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  • vor 7 Monaten

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Kurzfilme
Transkript
00:00Zeig mal.
00:04Wie soll das eigentlich weitergehen mit uns?
00:09Frederik, die Situation in der Firma ist sowieso gerade angespannt und...
00:16Ja.
00:22Ich glaube, du hast recht.
00:54Ich glaube, du hast recht.
01:14Ich glaube, du hast recht.
01:28Okay, okay.
01:42Sag mir Bescheid, wenn ich dir irgendwie helfen kann.
01:48Oder wenn du was brauchst.
01:50Ja.
01:51Oder wenn dir irgendein anderer vorhanden fällt.
02:00Spät.
02:04Patricia.
02:09Hallo, Patricia.
02:21Kommen Sie, Frau Schilling.
02:221.000, 2.000 Euro ist auch ein Kinderspiel für Sie.
02:26Sie können gar nicht anders als weiterspielen.
02:30Ich kann jederzeit damit aufhören.
02:32Natürlich können Sie das.
02:34Aber was, wenn heute Ihr Glückstag ist?
02:36Wenn Sie ausgerechnet heute ein Vermögen machen könnten?
02:41Sie bekommen Ihr Geld.
02:43Ich wusste doch, Sie sind ein Profi.
02:47Was darf ich Ihnen vorstrecken?
02:49Sie haben mich falsch verstanden.
02:50Ich habe gesagt, Sie bekommen Ihr Geld.
02:52Aber ich spiele nicht mehr.
02:53Nie wieder.
03:07Ist alles in Ordnung, Patricia?
03:09Sicher.
03:10Wenn bei dir alles in Ordnung ist?
03:12Danke, ja.
03:16Kann es sein, dass du irgendwie sauer bist auf mich.
03:18Ich?
03:19Wie kommst du denn darauf?
03:23Und selbst wenn, es würde mir wohl nichts nützen, was?
03:30Warum sagst du mir nicht einfach, was du mir sagen möchtest, Patricia?
03:34Gut.
03:35Ich sage es dir.
03:41Ich finde es peinlich, wie du dich jetzt an den nächsten Grafenberg ranmachst,
03:44nachdem mir Daniel durch die Lappen gegangen ist.
03:47War es das doch Unsinn?
03:48Ach ja?
03:49Und was habe ich dann gerade gesehen?
03:50Eine Vater Morgana?
03:52Das war doch Frederik, den du eben geküsst hast, oder?
03:55Nicht?
03:56Frederik und ich, wir...
03:57Weißt du, was mir leid tut?
03:59Dass ich euch bei der Kalkulation geholfen habe.
04:03Da habt ihr mich richtig schön gelingt, ihr beiden.
04:05Mit eurem Gerede von...
04:06Wir müssen zusammen für den Erhalt der Manufaktur kämpfen.
04:09Das haben wir nicht.
04:10Und das weißt du auch, Patricia.
04:11Wir hätten diese Kalkulation ohne dich nie geschafft.
04:14Und zum Dank dafür schläfst du dich in der Manufaktur nach oben?
04:16Das ist nicht fair, Patricia!
04:17Ach, nicht fair?
04:19Und das sagst du, die mich ausbotelt?
04:21Oder streitest du etwa ab, dass zwischen dir und Frederik was läuft?
04:26Mit wem ich was habe oder nicht, das ist ganz allein meine Sache.
04:29Ach, verstehe.
04:30Dein Privatleben geht mich selbstverständlich nichts an.
04:33Genau.
04:34Nur, dass es sich in diesem Fall bei deinem Privatleben um unseren Chef handelt.
04:38Frederik und ich sind nur gute Freunde.
04:41Das hat mit deiner oder meiner Position in der Manufaktur nichts zu tun.
04:45Glaub bloß nicht, dass du mich auf diese Weise loswirst.
04:56Mist.
04:58Kommst du?
05:00Was?
05:02Na, zu Herrn Grafenberg.
05:03Das letzte Kapitel abgeben.
05:05Mein letztes Honorar holen.
05:08Vorhin am Telefon hast du Herrn Grafenberg aber nicht gesagt, dass du kommst.
05:12Nein.
05:14Ganz im Gegenteil.
05:15Du warst ziemlich grob zu ihm.
05:18Und hast den Riegel echt abgewimmelt.
05:21Das war nur, weil ich in Eile war, wegen des Abgabetermins.
05:24Aber jetzt ist das Kapitel ja fertig.
05:26Ich bin schon gespannt, was er dazu sagt.
05:28Und dann machen wir uns einen schönen Nachmittag in der Stadt.
05:31Was hältst du davon?
05:35Bist du dir sicher, dass du das so abgeben willst?
05:39Ja.
05:40Warum?
05:43Ich mag deine Art zu schreiben, dein Humor.
05:46Aber?
05:48Ich an deiner Stelle würde das letzte Kapitel nochmal überarbeiten.
05:52Ach ja?
05:53Warum?
05:55Ja, es ist irgendwie zu flüchtig, irgendwie zu schnell erzählt.
06:00Also eigentlich ist es nicht mehr als eine Aufzählung von Daten und Jahreszahlen.
06:05Tobias, davon verstehst du nichts.
06:08Das habe ich ganz bewusst so knapp geschrieben.
06:11Wegen deinem dramaturgischen Bogen.
06:12Verstehst du?
06:13Ja, nicht so ganz.
06:15Ich habe eher den Eindruck, du hast die letzten Seiten mit der heißen Nadel gestreckt.
06:20So, als ob du keine Lust mehr zum Schreiben gehabt hättest.
06:22Quass.
06:23Außerdem wollte Herr Grafenberg, dass ich das Kapitel so schnell wie möglich abliefer.
06:28Ja, du könntest den anrufen und den bitten, noch ein, zwei Tage länger dran arbeiten zu können.
06:33Und wer spielt dann wieder den Eifersüchtigen und beschwert sich, dass ich zu wenig Zeit für ihn habe?
06:40Ja, das Argument überzeugt mir.
06:44Siehst du?
06:48Wenn Herr Grafenberg auch findet, dass das Kapitel zu oberflächlich geschrieben ist, dann wird er mir das schon selber sagen.
06:56Später, Tobias, später.
06:57Komm, lass uns gehen.
07:01Na, komm.
07:08Dass Patricia mich mit Frederik gesehen hat, hat nicht gerade zur Entspannung der Lage hier beigetragen.
07:14Ich kann ja verstehen, dass sie Angst um ihren Posten hat.
07:17Aber diese Vorwürfe sind wirklich absurd.
07:20Frederik würde mich niemals fachlich vorziehen, nur weil er mich mag.
07:23Und sollte er es doch einmal versehentlich tun, werde ich ihn darauf hinweisen.
07:27Ich bin gut genug, um ohne seine Hilfe gegen Patricia bestehen zu können.
07:34Ist meine Tochter nicht da?
07:36Nein.
07:38Schade.
07:39Ich hätte gern mit ihr über den Huber-Auftrag gesprochen.
07:42Ich arbeite an den Entwürfen. Sie können auch mit mir drüber sprechen.
07:46Ich spreche von der Kalkulation. Und von der haben Sie ja, wie wir alle wissen, nicht die geringste Ahnung.
07:51Ich habe dazugelernt. Wir bemühen uns, so kostengünstig wie möglich zu arbeiten.
07:55Zu spät, meine Liebe. Der Kunde besteht auf den ursprünglichen Entwürfen und auf den ursprünglichen Preis.
08:03Das weiß ich.
08:05Was das bedeutet, ist Ihnen klar?
08:07Ja.
08:08Die Jugendstilserie wird mehr kosten, als sie uns letztendlich einbringt.
08:12Wie schön, dass Sie sich Ihrer Fehlkalkulation endlich bewusst sind.
08:17Es ist wirklich bedauerlich, dass Patricia nicht von Anfang an mit der Entwicklung der Jugendstilserie betraut war.
08:24Das bedauere ich ebenfalls.
08:26Dann hätte es eine Kalkulation gegeben, bei der Gewinnspanne und Realisierbarkeit stimmen.
08:32Es ist nicht meine Schuld, dass Patricia nicht von Anfang an bei der Kalkulation dabei war.
08:36Sie haben ja nie an etwas Schuld, nicht wahr?
08:40Das würde ich so nicht behaupten.
08:42Wissen Sie was?
08:43Sie sollten sich auf das Malen von Blümchen und netten Mustern beschränken.
08:47und alles andere, was darüber hinausgeht, Patricia überlassen.
08:53Frau Gravenberg.
08:56Ja?
08:57Ich leiste hier gute Arbeit. Das wissen Sie auch.
09:00Frau Schilling.
09:01Frederik Gravenberg wird nicht mehr lange seine schützende Hand über Sie halten können.
09:06Sie sollten also auf Ihren Thron in Zukunft achten.
09:10Ach, soll ich mir Ihren angewöhnen?
09:32Herr Gravenberg ist ganz vertieft in die Lektüre des letzten Kapitels.
09:37Frau Christa?
09:40Sie nippt ungeduldig an ihrem Tee und wartet darauf, dass er etwas zu ihrer Arbeit sagt.
09:48Es ist doch wirklich das letzte Kapitel.
09:51Freust du dich denn gar nicht?
09:53Ja doch, schon.
09:55Also ich kann es kaum abwarten, dass ich die Chronik gedruckt und gebunden vor mir sehe.
10:01Ich fürchte, das dauert noch eine Weile.
10:03Ich verstehe nicht, was du meinst.
10:05Ja, so wie Herr Gravenberg-Christin beschlagnimmt, fängt die Arbeit jetzt doch erst richtig an.
10:10Aber wieso? Ich denke, die Chronik ist schon fertig geschrieben.
10:15Also das letzte Kapitel muss Christa auf jeden Fall nochmal überarbeiten.
10:19Und auch sonst verlangt er ständig Änderungen, scheucht sie rum.
10:23Ach, Tobias, also so schlimm ist Herr Gravenberg nun wirklich nicht.
10:27Außerdem zahlt er ihr ein gutes Honorar.
10:29Ist das ein Grund, Sie von früh bis spät einzuspannen?
10:33Erst die Nachtschicht mit der Literaturagentin.
10:35Ja, und gestern habe ich schon lange geschlafen, als sie nach Hause gekommen ist.
10:38Gestern?
10:39Na, Herr Gravenberg hat wieder bis tief in die Nacht die Änderungen mit ihr durchgesprochen.
10:45Das wüsste ich aber.
10:47Herr Gravenberg hat gestern Abend hier die Füße hochgelegt.
10:50Zum Glück.
10:51Ja, war er nicht mit Christa im Land Zino?
10:54Hat sie dir das erzählt?
10:59Zumindest habe ich das so verstanden.
11:04Herr Gravenberg, ich habe heute nicht so viel Zeit.
11:09Mit der Abgabe des letzten Kapitels ist unsere Zusammenarbeit ja leider beendet.
11:15Es wäre schön, wenn ich heute auch die letzte Rate meines Honorars bekommen könnte.
11:23Das Kapitel sticht ein bisschen aus der Chronik heraus, finden Sie nicht auch?
11:28Ich habe mir sehr viel Mühe damit gegeben.
11:31Natürlich.
11:33Trotzdem wirkt es ein bisschen hastig.
11:37Na ja, ich wollte den vereinbarten Abgabetermin einhalten.
11:41Es wäre mir lieber, Sie würden sich bei der Überarbeitung noch ein bisschen mehr Zeit nehmen.
11:47Wenn Sie nicht zufrieden sind, dann überarbeite ich das Kapitel sehr gerne nochmal.
11:52Danke, Frau Schilling.
11:53Und lassen Sie sich bei der Überarbeitung die Zeit, die Sie benötigen.
11:59Naja, das Geld bräuchte ich allerdings heute schon.
12:03Ich will Tobias mit einer Küche überraschen.
12:06Und da ist die erste Rate fällig.
12:09Ich verstehe.
12:10Ja, wenn ich nicht überweise, dann ist die Küche weg.
12:14Gut, ich hole Ihnen das Geld.
12:161.000 Euro standen noch aus.
12:19So wenig?
12:21Na ja, ich habe Ihnen immerhin schon einige Male einen ausreichenden Vorschuss gezahlt.
12:27Ja, ja, ich weiß.
12:57Die Abrechnung und die noch ausreichenden Vorschuss.
12:58Ausstehende Beträge lasse ich Ihnen dann später noch zukommen.
13:01Vielen Dank.
13:03Ja, und außerdem sind Sie ja auch noch an den Tantiemen der Chronik beteiligt.
13:08Falls Sie sich verkaufen sollten.
13:12Auf Wiedersehen, Herr Grafenberg.
13:14Auf Wiedersehen.
13:20Danke.
13:34Ja, Sie haben recht, es ist ein bisschen zu wenig Milchscham.
13:37Aber diesmal ist er heiß.
13:39Sehr heiß.
13:39Ich bringe Ihnen einen neuen Latte-Mark her dran.
13:46Irgendwas stimmt mit der Mechanik der Kaffeemaschine nicht.
13:49Mit der Mechanik ist alles in Ordnung.
13:55So, da ist er.
14:01Tut mir leid.
14:01Vielleicht passt der Kernanjob ja doch nicht so richtig zu dir.
14:04Ach, ich bin Ihnen doch ein bisschen übel.
14:05Ich frage mich nur, ob wir da noch Gäste haben.
14:08Aber ich gebe mir wirklich Mühe, oder nicht?
14:09Doch, doch.
14:10Willst du wissen, wie man einen 1a Milchscham mitfällt?
14:12Ja.
14:12Ja, okay.
14:21Ja?
14:25Julia.
14:26Und?
14:28Hast du was gefunden, was uns weiterhelfen könnte?
14:31Ja, wir haben massive Außenstände, aber...
14:35Ich weiß nicht, ob es klug ist, das Geld so schnell und so massiv einzufordern, wie wir es brauchen.
14:39Weil es dann heißen könnte, Falkenthal Porzellan steckt in finanziellen Schwierigkeiten.
14:42Ja.
14:44Und du? Kommst du voran?
14:46Ich habe noch minimale Nachbesserungsvorschläge, aber einsparen können wir damit fast nichts.
14:52Eigentlich bin ich auch wegen was ganz anderem zu dir gekommen.
14:59Deshalb?
15:01Patricia hat uns vorhin gesehen.
15:05Was in der Listanabteilung war?
15:12Ja, dann gibt es nur eins.
15:17Und das wäre?
15:19Wir stehen zu dem, was zwischen uns ist.
15:21Was ist denn zwischen uns?
15:25Wie wir...
15:27Wir...
15:28Wir sind uns sehr nahe gekommen.
15:32Das stimmt.
15:33Und das war wunderschön.
15:37Aber...
15:39Du weißt nicht, wo es hinführt.
15:42Ja.
15:45Julia, es geht mir genauso.
15:49Lass uns einfach den Moment leben.
15:52Und schauen, was auf uns zukommt.
15:55Das wird schon das Richtige für uns sein.
15:58Da bin ich mir ganz sicher.
16:04Und was ist mit Patricia?
16:07Ich will nicht, dass sie gegen uns arbeitet.
16:09Sie denkt jetzt, ich würde von dir protegieren.
16:13Hat sie das gesagt?
16:15So ähnlich hat sie sich schon ausgedrückt.
16:18Ich werde mit Patricia reden.
16:21Okay.
16:22Okay.
16:31Der ist so ganz okay, oder?
16:33Würdest du so ein Latte Macchiato als Gast akzeptieren?
16:37Nur wenn die Kellnerin verdammt hübsch ist.
16:40Bist du verdammt hübsch?
16:42Sag mal, macht dir der Job hier eigentlich ein bisschen Spaß?
16:45Doch ja, eigentlich schon.
16:48Wenn du es dir aussuchen könntest, würdest du dann auch hier arbeiten?
16:51Vermutlich eher nicht.
16:52Okay, also nur mal so umgesponnen.
16:54Wenn du dir keine Sorgen machen müsstest, wie und wo du dein Geld verdienst,
16:57was würdest du machen?
17:00Weltreise oder so.
17:02Okay, und nach der Weltreise?
17:04Dann würde ich mir ein paar alte Motorräder besorgen
17:07und von morgens bis abends an ihn rumtüfteln.
17:10Und warum machst du das dann nicht?
17:12Jetzt.
17:13Ja, jetzt.
17:14Vor der Weltreise und bevor du dich durch hundert andere Jobs hangest,
17:17die dich auf Dauer frustrieren.
17:19Du meinst eine eigene Werkstatt?
17:21Warum nicht?
17:22Dazu bräuchte ich Kapital.
17:24Hast du eine Ahnung, was es kostet, eine eigene Werkstatt aufzuziehen?
17:26Hast du das schon mal durchgerechnet, was du an Anfangskapital bräuchstest?
17:31Ja, okay, völlig sehnlos.
17:33Wer sagt denn das?
17:35Erst wird gerechnet.
17:36Jammern kannst du später immer noch.
17:41Was wird das jetzt?
17:42Ein Businessplan für deine Motorradwerkstatt.
17:49Ich verstehe das nicht ganz.
17:50Ich dachte, die Arbeit an der Chronik wäre längst abgeschlossen.
17:53Nein, ich muss das letzte Kapitel noch mal überarbeiten.
17:55Bis heute Abend.
17:57Ich hätte auf dich hören sollen.
17:59Aber ich hätte nicht auf dich hören sollen.
18:03Wie meinst du das?
18:07Du warst gestern Abend gar nicht mehr in Grafenberg.
18:12Nein.
18:14Und wo warst du dann?
18:20Das kann ich dir nicht sagen.
18:32Weißt du, woran mich das erinnert?
18:35Unsere Ferien an der Ostsee vor 25 Jahren.
18:38Warum wärmst du die alten Geschichten auf?
18:42Da wolltest du nicht mitzuntanzen.
18:43Du hast gesagt, ich soll allein gehen.
18:46Ich hatte Kopfschmerzen.
18:49Und als ich um Mitternacht zurück war,
18:51da warst du nicht da.
18:53Ich war spazieren.
18:55Seeluft ist gut gegen Kopfschmerzen.
18:57Als du zurück warst, wolltest du auch nichts sagen.
19:03Ich habe schon damals nicht verstanden,
19:05was in dir vorgeht, Christa.
19:07Heute tue ich es noch weniger.
19:09Tobias, ich wollte dir nicht wehtun.
19:13Ich bin so, wie ich bin.
19:15Aber eins musst du mir glauben.
19:17Ich liebe dich.
19:18Damals schon und heute noch viel mehr.
19:24Warum muss das ausgerechnet in mir passieren?
19:30Hast du dir schon überlegt,
19:32was du machen möchtest?
19:33Ach, machen, was soll ich denn machen?
19:35Ich bin schwanger.
19:36Ich bin schwanger von miesesten Typen aller Zeiten.
19:39Mir wird schlecht, wenn ich nur dran denke.
19:43Ausgerechnet von Jörg.
19:47Die optimalste Ausgangsposition ist das nicht.
19:50Ich muss schon sagen.
19:52Die Situation ist beschissener als sowas von.
19:57Sag mal,
19:59hast du dir denn schon überlegt,
20:00ob du
20:03ob du es behalten möchtest?
20:05Was denn behalten?
20:09Naja, du musst das Kind nicht bekommen,
20:11wenn du nicht willst, Junke.
20:15Wenn du meinst abtreibst?
20:23Schau.
20:26Je früher du dir da sicher bist,
20:29desto besser.
20:31Ich meine, vorausgesetzt,
20:32du möchtest das Kind.
20:37Und daran habe ich
20:39noch gar nicht gedacht.
20:49Also, was ist los?
20:51Ich kenne dich doch.
20:54Ich hätte mir die neue Kalkulation sparen können.
20:57Dann sag mir direkt und schonungslos,
20:59was vorgefallen ist.
21:02Huber besteht darauf,
21:03dass wir die Jugendstilserie
21:05nach Julias ersten Entwürfen anfertigen.
21:10Und er ist nicht bereit anzusehen,
21:13dass es mit dem ursprünglich kalkulierten Preis
21:16nicht zu machen ist.
21:17Wie hoch ist die Differenz?
21:18Allein mit den Herstellungskosten
21:20nehmen wir 30 Prozent
21:21über dem Angebot an Huber.
21:23Das bedeutet,
21:23dass wir mehr dafür ausgeben,
21:25als wir einnehmen.
21:25Genau.
21:26Und es ist unmöglich,
21:28diesen Verlust auszugleichen.
21:31Wir werden nicht dran vorbeikommen,
21:34Kredit aufzunehmen.
21:36Auf keinen Fall!
21:37Was ist los mit dir?
21:39Nichts.
21:40Nichts.
21:40Ich will mir nur die Beine vertreten.
21:42Soll ich dich begleiten?
21:43Nein, nein, danke.
21:44Es geht schon.
21:50Ich erwarte,
21:51dass sich heute Abend
21:52die ganze Familie hier versammelt
21:54und wir zusammen
21:55nach einer Lösung suchen.
21:57Würdest du das bitte
21:58den anderen mitteilen?
21:59Ja.
22:00Natürlich.
22:09Was ist denn los?
22:12Er macht sich Sorgen
22:13über die Manufaktur.
22:15Und das leider nur allzu berechtigt.
22:20Und auf die Worte
22:20Kredit aufnehmen
22:22reagiert er allergisch.
22:25Ich kann euch gerne helfen.
22:27Es würde mir wirklich
22:27nichts ausmachen.
22:29Lass uns über was anderes reden, ja?
22:31Wie geht's dem da?
22:35Gut, nehme ich an.
22:37Habt ihr euch eigentlich
22:37schon Gedanken darüber gemacht,
22:38wie es heißen soll?
22:40Wir wissen ja noch nicht mal,
22:41ob es ein Junge oder ein Mädchen ist.
22:42Aber ihr braucht doch
22:43einen Arbeitstitel.
22:44Ich glaube,
22:45wir haben hier irgendwo
22:45ein altes Buch.
22:47über Namen
22:48und deren Bedeutung.
23:00Ich kann das Kind
23:01doch nicht einfach so...
23:04Kannst du es denn
23:05alleine großziehen?
23:07Das weiß ich nicht.
23:12Ich hab's doch noch nie probiert.
23:15Du könntest auf jeden Fall
23:16nicht mehr arbeiten.
23:17Weißt du, was so ein Kind kostet?
23:19Ja, ein bisschen was
23:20hab ich ja gespart.
23:21Tö.
23:23Bettchen,
23:24Strampler,
23:24Windeln.
23:26Ja,
23:26ich weiß.
23:28Sag mal,
23:28was ist denn mit deinen Eltern?
23:30Die können dich doch
23:30bestimmt unterstützen.
23:32Die sind in Hamburg.
23:35Tja,
23:35das heißt dann,
23:36du bist auf jeden Fall
23:37alleinerziehend.
23:38Das ist hart.
23:40Was ist denn,
23:41wenn ich nochmal mit Jörg rede?
23:42Vielleicht freut er sich ja.
23:44Tag, zusammen.
23:47Wie geht's?
23:49Sieht schlecht aus.
23:51Soll es dich ein bisschen besser
23:52um dein Make-up kümmern?
23:54Schließlich
23:54repräsentiert sich ja
23:55am Empfang.
23:56Nicht wahr?
24:00Schönen Tag noch.
24:05Du könntest ihn ja fragen.
24:07Ich könnte es aber auch lassen.
24:10Schwarz?
24:11Ja, hallo.
24:11Hier ist Christoph Schillen.
24:13Haben Sie doch Lust
24:14auf ein Spielchen bekommen?
24:16Nein, nein.
24:17Ich werde nicht mehr spielen.
24:19Ich wollte Ihnen nur sagen,
24:20dass ich das Geld habe.
24:22Die ganze Summe?
24:23Ja,
24:231.000 Euro.
24:24Wo können wir uns sehen?
24:26Kommen Sie heute Abend vorbei.
24:27Adresse wie immer.
24:31Heute Abend?
24:32Ja,
24:32warum nicht?
24:33Haben Sie ein Problem damit?
24:35Nein, nein,
24:36natürlich nicht.
24:37Es ist nur...
24:38Ja?
24:39Ich wollte mit meiner Familie heute...
24:41Es dauert ja nicht so lange.
24:43Und notfalls
24:43nehmen Sie sich ein Taxi zurück.
24:45Na gut.
24:47Dann bis heute Abend.
24:56Markus Edelhoff?
24:58Markus Jörg hier.
24:59Es bleibt dabei.
25:00Die nächste Pokerrunde
25:01findet heute Abend statt.
25:03Sehen Sie zu,
25:03dass Sie ein paar
25:04Mitspiele organisieren.
25:05Bist du auch wieder dabei?
25:07Sicher.
25:10Sie weiß es nur noch nicht.
25:22Hey.
25:23Hey.
25:24Hallo.
25:25Tim und ich,
25:25wir haben fast den gleichen Punkt bestanden.
25:27Hm.
25:28Ja, toll.
25:30Ja, Lilly ist echt gut.
25:31Das ist voll das krasse Spiel.
25:35Wow.
25:37Oh, ihr habt eingekauft.
25:38Sehr gut.
25:39Wollt ihr kochen?
25:41Wollten wir.
25:43Was ist denn los, Keuja?
25:44Bist du genervt?
25:46Wenn ihr schon den ganzen Tag blau macht,
25:47dann hättet ihr ja wenigstens aufräumen können, oder?
25:50Müsst ihr euch denn jetzt streiten?
25:52Das Bisschen ist doch echt
25:52in fünf Minuten erledigt.
25:57Oh.
26:01Warte, Charlie.
26:02Warte mal kurz.
26:02Ich helfe dir.
26:10Ah, der, der, der.
26:13Also so schlimm sieht es auch wieder nicht aus.
26:15Na ja, dann hast du ja auch alles
26:16ganz schnell aufgeräumt.
26:18Sag mal, Keuja,
26:19manchmal bist du echt ein bisschen...
26:22Sprech ruhig weiter.
26:23Spießig?
26:24Ja, vielleicht bin ich ein bisschen spießig.
26:26Aber ich finde,
26:27hier sieht es zum Kotzen aus.
26:30Also es sieht doch schon
26:31gar nicht mehr so schlimm aus.
26:34Den Rest schafft ihr ja
26:35bestimmt auch ohne mich.
26:36Ich muss mich auch echt
26:37mal wieder zu Hause blicken lassen.
26:56Hey, komm runter.
26:58Hey, komm runter.
27:13Hey.
27:15Hier.
27:19Hey.
27:20Hey, Summer.
27:21Nein, nein, nein, nein, nein.
27:23Nein.
27:24Oh, Gott.
27:26Mann, Mann, Mann, Mann, Mann.
27:28So.
27:30Dein Businessplan.
27:31So um die 5000
27:32wirst du als Startkapital brauchen.
27:34So viel habe ich nicht.
27:36Hast du irgendwelche Sicherheiten?
27:39Na ja, Aktienpakete,
27:40Beteiligungen an den mobilen Fonds,
27:42Bausparverträge,
27:42sowas in der Art.
27:43Wie man sehe ich so aus?
27:45Eine reiche Erbtante.
27:47Irgendwas, was du verkaufen könntest.
27:50Ein Fahrrad vielleicht
27:50oder den Fernseher.
27:52Du musst zur Bank.
27:53Und du meinst,
27:53die geben mir Geld?
27:55Warum nicht?
27:56Du kannst es versuchen
27:56mit einem Existenzgründer-Darlehen zum Beispiel.
27:59Was meinst du,
28:00wie ich hier das cozy aufgemacht habe?
28:01Damals hatte ich auch nicht mehr zu bieten
28:02als ein paar Ideen.
28:03Und?
28:04Hat doch funktioniert, oder?
28:06Ich kann es ja zumindest probieren.
28:07Genau.
28:08Dir muss natürlich klar sein,
28:10dass du am Anfang
28:10nicht gleich die große Kohle verdienst.
28:11Die erste Zeit wirst du miesen machen.
28:13Du musst ja auch noch den Kredit abstottern und so.
28:14Aber ich finde,
28:15das Warten und die Arbeit lohnen sich,
28:16um deinen Traumball zu machen.
28:18Hey.
28:19Eine eigene Motorradwerkstatt.
28:22Hey, wie noch?
28:23Ach, und
28:25solltest du jemanden kennen,
28:26der Lust auf einen Job im Kosi hat,
28:28sag mir Bescheid.
28:29Danke, Jan.
28:40Hallo, Patrician.
28:44Ich möchte mich bei dir bedanken.
28:47Ach ja?
28:48Für deine Unterstützung.
28:51Du hast hervorragende Arbeit geleistet
28:53mit deiner neuen Kalkulation.
28:55Die im Endeffekt völlig umsonst war.
28:58Manchmal ist der Weg das Ziehen.
29:01Großvater will uns heute Abend
29:02alle zusammen sehen.
29:03Krisensetzung.
29:05Hast du uns schon erzählt
29:06zum Ausgang der Verhandlung mit Huber?
29:08Ja.
29:11Aber keine Sorge.
29:12Ich habe Ihnen nicht erzählt,
29:13dass deine Julia die Geschichte verbockt hat.
29:15Es ist mein Fehler gewesen.
29:17Als Designerin
29:18wäre es vor allen Dingen
29:19Julias Aufgabe gewesen,
29:21die Kosten für ihr
29:22aufwendiges Design zu bedenken.
29:24Julia steht noch am Anfang
29:25ihrer Karriere.
29:27Die du natürlich nach Kräften
29:28unterstützen wirst.
29:31Ich wollte sowieso
29:32mit dir darüber reden.
29:35Gehört Geheimnis Rumknutschen
29:36in der Manufaktur
29:37auch zum individuellen
29:38Förderprogramm, Julia Schilling?
29:42Ich schätze Julia sehr.
29:44Nicht nur als Designerin.
29:46Sie ist eine gute Designerin,
29:47das weißt du.
29:49Wir sind uns in letzter Zeit
29:50näher gekommen.
29:51Erst über die Arbeit
29:52und dann...
29:54Was rede ich eigentlich
29:55für einen Mist zusammen?
29:58Ich habe mich in Julia verliebt.
30:00Sie ist eine ganz besondere Frau.
30:03Tja, das muss sie ja wohl.
30:05Wenn sie gleich
30:06zwei Familienmitgliedern
30:07der Grafenbergs
30:07kurz hintereinander
30:08das Hirn vernebelt.
30:11Das mit Daniel und Julia
30:12ist vorbei.
30:13Daniel hat sich
30:13von einer Frau entschieden.
30:15Warum darf Julia
30:15nicht ihr Leben weiterleben?
30:17Frederik, kapierst du nicht,
30:18was sie für ein Spiel spielt?
30:20Du bist der Chef
30:21und das weiß Julia
30:22ganz geschickt auszunutzen.
30:23Das stimmt nicht.
30:24Sie hat mir meinen Job
30:25weggenommen
30:25und sie wird keine Ruhe geben,
30:27bis sie mich wieder
30:27aus der Designabteilung
30:28rausgeekelt hat.
30:29Julia schätzt
30:29deine Arbeit sehr.
30:31Ohne ihre Fürsparer
30:32hätte ich dich
30:33nicht so schnell
30:33in der Firma
30:33arbeiten lassen.
30:36Julia.
30:39Ich dachte, du...
30:40Es war Julias Idee.
30:43Sie hätte dich auch
30:44als Chefin
30:44in der Designabteilung
30:45akzeptiert.
30:47Patricia,
30:48ich bin so froh,
30:48dass wir endlich
30:49wieder zusammenarbeiten.
30:51Mach das nicht kaputt
30:53und gib Julia
30:54eine Chance.
31:04Mama!
31:06Wartest du auf mich?
31:07Ja!
31:08Du...
31:09Ich wollte dich fragen,
31:10ob du Lust hast,
31:11heute Abend zu mir
31:11und Tobias zu kommen.
31:13Gibt's was Besonderes?
31:14Nein, nein.
31:15Einfach nur so.
31:16Ich dachte,
31:17wir machen uns
31:17einen gemütlichen Abend.
31:19Gerne.
31:20Soll ich was mitbringen?
31:22Nein, das ist nicht nötig.
31:23Du...
31:24Ich muss sowieso
31:24in die Stadt.
31:26Was Dringendes erledigen.
31:28Aber das dauert
31:29nicht so lange.
31:29Zu den Spätnachrichten
31:30bin ich wieder da.
31:32Deine Tasche.
31:34Ach.
31:36Danke.
31:38Was ist denn
31:38lief mit dir?
31:40Du wirkst
31:41so durcheinander.
31:42Herrn Grafenberg
31:43hat das letzte Kapitel
31:44der Familienchronik
31:45nicht gefallen.
31:45Und jetzt...
31:46Jetzt überlege ich
31:46die ganze Zeit,
31:47was ich verbessern könnte.
31:52Das ist so typisch Mama.
31:54Wenn irgendwas nicht so geht,
31:55wie sie will,
31:56dann reagiert sie
31:56wie ein aufgescheuchtes Huhn.
31:58Und zwei Stunden später,
31:59wenn sie eine Lösung
32:00für ihr Problem gefunden hat,
32:01ist sie wieder die Ruhe selbst.
32:06Ich bin so froh,
32:07dass sie hier ein Zuhause
32:08gefunden hat.
32:10Genau wie ich.
32:13Egal wie schwierig
32:14die Situation
32:15in der Manufaktur
32:16gerade ist,
32:17ein Zuhause zu haben
32:18ist ein gutes Gefühl.
32:23Hey, Papa!
32:25Herr Nico!
32:27Was ist das?
32:28Das ist das
32:29Einmaleins
32:29des Selbstständigmachens.
32:31Um es genau zu sagen,
32:32das ist ein Businessplan
32:33für eine Motorradwerkstatt.
32:35Businessplan?
32:37Selbstständigmachen?
32:40Zurbringende Eigenleistung.
32:43Materialkosten,
32:44Werbekosten,
32:46voraussichtliche Ausgaben
32:47für Werkzeuge
32:48und Ersatzteile.
32:49Die kriege ich
32:49im Internet
32:50für ein paar Euro.
32:52Und warum steht hier
32:53unter Miete
32:540,00?
32:57Ähm,
32:59darüber wollte ich
33:00gerade mit dir reden.
33:02Im Gartenhaus
33:02steht doch
33:03sowieso immer nur
33:04die Rüppel rum
33:05und ich dachte...
33:07Und meine Angelsachen?
33:09Dafür könnte ich dir
33:10im Keller
33:11ein Regal bauen.
33:14Also das sieht
33:15auf den ersten Blick
33:20ganz gut durchdacht aus.
33:22Das heißt,
33:22du bist also einverstanden,
33:23dass ich, ähm,
33:25im Gartenhaus
33:26meine Werkstatt aufziehe.
33:28Na, du wirst
33:29ein Startkapital brauchen.
33:31Ja, und im Kosi
33:32hat auch mit
33:32deinem Darlehen
33:33für Existenzgründe
33:34angefangen.
33:35Und du meinst,
33:36du kannst das auch
33:36so einfach?
33:38Warum nicht?
33:39Traust du es mir nicht zu?
33:40Natürlich, Nico,
33:41traue ich dir das zu.
33:44Die Frage ist nur,
33:45ob du es diesmal
33:45wirklich ernst meinst.
33:46Nein, du hast schon
33:47so viele Sachen angefangen
33:48und dann wieder fallen gelassen.
33:51Genau deshalb
33:52will ich es diesmal
33:52richtig machen.
33:54Notorräder reparieren,
33:55das kann ich.
33:56Und das mache ich gerne.
34:00Na ja, mit dem Plan
34:01hättest du wirklich Chancen,
34:02so ein Darlehen zu kriegen.
34:07Also wenn du willst,
34:08dann setze ich dir
34:08ein Schreiben auf,
34:09dass ich mit der Nutzung
34:10des Gartenhauses
34:11einverstanden bin.
34:12So was birgt
34:13bei den Bank-Heinis.
34:15Danke, Papa.
34:17Wo willst du hin?
34:18Äh, das Gartenhaus ausmessen.
34:20Wie dunkel?
34:21Äh, ich nehme
34:21eine Taschenkampe mit.
34:44Es ist gut,
34:46dass wir uns sehen,
34:47bevor der Rest
34:48der Familie zusammenkommt.
34:52Vater,
34:52ist es wirklich nötig,
34:53dass du die ganze Familie
34:54zusammenrufst,
34:55damit wir die Kalkulation
34:56für Huber durchdiskutieren?
34:58Erst einmal möchte ich
34:59von dir die genauen Fakten hören.
35:01Wie groß ist der Verlust
35:02durch die zu niedrig
35:03angesetzte Kalkulation?
35:06Das kann ich dir
35:07nicht genau sagen.
35:08Es wird also
35:09zu weiteren Einbußen kommen?
35:11Es ist kein Grund,
35:12um sich Sorgen zu machen.
35:14Wir werden eine Lösung finden.
35:15Und wie soll die aussehen?
35:17Wir nehmen einen Kredit auf.
35:18Und in ein paar Monaten
35:19ist die Angelegenheit
35:19schnie von gestern.
35:20Einen Kredit?
35:21Das hat es in diesem Hause
35:22noch nie gegeben.
35:23Abgesehen von dem Blödsinn
35:25mit den Kriegsanleihen
35:26anno 1914.
35:27Es ist 100 Jahre her.
35:29Außerdem haben wir
35:29dem Staat damals Geld geliehen.
35:31Trotzdem,
35:32Borgen
35:32macht immer Sorgen.
35:35Muss es denn unbedingt
35:36ein Kredit sein?
35:38Wir können doch das Angebot
35:39von Marie annehmen.
35:40Sie gehört doch schon
35:41zur Familie.
35:42Ich würde dringend
35:43davon abraten.
35:44Marie steht so unter
35:45dem Einfluss von Annabelle.
35:51Geht es dir um Machtspiele?
35:53Mir?
35:54Mir nicht,
35:55aber Annabelle.
35:56Ein Kredit kann
35:57unsere Probleme auch lösen.
35:59Es dauert ein bisschen, ja.
36:00Das ist nicht in meinem Sinne.
36:02Es ist heute Gang und Gebe
36:04mit Krediten zu wirtschaften.
36:07So eine tiefgreifende
36:08Entscheidung
36:09muss im Familienrat
36:11von allen Anteilseignern
36:13getroffen werden.
36:17Kann mein Sohn
36:18Nico Becker
36:19das auf meinem Grundstück
36:20befindliche Gartenhaus
36:21unentgeltlich nutzen?
36:23Das klingt ja spannend.
36:26Darf ich erfahren,
36:27wofür er es nutzen will?
36:28Julia, setz dich.
36:29Danke.
36:30Nico will eine eigene
36:32Werkstatt aufmachen
36:32und diese Erklärung,
36:34na ja,
36:35die soll ihm bei der Bank helfen.
36:37Da drücke ich ihm die Daumen.
36:38Das sind ja hochtrabende Pläne.
36:40Na, finde ich auch.
36:41Aber ich habe das Gefühl,
36:42diesmal meint das richtig ernst.
36:44Freut mich.
36:46Jeder braucht eine Vision.
36:49Manche wissen gar nicht,
36:50welche Ehre ist.
36:51Du hast recht.
36:53Möchtest du was trinken?
36:54Einen Tee?
36:55Ja, gerne.
36:57Ist Mama noch nicht wieder da?
37:01Wieso?
37:01Ich dachte,
37:01die ist bei dir.
37:02Ja, war sie auch vorhin.
37:05Aber sie wollte noch mal los,
37:06zum Einkaufen, glaube ich.
37:09Davon hat sie mir nichts gesagt.
37:11Sie hat sogar gefragt,
37:12ob wir den Abend zusammen verbringen wollen.
37:15Hm, sehr merkwürdig.
37:17Davon hat sie auch nichts gesagt.
37:20Habt ihr gerade Streit?
37:23Lilly!
37:25Wie geht's dir denn?
37:26Warst du beim Arzt?
37:28Ähm, nein.
37:29Mir geht's schon wieder besser.
37:32Ich wase drüben auf Christa.
37:36Mit so einer Magen-Darm-Grippe
37:37soll ich nicht spaßen.
37:40Ich leg mich dann auch gleich hin.
37:42Äh, Lilly?
37:44Setz dich doch einen Moment zu mir.
37:54Also.
37:55Marie bietet uns eine Lösung an,
37:57wie wir aus dieser Krise herauskommen,
37:59ohne uns zu verschulden.
38:02Also von Verschuldung kann keine Rede sein.
38:04Wir haben ein Liquiditätsproblem,
38:06das wir mit einem Bankkredit lösen könnten.
38:10Marie,
38:11was möchtest du uns vorschlagen?
38:15Daniel und ich sind verlobt.
38:17Wir erwarten ein Kind
38:19und wir werden bald heiraten.
38:21Was spricht also dagegen,
38:23dass ich mit meinem Vermögen
38:24für euren Engpass aufkomme
38:26und dafür Anteile erwerbe?
38:31Vater,
38:32lass dich nicht blenden.
38:34Die Konsequenz wäre,
38:35dass Annabelle in der Manufaktur
38:36alle Fäden zieht.
38:37Aber wenn ihr wollt,
38:38dass euer Finanzloch nicht größer wird,
38:40müsst ihr handeln.
38:40Und wir wissen ja alle,
38:41wer dieses Loch gegraben hat.
38:42Das tut jetzt nichts zur Sache.
38:47Wir haben also nur die Wahl,
38:48einen Kredit aufzunehmen
38:52oder uns für Maries Angebot zu entscheiden.
38:55Also ich stimme für Maries Angebot.
39:02Ich stimme natürlich auch für Marie.
39:10Ich bin für den Kredit.
39:14Danke, Patricia.
39:17Zwei Stimmen gegen zwei.
39:21Dann liegt die Entscheidung wohl bei mir.
39:25Wenn Marie sich in die Firma einkauft,
39:28entmachtest du mich
39:28in Zukunft einer Welt.
39:37Wir werden Maries Vorschlag annehmen.
39:45Bitte veranlasse
39:46das Erforderliche dafür.
40:16Hallo, Christa.
40:18Hallo, Christa.
40:20Kommen Sie ran.
40:29Hier, Ihr Geld.
40:30Und jetzt möchte ich
40:31meinen Schuldschein zurück.
40:32Dankeschön.
40:34Ich gehe mit und
40:36erhöhe um 100.
40:39Schade, dass Sie nicht mehr mitspielen.
40:44Wir sehen.
41:09Vater.
41:12Ich weiß, was du sagen willst.
41:15Ich habe dem Thema nichts mehr hinzuzufügen.
41:17Hast du mich zuführen, mein Chef,
41:18gemacht, damit Annabelle jetzt hinterrückst,
41:20die Macht an sich reißt?
41:21Seit du hier bist,
41:22ist nichts mehr, wie es immer war.
41:24Dabei sind wir doch eine Familie.
41:26Gibst du mir die Schuld?
41:28Vielleicht
41:29war es ein Fehler,
41:31dich zu meinem Nachfolger zu bestimmen.
41:33Soll ich zurückgehen?
41:34Ist es das, was du willst?
41:37Vater,
41:38sag, dass ich gehen soll
41:39und ich gehe für immer nach Südafrika.
41:42Ich gehe für immer nach Südafrika.
41:51Mama.
41:58Marie, ich habe dir geholfen,
42:00Daniel wieder zurück in dein Bett zu bringen.
42:02Den Rest musst du jetzt wirklich mal alleine machen.
42:04Es klappt aber nicht.
42:06Ich habe damals akzeptiert,
42:07dass Großvater dich als Nachfolger wollte.
42:08Aber ich kann dich jetzt nicht mehr
42:10einfach so weitermachen lassen.
42:11Wir sind endlich da,
42:12wo wir immer hinwollten.
42:14Werner hat jetzt doch noch begriffen,
42:15dass es ein Fehler war,
42:16um Frederik zum Nachfolger zu machen.
42:18Ich verstehe überhaupt nicht,
42:19warum du nicht kämpfst.
42:20Es ist vorbei.
42:21Du musst hier angestehen und verloren hat.