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SpaßTranskript
00:14Und, Herr Rudolf hat nach der Bypass-Operation Fieber bekommen.
00:23Was könnte die Ursache dafür sein?
00:27Phneumonie?
00:30Infektionen jeder Art, Wunden, Harnwege. Es könnte auch eine Lunge im Bulli sein.
00:35Aber meistens, wenn es am ersten oder zweiten postoperativen Tag auftritt und nicht lange anhält,
00:41ist es einfach eine Reaktion auf den Eingriff und das Gewebetrauma.
00:45Und was bedeutet das für Herrn Rudolf?
00:48Wenn die Wunde in Ordnung ist, Labor, Urinstatus, Lungeröntgen.
00:57Perfekt. Dann bin ich ja ab jetzt überflüssig.
01:10Eike!
01:14Oh Gott!
01:40Sie können sich wieder umdrehen, Herr Fuss.
01:44Da haben Sie sich ein Achillessehenriss zugezogen. Hat wahrscheinlich schön geknallt.
01:51Das kann man wohl sagen. Meine Schüler waren total schockiert.
01:54Judo-Trainer?
01:55Ja. Ich habe ein Dojo. Also so ein Trainingszentrum, wo ich unterrichte. Halt das wieder zusammen?
02:02Von alleine? Nein. Wir machen einen kleinen Eingriff, von dem die Sehnen enden wieder zusammen.
02:07Aufnahme, Labor, Röntgen, Anästhesie und OP anmelden. Tut Ihnen sonst irgendwas weh? Darf ich?
02:14Ja. Ehrlich gesagt, tut mir irgendwie alles weh.
02:17Okay. Sind Sie auf den Brustkorb gestürzt?
02:20Ja. Als ich vorne übergefallen bin, bin ich auf so einen Kasten geknallt.
02:25Eine Torokalle-Brillmarke.
02:27Das könnte zu einer Herzkontusion geführt haben.
02:30Wir machen noch einen Ultraschall Ihres Bauch- und Brustraums, um zu sehen, ob etwas verletzt ist.
02:34Ja. Bin so frei.
02:40Haben Sie schon gefrühstückt?
02:41Nein.
02:42Dann können wir uns im Anschluss gleich um Ihre Achillessehne kümmern.
02:45Ja. Je eher, desto besser.
02:47Vorsichtig.
02:48Vorsicht, Kalt.
03:03Torak sieht auch gut aus.
03:06Tut mir leid, Frau Schroth.
03:08Keine falschen Hoffnungen.
03:09Sie sind leider nicht dabei.
03:11Seit heute gehören Sie ja ganz an Nowak.
03:21Sollen wir der Dame, die eben bei Ihnen war, Bescheid geben?
03:23Nein. Auf keinen Fall.
03:26Auf keinen Fall.
03:50Schlechte Nacht.
03:53Wilma hat wieder stundenlang geweint.
03:55Jetzt schläft sie endlich.
03:58Ich glaube, das stimmt was nicht.
03:59Das soll noch nicht stimmen.
04:01Sie ist halt ein Schrei-Baby.
04:02Aus medizinischer Sicht ist das ein substanzloser Begriff, der keine Diagnose darstellt.
04:07In der Pädiatrie ist das aber ein gängiger Begriff.
04:11Und es muss auch nicht immer für alles eine Diagnose geben.
04:13Wenn ein Kind so viel und andere uns schreit, hat das einen Grund.
04:17Und der Grund ist, dass manche Babys die äußeren Reize eben schlechter verarbeiten können als andere.
04:23Nee, und das sind nur Annahmen.
04:24Ja, blöd, dass Wilma uns das jetzt nicht selber sagen kann, ne?
04:28Ich war erst gerade mit ihr bei der Untersuchung.
04:31Ich kann nicht mehr.
04:35Vielleicht solltest du einfach ein bisschen schlafen.
04:37Ja, das wäre schön.
04:39Aber Jakob ist heute den ersten Tag wieder im Restaurant.
04:47Ich passe auf, sieh auf.
04:49In letzter Zeit kann ich nach dem Nachtdienst nicht mehr gut einschlafen.
04:55Okay, wenn es so ist, dann würde ich deine präsenile Bettflucht gerne ausnutzen.
05:01Ich habe sie auch gerade gestillt.
05:03Also die Chancen, dass sie durchschläft, stehen ganz gut.
05:05Ansonsten gehe ich mit ihr spazieren und wecke die Nachbarn.
05:08Ja, gute Idee.
05:12Roland, danke, dass du das machst.
05:19Leg dich doch oben noch mal hin.
05:26Ja, da bist du ja.
05:28Wie war der Eingriff?
05:30Nicht die erste Achillessehne, die ich genäht habe.
05:32Ich meinte auch eigentlich, ob es sonst noch irgendwelche Auffälligkeiten gab.
05:35Ja, deswegen habe ich dich gesucht.
05:39Dr. Globisch hat während des Eingriffs vermehrt Extrasystolen im EKG gesehen.
05:43Wie war der Troponinwert im Aufnahmelabor?
05:45Erhöht.
05:47Okay, dann sollten wir wohl tatsächlich von einer Herzkontusion ausgehen.
05:50Ich mache bei ihm regelmäßige Kontrollen.
05:53Okay.
05:56Verzeihung, mein Name ist Hegebart.
05:58Sind Sie der Arzt, der sich um Herrn Voss gekümmert hat?
06:00Ja, aber eigentlich war es Dr. Böhm hier, die sich wirklich um ihn gekümmert hat.
06:04Ja, aber Herr Nova kann Ihnen da auch weiterhelfen.
06:07Ich muss da mal.
06:07Ja, wie geht es Ihnen denn?
06:11Es tut mir leid, aber ich darf nur Angehörigen Auskunft geben.
06:15Ja, ich bin eine Angehörige.
06:31Hey!
06:32Na?
06:33Hast du den Insoff nach der Notaufnahme?
06:35Mhm.
06:36Mhm.
06:36Ich habe nur einen Judo-Trainer an Dr. Böhm übergeben.
06:38Oh, einen Judo-Trainer ist ja interessant.
06:40Ja, und genauso interessant geht es jetzt weiter.
06:43Entlassungsbriefe schreiben.
06:48Und sonst, Herzchirurgie, ist alles schick?
06:53Naja, EKG, Echo, Labor.
06:57Normale Stationsarbeit halt.
06:59Ja.
07:00Und du, Feierabend?
07:01Oh, nee, noch lange nicht.
07:02Ich habe gleich noch dies auf Station.
07:04Bin wieder so viel erkrankt.
07:06Jetzt muss noch den Rettungswagen neu bestücken.
07:08Brauchst du vielleicht Hilfe?
07:11Wieso?
07:11Findest du es etwas spannend?
07:12Ja, natürlich, da passiert auch die ganze Magie in der Erstversorgung.
07:15Naja, nee, so viel Magie passiert da auch nicht.
07:18Chris, wenn ich die nächsten drei Stunden auf dem Bildschirm starren muss, drehe ich durch.
07:21Okay, alles klar.
07:21Dann zeige ich dir jetzt den Zauber der Rettungswagen-Inventur.
07:24Na, geht doch.
07:25Gut.
07:27So, Herr Faust, sollten die Schmerzen wieder stärker werden, bitte einfach melden, ja?
07:30Mit Schmerzen kenne ich mich aus.
07:32Ich bin nicht der Erste, der sich in meinem Dojo verletzt hat.
07:36Bis der Fuß ganz verheilt ist, brauchen Sie einen langen Atem.
07:39Aber es schaffen Sie.
07:40Ja, sechs Wochen den Fuß nicht bewegen, dann Reha.
07:43Und Sport geht wieder nach einem halben Jahr.
07:50Ach, Junge, da bist du ja.
07:56Ich habe schon gehört, dass die OP gut verlaufen ist.
08:00Claudia, ich kann heute nicht mit dir diskutieren.
08:03Ich habe gerade andere Sorgen.
08:04Ja, ich bin nicht gekommen, um mit dir zu streiten.
08:07Herr Faust braucht jetzt eigentlich Ruhe.
08:09Die soll er auch haben.
08:11Ich wollte mich nur vergewissern, dass es ihm gut geht.
08:14Ja, das hast du jetzt ja.
08:17Wieso bist du eigentlich hier in der Klinik?
08:20Routine-Kram.
08:22Du gehst jetzt mal vor.
08:25Ich weiß, wie viel Sie immer zu tun haben.
08:28Ich kümmere mich um ihn.
08:30Das ist wirklich nett von Ihnen, aber meinen Job kriege ich noch hin.
08:34Er ist mein Schwiegersohn.
08:39Na, das hast du ja ganz toll gemacht.
08:42So, wir wechseln jetzt die Windeln.
08:45Und dann machen wir einen Spaziergang.
08:47Das Wetter ist ja...
08:51Oh, ich glaube, wir machen keinen Spaziergang.
09:01So, okay, gut.
09:24So, jetzt brauchen wir nur noch ein bisschen Verbandsmaterial und Schmerzmittel.
09:29Na, Bupin?
09:31Weil es am wenigsten detalbeeinträchtigende Nebenwirkungen hat?
09:36Du bist...
09:38Du bist eine kleine Streberin, bist du.
09:42Vielleicht lasse ich mich ja auch mal für den RTW einteilen, dann könnten wir zusammenfahren.
09:45Glaubst du, das geht?
09:46Ja, na klar geht das. Bei uns ist schon mal ein PJler mitgefahren.
09:49Da ist auf jeden Fall mehr los.
09:52Ja, aber so die Herzchirurgie hat doch auch so ihren Reiz, oder?
09:55Ich laufe bei der Visite mit und schreibe Entlassungsbriefe.
09:57In der N.A. war immer was los, da war ich ständig unter Strom. Das war irgendwie toll.
10:02Ja, ich weiß, was du meinst.
10:07Ich wollte vielleicht noch einen Vorbereitungskurs in Wien machen.
10:10Für das dritte Staatsexamen.
10:13Aber ich kann langsam keine Bücher mehr sehen.
10:16In Wien?
10:17Ja, ich werde es wahrscheinlich eh nicht machen. Zu viel Praxis, die ich hier verpassen würde.
10:21Ja, und ich meine, Theorie kannst du ja auch schon, oder?
10:39Was machen ihr denn hier?
10:40Ja, ich muss Wilma untersuchen lassen.
10:42Sie hat eben Blut gespuckt.
10:44Was?
10:44In der Milch, die sie aufgestoßen hat, war etwas Blut.
10:47Vielleicht eine Entzündung der Speiseröhre oder der Gastritis.
10:51Könnte auch was ganz harmloses sein.
10:54Wo ist Samira?
10:55Sie schläft. Sie war die ganze Nacht wach.
10:58Dann geht es ihr so wie mir. Was hast du jetzt vor?
11:00Ja, ich werde mit Wilma ein Anamnese-Gespräch führen.
11:03Ich wusste gar nicht, dass du Kinderarzt bist.
11:05Außerdem muss wenigstens ein Elternteil dabei sein. Roland.
11:07Ich habe Samira eine Nachricht hinterlassen, wenn sie aufwacht, weiß ich, wo sie uns findet.
11:12Vielleicht könntest du mir mit der Kleinen helfen?
11:16Du, ich muss jetzt gleich in den OP. Aber du schaffst das schon.
11:33Ach, wie konnte denn das passieren? Achillessehnenriss.
11:43Ja, das kommt beim Sport schon mal vor.
11:47Ja, du übernimmst dich.
11:51Claudia, ich habe es dir schon mal gesagt. Ich kann mir keinen weiteren Trainer leisten.
11:54Und jetzt falle ich monatelang aus.
11:57Na, positiv denken.
12:00Vielleicht tut dir eine Auszeit auch mal ganz gut.
12:03Ich will ja nur sagen, dass sich bestimmt eine Lösung findet.
12:08Hauptsache, du wirst wieder gesund.
12:10Ja, wenn du das sagst.
12:12Ja, mein Glas ist immer halb voll.
12:23Ja.
12:32Oh, welch Glanz in meiner Hütte.
12:34Hallo.
12:35Wie komme ich denn zu der Ehre?
12:37Die Tür stand offen und ich war auf der Suche nach einem freien Zimmer.
12:40Und was ist das denn?
12:41Das ist meine Enkelin. Ich würde sie gerne untersuchen lassen.
12:44Wir sind nur kurz hier und warten, dass Dr. Schulte uns dazwischen schieben kann.
12:48Mein Behandlungsraum ist aber kein Wartezimmer.
12:51Trotzdem können Sie uns doch einen Moment behilflich sein.
12:53Ich bin Urologe, kein Kinderarzt.
12:55Außerdem erwarte ich Patienten.
13:01Scheint ihr doch ganz gut zu gehen.
13:03Unserer kleinen Winifried.
13:07Wilma.
13:07Sie heißt Wilma.
13:08Ja, ja, Wilma.
13:09Wir kennen uns doch schon ganz lange.
13:12Na, das ist doch schön.
13:13Könnten Sie sich mal kurz mit ihr beschäftigen?
13:15Ich mache mich auf die Suche nach Dr. Schulte.
13:17Diese Tragesitze sind ziemlich schwer und sperrig.
13:19Und Wilma ewig durch die Klinik schleppen mit all den Kranken.
13:23Das können Sie doch verstehen, oder?
13:25Ja, dann beeilen Sie sich.
13:31Ja, soll ich dir helfen?
13:33Geht schon, geht schon, geht schon.
13:37Soll ich dir vielleicht ein bisschen Obst vom Kiosk holen?
13:41Claudia, du hast doch bestimmt irgendwas Besseres zu tun, oder?
13:46Ich finde, dass du jetzt nicht allein sein solltest.
13:49Ich bin aber gerade unfassbar gern allein.
13:52Ach, Eike.
13:53Niemand ist gern allein.
13:59Floras Tod hat dich verdammt hart gemacht.
14:03Fang jetzt bitte nicht mit Flora an, ja?
14:05Ja, aber es tut doch gut zu wissen, dass man nicht allein ist.
14:09Na, das gibt einem Kraft.
14:11Ich habe genug Kraft.
14:12Ja, hast du nicht.
14:13Verdammt nochmal.
14:14Das ist doch auch gar nicht schlimm.
14:15Denn dafür hast du ja mich.
14:17Weil Familie füreinander da ist.
14:19Wir sind aber keine Familie mehr.
14:36Gut Abend, gut Nacht, mit Hosen bedacht, mit Näglein besteckt.
14:59Ja, es wurde aber auch Zeit.
15:05Na ja, komm ruhig mal wieder vorbei.
15:17Na, was war es bei dir?
15:20Winkelkatheter verrutscht.
15:21Und bei dir?
15:21Oh, ich stand im Weg, als es Mittagessen von Fomö den Rückwärtsgang eingelegt hat.
15:28Hm.
15:34Wieder was gemeinsam.
15:36Ja, stimmt.
15:54Ich hatte Blut auf dem Kittel.
15:56Kurze.
15:58Okay.
16:01Ich wollte auch nur fragen, wie es mit den Entlassungsbriefen aussieht.
16:05Verdammt.
16:07Mach ich sofort, versprochen.
16:17Ich gehe dann mal.
16:45Und das macht mich jetzt wieder gesund, oder was?
16:48Nee, aber von Sarkasmus wird es auch nicht besser.
16:52Kann es ja wieder gehen, wenn es dir nicht passt.
16:55Ich gehe erst, wenn du die hier gegessen hast.
17:03Du gibst echt nicht auf, hm?
17:06Wir sind eine Familie.
17:09Entschuldige, dass ich manchmal so bin.
17:12Die letzten Jahre, das war...
17:16Es war einfach zu viel.
17:19Ja.
17:22Möchtest du deshalb das Grab auflösen, weil es dir zu viel ist?
17:28Hat ja nicht lange gedauert, bis du wieder damit anfängst.
17:32Oder geht's dir ums Geld?
17:34Wenn's knapp ist, dann gebe ich was dazu.
17:36Quatsch!
17:37Darum geht's nicht.
17:38Es ist ja sowieso schon alles geregelt.
17:42Was heißt, es ist alles geregelt?
17:44Das Grab wird aufgelöst.
17:46Das Grab wird nicht einfach aufgelöst.
17:49Doch, meine Entscheidung, nicht deine.
17:51Das ist das Grab meiner Tochter.
17:54Und du entscheidest das nicht einfach so allein.
17:57Es ist schon entschieden.
18:02Hast du zufällig Dr. Heilmann gesehen?
18:04Der wollte zu mir.
18:14Süß.
18:15Dabei klang es so dringend.
18:18Sieht eher nicht so aus.
18:26Aber wieso willst du diesen Ort einfach so auslöschen?
18:30Claudia, es ist über zehn Jahre her.
18:34Ja.
18:35Und wie viele Jahre Trauer sind deiner Meinung nach genug?
18:39Wann muss man gefälligst damit abschließen?
18:42Wenn man das nur könnte.
18:45Glaubst du vielleicht,
18:46dass du dich nicht mehr an Flora erinnern musst,
18:48wenn das Grab nicht mehr da ist?
18:53Nein.
18:56Ich brauch's nicht.
18:59Das ist alles.
19:05Mit dir ist nicht zu reden.
19:08Wirklich nicht.
19:20Halbjährige Kontrollenuntersuchung,
19:23da weiterhin ein kardiales Risikoprofil vorliegt,
19:27inklusive Echo.
19:34Entschuldigung.
19:48Ah, Frau Dr. Böhm.
19:50Störe ich gerade.
19:51Also eigentlich...
19:52War ironisch gemeint.
19:54Ach so.
19:54Ich warte seit ein paar Stunden auf den Entlassungsbrief von Herrn Meining.
19:57Ja, ich glaub, den hab ich eigentlich schon geschrieben.
20:03Einen Moment.
20:04Sie wirken in letzter Zeit ein bisschen zerstreut.
20:06Echt?
20:07Ich geb Ihnen einen Tipp.
20:08Konzentrieren Sie sich auf Ihr PJ und das dritte Staatsexamen.
20:11Für alles andere haben Sie jetzt keine Zeit.
20:14Verstanden?
20:14Ja, für's dir.
20:16Ah, ich hab ihn.
20:19Frau Dr. Böhm?
20:34Sag mal.
20:36Ja?
20:37Hast du die Umschläge bestückt?
20:40Ja, vielleicht.
20:42Wieso?
20:43Also, es ist nur so, Frau Ring und Herr Martens,
20:47die haben jetzt statt ihrer Entlassungspapiere
20:49den Speiseplan für nächste Woche bekommen.
20:52Ja, ist ja auch nicht schlecht.
20:53Äh, ja, auch nicht schlecht.
20:56Sorry, ich bin, ähm, ein bisschen durcheinander.
20:58Hm.
20:59Ja.
20:59Oder vielleicht ein bisschen verliebt.
21:01Verliebt sein ist ein emotionaler und biochemischer Zustand,
21:05der durch starke romantische Anziehung ausgelöst wird
21:08und sich durch Euphorie und eine eingeschränkte Urteilsfähigkeit äußert.
21:12Ja, dankeschön.
21:13Bitte sehr.
21:14Willst du drüber reden?
21:16Äh, worüber?
21:17Na ja, über Lisa.
21:18Nein.
21:19Nein.
21:20Wenn du meinst.
21:28Haben Sie irgendetwas festgestellt?
21:30Gar nichts.
21:31Es ist alles in Ordnung.
21:33Trotzdem gut, dass Sie gekommen sind.
21:36Wenn Babys Blut spucken, dann muss man das ja immer abklären.
21:39Aber die Atemwege sind frei und der Bauch ist unauffällig.
21:42Und außerdem war Wilma erst letztens zu Uhr fünf hier.
21:45Ja, da war auch alles in Ordnung.
21:47Aber das Blut.
21:49Tja.
21:50Naja, sie wird ja noch gestillt.
21:52Sie könnte Blut von einer rissigen Brustwarze verschluckt haben.
21:57Also alles ganz harmlos.
21:59Davon gehe ich aus.
22:01Aber beobachten Sie das.
22:02Wenn es nochmal vorkommt, dann kommen Sie einfach wieder.
22:08Warum weint sie jetzt?
22:12Wann hat sie denn das letzte Mal was gegessen?
22:28Na?
22:33Nicht mehr gut?
22:35Nein, das nicht.
22:39Mit der Mandarine weiß man ja nie, woran man ist, oder?
22:41Mit der Mandarine ist alles in Ordnung.
22:44Wenn es nicht die Mandarine ist, was schlägt Ihnen dann auf den Magen?
22:47Meine Schwiegermutter.
22:49Was macht die denn so?
22:51Ah, lange Geschichte.
22:54Ich mag Geschichten.
22:55Die nicht.
22:56Glauben Sie mir.
22:58Alles klar.
22:59Ich würde Sie dann gerne noch einmal abhören.
23:01Nur zur Kontrolle.
23:03Wegen der Herzprillung?
23:04Das muss nichts Schlimmes sein.
23:06Deshalb beobachten wir Sie ja engmaschig.
23:08Wir machen jetzt noch ein Echo.
23:10Und dann nehmen wir nochmal Blut ab, um die Herzenzyme zu kontrollieren.
23:15Einmal bitte die Brust freimachen.
23:17Ja.
23:19Mhm.
23:30Hey, ihr beide seid ja noch hier.
23:32Ich war bis eben bei Dr. Schulte.
23:34Und?
23:35Der Kleinfeld anscheinend nichts.
23:37Das ist gut.
23:39Aber dann hat Wilma Hunger bekommen.
23:42Wo hast du das Fläschchen her?
23:43Von der Kinderstation.
23:45Dann sind Samira und Jakob jetzt auch beruhigt.
23:48Wie meinst du das?
23:49Hast du den beiden noch nicht Bescheid gesagt?
23:51Nicht.
23:52Ich schaue doch jetzt nach Hause.
23:53Roland, Samira versucht mich dauernd anzurufen.
23:57Weil sie dich nicht erreicht.
23:59Sag mal, gehst du auch manchmal an dein Indy?
24:05Oh.
24:06Oh.
24:09Oh.
24:12Oh.
24:31Störe ich?
24:32Was?
24:33Nein.
24:34Setz dich.
24:39Ich habe mir gerade eben nochmal die Patientenakte von Eike Voss angeschaut.
24:43Mhm.
24:43Bei einer Herzkontusion könnte es auch zu Klappenschäden kommen, oder?
24:46Möglich.
24:47Aber es gibt noch eine Reihe anderer Schäden.
24:49Hämatome, Ischämie, Rupturen im Muskel, in den Koronargefäßen.
24:55Auch Rhythmusstörungen sind typisch.
24:58Sein Puls eben war ziemlich hoch.
25:00Das könnte auch in der Schwiegermutter gelegen haben.
25:02Ich fand sie eigentlich ganz nett.
25:04Und stur.
25:06Hat mich ein bisschen an meine Mutter erinnert.
25:10Kommt mir irgendwie bekannt vor.
25:17Wie ist deine Mutter denn so?
25:21Sie lebt nicht mehr.
25:23Oh.
25:24Ist schon lange her.
25:32Wie lange?
25:37Kommt drauf an, welche Mutter du meinst.
25:40Wie viele hattest du denn?
25:43Pia.
25:45Die erste Frau meines Vaters war die beste Mutter, die man sich vorstellen konnte.
25:51Sie ist gestorben, da war ich 13.
25:56An meine leibliche Mutter habe ich leider gar nicht so viele Erinnerungen.
25:59Sie ist gestorben, als ich sechs war.
26:07Es tut mir leid.
26:10Mit deinem Verlust.
26:13Ich meine, deine Verluste sind ja mehrere.
26:16Schon gut.
26:18Danke.
26:27Ich, ja...
26:29Ich sehe noch mal nach Herrn Vost.
26:31Ja.
26:31Nein, nein, nein, nein.
26:32Pause ist Pause.
26:34Nein.
26:52Wie fühlen Sie sich?
26:56Ihre Troponinwerte entwickeln sich nicht, wie er oft.
26:58Ich würde gerne ein CT machen.
27:00Aha.
27:01Wir wollen nur auf der sicheren Seite sein.
27:03Sichere Seite?
27:06Gibt's denn sowas?
27:10Eigentlich nicht.
27:15Konnten Sie die Angelegenheit mit Ihrer Schwiegermutter klären?
27:19Wir sehen die Welt komplett unterschiedlich.
27:22Da kann nichts geklärt werden.
27:24Schon möglich.
27:26Ich dachte jetzt, Sie sagen sowas wie, Sie müssen nur mal miteinander reden, sich besser zuhören.
27:32Das klingt auch nicht schlecht.
27:34Mit ihr kann man nicht reden.
27:35Sie denkt, man braucht nur genug Motivationssprüche.
27:38Dann kommt man schon irgendwie durchs Kalenderjahr durch.
27:41Dann noch mal ein paar Blumen aufs Grab legen.
27:43Dann kann man seine Trauer da parken.
27:46Bei ihr ist alles so einfach.
27:50Na ja, seine Trauer mal zu parken, das scheint mir gar nicht so verkehrt.
27:54Ich brauche kein Grab, was mich daran erinnert, dass meine Frau tot ist.
28:01Ich würde gerne etwas Tröstendes sagen, aber mir fällt nichts ein.
28:05Ja, es gibt nichts Schlimmeres als hohle Worte, oder?
28:10Trauer ist für immer.
28:11Ich meine, wenn sie einmal kommt, dann...
28:15Die geht nicht mehr.
28:20Ich weiß nicht viel über Trauer, aber ich weiß, dass das nicht stimmt.
28:26Sie haben recht.
28:28Sie wissen nicht viel über Trauer.
28:33Mein Fachgebiet liegt hier, und das sehen wir uns jetzt auch erst mal an.
28:45Ich sage Frau Schneider wegen dem CT Bescheid.
29:06Ich sage ich, sein Tein Zehner wird nicht mehr.
29:11Kein Tein Zehner kurz.
29:18Was hat zwei Daumen, ein Auge und kann die beste Bolognese von Leipzig?
29:23Ist das eine Einladung?
29:25Ja.
29:26Hast du Lust heute Abend?
29:28Ich kann heute leider nicht.
29:30Warum?
29:31Ich muss unbedingt noch meine Unterlagen für Wien sortieren.
29:34Da ist morgen Anmeldeschluss.
29:36Ich dachte, du willst da nicht hin.
29:39Ich glaube, es ist besser, wenn ich es mache.
29:41Okay.
29:44Ja, dann wird es wohl nichts mit uns.
29:47Also mit dem RTW.
29:50Eher nicht.
29:52Schade.
29:55Aber das mit der Bolognese können wir ja trotzdem irgendwann mal machen.
29:58Ja, klar.
30:01Tut mir leid.
30:02Nein, Quatsch. Es muss ja nicht leid tun.
30:04Okay, dann.
30:06Dann.
30:06Bis dann.
30:07Bis dann, ja.
30:25Sag mal, was hast du eigentlich dabei gedacht?
30:28Wie kannst du mit Wilma in die Klinik fahren, ohne Jakob oder mir was davon zu sagen?
30:35Weißt du, was wir uns zu Sorgen gemacht haben?
30:37Ich komme hier an, Wilma ist weg.
30:39Dieser blöde Zettel liegt da und du bist ewig nicht zu erreichen.
30:43Wir dachten, ihr ist was zugestoßen.
30:45Wir haben uns die schlimmsten Sachen vorgestellt.
30:47Ich dachte, dass Wilma was fehlt.
30:49In der erbrochenen Milch war Blut.
30:51Ja, und wenn du mich gefragt hättest, dann hätte ich die...
30:53Du hast geschlafen.
30:53Dann hättest du mich wecken müssen.
30:56Ich wollte nur helfen.
30:58Das kann ja sein, aber das kannst du nicht machen.
31:01Wilma ist nicht deine Tochter.
31:18Und wozu machen wir jetzt noch dieses CT?
31:22Um herauszufinden, wie stark ihr Herz durch den Aufprall verletzt wurde.
31:29Will es sehen, er reicht wohl noch nicht, was?
31:32Naja, erst mal abwarten.
31:34Vielleicht hatten sie ja Glück?
31:36Glück?
31:38Interessant, was hier alles als Glück durchgeht.
31:48Warten Sie mal, können Sie mal bitte zurückfahren?
32:11Können Sie mal rein?
32:13Können Sie mal bitte halten, Mann?
32:14Frau Hegebert?
32:20Besuch für Sie.
32:23Ja.
32:26Vielleicht können Sie uns einen Moment allein lassen?
32:39Was ist denn das für eine Infusion?
32:44Ich habe letzte Woche mit einer neoadjuvanten Chemotherapie angefangen.
32:51Du hast Krebs.
32:57Brustkrebs.
32:59Aber, weißt du, die Ärzte...
33:01Du willst mir jetzt nicht sagen, alles wird gut.
33:16Nee.
33:17Wilma hat sich wieder beruhigt.
33:19Ja, war einfach ein bisschen viel für sie.
33:23Für mich auch.
33:27Ja, mit deinem Vater habe ich ein ernstes Wörtchen geredet.
33:30Sehr ernst.
33:31Du hast vollkommen recht, das geht nicht.
33:33Das war total übergriffig.
33:35Auch wenn er sich Sorgen gemacht hat.
33:39Warte mal kurz.
33:43Du kleine Hexer, hast du mich wieder gebissen?
33:50Ach so.
34:03Papa, wenn du nach Hause kommst, haben wir eine Überraschung für dich.
34:09Die Chemo hier ist das, was man vor einer OP macht, um den Tumor zu verkleinern.
34:17Die Heilungschancen sind wirklich nicht allzu schlecht.
34:21Es tut mir leid, dass ich so blöd zu dir war.
34:26Tut es dir leid, weil ich Krebs habe?
34:29Ein bisschen.
34:31Ja.
34:33Ich meine...
34:34Vielleicht ist es gar nicht so schlecht, die Augen vor der Realität zu verschließen.
34:39Denkst du, dass ich das tue?
34:42Irgendwie schon, ja.
34:45Die meisten denken bei Krebs doch sofort an den Tod.
34:50Es ist ja nicht so, dass ich nicht auch daran gedacht habe.
34:56Und wenn ich ehrlich bin, will ich auch deshalb Floras Grab nicht aufgeben.
35:01Du stirbst doch nicht.
35:03Ja, vielleicht nicht jetzt, aber irgendwann...
35:07Ich will wissen, dass es da einen Ort gibt, wo ich meiner Tochter wieder nah sein kann.
35:13Egal, wie das hier ausgeht.
35:18Ich denke immer an sie.
35:21In unserer Wohnung, die wir gemeinsam eingerichtet haben.
35:25In unserem Dojo, was wir aufgebaut haben.
35:30Sie ist immer in meinem Kopf.
35:33Immer bei mir.
35:36Aber wenn du es brauchst, das Grab, meine ich, dann...
35:41Eike?
35:42Oh Gott.
35:43Eike!
35:47Hilfe!
35:47Hilfe!
35:48Wir brauchen Ihre Hilfe!
35:50Schnell!
35:51Herr Voss?
35:58Herr Nowak, es geht um Herrn Voss.
36:00Erster Rekord.
36:01Eike!
36:01Okay, alles klar.
36:03Hilfe ist auf dem Weg.
36:11Ruptur ist dargestellt.
36:15Kann ich erst noch mal den Tupfer bekommen, bitte?
36:22Siehst du hier?
36:24Das hat die Perikardtamponade verursacht.
36:29Wir übernähen.
36:31Naht, bitte.
36:42Danke, dass du mich dabei sein lässt.
36:45Kein Problem.
36:46Schön, dass du dir trotz deines Feierabends
36:49Zeit für dieses kleine Abenteuer nimmst.
37:07Wir decken das Ganze dann noch mit einem Patch ab.
37:10Okay, ich bereite ihn kurz vor.
37:13Das sieht perfekt aus.
37:27Du bist ja noch hier.
37:29Ja.
37:30Was ist denn los?
37:39Nehmen wir mal an, da gibt es eine Person und du fühlst dich zu dir hingezogen und du hast
37:42eigentlich auch das Gefühl, dass sich diese Person auch zu dir hingezogen fühlt.
37:47Also rein hypothetisch natürlich.
37:49Rein hypothetisch, genau.
37:52So, und auf einmal irgendwie meidet dich diese Person.
37:58Naja, das kann ja verschiedene Gründe haben.
38:00Richtig.
38:01Einer wäre zum Beispiel, dass sich diese Person doch nicht so sehr zu dir hingezogen fühlt.
38:04Oder vielleicht hat diese Person gerade einfach wahnsinnig viel auf dem Schirm.
38:09Drittes Staatsexamen zum Beispiel.
38:10Also natürlich rein hypothetisch.
38:13Bei sowas denkst du immer gleich nur ans Schlimmste.
38:15Ne, stimmt doch gar nicht.
38:16Du musst auch einfach mal ein bisschen mehr positiv denken.
38:19Positives Denken ist die bewusste Ausrichtung auf die positiven Aspekte des Lebens und die
38:23Fähigkeit, Herausforderungen als Chancen zu begreifen, um eine optimistischere Grundhaltung
38:29zu entwickeln.
38:29Ja, super.
38:30Hilf mir jetzt auch nicht weiter.
38:32Ignorier Bertha einfach.
38:33Die habe ich gar nicht gemeint.
39:06Keine Obstzeit.
39:14Ich wollte nur sagen, wenn du möchtest, dass das Grab bleibt.
39:20Jetzt gucken wir erst mal, dass es dir wieder gut geht, ja?
39:52Ich glaube, ich freue.
40:10Hallo, Claudia.
40:13Ja, was machst du denn hier?
40:16Du sollst dich ausruhen.
40:18Mach ich doch.
40:19Ich pass schon auf ihn auf.
40:22Frau Schneider ist extra
40:23einen kleinen Umweg erfahren.
40:25Doch.
40:27Eike, du bist krank.
40:29Das sagte dir richtig.
40:32Ich hab noch was für dich.
40:35Bei mir hat's geholfen.
40:37Ich bin wieder topfit.
40:43Danke.
41:01Ich muss dir was sagen.
41:07Nun, erst muss ich dir was sagen.
41:11Es tut mir leid,
41:12dass ich so eigenmächtig gehandelt habe.
41:16Entschuldige, bitte.
41:18Angenommen.
41:20Jetzt ich, ja?
41:21Ja.
41:22Es gibt doch eine Diagnose.
41:24Ich weiß, warum Wilma mich blutig gebissen hat.
41:26Sie hat den ersten Zahn bekommen.
41:31Ein Zahn.
41:33Ist doch schön.
41:35Ist ein Grund zum Feiern.
41:37Katrin wird gleich kommen.
41:38Wo ist denn Jakob?
41:39Der kommt auch gleich aus dem Restaurant
41:40und bringt was zu essen mit.
41:41Na, das passt doch gut.
41:43Oder?
41:44Dann decke ich mal an den Tisch.
41:45Ich helfe dir.
41:46Nee.
41:47Bleib mal sitzen.
41:48Du liest jetzt mal was.
41:55Hey.
41:56Dein Gläser?
41:57Gibt's irgendwas zu feiern?
41:58Na, ich stoß mit Traubensaft an.
42:00Aber ja, Wilma hat ihren ersten Zahn bekommen.
42:03Na, das ist ja mein Anlass.
42:05Mhm.
42:06Warte mal.
42:07Dann war also das neue Zähnchen an einem schuld?
42:09Mhm.
42:10Ach.
42:10Tut mir leid, dass du so eine Aufregung heute hattest.
42:13Mhm.
42:14Schon gut.
42:14Ich hab das mit Roland geklärt.
42:16Wo ist er eigentlich?
42:21Oh.
42:22Süß.
42:23Dann lassen wir ihn jetzt schlafen.
42:24Und stoßen mit Traubensaft an.
42:26Mhm.
42:29Kinder.
42:32Okay.
42:37Alle Zähne dieser Welt.
42:38Mhm.