- vor 16 Minuten
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SpaßTranskript
00:07Du hier!
00:09Ich sitze ja gerne hier.
00:13Ein wunderbarer Ort.
00:17Irgendwie magisch.
00:19Man bekommt Ruhe und Kraft.
00:22Oliver und ich haben ja schon als Kinder gespielt.
00:26Und jetzt bekommen wir selbst ein Kind.
00:58Untertitelung des ZDF für funk, 2017
01:07Das ist ja eine Überraschung.
01:08Ich gratuliere.
01:09Behalte es aber bitte vor.
01:10Es ist für dich.
01:11Die Familie weiß noch nichts davon.
01:12Wir wollen auf den richtigen Zeitpunkt warten.
01:14Ja, sicher.
01:15Ich bin so gespannt, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird.
01:17Eine Tochter wäre großartig.
01:19Aber wenn ich wählen könnte,
01:22ein Junge hat auch was.
01:23Ein Sohn.
01:25Und vielleicht noch drei Töchter.
01:29Nicht ganz ernst gemeint.
01:31Wie sieht es bei dir aus?
01:32Willst du Kinder?
01:35Habe ich was Falsches gesagt?
01:38Ist schon gut.
01:41Ich hoffe nicht, dass ich in eine Wunde gestochen habe.
01:44Nein, gar nicht.
01:45Ich habe nur was im Auge.
01:48Bist du sicher?
01:51Ganz sicher.
01:53Da bin ich aber erleichtert.
01:55Ich dachte schon, du...
01:57Was hast du gedacht?
02:00Dass du vielleicht selber Kinder wolltest
02:02und nicht...
02:06Oder hattest du vielleicht eine Fehlgeburt?
02:12Mir ist alles in Ordnung.
02:19Ich will, dass wir Freundinnen werden.
02:22Wir haben einiges gemeinsam.
02:24Das kann ich ganz deutlich spüren.
02:26Ich muss gehen.
02:31Bis bald.
02:34Alles gut, Bianca.
02:48Bianca.
02:50Was ist denn passiert?
02:53Jetzt ist alles vorbei.
02:55Was ist vorbei?
02:57Ich bin so, so dumm.
03:00Also bevor du mit deinem Selbstanklagen weitermachst.
03:02Was ist denn los?
03:05Du bist ja ganz heiß.
03:10Judith ist schwanger.
03:16Was hast du dir gesagt?
03:18Nein.
03:19Judith.
03:21Du hast Fieber.
03:23Ich verstehe überhaupt nichts mehr.
03:27Wie kann er mir das verschweigen?
03:29Ganz ruhig, Bianca.
03:31Ganz ruhig.
03:32Dafür wird es sicherlich eine Erklärung geben.
03:36Du bleibst jetzt erst mal hier.
03:38Ich muss zur Arbeit.
03:40Jetzt erst mal musst du zur Ruhe kommen.
03:54Ist das Ihr Werk, Georg?
03:58Was?
03:58Das.
03:59Das ist doch Ihr Werk, Bärbel.
04:01Das war mein Werk.
04:03Aber davon ist nicht mehr viel übrig geblieben.
04:05Irgendjemand hat sich heimlich über den Borscht hergemacht.
04:08Und dabei habe ich Judith extra eine Portion aufgehoben.
04:12Und da haben Sie ausgerechnet mich in Verdacht?
04:15Wen denn sonst?
04:17Bärbel, Sie wissen seit Jahren, dass ich Rote Bete nicht mag.
04:21Das nehme ich Ihnen nicht ab.
04:22Rote Bete haben so ein feines, erdiges Aroma und jede Menge Folsäure.
04:30Folsäure?
04:32Na, eh.
04:33Ein wichtiges B-Vitamin.
04:35Wichtig für den Wachstum und alle Entwicklungsprozesse.
04:38Wir haben meistens alle viel zu wenig davon.
04:40Vor allen Dingen Sie.
04:41Wachstum.
04:42Das muss ich mir von Ihnen nicht sagen lassen.
04:45Wollen Sie nicht rangehen?
04:49Wieso ich?
04:52Vielleicht ist es ja was Wichtiges.
05:00Beringer?
05:00Hier, Ursula Berger.
05:02Ach, guten Tag, Frau Berger.
05:03Ich bin die Großmutter von Bianca.
05:05Ich weiß, ich weiß.
05:06Bianca hat viel von Ihnen erzählt.
05:08Sie wollen sicherlich mit dir sprechen, aber ich...
05:10Wissen Sie, wo Bianca steckt?
05:13Tut mir leid.
05:14Wir wissen nicht genau, wo sie im Augenblick ist.
05:17Deswegen rufe ich ja an.
05:18Sie ist hier bei mir.
05:20Ach so.
05:21Sie ist zu Hause.
05:24Bianca fühlt sich nicht wohl.
05:26Ist sie krank?
05:27Leichtes Fieber, vermutlich eine Erkältung.
05:29Sie sollte mal einen Tag im Bett bleiben.
05:32Ja, natürlich.
05:32Sie soll sich auskurieren.
05:34Möchten Sie, dass wir einen Arzt vorbeischicken?
05:37Nein, nein, nein, danke.
05:38So schlimm ist es nicht.
05:40Ein Tag Ruhe reicht.
05:41Auch wenn es zwei werden, kein Problem.
05:43Morgen kommt sie wieder.
05:45Ja, alles klar.
05:47Bestellen Sie Grüße und gute Besserung.
05:49Von mir auch.
05:50Auch von Frau Krause.
05:51Ich meine, von Bärbel.
05:52Danke.
05:54Wiederhören.
05:54Und viel...
05:56Dank für...
05:57Ja, fürs Bescheid sagen.
06:01Und?
06:03Leichtes Fieber, kleine Erkältung.
06:04Sie will sich einen Tag auskurieren.
06:06Ja, sie war die letzten Tage schon so abgespannt.
06:11Na ja, dann kann sie es ja auch nicht gewesen sein.
06:14Ja.
06:15Was?
06:16Die Borschtstiebin.
06:18Bärbel, fangen Sie schon wieder damit an.
06:23Vielleicht fragen Sie mal Judith.
06:24Die war vorhin hier in der Küche.
06:26Judith?
06:27Ja.
06:27Na ja, dann wäre ja alles in bester Ordnung.
06:31Ja.
06:44Du schläfst doch gar nicht mehr.
06:47Aber ich bin immer noch so müde.
06:51Es fühlt sich an, als würde eine Armee von Presslufthämmern durch meinen Kopf marschieren.
06:55Lass mich das machen.
06:59Ich habe deine Termine verschieben lassen.
07:02Ich glaube nicht, dass du heute noch ins Büro willst.
07:05Ehrlich gesagt nicht.
07:07Ich überlege mir sogar gerade, ob ich jemals wieder ins Büro gehen kann.
07:12Ich glaube, ich kann nie wieder in meinem Leben klar denken.
07:14Eine Menge Champagner gestern.
07:17Ist was davon.
07:19Das wird dir gut, du.
07:20Oh, nee, ich krieg nichts runter.
07:22Versuch's mal.
07:23Mhm.
07:24Ganz köstlich.
07:26Ehrlich.
07:29Du musst aufziehen und was essen.
07:34Mhm.
07:40Mhm.
07:41Tut sogar ganz gut.
07:43Sag ich's nicht.
07:43Ganz köstlich.
07:50Du bist wie eine Mutter zu mir.
07:52Ja.
07:53Mhm.
07:53Findest du?
07:54Mhm.
07:54Mhm.
07:55Hey.
07:57Hey.
07:58Der war für mich.
07:59Wirst du dann gezögert?
08:00Das ist immer gefährlich.
08:07Es ist schön, dass du wieder da bist.
08:12Ja.
08:13Es ist schön.
08:16Hm.
08:19Meinst du, er wird uns beschützen?
08:20Wer?
08:23Der da.
08:27Ich weiß nicht.
08:29Du zweifelst an einem Gott?
08:32Ja, es ist ein afrikanischer Gott.
08:35Wer weiß, ob sein Zauber hier wirkt.
08:39Vielleicht hast du ja recht.
08:41Vielleicht hast du ja recht.
08:42Bisher musste er sich jedenfalls für uns noch kein Bein ausreißen.
08:49Ich verstehe.
08:50Ich verstehe das nicht.
08:52Wie kann er mir das verschweigen?
08:54Lindenblüten-Tee.
08:56Der hilft.
08:58Wogegen?
08:59Genau dagegen.
09:02Da kann mir dein Tee auch nicht helfen.
09:06Sei artig.
09:07Und trink.
09:09Ich war artig.
09:11Ich hab' ihr sogar gratuliert.
09:14Hör mal zu.
09:17Ich kenn' deinen Oliver ja noch nicht lange.
09:19Aber ich täusche mich selten in einem Menschen.
09:23Oliver ist kein Lügner.
09:26Ich denke, er ist von der Neuigkeit genauso überrascht wie du.
09:30Und jetzt muss er doch das erst mal verdauen.
09:34Ich wünschte, ich hätte ihn nie kennengelernt.
09:38Na, das meinst du ja nicht im Ernst.
09:41Doch.
09:43Manchmal.
09:45Ihr beide seid doch verrückt aufeinander.
09:48Jeder, der euch beide zusammen erlebt, der sieht das.
09:51Nicht jeder.
09:52Das hätten wir jetzt kein Problem.
09:55Überleg doch mal.
09:58Als er mit Judith zusammengekommen ist,
10:01da habt ihr euch doch noch gar nicht gekannt.
10:04Und jetzt ist plötzlich alles ganz anders.
10:08Auch für ihn.
10:10Ich denke, er ist genauso zerrissen wie du.
10:13Ich glaube, in seinem Kopf sieht es im Moment nicht viel besser aus als in deinem.
10:16Ich weiß nicht, was ich machen soll.
10:18Ich will ihn nicht wiedersehen.
10:20Ich denke, wir sollten mal ganz dringend Fieber messen.
10:23Mir geht's gut.
10:24Ich hab kein Fieber.
10:25Ich muss zurück zur Arbeit.
10:27Sag, den Teufel wirst du tun.
10:28Du bleibst schön liegen, trinkst einen Tee und ich geh das Fieberthermometer holen.
10:38Wie könnte ich ihn hassen, wenn er nur mich selber?
10:43Ich wollte die Liebe und wusste, dass damit auch das Leid verbunden ist.
10:47Dachte ich wirklich, dass das nur mir erspart bleiben würde?
10:51So sehr es auch weh tut.
10:53Trotzdem war es richtig.
10:58Mit unserer Mangold-Bestellung ist was schief gelaufen.
11:02Du musst dir was anderes überlegen.
11:05Welts mit Mangold ist nicht.
11:08Alles in Ordnung?
11:10Ich krieg das einfach nicht in meinem Kopf.
11:12Warum tut er das?
11:13Der Lieferant?
11:14Was?
11:15Nein, Oliver.
11:17Wo die Liebe eben so hinfällt.
11:19Was ist denn das für ein bescheuerter Satz?
11:21Weißt du vielleicht, was er Judith damit antut?
11:23Er reißt ihr das Herz heraus.
11:25Bitte, Tina.
11:26Geht's nicht auch ein paar Nummern kleiner?
11:27Wir reden ja nicht von Mord und Totschlag.
11:29Aber von Verrat und Untreuer.
11:30Glaub mir, er wird nicht nur sich selbst unglücklich machen,
11:32sondern auch sein Kind.
11:34Warum geht's Oliver denn so schlecht?
11:35Warum trinkt er denn so viel?
11:37Der weiß ganz genau, was auf dem Spiel steht.
11:39Und er fürchtet sich vor dem, was jetzt kommt.
11:40Oh, der Arme.
11:41Muss er mir jetzt auch noch leid tun?
11:43Quatsch.
11:44Aber ein bisschen Verständnis könnte nicht schaden.
11:47Ich war der Erste, der ihm gesagt hat,
11:48dass er bei Judith bleiben soll.
11:51Ich hab sogar darüber nachgedacht,
11:52ob ich überhaupt noch sein Freund sein will.
11:54Und?
11:56Freundschaft wirft man doch nicht so einfach weg.
11:58Und schon gar nicht die zu Oliver.
12:01Ich hab versucht, ihn zu verstehen.
12:16Ist das so eine Art erotisches Spiel,
12:18das ich noch nicht kenne?
12:19Ja, es heißt, du kannst nach Hause gehen.
12:22Nach Hause? Wieso nach Hause?
12:23Na, um deine Koffer zu packen.
12:25Wir fliegen morgen in die Sonne,
12:26nach Fuerteventura.
12:29Ich habe dir doch gesagt,
12:30dass ich keine Schulden bei dir haben möchte.
12:32Wer redet denn von Schulden?
12:33Kadang, Kadang hat uns dieses nette kleine Geschenk beschert.
12:36Kadang, Kadang, was ist denn das?
12:38Noch nie gehört.
12:39Ein Palmenvirus.
12:40Maren Heilmanns Pflanzen sind davon befallen.
12:42Und du offensichtlich auch.
12:44Bin ich eine Palme?
12:45Bei einem Gärtner in deiner Größe
12:46weiß man das nie so genau.
12:48Kann ich jetzt meine kleine Geschichte zu Ende erzählen?
12:50Okay.
12:50Also, Kadang, Kadang hockt in der Palme von Maren Heilmann.
12:54Ich kümmere mich um die Palme
12:56und sie gibt mir ein paar Pesos dafür.
12:57Und?
13:01Das kommt dabei raus.
13:06Noch einmal zum Mitschreiben.
13:08Ich möchte keine Schulden bei dir haben.
13:11Hast du ja auch nicht.
13:12Ist ein Geschenk.
13:13Ich kann nicht mitfahren.
13:16Warum nicht?
13:18Es geht einfach nicht.
13:21Dann fahre ich eben mit.
13:22Wo sollst du denn hingehen?
13:23Wenn ich mit dir hätte verreisen wollen,
13:25dann hätte ich mich schon gemeldet.
13:27Hör mal Spaß.
13:28Lars!
13:29Warum ist der denn gleich so giftig?
13:31Hast du dem gewissen?
13:33Du kannst es dir vielleicht nicht vorstellen,
13:34aber ich war einfach nur ehrlich.
13:38Sieh mal eine an.
13:40Tja, das ist doch ein Herz.
13:44Nein, ich will keinen Brief schreiben.
13:49Was ist denn jetzt los?
13:52Ach, lass mich doch in Ruhe.
14:03Wie wäre es mit einem kleinen Aperitif?
14:05Ein Campari?
14:07Ich habe Sie gar nicht kommen hören.
14:09Ich versuche, jede freie Minute zu nutzen.
14:13Aus Ihrem Mund hört sich das auch schon richtig italienisch an.
14:17Also, wenn Sie jetzt finnisch gesagt hätten,
14:19wäre ich auch beleidigt gewesen.
14:21Ich finde es wunderbar, wie Sie sich weiterbilden, Kati.
14:25Bildung ist doch unser höchstes Gut.
14:28Wie sagte mal ein schlauer Kopf,
14:30auch das Gehirn ist ein Muskel, der trainiert sein will.
14:33Wie wahr.
14:34Aber auch unser Kopf braucht ein bisschen Erholung und Nahrung.
14:39Wie wäre es mit einem kleinen Campari-Soda?
14:42Da sage ich nicht nein.
14:45Sind Sie denn mit der Neufassung unseres Stiftungskonzepts durch?
14:49So gut wie.
14:50Ich bin gerade dabei, noch ein paar Zahlen zu prüfen,
14:54damit wir uns vor den Hausjuristen Ihres Mannes nicht blamieren.
14:56Wir wollen ja schließlich seine Unterstützung.
15:00Auf das Konzept.
15:01Auf unsere Sorgfalt.
15:07Und?
15:08Was meinen Sie?
15:09Wann können wir das Konzept vorlegen?
15:11Ich bin fast durch,
15:12aber es wäre mir sehr recht, wenn ich noch bis morgen Zeit hätte.
15:15Meiner Großmutter geht es nicht so besonders.
15:17Das tut mir leid.
15:18Was Ernstes?
15:19Nein, sie fühlt sich einfach nicht so gut.
15:22Ich glaube, das ist die Umstellung.
15:23Sie hat ja zwei Jahre auf Mallorca gelebt.
15:27Selbstverständlich können Sie heute Nachmittag freinehmen.
15:29Danke.
15:32Ich nehme den gleich mit.
15:34Dann kann ich von zu Hause aus noch ein bisschen arbeiten.
15:37Sicher.
15:38Un buono pomeriggio.
15:42Oder für alle Nicht-Italiener.
15:44Einen schönen Nachmittag.
15:46Grazie, Cati.
15:48De nada.
15:51Das ist nicht Spanisch?
15:58Was los?
15:59Schufst du nach Gold?
16:01Nee.
16:05Wahnsinnig gesprächig heute.
16:07Ja.
16:10Verstehe.
16:17Koffer schon gepackt?
16:19Nein.
16:21Also nur leichtes Gepäck.
16:24Zahnbürste.
16:27Badehose.
16:28Gar kein Gepäck.
16:29Klappt nämlich nicht.
16:31Wieso?
16:31Keine Tickets gekriegt?
16:33Doch.
16:34Na, wo ist dann das Problem?
16:36Denise hat kein Geld.
16:40Na, dann schenke eben das Ticket.
16:42Mit Geils beeindruckst du keine Frau.
16:43Habe ich ja versucht.
16:44Sie will trotzdem nicht mitkommen.
16:48Also, so weit konnte ich dir folgen.
16:50Jetzt wird es allerdings ein bisschen kompliziert.
16:54Du erzählst mir, du bist mit Denise zusammen.
16:57Organisierst freie Tage.
17:00Kaufst dir das Ticket.
17:03Und sie will lieber arbeiten, statt mit dir zu verreisen.
17:10Kann es sein, dass ihr doch nicht zusammen seid?
17:12Wir sind zusammen.
17:14Hat die Gute schlechte Erfahrungen gemacht?
17:17Weiß ich nicht.
17:18Mit mir hätte sie jedenfalls Gute gemacht.
17:20Das glaube ich dir aufs Wort.
17:22Und, wer fliegt jetzt mit dir?
17:24Weiß ich nicht.
17:26Na, dann nimm mich doch mit.
17:28Wir beide wären doch ein super Paar.
17:30Deine Witze waren auch schon mal besser.
17:31Und jetzt lass mich in Ruhe.
17:33Im Gegensatz zu dir muss ich arbeiten.
17:35Du, du Chauffeur.
17:38Entschuldigung, dass ich gefragt habe, du Gärtner.
17:43Schwanger?
17:45Judith ist schwanger?
17:48Das ist ja wie ein Erdbeeren und nur Kahn auf einmal.
17:51Immer wenn man denkt, es kann nicht noch schlimmer kommen,
17:53dann packt Wellinghoff Junior nur eins drauf.
17:55Ist ja kein Wunder, dass es dir schlecht geht.
17:57Er hat das bestimmt vorher auch nicht gewusst.
17:59Ja, aber er wird ja wohl gewusst haben,
18:01dass er und Judith vor ihrer Abreise,
18:03na ja, ihr wisst schon,
18:05den Storch bestellt haben.
18:07Halli, das war eben nicht sehr taktvoll Bianca gegenüber.
18:10Tut mir leid,
18:11ich bin vielleicht nicht die perfekte Eheberaterin,
18:13aber es gibt Sachen, die muss man mal laut aussprechen.
18:15Es gibt Situationen,
18:16da sollte man seine Meinung lieber für sich behalten.
18:18Könntet ihr aufhören, euch zu streiten,
18:20sonst bin ich gleich wirklich todkrank.
18:22Es tut mir leid.
18:24Ich bin halt manchmal zu ehrlich.
18:29Vielleicht ist heute einfach nicht unser Tag.
18:32Aber auch so Tage vergehen
18:34und das Leben geht weiter.
18:44Sag mal, hast du eigentlich schon
18:45Omis Sparbuch zur Wellinghoff-Bank gebracht?
18:49Da hatte ich bis jetzt noch keinen Kopf für.
18:52Dann wird es aber höchste Zeit.
18:54Schade um die Zinsen.
18:56Aber Kathi, das ist doch im Moment nicht wichtig.
18:59Ich habe heute Nachmittag frei,
19:00ich könnte sie in die Wege leiten.
19:02Aber Kathi, das kann doch warten.
19:03Die paar Groschen Zinsen.
19:05Was heißt denn hier die paar Groschen?
19:07Wir sind doch nicht die Wellinghoffs.
19:09Und jetzt, wo der Kronprinz in Judiths Bauch schlummert,
19:12sieht es auch nicht so aus,
19:13als ob einer von uns in absehbarer Zeit
19:15den Wellinghoff-Thron besteigen würde.
19:16Bitte, Kathi, halt dich zurück.
19:19Lass doch gut sein, Omi.
19:20Wenn Kathi das machen will, ist doch gut.
19:22Ich tue es nicht für mich.
19:23Ich tue es für uns.
19:25Jemand muss ja schließlich hier das Geld zusammenhalten.
19:29Es verletzt mich,
19:29wenn ihr mich immer so hinstellt,
19:31als wäre ich nur um Geld interessiert.
19:32Kathi, das hat doch niemand behauptet.
19:34Du kannst es dir ja noch mal in Ruhe überlegen.
19:37Also gut, von mir aus.
19:39Dann nimm das Sparbuch und geh zur Bank.
19:42Also eins verspreche ich euch.
19:44Ich werde für uns einen richtig guten Zinssatz raushauen.
19:47Ist ja wohl das Mindeste,
19:48was die Wellinghoffs für uns tun können.
19:59Hallo Tina.
20:01Hallo Judith.
20:02Ich habe gerade einen kleinen Spaziergang gemacht
20:03und dachte, ich schaue mal kurz rein.
20:05Schön.
20:07Alles dabei?
20:09Ja, ja, ja.
20:10Und?
20:11Den Abend gut überstanden?
20:13Ich schon.
20:14War wirklich so nett gestern.
20:15Ich wollte mich bei dir und Matthias noch mal bedanken.
20:17War doch nicht der Rede wert.
20:19Was macht denn Oliver?
20:20Ach, liegt noch im Bett.
20:21Der Abend hat ihm ganz schön zugesetzt.
20:23Ich glaube, die Nachricht, dass er Vater,
20:24wird er denn ein bisschen schockiert.
20:26Das kann ich mir nicht vorstellen.
20:28Oliver wird ein wundervoller Vater sein.
20:31Vielleicht hat er schon das nächtliche Baby geschreit.
20:33Das wird er wohl verkraften.
20:34Du, entschuldige, Judith.
20:35Ich muss weitermachen.
20:36Die neuen Bestellungen müssen auch noch raus.
20:38Das ist morgen Ebbe in dein Vorratskanal.
20:39Klar, mach nur.
20:40Lass ihn nicht aufhalten.
20:41Tschüss.
20:43Mach's gut.
20:44Und grüß Oliver.
20:45Sag mal, ist er nicht in den letzten Wochen
20:46irgendwas Besonderes passiert?
20:48Nein, warum?
20:49Hat Oliver viel gearbeitet?
20:51Ja, ja, er hatte sehr viel Stress.
20:52Mit seinem Vater, irgendeine Bankgeschichte.
20:55Vielleicht ist es das.
20:57Also manchmal, wenn ich ihn anschaue,
20:58kommt er mir wie ausgewechselt vor.
21:00Er musste wirklich sehr viel arbeiten.
21:03Das ist ein eigenartiges Gefühl.
21:05Wieder hier zu sein und nicht zu wissen,
21:07was in den letzten Wochen alles passiert ist.
21:08Es gibt so viel, was ich nicht weiß.
21:11Du hast wirklich nicht so viel verpasst.
21:13Vielleicht ging es Oliver besser ohne mich.
21:16Pff, wie kommst du denn da rauf?
21:18War ein Scherz.
21:20Bis bald, Tina.
21:22Tschüss, Judith.
21:35Tschüss.
21:45Ja, Beringer?
21:46Hallo, Georg, hier ist Oliver.
21:47Guten Tag, Oliver.
21:48Was kann ich für Sie tun?
21:50Ich könnte einen doppelten Espresso vertragen,
21:52wenn Bianca vielleicht so nett wäre.
21:54Der Espresso kommt, aber leider ohne Bianca.
21:56Oh, ist sie schon nach Hause gegangen?
21:58Ihre Großmutter hat vorhin angerufen,
22:00Bianca ist krank.
22:01Was Ernstes?
22:03Ich hoffe nicht.
22:05Leichtes Fieber, meint Ihre Großmutter.
22:06Gut, danke, Georg.
22:09Dann ist es gleich bei Ihnen.
22:11Danke.
22:37Hast du gerade eine 6 in der Gärtner Abschlussprüfung geschrieben?
22:41Was?
22:42Oder es ist das Flugzeug, mit dem du fliegen wolltest, abgestürzt.
22:46Sophia, was soll die Fragerei?
22:48Na ja, für jemanden, der bald in den Urlaub fliegt,
22:50siehst du nicht gerade sehr glücklich aus.
22:53Ich fliege nicht.
22:56Du fliegst nicht?
22:58Ich habe keine Lust mehr.
23:01Aber du hattest dich doch so drauf gefreut.
23:04Ja, habe ich.
23:07Ja, und was hat dir denn die Laune verhagelt?
23:13Denise kommt nicht mit.
23:17Und warum?
23:20Keine Ahnung.
23:30Warum fliegst du dann nicht alleine?
23:33Alleine macht das keinen Spaß.
23:36Dann komme ich mit.
23:40Du bist lieb.
23:42Aber du hast Schule.
23:44Und außerdem, was würden deine Eltern sagen?
23:46Nein, lass das nur meine Sorge sein.
23:48Das kriege ich schon hin.
23:51Weißt du, was komisch ist?
23:53Alle wollen mit mir verreisen.
23:56Bärbel,
23:57Eddie, du.
23:58Alle.
24:00Alle außer Denise.
24:08Tut es wirklich so weh?
24:10Ja, Sophia.
24:12Wie Zahnweh.
24:19Besser?
24:20Hm.
24:23Ich muss weitermachen.
24:25Bis später.
24:45Werlinghoff?
24:46Frau Werlinghoff, hallo, hier ist Kathi.
24:48Hallo, Kathi.
24:49Wie geht es dir, eure Großmutter?
24:51Hoffentlich nichts Ernstes.
24:52Nein, Gott sei Dank nicht.
24:54Einen Moment lang war ich auch beunruhigt, aber es war nur ihr niedriger Blutdruck.
24:57Kleine Kreislaufschwäche.
24:59Es ist schön, dass Sie sich um Ihre Großmutter kümmern.
25:02Kümmern?
25:03Verkennen Sie unsere Oma schlecht.
25:05Die fühlt sich schon wieder topfit.
25:07Ich musste ihr hoch und heilig versprechen.
25:09Nicht wahr, Omi?
25:10Dass ich gleich wieder zur Arbeit gehe.
25:13Wunderbar, dass es ihr so schnell wieder besser geht.
25:16Ja, Omi, ich bin ja so gut wie unterwegs.
25:19So eine Großmutter hätte ich auch gerne gehabt.
25:22Meine war ganz anders.
25:24Händchen halten, vorlesen, betüddeln.
25:29Ich dachte, ich nutze die Zeit, um noch ein wenig in Sachen Stiftung zu recherchieren.
25:34Schön, machen Sie das.
25:35Kann ich Sie irgendwie unterstützen?
25:37Es wäre zauberhaft, wenn Sie mir Eddie mit dem Wagen schicken könnten.
25:41Nichts leichter als das.
25:43Ich werde ihm gleich Bescheid geben.
25:45Herzlichen Dank.
25:47Und was macht ihr Italienisch?
25:50Quasi perfetto.
25:52Grüßen Sie mir Ihre Großmutter.
25:55Wir müssen uns unbedingt einmal kennenlernen.
25:57Omi, Frau Wellinghoff lässt dich grüßen.
26:00Sie will dich unbedingt mal kennenlernen.
26:03Omi freut sich schon sehr darauf.
26:05Ciao, und Sie denken an Eddie mit dem Wagen, ja?
26:08Ich sage ihm gleich Bescheid, Cati.
26:11Wiederhören.
26:17Maren Heilmann, wir kommen.
26:27Ja.
26:32Streck doch ein.
26:35Willst du mir nicht die Tür aufhalten?
26:36Fällt heute aus.
26:38Was ist los, Eddie Beringer?
26:40Ist dir der letzte Rest Scham verloren gegangen, den du ohnehin nie besessen hast?
26:46Ich weiß nicht, wie du das machst, aber dass ich dich heute fahren muss, das ist wirklich das Allerletzte.
26:52Tja.
26:54Es gibt eben doch noch Gerechtigkeit im Leben.
26:57Kathis Gerechtigkeit.
26:59Oh.
27:01Ist dir dein Chauffeursalltag aufs Gemüt geschlagen?
27:05Ganz im Gegenteil.
27:07Aber zu meinem Chauffeursalltag gehört sicherlich nicht, dich durch die Gegend zu kutschieren.
27:12Immer mit der Ruhe, Eddie.
27:14Ich bin im Auftrag von Frau Wellinghoff unterwegs.
27:16Und wenn dir das nicht passt, such den anderen Job.
27:19Schuldest du mir noch 200?
27:21Aha.
27:22Daher weht also der Wind.
27:23Ich könnte sie gut gebrauchen.
27:25Dass du geldgeil bist, habe ich mir fast schon gedacht.
27:28Ich bin es gerne, vor allem bei dir.
27:32Ich habe bis jetzt immer meine Schulden zurückgezahlt.
27:41Das sind nur 150.
27:4350 sind Schmerzensgeld.
27:46Ich habe händeringend nach einem Job gesucht.
27:48Ich habe jeden Tag auf deinen Anruf gewartet und du hast mich hängen lassen.
27:52Du glaubst gar nicht, wie sehr das an meinen Nerven gezehrt hat.
27:54Ich habe dir einen Job angeboten.
27:56In einer Autowerkstatt?
27:58Ja.
27:58Hier sehe ich aus wie die Putze von Mechanikern.
28:00Das war kein Angebot, das war eine Frechheit.
28:04Na dann.
28:06Ich habe sowieso nur mit 100 gerechnet.
28:10Siehen ja beinahe echt aus.
28:13Natürlich sind die echt.
28:14Die sind hart erarbeitet.
28:16So, so.
28:18Hey!
28:20Was soll denn das?
28:22Du hast doch eh mit weniger gerechnet.
28:25Wie sieht es aus?
28:26Machst du mir jetzt die Tür auf?
28:35Danke.
28:36Wäre aber gar nicht nötig gewesen.
28:38Zur Wellinghoff-Bank.
28:39Und beim nächsten Mal gibt es vielleicht sogar ein Trinkgeld.
28:58Berger?
28:59Oliver.
29:00Oliver Wellinghoff hier.
29:02Ist Bianca zu sprechen?
29:04Sie schläft.
29:06Georg hat mir gesagt, dass sie krank sei.
29:09Sie hat Fieber.
29:1238,6.
29:14Grippe?
29:15Sie ist einfach nur erschöpft.
29:18Muss ich mir Sorgen machen?
29:20Sie müssen gar nichts.
29:22Bitte rufen Sie doch später noch einmal an.
29:24Ich möchte Bianca jetzt nicht wecken.
29:26Sind Sie so nett, ihr auszurichten, dass ich angerufen habe?
29:29Mach ich.
29:29Sie wird sich freuen.
29:31Und sagen Sie bitte noch, dass ich an Sie denke.
29:36Dass ich sehr an Sie denke.
29:37Ich richte es ihr aus.
29:40Bis später, Oliver.
29:41Gut.
29:43Danke.
29:43Auf Wiederhören, Frau Berger.
29:57Schön, dass Sie sich Zeit für mich nehmen.
30:00Ich sag's gleich.
30:00Ich hab nicht viel Zeit.
30:01Worum geht's denn?
30:05Meine Großmutter möchte die Bank wechseln.
30:07Der Zinssatz bei ihrer alten Bank ist einfach lächerlich.
30:09Und sie hat mich beauftragt, die Transaktion in die Wege zu leiten.
30:13Kann ich mal sehen?
30:15Meine Großmutter hat ihr Leben lang schwer gearbeitet.
30:20Hm.
30:21Und gut verdient, Donnerwetter.
30:23Das Geld ist von der Versicherung.
30:25Ihr Sohn ist bei einem Unfall ums Leben gekommen.
30:29Oh, das tut mir leid.
30:31Ich finde, sie hat was Besseres verdient als diese lächerlichen Zinsen.
30:34Und es würde mich sehr freuen, wenn Sie die Transaktion betreuen würden.
30:38Knapp 100.000, damit lässt sich doch was machen, oder?
30:42Haben Sie denn schon eine Vorstellung, wie Sie das Geld anlegen wollen?
30:45Nein.
30:46Deswegen bin ich ja zu Ihnen gekommen.
30:48Ich habe gehofft, dass Sie mir da was empfehlen können.
30:52Kati, ich habe im Moment wirklich kaum Zeit.
30:54Warum gehen Sie nicht zu einem unserer Filialleiter?
30:57Weil ich für meine Großmutter die beste Beratung haben will.
31:00Sie sind doch die Beste, oder?
31:05Nehmen Sie Platz.
31:24Störe ich?
31:25Das weiß ich noch nicht.
31:29Kann ich reinkommen?
31:31Warum nicht?
31:39Kaputt?
31:39Nein.
31:41Nur stumpf.
31:44Tut dir nicht weh?
31:46Ich mache das nicht zum ersten Mal.
31:51Mensch, kannst du das mal sein lassen?
31:52Tschüss.
31:59Also.
32:04Es tut mir leid wegen Fuerte Ventura.
32:08Aber gemeinsamer Urlaub ist der zweitgrößte Feind einer jeden Beziehung.
32:13Hast du sowas wie eine Hitliste?
32:15Die Feinde einer Beziehung.
32:16Eins bis zehn.
32:17Nein.
32:18Nur eins bis drei.
32:20Schulden?
32:21Urlaub?
32:22Und was noch?
32:24Zu viel Nähe.
32:25Wenn man sich zu oft sieht.
32:28Verstehe ich nicht.
32:29Warum ist das der Feind?
32:31Genau darin besteht doch der Sinn einer Beziehung.
32:33Eben nicht.
32:34Im Urlaub hängt man Tag und Nacht aufeinander,
32:36bis man sich überhaupt nicht mehr ausstehen kann.
32:38Was ist denn deiner Meinung nach der Sinn einer Beziehung?
32:46Freisein.
32:47Sag mal, ich bin dir egal, oder?
32:52Nein.
32:56Du bist mir nicht gleichgültig.
32:58Na, warum fliegen wir dann nicht zusammen nach Fuerte Ventura?
33:00Das habe ich dir doch schon gesagt.
33:01Ich kann das einfach nicht besser erklären.
33:02Na, dann versuch es wenigstens.
33:05Entschuldigung.
33:07Eben.
33:09Freisein.
33:20Eine weitere Möglichkeit wäre natürlich noch die Rentenfonds.
33:23Oh, meine Großmutter bekommt bereits Rente.
33:26Wäre das dann nicht doppelt gemoppelt?
33:28Das sind eigentlich völlig verschiedene Dinge,
33:29aber egal.
33:30Also keine Rentenfonds.
33:32Wie war das denn nochmal mit diesem Tagesgeld-Plus-Konto?
33:36Kathi, Sie müssen eine grundsätzliche Entscheidung fällen.
33:39Wenn Sie einen hohen Zinssatz wollen, dann müssen Sie das Geld langfristig anlegen.
33:43Wenn Sie allerdings jederzeit an das Geld herankommen wollen,
33:47dann müssen Sie sich mit geringeren Zinsen begnügen.
33:49Oder ein höheres Risiko eingehen.
33:51Hm.
33:52Keine leichte Entscheidung.
33:55Vielleicht sollte ich doch nochmal mit meiner Großmutter Rücksprache halten.
34:00Hallo, Herr Wellinghoff.
34:01Frau Neubauer.
34:03Schön, Sie zu sehen.
34:04Was führt Sie hierher?
34:06Investitionen.
34:07Ach, das hört ein Banker immer gerne.
34:09Und gut, dass Sie das bei uns machen wollen.
34:11Worum handelt es sich denn?
34:13Um das Sparbuch Ihrer Großmutter.
34:15Für manche Menschen ist ein Sparbuch mehr wert, als für uns eine große Anlage.
34:19Knapp 100.000.
34:20Und das ist erst der Anfang.
34:22Deswegen würde ich wahnsinnig gerne mit Ihnen reden.
34:24Es gibt ja kaum jemanden, der mehr Erfahrung in diesem Geschäft hat, als Sie.
34:27Bei diesem Investitionsgespräch wird meine Anwesenheit sicherlich nicht erforderlich sein.
34:32Sie entschuldigen mich.
34:35Und Sie bekommen jetzt nicht nur die beste, sondern die allerbeste Beratung, Frau Neubauer.
34:40Ja, nicht wahr?
34:44Was wollen Sie denn nun wissen, Frau Neubauer?
34:48Also, meine Großmutter interessiert sich nicht nur für Investitionen.
34:52Sie hat auch ein großes Herz.
34:56Judith!
34:57Na, habt ihr euch von eurer Feier gestern erholt?
35:00Ich schon.
35:02Oliver leidet immer noch.
35:03Er hat wohl auch ein bisschen zu viel Champagner getrunken.
35:06Hat er?
35:06So kenne ich ihn gar nicht.
35:08Ja, ich auch nicht.
35:11Das ist sicher die Bankgeschichte mit seinem Vater, die ihm noch im Magen liegt.
35:16Meinte Tina auch.
35:18Vielleicht ist es auch was anderes?
35:22Was meinst du?
35:25Panik?
35:27Wie war das bei dir?
35:29Kurz nach eurer Verlobung.
35:31Gab es da auch eine Phase, in der sich Alexander plötzlich von dir distanziert hat?
35:35Die gab es.
35:37Hat dir das keine Angst gemacht?
35:39Anfangs schon.
35:41Bis ich gemerkt habe, dass er noch viel mehr Angst hatte als ich.
35:44Wovor?
35:45Männer haben immer Angst, sich zu binden.
35:49Sie denken, sie verlieren etwas.
35:51Wir Frauen denken, wir gewinnen etwas.
35:55Und was kann man dagegen tun?
35:58Liebe ist kein 100 Meter Lauf, der nach ein paar Sekunden vorbei ist.
36:02Liebe ist ein Langstreckenlauf.
36:04Mit Höhen und noch viel mehr Tiefen.
36:09Die übersteht man nur, wenn man sich wirklich liebt.
36:12Und vertraut.
36:17Ich vertraue Oliver.
36:20Ich liebe ihn.
36:23Sehr sogar.
36:26Und er liebt dich.
36:28Du bist das Beste, was ihm passieren konnte.
36:33Es ist schön, dass du wieder da bist.
36:36Wir freuen uns alle.
36:41Unter Umständen ist meine Großmutter bereit, einen Teil ihres Geldes zu spenden.
36:45Für welche karitativen Großprojekte will sie sich denn engagieren?
36:49Sie ist da noch ganz offen und lässt mir freie Hand.
36:52Also, wenn Sie einen Tipp für mich haben?
36:54Eigentlich bin ich dafür nicht der Ansprechpartner.
36:57Ich weiß, aber vielleicht könnten Sie ja mal für mich eine Ausnahme machen.
37:01Lassen Sie mich mal überlegen.
37:03Wo spenden Sie denn so?
37:19Das sind Projekte, für die auch unsere Bank spendet.
37:22Die kann ich Ihnen anstandslos empfehlen.
37:25Ich bin Ihnen so dankbar.
37:28Sobald Omi...
37:30meine Großmutter sich das alles angesehen hat,
37:32bringe ich Ihnen die Akten selbstverständlich sofort zurück.
37:35Gut.
37:36In Ordnung.
37:37Nehmen Sie sie mit.
37:39Frau Heilmann hat sicher noch irgendwo Kopien.
37:43Und wenn Sie wieder mal so einen Tipp haben,
37:45wie bei der Sache mit Mr. Harkuck,
37:48lassen Sie es mich wissen.
37:49Worauf Sie sich verlassen kann.
38:03Wieder fit?
38:04Zumindest haben die Pressluft ja mal in meinem Korb Feierabend gemacht.
38:08Ich habe gerade mit deiner Mutter geredet.
38:12Ach ja?
38:13Keine Angst, ich habe sie nicht gesagt.
38:15Wir haben nur ein bisschen gequatscht.
38:17Von Frau zu Frau.
38:18Das hat gut getan.
38:19Wir haben die gleiche Wellenlänge.
38:20Sie versteht mich.
38:21Du weißt doch, dass sie dich mag.
38:23Ja.
38:25Aber ab und zu muss man das auch selber hören.
38:28Und wenn ich es von dir nicht zu hören bekomme,
38:30dann muss ich eben auf deine Mutter zurückgreifen.
38:34Das solltest du wieder viel öfter tun.
38:36Was?
38:37Lachen.
38:39Ich dachte schon, du hättest es verlernt.
38:42In Afrika gibt es Magier,
38:43die können dir das Lachen wegzaubern.
38:45Das ist der schlimmste Fluch überhaupt.
38:52Vielleicht ist es wichtig.
38:53Ich will jetzt nicht.
38:56Vielleicht jemand, der auf dich wartet?
38:58Ich bin beschäftigt.
39:03Ich habe schon gedacht,
39:05wir sind uns fremd geworden.
39:10Aber jetzt ist die Angst wieder weg.
39:12Dafür sind die Presslufthämmer in meinem Kopf wieder da.
39:19Er geht schon wieder nicht ran.
39:21Er kann doch nicht stundenlang auf deine Rückrufe warten.
39:24Vielleicht kann er nicht freisprechen
39:25und da geht er lieber gar nicht erst ran.
39:27Und wie wäre es, wenn du in der Zwischenzeit
39:29mal was für deine Gesundheit tust
39:30und mal fünf Minuten nicht an deinen Oliver denkst?
39:33Was genau hat er denn vorhin gesagt?
39:36Bianca, wie oft willst du es denn noch hören?
39:38Bis ich verstehen kann, warum er nicht rangeht.
39:41Er hat doch gesagt, dass er an mich denkt.
39:43Ja.
39:44Sehr an dich denkt.
39:46Und das hat er genau so gesagt.
39:48Wörtlich.
39:52Wollte er wissen, wie hoch mein Fieber ist?
39:54Ja.
39:56Und war er schockiert?
39:58Wie wundert's bei 38,6.
40:01Also war es?
40:02Ja.
40:04Warum lässt er mich dann so lange in Ungewissheit?
40:06Vielleicht, weil es ihm Spaß macht.
40:12Hat er denn sonst noch irgendwas gesagt?
40:15Nein.
40:17Nichts weiter.
40:18Nein.
40:20Er hätte doch noch was sagen können.
40:21Ja, natürlich, aber ich habe ihn nicht zu Worte kommen lassen.
40:23Und jetzt wird inhaliert.
40:25Und das ist ein Befehl.
40:38Ja, ich vertraue ihm.
40:41Aber es ist manchmal schwer, denn wenn man seinem Herzen folgt, geht man ins Unbekannte.
40:46Und man kann nicht mehr zurück.
40:50Der Körper reißt schneller als die Seele.
40:53Hat mir ein Reisender im Flugzeug gesagt.
40:56Mhm.
40:57Er hatte recht.
40:58Ich glaube, ich bin erst jetzt richtig angekommen.
41:02Manchmal muss man die Heimat erst verlassen, um zu wissen, wie sehr man sie braucht.
41:05Und dass man eine hat.
41:13Sie sind so freundlich zu mir.
41:16Und sie freuen sich für mich.
41:18Worüber denn?
41:20Dass ich zurück bin.
41:21Und dass wir ein Kind bekommen.
41:23Judith.
41:25Wir haben doch gesagt, wir finden einen geeigneten Zeitpunkt, um es zu verkünden.
41:28Du hast es doch auch schon Matthias erzählt.
41:29Und du Tina.
41:30Ja, dann würde ich sagen, wir sind quitt.
41:32Also war es nicht schon die ganze Welt?
41:33Nein, ich habe es niemandem erzählt.
41:35Auch nicht die halbe?
41:37Nein, natürlich nicht.
41:39Ich habe es nur meiner neuen Freundin erzählt, Bianca.
41:46Warum hat Oliver mir nicht gesagt, dass Judith schwanger ist?
41:48Wie oft willst du dir diese Frage noch stellen?
41:51Tragen Sie doch einfach mal das Tuch einer fremden Frau.
41:56Vielleicht hilft es ja.
41:58Danke.
41:59Hey, sorg dafür, dass er total verrückt nach dir ist.
42:01Und dann lässt du ihn ordentlich zappeln.
42:03Er vermisst dich.
42:05Ich ihn auch.