- vor 16 Minuten
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SpaßTranskript
00:01Sie sind so freundlich zu mir.
00:03Und sie freuen sich für mich.
00:06Worüber denn?
00:07Dass ich zurück bin.
00:08Und dass wir ein Kind bekommen.
00:10Judith.
00:12Wir haben doch gesagt, wir finden einen geeigneten Zeitpunkt, um es zu verkünden.
00:15Du hast es doch auch schon Matthias erzählt.
00:17Und du Tina.
00:17Ja, dann würde ich sagen, wir sind quid.
00:19Also war es nicht schon die ganze Welt?
00:21Nein, ich hab's niemandem erzählt.
00:23Auch nicht die halbe?
00:24Nein, natürlich nicht.
00:26Ich hab's nur meiner neuen Freundin erzählt, Bianca.
00:36I'm a true believer
00:41And I've seen the power of what men love can do
00:50And I'm a true believer
00:55And I believe in me and you
01:07Warum Bianca?
01:09Weil sie wunderbar ist.
01:11Ich hab mich gleich in sie verliebt.
01:13Auch wenn unsere erste Begegnung seltsam war.
01:16Sie stand da so verloren im Zimmer und sah ziemlich traurig aus.
01:19So wie du jetzt.
01:22Ich bin nicht traurig.
01:23Nein, warum auch?
01:24Aber Bianca?
01:26Vielleicht hat sie Liebeskummer.
01:30Ich weiß nicht.
01:30Ich denke, sie hat einfach nur einen schlechten Tag erwischt.
01:33Vielleicht hätte ich ihr nicht von meiner Schwangerschaft erzählen sollen.
01:38Aber als ich Bianca an unserer Ruine sah, war ich so bewältigt von Erinnerungen.
01:42Unsere Ruine?
01:43Weißt du noch, wir haben da als Kinder immer gespielt.
01:45Und jetzt bekommen wir selbst ein Kind.
01:47Verstehst du?
01:47Ich war so glücklich.
01:48Ich musste es ihr einfach sagen.
01:51Plötzlich wusste ich, dass alles einen tiefen Sinn ergibt.
01:59Guten Morgen, Schnarchnase.
02:03Ich hab nicht geschlafen.
02:04Nur ein bisschen geruht.
02:09Sieht eher nach einer längeren Meditation aus.
02:12Wieso?
02:13Guck in den Spiegel, dann siehst du es.
02:16Die Sache mit den Nies tut mir übrigens leid.
02:18Ach, so wichtig war das nun auch wieder nicht.
02:20Gott sicher Unsummenstorno, hm?
02:22Meinst du?
02:24Ich hab noch gar nicht abgesagt.
02:30Glaubst du, das geht noch mal weg?
02:36So in zehn bis zwölf Tagen, vielleicht.
02:40Das war nicht so ein Gesicht.
02:41Einen schönen Menschen erstellt nix.
02:42Sehr komisch.
02:44Was, wenn Denise mich so sieht?
02:46Jetzt vergiss doch mal endlich Denise.
02:48Andere Mütter haben auch hübsche Töchter.
02:50Und warum bist du dann schon seit Ewigkeiten Single?
02:53Das Angebot ist so groß,
02:56ich kann mich einfach nicht entscheiden.
03:15Also mein Brautstrauß war herzwörmig.
03:18Herrlich romantisch.
03:21Eigentlich herrlich kitschig würde es eher treffen.
03:24Aber ich fand's schön.
03:25Ich mag sie ein bisschen, ähm,
03:29schlichter.
03:29Mhm.
03:32Guck mal, ich glaube es war genau dieser.
03:34Lass mal sehen.
03:37Ranunkel, Schneeball, Rosen, verschiedene Beeren,
03:41Flieder, Maiglöckchen.
03:42Du mit den Beeren musst du höllisch aufpassen.
03:45Manche Floristen benutzen ganz frische,
03:48wegen der Farben.
03:49Und schon hast ein Fleck im Kleid.
03:51Oliver dürfte das eigentlich nicht hören.
03:53Der Brautstrauß ist doch ein Geheimnis.
03:54Sonst nimmst du es mit Geheimnissen doch auch nicht so genau.
03:57Also bitte keinen Streit.
03:58Nicht jetzt.
04:00Was hältst du von dem hier?
04:02Ja, warum nicht?
04:04Ich find den klasse.
04:06Also, die Ranke dürfte doch bis zu deinem Rocksaum reichen.
04:10Sag mal,
04:11bist du dir wirklich sicher, dass du...
04:13Kein Wort über das Kleid.
04:14Das darf der Bräutigam nun wirklich nicht wissen.
04:18Der kriegt doch gar nichts mit.
04:20Denkt nur an seine Bank.
04:23Wie sein Vater.
04:25Hey.
04:28Mr. Wellinghoff.
04:31Wie wär's mit einem starken Espresso?
04:34Soll ich Bianca Bescheid sagen?
04:36Bianca ist zu Hause.
04:38Bärbel meinte eine Erkältung oder so.
04:40Die Arme.
04:45Ich, ähm...
04:46Macht ihr mal weiter hier.
04:47Ich muss noch mal telefonieren.
04:56Judith, was hältst du von dem hier?
05:01Hast du eigentlich, wo Bianca wohnt?
05:03Keine Ahnung.
05:04Warum?
05:05Ich würde dir gerne gute Besserung wünschen und ein paar Blumen schicken.
05:19Ach, hier hast du dich versteckt.
05:29Warum hat Oliver mir nicht gesagt, dass Judith schwanger ist?
05:33Wie oft willst du dir diese Frage noch stellen?
05:36Bis ich die Antwort weiß.
05:38Und wenn du die Antwort weißt,
05:40bist du sicher, dass du sie dann auch akzeptieren kannst?
05:45Ich muss hier raus.
05:47Vor einer Stunde hattest du noch Fieber.
05:49Meinst du, nicht gehörst du ins Bett?
05:50Ich will an die frische Luft.
05:52Ich mach einen langen Spaziergang.
05:53Ja, tu das.
05:55Er wird schon noch anrufen.
05:57Sicher.
06:07Hier, Berger.
06:09Ja, Sie können jetzt streichen kommen.
06:12Wo ist denn jetzt schon wieder dieser Pinsel?
06:20Wer suchet, der findet.
06:32Die Notration.
06:43Na, was ist los?
06:48Langeweile.
06:51Ich wüsste da was.
06:53Wie wäre es mit ein wenig Küchenarbeit?
06:59Küchenarbeit.
07:14Männer sind echt blöd.
07:17Ach, daher weht der Wind.
07:25Mit denen kann man einfach nichts anfangen.
07:31Wie jemand Bestimmtes oder nur so?
07:35Darum geht's doch gar nicht.
07:39Ich mein,
07:42man kann mit denen einfach nichts unternehmen.
07:45Die sind nicht dazu in der Lage.
07:48Etwas Spezielles?
07:50So war's doch nicht.
07:51Ach Mann, du verstehst wieder gar nichts.
07:54Ich mein,
07:55so allgemein.
07:58Ach so.
07:59So allgemein.
08:01Hm?
08:01Nur so eben.
08:03Und,
08:04was ist dir plötzlich so wichtig an Ihnen?
08:06Den Männern meine ich so ganz allgemein?
08:09Hab ich gesagt,
08:10dass mir irgendetwas wichtig an denen ist?
08:12Ich sag,
08:12Männer sind blöd.
08:14Ja,
08:15alles eine Sache der Sichtweise.
08:18Okay.
08:19Ich mein,
08:20manchmal sind sie ja auch ganz
08:22wichtig.
08:24Wenn sie zum Beispiel auf einen warten.
08:27Das muss ein schönes Gefühl sein,
08:29wenn jemand auf dich wartet.
08:32So allgemein.
08:33Also meine Küche wartet immer auf mich.
08:35Du raffst aber auch gar nicht.
08:37Hey,
08:38kein Grund unverschämt zu werden.
08:50Ich schwöre,
08:51meine Letzte.
08:52Beim heiligen Georg.
08:56Sophia?
08:57Ich will niemanden sehen.
09:02Mhm.
09:03Und warum?
09:04Die Leute machen mich krank.
09:08Eigentlich hab ich ja gar nichts.
09:11Und trotzdem geht es mir super mega beschissen.
09:14Klingt nach
09:16verliebt sein.
09:17Voll ätzend.
09:19Da verliebst du dich in einen Typ und
09:21ach,
09:22die Typen sind doch gar nicht in der Lage,
09:23sich zu verlieben.
09:24Das sehe ich aber anders.
09:25Oder sie verlieben sich für eine Minute
09:27und in der nächsten haben sie es schon wieder vergessen.
09:29Toll.
09:30Du musst ihnen Zeit lassen.
09:32Mach ich doch.
09:34Hm.
09:35Aber zu lang darf eine Frau
09:36einen Mann auch nicht zappeln lassen.
09:38Weißt du,
09:38viele meiner Freunde
09:39dann haben den richtigen Moment
09:41verpasst,
09:41den Mann an sich zu binden.
09:45Verstehe ich nicht.
09:47Klingt aber klug.
09:49Heißt das,
09:49dass du hast gewusst,
09:50wann der richtige Moment war?
09:53Um ehrlich zu sein,
09:55ja.
09:59Aber das bei
10:00dir und Oliver,
10:01das hat sich doch so
10:03entwickelt mit den Jahren.
10:05Schon.
10:06Aber ich wusste immer,
10:07dass ich ihn eines Tages heiraten werde
10:09und dass er der Vater meiner Kinder sein wird.
10:11Echt?
10:12Das darf man einem Mann
10:13natürlich nicht gleich gestehen,
10:15dass er der Richtige ist und so.
10:16Sonst bekommt er Angst und läuft weg.
10:18Ich weiß nicht.
10:20Am Anfang ist man doch selber nicht so sicher.
10:23Ich hätte nicht mit Oliver geschlafen,
10:25wenn ich mir nicht sicher gewesen wäre.
10:27Wenn ich mich für einen Mann entscheide,
10:30heirate ich ihn
10:30und bekomme seine Kinder.
10:34Ich sag doch,
10:35das macht mich alles krank.
10:38Sag mal,
10:38du weißt nicht zuwillig,
10:39wo Bianca wohnt.
10:40Nee.
10:41Frag am besten Bärbel oder Georg.
10:44Drei Wochen Lieferzeit.
10:45Das dauert mir zu lange.
10:47Ich hole die Bestellung selber ab.
10:50Natürlich schicke ich
10:51einen Fax zur Bestätigung.
10:53Dann bis morgen.
10:56Weinregale 60 Euro
10:58der laufende Meter
10:58bei einer Höhe von 1,40.
11:00Sie wollten mich sprechen, Chef?
11:02Na ja.
11:06Ich würde es begrüßen,
11:07wenn Sie mich künftig selber
11:08um Urlaub bitten
11:09und nicht Ihren Sven verschicken.
11:11Ich habe niemanden vorgeschickt, Chef.
11:13Ihr Sven hat quasi darum gebettelt.
11:16Ich bin kein Diktator.
11:19Urlaub steht Ihnen selbstverständlich zu,
11:21wann Sie wollen.
11:22Eben, Chef.
11:23Bedenken Sie aber,
11:24wenn Sie in Zeiten,
11:26wo viel los ist, verreisen,
11:27tun Sie das auf Kosten Ihrer Kollegen.
11:30Deswegen nehme ich ja
11:31meinen Urlaub auch immer nachts, Chef.
11:34Also, was ich sagen will,
11:36wenn Sie wollen,
11:37können Sie fahren.
11:38Und nennen Sie mich
11:39nicht immer Chef.
11:40Alles klar.
11:42Herr Beringer,
11:43das mit dem Urlaub
11:44war einfach ein großes Missverständnis.
11:46Ich habe da wohl mal
11:47irgendwas in Richtung Mittelmeer erwähnt
11:49und Sven hat einfach angefangen,
11:50Fantasie zu entwickeln.
11:51Sven.
11:52Hm?
11:53Das würde mich wundern.
11:55Ach, Sie sind süß, Boss.
12:10Kann ich dir irgendwie helfen?
12:12Nee.
12:13Klar, was rede ich auch.
12:15Ich verstehe,
12:16du willst mich schon wieder abwimmeln.
12:17Ich bin dir eben lästig.
12:19Sophia,
12:20du nervst.
12:20Das macht mir nichts.
12:22Weil ich es nämlich ernst mit uns meine.
12:24Sophia, echt jetzt?
12:26Warum können wir nicht mal
12:27wie zwei erwachsene Menschen
12:28miteinander reden?
12:30Du hast einen Urlaub gebucht
12:31und ich habe zufälligerweise Zeit.
12:34Du hast überhaupt keine Zeit.
12:35Du hast nämlich Schule.
12:36Und außerdem glaube ich nicht,
12:36dass mein Chef es toll finden würde,
12:38wenn wir beide zusammen verreisen.
12:40Georg?
12:42Dein Vater.
12:43Dann wickele ich doch um einen kleinen Finger.
12:48Vor den Schrank gelaufen?
12:49Sehr witzig.
12:51Du, ich habe echt keinen Bock,
12:52mich anglotzen zu lassen.
12:53Sieht echt übel aus.
12:54Aber verreisen würde ich trotzdem mit dir.
12:55Die Reise ist längst storniert.
12:57Du hast noch nicht einmal
12:58mal meinen Vorschlag nachgedacht.
13:00Das muss man sofort machen.
13:01Ansonsten zahlt man sich dumm und dusselig.
13:03Klar.
13:04Dir geht es nur um die Kohle.
13:05Nein.
13:06Sophia.
13:07Tut mir leid.
13:11Sophia.
13:29Berger?
13:31Es tut mir leid.
13:37Aber Bianca ist nicht da.
13:40Ist sie wieder gesund?
13:43Gesund genug, um meinen Spaziergang zu machen.
13:45Was soll ich hier ausrichten?
13:49Ich...
13:51Ich weiß nicht.
13:53Nichts.
13:54Trotzdem vielen Dank.
13:55Machen Sie es gut, Oliver.
13:56Auf Wiederhören, Frau Berger.
13:58Auf Wiederhören, Frau Berger.
14:27Ich...llte
14:54Und knie nieder.
15:07Ich hoffe, du weißt, dass dich zu lieben mich für immer verändert hat.
15:15Willst du meine Frau werden?
15:19Ja, ich will.
15:24Was für eine verrückte Idee.
15:27Was für eine wunderschöne Brat.
15:33Ich weiß, dass ich nie mehr jemanden so lieben werde, wie ich dich liebe.
15:57Hier, für den nächsten Monat.
15:58Aber das ist doch viel zu viel.
15:59Ach, gute Leistungen können nicht gut genug belohnt werden.
16:04Gut, dann mache ich mal einen Abgang.
16:06Das sieht ja wild aus auf Ihrer Stirn.
16:09Ja, ich bin auf einigen Reiseprospekten eingenickt. Hat leider abgefärbt.
16:13Ich hoffe, Sie haben nicht nur von der Reise geträumt, sondern Sie auch gebucht.
16:16Ich wollte ja, aber Sie will nicht.
16:18Denise?
16:19Ja, ich wollte Sie einladen.
16:20Und Sie hat abgelehnt.
16:22Haben Sie vielleicht eine Idee, was ich machen könnte?
16:23Sie meinen, mit sowas kenne ich mich aus?
16:25Naja, Sie sind eine Frau mit Erfahrung und...
16:28Meinen Sie?
16:29Sie haben also einen Tipp?
16:31Also gern auch zwei.
16:33Zwei.
16:34Wie wäre es erst mal mit Eifersucht?
16:36Find ich doch sowieso schon.
16:40Tragen Sie doch einfach mal das Tuch einer fremden Frau.
16:50Vielleicht hilft es ja.
16:52Danke.
16:57Hi.
16:58Sag mal, wo ist denn deine Mutter?
17:00Hi.
17:02Oben.
17:06Oh, es ist alles voll ätzend.
17:09Oh.
17:10Akuter Anfall von...
17:12Liebeskummer?
17:14Nee, nicht wirklich.
17:16Kenn ich ihn?
17:18Ach, vergiss, was ich gesagt habe.
17:19Wahrscheinlich ist er groß, dunkelhaarig, muskulös.
17:22Ich wette, er sieht einfach sensationell aus.
17:25Schon.
17:26Naja.
17:28So lala, nichts Besonderes.
17:30Und warum gefällt er dir?
17:33Der gefällt mir eben.
17:35Weil ich gern bei ihm bin.
17:37Falsche Antwort.
17:39Wieso?
17:40Er muss gern bei dir sein.
17:41Ist er gern bei dir?
17:44Keine Ahnung, vielleicht.
17:50Soll ich dir mal einen guten Tipp geben?
17:52Kommt darauf an.
17:55Gehen wir mal davon aus,
17:57der Typ, auf den du abfährst, ist, sagen wir mal, reich.
18:00Gärtner sind nie reich.
18:02Okay.
18:03Also du willst, dass dieser Typ genauso auf dich abfährt, richtig?
18:08Hey, sorg dafür, dass er total verrückt nach dir ist.
18:11Und dann lässt du ihn ordentlich zappeln.
18:14Und wie sorge ich dafür, dass er total verrückt nach mir ist?
18:18Sei...
18:19geheimnisvoll.
18:21Sei verführerisch.
18:23Sei unnahbar.
18:25Sei verwöhnt.
18:26Eine Diva.
18:28Echt?
18:29Klar.
18:33Deine Mutter.
18:35Ja, Frau Wellinghoff.
18:36Ja, ich bin schon da.
18:38Gut.
18:39Ich bin sofort bei Ihnen.
18:44Wenn du meine Hilfe brauchst.
19:06Guten Tag.
19:08Ich bin Judith Simon, die Verlobte von Oliver Wellinghoff.
19:12Ich möchte zu Bianca Berger.
19:14Meine Enkelin ist nicht da.
19:17Macht es Ihnen etwas aus, wenn ich auf Sie warte?
19:20Bitte?
19:24Nett haben Sie es.
19:25Ich bin gerade beim Putzen.
19:28Ich habe das Wohnzimmer streichen lassen.
19:30Eine Überraschung für Bianca und Kathi.
19:33Ich mag die Farbe.
19:34Darf ich Ihnen die Blumen abnehmen?
19:37Bitte setzen Sie sich doch.
19:40Kann ich Ihnen was anbieten?
19:41Ein Glas Saft?
19:42Kaffee?
19:43Ähm, nein, danke.
19:48Eine Ape.
19:51Von meinem Enkel Heiko, Biancas Bruder.
19:54Ich wusste gar nicht, dass Bianca einen Bruder hat.
19:58Heiko ist ein paar Jahre jünger als Bianca.
20:00Und seit fast vier Jahren verschwunden.
20:03Wir wissen nicht wirklich, wo er ist.
20:05Nur ab und zu schickt er eine Postkarte.
20:08Ist das der Grund, warum Bianca oft so bedrückt wirkt?
20:11Sie macht sich natürlich Sorgen um Heiko.
20:14Und ich dachte, Bianca hat vielleicht Liebeskummer.
20:17Wie bin ich bloß darauf gekommen?
20:21Haben Sie Liebeskummer?
20:22Im Gegenteil, ich schwebe im siebten Himmel.
20:25Umso mehr fürchtet man sich natürlich davor, abzustürzen.
20:28Das mit Biancas Bruder, also mit ihrem Enkel, das tut mir leid.
20:32Ich hoffe, er kommt bald nach Hause.
20:33Zu seiner Familie.
20:35Ja, das hoffen wir auch.
20:38Wir haben uns alle ein bisschen Sorgen um Bianca gemacht.
20:41Meine Bianca ist sehr stark.
20:43Ja, das merkt man.
20:45Sie lässt sich nicht so schnell unterkriegen, nicht wahr?
20:48Nein, vor allem nicht von so einem bisschen Fieber.
20:53Ihre Mutter starb sehr früh.
20:54Und ihr Vater kam vor vier Jahren bei einem tragischen Unfall ums Leben.
20:59Ich wusste, dass Bianca und mich etwas verbindet.
21:02Wir sind beide ohne Eltern.
21:04Sind Ihre Eltern auch tot?
21:06Nein.
21:07Aber sie sind fast immer auf Reisen.
21:10Wenn ich nicht Oliver und seine Familie hätte, würde ich mich entsetzlich einsam fühlen.
21:15Deswegen habe ich das Bedürfnis, Bianca eine Freude zu machen.
21:17Ihr zu zeigen, wie sie es mag.
21:21Ich möchte die Bestellung wieder rückgängig machen.
21:25Nein, das Fax habe ich noch nicht abgeschickt.
21:29Dankeschön.
21:30Auf Wiederhören.
21:33Du wolltest mich sprechen?
21:36Wir werden verreisen.
21:39Hier?
21:39Wohin denn?
21:40Wann?
21:41Ich habe ein günstiges Angebot für Weinregale aus zweiter Hand gefunden.
21:45Sie sind fast neu.
21:47Aus einer Geschäftsauflösung.
21:50Müssen nur abgeholt werden.
21:52Und da dachtest du an mich.
21:53Vielen Dank.
21:55Seit wann kraftst du denn was aus zweiter Hand?
21:58Ich meine, die hier, die sind doch ganz okay.
22:0160 Euro der laufende Meter bei einer Höhe von 1,40.
22:04Indiskutabel.
22:05Schlichtweg Wucher.
22:10Wir wollten doch sowieso öfter mal was unternehmen.
22:13Ich dachte, da war eigentlich mehr ein Nachfeierabend.
22:17Das Ganze dauert maximal sieben Stunden, zweieinhalb Stunden hin, eine Stunde Regale abbauen und aufladen und dann wieder zurück.
22:25Ganz flott, hm?
22:26Mann, was für ein Aufwand!
22:28Der uns eine Menge Geld erspart.
22:30Ah, wenn du dich da mal nicht täuscht.
22:32Hast du meine Arbeitszeit überhaupt mit einkalkuliert?
22:35Natürlich mein Sohn.
22:39Wenn der Vater mit dem Sohn einmal ausgeht
22:47Ach, ich habe sie lange genug aufgehalten.
22:49Ich gehe jetzt besser wieder.
22:50Bitte grüßen Sie, Bianca, herzlich von mir.
22:52Wir hoffen alle, dass es ihr bald wieder besser geht.
22:54Und sagen Sie ihr, dass wir sie vermissen.
22:57Dass ich sie vermisse.
22:58Danke.
22:59Das werde ich ja ausrichten.
23:02Ach, da bist du ja.
23:04Hallo, Judith.
23:06Was?
23:06Ein spontaner Krankenbesuch.
23:09Die Blumen sind von mir und von Oliver.
23:11Für dich.
23:13Danke.
23:15Das ist sehr freundlich von euch.
23:18Was ist hier eigentlich passiert?
23:20Hast du die Wände streichen lassen?
23:21Ich hoffe, es gefällt dir.
23:23Ich habe bloß gewartet, bis du ein paar Stunden weg bist.
23:25Das sollte eine Überraschung sein.
23:28Möchtest du Kaffee?
23:29Kuchen ist auch noch da.
23:31Nein, danke.
23:36Danke.
23:44Ich habe ihm Olivers Namen unterschrieben.
23:46Ja, das sehe ich.
23:48Und in seinem Namen richte ich auch liebe Grüße aus.
23:51Für sowas ist er leider meist so beschäftigt.
23:54Du meinst Krankenbesuch bei den Angestellten?
23:59Er weiß gar nicht, dass ich hier bin.
24:01Also, ich bin dafür, dass du dich sofort wieder hinlegst.
24:04Ja.
24:05Ja.
24:05Ruhe dich besser noch aus.
24:06Du bist...
24:07Musstest dich bald wieder gesund werden.
24:08Wir brauchen dich doch.
24:10Wenn du magst, komme ich morgen noch mal vorbei.
24:12Morgen arbeite ich wieder.
24:13Wirklich?
24:13Sicher.
24:15Danke für deinen Besuch und für die Blumen.
24:19Was Sie über Ihre Arbeit in Afrika erzählten, das klang sehr spannend.
24:23Es ist spannend.
24:24Und irgendwann gehe ich bestimmt wieder zurück.
24:27Es war wirklich sehr nett, Sie kennenzulernen, Frau Berger.
24:29Tschüss, Bianca.
24:30Tschüss.
24:35Sie ist schön, sie ist nett, sie liebt ihn und sie ist schwanger.
24:39Und du hast wirklich Fieber.
24:41Oliver hat vorhin angerufen.
24:43Was wollte er denn?
24:44Ich glaube nur deine Stimme hören.
24:47Er vermisst dich.
24:49Ich ihn auch.
25:21Tina, bitte.
25:22Du tust gerade so, als würde ich dich verlassen.
25:24Ihr wart zu lange zusammen.
25:25In sowas wirft man doch nicht einfach weg.
25:27Ich werfe es nicht einfach weg.
25:29Es geht nicht mehr.
25:30Ehrlich gesagt, ich habe mir sowas schon gedacht.
25:33Ach ja?
25:34Seit Judith wieder da ist, bist du irgendwie so zurückhaltend, so deprimiert.
25:38Du würdest mich die nächsten Jahre so sehen.
25:40Ich finde es nicht gut.
25:41Ich finde es auch nicht gut.
25:43Aber ich kann es nicht ändern.
25:44Und euer Kind?
25:48Was soll ich dazu sagen?
25:49Ich habe es nicht gewusst.
25:54Matthias und ich wären so glücklich gewesen,
25:56ein Kind zu kriegen.
25:59Ich.
26:00Ich komme am besten noch mal wieder, wenn Matthias da ist.
26:09Bärbel, ich muss mit Ihnen reden.
26:11Bin ich entlassen?
26:13Wenn Sie weiter Techtelmechtel unter den Angestellten würden, ja.
26:20Kriegen wir Besuch?
26:22Nein, der ist für uns hier unten.
26:25Techtelmechtel zwischen den Angestellten?
26:27Wer denn bitte und mit wem?
26:29Und tun Sie doch nicht so.
26:30Sven und Denise.
26:31Die beiden?
26:33Glauben Sie wirklich?
26:34Ich weiß es.
26:36Beweise, Holmes.
26:37Vor einigen Tagen bat mich Sven um Urlaub für Denise.
26:42Angeblich, weil sie sich nicht traute zu fragen.
26:45Ausgerechnet Denise.
26:46Schüchtern ist jetzt weiter Vorname.
26:48Als ich Denise auf ihren Urlaubswunsch in Ansprach,
26:51wusste sie von nichts.
26:52Und hielt das für ein Missverständnis.
26:55Beweis genug zwischen den beiden,
26:57bahnt sich Großes an.
26:58Hey, Sie schneiden ja Apfelkekse anstatt Apfelstücke.
27:03Sie wussten es doch, oder?
27:06Nein.
27:08Aber selbst wenn zwischen den beiden was wäre,
27:11lassen Sie sie doch.
27:12Oder sind Sie etwa eifersüchtig
27:14auf das Glück der jungen Leute,
27:16lieber Herr Beringer?
27:24Du nimmst mir ja schon wieder die Arbeit ab.
27:27Ich muss mich mit irgendwas beschäftigen.
27:29Du meinst ablenken.
27:32Oliver liebt dich.
27:34Und er wird alles versuchen,
27:35damit ihr eine gemeinsame Zukunft habt.
27:37Ja.
27:38Und bis es soweit ist, lüge ich alle an.
27:41Ich weiß, wie du dich fühlst.
27:45Judith
27:46ist wirklich sehr nett.
27:49Wenn Oliver und ich uns nicht zufällig getroffen hätten,
27:51dann wäre er jetzt glücklich mit ihr.
27:52Du neigst dazu, die Dinge zu absolut zu sehen.
27:55Wenn zwei Menschen sich trennen,
27:57dann ist selten ein dritter der Hauptgrund.
27:59Noch haben sie sich nicht getrennt.
28:01Glaubt mir, er wollte es ihr sagen.
28:03Er hat es nur noch nicht getan,
28:05weil sie ihm zuvor gekommen ist.
28:06Und wenn er sich doch für Judith entscheidet?
28:11Dann kannst du es sowieso nicht ändern.
28:15Und du solltest es auch nicht versuchen.
28:18Das habe ich auch nicht vor.
28:19Was hältst du davon,
28:21wenn wir einkaufen gehen?
28:23Und anschließend koche ich dir dein Lieblingssonntagsessen.
28:25Und wo Leute gar nicht Sonntag isst?
28:27Hiermit erkläre ich den heutigen Tag zum Sonntag.
28:31Wenn er sich doch für Judith entscheidet.
28:34Wir könnten nie Freunde werden.
28:36Nein.
28:37Es gibt keine halben Leidenschaften.
28:39Es gibt nur entweder oder.
28:42Und du sagst mir,
28:43ich sehe die Dinge zu absolut.
28:52Ah, da bist du ja.
28:55Ich bin schon eine ganze Weile hier,
28:57im Gegensatz zu dir.
29:00Und wo warst du,
29:01wenn man fragen darf?
29:03Man darf.
29:04In einem Meeting.
29:06Und warum wusste ich von diesem Meeting nichts?
29:08Sag du es mir.
29:09Weil weder du noch Maren es für nötig gehalten haben,
29:11mich zu informieren.
29:12Bitte nicht in diesem Ton.
29:15Zu deiner Information,
29:17es wurde nichts entschieden,
29:18nur ein kurzer Austausch.
29:20Dem ich gerne beigewohnt hätte.
29:21Ich wusste nicht,
29:22dass du neuerdings so erpicht auf Meetings bist.
29:25Aber das hilft mir sehr.
29:27Übernimm doch diese Sitzung in einer halben Stunde.
29:35Willst du mich auf den Arm nehmen?
29:37Oliver.
29:38Ich weiß nicht,
29:39wo im Moment dein Problem ist.
29:42Eben kritisierst du,
29:43du bist nicht dabei,
29:44jetzt bist du es.
29:45Und es ist dir auch nicht recht.
29:47Soweit ich weiß,
29:48findet in einer Stunde
29:49das Treffen mit dem Konsortium
29:51des internationalen Gaskonzerns IGC statt.
29:53Ja und?
29:54Das hier sind nicht die Unterlagen für das Treffen,
29:56sondern für irgendeine dusselige Pressekonferenz
29:58mit den Vertretern vom Einkaufszentrum.
30:00Bei dem Treffen muss auch ein Vertreter
30:02der Wellinghoff-Bank anwesend sein.
30:05Obwohl ich persönlich nicht glaube,
30:06dass ich ein zweites Center dieser Größe tragen wird.
30:11Aber zum Glück
30:11muss ich das ja nicht entscheiden.
30:40Pierre-Brice in Winnetou 1?
30:42Sehr witzig.
30:45Schau, die Deppe,
30:46dieser Piratenstulz.
30:47Ich lach mich tot.
30:50Also Herrschaften.
30:54Denise, bitte, ja?
30:59Als Verwalter obliegt es mir,
31:00die sittlichen und moralischen Grundsätze
31:02im Hause Wellinghoff zu überwachen.
31:04Piraten haben keine Moral.
31:06Blöde Kuh.
31:09Denise, Sie sind eine attraktive junge Dame.
31:12Danke, Georg.
31:13Sie wissen, was Sie wollen.
31:14Das ist schön für Sie.
31:16Aber hüten Sie sich davor,
31:18unseren Laden hier auf den Kopf zu stellen.
31:19Was meinen Sie denn damit?
31:21Ich erwarte,
31:22dass Sven der Einzige bleibt,
31:22der sich für Sie als Pirat verkleidet.
31:24Och!
31:27Und von Ihnen erwarte ich,
31:29dass Sie künftig Ihre Geheimwünsche
31:30nicht mehr als Wünsche
31:31Ihrer Kollegin ausgeben.
31:33Aber ich...
31:33Ein für allemal.
31:35Liebeleien unter den Angestellten
31:37sind auf dem Gut Wellinghoff unerwünscht.
31:39Verstehe, Chef.
31:40No sex in the office.
31:43Wie bitte?
31:46Och, bitte, Bianca.
31:50Geh ran.
31:51Wenn du versuchst, Alexander zu erreichen,
31:53spar dir die Mühe.
31:54Warum?
31:55Ich hab's schon versucht.
31:57Er ist mit diesen Gasmenschen essen.
32:00Meinst du im Vorstand vom Gaskonzern?
32:02Was weiß ich.
32:05Sag mal,
32:07war es dir sehr unangenehm,
32:09dass wir das vor dir diskutiert haben?
32:12War es diskutiert?
32:13Ja, das mit eurem Brautstrauß.
32:15Ach, so ein Quatsch.
32:16Du warst so merkwürdig.
32:19Ja?
32:20Sorry.
32:21Weißt du,
32:22so eine Hochzeit will gut vorbereitet sein.
32:24Wenn da auch nur eine winzige Kleinigkeit nicht stimmt,
32:27dann zerfleischt es dich.
32:29Sicher.
32:34Wie war denn dein Nachmittag?
32:36Ach, ganz okay.
32:38Sicher nicht halb so spannend wie der von Vater,
32:39aber man lernt ja bescheiden zu sagen.
32:42Ich muss los.
32:43Bis dann.
32:50Glorbeerblatt, Kümmel, Liebstöckel.
32:53Oh, das ist lange her,
32:54dass ich auf einem Markt war,
32:55wo es noch einen echten Gewürzhändler gibt.
32:58Lange her,
32:59dass wir gemeinsam auf dem Wochenmarkt waren.
33:02Aber die Jahre kriegt man nicht zurück.
33:06Schön, dass es dich gibt.
33:07Was ist denn plötzlich mit dir los?
33:10Ach, überall küssen sich die Leute.
33:12Auf der Straße,
33:13am Blumenstand,
33:13im Supermarkt.
33:15Man bekommt den Eindruck,
33:16dass der Mensch ein Vierbeiner ist.
33:17Zwei Beine rechts,
33:17zwei Beine links.
33:18Überall Pärchen.
33:19Ach, das kommt dir bloß so vor.
33:22Ja, klar.
33:23Ich wäre eben auch gern
33:23ein vierbeiniges Pärchen.
33:24Mit Oliver.
33:26Du brauchst Geduld.
33:32Was ist das?
33:34Meine alte Kaffeetasse.
33:36Richtig.
33:37Und bevor ich sie dir geschenkt habe,
33:38war es meine alte Kaffeetasse.
33:40Aber eigentlich gehört sie in das Serviet meiner Mutter.
33:46Und was ist das?
33:47Ein Kratzer.
33:49Falsch.
33:51Gucke mal ein bisschen genauer hin.
33:54Da steht...
33:56Liebe.
33:58Ein Geheimnis?
34:01Gibt es in deinem Leben
34:02eins, das ich noch nicht kenne?
34:04Ich hatte einen Verehrer.
34:06Der öfter bei uns zum Essen eingeladen war.
34:11Der war so schüchtern.
34:13Er wusste nicht,
34:15wie er mir seine Zuneigung gestehen sollte.
34:16Und eines Tages,
34:17dann nahm er all seinen Mut zusammen
34:19und ritzte heimlich
34:20diese fünf Buchstaben
34:22Liebe
34:24auf den Boden meiner Tasse.
34:26Ist das aufregend?
34:28Ich wäre fast gestorben.
34:29Aus Angst,
34:30dass mein Vater das entdecken könnte.
34:31Aber Gott sei Dank
34:32interessierte er sich nicht besonders
34:34für Geschirr.
34:35Und was ist aus dem Verehrer geworden?
34:40Der Verehrer war dein Großvater.
34:43Und es hat dann noch
34:45zwei Jahre gedauert,
34:47bis wir endlich zusammen sein konnten.
34:49Tja,
34:52die Dinge sind
34:53manchmal schwierig.
34:55Man braucht
34:56Geduld.
35:03Geduld.
35:04Die hab ich nicht.
35:06Es heißt,
35:07etwas,
35:07was man sich von ganzem Herzen wünscht,
35:09sollte man freilassen.
35:11Kehrt es zu dir zurück,
35:12gehört es dir für immer.
35:15Wenn es nicht wiederkommt,
35:17hat es dir nie gehört.
35:24Was soll ich deiner Meinung nach machen?
35:28Zu Bianca gehen
35:28und mit ihr reden.
35:30Seit sie von Judiths Schwangerschaft
35:31weiß sie,
35:31sie wie vom Erdboden verschwunden.
35:33Ich glaube,
35:34sie lässt dich verleugnen.
35:35Kannst du das nicht verstehen?
35:36Es muss ein Schock
35:37für sie gewesen sein.
35:38Zumal sie es nicht mal
35:39von dir erfahren hat.
35:41Ich möchte um nichts
35:41in der Welt mit dir tauschen,
35:43alter Freund.
35:44Vielleicht,
35:46wenn das Kind
35:47erst mal da ist.
35:48Die Verantwortung,
35:49du weißt ja,
35:50man sagt immer,
35:50mit der Verantwortung
35:51wächst auch die Liebe.
35:52Ich empfinde doch sowieso
35:53schon für alles
35:54und für jeden Verantwortung.
35:55Aber Liebe
35:56empfinde ich für Bianca.
36:04Früher hab ich
36:04drei Gängemenüs
36:05für euch gekocht
36:06und heute darf ich
36:07nur noch den Nachtisch besorgen.
36:09Hm.
36:10Die Zeiten ändern sich.
36:12Und die Farbe der Wände auch.
36:14Und weißt du was,
36:15Kathilein?
36:16Ich find das toll.
36:18Zur Feier des Tages
36:19hab ich ein Rosé gekauft.
36:20Hm.
36:22Wie früher.
36:23Wie eine richtige Familie.
36:26Nur Reiko und Papa fehlen.
36:28Reiko war da früher
36:29auch nie da.
36:32Und Oliver.
36:34Also wenn schon feierlich,
36:37dann richtig.
36:40Danke, Kathi.
36:41Erst jetzt ist das
36:43wirklich wie früher.
36:44Warum?
36:45Du hast doch schon mit drei
36:46oder vier darauf bestanden,
36:47immer die Kerzen anzuzünden.
36:48Tja.
36:49Manche Sachen ändern sich halt nie
36:51und ich wohl schon gar nicht,
36:52was?
36:53Aber Omilein,
36:54hast du nicht
36:54von Nachtisch geredet?
36:55Allerdings.
36:56Ja, und wo ist er denn?
36:58Da, wo er immer war.
37:03Ah, ungeziefer, süß.
37:09Guten Appetit.
37:10Guten Appetit.
37:11Guten Appetit.
37:21Sie schlingen.
37:23Ich genieße.
37:25Sie schlingen.
37:27Wer schlingt,
37:27hat Angst, zu kurz zu kommen.
37:29Und diese Angst
37:30kennen Sie nicht?
37:32Sieht sich so aus.
37:33Was ich Sie schon immer
37:34fragen wollte,
37:35sagen Sie,
37:36ist Ihnen nicht
37:37schrecklich langweilig hier?
37:38Ich meine,
37:39Sie kommen doch auch
37:41aus der Stadt.
37:42Ich weiß nicht mal,
37:43wie lange Weile geschrieben wird.
37:45Ich finde es ja
37:46furchtbar spannend.
37:48Alleine wegen
37:49der möglichen
37:50amorösen Verstrickung.
37:52Sie meinen doch nicht wohl etwa
37:53Sven und Denise?
37:56Das ist unvernünftiger
37:57Kinderkram.
37:58Jugendlicher Überschwamm.
38:00Und wo steht geschrieben,
38:01dass Liebe vernünftig ist?
38:02Sein muss?
38:04Sie wissen genau,
38:05was ich meine.
38:06Ich habe keinen
38:07blassen Schimmer.
38:12Am besten machst du dir
38:12erstmal eine Formatvorlage
38:13für eure Satzung.
38:15Formatvorlage?
38:16Können wir das Essen
38:17kaufen, anziehen?
38:19Komm, Kathi,
38:19so schwer ist es nicht.
38:25Zeichen, Absatz,
38:26Aufzählung.
38:28Oh, toll,
38:28ich nehme die Sternchen.
38:31Weißt du noch,
38:32als wir klein waren,
38:33da wolltest du manchmal
38:33nachts aus dem Fenster klettern,
38:35um die Sterne
38:35vom Himmel zu pflücken.
38:36Und du hast mich nie gelassen.
38:38Wenn ich dich gelassen hätte,
38:39wärst du abgestürzt.
38:41Ich gebe auf.
38:42Das würde mich schwer wundern.
38:44Pass auf,
38:44ich zeige es dir nochmal, ja?
38:48Verstanden?
38:49Ja.
38:53Siehste,
38:54geht doch.
38:55Das ist genau wie früher,
38:57als du Kathi
38:58bei den Schulaufgaben
38:59geholfen hast.
39:00Du meinst wohl eher,
39:01als ich sie habe
39:01abschreiben lassen.
39:10Es ist alles wieder
39:11wie früher.
39:13Ein Teil von mir
39:14möchte diese Sicherheit.
39:15Er möchte die Dinge,
39:16so wie sie waren,
39:17zu einem Leben,
39:18das vorhersehbar war.
39:21Und der andere Teil von mir
39:22möchte ins Unbekannte gehen.
39:24Dort, wo nichts sicher ist.
39:29Alles in Ordnung,
39:30mein Liebling.
39:38Es wird alles gut.
40:01Es wird alles gut.
40:07Es wird alles gut.
40:14Es wird alles gut.
40:15Oliwa.
40:39Oliver, wach auf.
40:49Oliver.
40:59Ich...
41:12Es schlägt nur für dich.
41:19Ich hab dich so vermisst.
41:23Ja.
41:28Schlaf mit mir.
41:39Was meinst du, wie krampfig das wird, wenn ich Oliver treffe?
41:42Du bist nicht Donröschen.
41:44Du brauchst dich nicht hinter Rosenhecken zu verstecken.
41:47Erstens ist das ein Märchen und zweitens hat sich Donröschen nicht hinter den Rosenhecken versteckt.
41:51Wir haben doch zusammen geschlafen.
41:52Da war doch was.
41:53Es war nur Sex.
41:55Ich muss mit dir reden.
41:56Bitte, ich halt's nicht mehr aus.
41:57Lass uns in Ruhe reden, ja?
41:59Bitte.
41:59Tschüss.
42:07Untertitelung des ZDF, 2020