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  • vor 11 Stunden
Menschen mit und ohne Migrationshintergrund leben in dieser Hausgemeinschaft zusammen. Gemeinsame Aktivitäten fördern Austausch, Integration und Zusammenhalt.

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Transkript
00:00In Deutschland ein Zuhause finden. Für Geflüchtete nicht immer leicht.
00:04Viele leben in günstigen Wohnvierteln, oft mit wenig Kontakt zu Deutschen.
00:08Doch hier ist das anders. Hoffnungshäuser sind ein Wohnprojekt, das Geflüchtete und Deutsche zusammenbringt, Tür an Tür.
00:16Die Idee ist simpel. Spaltung verhindern und Integration stärken durch alltägliche Begegnungen.
00:22Doch es gibt auch Skepsis.
00:24Also wir waren wirklich kritisch und es hat uns am Anfang wirklich erschreckt.
00:29Mit diesem Projekt wollen die Initiatoren ein Zeichen für mehr Zusammenhalt in der Gesellschaft setzen.
00:35Kann das funktionieren?
00:40500? Ne, nicht 500, Quatsch.
00:44250, genau.
00:46Ach, dann noch mehr.
00:48Jetzt.
00:50Ich mache immer noch ein bisschen Zitrone rein.
00:52Zum Beispiel von Rose, sie nutzt einen anderen Zucker und das ist weniger süß und mehr halbbar als mein.
01:02Und dann wollte ich lernen.
01:05Habiba Ali ist aus Syrien geflüchtet.
01:07Rosemarie Munz ist Deutsche.
01:10Beide leben in diesem Hoffnungshaus im süddeutschen Schwäbisch gemünd.
01:18Ohne dieses Haus wären sie wahrscheinlich nie Freundinnen geworden.
01:22Das ist mit Rose, was ich mache, dass es mehr als Nachbarschaft und Freundschaft.
01:32Das ist das Gefühl, dass ich zu Hause bin.
01:37Der gemeinsame Alltag ist hier entscheidend, um das Ankommen zu erleichtern.
01:42Viele Fragen werden ganz nebenbei beantwortet, durch alltägliche Begegnungen.
01:48Da kommen Stifte.
01:50Heute hat eine Bewohnerin aus Afghanistan eine Frage zur deutschen Tradition der Schultüte.
01:56Aus persönlichen und religiösen Gründen möchte sie nicht erkannt werden.
02:00Denise Schechinger, die Hausleiterin, hilft weiter.
02:03Leute bleiben dann außen vor, wenn sie niemanden haben, den sie fragen können.
02:09Und so ist es jetzt hier bei dem Beispiel der Schultüte.
02:12Die junge Mutter hat mich gefragt, was bedeutet das?
02:16Also sie kommt von sich aus auf mich zu.
02:19Das, was im Alltag an Fragen auf uns zukommt, das können wir miteinander lösen.
02:24Mittlerweile gibt es mehr als 40 dieser Häuser in Deutschland, die meisten davon im Süden.
02:29Finanziert werden sie von einer christlichen Stiftung.
02:31Die Mieten liegen meist rund ein Drittel unter dem örtlichen Durchschnitt.
02:35Die Zusammensetzung der Hausgemeinschaft wird bewusst so gestaltet,
02:39dass Einheimische und Zugewanderte gleichberechtigt zusammenleben.
02:42Hier leben 115 Menschen unterschiedlicher Nationalitäten, Altersgruppen und Religionen zusammen.
02:49Entstehen dabei auch Spannungen?
02:50Wenn die einen anderen Gott verehren, dann dürfen sie das.
02:55Und ich muss mich denen nicht anschließen.
03:01Da geht es eigentlich darum, Hilfsbereitschaft oder um ein Gespräch.
03:08Und da taucht die Religion überhaupt nicht auf.
03:10Es gibt natürlich Kleinigkeiten, die passieren, zum Beispiel Kinder springen in meinen Garten rum
03:16und ich gehe runter, gehe zum Nachbarn, das geht nicht und so.
03:20Und dann sagt er, es tut mir leid, kein Problem, ich war beschäftigt, aber wird nicht nochmal vorkommen.
03:27Denise Schechinger und ihr Mann treffen sich regelmäßig mit der Familie von Habibe Ali.
03:32Mit der Zeit ist daraus eine Freundschaft entstanden.
03:35Integration ist Arbeit.
03:37Und so ein integratives Wohnkonzept, wie wir das hier leben, das ist Arbeit.
03:43Das fällt einem nicht zu.
03:45Man muss immer wieder aufeinander zugehen.
03:48Man darf Konflikte lösen, weil man so eng zusammen wohnt und sich morgen wieder sieht
03:56und nächste Woche wieder und nächstes Jahr immer noch.
03:59Und das ist Arbeit.
04:02Aber es lohnt sich.
04:04Was Begegnungen mit Fremden verändern können, hat auch Gabriele Nägele erlebt.
04:09Sie wohnt in direkter Nachbarschaft des Hoffnungshauses
04:12und als das Projekt noch in der Planungsphase steckte, hatte sie große Bedenken.
04:16Also wir waren wirklich kritisch.
04:18Eigentlich weniger wegen dem Konzept, sondern einfach wegen der Menschenmasse.
04:22Das hat uns am Anfang wirklich erschreckt.
04:24Und wir haben dann auch eine Bürgerinitiative gegründet und haben gesagt,
04:29also zeigt uns mal, was da kommt.
04:32Seit 2020 lebt sie nun gegenüber des Hoffnungshauses.
04:36Heute ist sie überzeugt, dass Begegnungen entscheidend sind für eine gelungene Integration.
04:41Also eine gute Nachbarschaft.
04:43Also wir leben wirklich eine gute Nachbarschaft.
04:44Und das freut mich auch.
04:45Also ich konnte es mir nicht so vorstellen, aber ich muss sagen, so funktioniert es.
04:50Und so wird es auch funktionieren.
04:52Wir müssen aufpassen, dass wir keine Ghetto-Bildung haben.
04:54Die Durchmischung, das ist wichtig.
04:58Hier wird weiter der Alltag miteinander geteilt,
05:01denn Ankommen beginnt oft schon mit kleinen Dingen.
05:04Wie viel möchtet ihr denn noch voneinander lernen?
05:07Ganz viel.
05:08Viele.
05:09Viele.
05:11Kartoffelsalaf.
05:12Ach so.
05:13Noch gesunde Brötchen und Hefezopf.
05:19Ja, das kommt noch.
05:21Ja, das ist das schon.
05:25Ahaha.
05:25Vielen Dank.

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