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  • vor 10 Minuten
Viele Menschen denken nicht gern an den Tod. Doch die Arbeit am eigenen Sarg kann dabei helfen, Berührungsängste abzubauen. In Norddeutschland gibt es dafür eine besondere Werkstatt.

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Transkript
00:02Probe liegen im eigenen selbstgebauten Sarg?
00:06Wer kommt denn auf so eine Idee?
00:08Und wenn der Deckel zu ist?
00:10Ist das nicht beklemmend?
00:19Es ist Ruhe und es ist Frieden.
00:24So war es gerade und so stelle ich es mir auch vor.
00:30Wenn das so weit ist, hinein und ab ins Feuer.
00:36Eine schöne, einfache Kiste.
00:40Genauso wie ich mir das gewünscht habe.
00:43Auch Helmut Döbers baut sich seinen eigenen Sarg.
00:48Ich wollte eine einfache, unkomplizierte Liegekiste.
00:56Den wollte ich gerne für mich haben, weil ich ohne viel Pomp auch Sehbestattung haben möchte.
01:03Das wird nur verbrannt.
01:05Da bleibt nichts von nach.
01:06Und wir haben beim Bau viel Spaß gehabt.
01:11Und deswegen mache ich das.
01:13Dem 85-Jährigen zur Seite steht Stefan Rösch.
01:17Ihm gehört die Holzwerkstatt.
01:19Wohin wir sterben ist wichtig, nicht woran.
01:24Wohin wir sterben.
01:26Und ich habe herausgefunden, anfassen oder bearbeiten vertreibt Berührungsängste und fördert das Begreifen.
01:39Und das kann ich hier erlebbar machen, wenn es jemand möchte, wenn sich jemand darauf einlässt.
01:49Probeliegen habe ich auch schon gemacht, also sie passt.
01:53Sargbau Herzblut nennt Stefan sein Unternehmen.
01:56Hier kann man unter seiner Anleitung seinen eigenen Sarg oder seine eigene Urne bauen.
02:09Ich bin ein glaubender Mensch und möchte mit dieser Arbeit, mit diesem letzten Möbelstück den Menschen, der mit mir unterwegs
02:20ist, einladen, sich Gedanken zu machen.
02:22Über das Leben und über dieses wunderbare Leben und seine Endlichkeit.
02:26Mach mal 25, bitte.
02:30Stefan, 65 Jahre, ist gelernter Schreinermeister.
02:34Etwa einen Arbeitstag hat es gedauert, den Verbrennungssarg mit Helmut zu bauen.
02:40Helmut nimmt seinen Sarg mit nach Hause.
02:44In mein Zimmer.
02:46Wir haben beide ein Zimmer, meine Frau und ich.
02:50Und dann kann ich ihn bei mir lassen, dann sieht sie ihn auch nicht immer.
02:56Aber sie hat da auch keine Probleme mit.
02:59Wir haben das vorher besprochen und sie findet das auch gut.
03:06Tüttendorf in der Nähe von Kiel in Norddeutschland.
03:09Hier in der Basisgemeinde Wulfshagener Hütten, einer christlichen Lebensgemeinschaft, hat Stefan seine Werkstatt und sein Sarglager.
03:17Nicht jeder nimmt seinen Sarg mit nach Hause.
03:20Gegen eine kleine Gebühr kann man seinen Sarg hier deponieren.
03:23So macht es Rainer Benz.
03:30Auch er hat seinen Sarg selbst gebaut.
03:33Etwa drei Monate hat er dafür gebraucht.
03:36Schon vor einer Weile hat er die Arbeiten abgeschlossen.
03:39Für uns möchte der 75-Jährige seinen Sarg noch einmal in der Werkstatt präsentieren.
03:46Das Gelb steht für die Sonne und das Blau steht für den Himmel.
03:56Und hier innen findet es sich auch nochmal wieder, das ist sehr schönes Rauleder.
04:05Und hier hinter haben wir verborgen, wie man das Tauwerk, was hier außen zu sehen ist, dann innen verbaut hat.
04:14Stefan hat sich darauf spezialisiert, individuelle Särge und Urnen ausschließlich aus recyceltem Altholz herzustellen.
04:21Er zerlegt und verarbeitet alte Möbelstücke wie Schränke, Tische, Leisten oder Eichenbalken zu neuen Unikaten.
04:30Manche Kunden haben das verstanden und haben eigenes Holz.
04:35Ein Kunde hat einen ganzen Birnenbaum fällen lassen, hat mich angerufen und der zweite Satz war, wie dick soll ich
04:44denn das Holz schneiden lassen?
04:46Stefan hat auch für sich und seine Frau bereits die Särge gebaut.
04:49Sie stehen bis zu ihrem Einsatz im eigenen Schlafzimmer und werden schon mal genutzt als Bücherschränke.

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