du hast kurz Pause.
12:01David, ich komm gleich, okay?
12:05Entschuldigung, das ist mein Verlobter David Reimann.
12:08Ja.
12:11Sie kannten ihr Verlobter und Herr Schumann sich?
12:15Flüchtig, wieso?
12:19Fabian und ich waren nur Freunde.
12:24Ach, ähm, können Sie mir sagen, wo ich Ihre Kollegin Frau Berg finde?
12:43Entschuldigung, Frau Dr. Berg?
12:44Ja.
12:45Guten Tag, mein Name ist Reuter, Staatsanwaltschaft.
12:49Es geht um Fabian Schumann.
12:52Ja, und wie kann ich da helfen?
12:56Sie waren doch Kollegen.
12:58Ja, aber ich weiß sicher trotzdem nichts Hilfreiches.
13:04Entschuldigung, ich bin einfach...
13:09Kein Problem.
13:11Haben Sie nicht heute zusammen studiert?
13:13Ja, aber wir hatten kaum Kontakt.
13:16Und ehrlich gesagt habe ich für Partys und Feiereien überhaupt gar keine Zeit.
13:19Mein Tag ist effizient durchgeplant.
13:21Das heißt?
13:23Na ja, ich arbeite jeden Morgen schon von zu Hause aus und dann bin ich ab neun in der Kanzlei.
13:28Ist das bei Ihren Kolleginnen oder Kollegen anders?
13:31Also bei meiner lieben Kollegin Theresa Anger, die ist jeden Morgen schon ab sieben am Platz.
13:36Dafür arbeite ich dann abends länger.
13:39Abends hat Theresa dann immer zusammen mit Fabian gelernt.
13:44Verstehe.
13:46Gut, das war es auch schon vor Dr. Beck.
13:59Na guck mal, das ist hier doch was für dich.
14:02Ja, klar.
14:06Hi, schön, dass ihr da seid.
14:09Ich bin David.
14:09Oh Gott, darf ich euch was zu trinken anbieten?
14:12Wollt ihr einen Kaffee?
14:13Nee, danke.
14:15Alright.
14:16Ja, die Umkleidekabinen sind da vorne.
14:17Ihr könnt euch schon mal gerne umziehen.
14:19Ich bereite so lange alles vor.
14:31Let's go.
14:34Herr Reimann.
14:36Kripo Wiesbaden.
14:38Schröder.
14:38Das ist mein Kollege Witte.
14:42Geht's um diesen Schumann?
14:43Mhm.
14:45Sie wissen, dass er tot ist?
14:46Klar.
14:47War ja der Kollege von meiner Verlobten.
14:48Aber Ihre Verlobte war wohl auch sonst ganz eng mit ihm befreundet, oder?
14:52Das war keine enge Freundschaft.
14:54Zumindest nicht von Theresas Seite.
14:56Ach so, das ist uns ganz anders dargestellt worden.
15:00Der Typ hat einfach nicht eingesehen, dass Theresa nichts von ihm wollte.
15:03Und das hat Sie gestört?
15:04Klar, der Typ war total aufdringlich.
15:07Und deshalb haben Sie versucht, ihm das klarzumachen.
15:14Wir haben eine Sammlung von Drohungen und Beleidigungen gegen Fabian Schumann gefunden.
15:19Anonyme Mails, Nachrichten.
15:21Das ist anonym, ja?
15:24Kann man wohl nicht rausfinden, wo er das kann.
15:26Doch, doch, über die IP-Adresse des Rechners.
15:34Ja, mein Gott, ich habe was geschrieben.
15:36Der sollte Theresa endlich in Ruhe lassen.
15:38Der sollte die Finger von ihr lassen.
15:40Wo waren Sie denn heute Morgen zwischen 7 und 10 Uhr?
15:44Zu Hause.
15:46So bis 9 Uhr.
15:47Können Sie Theresa fragen.
15:49Gut, wir überprüfen das.
15:52Danke.
16:00Frau Berg!
16:05Frau Berg?
16:08Frau Berg?
16:11Ich habe da ein, zwei Fragen zu diesem wunderbaren Schriftsatz.
16:16Fragen, die die Richterin auch hätte.
16:18Ich hatte nicht genug Zeit.
16:21Das heißt?
16:24Ich habe gelernt.
16:26Sie haben gelernt.
16:27Das machen Sie in Ihrer Freizeit.
16:29Das geht so nicht.
16:32Gerade von Ihnen hätte ich was anderes erwartet.
16:34Es tut mir leid, ich korrigiere das.
16:35Ach, nee, nee, bitte.
16:36Lass mich, bitte.
16:37Nicht, nicht.
16:38Frau Hanger?
16:39Frau Hanger?
16:43Sie machen das.
16:44Danke.
16:46Aber...
16:46Ladies?
16:48Es ist mir scheißegal, wie ihr das hier gebacken bekommt.
16:51Und es ist mir scheißegal, was ihr sonst so reinpfeift.
16:54Aber was nicht angeht, ist, dass ihr alle paar Tage die Staatsanwaltschaft auftaucht.
16:58Weitermachen.
17:00Machen Sie mir bitte ein Espresso.
17:01Sehr gerne.
17:03Gibt es doch!
17:05Scheiß, den Tammhaus.
17:15Herr Schiller?
17:20Herr Schiller?
17:22Ich hätte gerne noch ein Espresso.
17:24Oh Gott, ja.
17:24Kommt sofort!
17:27Das hätte ich ja nicht geglaubt, dass Sie mal der Handysucht verfallen.
17:31Nee, das ist rein geschäftlich.
17:33Ich brauche eine neue Siebträgermaschine.
17:35Warum?
17:36Jetzt weißt du es hervorragend.
17:37Ja, aber in unserem Geschäft muss man mit der Zeit gehen.
17:40Vorne dran sein.
17:41Aha.
17:41Ja, was denken Sie, was meine Kunden alles haben wollen?
17:44Mit einer Einkreis-Espresso-Maschine kann ich denen gar nicht mehr kommen.
17:49Entweder eine Zweikreis- oder Dual-Boiler.
17:52Klingt kompliziert.
17:53Ja, das klingt vor allem stressig.
17:54Wissen Sie, was eine Prä-Infusion ist?
17:57Das hört sich irgendwie medizinisch an.
17:59Das dachte ich erst auch.
18:00Nee, nee.
18:01Da fließt das Wasser erst mal nur ohne Druck auf den Kaffee.
18:03Und dann schmeckt der Kaffee besser?
18:06Das weiß ich doch nicht.
18:07Auf jeden Fall wird es teurer.
18:08Aber was soll ich machen?
18:09Die Konkurrenz ist groß.
18:13Machen Sie es doch einfach wie das Wasser bei der Prä-Infusion.
18:17Ohne Druck.
18:19Aha.
18:28Ja, gut.
18:29Ja, vielen Dank.
18:30Auf Wiederhören.
18:33Danke.
18:33Theresa Anger hat das Alibi ihres Verlobten bestätigt.
18:36Die beiden waren bis circa neun Uhr zu Hause.
18:38Naja, ist auch kein wirklich starkes Alibi.
18:41Vor allem, weil mir Frau Dr. Berg gesagt hat, dass Theresa Anger jeden Morgen ab sieben Uhr in der Kanzlei
18:46ist.
18:47Ja, wie auch immer. Wir haben zur Zeit keine anderen Indizien dafür, dass Reimann der Täter ist.
18:53Wissen Sie schon, wo Schumann gefrühstückt hat?
18:55Nee, noch nicht. Aber über den Netzprovider läuft gerade die Standortabfrage seines Handys.
18:59Okay.
19:00Fabian Schumanns Finanzen sind aber ganz interessant. Er hatte einen recht lukrativen Nebenverdienst.
19:05Was denn? In dem ganzen Stress als Referendator sind auch einen Nebenjob geleistet?
19:08Ja, und an seiner Dissertation hat er auch geschrieben, aber die scheint noch nicht fertig zu sein.
19:12Es gibt Rechnungen über hohe Beträge von Schumann an eine gewisse Kalamum GmbH.
19:18Das deckt sich mit den Eingängen auf seinem Konto.
19:20Kalamum GmbH? Was machen die?
19:22Wissen wir noch nicht, aber sind wir dran.
19:24Hier, bis vor kurzem war sein Konto auch noch in den Miesen.
19:27Er hat regelmäßig an seinen Bruder Elias Beträge überwiesen.
19:30Mal 2000 Euro, mal 2500 und das seit einigen Monaten.
19:36Kommt ganz gut was zusammen, ne?
19:37Mhm.
19:38Als Referendar verdient man aber gar nicht so gut.
19:41Deshalb die Arbeit bei der Kalamum GmbH.
19:44Die letzte Rechnung ist aber schon zwei Monate alt.
19:45Ja, und da war dann auch Schluss mit den Zahlungen an seinen Bruder.
19:49Ja, allerdings hat Schumann dann kurz hintereinander zweimal 9000 und einmal 7000 in Baring gezahlt.
19:5525.000.
19:56Ja, das hat die Schulden dann ausgeglichen.
19:59Jetzt sind fast 20.000 drauf.
20:01Ja gut, also wo das Bargeld herkommt, das können wir so schnell nicht nachweisen.
20:04Aber diese Zahlungen an seinen Bruder, was ist das?
20:09Das frage ich ihn doch mal direkt.
20:31Hallo.
20:32Hm?
20:36Was denken Sie jetzt über mich?
20:38Was könnte ich denn denken?
20:41Was mir der Tod von Fabian egal ist?
20:45Als Sie mit Ihrer Kollegin hier waren, das war einfach, das war einfach zu viel.
20:49Ich hab ein bisschen Zeit gebraucht, okay?
20:51Sorry.
20:52Ihr ist schon okay.
20:57Ihr Bruder hat Ihnen regelmäßig Geld überwiesen.
20:59Wieso?
21:01Brüder halt.
21:02Und dann hat er plötzlich nicht mehr gezahlt.
21:05Und?
21:08Keine Ahnung.
21:10Erst hat er genug Geld, dann nicht mehr.
21:13Muss er sich doch nicht rechtfertigen für...
21:16Ist es denn bei Ihnen finanziell so eng?
21:17Also verdienen Sie nicht genug?
21:20Doch.
21:21Darum geht's nicht.
21:24Sonst noch was?
21:27Ihr Bruder war morgen seines Todes frühstücken.
21:30Haben Sie eine Ahnung, mit wem das gewesen sein könnte?
21:32Also...
21:33Er hat zu viel gearbeitet, er hatte gar keine Freunde mehr.
21:36Außer für Theresa, für die hat er Zeit gehabt.
21:39Aber die ist eigentlich schon vergeben, oder?
21:42Ehrlich.
21:44Mein Bruder hat sein Liebesleben nie von mir ausgebreitet.
21:47Tut mir leid.
21:49Ah.
21:51Verstehe.
21:54Verstehe.
22:02Verstehe.
22:42Herr Reuter?
22:43Ah, wunderbar.
22:45Danke Ihnen.
22:56Also, dass Fabian Schumann seinem Bruder Elias etliche Tausende überweist, obwohl er selber keine Kohle hat, nur weil die Brüder
23:03sind, das glaube ich einfach nicht.
23:05Dann hört hier der Geldsegen auf und kurze Zeit später ist Fabian tot.
23:08Also das ist schon ein merkwürdiges Zusammentreffen.
23:12Alexander?
23:13Danke.
23:16Ja, was meinst du? Bringt der eine Bruder den anderen um wegen einer jetzt nicht wirklich großen Summe?
23:22Weißt, was weiß ich schon über Brüder?
23:24Wieso? Du hast doch einen, oder?
23:27Jein.
23:29Jein? Also entweder hat man einen Bruder oder nicht?
23:32Seit Jahren keinen Kontakt mehr.
23:35Oh, das war auch blöd.
23:37Ja.
23:39Es war schon ein bisschen spät, aber ich gehe mal eine Runde frühstücken.
23:44Das hier, das ist die Standortermittlung von Fabian Schumanns Handy.
23:48In dem Gebiet, in dem er morgen seines Todes eingeloggt war, liegt ein belgisches Café Brussels.
23:55Ja?
23:58Ah, Frau Dr. Hanger.
24:01Sie hat mich hergebeten.
24:02Danke, dass Sie sich die Zeit nehmen.
24:04Bitte setzen Sie sich.
24:06Möchten Sie etwas trinken?
24:08Es beißt aber auch Wasser.
24:09Danke.
24:13Ja, ich denke, dass wir hier ungestört sprechen können.
24:20Ich fahre aber immer mit der Tür ins Haus.
24:23Herr Schumann und Sie, das war doch mehr als eine Freundschaft, oder?
24:31Bitte, das ist ganz allein Ihre Sache.
24:33Sie müssen mir überhaupt nichts erklären.
24:36Ich würde da gerne wissen, ob Ihr Verlobter von dieser Beziehung gewusst hat.
24:51Fabian und ich waren sehr vorsichtig.
24:55Aber David ist ja nicht doof.
25:01Ich liebe David.
25:07Aber Fabian war so anders.
25:13Wir hatten so viele Gemeinsamkeiten.
25:17Haben uns verstanden ohne Worte.
25:22Ich habe den Eindruck, Sie haben Herrn Schumann geliebt.
25:33Warum waren Sie dann nicht mit ihm zusammen?
25:39Ich bin mit David zusammen seit ich 15 bin.
25:41So etwas schmeißt man nicht einfach so weg.
25:44Eine Jugendliebe muss ja nicht zwangsläufig bis ans Lebensende halten.
25:49Das kann sich auch eine Freundschaft entwickeln.
25:52Nicht für David.
25:56Ich kann David nicht einfach verlassen.
26:01Ich habe ihm so vieles zu verdanken.
26:05Fast alles.
26:08Hat der Verlobter sie unter Druck gesetzt?
26:12Auf keinen Fall.
26:15David ist toll.
26:18Ich habe vom ersten Moment an zur Familie gehört.
26:22Sie haben mich immer unterstützt.
26:26Auf hin, erzähl.
26:31Davids Familie hat mir während des Studiums unter die Arme gegriffen.
26:35Ich konnte mich aufs Lernen konzentrieren und musste nicht arbeiten.
26:38Haben Sie das Gefühl, Sie würden der Familie etwas schulden?
26:50Frau Dr. Hanger, Sie haben gesagt, am Tag, als er schon mal gestorben ist,
26:56waren Sie zusammen mit Ihrem Verlobten bis neun Uhr morgens zu Hause.
27:03Bleiben Sie dabei.
27:14Bleiben Sie dabei.
27:32Wer soll das?
27:35Herr Reimann, ich würde Sie bitten, mit mir aufs Revier zu kommen.
27:38Ihr Alibi ist geplatzt.
27:53Sorry, ich habe nur was gesucht.
27:55Ah ja, was denn?
27:56Gute Arbeit.
27:58Was soll das jetzt?
28:00Pass auf.
28:00Ich musste verdammt hart arbeiten, um hier hinzukommen.
28:03Lass ich mich von niemandem kaputt machen.
28:04Schon gar nicht von dir.
28:11Was wollen Sie jetzt von mir?
28:13Ich habe doch meine Aussage gemacht.
28:15Fragen Sie, Theresa.
28:17Ich war mit ihr am Morgen...
28:18Nein.
28:20Ihre Verlobte war ab sieben Uhr morgens in der Kanzlei.
28:22Wie jeden Morgen.
28:24Also, warum haben Sie gelogen?
28:26Mann, weil Sie mich doch eh schon auf dem Kieker hatten.
28:28Was hätte ich denn sagen sollen?
28:30Dass ich alleine zu Hause war?
28:32Merken Sie selber, wie scheiße das klingt.
28:34Waren Sie denn zu Hause?
28:39Okay, ich frage mal anders.
28:40Wenn ich jetzt bei Ihrem Netzprovider die Standorte Ihres Handys abfrage, zeigt das dann, dass Sie zu Hause waren?
28:47Nein?
28:51Nein.
28:52Weil Sie wo waren?
28:56Bei Fabian Schumann.
28:58Vor seinem Haus.
29:01Und?
29:02Mann, mir hat es gereicht.
29:04Ich wollte mir den Typen packen und...
29:07Aber der war nicht mal da.
29:09Ich habe da ewig gewartet.
29:11Und wieviel waren Sie denn da?
29:12Von acht bis Viertel nach acht.
29:15Ewig gewartet ist das ja nicht.
29:18Merken Sie selbst, ne?
29:25Also, ich halte die Aussage von David Reimann für glaubwürdig.
29:29Wir sollten trotzdem seine Handydaten überprüfen, dann wissen wir, ob die Zeit bestimmt.
29:33Ja.
29:34Woran machst du jetzt das glaubwürdig fest?
29:36Hier.
29:37Ach, danke.
29:38Ja.
29:39Na ja, er gibt zwar nur zu, was wir ihm sowieso schon nachgewiesen haben.
29:43Aber, also, für einen geplanten Mord ist sein ganzes Vorgehen einfach zu dumm.
29:47Na ja, es gibt auch jede Menge dumme Täter.
29:50Na ja, es war echt erwittert.
29:52Okay, wir haben einen leichten Verdacht, aber keinen Beweis.
29:54Lass ihn erst mal gehen, ja?
29:55Hat das Café sonst noch was ergeben?
29:57Nee, also, das Personal konnte sich leider weder an Schumann noch an irgendeine Begleitung erinnern.
30:02Haben Sie eigentlich rausgefunden, was das für ein Nebenjob war, den er hatte?
30:05Na ja, also, zu dieser Kalamom GmbH haben wir eine Website gefunden.
30:11Da steht allerdings auch nichts, außer, dass es sich um einen Dienstleister für Schreib- und Recherchearbeiten handelt.
30:16Die sitzen da in Schweiz.
30:19Schreib- und Recherchearbeiten?
30:21Klingt ein bisschen nach Ghostwriting, ne?
30:24Vielleicht hat er ja wissenschaftliche Arbeiten für andere geschrieben.
30:28Also, ich finde das merkwürdig.
30:30Er vernachlässigt seine eigene Dissertation, um Zeit für einen Nebenjob zu haben.
30:34Und das Geld, das er mit diesem Job verdient, gibt er seinem Bruder.
30:38Wofür hat der Bruder so viel Geld gebraucht?
30:40Tja, das ist eine gute Frage.
31:00Ah, der private Laptop und das Handy von Fabian Schumann sind geknackt.
31:06Er war mit einer oder einem M. Sander frühstücken.
31:12Okay. Wer soll das sein?
31:14Es gibt niemanden mit dem Namen in seinem Telefonbuch.
31:17Der taucht wirklich nur in diesem Kalendereintrag hier auf.
31:20Hm. Machst du dann die Personenabfrage?
31:23Mhm.
31:24Okay.
31:25Fabian Schumann hat alle privaten Messenger-Nachrichten mit Theresa Anger aufgehoben.
31:29Ähm, hier. Die erste ist von vor sechs Jahren.
31:34So lange schon?
31:35Mhm.
31:36Da schreibt, ähm, wieso hast du mir nicht geantwortet?
31:40Wieso sagst du nicht, dass du mich liebst?
31:42Wir zwei gehören zusammen, Theresa.
31:44Du musst deinem Verlobten die Wahrheit sagen oder ich tue das.
31:48Naja, also das ist schon ein Motiv.
31:51Jedenfalls hat ja nicht nur David Reimann kein Alibi,
31:53sondern umgekehrt auch Theresa Anger.
31:56Ich bestell die ein.
31:57Wo gehst denn du jetzt hin?
31:59Elias Schumann ist nicht zu erreichen.
32:02Okay.
32:03Okay.
32:14Frau Berg, ich hab Sie als Referendarin genommen,
32:18weil ich den Eltern einen Gefallen tun wollte.
32:20Aber ihren Leistungen, da sehe ich schwarz, ganz ehrlich.
32:22Beim nächsten Mal will ich Ihren Fokus.
32:25Geben Sie mir Ihren Fokus.
32:26Herr Felix.
32:26Ich will Ihren Fokus.
32:39Herr Reuter.
32:40Hallo.
32:41Ach, übrigens,
32:43hab ich Beschwerde gegen die Beschlagnahme des Kanzlei-Laptops von Herrn Schumann eingelegt.
32:48Okay.
32:49Wie Sie wissen, sind da vertrauliche Daten drauf.
32:52Ja, klar, oder?
32:55Ich bin verpflichtet, meine Mandanten zu schützen.
32:58Ja, und ich muss ein Tötungsdelikt abklären.
33:04Und, haben Sie schon irgendetwas Erhellendes gefunden?
33:06Ja, ja.
33:10Herr Dr. Strelig, sagt Ihnen, die Kalamung geben wir etwas?
33:14Nein, was ist das?
33:15Oder eine oder ein M. Sander?
33:19Herr Reuter, wir verschwinden doch unser Beiderzeit.
33:21Also, ich rede immer gern mit Ihnen.
33:23Das ist konstruktiv und irgendwie nett.
33:25Geschenkt.
33:37Hallo, Frau Dr. Berg.
33:39Darf ich?
33:40Ja.
33:45Ganz schön rauer Ton bei Ihnen in der Kanzlei, hm?
33:50Das ist manchmal einfach ein bisschen viel.
33:54Dieser scheiß Druck und diese Konkurrenz.
33:58Man muss immer liefern und trotzdem ist es nicht genug.
34:03Ja, ich kenne das.
34:06Unser Job kann ganz schön hart sein.
34:09Das muss man schon wollen.
34:10Ich will das.
34:12Das ist mein Traumberuf.
34:15Ich komme aus einer Juristenfamilie, vierter Generation.
34:18Meine Eltern haben in Frankfurt.
34:23Klingt jetzt ein bisschen so, als würden Sie Ihren Eltern etwas beweisen müssen.
34:28Ich schaffte es schon.
34:32Ich muss dann jetzt auch.
34:35Frau Dr. Berg?
34:36Sagt Ihnen der Name M. Sander etwas?
34:40Nein.
34:43Und Kalamom GmbH?
34:46Auch nicht.
34:51Ich habe übrigens mal in die Anfänge der Doktorarbeit von Herrn Schumann geschaut.
34:57Also meiner Meinung nach hätte das eine hervorragende Dissertation werden können.
35:00Super recherchiert, tolles Thema.
35:04Schade.
35:05Haben Sie eine Idee, woran das gescheitert ist?
35:10War nicht taff genug.
35:13Hatte nicht den richtigen Biss.
35:17Hm.
35:48Elias ist weg.
35:51Was heißt denn weg?
35:52Ich war eben bei der Post.
35:53Komm zurück, da ist hier abgeschlossen.
35:55Und Elias ist weg.
35:56Ich? Außenrum, hinten rein, aber drinnen ist er auch nicht.
35:59Ja, vielleicht ist er was besorgen.
36:01Der lässt doch nicht die teuren Fahrräder hier stehen.
36:04Haben Sie ihn angerufen?
36:05Das Telefon geht er auch nicht.
36:09Hatten Sie in letzter Zeit das Gefühl, dass Elias Sorgen hat?
36:13Also, ich meine schon vor dem Tod seines Bruders.
36:20Warum machen Sie eigentlich den Ausverkauf?
36:22Das Geschäft läuft doch eigentlich ganz gut, oder?
36:25Ja, sehr gut.
36:26Ich verkaufe den Laden.
36:28Ich brauche das Geld für ein Häuschen an der Ostsee.
36:30Die Ostsee?
36:32Meine Tochter und mein Enkel, die leben da.
36:34In sechs Wochen bin ich weg.
36:36Und ja, wer übernimmt das dann hier?
36:41Das ist noch nicht sicher.
36:43Was mit Elias?
36:47Hat er sich denn dafür interessiert, das Geschäft zu übernehmen?
36:53Aber ihm hat das Geld gefehlt.
37:00Gut.
37:01Danke.
37:07Fabian wollte sich mit mir eine gemeinsame Zukunft aufbauen.
37:10Er wollte Davids Familie irgendwie das Geld für mein Studium zurückzahlen.
37:13Aber das wollten Sie nicht?
37:14Nein.
37:15Natürlich nicht.
37:17Das ist doch völlig krank.
37:19Man muss mich doch nicht freikaufen.
37:20Wo leben wir denn?
37:23Aber so richtig entscheiden konnten Sie sich auch nicht zwischen den beiden.
37:27So einfach ist das nicht.
37:32Wo waren Sie denn an dem Morgen, als Fabian gestorben ist?
37:35Ich war in der Kanzlei.
37:37Mhm.
37:38Kann das jemand bestätigen?
37:40Ich war die Einzige.
37:42Ich habe mich ins System eingeloggt.
37:44Da gibt es Daten.
37:45Mhm.
37:46Gut.
37:48Sie können jetzt gehen.
37:51Ach, einen Moment noch.
37:53Kennen Sie eine oder einen M. Sander?
37:58Wie gehört.
38:01Gut.
38:05Es sieht so aus, als ob Fabian Schumann Teresas Schulden bei ihren ja quasi Schwiegereltern zurückzahlen wollte.
38:13Dann ist das vielleicht der Grund dafür, dass er für seinen Bruder kein Geld mehr hatte.
38:16Und ich weiß jetzt auch, was Elias mit dem Geld will.
38:19Seine Chefin möchte aufhören und er will die Werkstatt kaufen.
38:23Allerdings hat er nicht genug Geld und ist jetzt weg.
38:28Wie weg?
38:29Er ist einfach während seiner Arbeitszeit abgehauen.
38:31Ja, glauben Sie, es hat irgendwas mit dem Verkauf zu tun?
38:34Naja, vielleicht.
38:35Ja, klar.
38:37Elias verliert seinen Job, wenn jemand anders den Laden kauft.
38:40Der hat Angst, dass er nicht übernommen wird.
38:42Sein Bruder zahlt nichts mehr.
38:43Dabei hatte der Geld.
38:44Diese ganzen Bareinzahlungen.
38:46Ja, Sie haben recht.
38:47Das könnte ein Motiv sein.
38:49Wenn er von dem Bargeld wusste.
38:51Ja, aber warum hat sich Fabian so verantwortlich für seinen Bruder gefühlt?
38:55Die Familie hatte doch irgendwann einen Autounfall.
39:02Frau Berg.
39:03Danke.
39:07Wenn du denkst, du wirst mich los und dem du bereut erquatschst, vergiss es.
39:38Alexander, kommst du mal bitte?
39:47Entschuldigen Sie bitte?
39:49Ja.
39:50Haben Sie vielleicht einen Rollifahrer gesehen?
39:52Dankeschön.
39:54Der Plan, dass Herr Schumann ihren Laden kauft, war ja schon ausgereift, als Sie uns erzählt haben.
39:58Wir haben einen Kaufvertrag gefunden.
40:01Und deshalb hat sein Bruder Fabian ihm Geld überwiesen, oder?
40:06Das ging ja nur um die Anzahlung, weil Elias hat ja keinen Kredit bekommen.
40:10Ist die Anzahlung schon voll geleistet?
40:13Oder fehlt noch was?
40:15Also, einiges.
40:18Das ist ein Kontoauszug von Fabian Schumann.
40:21Fast 20.000 sind auf dem Konto.
40:23Elias hat von diesem Geld gewusst.
40:27Ja, aber deswegen hätte er seinen Bruder nicht umgebracht.
40:30Wussten Sie von dem Geld auf dem Konto?
40:33Also, ja, ich habe gehört, wie er sich mit Fabian deswegen gestritten hat.
40:41In der Werkstatt am Abend vor seinem Tod.
40:43Aber er war das nicht.
40:56Ja, Elias Schumann war beim Floristen hier ums Eck, hat einen Blumenstrauß gekauft.
41:02Vielleicht will er zum Grab seiner Eltern.
41:04Zum Friedhof. Sollen wir es ja mal umsehen?
41:08Okay.
41:09Ja.
41:10Tschüss.
41:11Nee, heute hat eine andere Idee.
41:13Okay.
41:45Herr Schumann?
41:53Wer sind Sie?
41:55Mein Name ist Reuter, Staatsanwaltschaft Wiesbaden.
41:58Wir untersuchen den Tod Ihres Bruders.
42:03Wieso sind Sie hier?
42:04Ich habe mir die Unfallakte angeschaut.
42:08Es ist genau hier passiert.
42:11Ihr Bruder saß am Steuer.
42:13Sie saßen daneben.
42:14Ihre Eltern saßen hinten.
42:16Und dann ist der Bruder von der Straße abgekommen,
42:19weil er zu schnell gefahren ist.
42:23Wen interessiert das jetzt noch?
42:25Denken Sie, er hatte Schuld am Tod Ihrer Eltern?
42:32Ihr Bruder hat Ihnen sehr viel Geld überwiesen.
42:35Könnte es sein, dass er sich schuldig gefühlt hat,
42:37weil Sie seit dem Unfall im Rollstuhl sitzen?
42:42Kann sein.
42:45Auf jeden Fall hat er gewusst, wie wichtig die Werkstatt für mich ist.
42:50Irgendwann hat er mit den Zahlungen aufgehört.
42:54Hat er Ihnen gesagt, warum er nicht mehr gezahlt hat?
42:56Oh ja.
42:58Er brauchte das Geld für seine Freundin.
43:00Ist natürlich viel wichtiger als sein Krüppelbruder im Rollstuhl.
43:03Ich war Sportler.
43:05Radrennen.
43:06Professionell.
43:07Und er?
43:09Er konnte einfach so weitermachen.
43:11Sein Studium.
43:12Sein Doktor.
43:13Alles, was er will.
43:15Und ich?
43:16Ich habe auch ein Recht auf ein Leben.
43:19Sie haben gewusst, dass er noch Geld auf dem Konto hatte, oder?
43:22Ja.
43:2420.000.
43:26Das hätte aber für die Anzahlung auch nicht gereicht.
43:31Es tut mir einfach nur so leid, dass ich ihn so unter Druck gesetzt habe.
43:36Hätte ich das nicht gemacht, hätte er das Kokain nie genommen.
43:40Nie.
43:44Herr Schumann.
43:47Wir gehen davon aus, dass Ihr Bruder das Kokain nicht genommen hat.
43:51Es wurde ihm verabreicht.
43:58Tut mir leid.
44:00Ja.
44:15Ja, klar.
44:16Nein, nein, nein.
44:16Lassen Sie sich Zeit.
44:17Denken Sie noch mal ganz in Ruhe drüber nach.
44:19Und ich würde mich freuen, von Ihnen zu hören.
44:22Ja, danke.
44:23Schönen Tag für Sie.
44:25Oh, oh.
44:25Das war die Schweizer Kalamom GmbH.
44:27Die Chefin ist nicht gerade auskunftfreudig.
44:29Ja, kein Wunder bei einer Ghostwriting-Agentur.
44:32Wir reden hier über eine rechtliche Grauzone.
44:36Also, Agentur und Ghostwriter machen sich nicht strafbar.
44:38Erster Kunde, wenn er diese Arbeit dann als seine eigene einreicht.
44:41Vielleicht war ja im Sand ein Kunde oder eine Kunde in dieser Agentur.
44:44Die haben noch zusammen gefrühstückt.
44:46Das wäre sehr ungewöhnlich.
44:48Also, normalerweise lernen sich Ghostwriter und Kunde überhaupt nicht kennen.
44:51Die benutzen beide Pseudonyme.
44:53Ja, umso wichtiger wäre doch jetzt die Kundenliste der Agentur samt der ganzen Klarnamen.
44:57Ja, ich habe auch mit einem Schweizer Kollegen gesprochen.
45:00Ich hoffe, dass wir an der Stelle weiterkommen.
45:02Ups.
45:04Ah, hallo, Frau Dr. Rabandi.
45:05Hallo, Herr Reuter.
45:07Ich wollte nur kurz sagen, ich habe jetzt die detaillierte Untersuchung des Kokains,
45:11das Fabian Schumann eingenommen hat.
45:12Die Zusammensetzung ist recht ungewöhnlich.
45:16Livermisol, Kreatin und Lidocain.
45:18Also, diese Zusammensetzung gibt es ja wohl nicht bei jedem Dealer, oder?
45:22Ja, es scheint mir eine Spezialmischung zu sein.
45:24Ich denke, das sollte sich alle bestimmten Dealer zuordnen lassen,
45:27aber den müssen Sie erst mal finden.
45:28Klar.
45:30Gut, danke und einen schönen Abend, ja.
45:32Ja, euch auch.
45:33Tschüss.
45:34Tschüss.
45:35Ich kümmere mich.
45:37Okay.
45:38Tschüss.
45:38Schönen Abend.
45:40Danke, euch auch.
46:06Ich kümmere mich.
46:10Ich kümmere mich.
46:15Das war's.
46:41Das war's.
47:17Das war's.
47:40Das war's.
47:53Das war's.
47:56Das war's.
48:06Das war's.
48:07Das war's.
48:08Das war's.
48:15Das war's.
48:17Das war's.
48:43Das war's.
48:48Das war's.
48:54Das war's.
48:56Das war's.
48:58Das war's.
49:11Das war's.
49:13Das war's.
49:14Das war's.
49:16Das war's.
49:30Das war's.
49:33Das war's.
49:47Das war's.
49:53Das war's.
49:55Das war's.
50:20Das war's.
50:25Das war's.
50:26Das war's.
50:27Das war's.
50:27Das war's.
50:29Das war's.
50:30Das war's.
50:33Das war's.
50:39Das war's.
50:43Das war's.
50:54Das war's.
51:01Das war's.
51:16Das war's.
51:22Das war's.
51:24Das war's.
51:25Und dass mit Mohamed Bruder eine
51:25Ich sagte mal, was eigentlich konnte ich mit seinen Eltern zusammenarbeiten...
51:27und ständig mit der tollen Schwester verglichen werden.
51:31Guten Tag!
51:33Frau Dr. Anne Halt!
51:34Entschuldigung!
51:34Ich würde gern kurz mit Frau Dr. Berg sprechen.
51:36Ist das okay für Sie?
51:38Ja.
51:38Natürlich.
51:42Vielen Dank.
51:47Darf ich?
51:48Ja, natürlich.
51:49Danke.
51:53Und dann geht's früh çevregen.
51:54Ja.
51:56Ich hab mal reingeschaut. Gut.
51:59Also, wirklich gut.
52:02Danke.
52:05Also, das Kapitel über Hosting fand ich sehr spannend.
52:09Mhm.
52:11Naja, es war damals ja auch wirklich ein richtig großes Thema.
52:14Wie dürfen Mandanten ihre sensiblen Daten lagern?
52:18Absolut, ja.
52:20Das wurde doch mal gesetzlich geändert.
52:22Und das war 1990, richtig?
52:27Ja, richtig, ja.
52:31Nein, Frau Berg, das war 2015.
52:35Und beim Hosting geht es nicht darum, wie Mandanten ihre Daten lagern dürfen.
52:40Es geht darum, wie Rechtsanwälte die Daten ihrer Mandanten auslagern dürfen.
52:46Stichwort Outsourcing.
52:51Ja.
52:57Haben Sie wirklich diese Doktorarbeit geschrieben?
53:00Natürlich.
53:02Also, ich finde nicht, dass Ihr Name auf dieser Arbeit stehen sollte.
53:05Ich finde, da sollte der Name Fabian Schumann stehen.
53:07Oder meinetwegen auch Melanie Sander, ihr Pseudonym.
53:13Hat Fabian Schumann Sie erpresst, weil er diese Doktorarbeit geschrieben hat?
53:19Nein, ich habe sie geschrieben.
53:23Fabian Schumann hat auf sein Konto 25.000 Euro in bar eingezahlt.
53:27Was meinen Sie?
53:28Wenn wir uns jetzt Ihr Konto anschauen, wurde da exakt dieser Betrag in bar abgehoben?
53:40Ich dachte, Pseudonyme wären sicher, aber als ich in der Mensa mal über das Thema gesprochen habe, da wusste er
53:48es.
53:59Ist bestimmt anstrengend, wenn das Geld der Eltern mal nicht weiterhilft und man selber arbeiten muss, ne?
54:07Die sind sicher sehr enttäuscht.
54:09Was willst du von mir?
54:12Du hast deine Doktorarbeit nicht selbst geschrieben.
54:16Ich war das.
54:19Und weißt du, wie sich das anfühlt, wenn man seine eigene Doktorarbeit nicht fertig bekommt,
54:23weil man die von jemand anderem schreiben muss?
54:25Von jemandem, der nicht gut genug ist oder einfach zu faul ist, aber eben das Geld hat?
54:38Aber mit deinem Geld kannst du mich ja jetzt entschädigen.
54:45Das ist aber noch lange kein Beweis dafür, dass ich ihn getötet habe.
54:50Ja, Frau Berg, Sie wissen doch, wie das geht.
54:52Wir schauen uns das Bewegungsprofil Ihres Handys an
54:54und schon wissen wir, dass Sie in dem Café waren,
54:57in dem Fabian Schumann kurz vor seinem Tod noch gefrühstückt hat.
54:59Und Sie wissen ganz genau, dass es vor Gericht nicht ausreichen wird.
55:03Jeder mittelprächtige Strafverteidiger wird es vor Gericht auseinandernehmen.
55:06Ich könnte mein Handy einfach im Café vergessen haben.
55:09Zur Tatzeit muss ich noch lange nicht dort gewesen sein.
55:13Sie haben nichts in der Hand, Herr Reuter.
55:15Sorry.
55:17Übrigens, die Dealerin, bei der Sie ihr Kokain gekauft haben, hat sie identifiziert.
55:21Ich bin jetzt nicht in der Hand, Herr Reuter.
55:52Was ist das denn jetzt?
55:54Kleines Friedensangebot.
55:56Ich dachte, wir reden einfach mal miteinander und bereinigen das alles.
56:09Ja, ich meine, wir müssen in der Kanzlei jeden Tag so tun, als wären wir gute Kollegen.
56:37Sie wissen überhaupt gar nicht, wie das ist.
56:43Das ist der ganze Druck und das Gefühl, nicht genug zu sein.
56:53Eine Doktorarbeit schreiben zu müssen, obwohl man es überhaupt gar nicht kann.
57:02Ich habe ihm 25.000 Euro in Bar gegeben.
57:07Aber er wollte immer mehr.
57:13Was hätte ich denn machen sollen?
57:16Ich konnte meine Eltern nicht noch mal bitten.
57:20Die hätten doch angefangen, Fragen zu stellen.
57:49Dann kann man auch ohne Doktortitel eine gute Juristin sein.
57:54Oder Jurist.
57:57Sieht man auch von Reuter.
58:01Also ich weiß nicht warum, aber aus irgendeinem Grund sei es mir gerade unheimlich sympathisch.
58:33ilippinГerbal.
58:37Untertitelung des ZDF, 2020