00:06For current and very sad reasons, we are now going to show a documentary about the life of the war
00:11photographer Anja Niedringhaus.
00:27Anja zündete sich an der Zigarette an und wir mussten lachen über irgendwas. Das ist das Letzte, woran ich mich
00:33erinnere.
00:34Es war ein plötzlicher Wutausbruch dieses Polizisten oder Militärs gegenüber uns Fremden.
00:40Ehrlich gesagt hat es mich nie sehr interessiert, weshalb er es getan hat.
00:50Bedingungslose Liebe, das gab sie einem.
00:55Ihr Vermächtnis, Großzügigkeit, Ehrlichkeit, Durchsetzungskraft.
01:09Wie Menschen lachen, verrät eine Menge.
01:14Das ihre war silbern, unbeschwert.
01:22Ein wunderbares Lachen.
01:31Anja kannte kein Selbstmitleid. Sie war begeistert.
01:38Begeistert von den Möglichkeiten, die sich ihr boten.
01:44Und sie genoss die Verbindungen mit ihrer Familie.
01:49Mit ihren Schwestern, ihren Kindern und mit ihren Freunden.
01:54Sie war niemand, die das Gefühl hatte, etwas verpasst zu haben.
02:00Niemand, der noch etwas zum Glück fehlte.
02:05Sie war kein Adrenalin-Junkie.
02:11Keine Kriegsfotografin, die jeden Tag im Kugelhagel sein musste, um sich selbst spüren zu können.
02:18Sie glaubte nicht, dass es sich lohnt, für ein Foto zu sterben.
02:22Sie war eher jemand, die sagte, ich will ganz sicher auch das nächste Foto noch machen können.
02:29Ich glaube, dass Journalisten ihre Arbeit fortführen müssen.
02:32Das ist die Schwierigkeit.
02:34Sobald Journalisten abreisen, gibt es keine Zeugen, keine Beweise mehr.
02:38Fotografie führt den Menschen die Konsequenz ihres Handelns vor Augen.
02:43Ohne gute Bilder gibt es keine Demokratie.