00:00Er gilt als Benjamin Netanyahus stärkster Konkurrent.
00:04Doch kann Gadi Eisenkott Israel einen anderen Weg aufzeigen?
00:07Wir werden uns zwischen Wahrheit und Lüge entscheiden.
00:10Der ehemalige Generalstabschef und politische Quereinsteiger
00:14positioniert sich als Gegenentwurf zu Netanyahu.
00:16Mit Kritik spart er nicht.
00:18Er stellt parteipolitische, innenpolitische und persönliche Interessen
00:21über strategische Erwägungen.
00:23Vier Jahrzehnte diente Eisenkott in den israelischen Streitkräften
00:27von 2015 bis 2019 als deren Generalstabschef.
00:302022 wechselte er in die Politik.
00:33Ein Jahr später gründete er die Partei Jascha.
00:36Der Name steht für Ehrlichkeit und Geradlinigkeit.
00:39Die neue Bewegung vereint Politiker aus dem rechten und linken Lager
00:42und will die politische Mitte stärken.
00:45Eisenkotts Botschaft, weniger Polarisierung, mehr Zusammenhalt
00:48und eine Führung, die Verantwortung übernimmt.
00:51Für einen grundlegenden Kurswechsel in der Palästinenser-Frage
00:54steht er allerdings nicht.
00:56Er unterstützte die israelischen Militäreinsätze
00:59im Gazastreifen, im Libanon und gegen den Iran.
01:02Die Forderung nach einem palästinensischen Staat
01:04bezeichnet er als irrelevant.
01:06Seine Angriffe richten sich stattdessen vor allem
01:08gegen Netanyahus Umgang mit dem Folgen des 7. Oktober.
01:11Eisenkott fordert eine staatliche Untersuchungskommission
01:14zu den Versäumnissen rund um den Hamas-Angriff.
01:17Netanyahu lehnt dies bislang ab.
01:19Auch die Führung des Krieges kritisiert er.
01:21Israel brauche klare strategische Ziele und einen Plan für die Zeit danach,
01:26sagt Eisenkott.
01:27Der 66-Jährige will zudem die Befreiung ultraorthodoxer Juden
01:31vom Militärdienst beenden.
01:33Netanyahu hatte die Regelung lange verteidigt,
01:36um die Unterstützung religiöser Parteien zu sichern.
01:38Eisenkott stellt Fragen nach politischer Verantwortung
01:41und institutioneller Erneuerung ins Zentrum seines Wahlkampfs.
01:45Er präsentiert sich als Alternative zu Netanyahu
01:48und als Kandidat, der ein tief gespaltenes Land
01:51wieder zusammenführen möchte.
01:53Sein militärischer Hintergrund verleiht ihm dabei
01:56zusätzliche Glaubwürdigkeit.
01:58In Israel genießen ehemalige Generäle
02:00oft hohes öffentliches Vertrauen.
02:02Doch Eisenkotts Verbindung zu den Kriegen des Landes
02:05ist nicht nur politisch, sondern auch persönlich.
02:08Sein 25-jähriger Sohn fiel 2023 bei Kämpfen im Gazastreifen.
02:13Für viele Israelis macht gerade dieser Verlust
02:16seine Botschaft glaubwürdig,
02:18wenn es um Krieg, Opferbereitschaft und politische Führung geht.
02:22Doch Beliebtheit allein reicht nicht aus,
02:24um Ministerpräsident zu werden.
02:25Wie jeder Anwärter auf das Amt braucht auch Eisenkott
02:28genügend Partner, um eine Mehrheit im Parlament zu organisieren.
02:32Und wie Netanyahu dürfte auch er am Ende
02:34auf die Unterstützung kleinerer Parteien angewiesen sein.