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00:09ARD Text im Auftrag von Funk
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03:15Ja, bitte.
03:16Guten Abend, mein Name ist Reuter, Staatsanwaltschaft Wiesbaden.
03:19Darf ich Sie kurz sprechen?
03:21Ja.
03:21Danke.
03:30Sebastian ist immer durch den Park gegangen.
03:35Das Büro liegt genau am anderen Ende.
03:39Dann war er wohl auf dem Heimweg.
03:42Er hat öfters noch spät gearbeitet.
03:46Heute wollte er eigentlich früher nach Hause kommen.
03:48Er hatte gestern ein Geschäftsessen.
03:52Ich dachte, ich mach so Zeitmaschinen.
03:59Entschuldigung.
04:03Wann wollte er hier sein?
04:07Acht, halb neun.
04:10Ich hab mehrfach versucht, ihn zu erreichen.
04:13Aber wenn er konzentriert arbeiten wollte, dann hat er sein Telefon meistens lautlos.
04:21Deswegen hab ich mir auch keine Sorgen gemacht.
04:25Was hat er mein Beruf nicht gemacht?
04:28Mein Vater hat ihm kurz vor seinem Tod die Leitung des Family Office übertragen.
04:34Er hat also das Familienvermögen verpaltet?
04:36Der Eschenberg Beteiligungsgesellschaft, ja.
04:39Wir investieren hauptsächlich in Privatkliniken für plastische Chirurgie.
04:44Das ist sicher ein lukratives Geschäftsmodell, oder?
04:48Mein Großvater hat damals die Firma gegründet.
04:51Dann kam mein Vater und nach seinem Tod vor einem halben Jahr sind meine Mutter und ich die Gesellschafterinnen.
04:58Herr Fuchs war also Ihnen und Ihrer Mutter gegenüber weisungsgebunden.
05:02Wobei ich mich eher aus den Geschäften rausgehalten habe.
05:06Ich bin Ärztin.
05:08Außerdem wollte ich nicht zwischen etwaige Fronten geraten.
05:22Was meinten Sie eigentlich gerade mit Freunden?
05:29Meine Mutter legt sehr großen Wert auf gute Umgangsformen und gepflegte Konversationen.
05:36Sebastian war eher so der herzärmelige Typ, der die Dinge gern beim Namen hat.
05:40Der hat es aufgekracht.
05:45Und trotzdem hat Ihr Vater Herrn Fuchs zum Geschäftsführer gemacht?
05:50Ich nehme an, er wusste von diesen Differenzen.
05:52Er mochte genau diese direkte Art meines Mannes.
05:55Und sein Geschäftssinn.
05:59Sie hatten offenbar eine sehr herzliche Beziehung zu Ihrem Vater.
06:03Ja, sehr.
06:07Ehrlich gesagt, ich weiß nicht, ob ich einen Mann hätte heiraten können, mit dem er nicht klargekommen wäre.
06:15Kurz vor seinem Tod hat er Sebastian und meine Mutter zu einem klärenden Gespräch gebeten, mit dem sie ihm feierlich
06:21versprechen mussten, ihre Streitigkeiten zu beenden.
06:23Und? Hat dieser Burgfrieden gehalten?
06:29Ich denke schon.
06:34Frau Dr. Fuchs-Haffenberg, wissen Sie, ob jemand Feinde hatte?
06:40Oder kennen Sie jemanden, der vielleicht ein Motiv gehabt haben könnte, Ihren Mann umzubringen?
06:47Im Geschäftsleben macht man sich nicht nur Freunde.
06:50Deswegen bringt man doch noch lange niemanden um.
06:56Übrigens, Fuchs reicht.
07:00Wir haben bei Ihrem Mann 7000 Euro gefunden. Warum hat der so viel Bargeld bei Sie?
07:06Ich weiß es nicht. Sebastian war eher der Kartentyp.
07:13Entschuldigen Sie mich. Ich wäre jetzt gerne allein.
07:17Natürlich.
07:20Wenn Ihnen noch etwas einfällt, Sie können mich jederzeit anrufen, ja?
07:24Danke.
07:25Ich bin raus.
07:39Trauben, Äpfel, Heidelbeeren, aber bitte nicht den Plastik, ja? Und so ein Stück Bergkiesel, weißt du, den ich so gerne
07:43mag.
07:44Wie geht's denn klein? Gut. Du, Alexander, ich muss mal Schluss machen.
07:49Ja, mach ich. Ich dich auch. Tschüss.
07:51Na?
07:52Ja.
07:53Liebe Grüße von meinem Mann, unbekannterweise.
07:55Danke.
07:55David hat sich ein paar Tage freigenommen. Die Kleine ist krank, kann ich in die Kita.
07:59Verstehe, aber arbeitet der nicht sowieso im Homeoffice? Wo müssen wir hin?
08:02Da lang.
08:03Ja, eigentlich schon, aber als Grafiker musst du ja auch ab und zu mal zum Kundentermin.
08:07Ey, mit einem kranken Kind zu Hause kommst du nicht so gar nix.
08:09Und dann musst du ja auch noch einkaufen. Mann, Mann, Mann.
08:11Ja, ist ein hartes Los, aber er kriegt's hin.
08:13Während du hier deine Privatangelegenheiten regelst, war ich schon im Büro.
08:16Pft, lieber.
08:18Also, die Mutter von Sebastian Fuchs lebt mit einem gewissen Bruno Schreiber zusammen.
08:22Der Schreiber hat einen ordentlichen Leistungsnachweis. Ja, illegales Glücksspiel, Betrug, versuchter Einbruch in eine Tankstelle.
08:28Versucht?
08:29Ja, wurde beim Einsteigen vom Pech erwischt. Dumm gelaufen. Ist aber auch alles schon ein paar Jahre her.
08:37Entschuldigen Sie, Herr Rotter, dass Sie warten mussten. Aber ich konnte den Termin mit Pierre nicht abseiten. Danke, Pierre. Kommen
08:43Sie.
08:45Ich bin wegen Ihrer Schwiegersohnes hier.
08:47Ja, schreckliche Sache. Weiß man schon mehr?
08:51Leider noch nicht.
08:55Wie war denn Ihr Verhältnis zu werden früher so?
08:58Nicht immer ganz konfliktfrei. Aber das wissen Sie vermutlich bereits.
09:06Ich will ehrlich zu Ihnen sein, Herr Rotter. Der Stall, aus dem er kam, wie soll ich das sagen, war
09:13nicht der allerbeste.
09:14Und diesen Geruch ist er leider nie ganz losgeworden.
09:20Wann haben Sie Ihren Schwiegersohn so das gesehen?
09:23Gestern Abend im Büro. Wir hatten noch eine Sitzung mit dem Partner unserer Stiftung.
09:27Mit der unterstützen wir sozial benachteiligte Kinder.
09:31Ah ja. Und wer ist dieser Partner?
09:34Die Arbobank. Christian von Buchlohe ist dort für das Programm Soziale Verantwortlichkeit zuständig.
09:41Von wann bis wann ging es denn diese Sitzung?
09:43So von sieben bis circa halb neun.
09:46Sebastian hat sich auch gleich auf den Heimweg gemacht.
09:50Haben Sie eigentlich schon einen potenziellen Nachfolger im Auge?
09:54Sebastian ist erst seit ein paar Stunden tot. Wie kommen Sie darauf?
09:58Es gibt keinen bestimmten Grund. Ich versuche mir nur ein Bild zu machen.
10:02Natürlich.
10:04Haben Sie noch Fragen?
10:06Sie verstehen sicherlich, dass ich mich noch um einige Dinge kümmern muss.
10:09Ja, selbstverständlich. Wenn da etwas ist, melde ich mich.
10:12Danke.
10:25Das ist Bruno Schreiber.
10:29Na dann.
10:43Der Schreiber?
10:45Haben Sie kurz einen Moment?
10:48Alexander Witte, Kripo Wiesbaden.
11:02Hallo?
11:08Jemand da?
11:10Ja?
11:12Nicht erschrecken. Ich bin von der Polizei. Julia Schröder, Kripo Wiesbaden.
11:16Frau Fuchs?
11:18Polizei? Wieso?
11:20Ich muss Ihnen leider eine traurige Mitteilung machen.
11:25Ihr Sohn Sebastian wurde gestern Abend tot aufgefunden.
11:33Nein, nein.
11:34Nein.
11:34Nein.
11:37Es kann doch gar nicht sein.
11:44Ich habe doch gestern erst mit ihm telefoniert.
11:51Schauen Sie.
11:56Telefonieren.
11:58Telefonieren schon.
12:02Tja.
12:02Kommen Sie.
12:03Frau Fuchs, wir setzen uns mal hin, ja? Kommen Sie.
12:10Kommen Sie.
12:13Für die waren wir Abschaum.
12:15Wobei, wenn Paul Erschenberg im Grunde ganz okay war.
12:20Aber seine Frau, die Hermine Erschenberg, das ist ein böses Weib.
12:25Warum machen Sie das fest?
12:27Da können Sie nichts mit dem Finger drauf zeigen.
12:29Die kamen immer so hinten rum, verstehen Sie?
12:32Fragt Gerlinde zum Beispiel nach Ihren letzten Reisezielen.
12:35Schwärmen von der Karibik.
12:37Und will dann wissen, wie Gerlinde herbeigefällt.
12:41Wobei völlig klar ist, dass Gerlinde da nie war.
12:43Nur um uns zu zeigen, was für arme Arschlöcker wir sind.
12:47Was machen Sie denn beruflich?
12:48Die Rentner.
12:50In den letzten Jahren habe ich als Hausmeister gearbeitet.
12:54So habe ich Gerlinde kennengelernt.
12:57Entschuldigen Sie.
12:59Sie müssen sich nicht entschuldigen.
13:03Ein Kind zu verlieren, das ist mit das Schlimmste, was man erleben kann.
13:08Egal wie alt.
13:10Sind Sie auch Guter?
13:13Mhm.
13:17Ich habe Bastian mal gesagt, dass diese Familie ihm kein Glück bringt.
13:25Herr Eschenberg mochte ihn.
13:29Als er gestorben ist, habe ich geglaubt, dass Hermine ihm das Leben schwer macht.
13:39Aber ich glaube, das hat sie auch erkannt, was für ein toller Junge Basti ist.
13:47Schauen Sie.
13:49Er hat alles Basti eingerichtet.
13:54Er wollte immer, dass sich umziehen, eine bessere Gegend.
13:59Und?
14:02Ach, wissen Sie.
14:06Alter Baum und so.
14:08Wie waren Ihr Verhältnisse, Sebastian Fuchs?
14:11Wir sind miteinander klargekommen.
14:14Aber auch einer, der sich nichts hat gefallen lassen.
14:17Und für Gerlinde war überhaupt der Superstar.
14:21Studio mit Bestnote.
14:23Superjobs.
14:24Basti hier, Basti da.
14:26Er hatte jeden Wunsch von den Lippen abgelesen.
14:30Was für ein perfekter Sohn.
14:33Das klingt ja fast so, als wären Sie ein bisschen heilversichtlich gewesen.
14:37Kann ich nach oben gehen?
14:38Ich glaube, Gerlinde braucht mich jetzt.
14:40Ja.
14:42Ach, Herr Schreiber.
14:44Eine Frage noch.
14:45Wo waren Sie denn gestern Abend zwischen 21 und 21.30 Uhr?
14:48Warum wollen Sie das wissen?
14:50Routine.
14:52Erzählen Sie mir doch keinen Scheiß.
14:53Sie fragen mich das, weil ich mal genatzt war.
14:56Von wegen Routine.
14:58Herr Schreiber, bitte sagen Sie mir doch einfach, wo Sie gestern Abend waren.
15:02In einer Kneipe bei Rüdiger.
15:03Könnte gerne anrufen und danach zu Hause.
15:10Wissen Sie, ob Sebastian in letzter Zeit mit irgendjemandem Probleme hatte?
15:14Nein.
15:15Ich hab doch gestern mit ihm telefoniert.
15:17Da war er guter Dinge.
15:18Ja.
15:23Ich lass Sie beiden jetzt mal alleine.
15:25Auf Wiedersehen.
15:33Todesursache ist ein tiefer Stich mit einem Messer in den Rücken, der die linke Herzkammer traf.
15:38Keine Abwehrspuren.
15:40Das Messer steckte bis zum Schaft im Rücken.
15:42Das heißt, der oder die Täterin muss mit ziemlicher Wucht zugestoßen haben.
15:46Ein Tatort wurde ja nichts gefunden.
15:48Können Sie aufgrund der Verletzung irgendetwas genaueres über die Tatwaffe sagen?
15:52Die Klinge war 18 Zentimeter lang.
15:54So ein Messer gibt's praktisch in jeder Küche.
15:57Verstehe.
15:58Noch etwas?
15:59Ja.
16:00Sehen Sie das Hämatom?
16:02Das ist mit ziemlicher Sicherheit von einem Faustschlag.
16:05Wir haben auch ein wenig Fremd-DNA gefunden.
16:08Leider dauert die Auswertung noch.
16:10Wurde Ihnen diese Verletzung unmittelbar vor seinem Tod zugefügt?
16:13Nicht unmittelbar.
16:15Das Blut hat sich im Gewebe verteilt, aber nicht sehr stark.
16:18Ich denke, ein bis zwei Stunden vorher.
16:26Frau Schröder?
16:28Die KZU hat das Handy von Sebastian Fuchs repariert und konnte den PIN knacken.
16:32Ah, gut. Schon ausgebertet?
16:33Ja, einige entgangene Anrufe von Bruno Schreiber und Isabel Fuchs.
16:37An die hat er um 20.28 Uhr auch eine SMS geschickt mit dem Inhalt
16:43Megastress mit Hermine, die will mir was anhängen.
16:45Das klingt interessant.
16:47Danke Ihnen.
16:51Hallo Leute, ich bin Christian von Buchloh, von der Abo-Bank.
16:54Gemeinsam mit der Eschenberg Stiftung haben wir mal wieder was Megaspannendes auf die Beine gestellt.
16:59Hier hinter mir treffen sich ab sofort jede Woche die coolsten Kids und Teens der Stadt,
17:04um sich mit viel Fun und Action richtig auszupowern.
17:06Und wenn ihr mehr dazu erfahren wollt, kommt heute Nachmittag zum Schnupperkurs oder klickt auf den Link.
17:12Herr von Buchloh?
17:14Ja, bitte.
17:17Sind Sie sicher, dass Sie zu uns wollen? Sie sind nicht gerade unsere Zielgruppe.
17:20Ja, das passt schon. Alexander Witte, Kripo Wiesbaden.
17:24Es geht um Sebastian. Hermine, also Frau Eschenberg hat mich bereits informiert.
17:32Guten Tag Frau Fuchs.
17:33Hallo Herr Reuter. Wissen Sie schon mehr?
17:37Leider nein.
17:39Ich brauche ein bisschen frische Luft. Wollen Sie mich vielleicht begleiten?
17:41Gern.
17:49Sie hatten gestern mit Sebastian Fuchs und Hermine Eschenberg eine Besprechung.
17:52Wir haben Hinweise, dass es zwischen den beiden eine Auseinandersetzung gab.
17:56Okay, wann soll die gewesen sein?
17:58Na, so heißt sie.
17:59Mir ist nichts dergleichen aufgefallen.
18:02Ganz im Gegenteil, gegen Mittag war ein Fotograf im Haus wegen Porträts für die Webseite der Stiftung.
18:07Und da haben sich Hermine und Sebastian sogar noch besser Laune durch den Kakao gezogen, wer Fotogener ist.
18:12Kann ich wieder an die Arbeit?
18:13Gleich. Was genau machen Sie eigentlich bei der Bank?
18:16Ich bin Head of CSR, Corporate Social Responsibility.
18:19Ich bin für die Nachhaltigkeits- und Wohltätigkeitsprojekte der Bank verantwortlich.
18:23Und wie war Ihr Verhältnis zu Sebastian Fuchs?
18:26Das hätte besser nicht sein können.
18:28Herr Witte, wenn Sie Ihre Fragestunde weiter fortsetzen wollen, dann rate ich Ihnen, den Lebensgefährten von Sebastians Mutter aufzusuchen.
18:34Der war gestern kurz im Office. Bilde mir ein, die hätten gestritten. Zumindest wurde es kurz laut.
18:38Wissen Sie, worum es da ging?
18:39Ich besplitzle meine Mitmenschen nicht. Das überlasse ich gerne anderen.
18:44Ja. Vielen Dank, Herr von Buchelohr. Sie haben uns da wirklich sehr geholfen.
18:47Danke. Ihre Anerkennung bedeutet mir sehr viel.
18:53Auf Wiedersehen.
18:57Ja, ich habe die Nachricht bekommen.
19:00Warum haben Sie das nicht erzählt?
19:03Entschuldigen Sie, aber Sie verstehen sicherlich, dass ich gestern Abend unter Schock stand.
19:07Ich denke auch, dass es nicht ganz so dramatisch war. Sebastian hat gerne übertrieben.
19:13Das mag ja sein. Trotzdem wüsste ich gern, wie er darauf gekommen ist.
19:17Ich weiß es wirklich nicht.
19:22Noch etwas. Gestern Abend lag auf dem Tisch ein Gesellschaftsvertrag. Ich finde, das passt so gar nicht zu einer so
19:27romantischen Atmosphäre.
19:29Der Vertrag war der Grund für das Abendessen. Er hatte Sebastian zum Teilhaber der Gesellschaft gemacht und das wollte ich
19:35entsprechend mit ihm feiern.
19:37Und Ihre Mutter hat den Vertrag zugestimmt?
19:40Das musste sie nicht. Mein Vater hat das Ob und das Wann allein mir überlassen.
19:45Verstehe.
19:53Verstehe.
19:57Verstehe.
19:58Verstehe.
20:01Verstehe.
20:05Verstehe.
20:11Verstehe.
20:13Verstehe.
20:15Verstehe.
20:26Verstehe.
20:27der offenbar recht laut geworden ist und der Wirt aus der Kneipe sagt,
20:30Sie sind um 19 Uhr gegangen.
20:33Ich habe mit dem Tod von Basti nichts zu tun.
20:35Dann sagen Sie uns, was gestern genau passiert ist.
20:40Warum waren Sie bei Sebastian Fuchs im Beruf?
20:44Gerlinde wird bald 65.
20:46Ich wollte eine tolle Reise nach Hawaii schenken, mit allem Schnickschnack.
20:49Hawaii?
20:50Ja, wieso nicht?
20:52Oder glauben Sie auch, dass Menschen wie wir da nicht hingehören?
20:54Nein, das denke ich nicht.
20:57Es sollte für Gerlinde eine Überraschung werden.
21:00Da dachte ich mir, Basti wird mir das Geld vielleicht leihen.
21:05Ich hätte ihm jeden Cent zurückgegeben.
21:07Um wie viel ging es denn?
21:09Insgesamt 7000 Euro.
21:117000 Euro?
21:12Das war eine Menge Geld von Urlaub zur Zeit.
21:15Herrgott!
21:16Wir wollten es uns halt richtig gut gehen lassen.
21:18Beste Hotels und so.
21:20Wir können es doch sonst nichts.
21:23Und wäre das nicht auch telefonisch gegangen?
21:25Ich meine, hätte das Geld auch überweisen können.
21:27Ja, vielleicht.
21:30Aber ich dachte mir, wenn ich ihn persönlich frage, wird er mir das Geld vielleicht eher geben.
21:35Und weshalb kam es zum Streit?
21:37Weil er es Nein gesagt hat.
21:39Ich war ehrlich gesagt ziemlich sauer.
21:42Aber eine Stunde später oder so hat er mich nochmal angerufen und gesagt, der gibt's mir.
21:47Ich soll den gegen sieben bei ihm zu Hause treffen.
21:50Und? Waren Sie dort?
21:51Ja.
21:52Er ist nicht gekommen.
21:55Ins Haus wollte ich nicht.
21:56Wäre mir für Isabel peinlich gewesen.
21:58Ich habe ihn zigmal angerufen, aber er ist nicht rangegangen.
22:03Dann habe ich irgendwann die Biege gemacht.
22:07Gut.
22:08Herr Schreiber.
22:09Danke.
22:10Danke.
22:13Danke.
22:17Wer zahlt denn heute noch eine Reise im Bar?
22:20Möglicherweise hat er überhaupt keine Kreditkarte.
22:22Außerdem war er um 19 Uhr tatsächlich in einen Sendemast in der Nähe eingeloggt.
22:27Also wenn Sebastian Fuchs um 19 Uhr diese Sitzung hatte, warum verabredet er sich dann mit ihm?
22:32Vielleicht hat er nicht dran gedacht.
22:33Oder Bruno Schreiber lügt.
22:37Ich bin mir nicht sicher, ob er uns irgendwas verschweigt.
22:39Aber Sebastian Fuchs hatte 7000 Euro bei sich.
22:42Das deckt sich mit seiner Aussage.
22:45Also wir lassen ihn laufen.
22:47Er soll sich aber zur Verfügung halten.
22:49Ja, bitte.
22:55Was hat die Befragung von Christian von Buchloher ergeben?
22:58Der will auch von nichts wissen.
23:00Außerdem ist er ziemlich arrogant.
23:01Ja, passt ja wunderbar zu Hermine Aschenberg.
23:04Ja, über die habe ich übrigens auch nicht viel finden können.
23:07Jedenfalls nicht auf die Schnelle.
23:09Okay, ich schaue auch nochmal.
23:12Hi, was gibt's?
23:13Ist was mit der Kleinen?
23:15Ja, okay.
23:17Haben Sie noch was rausgefunden über Buchloher?
23:19Nee, danke.
23:21Seine Eltern sind früh gestorben.
23:22Da war er gerade erst 13 Jahre alt.
23:24Ist alles okay?
23:25Ja, ja, passt.
23:26Ein Onkel hatte Sorgerecht bekommen.
23:28Von da an ging's ab aufs Nobelinternat in England.
23:30Der hat ihn gleich mal abgeschoben, würde ich sagen.
23:32Mhm, vor allen Dingen wurde der Onkel zum Vermögensverwalter des Erbes bestellt.
23:36Hat aber alles veruntreut.
23:38Er wurde zwar angeklagt, aber ja, die Kohle, die war weg.
23:42Vielleicht ist das der Grund, warum er so eine Wohltätigkeitskiste macht.
23:45Mit Sicherheit nicht.
23:46Die meisten Firmen betreiben doch diese CSR-Programme, nur um von ihren eigentlichen Geschäftspraktiken
23:50abzulenken, die im Zweifel alles andere als sozial oder nachhaltig sind.
23:56Charity-Washing nennt man sowas.
23:57Ja, klar.
23:59Den Leuten, die davon profitieren, dürfte das Motiv egal sein.
24:06Ich sehe das ähnlich wie Reuter.
24:08Wenn mich jemand aus dem Wasser zieht, bevor ich absaufe, dann soll er sich von mir aus
24:11auch dafür feiern lassen.
24:12Ja, aber wenn der Retter vorher unzählige andere Menschen ins Wasser schmeißt, dann ist
24:16das auch trotzdem total verlogen.
24:18Danke.
24:26Herr Reuter, Frau Eschenberg.
24:29Frau Eschenberg, schön, dass Sie Zeit für mich haben.
24:32Darf ich Ihnen was anbieten?
24:33Espresso, Wasser?
24:34Danke, ich habe es eilig.
24:35Aber vielleicht könnten Sie mich aufklären, warum ich hier bin.
24:39Bitte nehmen Sie doch Platz.
24:40Es dauert nicht lang.
24:41Bitte.
24:45Diese Sitzung gestern, war die eigentlich schon länger terminiert?
24:48Ja, ein oder zwei Tage vorher.
24:51Aber deswegen haben Sie mich herbestellt?
24:53Ihr Schwiegersohn wollte gegen 20 Uhr zu Hause sein gestern.
24:57Für sein Zeitmanagement war ich nicht verantwortlich.
25:00War es das?
25:01Nein.
25:04Kurz nach der Sitzung hat Ihr Schwiegersohn eine SMS an Ihre Tochter geschickt.
25:08Und er hat darin behauptet, ich zitiere, Sie wollten ihm etwas anhängen.
25:13Absurd.
25:14Was soll denn das gewesen sein?
25:16Ja, das frage ich Sie.
25:19Gab es wirklich keine Auseinandersetzung zwischen Ihnen?
25:22Naja, am Nachmittag hatten wir einen kleinen Disput.
25:26Wegen eines neuen Projektes.
25:28Unsere Beteiligung schien mir aus wirtschaftlichen Gründen nicht sinnvoll.
25:32Aber ich wollte ihm nichts anhängen.
25:36Wie endete denn dieser Disput?
25:40Zu meinem Erstaunen haben Ihnen all meine Argumente überzeugt.
25:44Danach hat er das Projekt zeitnah abgesagt.
25:47Gab es keine Verträge?
25:49Doch.
25:50Mit Ausstiegsklausel.
25:52Und die haben wir dann gezogen.
25:53Ah, verstehe.
25:54Wie hat denn Ihr Vertragspartner darauf reagiert?
25:58Begeistert dürfte die Dame nicht gewesen sein.
26:09Frau Dr. Schönfeld?
26:11Ja?
26:12Mein Name ist Julia Schröder, Kripo Wiesbaden.
26:14Das ist mein Kollege Alexander Witte.
26:16Hallo.
26:17Wir möchten gerne mit Ihnen sprechen.
26:19Ich nehme an, es geht um Sebastian Fuchs.
26:20Genau.
26:21Können wir irgendwo ungestört miteinander sprechen?
26:23Ja, natürlich.
26:25Lassen Sie uns nach oben gehen in meine Praxis.
26:29Ihr beeilt euch, ne?
26:32Hallo Herr Schiller.
26:34Bekomme ich noch was?
26:35Äh, ich habe noch Frikadell.
26:37Super.
26:47Alles in Ordnung?
26:49Meine Tochter hat heute Geburtstag.
26:53Ich habe ihr vor ein paar Tagen einen Brief geschrieben.
26:55Ach so, jetzt warten Sie auf eine Antwort.
26:57Ja.
26:58Sie meldet sich immer nur bei mir, wenn sie was braucht.
27:01Also ich glaube, davon können die meisten Eltern ein Lied singen.
27:03Mag sein, ja.
27:05Aber für die Glückwünsche können Sie sich doch wenigstens bedanken, ja.
27:09Frikadellen.
27:12Bitteschön.
27:17Isabel hat mich angerufen.
27:19Weiß man denn schon was Näheres?
27:21Leider noch nicht, Frau Dr. Schönfeld.
27:24Stimmt es, dass Sie unter Beteiligung der Eschenbergs eine Klinik gründen wollten?
27:27Ja.
27:28Wie wir wissen, hat Sebastian Fuchs das Projekt gestern gecancelt.
27:31Ja.
27:32Das ist richtig.
27:33Ich war auch ziemlich überrascht, als ich die E-Mail gelesen habe.
27:37Nur überrascht?
27:39Wollten Sie gar nicht wissen, warum er das getan hat?
27:41Natürlich.
27:42Deswegen habe ich mich gleich ins Auto gesetzt und bin zu ihm gefahren.
27:45Aber es war nur seine Frau zu Hause.
27:47Und dann haben Sie ihr von der Absage erzählt?
27:50Nein.
27:51Isabel ist seit dem Studium einer meiner engsten Freundinnen.
27:53Sie hat ein Abendessen für Sebastian vorbereitet.
27:55Das wollte ich ihr nicht mit geschäftlichen Dingen verderben.
27:58Wie?
27:58Dann sind Sie einfach wieder gegangen?
28:00Ja, ich bin dann gleich nach Hause gefahren.
28:04Nichts für ungut, Frau Dr. Schönfeld.
28:06Aber da arbeitet man mit ganzem Herzblut auf etwas hin und dann mir nichts, dir nichts.
28:11Alles vorbei.
28:13Also auch noch so unpersönlich durch eine Mail.
28:15Also ich kenne schon relativ wenig Menschen, die da so rücksichtsvoll reagiert hätten.
28:21Dann kennen Sie vielleicht die falschen Menschen.
28:25Und außerdem, Isabel hat doch mit der ganzen Sache nichts zu tun.
28:29Warum sollte ich Sie da belasten?
28:31Ja, könnten Sie mir bitte diese Mail weiterleiten.
28:35Und falls Ihnen noch etwas einfällt, hier steht auch meine Nummer drauf.
28:40Auf Wiedersehen.
28:41Auf Wiedersehen.
28:42Auf Wiedersehen.
29:20Hallo?
29:29Hallo?
29:30Hallo? Ist da wer?
29:40Hallo?
29:42Hallo?
29:54Hallo?
30:02Hier, da hatten wir eine kleine Schatulle drin.
30:06Ein paar Uhren, etwas Schmuck.
30:08Sachen, die wir regelmäßig tragen.
30:10Was ist denn ungefähre Wert der gestohlenen Gegenstände?
30:15Vielleicht 20.000 Euro.
30:17Wertvollere Sachen bewahren wir drüben im Safe auf.
30:20An dem war der Einbrecher laut KTU nicht dran.
30:23Haben Sie sonst noch irgendwo Wertsachen im Haus?
30:26Eigentlich nicht.
30:28Also, der Täter oder die Täterin haben nur diese Kommode hier durchsucht.
30:33Das heißt, wer immer es war, wusste offenbar sehr genau, wo hier was zu holen ist.
30:39Und an der Haustür sind keine Einbruchsspuren.
30:42Wer hat denn Schlüssel zu dem Haus?
30:44Nur meine Schwiegermutter.
30:46Sie hatte regelmäßig nach dem Rechten gesehen, wenn wir verreist waren.
30:50Aber die wird hier niemals einbrechen.
30:53Wusste Bruno Schreiber, wo die Wertsachen liegen?
30:56Schon möglich.
30:58Ja, er war öfters zu Besuch hier mit Gelände.
31:05Wo gehst du hin?
31:06Ich muss was besorgen.
31:09Warum, um Himmels Willen, hast du dich wieder mit diesen Leuten eingelassen?
31:12Weil ich dich liebe.
31:15Aber ich werde das regeln.
31:25Hör zu, der Sohn von meiner Freundin ist ermordet worden.
31:29Ich brauche noch zwei Tage.
31:30Ich muss doch was verdicken, dann habt ihr die Kohle.
31:33Mein herzliches Beileid an die Freundin.
31:36Ich habe meine Schulden immer bezahlt.
31:38Eine kleine Gedächtnisstütze kann aber nicht schaden, oder?
31:40Hey, Polizei!
31:42Lassen Sie das Messer fallen!
31:44Fallen lassen, habe ich gesagt!
32:10Das Messer fallen lassen!
32:15Runter auf den Boden!
32:24Der Angreifer ist erst vor zwei Monaten auf Bewährung aus der Haft entlassen worden.
32:29Saß wegen Körperverletzung mit Todesfolge.
32:32Und die KTU hat die geklauten Gegenstände sichergestellt.
32:35In Bruno Schrabers Keller.
32:37So, Herr Schreiber.
32:40Jetzt erzählen Sie mir mal eine Geschichte, die ich glauben kann.
32:46Ich wollte meiner Gelinde zeigen, dass ich die Reise von meinem eigenen Geld bezahlen kann.
32:50Und der Typ, der Sie da eben bedroht hat, der war vom Reisebüro, oder wie darf ich das verstehen?
32:56Das war der Geldantreiber von einem Spielsalam.
32:59Der nicht wirklich eine Konzession hat, nehme ich mal an.
33:05Sie dachten also, Sie besorgen sich das Geld beim Zocken, was aber offenbar richtig in die Hose ging.
33:09Am Ende hatte ich knapp 7.000 Euro Schulden bei denen.
33:13Die heute fällig gewesen wären.
33:16Deswegen bin ich zu Basti und habe ihm reinen Wein eingeschenkt.
33:19Und hat er sich darauf eingelassen?
33:21Na, wie ich es Ihnen gesagt habe.
33:23Erst nicht, aber dann ja.
33:24Er wusste also, dass das Geld nicht für die Reise war, sondern für Ihre Spielschulden?
33:30Am nächsten Tag habe ich dann erfahren, dass er tot ist.
33:32Worauf Sie kurzerhand beschlossen haben, bei ihm einzubrechen.
33:34Ja, das war scheiße.
33:37Aber was hätte ich denn tun sollen?
33:39Sie haben doch gesehen, zu was diese Leute fähig sind.
33:43Außerdem, Isabel hätte sich das ganze Zeug so nullkommanix nachkaufen können.
33:47Der tut doch sowas überhaupt nicht weh, verstehen Sie?
33:49Ja, alles klar.
34:00Ich glaube nicht, dass er mit dem Mord was zu tun hat.
34:03Ich auch nicht.
34:04Aber irgendwie tut er mir leid.
34:05Er hat die ganze Zeit das Leben dieser Superreichen von der Nase und muss selbst von seiner miesen Rente leben.
34:10Ja.
34:12Das erklärt vieles, rechtfertigt aber nichts.
34:24Oh Mann, das ist ein Tag.
34:26Sei froh, dass dein Mann dir zu Hause den Rücken frei hält.
34:28Ja, wie man es nimmt.
34:29Ich war heute Nacht gefühlt alle zehn Minuten bei der Kleinen.
34:32Verstehe, musst du nach Hause?
34:33Nee.
34:34Heute Morgen ging es ihr schon wieder ganz gut.
34:36Und sie ist ehrlich gesagt auch schon wieder in der Kita.
34:38Und ich brauche heute einfach die ein oder andere extra Dosis Kaffee.
34:42Ach so, hey, dann komm, ich mache dir mal einen.
34:44Wollen Sie auch?
34:45Ähm, danke.
34:46Was hat denn die Befragung von Angela Schönfeld hergegeben?
34:49Nicht viel.
34:49Sie wollte an dem Abend mit Sebastian Fuchs über die Absage sprechen,
34:52hat aber wohl nur seine Frau angetroffen und hat nichts gesagt,
34:55weil sie ihr nicht die Laune verderben wollte.
34:57Unser Schienes-Auch ein bisschen seltsam.
34:59Wir lassen gerade ein Bewegungsprofil von ihr erstellen.
35:02Gut.
35:02Danke.
35:03Die Schönfeld ist wohl seit drei Jahren von einem Dr. Dieter Schönfeld geschieden.
35:07Keine Kinder, aber ihr Bruder hat sich mit 14 Jahren das Leben genommen.
35:10Shit.
35:11Das ist vermutlich der kleine Junge auf dem Foto.
35:14Weiß man, warum er sich umgebracht hat?
35:16Leider nein, aber ich habe hier noch mehr.
35:20Diese Mail wurde um 19.44 Uhr abgeschickt.
35:23Aber da war Sebastian Fuchs angeblich in der Sitzung.
35:26Also, ich kann mir nicht vorstellen, dass der mal so nebenbei in der Pinkelpause das Projekt absagen würde.
35:31Immerhin ist seine Frau Best Buddy mit Angela Schönfeld.
35:34Das ist ja merkwürdig.
35:36Also, durch die gesamte E-Mail-Korrespondenz duzen sich Sebastian Fuchs und Angela Schönfeld.
35:42Nur in dieser letzten Mail sieht es da sie.
35:44Vielleicht, weil es so offiziell klingen sollte.
35:49Oder er hat die Mail gar nicht selbst geschrieben, obwohl sie über seinen Account verschickt wurde.
35:54Also, ich habe so langsam das Gefühl, dass wir von vorn bis hinten belogen werden.
35:57Wir müssen unbedingt klären, was am Tatabend in diesem Family Office wirklich passiert ist.
36:22Du, Christian, ich überlege, ob wir dieses Zimmer nicht vollkommen umgestalten wollen.
36:27Das überlasse ich ganz dir, Hermine.
36:33Ja, bitte.
36:35Ihr geht in das Zimmer und du in das, ja?
36:37Hey, hey, hey, was soll denn das?
36:39Hier ist der Durchsuchungsbeschluss für die Stiftung.
36:41Wie Sie wissen, ermitteln wir im Mordfall Sebastian Fuchs.
36:44In unserem Büroräum, ja?
36:46Absurd.
36:47Ich rufe sofort meine Anwälte an.
36:49Ja.
36:50Das ist eine bodenlose Frechheit.
36:52Ja.
36:53Ja, Entschuldige.
36:54Ja, Entschuldige.
36:54Ja, Entschuldige.
36:55Ja, Entschuldige.
36:55Ja, Entschuldige.
36:56Ja, Entschuldige.
36:57Ja, Entschuldige.
37:01Bitte rühren Sie hier nichts mehr an, okay?
37:04Wenn einer dieser Menschen ermordet wurde, ja.
37:14Was machen Sie eigentlich hier?
37:15Sie arbeitsplätze nicht bei der Bank?
37:18Herr Witte, ich glaube nicht, dass ich Ihnen Rechenschaft schuldig bin, warum ich mich wann und wo aufhalte.
37:21Aber ich sage es Ihnen trotzdem.
37:23Ich stehe Frau Eschenberg in dieser schweren Stunde bei.
37:26Wo waren Sie vorgestern zwischen 21 Uhr und 21.30 Uhr?
37:29Mit Verlaub, ach, das geht Sie nichts an.
37:31Was haben Sie denn gegen mich in der Hand?
37:33Die gehen bitte direkt an die Staatsanwaltschaft, okay?
37:35Ach so, klar.
37:36Danke.
37:37Wie lange dauert die Phase noch?
37:38Bis wir hier fertig sind.
37:46Sie werden nichts finden.
37:48Außerdem wird mein Anwalt in einer Minute hier sein.
37:51Gut, dann richten Sie ihm doch bitte aus, dass wir leider nicht auf ihn warten konnten.
37:55Auf Wiedersehen.
37:55Frau Eschenberg.
37:57Ich hoffe nicht.
38:09Hallo Herr Schiller.
38:11Hallo Herr Reuter.
38:11Brauch trinken Espresso.
38:12Meine Tochter hat geantwortet.
38:14Ach, das ist ja schön.
38:15Hören Sie.
38:17Hi Papa, vielen Dank für deine lieben Geburtstagswünsche.
38:20Sorry für die späte Response.
38:21Hab dich lieb, kuss, smiley.
38:23PS, melde mich bald wieder, vielleicht sogar mal, wenn ich nichts von dir brauche.
38:27Zwinker, smiley.
38:29Na, geht doch.
38:32Ja.
38:32Danke.
38:34Es geht eben nichts über eine schöne Vater-Tochter-Beziehung.
38:37Vater-Tochter-Beziehung?
38:47Sind das die gestohlenen Gegenstände?
38:49Mhm.
38:52Ich hab bei der Dosisicht da Kontounterlagen was Interessantes gefunden.
38:55In den letzten drei Monaten wurden von verschiedenen Konten der Eschenberg GmbH 50.000 Euro auf ein Privatkonto von Sebastian
39:02Fuchs überwiesen.
39:03Denken Sie an Unterschlagung?
39:05Ja.
39:06Aber ich glaube, dass ihm das untergeschoben wurde.
39:10Ja, Fuchs wäre das sicher nicht so naiv gewesen.
39:13Spätestens wenn der Wirtschaftsprüfer draufgeschaut hätte, wäre ihm alles um die Ohren geflogen.
39:16Außerdem ist es fraglich, ob er sich für 50.000 Euro die Fingerschmutzig gemacht hätte.
39:20Naja, richtig.
39:21Also, ich bin stutzig geworden, weil ich in den Unterlagen von Sebastian Fuchs überhaupt keine Kontoauszüge gefunden habe für dieses
39:27Bewahrtkonto.
39:28Gut, die hätte er ja auch woanders aufbewahrt haben können.
39:31Das ist richtig, aber es war anders.
39:32Nämlich?
39:34Sebastian Fuchs wusste nichts von diesem Konto.
39:36Der wusste auch nichts von diesen Überweisungen.
39:38Sie meinen, jemand hat das Konto für ihn eröffnet?
39:41Ja.
39:42Aber wie soll denn das gehen?
39:43Nein. Also, soweit ich weiß, kann man nur ein Konto persönlich eröffnen und nicht in fremden Namen.
39:47Schaut mal, Herr Witte.
39:49Das ist der Big Code der Arbo-Bank, bei der Christian von Buchloh arbeitet.
39:53Also, müssen wir klären, ob er das Konto eröffnet hat?
39:56Habe ich schon.
39:58Sie beginnen mich wirklich zu langweilen, Herr Witte.
40:01Sebastian hat mich gebeten, das Konto für ihn zu eröffnen.
40:03Und ich nehme an, er hat Sie auch darum gebeten, kurz darauf bei der Bank zu kündigen.
40:06Na los, auf geht's.
40:10Haben Sie sich verletzt?
40:11Machen Sie sich etwa um meine Gesundheit Sorgen, ja?
40:13Ich denke nicht, dass man sich da ernsthaft Sorgen machen müsste, aber...
40:17Hätten Sie was gegen eine Speichelprobe anzuwenden?
40:19Bitte was?
40:20Im Gesicht von Sebastian Fuchs hat unsere Gerichtsmedizin Fremddener sichergestellt.
40:24Er bekam kurz vor seinem Tod einen Faustschlag ins Gesicht.
40:27Dazu können Sie mich nicht zwingen.
40:29Ja, das stimmt.
40:30Tja, Herr Witte.
40:32Damit ist unser Gespräch wohl beendet.
40:36Leider noch nicht ganz.
40:37Ich kann Sie zwar nicht dazu zwingen, aber der Mittlungsrichter schon.
40:41Den Beschluss habe ich schneller, als Sie sich vorstellen können.
40:44Herr von Buchlor, ich denke, wir setzen unser Gespräch auf dem Kommissariat fort.
40:49Es ging an diesem Abend also nie um die Stiftung, sondern nur um die vermeintliche Unterschlagung.
40:53Doch, wir haben einiges wegen der Stiftung gesprochen, aber dann hat sich der Wirtschaftsprüfer bei Hermine gemeldet.
40:58Mit dem Hinweis auf die Unterschlagung.
41:00Sie haben natürlich darauf spekuliert, dass er dahinter kommt, um der Sache die nötige Glaubwürdigkeit zu verleihen.
41:06Ich weiß nicht, wovon Sie sprechen.
41:09Wie ging es weiter?
41:13Sebastian war schon fast zur Tür raus, da hat Hermine ihn zurückgepfiffen und mit den Vorwürfen konfrontiert.
41:19Und dann?
41:20Kam es im Streit?
41:22Noch nicht gleich.
41:24Sebastian hat sich alles angehört, dann ist er wortlos gegangen.
41:27Ungefähr 15 Minuten später kam er zurück.
41:29Wahrscheinlich wollte er kurz nachdenken.
41:31Und dann ging es richtig zur Sache zwischen den beiden.
41:34Irgendwann kam ich dazu, habe mich blöd angemacht und...
41:37Sie haben zugeschlagen.
41:39Hat er sich gewehrt?
41:41Nein, er hat sich aufgerappelt, ist wortlos aus dem Office.
41:45Danach habe ich ihn nicht mehr gesehen.
41:47Ja, und das soll ich Ihnen glauben.
41:50Glauben Sie, was Sie wollen.
41:54Ich denke, jetzt habe ich einen sehr schlüssigen Verdachtsmoment.
41:59Wo waren Sie an dem Amt zwischen neun und halb zehn?
42:03Ich war mit einem Kumpel unterwegs.
42:06Sie können ihn gerne fragen.
42:13Der Kumpel von Buchlo hat das alle hier bestätigt.
42:16Aber das kann natürlich auch abgesprochen sein.
42:17Das geht auf jeden Fall nochmal mit Frau Eschenberg.
42:19Es scheint ja sehr wohl einen Streit gegeben zu haben.
42:22Was machen wir jetzt mit ihm?
42:24Ich glaube, dass unsere Theorie mit der Intrige stimmt.
42:27Aber die Beweislage für den Mord ist viel zu dünn.
42:31Das reicht nicht für Ihren Hauptbefehl.
42:33Ich habe hier noch eine andere Spur.
42:35Hier.
42:37Es lag im Papierkorb im Büro von Sebastian Fuchs.
42:39Das ist eine Hotelrechnung vom Vortag der Tat.
42:42Für ein Zimmer.
42:43Ausgestellt auf ihn.
42:44Ist doch komisch, oder?
42:47Also, Isabelle Fuchs hat gesagt,
42:49dass ihr Mann am Tatabend früher nach Hause kommen wollte,
42:51weil er am Abend vorher ein Geschäft zessen hatte.
42:54Aber dafür bucht man ja kein Zimmer.
42:56Ich würde sagen, ich fahre da mal hin.
43:01Also nochmal, gegen 20.30 Uhr
43:04hat Sebastian Fuchs angeblich sein Büro verlassen,
43:07um nach Hause zu gehen.
43:08Das ist genau der Zeitpunkt,
43:09an dem er die SMS an seine Frau geschrieben hat.
43:12Gefunden wurde in der Nähe seines Hauses
43:14um 21.30 Uhr.
43:15Das heißt,
43:16wir haben eine Lücke von circa einer Stunde.
43:25Mama!
43:28Ach, mein Schatz.
43:29Wie schön, dass du da bist.
43:31Ich wollte gestern schon zu dir kommen,
43:33aber du kannst dir ja denken,
43:35was in der Stiftung los ist.
43:37Es ist alles so furchtbar.
43:42Lass uns reingehen.
43:48Diese Durchsuchung war dermaßen entwürdigend,
43:51als wären wir Verbrecher.
43:53Aber ich werde mich
43:54an maßgeblicher Stelle beschweren.
43:58Die Polizei ist nicht blöd.
44:00Sie wird von Bastis Unterschlagung Wind bekommen haben
44:03und der Sache auf den Grund gehen wollen.
44:08Wie viel hat er der Stiftung dann gestohlen?
44:11Um welche Summe geht es denn da?
44:1350.000 konnten wir bislang feststellen.
44:1850.000?
44:20Dafür soll er das riskiert haben?
44:22Ja, das wäre ein Glück für uns,
44:24dass er nicht in größeren Dimensionen denken konnte.
44:27Da, wo er herkommt.
44:28Aber was erzähle ich dir?
44:30Ja, was erzählst du mir?
44:32Ich kann das ehrlich gesagt nicht glauben.
44:35Dann frag doch unsere Wirtschaftspriefer.
44:37Es ist genau so, wie ich sage.
44:40Und wie erklärst du dir die Nachricht,
44:42die er mir geschickt hat?
44:43Dass du ihm irgendwas anhängen wolltest?
44:45Ja, der wollte bei dir schon mal vorwauen.
44:47Ist doch ganz klar.
44:49Aber die Tatsachen sprechen eindeutig gegen ihn.
44:52Tun Sie das.
44:54Ich muss es wissen, Mama.
44:56Es trifft mich jetzt schon,
44:58dass du mir so wenig vertraust.
45:01So ein Quatsch.
45:02Hör auf mit der Nummer.
45:05Du warst von vornherein gegen Sebastian,
45:06weil er dir nicht gut genug war.
45:08Und du warst sauer, weil Papa ihn protegiert hat.
45:10So, jetzt hörst du mir mal zu, ja?
45:12Papa, ich habe deinem Vater auf dem Sterbebett versprochen,
45:16dass ich Sebastian keine Steine in den Weg legen werde.
45:19Und ich habe mich daran gehalten.
45:21Du hast Papa so einiges in der Ehe versprochen.
45:25Du, jetzt reicht es aber.
45:27Ich habe deinen Vater geliebt.
45:29Und ich habe ihn dem Rücken freigehalten,
45:32damit er seine ganze Energie in die Firma stecken konnte.
45:35Wie bitte?
45:37Weißt du, wie viele Nachmittage
45:38ich bei Papa in der Firma Hausaufgaben gemacht habe,
45:40weil du nicht zu Hause warst?
45:42Weil du ja irgendwelche wichtigen Charity-Veranstaltungen
45:44organisieren musstest oder
45:45aus welchen Gründen auch immer durch die Welt gejettet bist.
45:49Ist ja okay. Deine Sache.
45:51Aber schmück dich nicht damit, dass du für Papa da warst.
45:54Für mich warst du schon gar nicht.
45:55Und was willst du mir damit vorwerfen?
45:58Dass ich eine schlechte Mutter war?
46:04Du warst keine schlechte Mutter.
46:06Du warst gar keine Mutter.
46:08Das muss ich mir von dir nicht sagen lassen.
46:11Oh doch.
46:11Ich habe viel zu lange meine Klappe gehalten.
46:13Ja, du warst nicht nur eifersüchtig auf Sebastian,
46:15weil Papa ihn so mochte,
46:17sondern ein Leben lang auf mich.
46:20Du hast mir das als kleines Kind schon zu spüren gegeben,
46:22dass du mir Papas Liebe nicht gegönnt hast.
46:24Und weißt du, warum?
46:25Weil du sie in diesem Maße nie erfahren hast.
46:32Wenn du das noch einmal wagst, dann...
47:02Sebastian Fuchs, 38,
47:04hat anscheinend gleich da vorne gewohnt.
47:12Hallo, Herr Reuter. Volltreffer.
47:14Sebastian Fuchs war tatsächlich dort.
47:16Raten Sie mal, mit wem?
47:19Und dann sind wir mit der Architektin was essen gegangen?
47:21Nein. Und als sie weg war,
47:25hat Sebastian noch eine Flasche drin bestellt.
47:27Und dann kam eins zum anderen
47:28und ja, irgendwann sind sie auf dem Zimmer gelandet.
47:32Frau Dr. Schönfeld, ich glaube Ihnen nicht,
47:34dass Sie am Tatabend einfach so nach Hause gegangen sind.
47:37Es war aber so.
47:39Hm.
47:52Ihr Bruder.
47:54Darf ich Sie fragen, warum er sich das Leben genommen hat?
48:01Er hat sich als neunjähriger schwere Verbrennung zugezogen.
48:05Beim Grillunfall.
48:07Danach war seine Haut mit Namen übersät.
48:11Damit wollte er nicht raus und...
48:14...irgendwann...
48:15...konnten dann die Ärzte nichts für ihn tun.
48:23Meine Eltern hatten kein Geld für plastische OPs.
48:26Und die Kasse hat die Zahlung verweigert,
48:28weil...
48:30...in die Zinnig nicht notwendig.
48:34Und mit dieser Klinik wollten Sie anderen Menschen
48:36das gleiche Schicksal ersparen,
48:37das ihr Bruder erlitten hat?
48:40Ja.
48:42Vor allem Kindern.
48:44Ich habe mir geschworen,
48:45dass der Tod meines Bruders
48:46nicht umsonst gewesen sein soll.
48:48Umso mehr bin ich davon überzeugt,
48:50dass Sie die Absage per Mail
48:51nicht einfach so entspannt hingenommen haben.
48:56Haben Sie Sebastian Fuchs ermordet?
48:58Nein, das habe ich nicht.
49:00Und ja, Sie haben recht.
49:01Ich war wütend, sehr sogar.
49:03Dann sagen Sie mir jetzt endlich die Wahrheit.
49:08Frau Dr. Schönfeld,
49:10möchten Sie einen Anwalt hinzuziehen?
49:16Nein.
49:20Angela, bitte, ich verstehe deinen Wut.
49:21Okay, aber du siehst doch...
49:22Sorry, dass ich dir die Vorfreude
49:24auf dein romantisches Abendessen kaputt mache.
49:27Aber dein scheiß Mann zerstört gerade mein ganzes Leben.
49:29Okay, es reicht.
49:30Ja, ich lasse mich doch jetzt nicht von dir deswegen anmachen.
49:32Das kannst du morgen Sebastian erzählen.
49:34Du gehst jetzt.
49:35Und zwar sofort.
49:37Ich wünsche dir viel Spaß.
49:40Und falls du dich wunderst,
49:42dass er danach in der Kiste nicht so gut performt.
49:44Es liegt daran,
49:44dass er sich gestern Abend
49:45nämlich mit mir ziemlich ausgepowert hat.
49:55Als Sebastian später noch einmal zurückkam,
49:57wollte er natürlich noch mal mit mir sprechen.
50:00Aber als er mich vor seinem Notebook sitzen sah,
50:02da wurde er sehr ungehalten.
50:04Ich nehme an diese Mail an Angela Schönfeld haben Sie geschrieben.
50:08Ja, das habe ich.
50:09Ich wollte dieses Projekt so schnell wie möglich ad acta legen.
50:14Er hat ständig falsche Entscheidungen getroffen.
50:18Könnte es sein,
50:19dass der Grund dafür,
50:20dass Sebastian Fuchs so abgelehnt hat,
50:22ein ganz anderer ist?
50:24Bitte?
50:26Ich habe mal ein bisschen über Sie im Internet recherchiert.
50:29Ich habe gelesen,
50:30dass Ihre Kindheit und Ihre Jugend
50:33von bitterer Armut geprägt war.
50:36Das heißt,
50:37der Stallgeruch von Sebastian Fuchs
50:39war Ihnen sehr vertraut.
50:43Und dieser Geruch
50:44passt natürlich überhaupt nicht
50:45zu Ihrem schillernden medialen Leben,
50:47das für Sie mit der Heirat
50:49mit Paul Eschenberg begonnen hatte.
50:51Und darum haben Sie Ihre Herkunft
50:53jahrzehntelang vertuscht.
50:55Unsinn.
50:58Wie dem auch sei,
51:00also zu akzeptieren,
51:02dass Sebastian Fuchs
51:03ihr Schwiegersohn wurde
51:04und Geschäftsführer,
51:05das war ja schon eine Zumutung für Sie,
51:07aber dass er jetzt auch noch
51:10gleichberechtigter Gesellschafter werden sollte,
51:12das ging doch sicher gar nicht für Sie.
51:14Da mussten Sie doch etwas tun.
51:16Natürlich kannte ich den Vertrag,
51:18aber nicht,
51:19dass Isabelle ihm den
51:20bereits an diesem Abend vorlegen wollte.
51:23Ich glaube Ihnen kein Wort.
51:27Ja.
51:28Ja, ich wollte Sebastian loswerden.
51:31Aber ich bin keine Mörderin.
51:41Diese Bilder haben wir vorgestern gemacht
51:43für unsere Website.
51:45Ich habe den Fotografen
51:46um einige Abzüge gebeten.
51:54Was ist das für eine Kette,
51:55die Herr Fuchs da um den Hals trägt?
51:57Die hat mein Mann ihm
51:59auf seinem Sterbebett überreicht.
52:01Er hatte sie schon von seinem Vater.
52:03Als Glücksbringer für Firma und Familie.
52:07Hat der Fuchs diese Kette auch getragen,
52:09als er am Tatamt
52:10das Büro verlassen hat?
52:12Er trug sie eigentlich immer.
52:14So, als wolle er der ganzen Welt zeigen,
52:17dass mein Mann ihn
52:18als seinen legitimen Nachfolger sah.
52:27Ja, der kommt hier gerade rein.
52:29Alles klar, Jürger.
52:30Bis gleich.
52:32Dass die Doktor Schönfeld
52:33und Sebastian Fuchs
52:34was miteinander hatten,
52:35rückt das Ganze natürlich
52:36jetzt in ein anderes Licht.
52:38Allerdings.
52:41Ja, bitte, Sie müssen bitte
52:42zur KTU.
52:49Bitte.
52:51Was gibt es denn noch?
52:55Naja, die eine oder andere
52:57Informationen haben Sie uns
52:59hervor enthalten.
53:01Als es da wäre?
53:03Ja, zum Beispiel,
53:04dass Frau Dr. Schönfeld
53:05sie am Tatamt besucht hatte
53:07und dass sie ihnen
53:08während dieses Besuches erzählt hat,
53:10dass sie mit ihrem Mann geschlafen hat.
53:12Und was wir inzwischen
53:13auch wissen ist,
53:14dass ihr Mann
53:15kurz vor seiner Ermordung
53:16noch hier war.
53:19Wie kommen Sie darauf?
53:21Das Messer wurde ihrem Mann
53:23mit großer Kraft
53:24in den Rücken gestoßen.
53:25Das heißt,
53:26er fiel genau in die Richtung,
53:28in der er unterwegs war.
53:30diese Richtung führt aber nicht hierher.
53:32Mit anderen Worten,
53:33ihr Mann ging nicht nach Hause.
53:35Er kam von zu Hause.
53:41Okay, ja.
53:42Er war da,
53:44nachdem Angela weg war.
53:46Angela, Sebastian,
53:47das ist echt das Letzte.
53:49Du bist das
53:51allerletzte.
53:51Du mieses Schwein,
53:52verpiss dich einfach.
53:53Isabel,
53:54das war einfach eine scheiß Fehler.
53:55Ich weiß es doch auch nicht.
53:56Bitte,
53:56ich liebe dich.
53:58Das kannst du dir sonst wo hinstecken,
53:59ja?
54:00Ich will dich nie wiedersehen.
54:02Isa,
54:03bitte,
54:04bitte,
54:05bitte.
54:06Ah!
54:07Komm mal.
54:15Und was passierte dann?
54:18Nichts.
54:19Ich habe ihn nicht mehr gesehen.
54:24Entschuldigen Sie mich bitte
54:25einen Moment.
54:29Ich denke,
54:30das werden meine Kollegen sein.
54:41Hier.
54:43Mit den besten Grüßen zurück.
54:49Ich habe den Eindruck,
54:50Sie freuen sich gar nicht darüber,
54:51dass der Schmuck wieder da ist.
54:53Doch,
54:54doch.
54:57Ähm,
54:58danke,
54:59das...
54:59Ja,
55:00das hätte mich auch gewundert.
55:02Allein schon
55:04wegen der Kette Ihres Mannes.
55:07Ihre Mutter hat mir erzählt,
55:08dass Ihr Mann sehr an dieser Kette hing.
55:11Er ist sie jeden Tag getragen,
55:13sagt sie.
55:15auch am Tag seines Todes hat er sie getragen.
55:19Da frage ich mich natürlich,
55:21wie ist die Kette in die Kommode gekommen,
55:24aus der sie gestohlen wurde.
55:25Können Sie mir das erklären?
55:30die Kette in die Kette in die Kette haben?
55:31Und noch etwas,
55:31als Ihr Mann tot im Park aufgefunden wurde,
55:35hat er die Kette nicht getragen.
55:38Obwohl er sie doch niemals abgelegt hat.
55:49Sie haben Ihren Mann diese Kette abgenommen,
55:53nachdem Sie ihn getötet hatten.
56:10Hallo,
56:11mein Schatz.
56:12Du,
56:12unser Wirtschaftsbriefer hat heute entdeckt,
56:14dass Sebastian Gelder der Firma unterschlagen hat.
56:17Wie gut,
56:19dass Papa das nicht mehr miterleben muss.
56:21Wir reden morgen, ja?
56:27Ja.
56:30Ich habe es getan.
56:34Den Seitensprung hätte ich ihm vielleicht mal verzeihen können.
56:37Ja, vielleicht.
56:39Aber die Unterschlagung,
56:41mit der Ihr Mann das Vertrauen Ihres Vaters missbraucht hat,
56:45die konnte es ihm nicht verzeihen.
56:47Ja, vielleicht.
56:49Ja, vielleicht.
56:58Ja,
57:04juga.
57:07Jan!
57:24Ich dachte, er hätte es nicht verdient, die Kette zu tragen.
57:39Was um Gottes Willen soll das?
57:43Isabel, ich wollte mit dir noch mal reden, wegen... Also, was ist hier los?
57:49Das können Sie sich auch denken, Freyschenberg. Ohne Ihre Intrige würde Sebastian Fuchs wahrscheinlich noch leben.
57:55Und Ihre Tochter müsste sich nicht wegen Mordes verantworten.
58:19Ich denke, es ist ein Kettechnik.
58:21Es ist ein Kettechnik.
58:25Ich bin ein Kettechnik.
58:30Untertitelung des ZDF, 2020