Zum Player springenZum Hauptinhalt springen
  • vor 4 Minuten
Der ehemalige Armeechef Gadi Eisenkot gilt vor der israelischen Wahl am 27. Oktober als stärkster Herausforderer von Benjamin Netanyahu. Es ist die erste Wahl seit dem 7. Oktober 2023.

Kategorie

🗞
News
Transkript
00:00Er gilt als Benjamin Netanyahus stärkster Konkurrent.
00:04Doch kann Gadi Eisenkott Israel einen anderen Weg aufzeigen?
00:07Wir werden uns zwischen Wahrheit und Lüge entscheiden.
00:10Der ehemalige Generalstabschef und politische Quereinsteiger
00:14positioniert sich als Gegenentwurf zu Netanyahu.
00:16Mit Kritik spart er nicht.
00:18Er stellt parteipolitische, innenpolitische und persönliche Interessen
00:21über strategische Erwägungen.
00:23Vier Jahrzehnte diente Eisenkott in den israelischen Streitkräften
00:27von 2015 bis 2019 als deren Generalstabschef.
00:302022 wechselte er in die Politik.
00:33Ein Jahr später gründete er die Partei Jascha.
00:36Der Name steht für Ehrlichkeit und Geradlinigkeit.
00:39Die neue Bewegung vereint Politiker aus dem rechten und linken Lager
00:42und will die politische Mitte stärken.
00:45Eisenkotts Botschaft, weniger Polarisierung, mehr Zusammenhalt
00:48und eine Führung, die Verantwortung übernimmt.
00:51Für einen grundlegenden Kurswechsel in der Palästinenser-Frage
00:54steht er allerdings nicht.
00:56Er unterstützte die israelischen Militäreinsätze
00:59im Gazastreifen, im Libanon und gegen den Iran.
01:02Die Forderung nach einem palästinensischen Staat
01:04bezeichnet er als irrelevant.
01:06Seine Angriffe richten sich stattdessen vor allem
01:08gegen Netanyahus Umgang mit dem Folgen des 7. Oktober.
01:11Eisenkott fordert eine staatliche Untersuchungskommission
01:14zu den Versäumnissen rund um den Hamas-Angriff.
01:17Netanyahu lehnt dies bislang ab.
01:19Auch die Führung des Krieges kritisiert er.
01:21Israel brauche klare strategische Ziele und einen Plan für die Zeit danach,
01:26sagt Eisenkott.
01:27Der 66-Jährige will zudem die Befreiung ultraorthodoxer Juden
01:31vom Militärdienst beenden.
01:33Netanyahu hatte die Regelung lange verteidigt,
01:36um die Unterstützung religiöser Parteien zu sichern.
01:38Eisenkott stellt Fragen nach politischer Verantwortung
01:41und institutioneller Erneuerung ins Zentrum seines Wahlkampfs.
01:45Er präsentiert sich als Alternative zu Netanyahu
01:48und als Kandidat, der ein tief gespaltenes Land
01:51wieder zusammenführen möchte.
01:53Sein militärischer Hintergrund verleiht ihm dabei
01:56zusätzliche Glaubwürdigkeit.
01:58In Israel genießen ehemalige Generäle
02:00oft hohes öffentliches Vertrauen.
02:02Doch Eisenkotts Verbindung zu den Kriegen des Landes
02:05ist nicht nur politisch, sondern auch persönlich.
02:08Sein 25-jähriger Sohn fiel 2023 bei Kämpfen im Gazastreifen.
02:13Für viele Israelis macht gerade dieser Verlust
02:16seine Botschaft glaubwürdig,
02:18wenn es um Krieg, Opferbereitschaft und politische Führung geht.
02:22Doch Beliebtheit allein reicht nicht aus,
02:24um Ministerpräsident zu werden.
02:25Wie jeder Anwärter auf das Amt braucht auch Eisenkott
02:28genügend Partner, um eine Mehrheit im Parlament zu organisieren.
02:32Und wie Netanyahu dürfte auch er am Ende
02:34auf die Unterstützung kleinerer Parteien angewiesen sein.

Empfohlen